Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 52 (3.7.1928)
- Date
- 1928-07-03
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 378 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 52, 3. VEL 1928 Briefe an die Redaktion Gegen ansachliche Kampfesweise Rabbi Fischmaiin veröffentlicht in dem offiziellen Misrachi-Organ ״Hator“ einige Artikel, worin er scharf gegen die Palästina-Exekutive loszieht, der er Unfähigkeit, Mangel an Begriff für die Psychologie des jüdischen Volkes und kleinliche Auffassung ihrer Aufgabe vorwirft. Er fordert, daß wir so schnell wie möglich wieder ״zionistische“ Zionisten an die Spitze stellen sollen, die die Bewegung großgemacht haben, jene Träumer und Phantasten, die keine Grenze kennen zwischen möglich und unmöglich. Wir geben ohne weiteres zu, daß die Führerschaft der zionistischen Bewegung nicht bloß eine Frage von administrativer Fälligkeit ist Wenn die Mitglieder der Palästina-Exekutive tatsächlich bloß die Bürokraten wären, für die man sie ansehen möchte, wenn ihnen der Schuß Phantasie fehlen würde, welcher bei einem Staatsmann nicht entbehrt werden kann, so wären sie für ihre Aufgabe ungeeignet. Wir haben jedoch Veranlassung, dieses zu bezweifeln. Alle drei Mitglieder der Palästina-Exekutive haben große zionistische Verdienste. Wenn man dieses fn Betracht zieht, klingt es als eine nicht geringe Anmaßung, wenn wir Fischmarin gegen sie zetern hören, als ob es Lehrlinge wären, und ihn ti. a. folgende Qualifikationen anwenden hören: ״Es sind Leute, die nicht im geringsten die große Verantwortung fühlen, die auf ihnen ruht, weil sie an der Spitze der Bewegung stehen, und mit ihren geringen und beschränkten Auffassungen und mit ihrer Kleinlichkeit arbeiten sie bewußt oder unbewußt darauf hin, daß von neuem Mutlosigkeit die Herzen erfaßt, daß wiederum ein Verhältnis von Gleichgültigkeit und Eiskälte entsteht zwischen dem jüdischen Volke und seiner nationalen Arbeit im Lande seiner Zukunft.“ Diese Welse von Kritisieren ist unserer Bewegung unwürdig, und es ist notwendig, daß dagegen auch von misrachistischer Seite ein nachdrücklicher Protest vorgenommen wird. Fischmann erhebt in erster Reihe Anklage gegen das Verhältnis der Palästina-Exekutive zum Unterricht. Er sieht in diesem Verhältnis einen Beweis mangelnden Verständnisses für das kulturelle Element in unserer Bewegung. Diese Anklage aus dem Munde eines Manne«, der behauptet, m schreiben, was der ganze Jischuw denkt, klingt aber etwas sonderbar, wenn wir lesen, daß die Exekutive den vollen budgetär für den Unterricht ausgesetzten Betrag ausgezahlt hat, und die Schwierigkeiten in der Bezahlung der Gehälter darauf zurückzuführen sind, daß der Jischuw seinen Anteil in die Kosten nicht aufgebracht hat. Auch wir verkennen nicht die wichtige Stelle, welche der Unterricht bei uns einnehmen soll, können aber unsere Mitarbeit nicht geben für eine Politik, welche die Zionistische Organisation verpflichten würde, die Rechnungen des Jischuw zu bezahlen. Symptomatisch ist clcr Ausruf Fischmanns: ״Was machen uns die einigen 10000 £, die beim Unterricht fehlen, aus, gegenüber den Millionen Pfunden Sterling, die wir brauchen, um eine breite wirtschaftliche Aufbaupolitik zu führen.“ Tatsächlich glauben wir, daß jemand, der Millionen besitzt, ja darauf acht gibt, ob er £ 10 000 mehr oder minder per Jahr ausgibt, als sein Budget erlaubt; er kennt den Wert des Geldes, weiß, welche Mühe es gekostet hat, es zusammenzubringen. Aber wenn jemand Millionen braucht und statt dessen Schulden hat, die er nicht bezahlen kann, so daß jeder kleinste Betrag ihn oft in großer Verlegenheit bringen kann, dann achtet er weniger auf einige 10000 Pfund mehr oder weniger .... Schulden. Von solchem Kaliber sind alle Argumente, die in dem Artikel Vorkommen. Keiner kann es ernst nehmen, wenn die Sacherxekutive verantwortlich gemacht wird für die Fehler ihrer orgSOger, weirtt Fischmann ihr i. B. vorwirft daß die Kolo- An unsere Abonnentenl Wir bitten, bei unpünktlichem Eintreffen oder bei Ausbleiben einer Nummer sich sofort heim Briefträger zu beschweren und kostenlose Nachlieferung der fehlenden Nummer zu verlangen. Expedition der ״Uüd. Rundschau״ Berlin W 15, Meinekestr. 10. Berliner Kalender Büro: Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin W 15, Meinekestr. 10. Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheckkonto Nr. 37 830 Berlin NW 7. Kassenverwaltung der B. Z. V. Donnerstag, den 5. Juli abends 81/2 Uhr Jüd.-sozlalist. Jugend (Poale Zion), im Gemeindehaus, Rosenstraße 2—4. S. Tschertok: ״Die politischen Grundideen des Poalezionismus“. Sonntag, den 8. Juli vorm. 11 Uhr Zionist. Jugendbund Nordau und Zeire Misrachi, in den Sophiensälen, Sophienstraße 18. Herzl-Gedenkfeier. Gedenkreden: Ministerialrat Hans Goslar, Rabb. Dr. Emil Levy. Jeden Mittwoch abends St/2 Uhr . im Gartenrestaurant Lips, Am Friedrichshain 16/23. t Zusammenkunft der Gruppe Ost. nisationsarbeit unterbrochen ist, die Immigration nicht, wieder aufgenommen, daß Arbeitslose das Land verlassen usw. usw. Es scheint, als ob Fischmann ein ernstes Argumentieren gegenüber dieser Exekutive fiir überflüssig hält, daß es ihm im Grunde nur darum zu tun ist, ihr seine spezifische Moral ent- ,,gegenzuhalten, welche unverhüllt den Grundton seines Artikels bildet: ״Ihr Sacher-Exekutive seid Fremde fiir uns; Ihr kommt aus Amerika und England, und das besagt für uns, daß Ihr im besten Falle gut seid für die unpopuläre Arbeit, wie das Kürzen der Budgets. Für die eigentliche Aufbauarbeit sind nur Mensehen wie wir geeignet. Wir sind vielleicht weniger sachverständig, aber wir kennen die Masse und wissen, was ihr gefällt. Die Masse steht immer hinter demjenigen, der am meisten wagt.“ Eine solche Moral wendet sich gegen denjenigen, der sie benützt. Auch wir stehen oppositionell gegenüber der Sacher- Exekutive, wegen der Weise, wie sie beim letzten Kongreß gegen den Misrachi zustandegekommen ist, und besonders wegen des Fehlens eines positiven Programms. An anderer Stelle (in der Monatschrift ״Misrachi“, Amsterdam) habe ich dies ausführlich dargelegt. Gerade aber, weil es genug s a c h - lieh es Material gibt, muß eine Kritik wie der Artikel Fischmanns als unwürdig abgelehnt werden. Amsterdam, 7. Juni 1928. S. L. d e B e e r. 85. Geburtstag von Samuel Pineies. Der Altmeister der zionistischen Bewegung in Rumänien und einer der Veteranen der zionistischen Bewegung überhaupt, Samuel P i n e 1 e s in Galatz, begeht am 23. Juli seinen 85. Geburtstag. Die dortigen Mitarbeiter des Keren Kajemeth haben beschlossen, diesen Tag besonders festlich zu begehen. Die Nationalfonds-Zentrale in Galatz, Str. Brasoveni 1, ladet alle Zionisten, denen das zionistische Wirken Pineies’ bekannt ist, ein, an der Feier teilzunchmen resp. Glückwünsche an die hier angegebene Adresse zu richten. (Ziko.) r REISEABONNEMENT 's Wir sind gegen Erstattung der sehr geringen Porta• kosten jederzeit bereit, unseren Abonnenten die ״Jüdische Rundschau“ in ihren Sommeraafenthalts• ort — auch in das Ausland and auch an wechselnde Adressen — nachzuiieiern. Entsprechende Nachricht unter Angabe der ständigen Adresse erbeten an die Expedition der ״Jndisclien Rundschau", Berlin W 15, Meinekestraße 10 V_J Bevölkeruagspolilik and Misehehenlrage Die Presse-Abteilung des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden teilt amtlich mit: Am 24. Juni fand io den Räumen des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden unter dem Vorsitz des Herrn Prof. Dr. Türk eine Sitzung des Wohlfahrtsausschusses statt. Herr Dr. O 11 e n d o r f f berichtete ausführlich in Vertretung von Frau Wronsky über die Arbeiten des Bcvölkerungspolitischen Ausschusses, der durch ein kürzlich veröffentlichtes Preisausschreiben: ,,Das großstädtische Wohnungsproblem und sein Einfluß auf die jüdische Bevölkerung“ die Aufmerksamkeit der jüdischen Oeffentlichkcit auf diese bedeutsamen Probleme gelenkt hat. Auch durch die fiir die nächsten Wochen geplanten Rundschreiben nebst Fragebogen an die Mitgliedergemeinden des Landesverbandes und die anderen maßgebenden jüdischen Organisationen, wie die Rabbiner- und Lehrerverbände und den jüdischen Frauenbund, wird das Interesse weiter Kreise auf diese Fragen gerichtet werden. Auf Anregung der Zentral wohlfahrtsstelle wurde beschlossen, demnächst ein weiteres Rundschreiben betreffend Mutter - und Jugendschutz an die Jugendämter und jüdischen Wohlfahrtsämter ,zu versenden, ln eingehender Ausspräche befaßte man sich mit den organisatorischen, sozialpädagogischen und wiitschaftlichcn Seifen der Bevölkerungs- Politik wie z. B. Errichtung von Frtih-Ehekassen, Aussetzung von Stillprämien usw. Der Rat soll ersucht werden, der zur Besprechung der Mischehen frage einzuberufenden Konferenz aller jüdischen Organisationen einen weiten bevölkcrungs-politisclien Rahmen zu geben. Am Nachmittag befaßte man sich eingehend mit der Verteilung der für Wohlfahrtspflege bereitgestellten Mittel des Landesverbandes. Ortsgruppen Bochum. Am 19. d. M. erstattete Moses Waldmann, Berlin, Delegierter der Zionistischen Ortsgruppe in Breslau, einen Berieht über den Delegicrtentag. Danach fand eine rege Diskussion statt Duisburg. In einer von zirka 150 Personen besuchten Ver- Sammlung der zionistischen Orligrupp« Duisburg sprach Moses Waldmann (Berlin) über ,,Jüdische Sorgen". Herr Waldmann beleuchtete eingehend die Situation des Judentums in der Galuth und ging besonders auf den Central-Yerein ein. Die Ausführungen von Herrn Waldinarm fanden den reichsten Beifall seiner Hörer. In der Diskussion wurden einig« Fragern gestellt, die. Herr ’Waldmann in seinem Schlußwort eingehend beantwortete. Vermischtes Synagogenverein für Westend. Wie wir hören, ist beabsichtigt, in Westend einen Synagogenverein ins Leben zu rufen, um einen regelmäßigen Freitagabend-Gottesdienst (religiösliberal) zu veranstalten. Zur Unterstützung dieser Idee werden Interessenten gebeten, ihre Adresse an Herrn Dr. Alfred Caro, Berlin-Charlottenburg 9, Ahornallee 29, cinzusenden. Am Rabbinerseminar zu Berlin fand auch in diesen! Jahro bei der Wiederkehr des Sterbetages seines Begründen, am?*• Tarnt» (33. Juni), eine Feier statt, die mit der Uebergabe der Rabbinatsdipiome an sechs Schüler, von denen fünf anwesend waren, verbunden worden war. K. J. V. Wir können Gesinnungsgenossen eine Medizinalpraktikantens! eile in süddeutscher Stadt nachweison. — Die Stelle eines N.-F.-Sokretäri in einer norddeutschen Stadt ist zt^ besetzen. — Gesinnungsgenosse sucht Reisevertretung ev. chemische pharm. Fabriken. — Wir können ärztliche Vertretungen anbieten. Die V. J. St. ivria Freiburg feiert vom if.—16. Juli ihr aäjäbrigi* Stiftungsfest und ladet alle Bundesbriider herzlichst dazu oin. Als eine der ältesten Kartcllverbiudungen erwarten wir, daß besonders viele Alte Herren ihro Sommerreijo so einrichten, daß sie diesen Tag mit uns feiern können. Anfragen und Anmeldungen an Rudi Lucas, Freiburg ,(Breisgau), Colombislr. 30. Gescbäitliche Mitteilungcu Besonders preiswert kaufen Sie Pianos und Flügel bei Her er & Co, Brunnonstr. 191. 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T.al« — data• Tanta HöDldstadi Kül* mich noch *inra.l KARLSBA G IsTdas allem echfe Karlsbader 1 Vor Nachahmungen und Fälschungen wird gewarnt. HAONEN Treuhandstelle Haifa (Palästina) P.O.B. 464 Verwaltung von Kapitalien, Häusern, Boden Interessen vertretuna bei jeder Art Investierungen Bel Neuanlaaen Beratuna und auf Wanseh selbständige BurcHflIhrana. _ Br. ERNST WOUSTEIN_ gebraucht, sowie Auswahl Kobliieiela Töchter 30 Jahre, verlteir., reprascntabl. Erscheing., tüchtig und fleißiger Reisevertr. m. allerbest. Umgangsformen selbständiger Ein und Verkäufer mit ersiklass, Referenz, jedoch durch Zahluagseinstellung mehrerer Schuldner ruiniert, sucht passende Position. Post* lagcrkarie IßS, Berlin- Wilmersdorf. in neuen Marken. Pl&nanausHQniggrBtzerStr.Bl Zahlungserleichterung. Friedridubfiin Schick.al aia.r Macht Wcinbertsurc* Miiali dar GrSalaadjüg.r Di. Schr.ck.D.lahrt da. 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Mai Schiller-Theater Mord Im Hinterhaus Deutsches Theater Avtiplan KomOdie Es liagt ia dar UH Theater In der Hönl&rätzer Strafte Laiaaa aaa Irl.ad Hom&dienhaus Eia SIBek Malhaar Tribüne Gecchlossea Denlsdie* Künsflertheater Das «lad ja relctad• Laota Theater am Nollendorfplaii Jadas meines Theater Calaata Nackt NenesTheater am Zoo FrShliagsmSdal Theater am Karfürstendamm Whisky mit Soda Theater am Btilowplaii Orphaaa ia dar Uatarw.it Lnsispielbaus Di« Rai•« dareb Bitlii ia 40 Sftaadaa Theater am Sddtfhaaerdamm Dar Kahhaadal Theater des Westens Da■ Ekat Groftes Sdiauspielhaus Da* Draimftdarlhaas Lessind-Theater 5pi«l lat Schlaf} Renaissance-Th eaiei Daa Batt Varaatwortlicfew R«d«kUur: Dr. Siagfriad Kuowitr, Bwlia N» Varia! Jüdiuka Road«th«1 G.nu UH,Berlin W 15. Ver*ntwortlidh für den Ineeretenteil R.Segal, Berlin-Wümwrdorf, Anu-Varm Jüdüdit Raadtdun,G.m.U H. Berlin W 15, Meinekeatr, 10 Drack voa SiagkM Seholm, Barl» •Sd>e.el»rg. J Redaktio! jeden Dl tnonatli Ausland*®^ Si Mit Ö1 Mit in Pittsbi sation A wiederge wählt M wis um Schor die Com Stimmen Lipsky a stration a handlung! oppositioi Lipsky fr gesproch« würde 0< nistischen Präsident im Name Lipsky Uebe ferner: Scho daß •für ministrati handelt i sidiums 1 eine sta zögerte 1 zunützen um zu ו Conve der P r: sidenten in das P zum E1 B Wir Die;eher Fr Von Weizn (sämtlich m a n (P Hanna Bukowir Scheu Blume England land: Fi nert;! L e v i t < Di t i s 1 nimmt schatten In < (Deutscl gewählt land b« Er beg Hungen, gebiet : der Fra verlesen Szold von der sonders Aus man, gestaltu den jüdi Stellung dieses J der mit Palästin lern); s Konfere und erä nensiscl sprach Nachmi (Tschec öffnet Frau S Exekuti zusamt! rinnen düng befaßte