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Jüdische Rundschau · 1928-06-19 · Heft 48 (19.6.1928) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 48 (19.6.1928)
Date
1928-06-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
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4־ Mit llnterhaltungs-Beilage Einzelnummer 0,25 Goltfmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag Berlin W 15, Meinekestraße 10. Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1,85 Goldmark, vierteljährlich 5,25 Goldmark. Amlanriciihonneratot« werden in der Währung der einzelnes Linder berechnet. Nummer 48 Berlin, 19. VI. 1928 Anzeigen - Verwaltung Jüdische RundschauG.m.b.H., Berlin W15, Meinckestr. 10 Telephon: Amt Bismarck 7165—70, Aneeijenprei*: 8 geipelt.NonpereUlezeileO, 50 G--M, Stellengesuche 0,25 G.-M. AnztlgenschloG: Dienet*{ und F reit.» g nachmittag» 4 Uhr, Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392 Für Oesterreich: Postsparkassenamt Wien, Konto Nr. 156030, Für Tschechoslowakei: Posttparkanenamt Prajj, Konto Nr, 59410. Für Polen: Poitsparkaasenamt Warschau, Konto Nr. 190708, Redaktionsschluß Sonntag und M ittwoch nachmittag. זרס״ח א׳ תמוז KXXIII. Jahrg. per Xioniawus erstrebt für da» Jüdische Volk die Schäftung eintr ötientlkh - rechtlich gesicherten Helmatatte iw P«IM1tlwa. ״Baseler Programm.״ Palatina vor der Mandatskommission Die Regierung stellt aktive Produktions - Förderung in Aussicht Geber die Sitzung der Permanenten Mandatskommission des Völkerbundes in Genf vom 15. Juni wird folgendes Kommunique ausgegeben (die Sitzungen der Mandatskorumission sind bekanntlich geschlossen und die Presse wird lediglich durch offizielle Kommuniques unterrichtet; die in manchen Zeitungen erschienenen anderslautenden Berichte sind datier lediglich Entstellungen des vorliegenden Kommuniquös). Die Mandatskommission begann mit der Prüfung des Berichtes der englischen Regierung über die Verwaltung Palästinas und Transjordanlens im Jahre 1927. Als beglaubigter Vertreter der Mandatarmacht war Colonel Seines anwesend. Col. Symes gab zunächst eine Erklärung ab über die Prinzipien der Selbstregierang, welche die britische Regierung in den Mandatsländern in Wirkung zu setzen bemüht ist. Trotz gewisser Hindernisse, welche die Anwendung dieser Prinzipien in Palästina bchindert haben, wurde doch ein bedeutender Fortschritt gemacht. Der staatsbürgerliche Geist entwickelt sich zuschends und die Bevölkerung beginnt die Wichtigkeit eines geordneten Systems und einer gesunden Organisation für Verwaltungszwecke zu würdigen. Die Regierung bereitet eine Reihe von Reformen vor, deren Wirkung für das 1 and überaus segensreich sein werden. Die genauen Unterfuchungcn, welche die Vorbereitung dieser Reformen erfordert hat, wurden in einer Atmosphäre der Ruhe durchgeführt. Col. Symes erinnerte die Kommission daran, daß viele, vielleicht die meisten der Schwierigkeiten, mit welcher die Vcrwaltuhg in Palästina zu tun hat, eng verbunden sind mit der Durchführung des Mandates. Die Administration hatte die Aufgabe, ein kleines, armes und unterentwickeltes Land in einen Zustand zu versetzen, daß es eine Immigration aufnehmen könne.- Zu diesem Zwecke mußte eine _ relativ ittoierjie waltungsmaschlni" geschaffeiT und 'betracht!!ch:e’"‘Summen "für* Zwecke der öffentlichen Sicherheit ausgegeben werden. Es war notwendig, die Einkünfte aus direkten Steuern noch durch anderweitige Einkünfte zu ergänzen, und die hohen, Zölle usw. trugen dazu bei, die hohen Lebenskosten im Lande aufrechtzuerhalten. Es sei aber wünschenswert, diese Kosten zu vermindern, im Interesse der Produzenten, und zwar sowohl der landwirtschaftlichen als auch der industrichen. Es sei auch erforderlich, die Landwirtschaft in einen blühenderen Zustand zu versetzen, als er heute vorhanden ist. Die Reformen, welche die Regie- 1 ung in Aussicht hat, und welche auch eine richtige L a n d - a n s i c d 1 u n g einschließen, würden sowohl der Landwirtschaft als auch der Industrie eine festere Grundlage in der Zukunft geben. Was Transjordanien betrifft, erklärte Svmes, daß der am 30. Februar in Jerusalem Unterzeichnete Vertrag zwischen Großbritannien und Transjordanien, dessen Absehrift der Kommission vorgelegt wurde, noch nicht ratifiziert worden ist und daher noch nicht in Kraft getreten Die Konferenz der südafrikanischen Zionisten Die kürzlich in Johannesburg abgehaltene 11. Kontererz der Südafrikanischen Zionistischen Föderation war von IM Delegierten aus allen Teilen der Union beschickt. Der Präsident A. M. Abrahams schilderte in seiner Rede die in den letzten zwei Jahren in Palästina erzielten Fortschritte und richtete an die südafrikanische Judcnhcit einen Appell um norli größere Unterstützung des Palästinawerkes als bisher. Ansprachen hielten 11, a. Col. Kisch und Dr. Ol s van ״er II her die politischen und kulturellen Aussichten des Zionis- ”!ns. Im Laufe der dreitägigen Konferenz befaßten sich die Beratungen mit einer Reihe von Fragen betreffend Administra- Bon, Kultur, Finanzen, Propaganda, Keren Hajcssod und Keren Kajemeth, wie auch: die aktuellen Probleme Palästinas. In den angenommenen Resolutionen wird 11. a. Verstärkung der k u 1 - III r c 11 e 11 Arbeit verlangt. So soll ein besonderer Propagamlist für Kultur fragen engagiert werden. Audi der Frauenarbeit soll größere Aufmerksamkeit als bisher zugewendet werden. Nach langer Debatte wurde weiter heschlossen, daß die neue Landesexekutive, falls sie es für nötig halt, einen besonderen Organisator für die K. K. L.-Arbeit ernennen soll, da die allgemeine Ansicht dahin geht, daß dadurch die Eingänge des K. K. L. auch ohne Durchführung einer Kamnagne verdoppelt werden könnten. Der zurücktretende Treasurer, Janower, teilte mit, daß während der letzten zwei Jahre in Südafrika, für zionistische /werke, inbegriffen den Keren Hajcssod £ 150 000 autgebracht^ worden wären oder bei Anrechnung der in der Bhijan Company investierten Summen und der Beiträge für Lfar Jeladim gegen £ 200 000. Die Spesen der' Keren Habc-od-Kainpagne betrugen nur gegen 8 °,0. Weitere Beschlüsse :־dien die Abhaltung einer Zionisten-Konferenz zwei Monate u,r dem Zionistenkongreß vor, zwecks Besprechung der aktueilen Fragen und Instniierung der Kongreßdelegierten. Die Voung-Israel-Federatiori, die 58 Ortsgiupp-י umfaßt, und gleichzeitig ihre Konferenz abhiclt, Brachte zwei Resolutionen ein, die ebenfalls angenommen "urden, und zwar betreffs Errichtung eines Stipendiums Bir einen südafrikanischen Studenten (Studentin) zur Vollendung seiner Studien in Palästina, und Schaffung eines Fonds, ist. Der Vertrag anerkennt eine unabhängige Regierung in Transjordanien. Col. Svmes betonte, daß dieser Vertrag in Uebereinstirrmumg ist mit den Bestimmungen des Mandates. Er erinnert daran, daß am 16. September 1022 der Rat das vom britischen Vertreter vorgelegte Memorandum betreffend die Beziehungen zwischen der Mandatarmacht und Transjordanien gebilligt hat. Der Zweck dieses Memorandums war die Ausführung des Artikels 25 des Palästina-Mandates, der die britische Regierung ermächtigt, solche Bestimmungen des Mandates, die in Anbetracht der herrschenden lokalen Verhältnisse in Transjordanien nicht anwendbar seien, insbesondere die die Errichtung der jüdischen nationalen Heimstätte betreffenden Bestimmungen, für Transjordanien aufzuschieben oder außer Kraft zu setzen. In Beantwortung verschiedener Fragen der Kommission gab der beglaubigte Vertreter der Mandatarmacht noch Informationen über die Beziehungen zwischen Juden und Arabern, die sich allmählich bessern, obwohl sie noch nicht gänzlich zufriedenstellend sind; über die jüdische Einwanderung, welche in den vergangenen Jahren abgenommeii hat; über die Organisation der Katasterprüfung; über die wirtschaftliche Gleichbercchtigung und insbesondere die Bedingungen, unter welchen die Tote-Mecr-Konzession erteilt worden ist; über das palästinensische Staatsbürgerschaftsgesetz tisw. usw. * Eine Beurteilung der Verhandlungen der Mandatskommission wird erst möglich sein, wenn das Protokoll oder wenigstens der ausführliche Bericht der Kommission an den Völkerbundsrat erschienen ist. Aus dem Kommunique läßt sich ewtnthhi«j, >d*ß'Ä MMiAiRitÄnitelicit» ateh ‘dfcsntal *ifcfr51 f •tutionen und der allgemeinen Verwaltung interessiert hat. Das Referat von Col. Symes weist insofern eine erfreuliehe Note auf, als darin pit Nachdruck betont wird, daß die Regierung entschlossen ist, eine aktive produktionsfördernde Politik im Lande zu treiben. Col. Symes hat das Dilemma angedeutet, das sich daraus ergibt, daß die Regierung gleichzeitig ihre Einkünfte erhöhen muß, gleichzeitig jedoch eine Herabsetzung der Zölle (sc. auf Rohmaterial, Maschinen usw.) sowie eine Herabsetzung der Lebenskosten den Interessen der Produktion entspricht. Die Erklärung, daß die Förderung der Produktion in Landwirtschaft und Industrie die wichtigste Aufgabe der Regierung ist, und daß die Regierung auch Landansiedlung, d. h. also innere Kolonisation treiben will, ist sehr zu begrüßen. Wir nehmen an, daß es sich dabei ׳vor allem um die Durchführung des Artikels 6 des Mandates handelt, der der Mandatarmacht die Förderung geschlossener jüdischer Landansiedlung zur Pflicht macht. Die Erfüllung dieser Bestimmung wird nicht Inur von zionistischer Seite seit Jahren gefordert, sondern wurde auch von der Mandatskommission in ihren letzten Sitzungen urgiert. um einem oder mehreren jüdischen Studenten aus Südafrika jedes Jahr eine Ferienreise nach Palästina zu ermöglichen. Bezüglich der allgemeinen Fragen des Zionismus wird in einem Beschluß der jetzigen Leitung der Weltorganisation das vollste Vertrauen ausgesprochen. Diese wird ersucht, von der Palästina-Regierung die Ernennung eines Handelssekretärs zu fordern, um die industriellen Be- Ziehungen zwischen Palästina und den anderen Ländern zu fördern. Des weiteren identifizierte sich die Konferenz mit den politischen Resolutionen des 15. Zionistenkongresses. Die Zionistische Exekutive wird aufgefordert, bei der britischen Regierung dahin zu wirken, daß diese die eheste Aufnähme der jüdischen Einwanderung nach Palästina ermögliche, Krön- und Oedländereien für die jüdische Kolonisation zur Verfügung stelle und durch Festsetzung günstiger Steuer- und Zollbestimmungen die größtmögliche Ausbreitung jüdischer Arbeit fördere. ln den neuen Council wurden gewählt; Präsident A. M. Abrahams; Vizepräsidenten: Rabbi Landau und B. Gordon; Mitglieder: J. Janower, M. Kentridge, B. S. Herseh, N. Kirschner, Dr. I. M. Edelstein, I. Kuper, H. Lourie, B. Reinhold, A. I. Miller, B. Gering, S. M. Gordon und Mrs. E. Gluckman. Herr und Frau Kisch, wie auch Herr und Frau Janower wurden von den Delegierten in das Goldene Buch des Nationalfonds eingeschrieben. (Ziko.) Jewish Agency-Kommission und zionistische Exekutive London, 14. Juni. (J. T. A.) Am heutigen Nachmittag fand eine gemeinschaftliche Sitzung der Mitglieder der Jewish Agency-Kommission und der Mitglieder der zionistischen Weltexekutive statt, der auch Dr. Arthur R u p p i n und Dr. Harry Sacher, der soeben aus Palästina hier eingetroffen Ist, beiwohnten. Man rechnet damit, daß die Kommission am kommenden Montag oder Dienstag ihre Arbeiten beenden wird. Brief aus Südafrika Von Dr. H e 11 rn u 1 Epstein, dzt. Johannesburg. Vor kurzem fand in Südafrika dir Jahreskonferenz der dortiyen Zionistischen Organisation statt, über die wir an anderer Stelle berichten. Die. Konferenz erhielt eine Heik׳• von Begrüßungen von den regierenden Männern <les lumdec die neuerlich ihre Sympathie für den Zionismus znm Ausdruck hrnehjen. Derselben Sympathie bei Juden und Michljaden begegnet die Keren. 11a jessod-Kam pagne, die unter Teilnahme von Col. h i s c 11 und Dr. O I s 1׳ a n g e r in allen Teilen Südafrikas gegenwärtig durehgeführt wird und einen glänzenden Verlauf nimmt. Ilelzanidiirh haben die Südafrikanisehen Zionisten in ihrem Begrü fiungsielegrarnm an den dcutsehen Delc.gie.rtentag in Breslau mitgetfill, daß die Kampagne bereits einen Betrag von £ 80 000 erreicht hat. Es wird für unsere Leser interessant sein, die Eindrücke eines deutschen Zionisten in diesem zionistisch so wichtigen Lande kennentulerntn. Red. In Südafrika leben etwas mehr als 60 000 Juden meist litauischen, zum kleineren Teil baltischen Ursprungs, davon in Johannesburg und Capetown zusammen ungefähr 40 000. Ihre wirtschaftliche Lage muß au europäischen Maßstäben gemessen ausgezeichnet genannt werden; doch fällt dies nicht übermäßig auf in einem Lande, in dem wirkliche Armut fast nur vom Hörensagen bekannt ist. Naturgemäß haben neue Einwanderer zu kämpfen, aber die meisten haben Verwandte, jeder versucht ihnen zu helfen und jedem bietet sich über kurz oder lang eine Chance. Antisemitismus ist weder im politischen noch im Ökonomischen Sinne vorhanden. Jede der drei Parteien der Union hat jüdische Anhänger und jüdische Abgeordnete. Das heißt nicht, daß uns die Nichtjudeu hier besonders gern haben, natürlich nicht. Und jeder, der die Dinge mit offenen Augen sehen will, stellt fest, daß die gesellschaftliche Abgeschlossenheit der Juden auch hier in einem gewissen Grade vorhanden ist, wenn aujh nicht im mindesten zu vergleichen mit der fast völligen gesellschaftlichen Scheidung zwischen Juden und Nichtjuden in Deutschland und anderen Ländern. Von ökonomischem Antisemitismus ist kaum etwas zu merken. Doch ist es möglich, daß sich dies in absehbarer Zeit ändern wird, und zwar wird die Jugend zuerst davon ötem ihre Kinder studieren, und es ist völlig ausgeschlossen, daß das Land mit seinen kaum D'! Millionen Europäern eine so große Zahl von Akademikern absorbieren kann. Schon heute ist es in einzelnen äkadcmischen^feerufcn, z. B. dem ärztlichen, so schwer unterzukommen, daß manche junge jüdische Mediziner es vorziehen, in kaufmännischen Betrieben zu arbeiten, als in irgendeinem weltfern gelegenen Farmerbezirk Landarzt zu werden. Im Lehrberufe bestehen ebenfalls schon heute gewisse Schwierigkeiten für Juden, da es fast unmöglich ist, in Distrikten, in denen ausschließlich Buren leben, eine Stelle zu finden. Denn die Buren ziehen es natürlicherweise vor, ihre Kinder von einem Buren, cfbr auch in ihrer Religion zu unterrichten vermag, erziehen zu lassen, ebenso wie ein Engländer einen englischen Lehrer für seine Kinder einem Buren vorzieht. Doch ist diese Bevorzugung eines Engländers vor dem Buren und umgekehrt in der Regel nicht so ausgeprägt wie dem Juden gegenüber. Der Lehrerberuf ist hier daher einer von den Juden am mfeisten vernachlässigten Berufe. Selbstverständlich spielt hierbei auch das Abhängigkeiisverhältnis des Lehrers eine gewisse Rolle, obwohl die Be- Zahlung der Lehrer auch für südafrikanische Lohnverhältnisse eine ausgezeichnete ist. Unbestreitbar bestehen demnach für den Juden in Südafrika gewisse Schwierigkeiten, die der Engländer und der Bure nicht teilen. Doch es wäre völlig falsch, hier auch nur im entferntesten mit deutschen Verhältnissen vergleichen zu wollen. Südafrika ist in jeder Hinsicht ein für den Europäer freies Land und der Jude gehört als Europäer zur ״Herrenschiebt“ gegenüber Asiaten und Eingeborenen als Minderberechtigten. Ferner begünstigt die Stellung des Juden in Südafrika der Umstand, daß er keiner einheitlichen Nation gegenübersteht, von der er ais nationaler Fremdkörper betrachtet werden könnte. Soviel hier auch über eine Ver- Schmelzung der verschiedenen europäischen Nationalitäten zu einer einheitlichen südafrikanischen Nation die Rede ist, so ausgeschlossen erscheint dem objektiven Betrachter eine solche Verschmelzung, ־zum wenigsten für die nächste Zukunft. In der Wirtschaft des Landes spielen die Juden eine außerordentlich große Rolle und haben weit mehr zur Ent- Wicklung Südafrikas beigetragen als dies ihrer Zahl entspricht. Aber diese Tatsache wird ihnen hier nicht, wie sonst allgernein, auf die Debet-, sondern auf die Kreditseite geschrieben. So äußerte vor kurzer Zeit einer der führenden Männer der südafrikanischen Wirtschaft, ein Engländer, öffentlich den Wünsch, die Juden Südafrikas sollten mit der christlichen Bevölkerung Mischehen eingelien, um dieser einen Teil ihrer wertvollen, beispielgebenden Eigenschaften zu vermitteln. Und dieser Wunsch wurde nicht etwa \011׳ Buren oder Engländern, sondern von den Juden zurückgewiesen. Da es den Buren im allgemeinen an wirtschaftlicher Initiative mangelt, sind in den letzten Jahren und auch schon früher eine ganze Anzahl von Farmen aus den Händen der Buren in die der Engländer, Juden und Deutschen übergegangen. So sehr man auch diese Erscheinung im Lande beklagt, so wird die Ursache doch klar erkannt und ausgesprochen und der Jude ist nicht der Sündenbock. Bei einem Besuche der größten Versuchswirtschafts- und Landwirtschaftsschule des Landes hörte ich von den verschiedensten Seiten -- und dies scheint allgemeine Ansicht zu sein —, daß Engländer, Juden und Deutsche die besten Farmer Südafrikas sind. Als Illustration sei erwähnt, daß sowohl der

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