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Jüdische Rundschau · 1928-08-28 · Heft 68 (28.8.1928) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 68 (28.8.1928)
Date
1928-08-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 486 Gebiet erreicht ist, eine Tatsache, die noch durch ein während der Tagung einlaufendes Telegramm unterstrichen wurde, demzufolge von 24 Schülern, die dieser Tage vor einer Regieningskommission eine Reifeprüfung ablegen so;lten, nur 10 das Reifezeugnis erhielten, von diesen 10 waren 8 Schüler der Tacljkernon!־Realschule in Tel- Awiw. Trotzdem wurde von verschiedenen Seiten betont, daß auch an diesem misrachistischen Schulwerk noch manche Lücke auszufüllen sei, daß in manchen Schulen die Verankerung der Schüler in jüdischer und misrachistischcr Be- Ziehung nicht genüge, daß auch das Lehrermaterial noch verbesserungsbedürftig wäre und der Lehrinh&lt nicht überall auf gleicher Höhe stehe. Es ist anzunehmen, daß diese Debatten auf fruchtbaren Boden fallen und Ansporn zu noch größeren Leistungen geben werden. Gerade bei der außerordentlich großen Anerkennung, die das Misrachi-Schulwerk in aßen Kreisen der palästinensischen Bevölkerung erfährt, kann die Erkenntnis, daß das misrachistische Ideal noch höhere Leistungen fordern muß, als ein erfreulicher Beweis von dem ernsten Streben des Misrachi angesehen werden. Leider kann der Ausgang der Konferenz in bezug auf das Verhältnis zwischen der Misrachi-Or^anisation und seiner Arbeiterschaft nicht als befriedigend angesehen werden. Es kam nicht zu einer Beteiligung des Poel Hamisrachi an der Bildung des Merkas. Die Schuld hierfür liegt nicht nur auf einer Seite. Die Arbeiterschaft hat nicht versucht, alle Möglichkeiten, die sich ihr boten, auszunutzen, sie hätte wesentlich mehr erreichen können, wenn sie ihre Forderungen nicht allzu oft in ultimativer Form vorgebracht hätte. Aber auch die bisherigen Führer, die zum Teil im Amte geblieben sind, hätten erkennen müssen, daß mit ihren bisherigen Methoden ein ersprießliches Arbeiten mit dem Poel Hamisrachi nicht möglich ist. Der Misrachi kann genau so wenig wie die Zionistische Organisation die Menschen, die den Hauptteil an der Aufbauarbeit durch völlige Hingabe ihrer Persönichkcit an diese Arbeit leisten, zu Objekten der Auf- Bautätigkeit machen. Die Misrachi-Arbeiter schaffen durch ihre ernste und hingebende Arbeit eine Atmosphäre echten, reinsten Judentums im Lande, die völlig gleichwertig der Atmosphäre, die unser Schulwerk schafft, gegenübersteht. Ein Merkas ohne Vertreter der Arbeiterschaft bleibt ein Torso, ein unvollkommenes Gebilde, das nicht imstande sein wird, den Fragen des religiösen Aufbaus gerecht zu werden. Es muß von der Einsicht des neugewählten Merkas und von dem Verantwortungsbewußtsein der Misrachi-Arbeiterschaft verlangt werden, daß sie die Möglichkeit einer nachträglichen Einigung ergreifen werden, nur so wird die Arbeit der kommenden zwei Jahre einen den Zielen des Misrachi entsprechenden Erfolg haben können. Unsere ״dritte Generation" Von Dr. GustavKrojanker. Seit bald einem Jahr erscheint eine Zweimonatschrift ״Der junge Jude“, die sich als Organ der zionistisch-sozialistischen Jugen<| bezeichnet und von Georg Lubinski heraüsgegeben wird,' Es handelt sich um eine ernsthafte und im Rahmen unserer Bewegung wertvolle Publikation, die unser Lob und unser Interesse verdient. Gerade deshalb wird man um so eindringlicher sagen müssen, was dagegen zu sagen ist. Und man wird das um so lieber tun, als die Kritik an dieser Zeitschrift sich gleichzeitig als eine Betrachtung erweisen wird, die im gegenwärtigen Stadium von ganz allgemeiner Bedeutung für uns ist. Wenn ich dabei das Geleitwort zugrunde lege, das der Herausgeber dem ersten Heft voranstellt, so kann ich das mit ruhigem Gewissen tun, weil der Tenor dieses Geleitworts die Ausgestaltung der Hefte tatsächlich bestimmt hat. Die zionistisch-sozialistische Jugend etabliert sich hier als dritte Generaiion des Zionismus. Als ihr konstituierendes Merkmal gilt, daß ihre Menschen nach dem Kriege Zionisten wurden, daß also für ihre Entscheidung zum Zionismus ״Palästina als eine Wirklichkeit mitbceinfiussend und mitbestimmend gewesen ist“. Es wird daraus die Folgerung gezogen, daß deshalb dieser neue Zionismus ״untrennbar verknüpft“ sei, ״mit dem Streben nach Erneuerung unserer Gesellschaftsform gemäß den Idealen des Sozialismus“. Wenn auch zugegeben wird, daß die Verbindung zwischen nationaler und sozialer Idee schon immer im Zionismus bestanden habe, so wird doch als auf ein Neues darauf gewiesen, daß nunmehr hinter dieser Idee die stärksten organisierten Kräfte im Zionismus stehen. Wie es mit diesen in bezug auf ihre Umgebung aussieht, wird eindeutig so charakterisiert: ״Die dritte Generation steht völlig isoliert da, zugewandt einem neuen palästinensischen Judentum, ohne eine Beziehung zum Judentum der anderen.“ Und weiter: ״Wir müssen heute schon mit Besorgnis für den Westen feststellen, daß gerade wir mit Nichtzionisteh keine gemeinsame Sprache m־׳hr finden, sei es auch nur, um in diesem Grade noch unsere divergierenden Standpunkte zu formulieren.“ ich finde, daß sich dagegen allerhand einwenden läßt. Verbluffend scheint mir vor allem die Selbstverständlichkeit, mit der bei dieser Generation die zionistische Entscheidung stillschweigend vorausgesetzt wird. ״Die erste zionistische Generafioii des Westens hatte noch die Aufgabe, ihr Judentum für sich solivrt zu rekonstruieren, die zweite, das Judentum der anderen in seiner Fragwürdigkeit darzustellen.“ Ganz abgesehen von dieser nicht einmal in der Konstruktion möglichen Scheidung in zwei Generationen mit zwei (in Wahrheit durchaus zusammenfallenden) Aufgaben, wird die Frage erlaubt sein, was eigentlich geschehen ist, um eine neue Generation der Notwendigkeit zu entheben, auch ihr Judentum wieder für sich selbst her/usteHen und seinen gegenwärtigen Bestand in seiner ganzen Fragwürdigkeit zu erleben. Die Aufgabe mag heute leichter geworden sein, weil alle die Gedanken und Erkenntnisse, die frühere Generationen sich erst erarbeiten mußten, dieser ,.dritten“ bereits formuliert vorliegen, aber aufgegeben ist sie doch wiederum jeder neuen Generation. Was sind alle gedruckten F.rkennfnisse, wenn sie nicht selbständig erarbeitet und so zum Ligenbesitz erhoben werden. Zionisten werden auch heute noch nicht geboren: Zionismus ist immer wieder die Ent- Scheidung des reifen Menschen. Und der subjektive Vorgang dieser Entscheidung kann heute nicht anders aussehen als vor dreißig Jahren. Oder soll gesagt sein, daß die Tatsache Palästina jetzt dieser Entscheidung enthebt: daß diese dritte Generation durch die Selbstverständlichkeit des neuen lebendigen Judentums spontan und unproblematisch in den Kreis der in und für Palästina tätigen Menschen gestellt wird, während problematisch und fragwürdig nur noch die Gesellschaftsform dieser Gemeinschaft, J U E D1 S C H E RUNDSCHAU die Verwirklichung des Sozialismus also, bliebe? Wenn das gemeint wäre, so müßte ich sagen, daß mir das ganz und gar nicht imponieren könnte und daß ich dann froh wäre, nicht dritte Generation zu sein. Ich weiß zwar, daß die große Herde durch Tatsachen bestimmt wird und nirgends lieber fußt als auf dem ״Boden des Bestehenden“: ich habe aber immer geglaubt, daß junge Menschen von Geist und Gefühl aus der Idee die Ereignisse zu bestimmen und nicht umgekehrt aus ihnen ihre Idee abzuleiten wünschen*). Man soll Zionist werden, weil in Palästina schon etwas geschieht? Aber dies Geschehen kann doch immer nur Anlaß^ Plakat, Signal sein; es kann nur den Hinweis abgeben auf die geistigen und gemütlichen Kräfte, die dahinter stehen. Und ihrer sich zu bemächtigen, wäre heute notwendig wie vor Jahrzehnten. Ja, heute notwendiger als früher, weil die Verwirklichung, die immer eine Stümperei ist, gemessen am Gedanken, mehr noch als das utopische Stadium der ersten Konzeption Menschen gebraucht, die im Gedanken geworden sind und in seiner geistigen Durchdringung ihr Bestes hergegeben haben. Gerade im zweiten Stadium, im Stadium der Tat, werden sich nur Menschen bewähren, die auch ohne die Tat wären, was sie sind. Die Tat ist nichts als Ausdruck geistiger Kräfte; und wer ihr nachläuft, ohne von ihrem geistigen Ursprung schon vorher und ohne sie so beseelt zu sein, daß er sie — potentiell wenigstens — selbst hätte hervorbringen können, wird an ihr zerschellen. Es ist kein Zufall, daß unsere älteste Generation sich in Palästina am besten bewährt. Diese dritte Generation — gemessen immer an jenem Geleitwort — hätte den Zionismus nicht hervorgebracht. Er ist ihr anscheinend kein Problem, er war ihr anscheinend niemals eins. Aber das ist bei Westjuden und diese Zeitschrift erscheint immerhin in Berlin und in deutscher Sprache — absolut gegen die Natur. Denn der Zionismus ist wie jede geistige Ent- Scheidung durchaus problematisch und bleibt es, solange Einer Leben in sich hat. In diesem Sinne wird man auch niemals fertig damit. Und hier präsentiert sich nun eine Generation, die schon deswegen fertig ist, weil sie offenbar niemals angefangen hat. Wäre es anders — der Satz von dem Mangel einer gemeinsamen Sprache, die auch nur hinreiche, die divergierenden Standpunkte zu formulieren, hätte nicht in!!geschrieben werden können, Denn jene andern, mit denen wir uns heute angeblich, selbst in noch so bescheidenen Grenzen, nicht einmal mehr sollen verständigen können — das sind doch wir selbst in unserem Urstadium, in unserem Ausgangspunkt Zionismus ist schrittweise Entfernung von diesem Ausgangspunkt, ist seine Ueber- Windung. Das gilt für Westjuden heute, wie es gegolten hat. Und dies Ueberwundene sollte man mit einigen zwanzig Jahren so vergessen haben, daß man nicht einmal mehr im Geiste die Brücke Zurückschlagen und sich erinnern kann? In Wahrheit ist eben weder Ausgangspunkt noch Erinnerung vorhanden, und daran ist etwas nicht in Ordnung. Was daran nicht in Ordnung ist, kann nur unter dem Gesichtspunkt begriffen werden, daß für diese jungen Leute das bewegende geistige Problem Sozialismus heißt und daß der Zionismus, der scheinbar so selbstverständliche, nichts als den Rahmen zur Durchführung sozialistischer Ziele darstellt. Deswegen konnte auch der Zionismus, als er anfing, Wirklichkeit zu werden, allein schon dadurch werbende Kraft ausüben. Diese jungen Menschen waren mit der ganzen Glut ihrer Seele Sozialisten; so überwiegend, daß sie den Zionismus niemals geschaffen hätten, wenn er nicht dagewesen wäre (wir Aelteren hätten das getan), daß sie ihn aber ergriffen, weil er da war. Sie nahmen ihn einfach: tatsächlich spontan und unproblematisch. Er lag ihnen natürlich nahe, er war auch ein Teil von ihnen, aber er war nicht das Zentrum. Das Zentrum hätte sich unter anderen Umständen ebenso gut einen anderen Rahmen wählen können. Nun ist aber Zionismus in erster Linie Nationalismus: ein Ismus, der aus dem Weltkrieg etwas ramponiert hervorgegangen ist. Er hat keine geistige Wirkungskraft mehr; er versagt insbesondere bei der Jugend. Da gibt es den einen Weg, ihm erhöhte Bedeutung zu geben, und den anderen, ihn zu bagatellisieren. Beide Wege können auf den ersten Blick einander zum Verwechseln ähnlich sehen. Der Nationalismus nämlich wird um so bedeutender sein, je mehr sich von den großen Menschheitsfragen persönlichster wie allgemeinster Natur in seinen Kreis einbeziehen läßt. Aber es muß wirklich einbezogen werden: auf die vorher festgefügte Welt des zionistischen Gedankens soll alles Menschliche einströmen, um von ihr aufgenommen zu werden, um von ihr Ton, Farbe, Klang und Rahmen zu erhalten. Nicht umgekehrt. Das wäre der andere Weg der Bagatellisierung, der ein Spezialproblem — und sei es auch ein Menschheitsproblem — so sehr in den Vordergrund rückt, daß er umgekehrt an ihm den Wert des nationalen Gedankens mißt und ihn überhaupt nur in seinem Rahmen anerkennt. Der erste Weg ist natürlich und fruchtbar, der zweite wider die Natur und unfruchtbar. Während nämlich wohl zu begreifen ist, weshalb der jüdische Nationalismus den Sozialismus als ein wesentliches Erfordernis in seinen Ideenkreis einbezieht, ist die Notwendigkeit des Weges vom Sozialismus zum Zionismus keineswegs ebenso einleuchtend, Ein Sozialist hat die Nation als eine gegebene Kategorie in seine Rechnung einzustellen, aber er braucht sie nicht zu lieben und er muß sie, zumal wenn sie noch gar kein eindeutiger Rechnungsfaktor ist, nicht unbedingt in sich entdecken. Tut er es trotzdem, so liegt hier sein Problem, nicht im Sozialismus. Es ist erstaunlich, wie wenig dieser Tatbestand in der Zeitschrift unserer dritten Generation zum Ausdruck kommt; es ist erstaunlich und ein wenig beängstigend. Da ist eine Handvoll Menschen, die die Sprache ihrer Umgebung verlernt hat und die dieser Sprache auch nicht mehr bedarf, weil sie morgen schon in dem Kreise steht, der die Sprache ihrer Seele spricht. Wird das wirklich schon morgen der Fall sein? Vielleicht wird es für nur allzu viele auch übermorgen «׳erden, und übermorgen wird auch die dritte Generation schon keine Jugend mehr sein. Zwischen morgen und übermorgen liegt der Alltag. Und wir brauchen die Kräfte, die imstande sind, den Alltag zu tragen. Im Alltag aber muß man die Sprache seiner Umgebung verstehen. Das gilt nicht nur für hier, das gilt auch für drüben, denn auch drüben sind vielerlei Stimmen. Auch dort tönt nicht nur die eine Melodie, die unserer Jugend wohllautend ins Ohr klingt. Dies Vielerlei von hüben und drüben kann der Nationalist, auch wenn er 2 Es soll hier nicht auf die Frage eingegihgen werden, ie parteipolitische Beleuchtung, in welcher die Zeitschrift die Palästina-Fragen selbst zeigt, zu einer wirklichen Erkenntnis der Realitäten und einer bleibenden engeren Verbindung zwischen dem Lande und einer wahrheitsuchenden jüdischen Jugend beitragen kam!. Di»;e sehr wichtige Frage gehört nicht in den Zusamn״nnerer dem ideologischen Ausgangspunkt gewidmeten Betrachtung und soll bei anderer Gelegenheit besprochen werden. Nr. 68, 28. VIII. 1928 ü noch sa unbeirrt den Sonderweg geht, den er im Interesse des Ganzen für richtig hält, aufnehmen, verdauen, ja leidend erleben, ohne irre «׳erden zu müssen. Dies alles sind ihm berechtigte, weil existente Teilerscheinungcn jener Gesamtheit, für die er lebt. Aber wer die Nation mit einem Spezialproblem identifiziert — und sei es das hehrste — hat sein Ohr verschlossen; S er verstellt die Sprache der anderen wirklich nicht. Deshalb j kann er sehr schnell irre werden und seinen Weg von dein der Gesamtheit lösen. Bei anderen Völkern spielt das keine Rolle: ihnen wird noch der Kritiker, der sich erbittert zurückzieht, vielleicht gerade er, aufs neue Wegbereiter. Uns gehen diese Menschen fast immer verloren. Und deshalb erscheint es mir so beängstigend, wenn unsere sozialistische Jugend, soweit sie vom Westen kommt, sich nicht immer wieder der Frage zuwendet, weshalb sie ihren Sozialismus gerade zum Zionismus legen mußte. Das ist, wenn man vom Sozialismus herkommt, alles andere als selbstverständlich; es ist durchaus problcmatisch. Es handelt sich dabei nicht darum, wie man diese beiden Gedankenkreise miteinander verbinden kann — das ist sehr einfach —, sondern darum, weshalb man sic miteinander verbinden muß. Ein Muß aber kann nur dann in Erscheinung treten, wenn man in erster Linie vom Nationalismus herkommt. Ich wünschte also im Interesse dieser Jugend, daß sie ihren Nationalismus immer wieder nachprüft, seine Problematik emp• findet und um ihn noch heute genau so ringt, wie die früheren Generationen das getan haben. Ich wünschte es aber auch im Interesse unserer Bewegung im ganzen. Unsere geistige Durchschlagskraft — ich sagte das schon — hat ungeheuer gelitten. Der Grund liegt in der geminderten Geltung des nationalen Gedankens. Aber ich denke, daß man diesen Umstand nicht fatalistisch hinzunehmen brauchte und daß man sich nicht mit der blaßen Versicherung, unser Nationalismus sei von der besseren Art, der nichtimperialistischen, nur selbst bewahrenden, begnügen dürfte. Der Einwand, wir sollten bedankt sein, liegt zu nahe. Dazu aber müßte die ungeheure Dringlichkeit einer Ausgestaltung unserer Ideologie in dieser Richtung überhaupt erst einmal allgemein begriffen sein. In Wahrheit ist meines Wissens nach dem Kriege auch nicht ein neuer Gedanke dazugekommen. Erst kürzlich hat auf einer zionistischen Jugendtagung ein prominenter Zionist einen Abriß unserer Ideologie gegeben, der die gedrängte Inhaltsangabe einer Broschüre enthielt, die er vor bald zwei Jahrzehnten geschrieben haben dürfte. Und er hat hinzugefügt, daß sich eben am Wesen des Zionismus in all der Zeit nichts geändert habe. Aber am Wesen des Sozialismus hat sich seit Jahrtausenden nichts geändert. Oder um es mit bescheideneren Zeiträumen abzumachen: Der Marxist von heute hat die Lehren seines Meisters auf wirtschaftliche Gebilde anzuwenden, deren Realitat bei aller Prophetie manchen Lehrsatz elastisch macht und unmerklich wandelt. Die Notwendigkeit zu solcher veränderten Anwendung, zur neuen Beleuchtung alter Grundsätze, zur Zusammenfassung alter Gedanken bei neuer Betonung ist für uns insbesondere in Bezug auf den nationalen Gedanken gegeben, Ich sehe hier eine hervorragende Aufgabe für die dritte Generation, Sie ist in einer Zeit nationalen Wahnsinns zum Bewußtsein erwacht, und jeder Tag hat ihr neue Argumente gegen den Nationalismus geliefert; sie hat sich trotzdem zu ihm bekannt. Deshalb erscheint sie besonders berufen, von Wert und Sinn dieses Bekenntnisses auszusagen, dessen Inhalt wir uns noch leichter zu eigen machen konnten als sie. Ich zweifle nicht, daß wir in dieser Richtung vorwärtskommen werden, wenn unsere beste Jugend — und das ist sicher die sozialistische —- die Wichtigkeit gerade dieser Aufgabe für sich selbst und damit auch für uns erkannt haben wird. Die beiden letzten Nummern der Zeitschrift bringen bereits einen guten, wenn auch noch bescheidenen Anfang zu dieser Arbeit. Lubinski referiert unter dem Titel ״Sozialismus und Nationalismus“ über Otto Bauers ״Nationalitätenfrage und Sozialdemokratie“. Es ist ein Referat über die sozialistische Auffassung vom Wesen der Nation, das in einigen kritischen Bemerkungen zu Bauers Stellung in der Judenfrage ausmündet. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn wir das nur als Anfang einer Erörterung anzusehen hätten, die für uns ungemein fruchtbar werden kann. Die Gesellschaft ״Nir‘ (Von unserem palästinensischen Korrespondenten.) AG Tel-Awiw, den 15. August 1928. Die landwirtschaftliche Arbeiterorganisation beginnt zur• zeit mit der Sammlung von Aktien für die Geseffschaff ״N1 r“ (Zentral-Genossenschaft aller landwirtschaftliehen Arbeiter). Es ist bereits drei Jahre her, seit die Geselfschaft von der Regierung bestätigt wurde, aber unterdes ist kaum etwas geschehen, um die Arbeit zu beginnen, weif die Verhältnisse einer solchen Aktion nicht günstig waren. Auch heute ist — wie die Organisation selbst in ihrem Aufruf an die Arbeiterschaft feststellt — die Krise noch nicht so völlig überwunden, daß die Aktion sich besonders leicht und einfach abwickeln ließe. Dennoch hat sich das Bedürfnis 11erausgestellt, das Kapital für die Gesellschaft jetzt aufzubringen. Die Verträge zwischen den Siedlern und dem Keren Hajessod werden zurzeit fertiggestellt und man hofft, durch die Aktivierung von ״Nir“ den Siedlern den Rücken zu stärken. Außerdem hat sich aus verschiedenen Quellen ein nicht unbeträchtlicher Besitz in den Händen der landwirtschaftlichen Arbeiter-Organisation zusammengefunden, der jetzt formell bei ״Nir“ konzentriert werden soll. Schließlich wird hier der Versuch gemacht, bestimmte Kolon isations- Kapitalien der Arbeiter zu konzentrieren. In den Pflanzungsko ionien gibt es heute eine Anzahl von Arbeitergruppen, die sich im Streben nach einer Ansiedlung in der Orangenzone zusammengeschlossen haben. Ein Budget der Zionistischen Organisation für die Kolonisation dieser Leute besteht heute nicht. Dennoch geht diese Bewegung der ,,intensiven Kolonisation“, wie man sie im Lande nennt, trotz aller Hindernisse vorwärts. Man versucht sich auf alle mögliche Weise in den Besitz des nötigen Bodens zu setzen, und mit relativ geringen Kapitalien könnte ״Mir“ einem Teil dieser Gruppen waiterhelfen. Die Aktion wird zuerst in Palästina durchgeführt. Von einer Sammlung im Auslande wird vorläufig abgesehen. Me Jnlleingänge des Keren üa|essod Die Juli-Eingänge des Keren Hajessod betrugen, wie bereits kurz gemeldet, £ 40 686 gegen £ 47680 im Juli 1927 und £ 26911 im Juni 1928. Von den Eingängen entfielen etwas über 50 %, nämlich £ 21000, auf die Vereinigten Staaten, £ 9000 einschließlich £ 200 für die Jerusalemer Universität, auf Südafrika, £ 37 00 (einschließlich £ 500 für Arbeitslose) au! Deutschland, £ 163 auf Großbritannien, £ 1010 auf A•- gentinien, £ 925 auf Kanada und £ 829 auf Polen. 28. Auj Aus d< möglich, d Ereignis w stand nich legte sich weg, legte Wie ein sc Wellen ja und Musel lebt, sond In me de in ihre kannt hat same Frai Oott entla Worten n Schlafengc Vor v der Welt men dach junge sch Ich s< zog sich ״Entk ״Nich weglaufen ״Hat ״Ja, 1 die schön ״Und woltc?“ ״Er schrecklic damit all wollte.“ Aeng fragte: ״Und ״Ein abmachet ״Niel ״Niel ״Und »Ja» Mädchen damals r schön sii waren in ihr stolz! Stirn ge Zeichen ״Das ״Ein weißen! ״Nie »Nie nicht da! Es 1 schichte Lanj über de! laufen, Zeichen, niemand Ich genauer mus de Legende Ich Stadt k Legende forscher Man na in eine! Kraft, C die Ka In jetzt c wander sie am die ma manche freuten spaniol noch i ganzen Welt s An Winter so still manchi war ih noch V Drang! zustehi sich ke vergeh dem. sie de E! aus de ließen steige! gehör! war s am F

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