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Jüdische Rundschau · 1928-07-20 · Heft 57 (20.7.1928) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 57 (20.7.1928)
Date
1928-07-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 414 JUEDISCHE RUNDSCHAU Palästina ״ Jugendfahri Von Dr. Fritz L ö w e n s t e i n , Leiter des Informationsbüros, Jerusalem. Die Zahl der deutschen Juden, die in den letzten Jahren Palästina besticht und sich einen Eindruck von der jüdischen Aufbauarbeit im Lande verschafft hat, ist relativ gar nicht gering. Aber cs handelte sich hier fast ausnahmslos um Personen in gehobenen Vermöge'nsvcrhältnisscn, die als Einzelne das Land besuchten. Fast völlig fehlten in den ahgelaufencn Jahren jüngere Zionisten, Studenten, junge Kaufleute, junge Akadcmiker, denen es im allgemeinen finanzielle Gründe nicht ermöglichten, Palästina zu besuchen. Schon lange wurde deshalb der Gedanke ventiliert, die Einrichtung der Jugendfahrten, wie sie vor dem Kriege bereits einmal bestanden hat, wieder auf zunehmen. Es scheint, daß der Versuch, diese Exkursionen jugend- Ucher Zionisten nach Palästina wieder aufzunchrncn, glücken soll. Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß es nicht nur für die Teilnehmer einer solchen Jugendfahrt ein einschneidendes Erlebnis bedeuten wird, Ercz-Israel selbst gesehen zu haben, sondern daß auch diese Teilnehmer nach ihrer Rückkehr einen überaus wohltätigen Einfluß auf den Zionismus in ihren Heimatländern werden ausüben können. Das Programm der Fahrt ermöglicht cs, alle Teile Palästinas kentienzulernen und die verschiedenen Zweige der jüdischen Aufbauarbeit zu studieren, ohne daß dabei die Besichtigung der historischen Stätten des Landes vernachlässigt würde. Es ist ja selbstverständlich, daß man im Laufe einer kurzen Reise nicht zu einem wirklichen Kenner alle« Probleme des Auf haus werden kann. Man soll in Palästina gewiß in erster Reihe sehen, aber es ist gut, das Gesehene sich durch Vorträge und Aussprachen mit Fachkennern erklären und verdeutlichen zu lassen; so wird denn seitens der zionistischen Stellen im Lande alles geschehen, um durch Vortrags- und Empfangsabende sowie durch geeignete Führung die Eindrücke zu verdeutlichen und zu ergänzen. Die Teilnehmer kommen mit dem Dampfer in Jaffa an und verbringen den ersten Tag ihres Palästinaaufcnthalts im jüdischen Tel-Awiw, wohin sie am Schluß der Reise noch einmal zurückkehren. Mit Recht ist für diese Besichtigung Tel- Awiws kein festes Programm vorgeschricben. Tcl-Awiw, obwohl nur eine Mittelstadt mit etwa 40 000 Einwohnern, bietet so mannigfaltige Möglichkeiten, in die Aufbauarbeit Einblick zu gewinnen, daß man es durchaus dem individuellen Interesse überlassen kann, ob der Einzelne etwa der jungen palästinensischen Industrie sein Hauptinteresse zuwenden will, indem er das Rutenberg-Elektrizitätswerk, die Textilfabrik Lodzia oder die Schokoladenfabrik von Lieber besucht, oder ob man die land- ■wirtschaftliche Versuchsstation besichtigt und sich damit für den Besuch der Kolonien vorbereitet oder indem man etwa eine Reihe von Schulen besucht oder sich endlich darauf beschränkt, was keineswegs ein schlechter Plan wäre, das Leben und Treiben in den Straßen, in Geschäften und am Strand zu betrachten. Am nächsten Tage werden die Teilnehmer dann nach Jerusalem fahren, und auf der sehr interessanten Reise die erste Bekanntschaft mit landwirtschaftlichen Siedlungen machen. Ben Schemen ist die erste der besuchten Siedlungen und dürfte mit zum Interessantesten gehören, was diese Reise bietet. Dort ist Kfar Hanoar, das Jugenddorf, wo unter Leitung Dr. Lehmanns 100 jüdische Waisenkinder ein autonomes Leben der Arbeit und des Lernens führen. Am selben Ort ist ein Moschaw Ovvdim zu besichtigen und die Pflanzungen des Herzl-Waldes zu besuchen. Die Weiterfahrt führt uns in die erste Kwuza, nach Kiriat Anavim, die erste Siedlung im judäischen Gebirge, und, nachdem wir dern schönen Arbeitererholungsheim in Möza einen Besuch abgestattet haben, gelangt man nach Jerusalem. Die Besichtigung Jerusalems steht im Zeichen der Feiertage, und so bietet sich vielleicht der charakteristischste Eindruck, den das jüdische Jerusalem überhaupt zu geben vermag. In den dreieinhalb Tagen, die die Reisenden dort zubringen werden, sollen sie etwas von all dem Verschiedenartigen sehen, was Jerusalem bietet: die alten Heiligtümer unseres Volkes wie die anderer Bevölkerungsgruppen, die zentralen nationalen Institutionen wie die Universität, die modernen schönen Vorstädte ebenso wie das Tote Meer und den Jordan, die in einem Tagesausflug besucht werden. Die nächsten Tage werden zur Reise ins Emek Jesreel und zu dessen Besichtigung ausgenutzt, worauf die Teilnehmer der Fahrt über T 1 b e r i a s und von dort über S a f e d nach Haifa gelangen. Es würde zu weit führen und würde auch überflüssig sein, im einzelnen alles zu erwähnen, was diese Fahrt bietet. Daß dem Emek, der Seele unserer kolonisatorischen Arbeit, besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird, ist klar. Hier wie überall sind die Veranstalter von der Voraussetzung atisgegangen, daß es wertvoller für die Teilnehmer ist, eine begrenzte Anzahl von Siedlungen gründlich zu sehen, als eine doch unmögliehe Vollständig!,־eit anzustreben, und dann stets nur wenige Minuten für die einzelne Siedlung erübrigen zu können. Es kommt darauf an, eine wirklich charakteristische Vor- Stellung der verschiedenen Siedlungstypen zu haben, die wir kennen. In diesem Sinne wird N a h a I a 1 als typischer Moschaw Owdim ausführlich besichtigt, wo überdies die landwirtschaftliehe Schule für Mädchen interessieren wird. Als bestes Beispiel der ״kleinen Kwuza" wird D a g a n i a 11 vorgeführt werden, während A i n Charod als bestes in Palästina zu findendes Beispiel eines Großbetriebes in Forrn der Kwuza besondere Aufmerksamkeit verdient. Dazu kommt Kfar Je lad im, die Kinderrepublik, die mit Ben Schemen manche Achnlichkeit, aber auch wesentliche Unterschiede von ihr aufweist. In allen diesen Siedlungen werden führende Mitglieder derselben den Fahrteilnehmen! alle Teile der Wirtschaft zeigen und ihnen zusammenfassende Informationen geben. Die drei galiläischen Städte, Tiberias, Sated und Haifa, aber auch Akko, werden ebenfalls besichtigt werden. In Tiberias und Safed wird der Kontrast der Landschaft dieser beiden Städte, des heißen Tiberias in der Jordansenke und des hoch in den Bergen liegender! kühlen Safed einen starken Eindruck machen; Akko wird in erster Reihe als malerische typischarabische Stadt gewertet werden, während in Haifa die jüdischen Leistungen wieder stärker im Vordergrund stehen, Haifa hat interessante moderne jüdische Viertel, es hat bemerkenswerte Industrie und ist von besonderem Interesse wegen des geplanten großen Hafenbaues. Der letzte Teil der Fahrt führt nach P e t a c 11 - T i k w a!1, der großer! Pflanzungskolonie, mit ihren Orangen, ihren Wein- und Mandelpflanzungen, mit dem soviel diskutierten Problem der Verwendung arabischer Arbeiter sowie der Arbeiterfragen, die hier einen ganz anderen Charakter haben als im Emek. Man wird die selbständigen Arbeiterinnenwirtschaften kennenlernen und die neuen Organisationsformen, die sich die jüdische Arbeiterschaft dieser Pflanzungskolonien gegeben hat. Und viele werden sicherlich das Bedürfnis haben, den letzten Tag in Tel- Awiw zu einer Aussprache mit den Führern der Arbeiterschaft auszunutzen, und von ihnen Aufklärung über viele Fragen zu erhalten, die die Reise gestellt hat. Es braucht nicht gesagt zu werden, daß diese kleine Ucbersicht über die Sehenswürdigkeiten dieser Reise nichts weniger als vollständig ist. Aber wir wollen nicht alles vorweg nehmen und freuen uns bereits, wenn nach Abschluß der Reise die Teilnehmer über ihre Eindrücke an dieser Stelle berichten werden. Alle notwendigen Informationen werden vom Palästina- Liovd, Berlin-Charlotten bürg 2, Joachimsthaler Straße 3S, erteilt. Reingewinn der Arbeiterbank Die palästinensische Arbeiterbank hat soeben ihre Bilanz per 31. Dezember 1927 veröffentlicht. Der Reingewinn für das Jahr 1927 beträgt £ 4700. Für abgesetzte Aktien sind bis Ende 1927 über £ 83 000 eingegatigen. Der Reservefonds beträgt £ 7185 und die Höhe der Depositen per 31. Dezember 1927 £ 26 737. An Wechseln und offenen Krediten waren £ 103 497 ausständig, davon verliehen: für öffentliehe und Bauarbeiten £ 20028, an landwirtschaftliche Kooperativen und Ktvuzoth £ 21 420, an städtische Kooperativen und Kwuzoth £ 24098, an verschiedene Institutionen und Anstalten £ 32154. Die allgemeinen administrativen Spesen betrugen im Jahre 1927 £ 3417, während die regulären Einnahmen (Zinsen von Banken, Kommissionen von Wechseln, Zinsen von Darlehen und andere Transaktionen) £ 12138 ausmachten. (Ziko.) Der Abschluß der Orangensaison Wie jetzt endgültig feststeht, war der Rückgang der diesjährigen Orangenernte in Palästina viel geringer, als man ursprünglich gefürchtet hatte. Man hatte anfangs nur mit einem Export von 1 700 000 Kisten, also einem Rückgang von 25 bis 30 ״׳״ gerechnet, während in Wirklichkeit die Verschiffungen 2046 196 Kisten betrugen, also nur 7 weniger als im Vorjahre. Laut Schätzungen des Leiters der Gesellschaft ״Pardes“, Rokach, hat die Ernte £ 850 000 (schon nach Abzug der Spesen für Verpackung, Kisten, Papier usw. in Höhe von rund £ 155000). Der Reingewinn pro Dunam betrug durchschnittlich £ 26.5. Im Gegensatz zu den Pflanzern haben die Händler auch dieses Jahr Verluste gehabt, die auf £ 75 000, also fast 1 Schilling pro Kiste geschätzt werden. Nur wenige Kaufleute, die ihre Früchte in der Mitte der Saison, als die Marktpreise hoch waren, verschifften, erzielten geringe Gewinne, aber die Zahl dieser war sehr gering. (Ziko.) Die OelröhrenleHang Mosul-Haila London, 13. Juli. (J. T. A.) In der Sitzung des Unterhauses richtete Colonel Wedgwood an den Marineminister die Frage, ob er Schritte unternehmen wolle, um sich dessen zu versichern, daß die Oel-Röhrcnleitung von Mosul, wenn eine solche durch die mesopotamischen Oelfelder gelegt werde, im Haifaer Hafen münden und unter britischer Kontrolle stehen solle. Unterstaatssekretär Ormsby-Gore erwiderte: Die Regierung ist sich der Bedeutung dieser Frage voll bewußt, aber ich bin nicht in der Lage, dem, was in diesem Hause darüber schon mitgeteilt worden ist, etwas hinzuzufügen. Professor Samoilowitsch Der russische Publizist Wolkowski, ehemals Chefredakteur der liberalen russischen Tageszeitung ״Utro Rosslj“, der Professor Samoilowitsch kennt und in früheren Jahren persönlich mit ihm verkehrt hat, teilt dem J. T. A.-Vertreter mit, daß Samoilowitsch einer angesehenen jüdischen Familie entstammt und selbst ein guter Jude sei. Vor dem Kriege wohnte Samoilowitsch in Petersburg als angesehener Ingenieur. Er war auch Vertrauensmann deutscher Industrie- Konzerne, wie A. E. G. und Siemens-Schuckert. Nach der bolschewistischen Revolution wurde er von der Sowjet-Regierung als Spezialist in Wirtschafts- und Industriefragen zu staatlichen Werken herangezogen und später zum Professor am Politechnikum ernannt. Als sich nach der Katastrophe der Nobile-Expedition Mussolini an die Sowjet-Regierung mit der Bitte um Entsendung einer Rettungsexpedition wandte, betraute die Sowjet-Regierung Prof. Samoilowitsch mit der Leitung der gesamten Expedition der Eisbrecher ״Krassin“ und ״Maligyn“. Tagung des Hessischen Landesverbandes Die diesjährige Tagung des Hessischen Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden fand in Mainz statt. Aus dem Geschäftsbericht, den Kommerzienrat A. Meyer erstattete, geht hervor, daß sich die Zahl der Verbandsgemeinden von 85 auf 121 erhöht hat. Durch den Beitritt 12 weiterer Gemeinden mit 577 Mitgliedern zählt der Verband neuerdings 132 Gemeinden (die Gemeinde Kirchbrombach hat sich aufgelöst) mit mehr als 15000 Mitgliedern. Nicht angeschlossen sind noch 9 Gemeinden in Rhein-Hessen (219 Personen), 2 im Rabbinat Offenbach (252 Personen) und 18 in Oberhessen (566 Personen), 46 Gemeinden im Rabbinat Darmstadt II (2495 Personen). Von Beiträgen in Höhe von 22 781 Mark wurden 19625 Mark für Besoldungen usw. verausgabt. Der Verband beschäftigt etwa 42 Lehrer. Jüdische Gemeinden und C.-V. Aus Elberfeld wird uns berichtet: Anläßlich der Etatsberatung der Synagogengemeinde Elberfeld fand eine lebhafte Diskussion der Repräsentanz über die Frage der Bewilligung von Geldmitteln für den Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens statt. Mit 11 gegen 8 Stimmen, unter denen sich auch solche von Mitgliedern des C.-V. selbst befanden, wurden 500 M. bewilligt, mit der ausdrücklichen Bestimmung׳, daß diese Mittel nicht für die Zwecke der Berliner Leitung des C.-V., sondern nur für lokale Abwehr in aßnahmen verwendet werden dürfen. Es herrschte Uebercinstiraraung darüber, daß die antizionistische Tendenz der Majorität der Hauptversammlung des C.-V. abzulehnen sei, und daß es einer Synagogengemeinde nicht zugemutet werden kann, der Berliner Leitung des C.-V. Mittel aus ihrem Steuerfonds zur Verfügung zu stellen, die zum Teil zur Bekämpfung einer Richtung innerhalb der deutschen Judcnheit verwandt werden könnten. Im Zusammenhang mit dem in diesen Tagen in Paris abgehaltenen Internationalen Kongreß für soziale Fürsorge haben etwa 45 dem Kongreß beiwohnende Delegierte jüdischer Wohlfahrtsorganisationen im Hause der lea eine Versammlung abgehalten, die der schon erörterten Idee einer internationalen Zusammenarbeit der jüdischen Fürsorge-Organisationen der verschiedenen Länder dienen sollte. Die Initiative zu dieser Zusammenkunft ging 11, a. von der Zentralwohlfahrtsstelle der jüdischen Gemeinden Deutschlands aus, deren Leiter, Obermagistratsrat z. D. Oliendorf, der Beratung beiwohnte. Aus Deutschland nahmen an den Beratungen ferner teil: Rabb. Emil Levi, Berlin, für den Sozialausschuß des Allgemeinen Deutschen Rabbinerverbandes; Dr. Lubinski für den Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände Deutschlands u. a. m. Sterbefall. Dienstag, den to. Juli, starb nach langem, schwerem Leiden Herr Israel Sehne emann, der Kantor und Gründer der Synagoge Clausewitzstraße 4, im 66. Lebensjahre. Nr. 57, 20. VII. 1928 Nr. 5: Aas dem Gemeindeleben Die innere Autonomie der einzelnen religiösen Richtungen, Wir haben in Nr. 42/43 der ״Jüdischen Rundschau“ vom 1. Juni in einem Berichte über eine Sitzung der Repräsentanten• Versammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde anläßlich der Vertagung eines Antrages auf Vereinheitlichung des Gottesdienstes in den konservativen Synagogen folgendes geschrieben; ״Die Satzung der Jüdischen Gemeinde verpflichtet Vorstand und Repräsentantenversammlung, in solchen Fragen zu entscheiden. Dieser Zustand erscheint in Anbetracht des Grundsatzes der inneren Autonomie der einzelnen religiösen Schattierungen auf die Dauer unerträglich. Wenn es nicht anders geht, sollte in dieser Richtung eine Satzungsänderung vorgenommen werden.“ Diese grundsätzliche Stellungnahme, ein Au#- fluß unserer zionistischen Gemeindepolitik, sollte von Zionisten, die in der Gemeindearbeit tätig sind, unter allen Umständenbeobachtet werden. Es kann in dieser Be- Ziehung kein Einwand lokaler Bedingungen gelten und darum erschien dem Geschäftsführenden Ausschuß der Z.V. f. D., der sich in seiner letzten Sitzung mit dieser F r a ge beschäftigte, die Stellungnahme unserer Gesinnungsfreunde in der Gemeinde Köln, wo es sich um einen Antrag wegen Aenderungen im Ritus der liberalen Synagoge Roonstraße handelte, vom zionistischen Standpunkte aus verfehlt. Der Geschäftsführende Ausschuß vertritt die selbstverständliche Ansicht, daß es jedem Zionisten unbenommen ist, sich zu einer beliebigen religiösen Richtung zu bekennen, daß es aber andererseits unmöglich ist, in Gewissensfragen, die sich aut den Ritus beziehen, einseitig Stellung zu nehmen und solche Fragen durch Majoritätsbeschlüsse zu entscheiden. Es ist begreiflich, wenn Juden, für die konfessionell-rituelle Interessen den einzigen Einteilungsgrund für jüdische Dinge darstellen, in diesen Fragen unnachgiebig sind und keine Toleranz üben. Nach zionistischer Auffassung, und diese allein kann für Zionisten die Leitlinie für die Betätigung in allen jüdschen Institutionen abgeben, muß alles vermieden werden, was die innere Autonomie jeder jüdisch - religiösen Richtung mindert. Zum Glücke sind Beschlüsse korrigierbar und wenn in Köln ähnlich wie in Berlin nach der bestehenden Gemeindesatzung die gesamte Gemeindevertretung verpflichtet ist, in derartigen Fragen einzelner Richtungen ihr Votum abzugeben, so erscheint es uns als das einzig Richtige, daß sich Zionisten in solchen Fällen ihrer Stimme enthalten; und, wenn sie das nicht getan haben, alles zu veranlassen, um eine Korrektur einer vom zionistischen Standpunkte unhaltbaren Stellungnahme vorzunehmen. Vermischtes Zentralrat des Verbandes ״Ort“. Vom 8. bis 10. Juli ts»B.e in Berlin der Zentralrat des Verbandes zur Förderung von Handwerk und Landwirtschaft unter den Juden ״Ort“. Anwesend waren u. a. Dr. J. Blum-Paris, Kurt Blumenfeld-Berlin, Dr. L. Bramson-Berlin, Justizrat Dr. J. Brodnitz- Berlin, Dr. M. Gran-Moskau, S. Gorin-Rowno, Dr. Max Diamant-Czernowitz, A. Dobkin-Warschau, Dr. M. Eiger- Lodz, Prof. S. Frankfurt-Berlin, M. Feinleb-Berlin, Dr. L. Halanai-Kischinew, J. Jaszunski-Wilna, B. Kahn-Wilna, Senator M. Kerner-Warschau, Dr. J. Kruk-Warschau, B. Locker- Berlin, S. Levitas-Riga, D. Mowschowitch-London, Ch. Rosenbeß-Warschau, Dr. M. Silberfarb-Warschau, Dr. A. Singalowsky-Berlin, Dr. M. Solovveitschik-Berlin, J. Panken-New York Agronom Zegelnizki-Moskau. Den allgemeinen Bericht erstattete Dr. A. Singalowsky. In dieser Periode hat der Verband für Entwicklung der jüdischen Landwirtschaft, der Fachbildung und des Handwerks rund 700 000 Dollar verausgabt Gegenwärtig unterhält ״Ort“ 73 fachliche Bildungsanstalten, die von ungefähr 5000 Schülern besucht werden. Ungefähr 3000 Personen haben in der Berichtsperiode ihre Fachausbildüng in ״Ort“-Schulen abgeschlossen. Prof. S. Frankfurt erstattete den Bericht der Cooperative Tool Supply Company, deren Aufgabe es ist, Juden mit Maschinen und anderen Produktionsmitteln im Kreditwege zu versorgen. Nach Berichten der Ländervertreter erstattete Dr. Bram son das Referat über Finanzplan und Budget für das Jahr 1928/29. Das Jahresbudget erreicht eine Summe von 450 000 Dollar. Der Kontinentalbund zionistischer Mädchenvereinigungen hat seine dritte Bundestagung in der Zeit vom 5.—9. Juli 1928 am Hrebinok bet Slary-Smokovec in der Hoben Tatra abgehallen. An der Tagung nahmen 2g Delegierte aus der Tscheche- Slowakei, Oesterreich und Rumänien teil, unter zahlreiche!■ Beteiligung der Mitglieder der einzelnen Gruppen. Im Vordergrund der Beratungen stand eine Reform der Organisation, da sich infolge Ausdehnung des Bundes die Notwendigkeit der Schaffung von Kreisleitungen ergeben hat. Ferner wurden wichtige Beschlüsse betreffend Paläslina- und jüdisch-sozialer Arbeit in der Galuth gefaßt, welche dem Bund neue Arbeitsmöglichktiten eröffnen. Unter den gehaltenen Referaten ist besonders jenes vor! Herrn Dr. Oskar Neumann (Bratislava) über ,,Jugendbewegung" und das von Frau Dr. Henny Rappaport (Z.M. V. ״Mirjam" Wien) über ״Ost und West‘‘ hervorzuheben. Dio Bundestagung schloß in optimistischer Stimmung und war gekrönt durch die Gründung einer neuen Mädchengruppe in Poprad. K. J. V. Bundesbrüdern bieten sich günstige ärztliche Nieder- Inssungsmögliclikeiten 1. in kleiner Stadt Pommerns, 2. in einem kleinen Ort Süddeutschlancls in der Nähe einer Großstadt. —- Wir suchen für dio Sommermonate ständig ärztliche Vertreter und Vertretungsmöglichkeilen. Meldungen an Berufs-Ressort des K. J. V-, Berlin-Charlottenburg, Bleibtreustraße 50. Der ,״Friedenstempel“ im Besitz der Gemeinde. Die Berliner Jüdische Gemeinde hat den in der Markgraf-Albrecht* Straße in Halensee gelegenen von Professor Goldberg erbauten ״F r i e d e n s t e in p e 1“ gekauft. Der Friedenstempel wird nun Gemeinde-Synagoge. Damit ist die Zahl der Berliner Gemeinde-Synagogen auf 12 angewachsen. Schöneberger Synagogen-Verein, Münchener Straße 37. Täglich abends 7 Uhr Vorträge: Das Nationalunglück des 9. Aw Vorschriften und Bräuche an diesem, Rabb. B. Pessen. Der Midrasch Eicho Rabbosi, verdeutscht und erklärt, Rabb. Dr. Rosenwasser. Synagoge ״Adaß Jeschurun“, Clausewilzsrtaße 4 am Kurfürstendamm. Gottesdienst am Sch.tbbalh ,,Chason“ Freitag abends: 7.30 Ihr, Sonnabend morgens: 9,30 Uhr; Sonnabend (Minche) 8,45 Lhr; Schabboßausgang: 9,11 Uhr. Gottesdienst an den Wochentagen: täglich morgens: 7 Uhr; abends: 7,30 Uhr; Mittwoch, den 25. Juli (Erew Tisehobav) nachmittags 4 Uhr (Minche); abends: 8,45 Uhr (Maariv); Donnerstag, den Juli, abends: 6,30 Uhr. Jüdische Gemeinde. Freitag, den ao. Juli, abends, in den Synagogen mit altem Ritus und Altervorsorgungsanstallcn: 7,30 Uhr; in den Synagogen mit neuem Ritus: 7 Uhr. Sonnabend, den 2 t. Juli (Sabbat Chason), morgens: Alte Synagoge und Synagoge Kottbuser Ufer: 8,30 Uhr; übrige Synagogen mit altem Ritus und Alter- Versorgungsanstalten: 9 Uhr; Synagogen mit neuem Ritus: Frühgottesdienst; 7,00 Uhr; Hauptgottesdienst: to Uhr. Schrifterklärung: Synagoge Münchener Straße Dr. Arthur Lew. Jugendgoltesdienst : 4.30 Lhr Synagoge Münchener Straße: Dr. Arthur Levv. Sabbat- Ausgang: g,tt Uhr. Gottesdienst am Tiseho b'aw: Mittwoch, den 25. Juli, abends, in allen Synagogen 8,45 Uhr; morgens Alte Syuagogo: 6,15 Uhr; übrige Synagogen mit altem Ritus: 6,30 Uhr; Synagogen mit neuem Ritus; 7 Uhr. Gottesdienst an den Wochentagen abends in allen Synagogen: 7,30 Uhrmorgens Alte Synagoge, Synagoge Kaiserstraße, Synagoge Rykeslraßo und Kottbuser Ufer; 6.30 Uhr; Synagogo Pestalozzistraßc und Synagogen mit neuem Ritus: ל Uhr. Der he die Eim Der rechnung zuversich Sammelst Zionisten ihre Bau! an die Z Am : Wir bi׳ einer gri des Moni des Juni Z, K.J. Zwirn 1 muel Sar Julius Le Hain: J. 2 B., M. 2 B., Dr Bäcker, Holzkenn 1 B., H. anl. d. G Gedenkfe W. Fuch! ziger K. 1 heim GU Moritz IW u. Fr. dai H. Kreist der Jüd.- Wizo (St R. -A. Ste anl. d. 5 1 B., Tir Fr. z. Ge Ernst Me dungsfeie Ausw. 15 Goslar, J! Hans Go! Jos. Hirs Gronemai Noe u. I Heinr. Le Bab 1 B. 2 B. Levy Holzer-u! Frau Al! s. 1. Bru Wolf Lei freund: J S. Lehrfr Garten: Rifkah B Fr. N. 7 Felsenstei Garten: anläßlich Fam. S. I Bertha S Sternhehr Garten: J Garten: Berth. Zi u. Trude Hilb für Ruth Hol tages v. nuel Jos Todestag Wald: B< d. Wizo-‘ Herzl-Fei Fontheim Dr. Esch Naphtali, Geb. s. Sammlg. d. Vers.! Mühsam Rothenbe r. Esth< Frankfu Haid« An mein lief Dr. AU« Frau E Berlin, (

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