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Jüdische Rundschau · 1928-04-20 · Heft 31 (20.4.1928) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 31 (20.4.1928)
Date
1928-04-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Einzelnummer ö£S Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag Berlin W 15, MeinekeatraOe 10. Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1,85 Geldmark, vierteljährlich 5,25 Goldmark■ Aus ands*honn«m«nts werdtfi סי d»r Wihnmö d«f «מי*ס1»1ם Linder beredbaiet Nummer 31 | Berlin, 20. IV. 1928 Anzeigen •Verwaltung Jüdische Rundschaa G.m.b.H., Berlin W15, Meinekestr, 10 Telephon: Amt Bismarck 7165—70, Aflceigenpreis.* 8 ^«•paiiNoa|>t.rßiü<zefi« 0#50G-M. SteU«age«ucbe0,?5 G.-M. Anx«!f(c11ftcblaB1 D i 1 ם < * sj uo d fr r q i t g a aehmittags 4 Uhr Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392 Für Oesterreich! PoiUoerkeueninit Wien, Konto Nr. 156030. Für Tiehechoslownkei: Foateperkeuenemt Pretf, Konto Nr 59410. Für Polen 1 P05t»ptrka*sen»mt Wericheu, Konto Nr. 190708. Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. m ""ניסו תרם •h | xxxni. Jahrg. Be» rioniswu» *ritrtbt »Or da« Itldtectia Voll« dl« Schaffung *iw» *ffanUlth « rachtHch gesicherten Heltwstitte ln Pallstlna. ״Bas•!•*• Programm.'• Bei den Juden im Fernen osten Dr. Alexander Goldstein in Berlin Mittwoch, den 18. d. M., sprach Dr. Alexander Goldstein, der 16 Monate als Delegierter des Keren Hajessod in Indien, Birma, den tnalayischen Staaten, Singapore, Niederländisch-Indien und Australien verbracht hat, über die Juden, die er in jenen fernen Ländern gesehen hat. Abgesehen von dem fasclnierenden Charme seiner Vortragskunst bot Dr. Goldstein, der die Juden in allen fünf Erdteilen auf seinen vieljährigen Reisen kennengelernt hat, durch das rein Stoffliche seines Berichtes den Zuhörern ein unvergeßliches Erlebnis, das diesen Vortrag über eine bloße Vereinsveranstaltung emporhob. Dr. Goldstein erzählte zuerst von den Bagdad-Juden, die über dem ganzen Fernen Osten in kleinen Gruppen verstreut leben und die seit der Zerstörung des jüdischen Staates niemals Asien verlassen haben. Diese Bagdad-Juden haben eine ganz andere Mentalität als die gegenwärtige aschkenasische Mehrheit des jüdischen Volkes. Sie wissen nichts von unseren Sorgen, sie kennen keine Assimilation, sie kennen keine Parteirichtungen — und doch sind sie mit der jüdischen Gesamtheit in der Welt durch zweierlei verbunden: Durch ihre Liebe für Palästina und durch die Pflege der hebräischen Sprache. Die persischen Juden, darunter persisch-jüdische Marannen, welche vor einigen Jahrzehnten aas Persien nach Indien kamen, um sich in Indien wieder frei zum Judentum zu bekennen, haben Dr. Goldstein, den Boten aus Palästina, mit der gleichen Herzlichkeit und Liebe empfangen wie die Bagdad-Juden. Diese persischjüdischen Marannen haben nur eine Sehnsucht: Ihren Familien, die von ihnen nach Palästina vorausgeschickt wurden, und die sie regelmäßig unterstützen, nach Erez-Israel zu folgen. Ein Erlebnis besonderer Art war für Dr. Goldstein die Begegnung mit den Bene Israel, den Nachkommen einer vor mehr als zweitausend Jahren nach Indien eingewanderten jüdischen Gruppe, der die Makkabäer-Zeit, die zweite Zerstörung des Tempels und die ganze talmudisdie Periode vollständig unbekannt geblieben sind. Diese Bene Israel, 15 000 *n der Zahl, .zun«jy»t «JtJUwcterbeiter, Fischer und Handv.׳e|tar4״ii1^:׳׳fi«lf lebefid, sind, 'trotzdem sie Sprache und Sitten fitofr Utegebung angenommen habe», und Jrotzdera ihr überliefertes Judentum sich auf die Kenntnis ftnes einzigen Gebete, auf die Beobachtung des Sabbath und des Jomkippur, sowie auf die Beibehaltung der Schlifenlocken beschränkt, zweitausend Jahre lang unvermischt mit ihrer Umgebung geblieben und haben sich den Königstraum von der Rückkehr in die uralte Heimat bewahrt. Auch bei diesen Bene Israel war die Nennung von Erez-Israel das Zauberwort, das die Tore zu ihren Herzen öffnete. Wiewohl unbeschreiblich arm, beeilten sich auch die Bene Israel, Komitees zur regelmäßigen Sammlung von Beiträgen für den Palästinaaufbau zu gründen. Dr. Goldstein erzählte ferner von Jüdischen Gemeinden in der Südsee, die aus zwei bis vier Familien bestehen und kaum, eine Berührung mit Juden in anderen Ländern haben. All diese isoliert lebenden Juden drängten sich förmlich dazu, ihren Beitrag für die Wiedererweckung von Land und Sprache zu leisten. Eine Ueberraschung freudiger Art war das Zusammentreffen Goldsteins mit den Juden in Neu-Seeland. Dort gibt es Toorislenempfang In Palästina Aus Jerusalem wird uns berichtet: In dieser Woche fand eine Reihe von Veranstaltungen zur Information der in Palästina weilenden zahlreichen Touristen statt. Der Verein ״Jeschur un" veranstaltete im großen Hofe der Misrachi-Lebrgeblude eine Chagigath-Haregel, bei der neben musikalischen Darbietungen Oberrabbiner Kük und Herr Ussi schkin sprachen. Die Versammlung war von ungefähr £00 Personen besucht, die sich nachher zu einem Zug formten, dpr zur Klagemauer zog, um den Sabbat dort zu empfangen. Unterwegs schlossen sich viele Chaluzun und andere Personen an, so daß der Zug auf einige Tausend anschwoll, der dann durch die Jaffastraße und die Altstadt zur Klagemauer zog. Die Ordnung wurde, wie überhaupt in den Pcssachtageu, mustergültig aufrechterhaltcn. Am Ostermontag veranstaltete das Jüdische Informaticnsbüro im Hotel Amdurski einen Empfang fü «Touristen. Bei dieser Gelegenheit sprachen Miss Szold, Dr. Hantke, Herr L. J a f f e über die zionistische Arbeit in Palästina. Besonders gelungen war der große Empfang, den der Keren Hajessod für eine Gruppe von 60 rumänischen Touristen veranstaltete, die unter Führung von Dr. A. Mibaschan, Sekretär des Keren Hajessod in Rumänien, nach Palästina ekomraen sind. Außer den C0 rumänischen Touristen, unter enen viele führende Advokaten und Persönlichkeiten Rumäniens sich befanden — darun'er auch Herr Dr. Konstantin Grauer, Redakteur der führenden unabhängigen rumänischen Tageszeitung ,.Adeveru!“ — waren auch drei Touristen aus der Tschechoslowakei anwesend: Dr. Max Brodl Dr. Felix Welt sch und Dr. Blau, Chefredakteur des ״Prager Tageblatte*'1, ln der festlich geschmückten großen Halle des Keren Hajessod eröffnetc Herr L. Jaffe die Versammlung. Seine hebräischen Worte, mit denen er die rumänischen und tschechoslowakischen Touristen begrüßte, wurden von Dr. Mibaschan ins Rumänische übersetzt. Nach ihm sprachen Miß Szold im Namen der Zionistischen Exekutive, Dr. A. Hantke, Herr L. Jaffe, Dr. Jehuda Wi'enskv, der viele!ähre erfolgreich für den Keren Hajessod in Rumänien gearbeitet ha*, und Herr?prinzak. Die packenden Reden hinierließen, einen tiefen Eindruck auf die Anwesenden. Sie hatten den klarsten Anschauungsunterricht genossen, den es für den Zionismus gißt: die Ansicht Palästinas eine blühende zionistische Ortsgruppe, die angestrengt bemüht ist, nach ihren besten Kräften dem Ideal des Wiederaufbaus Palästinas zu dienen. Während der wenigen Tage seines Aufenthalte* in jenem Lande fand Ooldstein eine über alle Vorstellun« gen gehende Unterstützung durch dortige Zionisten. Die 450 jüdischen Familien Neu-Sedands gaben £ 6000 für den Keren Hajessod. In Niederländisch-Indien leben etwa tausend bis fünfzehnhundert Juden, die Verwaltung jener Gebiete lieh Dr. Goldstein jede erdenkliche Unterstützung zur Abhaltung von Versammlungen, zur Gründung von zionistischen Komitees. Das Beispiel der nichtjüdischen Regierungsstellen wirkte auf die zerstreut lebenden Juden in jenem Lande anfeuernd und überall wurde Goldstein mit offenen Armen empfangen. Den stärksten Eindruck von nichtjüdischem Interesse an der Sache des Palästinawerks empfing Dr. Goldstern in Austra- 11 en. Auf Einladung eines Bischofs der Presbyterianer- Kirche hielt Dr. Goldstein in der größten Kirche Australiens einen Vortrag über der! Palasfinaaufbau und nach diesem Vortrage betete die ganze Gemeinde Psalmen für das Ende der jüdischen Leiden und für das Gelingen des zionistischen Werkes. Die Juden Australiens sind Nachkommen von englischen Juden, die vor drei Generationen eingewandert sind, und haßen bisher nur äußerst lose Beziehungen zur jüdischen Gemeinschaft in der Welt unterhalten und nur spärliche Nachrichten von dem zionistischen Werk erfahren. Aber auch bei diesen Juden war der Appell, sich an dem Palästina-Aufbau zu beteiligen, von großem Erfolge begleitet. Ueberall wurden Komitees begründet, Nationalfonds-Samrnelstellen eingerichtet und die dort erscheinende Presse, jüdisch« und niditjüdische, widmete der Sache des Zionismus außerordentliche Aufmerksamkeit in Leitartikeln und spaltenlangen Berichten. In Australien ist das Wort Herzls tvaßr geworden, daß man ffirdas Gelingen des Zionismus glicht pur in den fgB§g0g#1|/ londirt sehen Propaganda in den Jüdischen Gemeinden der exotischen Länder nicht in der Sammlung von Mittete für d«;n Pallstina־ Aufbau liegt, sondern in der lebendigen jüdischen Propaganda, die ein einigendes Band um alle Juden der Welt im Zeichen Palästinas und der hebräischen Sprache schlägt Wenn man von den Erlebnissen Dr. Goldsteins hört, von dem ungeheuren Interesse, das Hindus, nichtjüdische Holländer und Engländer, die verschiedenen christlichen Sekten in Australien und insbesondere die zerstreuten Gruppen der Juden an der Sache der jüdischen Wiedergeburt nehmen, so wird es recht klar, daß das Werk des Zionismus nicht nur eine Angelegenheit der Juden selbst, sondern der ganzen Menschheit ist, die in der Renaissance der Juden die einzigartige Ersehe!- nung ehrt, daß das alte Volk der Bibel nach Jahrtausenden sich wieder sammelt, wie es im Kapitel 37 des Propheten Ezechiel seherisch vorausgesagt ist Als der Vorsitzende der Versammlung, Dr. Apfel, dem Vortragenden für seinen herzerfreuenden Bericht dankte, stimmten die Zuhörer begeistert diesen Erklärungen zu. und der großen Arbeit, die hier geleistet wird. Aber wie Dr. Wilensky betonte, mußte all das Schöne, das sie gesehen hatten, in ihnen die Unzufriedenheit Wecken, die Unzufriedenheit damit, daß noch so viel zu tun ist und die Bereitschaft, dafür Sorge zu tragen, daß dies getan werde. Von den Gasten erwiderten in bewegten Worten Dr. Max B r 0 d , Redakteur O r a u und Dr. A. Mibaschan. Der selten gelungene und eindrucksvolle Abend schloß erst gegen Mitternacht und wird allen Anwesenden unvergeßlich bleiben. Vandervelde in der Hebrdisclien Universität Jerusalem, 17. April. (J. T,A.) Emile Van dervelde hielt seine erste Vorlesung an der Hebrälscnen Universität. Sein Thema lautete: ״Friedenssicherung durch Aufbau-Arbeit mit besonderer Berücksichtigung des Palästina- Aufbaus". Der Zionismus mit seiner Aufbauarbeit und seiner Tendenz der Brüderlichkeit gegenüber den Arabern, sagte er, ist ein wichtiger Faktor für den Weltfrieden, der ganz anders aussehen muß als der Frieden von Versailles, dessen Verträge absolut zu revidieren seien. Dagegen haben bei der Errichtung des Völkerbundes, der neuen Nationalstaaten und bei der Entstehung des Palästina-Mandats fortschrittliche Ideen gesiegt. Aus Anlaß der Anwesenheit von Emile Vandervelde, dem Führer der zweiten Internationale, fanden am 13. und 14. April in Tel-Awiw zwei Massenversammlungen statt, in denen Vandervelde sprach. In einem Gespräch mit dem Vertreter der J. T. A. sagte Vandervelde: Noch bevor ich Gelegenheit hatte, Palästina mit eigenen Augen zu sehen, wußte ich viel über das jüdische Kolonisationswerk in diesem Lande. Aber erst seitdem ich an Ort und Stelle weil«, bin ich mir über die Schwierigkeiten klar, die dieses Aufbauwerk zu überwinden hat Um so höher schätze ich die Leistungen der jüdischen Arbeiter ein, die Oedland und Sumpf gebiet in blühende Kolonien verwandelt haben. Tiefe Eindrücke habe Ich sowohl von den alten Kolonien als auch von den neuen Arbeitersiedlungen davongetragen. Ich hege die höchste Bewunderung für das große kollektivistische Experiment der Arbeiter-Kolonisation. Zum Delegiertentag Von Dr. Siegfried Kanowitz. I. Der bevorstehende Delegiertentag der Z.V.f.D. wird in der zionistischen Oeffentiichkeit kaum mit besonderer Kampfspannung erwartet. Da es zur Zeit innerhalb der zionistischen öffentlichen Meinung in Deutschfand antithetische Gegensätze über die Gestaltung der zionistischen Arbeit kaum gibt, hat man nicht das Ge» fühl, daß große, richtunggebende Entscheidungen die Aufgabe des Delegiertentages sind. Was es an Kämpfen in den letzten Jahren in Deutschland b, war ja ein Reflex aus den Kämpfen im Weltzioni.;us und traf nicht den Kern der deutsch-zionistischen Fragen. Heute gibt es keinerlei Gruppenbildüngen auf Grund von spezifischen Vorstellungen über Aufbau und Führung im deutschen Zionismus. Wir halten das eher für eine Schwäche als für eine Stärke und glauben, daß es in Zeiten aufsteigender Entwicklung wieder echte Gegensätze geben wird. Es wäre aber umso gefährlicher, durch das Uebertragen kongreßpolitischer Gegensätze aüf den deutschen Zionismus eine politische Bewegtheit vorzuspiegeln, die in Wirklichkeit nicht vorhanden ist. Kritik und abweichende Meinungen in Hinblick auf die Gestaltung des deutschen Zionismus gehen durch die kongreßpolitischen Gruppen hindurch. Nichts wäre verfehlter, als wenn heute die Fraktionen des Kongresses hier in Deutschland mit ihren Programmen zum Delegiertentag aufmarscliieren würden und so diese Tagung zu einem kleinen Kongreß machen wollten. Was auf diesem Delegiertentag zur Entscheidung steht, wird durch die dort gegebenen Gegensätze und Programme nicht berührt, und eine noch so gute Diskussion über die Lage im Weltzionismus würde uns!« ,Arbeit in Deutschland. un! .keine!!.|chritt Dieser Delegiertentag wird erneut zu den beide» großen Aufgabengebieten Stellung nehmen müssen, die unserer zionistischen Arbeit hier gestellt sind: Er wird einmal zu beantworten haben, wie nach Form und Inhalt die Durchsetzung des zionistischen Gedankens im deutschen Judentum sich zu vollziehen hat und er wird zweitens die Wege für die Gestaltung eines zionistischen Lebens in Deutschland aufzuzeigen haben. Nur ein Delegiertentag, dessen Schwergewicht auf diesen Fragen ruht, wird die Hoffnungen erfüllen können, die wir an ihn knüpfen. II. Vor allen sachlichen Entscheidungen wird die Wirkung dieser Tagung in ganz besonderem Maße auf Imponderabilien liegen müssen. Eine Umstimmung der zionistischen Atmosphäre ist heute notwendiger denn je. Der Prozeß der Entfremdung zwischen dem Apparat und den Gliedern der Bewegung, den wir schon seit geraumer Zeit mit wachsender Besorgnis verfolgen, hat in der letzten Arbeiteperiode, wie es scheint, weitere Fortschritte gemacht Der einzelne Zionist hat heute mit wenigen Ausnahmen das Bewußtsein für seine Stellung innerhalb des zionistischen Systems verloren. Der ״entthronte" Zionist, der sich nicht mehr als Subjekt und auch nicht mehr als Objekt der zionistischen Arbeit fühlt, droht zum landläufigen zionistischen Typus zu werden. Sich als Subjekt der Arbeit zu fühlen, ist einem immer kleiner werdenden Kreis der Zionisten möglich. Die Bürokratisierung der Bewegung ist zu einem unver- «leidlichen Uebel geworden. Bedenklicher ist noch, daß das Gefühl wach zu werden beginnt, daß der einzelne Zionist auch nicht mehr Objekt der Arbeit sei. Es ist, wie wir glauben, die unberechtigte Vorstellung entstanden, daß das Ziel zionistischer Arbeit nicht mehr die Gewinnung und Produktivierung der zionistischen Persönlichkeit sei, sondern daß die Arbeit jetzt mehr der Peripherie als dem Zentrum gilt, mehr dem nichtzionistischen Keren Hajessod-Zahler als dem gewönnenen Zionisten. Mit beiden Vorstellungen muß der Delegiertentag aufräumen. Er muß einmal die Legende zerstören, daß aktive zionistische Arbeit das Monopol einiger weniger sei, und daß der einzelne Zionist heute nicht mehr die Voraussetzungen für eine direkte Anteilnähme am zionistischen Geschehen mitbringt, und er muß weiterhin noch stärker betonen, daß der höchste Rang in unserem Wertsystem der zionistischen Personlichkeit zukommt. Die Atmosphäre einer zionistischen Tagung, immer noch Festtag ira zionistischen Alltag, wird dazu beitragen, isolierte und müde gewordene Zionisten wieder für einige Tage die Beglückung zionistischer Verbundenheit empfinden zu lassen. Gelingt es dem Delegiertentag, diese Atmosphäre zu schaffen, gelingt es, dem Zionisten wieder das Gefühl für seinen

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