Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 42-43 (1.6.1928)
- Date
- 1928-06-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2652971-2653009--20001-2677934- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 310 JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr. 42/43, 1. TI. 1928 Eingesandt ml Bukarest, 30. Mal 1928. Von einem gelegentlichen Korrespondenten erhalten wir nachstehende Zuschrift: Sehr geehrte Redaktion! In Nr. 38/39 der ״Jüdischen Rundschau“ vom 16. Mai wind in einer kurzen Notiz über die ״Ereigniss in Rumänien“ gesprochen. Es werden da einige Behauptungen aufgestellt, die im Interesse der historischen Wahrheit und auch im jüdischen Interesse einer Berichtigung bedürfen. In der erwähnten Notiz wird behauptet: ״Lediglich in der Bukowina, wo während der österreichischen Herrschaft Juden Großbesitz erwerben durften, sind einige jüdische Güter parzelliert und unter die Bauern verteilt worden. In Altrumänien, Beßarabien und Siebenbürgen blieb alles, wie es war.“ Nun liegen die Dinge aber anders. Keine Reform wurde in Rumänien gründlicher und auch ehrlicher durchgeführt, als die Agrarreform, und keine hat eine so tiefe Auswirkung im politischen, sozialen und kulturellen Leben Rumäniens gehabt, als eben die Umschichtung des Bodenbesitzers. In Altrumänien ist eine ganze politische Partei, die Partei der Konservativen, die in der Hauptsache auf dem Großgrundbesitz aufgebaut war, von der Bildfliehe verschwunden, als unmittelbare Folge der Agrarreform. In Siebenbürgen hat die Expropriation der Großgrundbesitzer die bekannten internationalen Schwierigkeiten für Rumänien gezeitigt, die unter dem Namen der ״Optantenfrage“ jedermann bekannt sind. In Transsylvanien und Beßarabien haben sogar jüdische Bauern, freilich wenige an Zahl, von der Zertrümmerung des Großgrundbesitzes Vorteil gezogen, denn auch sie erhielten gewisse Flächen Boden zugewiesen. Es ist nicht richtig, daß die Bauernschaft, in irgendeiner Beziehung mit der erwähnten Agrarreform, Zeichen der Unruhe oder Unzufriedenheit gezeigt hätte. — Die Lage der Juden in Rumänien hängt nicht mit den Parteistreitigkeiten zwischen Liberalen und Nationaler Bauernpartei zusammen, und die in der besagten Einsendung gegebene Darstellung dieses Zusammenhanges beruht auf ungenauer Kenntnis der Sachlage. — Vermischtes Berlin. Sonnabend, den 3. Juni spricht im Jüdischen Arbeiter- Kultur-Verein ״Perez", Berlin Cj, Gr. Präsidentenslr. 3, am Hackesehen Markt, Bahnhof Börse, Z. Abramowitz, Sladtrat von Tel- Awiw, über das Thema: ״Biro-Bidjan und Palästina". Gäste herrlich willkommen 1 ״Kurortekalender“. Karlsbad. Zusammenkünfte: Hotel (ilattauer, jeden Donnerstag 8 Uhr abends, Auskünfte: Dr. Kohner, Karlsbad, Haus ,.Riva". Marienbad. Zusammenkünfte :!fRestaurant Walhalla, jeden Dienstag 8 Uhr abends. Auskünfte: Dr. Max Kohn-Sclianzer, Marienhad, ״Ostende“. ״Ort“-Kundgebung in Danzig. Zu einer wirkungsvollen Kundgebung für den ״Ort"־Gedanken gestaltete sich ein von der Danziger ״Ort"-Gesellschaft am 15. Mai 1938 in der überfüllten Aula des Städtischen Gymnasiums veranstalteter Vortragsabend, an dem Herr Dr. Michael Traub über ״Jüdische Siedlung»- und Aufbauarboit in Osteuropa" sprach. Der Vorsitzende der Danziger Jüdisehen Gemeinde, Herr Justizrat Fabian, eröffnete den Abend mit einem warmen Appell an die Danziger jüdische Bevölkerung, den ״Ort" nach Kräften zu unterstützen. Dem Vortrag folgte eine anregende Diskussion. Berliner Kalender Büro: Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin W 15, Meinekestr. 10. Telephon: Bismarck 7165—7a Postscheckkonto Nr. 37830 Berlin NW 7. Kassenverwaltung der B.Z. V. Jeden Mittwoch abends 8»/a Uhr im Gartenrestaurant Lips, Am Friedrjchshain 16/23 Zusammenkunft der Gruppe Ost. Anläßlich des Delegiertentages stellten die Werkstätten der Histadruth Naschim, Tel-Awiw, verschiedene Erzeugnisse aus, darunter reizende Kinderkleider, Blusen, Kleider usw. — Die Kunstgewerbestube Freudenthal zeigte schöne jüdische Spiele. Außerdem boten die Buch- Handlungen Kedem (Berlin) und Brandeis (Breslau) Bücher jüdischen Inhalts zum Verkauf. Sehr reichhaltig war das Assortiment der Buchhandlung Kedem. Jüdische Gemeinde. Freitag, den 1. Juni abends in den Synagogen mit altem Ritui und Alterversorgungaanstalten: ך% Uhr; in den Synagogen mit neuem Ritus: 7 Uhr. Ansprache Synagoge Lindenstraße: Dr. Warschauer. Sonnabend, den 3. Juni morgens: Alte Synagoge und Syn. Kottbuser Ufer: 8>/j Uhr; Synagogen Käserstr., Rykestraße, Pestalozzistr., Münchener Str. und Alterversorgungsanita)len: 9 Uhr; Synagogen mit neuem Ritus: Frühgottesdienst; 7י/* Uhr; Hauptgottosdienst: 10 Uhr. Schrifterklärung: Synagoge Münchener Straße: Dr. Arlhur Levy. Sabbat-Ausgang: 9,17 Uhr. Gottesdienst an den Wochentagen: abends in allen Synagogen 71/3 Uhr; morgens Alte Svn., Syn. Kaiserstr., Rykestr. und Kottbuser Ufer 6*/a Uhr; Svn. Münchener Str., Pestalozzistr. und Synagogen mit neuem Ritus 7 Uhr. _______ Sport Sportklub ״Hakoah“ Wiesbaden. — V. f. B. Unterliodezbach- Höchst a. M. 6:4 (3:3). Ein Erfolg dos Wiesbadener Sturmes und der Läuferreihe. Der Kampf gegeu die Höchster war reizvoll, weil die Wiesbadener ihn mit wirklich hervorragenden Leistungen begannen und weil ihre Gegner bis zum Schluß des1 Spieles anerkennungswerte und erfolgreiche Anstrengungen machten» um den von Hakoah erzielten Vorsprung einzuhalten. So war in jeder der sechzig Snielminuten eine gewisse Spannung gegeben. Trotz der sich von Minute zu Minute steigernden Gefährlichkeit der Gäste blieb der Sieg den Wiesbadenern, und dieses Ergebnis war die gerechte Belohnung für eine Glanzleistung des Wiesbadener Sturmes. — Der Sportklub Hakoah Wiesbaden hat entgegen den Ausfall ihres Verleidigen ihre Kraft in der Läuferreihe und im Sturm. Dieser zeigte ein glänzendes Verständnis unter sich, das sich in einem genauen und durchdachten Zuspiel zeigte. Stern führte gut, die beiden Halb- Stürmer warteten mit besonderen Leistungen auf, die beiden Außen- Stürmer waren zeitweise glänzend. In der Läuferreihe arbeitete Birnbäum als Mittelläufer ohne Tadel später begann er durch Einzelspiel etwas abzulassen. Die Verteidigung leidet« unter völlig unzureichenden Stellungsspiel. Zehn Tore, unter denen einige durch Glanzleistungen erzielt wurden bürgen allein schon für einen gewinnenden Spielverlauf. Der erste Treffer fiel gleich zu Beginn durch Halberstaat. Großhut erhöht 3; o. Halberstadt wieder auf 3: o. Bis Halbzeit konnte der Gegner bis zu 3:3 aufholen. Nach Halbzeit, als die Gegner durch Unentschlossenheit eine Torchance vergaben, warf Großhut das vierte Tor. Im Sologang erhöhte Birnbaum 5: 3. Der Gegner kam bis auf 5:4. Dann holte Großhut durch famosen W1grf das 6. Tor und Sieg. Bar Kochba, Wandergruppe. Monatsprogramm. Anschrift: Hans Rosenbaum, SO 36, WUdenhruchstr. 74. Jeden Dienstag Training in Westend (muß regelmäßig besucht werden). Sonntag, den 3. 6. Fahrt: 7>/j Uhr Bannhof Charloltenburg vor dem Eingang Stuttgarter Platz, Sonntag, den 10, 6. Potsdam—Berlin (alle Chawerim müssen sich dafür freihalten). Donnerstag, den 14- 6. Zugammensein bei Gideon Loewe, Flemingstr. 13. Sonntag, den 17. 6. Fahrt nach Eberswalde — Werbellinsee, 51/j Uhr vor dam Stettiner Hauptbahnhof (Nichtteilnahme am Donnerstag vorher *nsagen!). Sonntag, den 34• 6. nachm, auf dem Tiergarten-Sportplatz: Lokales Sportfest des Bar Kochba. Donnerstag, den 38. 6. Zusammensein bei Fritz Mautner, W 15, Duisburger Str. 6. Sonntag, den 30. 6. Training in Westend. Bar Kochba Nürnberg. Aus Anlaß seines iSjihrigen Be- Stehens hat der Verein eine schlichte Feier am Samstag» dem 19. Mai abgehalten. Nach Begrüßung des Vors. Dr. Bloch gab Herr Dr. Vorchheimer einen Rückblick über die Geschichte des Vereins, dann wurden die zehn dem Verein noch angehörenden Gründungsmitglieder durch Uebergabe einer Ehrenurkunde geehrt. Herr Rabb. Dr. Freudenthal sprach im Namen sämtlicher anwesenden jüdischen Köiperschaften. Nach einigen turnerischen Vorführungen die großen Beifall ernteten, folgte auch kurze Zeit Tanz. — Sonntags darauf hatten wir die Handbailmanschaft von Bar Kochba München m. Gaste, die uns im Stadion ein Freundschaftsspiel lieferte, zu dem der Bar Kocliha Nürnberg für den Sieger einen Pokal stiftete. Das Spiel, sehr fair und schön durchgeführt, stand nach der regulären Spielzeit 4:4 und mußte der Regel nach zweimal 10 Min. verlängert werden und Nürnberg konnte mit Glück ein Tor aufholen und den Pokal gewinnen. Die Münchener Mannschaft hat einen vorzüglichen Eindruck hinterlassen und verfügt trotz ganz kurzen Be- Stehens über eine respektable Spielstärke. Ganz besonderen Dank gilt Herrn Orljanski, dem Münchener Vozsitzenden, der es sich nicht nehmen ließ mit seiner Mannschaft zu kommen und selbst mitzuspielen. Acht Tage vorher lieferten wir den 1. F. C. N. ein Privatspiel, das wir gegen die äußerst spielstarke Mannschaft mit 3: a halten konnten. Die vom Südd. Fußball- und L.-A.-Bezirk veranstalteten Erstlings-Anfänger- und Frauen-Wettkämpfe im Zabo sah unsere kleine Expedition sehr erfolgreich. Wien, 23. Mai. J. T. A.) Der jüdische Sportklub ״Hakoah“ hat im Wasserballspiel den Wiener SUberp ok a 1 gewonnen und ist damit als der österreichische Wasserbalimeister legitimiert Jerusalem, 28. Mai. (J.T.A.) Sir Alfred Mond hat eine Summe von 2000 Pfund zur Verfügung gestellt, um einem Team jüdischer Fußballspieler Palästinas die Reise nach England zu ermöglichen, wo sie Sich mit anerkannten britischen Teams messen könnten. Geschäftliche Mitteiinngen Unseren Lesern wird das Cafd Kutschera, Charlottenburg, Bismarckstraße 109, am Schiilertheater, bestens empfohlen; sämtliche in- und ausländische Zeitungen. Der bekannte Sänger Josef Rosenblatt aus Amerika konsortiert Mitte Juni in Berlin. Nähere Mitteilungen folgen noch. Für Anfertigung von Grabdenkmälern und Erbbegräbnissen empfiehlt sich die Firma S. Weiß, Berlin- Weißensee, Lothringer Straße 8. Das herrlich im Park am See gelegene Schloß Weißens e e, allen Berlinern wohlbekannt, unter der neuen tatkräftigen Direktion Sedlak, & Heimann neu ausgebaut und renoviert, empfiehlt sich angelegentlichst. Näheres siehe Inserat. A. FÜHREND AUF DEM EUROPÄISCHEN KONTINENT Die günstige Weiterentwick- Iung unseres Lebensversicberungsgeschäfts im Jahre 1927 hat es ermöglicht, die Dividende für die dem Gewinnverbandl (Tabellen I, II, III) angehörenden Versicherten für das Jahr1929 auf 33%der Jahresprä■ mie zu erhöhen (bisherige Divielenden: 25,29%u. zuletzt31%). Auch unsere im Gewinnver- Jt\ band II dividendenberechtigten״A“-Tarife haben großen Anklang gefunden. Hier wird die bereits von Anfang an sehr niedrige Prämie durch eine von Jahr zu Jahr bis zum Ablauf der Versicherung steigende Dividende, zu der noch zwo Nachdividenden hinzukommen, ermäßigt. Die überragende finanzielle Stärke unserer Gesellschaft verbürgt den Versicherten: Vollkommene technische Einrichtun* gen, denkbar größte Sicherheit, hohe Gewinnbeteiligung, also: / billigst• Gesaratkosten. ALLIANZ «־d STUTTGARTER Lebensversicherungsbank Aktiengesellschaft Markör Organisationszenfcrale Groß-Berlin BERLIN W8 4590-95 Dr. Kirsehner. Maueratr. 43 Mitarbeiter tu günstigen Bedingungen gesucht. Vertag des Bibliographischen Instituts,Leipzig Buiiuuamiiuiunumiiiiuuiiuimiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiuiiiiunuimiutia Soeben erscheint In siebenter, neubearbeiteter Auflage: MEYERS LEXIKO 12 H&lblederbände Ober 160000 Artikel aut 21000 Spalt•« Taxt. rund 6000 Abbildungen und Karten Im tut, Ober 1000 z-T. farbige Blldertafeln und Karten,Ober200Textbailagen Bd. 1,11, IV bis VII kostet Ja 30 Rm* Bd.lll33Rm. Sie beziehen das Warte durch jede gute Buchhandlung und erhalten dort auch kostenfrei ausführliche Ankündigungen JACQUET / CHEMISIER Genf , ZUrlch, Berlin X Ru« du Rhöne Bahnhofstr. 12 Friedrich - Eberl Str. 7 Generalvertreter für die Schweiz und Grob * Berlin der Acquaseutum Coats. London Exquisite Mäntel für Mode und Sport Anfertigung von Damenwie Herrenwäsche, sowie Gavotten elegantester Art, 1111u1f1111f1mt111t11!111i#11i1i1»1ff111t11Et11111t1*1111111 Faiastlni-arundloBds (Keren üajessod) E. V. Berlin W 15, Meinekestraße 10. Bankkonto: Dannstädter und Nationalbank, Depos.-Kasse 59, Karfürstendamra 52, . Postscheckkonto: Berlin Nr. 104951. ׳PW׳.