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Jüdische Rundschau · 1928-06-05 · Heft 44 (5.6.1928) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 44 (5.6.1928)
Date
1928-06-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 316 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 44, 5. VI. 1928 Die Londoner Tagung der Agency-Kommlsslon New York, 21. Mai. (J.T.A.) In der Konferenz für den United Palestine Appeal vom 20. Mai kam Dr. Weizmann auch auf die bevorstehende Londoner erste Tagung der Experten-Commission zu sprechen. Er sagte u. a.: Wir werden in London ein durchführbares Programm der Wiederaufbauarbeit in Palästina aufstellen. Diejenigen, die ernstlich daran interessiert sind, daß die gesamte Arbeit in Palästina auf einer auf Grund wissenschaftlicher Forschung festgelegten Basis gemacht wird, haben jetzt eine sich ihnen Wetende große Gelegenheit, an der Jewish Agency mitzuarbeiten. Palästina ist von anerkannten Fachleuten wissenschaftlich untersucht worden; das Ergebnis dieser Unter- Buchungen vverclen wir in London zu begutachten haben. Wir Zionisten waren es, die eine solche wissenschaftliche Durch- Prüfung des Arbeitsgebietes in Palästina gefordert und veranlaßt haben. Wir wollten eine Uebersicht über die Arbeit gewinnen, die wir im Verlauf von sechs oder sieben Jahren vollbracht haben. Wir waren uns darüber klar, daß wir eben eine Periode der Pioniertätigkeit beendet hatten und daß es notwendig sei, die Summe der bisherigen Leistungen zu ziehen und auf der Basis der gewonnenen Erfahrung ein Arbeitsprogramm für die Zukunft vorzuzeichnen. Wir gingen an die Prüfung in der einzig hierfür möglichen Weise heran: unparteiisch, leidenschaftslos. Denjenigen, die wollen, daß die Arbeit in Palästina in den richtigen Gang kommt, sage ich: jetzt ist die Gelegenheit hierfür vorhanden. Denjenigen aber, die sich diese Gelegenheit nicht zunutze machen wollen, rufe ich zu: Stört «ms nicht ln unserer Arbeit! Ich will mich nicht in Erörterungen einlassen, ob die Zu- Stimmung zur Erweiterung der Jewish Agency politisch richtig oder falsch war; der Kongreß hat dieser Jewish Agency- Politik zugestimmt, und «vir müssen demgemäß handeln. In der Keimzelle der Erweiterung, die wir nun zu schaffen versuchen, liegt eine tiefere Idee verborgen, als es bei Betrachtung der Oberfläche scheinen mag. Die Idee ist die Vereinigung des gesamten Judentums zu einer gemeinsamen Aufgäbe: Aufbau Palästinas. Von Zionisten sollte nichts unternommen werden, was die Chance des Erfolges dieses Planes mindern könnte. Ich hoffe, daß nun ein Anfang gemacht wird, um die Last, die bisher allein auf die Schultern der Zionisten gedrückt hat, auf das ganze jüdische Volk zu verteilen. Der finanzielle Aspekt des Wiederaufbauwerkes in Palästina ist ein Problem, dem wir ernst ins Auge blicken müssen. Ich bin mir klar darüber, daß die Finanzen der Zionistischen Organisation auf einer anderen Basis als bisher gestellt werden müssen, damit endlich für unsere Operation in Palästina Sicherheit und Stetigkeit geschaffen werden. Wir können mit den in der Vergangenheit angewandten Methoden der zufälligen Oeldaufbringung nicht fortfahren. Die Stabilisierung unserer Finanzen wird Gegenstand unserer ernstesten und sorgfältigsten Erwägung sein; ich hoffe, in kurzem darüber Ausführliches mitteilen zu können. * Jerusalem, 1. Juni. (J.T.A.) Dr. Harry Sacher und Dr. Arthur Ruppm haben sich nach London zur Teilnähme an der am 9. Juni dort beginnenden Beratung der Experten-Kommission begeben. * Direktor Oskar Wassermann ist am 4. Juni in London eingetroffen. Die J.T.A. verbreitet eine aus London vom 4. Juni datierte Mitteilung über die angeblichen Absichten Direktor Wassermanns bei der Londoner Agency-Sitzung. Nach unseren Informationen sind diese Nachrichten aus der Luft gegriffen. Sir Alfred Mond hat zu Ehren von Felix M. Warburg ein Diner gegeben, dem prominente Persönlichkeiten der britisehen politischen und Finanzwelt sowie Baron James de Rothschild aus Paris bewohnten. Ein Araber Iflr Jüdisch-arabische Verständigung In ״Dawar“ veröffentlicht Michael Assaf ein interessantes Gespräch mit dem Chefredakteur der großen ägyptischen Zeitung ״El Siassa‘־, Machmud Asmi Bey. Der Aegypter ist mit einer russischen Jüdin verheiratet, die er als Student In Paris kennengelernt hat. Er ist überzeugter Anhänger einer westlichen Orientierung und lehnt den extremen ägyptischen Nationalismus ab. Was die j ü d i s c h - a r a b i - sehe Frage in Palästina betrifft, so ist Asmi Bey ein Gegner der Balfour-Deklaration, in der er ein sowohl den Arabern als auch den Juden schädliches Dokument sieht. Dieses Dokument hat nach seiner Meinung bei einem Teil der Zionisten Absichten erzeugt, die Araber ganz aus dem Lande zu verdrängen, und die Araber hat diese Deklaration verhindert, den großen Nutzen zu sehen, den ihnenlflie Einwanderung der Juden europäischer Kultur bringen kann. Der Aegypter war sehr befriedigt von dein, was er in Palästina gesehen hat, insbesondere von dem großen Fortschritt der jüdischen Kolonisationsarbeit. Nach seiner Meinung müßten die Araber die Rückkehr der Juden nach dem Orient für sich ausnützen und mit ihnen einen Bund zwecks gemeinsamer Arbeit im Dienste des erwachenden Orients schließen. Auch für Aegypten, das heute an der Spitze der arabischen Länder marschiert, wäre eine solche Zusa.enarbeit mit den Juden zu begrüßen. ״Die Juden würden den Arabern als Brücke zur europäischen Kultur dienen, die Aegypter den Juden als ein Schiff zu den arabischen Völkern.“ Asmi Bey glaubt mit Sicherheit, daß es zu einem derartigen Friedensbunde kommen wird- Der Redakteur interessierte sich auch für die moderne hebräische Literatur und will im belletristischen Teil von ״El Siassa“ Uebersetzungen aus dem Hebräischen bringen. Er klagte über den Mangel einer originellen modernen arabischen Literatur. In diesem Sinne wurde auch eine künftige Zusammenarbeit ins Auge gefaßt. •— Die Unterredung־ zeigt, daß sich mannigfache Beziehungen anknüpfen lassen, wenn ein ernster Versuch gemacht wird. Es wird auch in Deutschland für manchen interessant sein, daß Assaf, der vor einigen Jahren in Berlin Arabisch zu lernen begonnen hat, bereits einer der wenigen ist, die mit Arabern in ihrer Sprache verkehren können. Lord Reading über Palästina Anläßlich der Anwesenheit Lord Readings (Rufns Isacs) in Berlin hatte der Korrespondent des Warschauer ״Moment“, Hermann Swet, eine Unterredung mit dem gewesenen Vizekönig von Indien. Lord Read ing erklärte sich bereit, den Interviewer zu empfangen, nachdem ausdrücklich vereinbart war, daß sich die Fragen auf den Aufbau Palästinas beziehen werden. Lord Reading erkundigte sich zunächst nach den Verhältnissen und der Ausdehnung des jüdischen Pressewesens. Nach erhaltener Auskunft beantwortete er die Frage über seine Auffassung bezüglich des Palästina- A u f b a 11 s folgendermaßen: ״Mir scheint, daß alles in gutem Fortschreiten befindlich ist. Die Lage bessert sich. Es ist nicht leicht, ein Land aufzubauen; die Schwierigkeiten in Palästina sind jedoch nicht größer als in Jedem anderen Kolonisationsgebiet. Ich knüpfe sehr viel Erwartungen an das Werk der Elektrifizierung durch Ruthenberg. Ich nehme ja lebhaften Anteil an diesem Unternehmen, an dessen Spitze ich stehe und an dem auch Sir Alfred Mond beteiligt ist. Alfred Mond, der soeben Palästina besucht hat, äußerte sich mir gegenüber begeistert über das Aufbauwerk. Ich hoffe jedoch, im nächsten Jahre mit meiner Frau Palästina besuchen zu können und mit eigenen Augen mich über die Bedingungen, unter denen der Zionismus sein Werk schafft, zu informieren.“ Auf die Frage, ob England seine im׳ Palästina-Mandat übernommenen Verpflichtungen erfüllt, sagte Reading: ״Die Beantwortung dieser Frage ist sehr schwer. Die Lage ist sehr kompliziert. Uebrigens bin ich nicht mit allen Einzelheiten der englischen Politik in Palästina vertraut. Eines weiß ich aber sicher: England wird stets seine im Palästina- Mandat übernommenen Verpflichtungen erfüllen, einerlei welche Richtung — konservativ, liberal oder Arbeiterpartei — an der Macht sein wird. Bezüglich Palästinas haben alle den gleichen Standpunkt, und wir können ruhig und ungestört unsere Arbeit in Palästina fortsetzen.“ Das Gespräch kam dann auf den innerzionistischen Konflikt in Amerika und auf die Differenzen zwischen Weizmann und Stephen W i s e. Reading wich einer Beantwortung dieser Fragen aus und erklärte: ״Ich möchte darauf keine Antwort geben. Ich reise jetzt nach London, wo ich Gelegenheit haben werde, mit den dort befindlichen Herren Warburg, Marshall, Frankel und Mond zu sprechen, und mich über die Einzelheiten der verschiedenen Standpunkte zu informieren. Jetzt kann ich nur eines sagen: Ich halte Weizmanns Politik für richtig. Ich kenne Weizmann sehr gut und weiß, daß er gerade auf politischem Gebiete große Verdienste hat. Ich will ausdrücklich feststellen, daß die englischen Regierungskreise Weizmann hochschätzen. Der Konflikt in den Reihen der amerikanischen Zionisten ist ein Zeichen, daß die Bewegung dort lebt. Allerdings scheint man sich nicht wegen Theorien dort zu streiten, es handelt sich um lebendige praktische Probleme, die mit der ganzen Palästina-Arbeit Innig zusammenhängen. Jedoch scheint mir, daß der Streit zu scharf geführt wird. Das kann nur dem Palästina-Aufbau schaden und das ist zu bedauern.“ Wedgwood and der ״Near East“ Die englische Zeitschrift ״The N e a r East and I n d i a“ kritisierte aas Buch von Wedgwood über ״Das siebente Dominion“ und spricht bei dieser Gelegenheit von der Zukunft Palästinas als eines ״selbstregierenden arabischen Staates“ im Sinne der alliierten Deklarationen. In der letzten Nummer berichtigt Israel Cohen, Sekretär der Zionistischen Organisation, diese Auffassung, indem er nachw׳eist, daß die alliierten Versprechungen an die Araber sich nicht auf Palästina bezogen hätten, sondern Palästina durch die Balfour-Deklaration als Land der jüdischen Heimstätte bestimmt wurde, was sonst auch in der erwähnten Zeitschrift — sogar in der gleichen Nummer — anerkannt wird. Interessant ist die Nachbemerkung der Redaktion, worin u. a. gesagt wird: ״Wir hoffen und glauben, daß, wenn die Zeit der Selbstregierung in Palästina gekommen sein wird, der Antagonismus zwischen Arabern und Juden sich in einer gemeinsamen palästinensischen Staatsbürgerschaft aufgelöst naben wird; und dieser Staat, geographisch gelegen innerhalb der vier Ecken der arabischen Welt, kann wohl als arabischer Staat bezeichnet werden. Der Zweck jenes Artikels war die Abwehr von Wedgwoods Versuch, Großbritannien zu einem Bruch der Mandatspflichten zu veranlassen; und dies nicht so sehr, weil wir glauben, Col. Wedgwood werde sein Ziel erreichen, sondern weil seine Worte unvermeidlich bei der arabischen Bevölkerung Palästinas ein Vorurteil gegen die zionistische Sache hervorrufen müssen. Wir glauben, daß dieser Sache besser gedient wird, wenn sie einen unfruchtbaren Streit bleiben läßt.“ Schicksale iüdischer Kinder in Palästina Jerusalem, 25. Mai. (J.T.A.) Der 1898 aus Damaskus eingewanderte, in A k k o wohnende Schmied Aaron N a t a h hat seine zehn Jahre alte Tochter an den arabischen Ladeninhaber Assadi um den Preis von 30 Pfund verkauft; Assadi hat das Kind zur Frau seines vierzehnjährigen Sohnes bestimmt; die Hochzeit spllte in den nächsten Tagen stattfinden. Die Söhne des Juden Natha intervenierten bei der Regierung, dem Oberrabbinat, dem Waad Leumi, der Zionistischen Exekutive Palästinas, dem arabischen Mufti gegen diese Verschacherung ihrer kleinen Schwester. Das Rabbinat erklärte den neunzigjährigen Natah für unzurechnungsfähig und beauftragte seinen ältesten Sohn, die Schwester vom Araber zurückzufordern. Eine des Lesens und Schreibens unkundige Jüdin, namens Landau, die Fratf eines früher in Palästina stationierten, jetzt in England lebenden jüdischen Soldaten, hat vor vier Jahren ihre kleine Tochter dem St. Joseph Catholic Convent zur Er- Ziehung übergeben. Im Convent wurde das Kind ohne Wissen der Eltern katholisch getauft. Nunmehr klagte Frau Landau vor Gericht auf Rückgabe des Kindes, da das katholische Institut sich weigerte, das Kind den Eltern zurück zugeben. Das Gericht entschied״ daß das Kind der Mutter zurückgegeben werde. Laut dem ״Haaretz“ verlautet in .London* daß .Sir Alfred Mond dem Plane der Erbauung einer Eisenbahn ־/wischen Haifa und Bagdad großes Interesse entgegenbringe und daß er beabsichtige, sich um Uebernahme dieser Arbeiten zu bewerben. Sein letzter Besuch in Palästina und im Irak soll u. a. auch mit dieser Frage in Verbindung gestanden haben. WaUsIeg in Dnlsbnrg Von unsertn Berichterstatter. Die Repräsentanz der Jüdischen Gemeinde Duisburg hatte in mehrjähriger Arbeit freiheitliche, den Anforderungen der Neuzeit entsprechende Statuten ausgearbeitet, denen jedoch der Vorstand in seiner Mehrheit die Zustimmung versagte. Von überaler Seite wurde dann ein vor drei Jahren unterzeichnetes Abkommen, das Neuwahlen nach Verhäftniswahlrecht vorsah, nicht innegehalten, und durch Beschwerde bei der Regierung wurden Wahlen nach dem alten Mehrheitswahlrecht durchgesetzt. Die Liberalen hatten keinen Nutzen davon. Sie unterlagen bei der Wahl am 3. Juni trotz starker Anstrengungen mit 160 egen 250 Stimmen, welche die Liste Epstein erhielt, und ekamen kein einziges Mandat. Die Wahlbeteiligung betrug 75 0'״. Bel der Vorstandswahl Helen die Liberalen ebenfalls völlig aus. In den Vorstand wurden u. a. unsere Freunde K.-A. Simon und Eduard Gelber gewählt. Am 30. Mai sprach während des Wahlkampfes in der Liberaten Vereinigung Generalsekretär George G o e t z, dessen Ausführungen jeden Kenner der alten und neuen jüdischen O#• schichte überraschen mußten. Dabei stellte auch er die Behauptung auf, die Zionisten erstrebten in Deutschland die Recht« einer nationalen Minderheit, erwähnte den entgegengesetzten Beschluß des 15. Delegiertentages der Z. V. f. D. vom 26. Dezember 1918 nicht und bezog sich unrichtigerweise auf Aeußerungen Oskar Cohns. Er behauptete, noch dazu in Duisburg, daß die Liberalen stets für Ausländer-Wahlrecht eingetreten seien und daß sie nie, die Zionisten aber stets Machtpolitik getrieben hätten. Die Götzsche Rede wurde von der ganzen Versammlung ln Ruhe angehört. Als zweiten Redner ließ die Liberale Vereinigung den ersten Vorsitzenden der Central-Vcreins-Ortsgruppe sprechen. Wir sind der Ansicht, daß stärkere Ausschreitungen gegen den Zionismus und bestimmte einzelne Zionisten, als die von diesem Redner begangenen, noch nicht vorgekommen sind. Die letzte Nummer der C.-V.-Zeitung kündigte eine grundsätzliche Abrechnung mit dem Zionismus an. Wir sind bereit, hierzu das Material zur Verfügung m stellen, das dieser C.-V.-Redner unter dem tosenden Beifall seiner Anhänger bot. Als dann der Vorsitzende der Zionistischen Vereinigung, R.-A. Simon, wenige sachliche Worte in der Diskussion gesprochen und einige dem Vorredner offenbar unbequeme Tatsachen richtig gestellt hatte, sprang dieser auf Herrn R.-A. Simon zu und vergriff sich tätlich an ihm. Im Nu bildete die nationaljüdische Jugend einen lebenden WaU um den zionistischen Führer. In der letzten Nummer der C.-V.- Zeitung heißt es: ״Genau so, wie sich die Zionisten das Recht nehmen, die Aufklärungsarbeit für ihre Ziele mit allen von ihnen für gut befundenen Mitteln durehzufiihren, genau so muß es auch dem C.-V. überlassen sein, die von ihm für richtig befundenen Wege der Aufklärung zu gehen, selbst wenn diese dem Gegner manchmal nicht gefallen.“ Uns gefallen diese Wege allerdings nicht, aber wir wollen mit dem C.-V. nicht darüber streiten. —■ Am nächsten Tage fand im großen Börsensaale unter Leitung von R.-A. Simon eine von etwa 450 Personen besuchte Versammlung statt, ln der unser Freund Jakob Herzberg (Frankfurt) über ״Gemeinde und Judentum“ sprach und in der man die Ereignisse des Vorabends schonend mit Schweigen überging. Die Versammlung nahm einen erhebenden Verlauf. Wir hoffen, daß der Ausgang der Wahl zur Besinnung beitragen, und die gute Arbeit, welche die Repräsentanz der Gemeinde ln den letzten Jahren geleistet hat, weiter fortgesetzt werden wird. Die Niederlassung von Palästina-Tonristen Jerusalem, 30. Mai. (J.T.A.) Die Palästina-Regierung hat zwei jüdische Familien, die auf Touristenpässen ins Land kamen und wegen Ueberschreitung der Aufenthaltszeit ausgewiesen werden sollten, nachträglich erlaubt, sich dauernd in Palästina niederzulassen. Drei weiteren jüdischen Touristenfamilien wurde erlaubt, solange im Lande zu bleiben, bis über ihren Fall entschieden werden wird. Die sechste der ausgewiesenen Familien bat inzwischen, ohne eine Entscheidung abzuwarten, das Land verlassen. Die Heiligen Ställen in Palästina Im Unterhaus fragte Col. Wedgwood, ob die Meldungen richtig sei, daß in Verhandlungen mit der i t a 1 i e n i s e h e n Regierung dieser die Uebergabe des Schutzes über die Heiligen Stätten in Palästina zugesichert worden sei. Außenminister Charaberlain erklärte, daß diese Gerüchte jeder Grundlage entbehren. Palästinensische Geburtenstatistik Die statistische Abteilung der Zionistischen Palästina-Exekutive hat eine Aufstellung über die Geburts- und Sterbeziffern der verschiedenen Bevölkerungsschichten in Palästina für das Jahr 1926 veröffentlicht. Danach betrug im erwähnten Jahre die Zahl der Geburten bei der jüdischen Bevölkerung 5 229 oder 36 ״ ״ christlichen %0 40 ״ 025 3 ״ ״ ״ mohammedanischen 60 ״ 31949 ״ %n Ist so die relative Geburtenziffer bei den Juden die kleinste, so haben diese auch auf die kleinste relative Sterblichkeitsziffer hinzuweisen. Die Zahl der Todesfälle betrug im gleichen Jahre bei der jüdischen Bevölkerung 1 782 oder 12,1 %0 ״ ״ christlichen ,% 17,9 ״ 1355 ״ ״ ״ mohammedanischen %0 28,6 ״ 15185 ״ Ausweisung von Kommunisten Jerusalem, 31. Mai. (J. T. A.) Unter der Beschuldigung, der kommunistischen Bewegung anzugehören, wurden elf Juden zu Gefängnisstrafen und Landesverweisung verurteilt. Die Namen der Ausgewiesenen sind Zitman, Levin, Luk, Listwinsky, Hermoni, Langman, Kanewskv, Ungerfeld, Eleazar und Nechatna Eisenberg. Listwinsky wohnt seit der Zeit vor dem Kriege in Palästina, das Ehepaar Eisenberg muß mit seinem zwei JahTc alten, in Palästina geborenen Kinde auswandern. Die Organisation ״Rote Hilfe“ in Palästina fordert in einer Proklamation die gesamte Bevölkerung Palästinas auf, gegen die Landesver* Weisung der elf Juden zu protestieren. Das Jaffaer Gericht hat zwei Juden, Chain! Schlesinger und Joseph Baskin wegen Zugehörigkeit zur kommunistischen Bewegung zu je zwei Monaten Gefängnis und zu Landes- Verweisung verurteilt. Jerusalem, 1. Juni. (J.T.A.) Die elf jüdischen Konimunisten, die zu Gefängnisstrafen und Landesverweisung verurteilt worden sind, begannen im Gefängnis einen Hungerstreik. Sie klagen über brutale Behandlung. Sitzang des Akiions-Comilfo Die nächste Sitzupg des Aktions-Comitds soll in Berlin am 17. Juli beginnen. m

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