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Jüdische Rundschau · 1928-06-08 · Heft 45 (8.6.1928) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 45 (8.6.1928)
Date
1928-06-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Einzcbmmmer 0£S Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag Berlin W IS, Meiaekestrafie 10. Erscheint ieden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1.85 Goldmark, vierteljährlich 5,25 Goldmark. AtiBUndsaboBncnMffita werden in der Wahrtwf der einzelnen Länder berechnet Anzeigen *Verwaltung Jüdische Rundschau G. n».b. H., Berlin W15, Meinekestr, 10 Telephon: Amt Bismarck 7165—70. Aax«lgcnpreit:8g«!p«it.NoQparemezeUeO,5OG.'M,Stellengen!cbe0,25G<~M AntetgenschloB: Dienatag und {,reitagaachmitttgs 4 Uhr. Telephon: Bismarck 7165 —70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392 Für Oeaterreich! Postsparksssenamt Wien, Konto Nr. J56050. För T*checho*lowakeis Poitapirkaiieoamt Prag, Konto Nr. 59410. Für Polen: Posttparkaasenaat Warschau, Konto Nr. 1907G&. Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. כ סידן, תרפ ח | xxxiii. jahrg. Oer Zionismus erstrebt fOr das jüdische Volk «Ile Schaffung einer dffentllch » rechtlich gesicherten Heimstätte iw Ptlärtlni. ״Baseler Programm.** Rundsdiau Der Reidisverband der deutschen Juden Am 3. Juni begann in Köln eine Beratung der von den Landesverbänden jüdischer Gemeinden in Deutschland eingesetzten Kommission zur Schaffung einer Reichsorganisation. Es galt, die auf der Nürnberger "Tagung begonnene Arbeit zu Ende zu führen. Die für den gleichen Tag einberufene provisorische Arbeitsgemeinschaft, die im wesentliehen über Fragen der Lehrerausbildung und die Sehächtfrage beraten sollte, kam infolge der bis in die Nacht hinein dauernden Beratungen nicht mehr zum Arbeiten. Die Kommission war genötigt, einen Teil der Tagung auf den Montag zu verlegen. Zu Beginn der Sitzung betonten die Vertreter der Jüdisehen Volkspartei noch einmal, daß die Volkspartei in Uebereinslimmung mit weiten Kreisen auch der Liberalen die in Nürnberg gefaßten Beschlüsse über die Form des Reichsverbandes nicht biligen könne. Sie forderte einen von Anfang an demokratisch organisierten Reichsverband , der nicht aus den einzelnen Landesverbänden, son* dem unmittelbar aus den Gemeinden hervorgehen und dessen Organe nach einem demokratischen Wahlrecht gewählt werden sollen. Demgegenüber erklärte Neumeyer, München, in Namen der süddeutschen Verbände, daß diese den Beschluß gefaßt hätten, dem Reichsverbande nur dann beizutreten, wenn die Form des Dachverbandes Äibehalten würde. Es wurde beschlossen, die prinzipiellen Auseinandersetzurtgen dadurch zu unterbinden, daß nur die Fortsetzung der in Nürnberg begonnenen Beratung über die einzelnen Bestimmun1■ gen des Entwurfs Neumeyer zugelassen werde. Jeder Landesverband soll mindestens eine Stimme im Rate der Reichsorganh sation haben. Demnach werden im Rate die einzelnen Länder folgende Anzahl von Stimmen haben: Bayern 5, Sachsen 3, Württemberg 2, Baden 3, Hamburg 2, Thüringen 1, Hessen 2, Mecklenburg 1, Oldenburg 1, Braunschweig 1, Anhalt 1, Lübeck 1, Bremen 1, Lippe 1; außerdem der Deutsch-Israelitische Gemeindebund 2, die Zentralwohlfahrtsstelle 1, die Rabbiner-, Kantoren- und Lehrerverbände 5 Vertreter. Die nichtpreußischen Verbände entsenden somit 25, Preußen (gemäß lern Nürnberger Beschlüsse, daß es nicht mehr als im Verhältnis 50 0/0 minus 1 vertreten sein dürfe) 24 Vertreter. Der Rat der Reichsder EifdesverBände gedfeiüll, . .... . , .. ... . . ... . scher beschlossen, däß diese Bestimmung ln Zukunft fortfallen müsse. Es ergäbe sich z. B, die Notwendigkeit, gegebenenfalls auch einen Vertreter der Mittelharte!" zu/ulasseii. , ' - , Von grundlegender Wichtigkeit war die Beschlußfassung über die Zusammensetzung der Reichstagung. Beantragt wurde, daß die Mitglieder der Tagung überall dort, wo aus Unvahlen hervorgegangene Lanaesversammlungen existieren, von diesen nach den Grundsätzen des Proportional- Wahlrechts gewählt werden; wo solche demokratischen Wahlen nicht stattfinden, seien Urvvahlen auszuschreiben. Die Vertreter Sachsens und Hessens erklärten, daß sie, falls ein solcher Be- Schluß gefaßt würde, dem Reichs verband nicht beitreten würden. Eine solche Ausschreibung von Urwahien würde in Sachsen Rückwirkung haben auf die Wahlen zu den Gemeinden, die getrennt nach Inländer- und Ausländerkurien stattfinden, wobei die Inländerkurie trotz geringerer Anzahl der Mitglieder mehr Mandate zu besetzen hat. Gegen diese Auffassung polemisierte Dr. Sandler, der jede Beschränkung der Ostjuden als in Widerspruch zu den Tendenzen, auf denen sich der Zusammenschluß aller Juden in Deutschland aufbauen müsse, erklärte. Schließlich wurde eine Uebergangsbc- Stimmung angenommen, nach der die Abgeordneten der beiden genannten Verbände für die erste Wahlperiode durch die Verwaltungsbehörden der beiden Landesverbände zu ernennen sind. Darüber hinaus wurde beschlossen, daß der Rat 12 Mitglieder der Tagung von sich aus berufen dürfe, die als sögenannte ״Kulturträger“ bezeichnet wur.clen. Es sollen dies Vertreter der theologischen Lehranstalten, der Zentralwohlfahrts- Stelle, der Kantoren- und Lehrerverbände und anderer nichtpoliiischer Reichsorganisationen sein. Sämt’Lhe Beschlüsse wurden in einer Abstimmung, bei der jeder Landesverband eine Stimme führte, gefaßt. Es ergab sich häufig, daß die Stimmabgabe des Preußenverbandes durch die Stimme eines ganz kleinen Verbandes aufgehoben wurde. Eine Reihe von Beschlüssen wurde von den kleinen Verbänden gegen Preußen und Bayern gefaßt. Zu einer lebhaften Debatte gab die Frage der Bezeichnung des Reichsverbandes Anlaß. Hier standen sich drei Meinungen gegenüber. Die Majoritat wünschte die Bezeichnung ״Reichsverband der deutschen ־ Juden“, von badischer Seite wurde die Bezeichnung ״Israelitische Religionsgemeinschaft des deutschen Reiches“ vorgeschlagen, die Rechtsanwälte Geiger, Frankfurt a. M., und H e r z f c 1 d , Essen, wünschten die Bezeichnung ״Reichsgemeinschaft jüdischer Landesverbände“. Rechtsanwalt Herzfeld begründete seinen Standpunkt namentlich mit dem Wunsche des Central-Vereins, ihm widersprachen andere anwesende Mitglieder des Central-Vereins, so besonders Moritz A. Loeb. Dr. B a e c k , Berlin, führte aus, die einzige dem Geiste der Gründung entsprechende Bezeichnung sei: Reichsverband der deutschen Juden. Er wandte sich auch gegen die Bezeichnung ״israelitisch“, die dem Empfindungsleben der zeitgenössischen Generation nicht entspräche. Als Name wurde mit allen gegen drei Stimmen festgeiegt: ״Reichsverband der deutsehen Juden“. Die Beschlüsse der Konferenz müssen nunmehr in allen Landesverbänden einzeln gebilligt und angenommen werden, erst dann kann zur Konstituierung des Reichsverbandes geschritten werden. Bei der Schlußabstimmung stimmten die Volksparteiler Dr. Klee, Dr. B a d t, Dr. K o 11 e n s c h e r und K a r e s k i gegen den Gesamtentwurf, an dessen Verbesserung im einzelnen sie mitgearbeitet hatten, mit der Begründung, daß sie den grundsätzlichen Aufbau, der ihren demokratischen Forderuagen nicht gerecht werde, nicht billigen können. Der s ä c h - s i s c h e Landesverband enthielt si'fch der Abstimmung mit Rücksicht auf die ostjüdische sächsische Bevölkerung und die Gegnerschaft des sächsischen Landesverbandes gegen ein für deutsche Juden und Ostjuden einheitliches Wahlrecht. Die Anwesenden. Auf der Tagung waren die einzelnen Verbände u. a. durch folgende Herren vertreten: Preußen# Kammergertehtsrat Wolf, 1 •Dr.,. Aroif •SianjHer, .Mprfte. A. toek,• Mi-; JanA»geieW*rat י Meumeyer, Mstjtfät Elias Strauß, Justizrat Hommyl, Prof. Rosenzweig. Der Israelitische Oemeindebund: Legationsrat S.ohernheim, Rechtsanwalt ,KpUeps^her, Dr. Snlo man. Sachsen: Dr, Salfnger, GöldschmMt, Mecklenburg:. Dr. Rubensahn. Hamburg: Gemeindevorsitzehder BevH׳. Baden: Dr. Julius Moses, Professor Stein, Dr. Pfälzer. Anhalt: Landgerichtsdirektor Altberihum. Auch die übrigen Landesverbände waren auf der Tagung vertreten. Tagung des Landesverbandsrates In Köln fand am 4. und 5. d. M. eine Sitzung des Großen Rates des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden statt, die in ihrem ersten Teil von Wolff, in ihrem zweiten Teil von Dr. Klee geleitet wurde. Es wurde zunächst beschlossen, die Frage der Reichsorganisation noch nicht zu behandeln. Es wurde dann zu den Beschlüssen des Verbandstages mit Bezug auf die Aenderung der Verfassung Stellung genommen, eine Reihe von Verfassungsänderungen akzeptiert, andere auf Vorschlag des Referenten Dr. Freund abgelehnt oder vertagt. Weitere Satzungsänderungen betrafen den Wohlfahrtsausschuß. Die Wahlordnung für die Wahlen zum Rat wurde zunächst zurückgestellt. Ueber die zum Haushaltsplan 1928/1929 angenommenen Entschließungen referierte Direktor Kare§k1. Sie wurden im einzelnen durchgesprochen und erledigt,. ebenso wie die Frage der Unterstützung statistischer Arbeiten und die Koordinierung der statistischen Arbeiteri, die jetzt an verschiedenen Stellen geleistet werden, nach einem Referat Kareskis Gegenstand eingehender Aussprache wären. Loeb referierte über die Frage der erhöhten Posten für rituelle Verpflegung in den Kranken- und Pflegeanstalten. In längeren Debatten wurden an der Hand eines Berichtes aus Niederschlesien die Frage der Pensionszusicherung für anzustellende Lehrer und die Frage der Kosten des Religionsunterrichtes in Filialgemeinden leistungsunfähiger Hauptgemeinden durchgesprochen. Die Jaffaer Verkehrsprobleme Wie bereits berichtet, fand in Tel-Awiw-Jaffa eine Zujammenkunft mit Lord Plumer statt, in der die heute wichrü sten Fragen der Stadtentwicklung besprochen wurden, an der sich Delegierte der Munizipalitäten v o n Jaffa, Tel- A w i w und S a r o n a , die Handelskammern, der Indes;riel'em e!band und Vertreter der Schiffsagenturen beteiligten, und in der dem Oberkommissär ein Memorandum überrei ht wurde, das über die Verlegung der Zentraleisen- Bahnstation von Ludd nach Tel-Awiw und über den Ausbau des Hafens in Jaffa und seine Verbindung mit der Eisenbahn handelte. Das Memorandum weist auf die starke Entwicklung des Bezirkes hin, der mit seinen 200 Fabriken, die zusammen für C 800 000 Ware pro Jahr liefern und seinem wachsenden Orangenanbau unter dem Mangel guter Verkehrswege stark leide. Es wird eine Verbindung des Hafens n: it der neu zu bauenden Station durch einen guten W׳-g verlangt. Zu den seit langem bekannten Forderungen an die Regierung kommt in dem Memorandum ein neuer Vorschlag hinzu, nämlich im Falle, daß der Regierung die finan- וי eilen Möglichkeiten zum Ausbau des Hafens fehlen, eine private Gesellschaft zu gründen, die die Konzession übernehmen und lie Arbeiten mit eigenem Kapital und in eigener Regie aus-!ehren soll. Der Oberkomroissär und der Direktor des Departments für öffentliche Arbeiten antworteten auf das Memorandum und gaben eine Reihe von Einzelangaben. Danach ist die Regierung bereits damit beschäftigt, einen Bauplatz für die Station auszuwählen, der eine gute Verbindung sowohl für Jaffa wie für Tel-Awiw, wie auch für den Hafen gewährleisten soll. Die mit der Untersuchung betrauten Herren, der Leiter des Eisenbahnwesens und der Gouverneur des Jaffaer Bezirks sind bisher über die Wahl des Platzes noch nicht einig geworden. Unterdessen wird am Hafen ein großes Lagerhaus gebaut, dem verschiedene andere Verbesserungen folgen sollen. Das durch den Regenmangel und die Heuschrecken schwer mitgenommene Budget der Regierung in diesem Jahr wird vermutlich in nächster Zeit — vielleicht außer der Verlegung der Station — größere Verbesserungshauten nicht gestatten. ״Haarez“ weist darauf hin, daß nicht eine der Forderungen positiv beantwortet worden sei. Die Verlegung der Station wäre wieder auf unsichere Frist verschoben worden und die Verbesserungen im Hafen ebenso wie der Bau einer guten Chaussee am Meere entlang zwischen Jaffa und Tcl-Awivv seien für dieses Jahr ausgeschlossen. Das Blatt empfiehlt, einen stärkeren Druck auf die Regierung auszuüben, um die Beratungen über die Zukunft Jaffas zu beschleunigen. Die Jaffaer Presse, vor allem der arabische ״Falestin“, schlägt gegenüber der Regierung einen viel schärferen Ton an. In dem Memorandum, das von der Munizipalität Jaffa überreicht wurde, wird die Frage nach der Steuerhoheit Jaffas auf gerollt. Im Jahre 1921 /1922 hat die Regierung der Stadt Jaffa eine Reihe von Zollabgaben ge^ nommen und sie mit £ 17 000 abgelöst, die sie bis zum Janre 1925 als Entschädigung zahlte. 'Die Munizipalität Jaffa verlangt das Recht, diese Abgaben zu erheben, wieder zurück und droht im Falle, daß diese Forderung nicht erfüllt würde, mit der Demission des Stadtrats. . Die Mond-Konferenz — Fragen der Universität — Die Lage in Amerika RW, Berlin, 6. Juni. Unter dem Vorsitz von Lord Mond , dem wir zu seiner Erhebung in den Peerstand gratulieren, beginnen in den kommenden Tagen in London die Besprcchungen des Komitees, das in englischer Sprache unter dem Namen ״Joint Palestine Survey Comittee“ bekannt ist, in der zionistischen Welt meist kurz das ״Jewish Agency-Komitee“ genannt, weil es aus den Verhandlungen Weizmanns mit Marshai über die Er- Weiterung der Agency hervorgegangen ist. Bekanntlich hatten diese Verhandlungen bereits vor einigen Jahren das Stadium erreicht, daß sich die Führer der Nichtzionisten Amerikas bereit erklärten, am Aufbau Palästinas im Sinne des Mandates und der Balfour-Deklaration mitzuarbeiten, unter Vorbehalt ihrer persönlichen nichtzionistischen Gesinnung. Diese geplante Kooperation sollte durch eine von Juden aller Parteirichtungen beschickte amerikanische Konferenz sanktioniert werden, wobei das so vertretene amerikanische Judentum auch einen entsprechenden Anteil an den materiellen Lasten übernehmen sollte. Die Durchführung dieses Planes stieß jedoch auf Schwierigkeiten, besonders als nach Auftauchen des russischen Kolonisationsprojektes der Joint seine eigene Sammel-Tätigkeit erneuerte und zwischen den beiden Geldsarnmlungsapparaten, Joint auf der einen Seite und Keren Hajessod auf der andern Seite, trotz verschiedentlicher Friedensver- Sicherungen eine beträchtliche Spannung entstand Erst im Januar 1927 ist durdt das persönliche Eingreifen Dr. Weizmanns wieder eine Annäherung erfolgt, pid ^as e,:Wtedetf»tl>afa«1e;•der 41tef-#itew־!Äer*iWs;“' 1 Öfpäläiiunf -des 'amerikanischen Beitrags' für• Palästina. Um jedoch für diesen Akt und für die geplante amenkanische Judenkonferenz eine autoritative und klar umrissene Vorlage zu haben, wurde vereinbart, ein Komitee prominenter Juden zu bilden, in dessen Auftrag eine Reihe angesehener Experten sich nach Palästina begeben und dann einen Bericht über die Möglichkeiten der Ko- Ionisation erstatten sollten; auf Grund dieser Expertenberichte hätte das besagte Komitee einen Plan für die Durchführung und Finanzierung des Aufbaus des jüdisehen Nationalheims im Sinne des Mandates für eine Periode von fünf oder zehn Jahren zu umreißen, dessen finanzielle Erfordernisse von den beteiligten Gruppen zu decken wären. Fast eineinhalb Jahre hat diese Sache in Anspruch genommen. Wir stehen jetzt im Endstadium. Die Berichte der Experten sind fertig, die Mitglieder der Kommission haben ihre Beschlüsse zu fassen. Es sind gewisse Zweifel laut geworden, ob die Expertenberichte das halten werden, was man sich von ihnen versprochen hat. Die Experten, die aus einer anderen Welt kommen, waren mit der Materie sehr wenig vertraut und vermochten während ihres Aufenthalts in Palästina natürlicherweise nicht alle Einzelheiten griindlieh zu studieren. Es besteht eine gewisse Befürchtung, daß sie sich zu sehr bei Fragen auf halten, die innerhalb des Zionismus seit Jahren nach allen Richtungen diskutiert worden sind und denen kaum eine neue Seite abzugewinnen wäre. Auch wissen wir nicht, ob den Experten genügend klar geworden ist, daß wir beim Aufbau Palästinas mit einer Reihe unabänderlicher Faktoren zu rechnen haben, z. B. mit der Beschaffenheit des jüdischen Volkes und seinem Willen, gerade in diesem Land seiner Vergangenheit seine Zukunft zu bauen. Man braucht nur an jene Bemerkung Professor Meads vor vier Jahren zu denken, daß gewisse Wirtschaftszweige in Palästina besser von Dänen als von Juden ausgebaut werden könnten, um zu״ verstehen, was mit den hier geäußerten Befürchtungen gemeint ist. Was von den Experten erwartet wird, ist nicht in erster Linie eine Kritik der bisherigen zionistischen Arbeit, sondern eine fachmännische Auskunft über die Möglichkeiten des palästinensischen Bodens. Das Komitee darf seine Sitzungen nicht schließen, ohne seine Vorschläge bezüglich der Kolonisation und Finanzierung für die nächsten fünf oder zehn Jahre zu formulieren. Wird dies in positiver Form geschehen, dann werden die verschiedenen formalen Fragen, insbesondere das Verhältnis zur zionistisehen Organisation und ihrem Apparat, kaum Schwierigkeifen machen. Denn die Zionistische Organisation hat selbst die Hilfe dieser außerhalb ihrer stehenden Kreise angerufen, sie wird auch weiter den ehrlichen Willen zur Kooperation zeigen, vorausgesetzt natürlich, daß dieser Wille in klarer Form auch auf der andern Seite bewiesen wird. Die Aeußerungen der einzelnen Konimissionsrnitglieder, die im letzten Jahr Palästina bereist haben, lassen jedenfalls erwarten, daß ihr Wille, beim ׳״*f׳ %

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