Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 62 (7.8.1928)
- Date
- 1928-08-07
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 62, 7. VIT!. 1928 JUEDISCHE RUNDSCHAÜ Seite 449 Mein Vater i«t gestorben Das ist zunächst meine und meiner Geschwister Privatangelegenhtit. Wenn ich mich dazu entschließe, von dem Verstorbenu. eisern Kreis zu erzählen, der über den Bezirk der Angehörigen, Freunde und Bekannten hinausgeht, so geschieht das, weil mein Vater in seinem Leben die ungeheure Entwichlung vom köhlergläubigen Dorfjudenjungen, über die Haskalah und Bekämpfung des Wunderrabbinertums, über den Vulgärmatcrialismus eines Ludwig Büchner, über den flachen Schein- Kosmopolitismus der verlogenen liberalen Zeit bis zum neujüdischen Idealismus durchgemacht hat. Und da ich in diesen Blättern so oft von jüdischen Typen und Originalen erzählt habe, sei es mir gestattet, von meinem Vater zu reden, an dessen Totenbahre einer der vielen Abschiednehmer, nachdem er die Tugenden des Verblichenen aufgezählt und ihn einen Zaddik genannt hatte, sagte, vor Gott und Menschen erkläre er, jedes Wort zur Ehre des Toten sei reine, durch nichts beschönigte Wahrheit. Wir, seine Kinder, sechs Söhne, zwei Töchter, sechs Schwiegerkinder, die wir alle Träger der zionistischen Auffassung sind, vermögen es aus intimster Kenntnis zu bezeugen: unser Vater ist einer der edelsten Menschen und stolzesten Juden gewesen, die in unseren Tagen gelebt haben, ein Gerechter, Gütiger und Weiser, ein wahrer Erbe jüdischen Geistes und ein begeisterter Glaubender an die jüdische Zukunft. Daß er der großen Oeffentlichkeit unbekannt blieb, besagt nicht viel. Er war ein unbekannter Soldat des jüdischen Freiheitskrieges, der großen Bewegung der jüdischen Wiedergebürt. Und darum — und vielleicht mit größerer Berechtigung, weil in jahrzehntelangem Kampfe unerschütterlich, ausdauernd und im tiefsten Grunde der Seele treugeblieben, — verdient er gleich den unbekannten Soldaten des großen Krieges ein ragendes Denkmal mit einer leuchtenden Oriflamme. * An seiner Totenbahre standen Fromme und Unfromme, jüdische Gelehrte und einfache Juden aus dem Volke, jüdische und nichtjüdische Freunde, eine Delegation der christlichen Nachb־*j|f in ehemaliger Hauptmann und die Frau eines Straße!,bahhschaffners. Ais der Sarg aus dem Totenhause getragen wurde, weinten die fast durchwegs christlichen Hausbewohner und die Kinder auf der Gasse hörten mit dem Spielen auf, denn der ״Großvater“ Waldmann, der für jedes von ihnen ein freundliches Wort und eine Liebkosung gehabt hatte, wurde zu Grabe getragen. Und dabei war er ein langbärtiger J> de, in dessen Haus immer viele arme, für die Christenkinder unheimlich aussehende polnische Juden zu kommen pflegten. Daß diese kamen, war auch ein Stück Wunder. Denn mein Vater war nicht fromm im alltäglichen Sinn. Im Gegenteil! Er war ein Freigeist, der sich über alles seine Gedanken zu machen pflegte, allerdings sowohl, von der flachen Ungläubigkeit aber auch von dem starren Glauben himmelweit entfernt war. Daß alle in seiner Umgebung, die Frommen zum Freigeist, die Freigeistigen zum Formen• bewahrenden, die modernen Juden zum Altfränkischen, die Orthodoxen zum Zionisten, die christlichen Freunde zum Ostjuden, wie zu einem Heiligen emporblickten — hatte seinen Grund darin, daß mein Vater der selbstloseste, hilfsbereiteste -ind bescheidenste Metfsch war, den man sich denken konnte. * In seinen letzten Jahren war mein Vater Rentner: Die kleine Rente genügte vollauf für den bescheidenen Haushalt uftd für die Geschenke, die er besonders seinen drei in Palästina lebenden Kindern zu machen pflegte. Diese drei Kinder waren sein Stolz; der größte jedoch, daß einer seiner Söhne Legionär war und der jüngste das Gymnasium verlassen hatte, um als Chaluz in Palästina zu leben. Außer seiner Rente verdiente mein Vater durch eine Halbtagsbeschäftigung in einem Büro eine lächerlich geringe Summe, über die er frei verfügen konnte. Mit dieser kleinen Summe übte er mehr Wohltaten als mancher Millionär mit seinem Rieseneinkommen. In der ganzen Gasse wußte man, daß man nur zum ״alten“ Waldmann gehen müsse, um Hilfe und Rat zu finden. Immer wieder kamen verweinte Frauen, Jüdinnen und Christinnen, und klagten ihm ihr Leid. Wenn er nicht allein helfen konnte, dann nahm er seinen Stock — er humpelte, weil er im Alter von 56 Jahren beim Zureiten eines störrischen Pferdes ein Bein brach und an den Folgen dieses Unfalls bis zu seinem Tode trug — und begab sich auf den Weg, um bei Freunden und Bekannten Hilfe für die Bittsteller zu suchen, die sich mit ihren Sorgen an ihm gewandt hatten. Er, der Selbstverständlichkeitsjude und überzeugter Zionist, der jüdische ״Chauvinist“, machte keinen Unterschied zwischen Juden und Nichtjuden, ohne auch nur eine Sekunde lang jener gedankenlosen Libertinengesinnung zu verfallen, aus der heraus Assimilationsjuden den Nichtjuden vorziehen, um ihre ״Unvoreingenommenheit“ zu beweisen. Für alles hatte er Interesse: Hausierer N. brauchte Betriebskapital; der Vereinsdiener L. könnte durch Einrichtung eines Büfetts etwas hinzuverdienen; die Arbeiterwitwe P. hat ein Gasrechaud nötig; der Lernbeflissene Z., soeben aus Galizien gekommen, hat einen Anzug nötig und überdies würden ihm einige Lektionen die Möglichkeit geben, sich in Wien über Wasser zu halten. Für alle wußte er Rat und tagsüber war er unterwegs, um zu helfen. Die Abende jedoch verbrachte er in seiner geliebten zionistischen Sektion oder im Turnverein, dessen Obmann er war, oder im Kreise von Talmudgelehrten, die er an Kenntnissen und an nie versagendem Gedächtnis übertraf. Und hatte er auch nur eine Stunde Muße, dann las er. Am liebsten philosophische Werke. Auf seinem Krankenlager Schopenhauer, Memoiren berühmter Männer, jüdische Religionsgeschichte und vor allem die jüdischen und zionistischen Zeitungen. * Bis zum Alter von 56 Jahren lebte er im Dorfe. Dann kam der Krieg und verschlug ihn in das Häusermeer Wien. Als er schwer krank daniederlag, wollte er hinaus ins Freie. Sein Wunsch fand Erfüllung. Seine letzten Lebenswochen verbrachte er angesichts eines Bergwaldes. Seine Sehnsucht, in Palästina die Tage zu beschließen, ging nicht in Erfüllung. Er hinterließ acht Kinder, die in drei Erdteilen und in fünf Ländern wohnen. Drei davon leben in Palästina und die übrigen fünf zieht ihres Herzens Sehnsucht dahin. Seinen Kindern hat er keine partei-zionistische Erziehung gegeben; er hat bloß durch das Beispiel innerer Wahrhaftigkeit gewirkt. Er war ein einfacher Jude und ein vornehmer Mensch. Das heißt, wie Herzl sagt, er pflegte von sich das Höchste zu verlangen, ohne es die anderer! merken zu lassen. So lehrte er seine Kinder, nicht nur sich zu sehen, nicht nur ihren pereönliehen Erfolg. Er lehrte sie Selbstlosigkeit Darum wurden alle seine Kinder Zionisten. * Wie um meinen Großvater, so woben sich auch um meinen Vater Legenden. Um meinen Großvater chassidische, um meinen Vater misnagdische. Wiewohl die frommen Rabbiner bei meinen Eltern nicht aßen — es war ihnen nicht genug koscher — kamen sie immer 7.11 ihm, um mit dem Vater zu philosophieren. Einmal, so erzählt man mir, kam ein Wunderrabbiner, der nach längerem Besuch den Vater bat, einen Wunsch auszusprechen, für dessen Erfüllung er, der Wunderrabbiner, beten würde. Mein misnagdischer, ungläubiger Vater wehrte ab; der Wunderrabbiner bestand aber auf seiner Bitte. ״Nun, wenn es schon sein muß“, sagte mein Vater, ״dann möge es mir erspart bleiben, nach einem meiner acht Kinder ,Schiwah‘ zu sitzen.“ Der Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Moses Waldmann. Resolutionen des A.-C. Wir geben nachstehend in Ergänzung unseres vorigen Berichtes noch die in der letzten Sitzung des A.-C. angenommenen Resolutionen über Einwanderung wieder. 1. Aenderung der Einwanderungs- « bestimmungen von 1925. Das Aktions-Comitee protestiert nachdrücklichst gegen die Einwanderungsbestimmungen und -Verordnungen der palästinensischen Regierung und die Art ihrer Durchführung in Konsulaten und den Häfen Palästinas sowie in Palästina selbst. Die administrative Praxis der palästinensischen Regierung auf dem Gebiete der Einwanderung verschließt praktisch die Tore Palästinas vor allen nach Palästina strebenden Schichten des jüdisehen Volkes und steht in völligem Wiederspruch mit dem Geiste des Palästina-Mandates und den Bedürfnissen der Arbeit und Wirtschaft Palästinas. Angesichts der erwähnten Tatsachen und der offiziellen Mitteilung der palästinensischen Regierung an die zionistische Exekutive, daß sic im Begriff stehe, eine Revision der geltenden Einwanderungsbestimmungen vorzunehmen, beauftragt das A.-C. die Exekutive, alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel zu ergreifen, um von der palästinensischen Regierung un i der Mandatsregierung an Stelle der Einwandcrungsbestimmungen von 1925 und der Verordnungen der palästinensischen Regierung von 1927 ein neues Einwanderungsgesetz zu erlangen. Bei ihren Forderungen an die palästinensische Regierung soll die Exekutive die Wünsche und Verbesserungsvorschläge der Sitzung des Waad Leumi vom Jahre 1925 sowie die grundsätzlichen Beschlüsse des XIII. und XIV. Kongresses bezüglich der Einwanderung beachten. * Der Entwurf des neuen Einwanderungsgesetzes soll durch die Exekutive der nächsten Sitzung des A.-C. vorgelegt werden, sobald er durch den bei der Exekutive bestehenden Einwanderungsbeirat ausgearbeitet und durch die Exekutive bestätigt worden ist. 2. Sofortige Verbesserungen in der Ein- Wanderungspraxis. Gleichzeitig mit den Bemühungen um eine Aenderung der geltenden Einwanderungsbestimmungen von 1925 soll die Exekutive ihre Anstrengungen um Aenderung der Einwanderungspraxis verstärken und beschleunigen. . * a) Das A.-C. beauftragt die Exekutive, von der palästinensischen Regierung und der Mandatsregierung nachdrücklichst eine sofortige Aufhebung der Einwanderungsbestimmungen, die der Regierung das Recht geben, jüdische Einwanderer aus Palästina auszuweisen, zu verlangen sowie sicherzustellen, daß sie nach Palästina einwandermfe Juden nicht als Fremde behandle, sondern als Bürger, die kraft Rechtens lind der historischen Verknüpfung des jüdischen Volkes mit Palästina in ihre Heimat zurückkeliren. b) Die Exekutive soll sich bemühen, im Einwanderungsdepartement der palästinensischen Regierung ein positives Verhäitnis und politische Hilfe für diejenigen Palästinaeinwanderer sicherzustellen, die geeignet sind, die Privatinitiative mit eigenen Mitteln und eigener Anstrengung zu entwickeln, und die beabsiehtigen, sich auf eigene Verantwortung im Lande anzusiedeln und von ihrer Betätigung in Landwirtschaft, Industrie oder Handel zu leben. c) Die Exekutive soll von der palästinensischen Regierung fordern, daß der für die Einwanderer dieser Kategorie erforder• liehe Minimalbetrag auf Grund des Vorschlages, der durch das Einwanderungsdepartement der Exekutive gemeinsam mit dem Einwanderungsbeirat ausgearbeitet wurde, festgesetzt wird. d) ln allen Fällen der Zurückweisung von Einwanderungsanträgen soll die Regierung verpflichtet sein, dem Antragsteller schriftlich die Gründe anzugeben. XUM NEUEN JAHN NEUEN BODEN! c ü «IUCKWUNSCN-ABIOSUNG UND TEMPEL-SPENDE 75000 MARK AM 2. UND 9. SEPTEMBIR NUSTBT SUD AKTION! e) Die britischen Konsuln in Warschau, Berlin, New York, Bukarest und. Paris sollen von der palästinensischen Regierung sofort die Erlaubnis erhalten, dieser Gruppe von Einwanderern palästinensische Visa zu erteilen, ohne bei der Regierung in Jerusalem deswegen anfragen zu müssen. f) Die palästinensische Regierung soll ersucht werden, sofort ihre Verordnung vom 3. Oktober 1627 aufzuheben, die den Art. 2 der Einwandcrungsbestimmungen von 1925 begrenzt und die in der letzten Zeit praktisch eine Trennung der Familien von ihren Ernährern bewirkt hat. g) Die palästinensische Regierung soll in allen Angelegenheiten der Erteilung von Einwandeningserlaubnissen Nansennässe und ähnliche Dokumente wie gewöhnliche Pässe behandeln. h) Bezüglich der jüdischen Touristen, die sich im Lande niederlassen wollen, ohne dem Jischuw zur Last zu fallen, soll die Exekutive die Regierung dahin beeinflussen, dal! sie den britischen Konsuln in Amerika, Polen, Rumänien, Deutschland, Frankreich und anderen l ändern Anweisungen gibt, jedem Touristen die Erlangung des Einreisevisums nach Palästina zu erleichtern. i) Die Exekutive soll sich bei der Regierung eine bestimmte, ausreichende Zahl von Zertifikaten sichern, die ständig zu ihrer Verfügung bleiben und auf Grund der Beschlüsse der Exekutive in Uebereinstimmung mit den Bedürfnissen der Einwanderung find Arbeit verteilt werden sollen. •k) Die Arbeiter-Einwanderer und Chaluzim, die ohne Geldmittel nach Palästina kommen, sollen von der Zahlung der Kopfsteuer gemäß dem Beschluß des XIV. Kongresses befreit werden. 3. Organisierung der Ein w a n d e r u n g für das J a h r 1928 1929. Angesichts der Tatsache, daß sich der wirtschaftliche Zustand im Lande gebessert hat und angesichts des dringenden Bedürfnisses, eine Reihe von verschiedenen Arbeiten in der Stadt und auf dem Lande, besonders in der neuen Pflanzlings- Wirtschaft, zu ermöglichen und in ihnen jüdische Arbeiter zu beschäftigen, beschließt das A.-C,: a) Die Palästina-Exekutive soll eine hinreichende Zahl von Zertifikaten für das kommende halbe Jahr bei sich zur Verfügung halten und sie nach den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes und den Bedürfnissen der Einwanderung verteilen. b) Angesichts der Tatsache, daß gegenwärtig '2000 Arbeiter in Siedlungen und städtischen industriellen Unternehmungen angefordert werden, beauftragt das A.-C. die Exekutive, von der Regierung dringend '2000 Zertifikate für (las kommende Halbjahr (August ־ März) anzufordern und in folgender Weise zu verteilen: 900 Zertifikate für Chaluzim, 350 für Chaluzoth, die spätestens im Dezember nach Palästina in arbeitsfähigem Alter, die auf eigene Verantwortung und mit eigenen Mitteln ins Land kommen sollen; 200 Zertifikate für industrielle Facharbeiter auf dem Gebiete der Landwirtschaft und Heimindustrie, die im Besitz von geringen Mitteln sind; der Rest soll für verschiedene Arbeiter bestimmt sein, deren Ein- Wanderung die Exekutive für notwendig erachten wird. Im Einwanderungsbudget soll ein ausreichender Betrag zur Ermöglichung der Einwanderung der erwähnten Chaluzim und Chaluzoth im Laufe der nächsten Monate sichergestellt werden. Bezüglich der Zahl der Einwanderer aus der Kategorie der Arbeiter und der Chaluzim für die zweite Jahreshälfte und bezüglich des Budgets für deren Einwanderung mit dem Ein- Wanderungsbeirat im Monat März Beschluß fassen. 4. Begrüßung de s H e c h a I u z. Das A.-C. entbietet seine Grüße der Leitung des Hechaluz und allen seinen Mitarbeitern auf dem Gebiete der Hacbscharah zur Feier des zehnjährigen Bestehens des Welthechahiz und zu den Erfolgen seiner nationalen Tätigkeit, die den Stolz der zionistischen Bewegung bildet. 5. Organisation der E i 11 w a »der u 1! g. Das A.-C. beauftragt die Exekutive, so schnell als möglich einen Beirat für Einwanderungsangelegenlieiten laut Beschluß des XIV. Kongresses einzusetzen. Der Cinwandcrungsheirat soll als eine beratende und unterstützende Körperschaft für Angelegenheiten der Einwanderung dem Einwanderungsdepartement der Exekutive zur Seite stellen. Der Einwanderungsbcirat soll aus Vertretern des Jischuw zusammengesetzt sein. Der Beirat soll mindestens einmal in zwei Monaten auf Einladung seines Vorsitzenden oder der Exekutive zusammentreten. Die Exekutive ist verpflichtet, vor der Anforderung von Zertifikaten und ihrer Verteilung den Beirat einzuberufen. 6. Einwanderung aus R u ß I a n d. Das A.-C. erklärt es für eine Pflicht der Zionistischen Organisation, energischere Schritte zugunsten der Einwanderung von russischen Zionisten und Chaluzim sowie derer, die um ihres Zionismus willen nach Sibirien verbannt sind, zu unternehmen. Das A.-C. beauftragt die Exekutive, besondere Mittel für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. 7, Palästina-Acmter. Das A.-C. lenkt die Aufmerksamkeit der Exekutive darauf, daß cs ihre Aufgabe ist, die Beschlüsse des XIII. und XIV. Kongresses bezüglich der Regelung der Einwanderung zu beachten und gemäß diesen Beschlüssen beim Wiederbeginn der Einwanderung föderativ zusammengesetzte Einwanderungskommissionen sowie Abteilungen zur Erteilung von verläßlichen Auskünften über die wirtschaftlichen Fragen von Stadt und Land in Palästina zu errichten. 8. Staats b ü r g e r s e 11 a f t. Die Exekutive soll von der palästinensischen Regierung verlangen, daß die administrative Praxis bezüglich der Einbiirgerung von Juden in Palästina geändert und die hierbei vorhandenen Schwierigkeiten beseitigt werden. Die Exekutive soll ferner eine Aenderung des Staatsbürgerscbattsgesetzes in der Richtung verlangen, daß die Bestimmung, die dem High Commissioner das Recht gibt, nachträglich eine bereits erteilte Staatsbürgerschaft zu annullieren, aufgehoben wird. Nach längerem Zwischenraum i-l wiederum eine \1mnner 11er ״Z e d a k a h“, Zeitschrift der j ü <1 i s e 11 e 11 NS o I! 1 1';1 h r I spflege erschienen. Das umfangreiche lieft 1,11 S.t gibt ein» lieber schau ii 1) er das I e l z I e J a h!■zehn t. u ח d die gegenwärtige Lage j ü d i s 1' h e 1׳ NN 1! 111 I a 111■ I 5 p 1' 1 e ״ e in Deutschland. Es enlhäil folgende Aufsiitzc: Pie Zenlrnlwohlfahrtsstelle der deutschen Juden. Rückblick — Gogenvvarlsbericht — Ausblick. Von l)r. Friedrich U 1 1 e n d o r 1' f. Der Orden Bne Briss. Jüdische NVohl fahrtspflege in und nach dem Kriege igr/i—1928. Von Dr. Alfred G o 1 d s c h in i d I. Die soziale Arbeit des Jüdischen Frauenbundes im letzten Jahrzehnt. Von llaimaU Karminski. Ein Jahrzehnt der Wohlfahrlspfloge des Penlsrli- Israelitischen Gemeindebundes. Von 1)!-. Wilhelm Neu mann, aus der Tätigkeit des llill'svercins der Deutschen Juden in den leizren zehn Jahren. Von Dr. Mark NV i 5 c h!1 i l z. e r. Jüdische NVanrlorfürsorge und Arbeitsnachweise. Von S. A 11 I r r - I! 11 d e 1. Ferner enthält das Heft einen Nachruf für die am 1). Mai d. J. verstorbene Frau Henrielle May, Milbegriimlerm und slelRer-lmfende Geschäftsfiihrerin der Zenlralvvohlfahrlssli'lle der deubrhrri Juden von Frau S. Wronsky sowie einen Nachruf von Dr. NV i s c:11!1 i t z 0 r für Dr. Paul Njthan. schließlich einen Aufsatz von Rabbiner Dr. Esc helbaeli er, Düsseldorf, über ,,Jüdische NVellansciiatiung uni Verhütung der Geschlechtskrankheiten“.