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Jüdische Rundschau · 1928-06-05 · Heft 44 (5.6.1928) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 44 (5.6.1928)
Date
1928-06-05
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 44, 5, VT. 1928 J U E DI SCH E RUNDSCHAU Säte 119 Die Lage der!Dänischen Joden London, 27. Mai. (J. T. A.) Der litauische Minlsterpräsidcnt, Prof, Voldemaras, empfing den Vertreter der J. T. A. und erklärte folgendes über die Position der Juden in Litauen: p.ri der Betrachtung der Forderungen der Juden in Litauen ergeben si׳׳h für uns Schwierigkeiten infolge der einander entg c g c ח g e s e t z t e n Wünsche der orthodoxen und der 11i htorthodoxen Parteien, Würden die Juden in einer go iminschaftlichen Konferenz einmal zu einem endgültigen Abkommen gelangen und uns Wünsche unterbreiten, die wir als den wirklichen Ausdruck der großen Masse der Juden betrachten könnten, so würde es uns viel leichter sein, unparteiisch und gerecht zu handeln. Das Gesetz über die Zwangssonntagsruhe, fuhr Prof. Voldemaras fort, ist sehr elastisch und gibt Raum für weitherzige Auslegung, ohne daß dabei der Sinn ci.s Gesetzes umgebogen werden müßte. Was die jüdische S c h u 1 f r a g e betrifft, so gäbe es viele Schulen, die den eienientarsten Forderungen nicht entsprechen. Er gäbe aber zu, daß es absurd sei, Nichtjuden zu Direktoren jüdischer Schulen zu bestellen. An der Universität bestehen keinerlei Beschränkungen gegen jüdische Hörer; es sei Tatsache, daß 71) סיף der Studenten der medizinischen Fakultät der litauischen Staatsuniversität Juden sind. Es wäre für die Juden von Vorteil, wenn sie selbst überfüllte Berufe meiden und sich aussichtsreicheren Berufen, wie 7. B. der Maaschinenbaukunst, zuwenden würden, ln Litauen cxis;iert kein Gesetz, das Juden daran hindert, irgendeinen Rang in der Armee zu bekleiden. Das gleiche gilt für den /ivikliciist. Wenn wir nicht viele Juden im Zivildienst haben, so ist dies dadurch zu erklären, daß der Staatsdienst für Juden, die auf anderen Gebieten eine einträglichere Beschäftigung finden, nicht lohnend erscheint. Die Möglichkeit sei zugegeben, daß Unterbcamte eine Politik der bewußten Verfolgung der jüdischen Bevölkerung betreiben, was durchaus nicht im Sinne der bestehenden litauischen Regierung ist. Er, der Minister- Präsident, werde bei der vor sich gehenden Reorganisierung des Rfgierungsapparates es nicht unterlassen, gegen solche Vorkommnisse scharfe Maßnahmen zu ergreifen. Prof. Voldemaras s־hloß mit der Bemerkung, er glaube fest daran, daß die Juden 1 itauens auch weiter am Aufbau des litauischen Staates mitarbeite; werden. Extrem Radikale gibt es unter den Nichtjuden wie unter den Juden. Kowno, 31. Mai. (J.T. A.) Der litauische Ministerpräsident, Prof. Voldemaras, hat erklärt, daß der zukünftige litauische Sejm auf Grund der oktroyierten neuen Verfassung statt wie bisher aus 85 nur aus 40 Deputierten bestehen wird. In jüdischen Kreisen glaubt man, daß nach der neuen Lage der Dinge es nicht möglich sein wird, auch nur einen einzigen jüdischen Kandidaten bei den Wahlen zum Sejm durchzubringen. Kleine Nachrichten Jerusalem, 31. Mai. (J.T.A.) Lord Lloyd, der britische Oberkommissar für Aegypten, ist in Jerusalem eingetroffen und wohnt als Gast Lora Plumers im Regierungshause. Der österreichische Bundeskanzler Dr. Seipel beabsichtigt, am 4. August mit einer Anzahl katholischer Geistlichen eine Reise nach Aegypten und Palästina zu unternehmen. Das Exekutivkomitee der zionistischen Föderation 11 a - l i e n s hat den Delegiertentag der italienischen Zionisten für den 10. und 11. Juni nach Mailand einberufep• Es,ist dies dsp-erste italienische Zionistentag seit 1020. ... Prof. Dr. Kampffmeyer vom Orientalischen Seminar der Berliner Universität hat nach einem mehrwöchentlichen Aufenthalt in Aegypten und Syrien auch Palästina besucht, wo er einen Teil des jüdischen Siedlungswerkes und der jüdisch-kulturellen Institutionen besuchte. Kampffmeyer ist Herausgeber des in Berlin erscheinenden ״Islam-Echos“ und hat enge Beziehungen zur arabischen Bewegung. Dr. Bernhard Kahn, europäischer Direktor des Joint, weilte im Mai in Rumänien, um mit den Repräsentanten des rumänischen (bzw. beßarabischen, bukowinaer usw.) Judentums und der dortigen Institutionen die Frage der jüdischen Hilfs* tätigkeit zu besprechen. Er wurde überall feierlich empfange» und auf speziellen Banketten wurden seine Verdienste um die notleidende Judenheit gewürdigt. י Die vor kurzem in Jerusalem gebildete Danube Palestine Society hat vor einigen Tagen fünf Thorarollen an die im Anschluß an den rumänischen Studentenkongreß in Groß- Wardein zerstörten jüdischen Synagogen Transsylvaniens gesandf. Die Arbeiter-Krankenkasse ״Ku path C h 01 i m“ veranstaltete Anfang Mai d. I. in ganz Palästina eine ״Woche für soziale Hygiene“, in deren Verlauf überall Referate über praktische Hygiene gehalten, sowie Broschüren und Aufrufe, die über die verschiedenen Fragen der sozialen Hygiene und über die Tätigkeit der ״Kupath Cholim“ aufklären, verbreitet wurden. Unter der 16 Mann starken Expedition des verschollenen Luftschiffes ״Italia“ befindet sich ein bekannter italienischjüdischer Gelehrter, Professor Aldo Pontr.emoli, von der Polytechnischen Hochschule in Mailand. Pontremoli ist ein führendes Mitglied der Mailänder Jüdischen Gemeinde. In Leipzig ist der hervorragende Alttestamentler Prof. Wilheim Nowack im Alter von 78 Jahren gestorben. Rabbiner Dr. Salomon Funk, der Landesrabbiner-Stell- Vertreter von Mähren, ist nach längerer Krankheit im Alter von 63 Jahren gestorben. In diesen Tagen beging der Amerikanisch-Jüdisehe Kongreß das Jubiläum seines zehnjährigen Bestandes. Aus diesem Anlaß fand unter dem Vorsitz seines Präsidenten Dr. Stephen S. Wise eine Feier statt. Auf der 1. Gartenbauausstellung, die die Royal Horticulture Society unter dem Vorsitz von Lady P1 u m e r im April in Jerusalem veranstaltete, erhielt die in Tel-Awiw gelegene Blumengärtnerei unseres aus Deutschland stammenden Gesinnungsgenossen Hans Friedenthal den 1. Preis für Gladiolen. Die Union orthodoxer Rabbiner Amerikas hielt in Belmar, New Jersey, ihre 25. Jahresversammlung ab. ln einer Resolution w urde der'Befriedigung über die stetig sich bessernde Position des gesetzestreuen Judentums in Palästina Ausdruck gegeben. In einer zweiten Resolution wurde die Forderung nach einer angemessenen Vertretung der orthodoxen JudenhcF bei der Erweiterung der Jewisn Agency des jüdischen Nationalheims erhoben. Jerusalem, 17. Mai. (J.T. A.) Das Urteil gegen drei Araber, die am 4. Mal d. J. ein amerikanisches jüdisches Mädchen gewaltsam entführt und vergewaltigt haben, ist soeben gesproehen worden. Izat Ihn Rasnia und Abrahim Ibn Ali wurden zu je 15 Jahren, David Abdul zu 71/2 Jahren Gefängnis verurteilt. Drei hohe Beamte der Verwaltung der Südwest• bahnen in K i e w , Advokat Dronikow, Ingenieur Lesnewski und Glcbowitsch, wurden zu je IV* Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie ein antisemitisches Lied mit der Schreibmaschine vervielfältigt, im Geblude der Bahnverwaltung angeklebt und später unter die Eisenbahnbeamte■ verteilt haben. Preisausschreiben des Keren Kajemeth Das Hauptbüro des Keren Kajemeth Lciisrael (Jüdischer Nationalfonds) in Jerusalem schreibt hierdurch unter den jüdischen Künstlern einen Wettbewerb aus zur Erlangung von Entwürfen für den Jubiläumsband des Goldenen Buches des Keren Kajemeth Lejisrael. Die Bedingungen sind die folgenden: 1. Zur Teilnahme berechtigt sind alle jüdischen Künstler. 2. Die Entwürfe sollen den Gedanken des Keren Kajemeth Lejisrael veranschaulichen und in hebräischen Lettern nur die Inschrift tragen; Keren Kajemeth Lejisrael, Scfer Hasahaw, Kerach Chazi-Hajowcl. Es ist erwünscht, daß auf das 25 jährige Jubiläum des Keren Kajemeth Lejisrael hingewiesen wird, der auf dem 5. Zionistenkongreß in Basel gegründet wurde (16. bis 20. Teweth 5662 — 26. bis 30. Dezember 1901). 3. Alle Skizzen sollen in einfacher Darstellung gehalten sein. Sie sollen möglichst in Aquarellfarben hergestellt werden. Es ist ihnen eine Beschreibung beizufügen, aus der hervorgeht, in welchem Material die endgültige Ausführung gedacht ist. 4. Alle Entwürfe sollen in dem Original entsprechender Größe drei Teile enthalten: 1. Die Vorderseite des Einbandes. Z Den Rücken des Einbandes. 3. Die Rückseite des Einbandes. 5. Die Maße des Jubiläumsbandes des Goldenen Buches sollen denen der bisherigen Bände entsprechen, doch wird er (außer den Vorsatzblättern) nicht wie bisher 500, sondern 1nur 200 Seiten für je 10 Eintragungen enthalten. Die Seiten sind 65X 19 cm groß; mit dem Einband soll das Buch 67 cm hoch, 50 cm breit und 14,3 cm dick sein. Der Einbaud übersteht das Papier auf allen Seiten um 1 cm. 6. Die Entwürfe sind, mit einem Kennwort versehen, so zeitig einzusenden, daß sie bis spätestens am Z September 192S (17. EIuI 5688) beim Hauptbüro des Keren Kajemeth Lejisrael eintreffen. Der Sendung ist ein verschlossenes Kuvert beizufügen, das das Kennwort trägt und im Innern den Namen des Künstlers sowie seine Adresse enthält. 7. Die Mitglieder des Preisgerichts sind: E, M. Epstein, Jerusalem; Miß Szold, Jerusalem; Hermann Struck, Haifa; Dr. Tic ho, Jerusalem; Dr. van Vriesland, Jerusalem. 8. Es sind drei Preise ausgesetzt: I. Preis 35 LP. II. 25 ״ LP. UL 15 ״ LP. Das Preisgericht hat zu entscheiden, ob es die Preise vejfeä» kännV«'W*ö '(Kr־Md״ün? Tst,־/’dfH' UiinW dir eingereichten Entwürfe preiswürdig ist. Bei Eingang von mindestens zehn Entwürfen muß der ausgesetzte Betrag zur Verteilung gelangen. Jedoch kann das Preisgericht die Preise auch anders verteilen, als oben vorgesehen. 9. Der Keren Kajemeth Lejisrael ist nicht zur Ausführung eines der Entwürfe verpflichtet 10. Der Keren Kajemeth ist berechtigt, auch nicht preisgekrönte Entwürfe für den Preis von 10 LP. anzukaufen. 11. Die preisgekrönten und die angekauften Entwürfe gehen mit allen Rechten in das Eigentum des Keren Kajemeth Lejisrael über. Die Entwürfe werden nach Verteilung der Preise öffentlich ausgestellt. Aus Odessa wird mitgeteilt, daß dort der Haupträdelsführer 'des grauenvollen Pogroms von Proskurow, Doppak, verhaftet Worden Ist. Er wurde auf der Straße durch einen Juden Nudelmann, der selber bei dem Pogrom verstümmelt worden ist, erkannt. Die jüdische Einwanderer-Schutzgcsellsehaft in Melbourne hat einen Appell an die Juden in Australien zur Schaffung eines Fonds von 50 000 Pfund zwecks Gründung einer neuen jüdischen Kolonie in Australien erlassen. Am 10. Mai wurde mit dem Kreisbüro des Regierungs־ Departement für Oeffentüche Arbeiten der Vertrag abgeschlossen über die Bereitstellung von 7000 Kubikmeter Steinen für die Straße Petach Tikwah—Kalkilieh. Moskau, 30, Mal. (J. T. A.) Ermutigt durch den Erfolg der ersten Lotterie, die eine halbe Million Rubel für das Kolonlsationswerk erbracht hat, beschloß die Gesellschaft ״Qzet“, alljährlich eine Lotterie mit der doppelten Nummernzahl zu veranstalten und so dem jüdischen Kolonisationswerk eine halbe Million Rubel zuzttführen. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz hat soeben eine kurze Biographie seines Begründers, des großen Humanisten Henri O u ת i n t, erscheinen lassen, i:1 der in einem besonderen Kapitel der Bemühungen Dunants für eine Kolonisierung von Juden in Palästina und seiner diese Pläne betreffenden Besprechungen mit der ״Alliance Israelite Universelle“ und anderen jüdischen Gesellschaften und Personlichkeiten jener Epoche gedacht wird. Dann heißt es; ״Im März 1866 hat Henri Dunant von Paris aus die Ideen des ,lnternationalen Weltverbandes für die Wiederauflebung des Orients‘ (Socidtd Internationale Universelle pour la renovation de!׳Orient) zu verbreiten begonnen und war auch gleich an den Versuch einer Verwirklichung des Projekts, das die Neutralisicrung Palästinas unter der Aufsicht einer großen Kolonisationsgesellschaft vorsah, geschritten. Ein Jahr später entstand die ,Internationale Gesellschaft für Palästina‘ (Compagnie Internationale de U Palestine), deren Präsidium Dunant übernahm. Sie trat in Beziehungen zu versclredcnen anderen Gesellschäften und schloß Verträge ab. Der Begründer des!toten Kreuzes nimmt auf diese Weise mit Recht einen Piatz ein unter den Vätern des Zionismus.“ Ein Misraehl-Pflkrer gestorben Wir erhalten soeben aus Jerusalem die erschütternde Nachricht, daß das Mitglied des Merkas Olami schel Hamisrachi, S. (711. Landau, der dem Hapoel Hamisraehi angehörte,*gestorben ist. Vor etwa drei Jahren war Landau, ein Mitglied des Merkas des Misrachi, nach Erez-lsrael gegangen und hat dort insbesondere die Angelegenheiten der misrachistischen Arbeiterschaft innerhalb des Merkas mit großer Hingabe vertreten. Die palästinensische Arbeiterschaft wird ihm ein dankbares Andenken bewahren. Hillswerk für die bulgarischen Mm Die Nachrichten, die dem * Hilfsverein der Deutschen Juden aus dem Erdbebengebiet in Bulgarien zu gegangen sind, und dringende Gesuche um Hilfe haben den Hilfsverein veranlaßt, eine Hilfsaktion zugunsten der jüdischen Wiederaufbauarbeit in Bulgarien einzuleiten und einen Aufruf an die deutschen Juden zu erlassen, das Hilfswerk für die bulgarischen Juden zu fördern. Der Hilfsverein, der bis zum Kriege in Bulgarien ein Netz von Schulen unterhalten hat, die rum zum Teil durch das Erdbeben zerstört worden sind, fühlt in sieh die Verpflichtung, an dem jüdischen Rettungswerk teilzunehmen. Der Aufruf ist gefertigt von Dr. James Simon, Eugen L a n d a u , Max M. Wa rburg , Willy D r e y f u ß. Spenden sind mit der Bezeichnung ״Für das Bulgarienhilfswerk des Hilfsvereins der Deutschen Juden“ an die Deutsche Bank, Dep.-Kasse C, Berlin W 9, Potsdamer Straße 127/128 oder an das Postscheckamt Berlin, Konto Nr. 33126, zu überweisen. Geschäftsstelle des Hilfsvereins der Deutschen Juden: Berlin W35, Steglitzer Straße 12, Telephon: Lützow 6236. Jahresversammlung des Rabbinerverbandes Am 29. und 30. Mai fand in Berlin die Jahresversammlung des Allgemeinen Rabbinerverbandes in Deutschland, an der fast alle deutschen Rabbiner und auch mehrere Rabbiner aus den Nachbarländern teilnahmen, unter Leitung seines Vorsitzenden Rabbiner Dr. Baeck statt. Die nichtöffentliche Sitzung am ersten Tage diente der Erstattung und Besprechung des Geschäftsberichts. Der zweite Tag, dessen Verhandlungen Vertreter der großen jüdischen Gesamtorganisationen beiwohnten, hatte zum Thema: ״Di e Forderung des Judentums für die Gestaltung des Leben s“. Nach einer einleitenden Rede des Vorsitzenden über Recht und Pflicht des Rabbiners, zu den großen sozialen Fragen Stellung zu nehmen, und nach Ansprachen von Prof. Türk im Namen des Preußisehen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, von Direktor K a - reski im Namen der Jüdischen Gemeinde Berlin und von Dozent Dr. Lewkowitz im Namen der theologischen Bildungsanstalten w׳urden die Referate erstattet. Üeber Wirt- Schaftsethik sprachen Lewkowitz, Berlin, und Arthur L c w y , Berlin, über Bodenreform Salzberger, Frankfurt am Main, über Bevölkerungspolitik Eschelbach er, Düsseidort. Eingesandt Wir erhalten nachstehende Zuschrift: Gestützt auf unsere langjährige Erfahrung erklären wir, daß den Interessen der Arbeitnehmer die auf die Heilighaltung des Sabbat und der jüdischen Feiertage Wert legen nur dadurch,-gedient, wird,.daß. solchen, ArbeitßuebeudßO eta< JtesotK ders bevorzugte Behandlung! wie das in jedem gut geleiteten allgemeinen jüdischen Arbeitsnachweis geschieht, gewährleistel wird. Nur in einem allgemeinen jüdischen Arbeitsnachweis kann Vorsorge getroffen werden, daß entsprechende Vakanzen dem am Sabbat nicht arbeitenden Juden Vorbehalten bleiben und nicht durch Bewerber besetzt werden, die auch am Sabbat arbeiten würden. Die erstrebte Derentrallsation erschwert geradezu in weitem Maße die Möglichkeit, die wenigen vorhandenen sabbatfreien Stellen den in Frage Kommenden vorzubehalten. Wir richten einen dringenden Appell an die jüdischen Arbeitgeber, auf die reli- -’.. ‘י*''־׳' י",, -' ־" ' ‘ . israelitische Frauen und Mädchen, Frankfurt a. M., Langestraße 30, II, Bertha Rosenblatt, Vorsitzende; Berufsberatung und Arbeitsnachweis für Juden E. V., Frankfurt a. M., Langestraße 30, Fritz Epstein, Architekt B. D. A., I. Vorsitzender. Die Adresse des Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden lautet ab 6. Juni d. J.: Charlottenburg 2, Kantstraße 158, (Fernsprecher: Bismarck 6071/721. Ali Untermieter hat der Landesverband die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden aufgenommen, die voraussichtlich am 1. Juli die neuen Räume beziehen wird. Anläßlich der ״Pressa“ treten in Köln am 4. Juni zum ersten Male die an den Gemeinde blättern interessierten Kreise, vor allem die Schriftleitungen, zusammen, um eine Reihe von Fragen zu erörtern, die diesen jüngsten Zweig der jüdischen Publizistik angehen. Ortsgroppen Dresden. In der am xo. Mai 1938 ab gehaltenen Generalver Sammlung der Zionistischen Ortsgruppe widmete der Vorsitzende, Herr Pionkowski, dem kürzlich verstorbenen Ehrenvorsitzenden, Herrn S a 11 y H u r w i t z , einen warmempfundenen Nachruf. Aus dem hierauf erstatteten Geschäftsbericht sind insbesondere die weiteren Fortschritte in der Gemcindcarbcit hervorzuheben. Eine Reihe wohlgelungener Vorträge und Feiern konnte geboten werten, — Einer! sehr erfreulichen Eindruck gewann man aus dem Berichte der N.F.- Kommission, die Dank der vorbildlichen unermüdlichen Tätigkeit von Herrn Schocken unterstützt durch den von ihm gegründeten Gdud Keren Kajemeth, auf das ansehnlich« Jahresergebni* von 8000 M. zurückblicken kann. Angesichts der ungünstigen wirtschaftlichen Lage der für die Beitragslvistuugen in erster Linie maßgebenden ostjüdischen Kreise, kann der unter Leitung von Herrn Ing. Tschernoff erzielte Ertrag für den Keren Hajessod von taooo M. als hefriedigend angesehen wen!.״. Zu wünschen übrig llßt die Entwicklung der Mitglioderrahl. Deshalb soll auf die Werbung neuer Mitglieder, namentlich jugendlicher, künftighin das Schwergewicht gelegt werden. Auch der Hebung zionistischen Lebens ist größere Aufmerksamleit zuzuwenden. Zur Durchführung dieser Aufgaben wurde der neue Vorstand auf 15 Personen erweitert, aus dessen Mitte ein engerer Ausschuß aus fünf Personen gebildet wird. Weiterhin sind für die einzelnen Arbeitsgebiete Kommissionen einzusetzen. Herr Pionkowski sah sich aus gesundheitlichen Rücksichten gezwungen, den von ihm viele Jahre geführten Vorsitz niederzulegen. Ab dessen Stelle wurde der bisherige 2. Vorsitzende, Herr Dr. John Levy, einstimmig gewählt. Dem Vorstand gehören dann an: L. Aaichel, Frau I)r. Berlowitz, G. Bochner, I. Gerner, L. Ikenberg, Dipl .-Ing. Landau, O. Lehmann, S. Pionkowski, II. Schocke«, Dr. A. Strauß, I״g. Tschernoff, Dr. L. Winter, M. Wieselmann, A. Zimmerixig. Auf Gumd einer Sitzung des neuen Vorstandes setzt sich der engere Ausschuß, außerdem 1. Vorsitzenden, wie folgt zusammen: H. Schocken, 2. Vorsitzender, €. Bochner, O. Lehmann, Dr. A. Strauß.

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