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Jüdische Rundschau · 1928-06-05 · Heft 44 (5.6.1928) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 44 (5.6.1928)
Date
1928-06-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 314 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 44, 5. VI. 1928 Nr. 44, offengestanden, seine Wahrheit früher bezweifelt, aber er ist jetzt durch Ziffern bekräftigt. Der soeben veröffentlichte Bericht des RegLrüngsdepartements für Handel und Zölle beweist klar, daß das Jahr 1927, un.-er Krisenjahr, in welchem;׳um erstenmal seit dem Jahr 1020 die Zahl der Auswanderer größer war als die Zahl der Einwanderer, zugleich ein Jahr aufsteigender Wirtschaftsentwicklung war, speziell auch in den Sphären der jüdischen Wirtschaft. In diesem Jahr ist die Einfuhr im Vergleich mit dem Vorjahr um .£ 400 000 gefallen, während die Ausfuhr um £ 600 000 gestiegen ist. Die Ausfuhr ist von zirka £ 1 300 000 im Jahre 1926 auf zirka £ 1900 000 im Jahre 1927 angewachsen, ein Zeichen für eine relativ sehr bedeutende Steigerung der Produktion. Ich will das Referat nicht mit Zahlenmaterial belasten, so interessant es auch ist. Es genügt, festzustellen, daß der erwähnte Regierungsbericht zwei Tatsachen bestätigt: Die neue Industrie hat sich auf dem Gebiete der Textilwaren, des Zements, der Lederwaren, der Seifen- und Oel- Produktion und in anderen Sphären günstig entwickelt, sic hat in letzter Zeit 1200—1500 Arbeiter neu absorbiert, sie hat sich Absatzmärkte in Aegypten, Syrien und Trans- Jordanien erworben. Zweitens brauche ich nur das in der letzten Zeit schon zur Parole gewordene Wort: ״Orange“ auszusprecheu, um anzudeuten, auf welchem Gebiete die Entwicklung außerdem ganz bedeutend fortgeschritten ist. Auch außerhalb der Pflanzungszone, also in den Zonen vor allem der gemischten Wirtschaft, in unseren zionistischen Siedlungen, hat die Landwirtschaft — hauptsächlich technisch — Fortschritte gemacht. Die Dürre im Emek und die Heuschreckenplage werden mehr als Zwischenfälle betrachtet, die das allgemeine Gefühl gesteigerter Zuversicht in die Aussichten c% Landwirtschaft kaum beeinträchtigt. Es ist klar — wir werden davon noch zu sprechen haben —, daß die Zukunft noch voll von Problemen ist, vor allem finanzieller Art, aber trotzdem bleibt die zugleich schmerzliche und ertreuliche Lehre der Krisenzeit unangetastet. Wir hätten die Linie stetigen Aufstiegs nicht zu verlassen brauchen, wenn wir nicht eine verfehlte Immigrationspolitik mit allen ihren bedenklichen direkten und indirekten Folgen getrieben hätten. Man kann diese Lehre der Krisenzeit so formulieren, wie Ruppin es auf dem letzten Kongreß getan hat, daß eine wirtschaftliche Verwurzelung von Immigranten in Palästina nur möglich ist, wenn mit jedem Einwanderer ״entweder zusammen mit ihm oder von dritter Seite gleichzeitig auch Kapitalien nach Palästina einwandem“. Man kann aber jetzt diesem Gedanken eine durch die Erfahrungen der letzten Zeit bekräftigte optimistische Färbung durch den Zusatz geben, daß es für dieses Kapital in Palästina gute Chancen gibt. Das private Kapital beginnt sich in Palästina zu regen. Es hat die Orientierung auf die wirklich aussichtsreichen Ziele der Produktion hin gewonnen. War es in der Zeit der vierten Alijah noch, desorientiert, so hat es in der Zwischenzeit die lohnenden Objekte aufgespürt, und vor allem im Orangenbau ist eine vielleicht ganz großzügige, jedenfalls aber stetig anwachsende Betätigung privaten Kapitals zu erwarten. Diese Erscheinung bedeutet einen großen, vielleicht eh%ch§idend*n Fortschritt^ der dadurch besonders , akzentuiert ist, daß er In der Krisenzeit gemacht wurde. Ich sprach von der Befestigung der politischen Lage und der gelungenen Probe auf die Widerstandsfähigkeit der palästinensischen Wirtschaft. Ich muß drittens von der Widerstandskraft unseres Menschenmaterials reden, in erster Linie der Arbeiterschaft. Die Arbeiterschaft hat einen sehr wesentlichen Anteil an der Ueberwindung der Krise. Sie hat Beweise ihrer Moral und Disziplin gegeben, in der Art, wie sie in schweren Zeiten die Zähne aufeinanderstieß und durchhielt. Sie hat auch neue Beweise ihrer Intelligenz und Initiative geliefert, in der Art wie sie unter Einsatz ihres ganzen weitausgebauten Apparates Arbeitsmöglichkeiten aufspürte, Verhandlungen über neue Arbeiten führte, Arbeiten plante und die zahlenmäßig sehr geringen Kräfte des Arbeitsdepartments der Exekutive wirksam ergänzte und stützte. Davon war schon oft die Rede. Seltener ist auf andere, ebenfalls sehr wesentliche und durchweg positiv zu wertende Erscheinungen hingewiesen worden: Allen Erwartungen zum Trotz ist die Arbeiterschaft in dieser schweren Zeit durchaus nicht radikalisiert worden. Im Gegenteil ist die Autorität der Allgemeinen Arbeiterorganisation, der Histadruth, in der Arbeiterschaft gestärkt worden. Diese Autorität und die Autorität der Histadruth-Führer war in der ersten Zeit der Krise ins Wanken geraten, sie ist heute wieder gefestigt und wahrscheinlich stärker als je. Die Führung der Arbeiterschaft nimmt bekanntlich das Verdienst für die Ueberwindung der Arbeitslosenkrise nicht nur teilweise für sich in Anspruch, — wozu sie zweifellos berechtigt wäre —, sondern uneingeschränkt und jedenfalls erzeugt dieses etwas weitgehende Selbstvertrauen Vertrauen. Ihre Leistung wird von der Arbeiterschaft anerkannt und gewürdigt. Man kann von einer Konsolidierung heute vielleicht besonders auch in bezug auf die innere Situation der Arbeiterschaft reden. Die linksradikalen Elemente sind heute sicher schwächer als etwa von einem Jahre. Die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sind noch keineswegs der Besonderheit der zionistischen Aufbauaufgabe angepaßt, es herrscht noch keineswegs der bürgfriedliche Geist klarer Kompromiß- und Verständigungsbereitschaft, den wir in Palästina mindestens in den nächsten zehn Jahren brauchen, aber die Arbeiterschaft ist heute jedenfalls kompromißbereiter als früher. Sie ist nachgiebiger geworden, sie besteht nicht mehr dogmatisch auf der Forderung einseitig von Arbeiterseite beschickter Arbeitsbüros, sie ist bereit, das Streikrecht für landwirtschaftliche Betriebe weitgehend einzuschränken, und es ist heute mehr an den Arbeitgebern als an den Arbeitnehmern, durch ein Entgegenkommen die Basis für einen dauerhaften Frieden zu schaffen. Auf dieser dreifachen Grundlage einer Verständnisvollen Haltung der politischen Faktoren, der gesteigerten Zuversicht des jüdischen Volkes in die landwirtschaftlichen und industrieilen Möglichkeiten des Landes und der im Feuer der Krise geläuterten nationalen Disziplin undGeschlossenheit derArbeiterschaft läßt sich ein Zukunftsprogramm aufbauen, in dessen Rahmen dem nationalen Kapital, dem privaten Kapital, dem Jischuw, der Zionistischen Organisation und jüdischen Gesellschaften große Aufgaben zufallen. Man hat in der letzten Zeit wiederholt behauptet, die Entwicklung vollziehe sieh immer mehr ohne direkte Mitwirkung der Zionistischen Organisation, und die Rolle der Zionistischen Organisation im Wirtschaftsaufbau ist zum Gegenstand einer meist oberflächlich geführten Diskussion geworden. Man darf sich nicht dadurch täuschen lassen, daß die Exekutive in der letzten Zeit, hauptsächlich mit der Ordnung der Finanzen und mit politischen Aufgaben beschäftigt, wenig neue wirtschaftliche LJnternehmungen inaugurieren konnte und durfte. Aber es ist gar keine Frage, daß es kein Zukunftsprogramm neuen und beschleunigtrn Aufbaus gibt, in dem der Zionistischen Organisation nicht bloß Aufgaben der politischen Vertretung, der wirtschaftspolitischeil Führung und Planung zufallen, sondern auch Aufgaben direkter nationaler Investition und Administration. Das wird dem Beobachter klar, wenn wir nun dazu übergehen, noch etwas genauer zu bestimmen, wo wir gegenwärtig stehen und welche Zukunftsmöglichkeiten sich uns eröffnen. Wenn wir von der Ueberwindung der Krise reden, so bedeutet das, daß die sogenannten unproduktiven Elemente, die im Gefolge der 4. Alijah in das Land gekommen waren, entweder im Zuge einer ziemlich erheblichen Aus- Wanderung das Land wieder verlassen haben oder durch die steigende Absorptionskraft der Wirtschaft produktiviert worden sind. Die Arbeitslosen sind in konstruktiven Arbeiten aufgenommen oder im Begriff aufgenommen zu werden und erhalten keine Geldunterstützungon mehr. Man ist in Palästina optimistisch genug, zu glauben, daß man für absehbare Zeit nicht genötigt sein wird, zum Sijua zurückzukehren, weil große öffentliche Arbeiten, wie z. B. der Bau des Hafens in Haifa, und damit verbundene Aufschlicßungsarbeitcn bei Haifa vor der Türe stehen. Sollte die Anleihe des N.-F. abgeschlossen werden — was in diesem Augenblick noch unentschieden ist —, so w׳erdcn umfangreiche Ameliorationsarbeiten auf Böden des N.-F. ,eingeleitet werden können, die viele Arbeiter beschäftigen werden. Aber die relative Stabilitat, die auf diese Weise für einige Zeit gesichert sein mag, birgt noch keine Lösung der wahren Zukunftsfrage in sich, die Frage nach der Wiederaufnahme der Immigration und der Verwurzelung immer größerer Einwanderermengen fm Lande. Mit Recht hat die zionistische Welt seit langem gefühlt und auch zum Ausdruck gebracht, daß das Ende der Krise zusammenfalien müsse mit dem Beginn neuer, planmäßiger auf weite Sicht berechneter Aufbautätigkeit. Die Forderung nach einem , systematischen Aufbauplan für zehn Jahre ist aus den Erfahrungen der Krisenzeit herausgewachsen, und die Antwort ist bisher noch nicht erteilt worden. Die Palästina-Exekutive hat die letzten Monate der Ausarbeitüng von Plänen gewidmet, die das Ergebnis der Sachverständigen-Gutachten berücksichtigen, und die in dem Rahmen der in den allernächsten Tagen beginnenden Londoner Beratungen der Joint Palestinc Survey Commission diskutiert werden sollen. Ich fühle mich nicht berechtigt, über dieses Material, das auch noch von der Gesamtexetaitive zu prüfen ist, an dieser Stelle Mitteilungen zu machen. Die Sit lation legt mir Reserve auf und es liegt mir auch nichts ferner, als in diesem Augenblick unsere Siedlungspolitik in allen ihren technischen, administrativen und sozialen Aspekten zu diskutieren. Vielleicht darf man einige Gedanken äußern, die nicht Lösungen meinen, die an bereits bekanntes und veröffentlichtes Material anknüpfen, die aber jedenfalls dazu, beitragen werden, sich über Umfang der Aufgabe und über gewisse — vor allem finanzielle — Vorbedingungen zu ihrer Lösung klar zu werden. Man muß immer diese finanziellen Vorfragen stellen, um einigermaßen den Umfang des Unternehmens abschätzen zu können. Sie sind und bleiben unser eigentlieh es Palästinaproblem in der Galuth. Und so wesentlich die verschiedenen Systeme voneinander abweichen, so zeigt jedes von ihnen einen großen Kostenbedarf, groß genug, um immer wieder zur Sammlung und Anspannung aller Kräfte zu mahnen. Ich gehe, um auf bekanntes und publiziertes Material zurückzugreifen, von dem Referat Ruppins auf dem letzten Kongreß aus, nicht, weil es für die zukünftige Politik offiziell verbindlich wäre, sondern nur, um schematische Anhaltspunkte für die Finanzbedarfsfrage zu gewinnen. Der Referent rekapituliert im folgenden die Darlegungen Ruppins auf dem letzten Kongreß, die in der Feststellung gipfelten, daß ein Durchschnittsbetrag von £ 375 an Sied- Iungskrediten pro Familie erforderlich sei, die, sei es in der Landwirtschaft oder in der Industrie oder auf anderer Grundläge angesiedelt wird. Ruppin habe diese Ziffern neuerdings auf £ 4SI berichtigt. £ 4SI 000 Kreditkapital müssen, um im Rahmen dieser schematischen, aber wie mir scheint, sehr nützlichen Ueberlegungen zu bleiben, abgesehen vom eigenen Kapital der Siedler, in das Land einströmen, um die Immigration von 1000 Familien zu ermöglichen und zu rechtfertigen. Die Berichte der Sachverständigen werden uns Fingerzeige für die Vervollkommnung unserer Siecilungs- und Betriebsmethoden geben. Was sie uns, vermute ich, nicht geben werden, sind billigere Kostenberechnungen. Die Berechnungen werden sich eher in höheren Ziffern bewegen, und man kann daher die Ruppinschcn Angaben als Minimalbeträge zugrunde legen. Man braucht die Kreditsumme von £ 441 000 pro 1000 Familien nur mit 2, 3, 4 zu multiplizieren, um zu eruieren, welche Immigration von Kreditkapital erforderlich ist, um 2000, 3000, 4000 Familien anzusiedeln. Damit ist noch nichts darüber ausgesagt, wie die erforderlichen Kreditsummen zu beschaffen sind. Wenn die Orangenkolonisation sich weiter als so profitabel erweist, wie sie es jetzt ist, so werden allmählich die Kredite in steigendem Maße auf geschäftlichem Wege aufgebracht werden und von der Spendensammlung, unabhängig gemacht werden können. Aber wir werden gut tun, für die nächsten 5—10 Jahre mit dieser Möglichkeit nicht allzu stark zu rechnen. Es wird nach wie vor gewaltiger freiwilliger Anstrengungen bedürfen, um eine Kolonisation irgendwie erheblichen Umfangs zu finanzieren. Um wieder eine Ruppinsche Ziffer zu nennen: Würden 7. B. in 10 Jahren 40000 Familien nach Palästina ein wandern oder 110 000 Seelen, so würde nach 10 Jahren die jüdische Bevölkerung unter Hinzurechnung der natürlichen Vermehrung 325 000 betragen. Eine Einwanderung dieses Umfanges entspricht einem Kreditbedürfnis von zirka 17 Millionen Pfund. Selbst wenn dieses Kreditbedürfnis in sehr erheblichem Umfange durch verschiedene Formen geschäftlicher Transaktionen befriedigt wird, wie z. B. Anleihen, Hypothekenkredite usw. bleiben immer noch ungeheure Aufgaben für unseren nationalen Fonds übrig, umsomehr als es ja noch große sogenannte unproduktive Ausgaben gibt. Wenn wir uns in der Richtung auf ein solches Ziel bewegen wollen, so sind drei Dinge notwendig: 1. Erhaltung und Stärkung des Aufbaugeistes im Galuth, 2. eine Kolonisationsleitung, die die bestmögliche Verwendung der ihr anvertrauten nationalen Mittel garantiert, und private Mitte! für den Aufbau heranzuziehen weiß, 3. eine verständnisvolle Mitwirkung der Regierung, die die Errichtung einer jüdischen nationalen Heimstätte ernsthaft fördern will. Ueber den letzten Punkt brauche ich rieht zu sprechen. Er bedarf keiner Erläuterung. Ueber den zweiten Punkt will ich nur sagen, daß wir in diesem Jahr an die Stabilisierung unserer Finanzwirtschaft gegangen sind, und daß der Ausbau des übrigen Teiles der Administration erfolgen wird, wenn die Empfehlungen der Joint Palestine Survey Commission vorliegen, die wir in Betracht zu ziehen haben werden. Man hat in Palästina in höchst uneinsichtiger Weise, besonders in der Arbeiterpresse, die Bemühungen der neuen Exekutive um die Balancierung des Budgets ironisiert. Wir wollen die Konsolidierungsdebatt׳ nicht neu eröffnen. Man hat uns zum Vorwurf gemacht, wi hätten aus der Konsolidierung eine Weltanschauung gemacht. Der Vorwurf ist natürlich sinnlos. Aber da sich heute die Stabilisierung der Finanzen vollzieht, so braucht man über das Thema, das zwar wichtig, aber wirklich nicht interessant ist, nicht mehr viel Worte zu machen. Die Palästina-Exekutive hofft sehr stark, daß sie am Ende dieses Finanzjahres ihre Verbindlichkeiten sehr erheblich reduziert und ihren finanziellen Status sehr verbessert haben wird. Solange diese Tendenz verfolgt wird, ist die Konsolidierung«- debatte überflüssig. Eine vorsichtige Finanzwirtschaft ist und bleibt eine der Vorbedingungen für den Aufbau. Von diesem Standpunkt ist zu einem wesentlichen Teile auch das Problem der sofortigen Wiederaufnahme der Immigration Mittelloser zu beurteilen. Es sind in den letzten 18 Monaten zirka £ 110 000 für Arbeitslosenunterstützungen ausgegeben worden, großenteils völlig unproduktiv. Wir müssen eine Wiederholung dieses Fehlers vermeiden, und trotz der schweren Belastung der Chaluzbewegung mit der Forderung geduldigen Abwartens, werden wir erst die Sicherheit haben müssen, daß neue Chaluzim mindestens in öffentlichen Arbeiten werden aufgenommen werden können, bevor sie ständige Arbeit finden. Die Zahl der gegenwärtig auf öffentliche Arbeiten Angewiesenen ist noch immer sehr hoch und der Abfluß in dauernde Berufe noch langsam. Man wird den Arbeitsmarkt noch dne Zeitlang beobachten müssen, bevor man eine neu^ Immigration Mittelloser einleiten kann. Wir fordern oft Freiheit der Immigration, d. h. Kontrolle,;$er• Immigration durch die Jewish Agency, aber wir müssen" beweisen, daß wir fähig sind, von dieser Freiheit den rechten Gebrauch zu machen. Und es ist eine der Vorbedingungen für die Erreichung unseres angestrebten Zieles, daß wir alle Anstrengungen machen, mehr Planmäßigkeit in die Immigration zu bringen, Kapitalimmigration und Menschenimmigration systematisch zu koordinieren. Aber wir nehmen an: wir sind der Mitwirkung der Regierung sicher, wir verfügen über eine ebenso energische wie vorausschauende, kühne und zugleich vorsichtige Kolonisationsleitung: so bleibt immer als erste und wichtigste Voraussetzung für die Erreichung des Zieles bestehen: Er- Haltung und Stärkung des Aufbau geist es im Galuth. Ich würde diesen Satz gar nicht aussprechen, wenn ich nicht empfinden würde, daß wir von der Gefahr bedroht sind, durch neue Ideologien oder einfach durch Ermüdung unserer Mitarbeiter von unseren Finanzaktionen abgedringt zu werden. (Den Schluß des Referates, der sich mit der Lage in der zionistischen Bewegung befaßt und in geringerem Maße Geenstand der Diskussion war als die Ausführungen über die age in Palästina, werden wir nachtragen. Red.) Die Palästina-Debatte Dr. Soskin (Revisionist): Mit der Schaffung einer jüdisehen Majorität steht und fällt der Zionismus. Wenn wir unter diesem Gesichtspunkt die von Rosenblüth genannten Zahlen, nämlich 140 000 Einwanderer in zehn Jahren betrachten, so wird nicht einmal der natürliche Zuwachs der Araber, nämlich 15000 jährlich, erreicht. Demgegenüber stellen wir ReviSlonisten die Forderung, zirka 60 000 Familien, d. i. also etwa 300 000 Seelen, in 10 bis 15 Jahren in der Landwirtschaft anzusiedeln, wobei wir davon ausgehen, daß wir für die städtische Siedlung nichts zu tun brauchen, denn die städtische Entwicklung wird von selbst eine große Bevölkerung schaffen. Ich kann mir vorstellen, daß Haifa in einiger Zeit nach Ausbau des Hafens und der Petroleumleitungen, eine halbe Million Menschen, davon 300000 Juden zählen wird. Die Hauptsache bleibt aber die Landwirtschaft. Dr. Ruppin hat ein Drittel gemischte Wirtschaft und zwei Drittel Orangenbau vorgeschlagen. Ich begreife nicht, wie man die gemischte Wirtschaft wieder empfehlen kann, die bei den hohen Bodenpreisen nicht rentieren kann. Was den Orangenbau betrifft muß man sagen, es ist ein Taumel, bei dem man von einem Extrem ins andere verfällt. Die Orange ist zwar heute die einzige Kultur, die ihren Mann ernährt trotzdem kann man daraus nicht den Grundstein der ganzen Siedlung machen, denn unbemittelte Ansiedler können nicht sechs bis sieben Jahre auf die ersten Erträge warten, sonst vermehrt sich ihre Investition infolge der Zinsenlast um 36—47 «/o. Bei dem Schema des offiziellen Kolonisationsplanes würden 10 Dunam £ 1000 kosten, mit Zinsen £ 1400, dazu noch weitere 10 Dunam bewässerte Wirtschaft, macht also £ 1600 bis 1700 pro Familie. Es gab eine Zeit, wo man bei uns gegen die Pflanzungskolonisation gekämpft hat, dabei war der Weinbau noch besser als Orangen, weil man nicht solange auf die ersten Erträge warten muß. Warum baut man nicht lieber Bananen, die in zwei Jahren Früchte tragen? In anderen Ländern hat man dne Tabelle aufgesteilt, welche Wirtschaft am meisten kreditwürdig sei, und kam zu dem Resultat, daß die Pflanzung ain wenigsten kreditwürdig ist, weil die Landwirtschaft anpassungsfähig sein muß für etwaige Umstellung. Trotzdem will man bei uns dem Anleiheplan gerade die Pflanzung zugrundelegen. Die Experten, z. B. Mead und Sir John Rüssel, haben sich durchaus ft Ausnützung die Exekut nicht aufge Organisatio daß die Zio müsse und Dr. Bil daß wir uri bereits va führen, staf unser Verh die Vorzik werden. \ etwas zu langt, bek! Krämers, wenn das, kommt dar gegen die lästinaregie beruht, ist in allen w der Arabe! die aber ni des nation; unserem In Verstandigi werden. — auf Fortset Fc Alfred lichkcit im der Haltur Beschlüsse stets verlar Sache zu י gegenüber hudelei, di Gruppen zi der Exek! falschen B fahr für d: Exekutive Dr. R: der Exekul der Prophi dann in ne mit Neche; trachtunge! die Exeku spricht A beugen mü gesprochen die Krise sondern au der sich n Allerdings krit der E einer wirk Gewährung gelangt. A schaftlichei ejiie wirtsi Es handelt Zionismus, überwunde mit Weizm kann nicht Dauer verl nie zu wer während d ״Analyse‘, fassen ge\ nationalen will. Viele gar geeij Defizit dci wurde nicl '•on Mitgl haben. Dei und West, auch so ui Der Geg noch in c die nur in Zionismus danken de Wir könni mit dem a dem Wille mehr ist Massen ve Neues wo alten Trad man nur 1 sucht. Wi Misrachi י ebenso wi dem Gewe wirt gehol sicht nicht Dr. L: mismus di Stimmung noch als l kutive Vei zukommen in diesem in Wahrhe Der Bau ringcrer E den die v< die Palast leisten, w Finanzen י partement Grunde d Ueberschri ״Sonderspi anstalfet, unprodukti liene Löse erfolgen, Arbeiter s Arbeiten \ n i t i v e L soll aus d! ausschließl landstreifi Pflanzung‘

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