Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 24 (23.3.1928)
- Date
- 1928-03-23
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 176 JÜCDISCHE RUNDSCHAU Nr. 24, 23 HI 1928 Sport Das Barliner Jüdische Hallensportfest Wenn wir von Erfolg sprechen, so meinen wir nicht immer den sportlichen Erfolg, meinen nicht immer den Gewinn eines Pokals. Der Erfolg dieses jüdischen Hallensportfestes waren die 10000 Zuschauer, die Tausende, die keinen Einlaß in den Sportpalast fanden. Der Erfolg war zunächst die Ermöglichung eines solchen Festes überhaupt, und dann das Fest als Ganzes. Als vor 30 Jahren einige waghalsige Zionisten, dem Rufe Nordaus in Basel folgend, den ersten jüdischen Turnverein, den Bar Kochba, gründeten, begegneten ihre Bestrebungen dem Mißtrauen der deutschen Juden. Sie wurden totgeschwiegen, wie der Zionismus überhaupt, sie wurden abgelehnt von dem krampfhaften Versuch einer Assimilation um jeden Preis. Inzwischen hat diese Turn- und Sportbewegung, zusammengeschlossen Im Makkabi-Weltverband, eine großartige Entwicklung genommen, die in Berlin heute darin ihren Höhepunkt gefunden hat, daß es dem Bar Kochba gelungen ist, den jüdischen Sport zu einer Angelegenheit der jüdischen Gemcinde zu machen. Besonders in den letzten Jahren haben seine Führer hart darum kämpfen müssen, und nur die Vertreter des jüdischen Volksgedankens in der Berliner Re■ präsentanz waren es, die für den Bar Kochba und für die jüdlsche Jugendbewegung überhaupt, Unterstützung gefordert haben. Erst jetzt, nachdem die liberale Majorität ein Ende genommen hat, und ein neuer Geist in der Gemeindestube weht, hat die langjährige Arbeit des Bar Kochba in der Gründung des Sportdezemates im Jugendamt ihre Früchte getragen. Die Veranstaltung am Sonntag war die Krönung dieser Entwicklung. Religionsgemeinde oder Volksgemeinde? Darum ging der Wahlkampf von 1926. Soll die Gemeinde nur dazu da sein, die religiösen Bedürfnisse zu befriedigen, oder sollen in ihr alle Probleme jüdischen Lebens Raum haben? Der jüdische Sport* abend vom 18. März mit seinen 2000 Teilnehmern und 10000 Zuschauern hat die Richtigkeit unserer Auffassung bewiesen. Wenn die Gemeinde auf diesem Wege fortschreiten wird, so wird sie die Jugend aller Richtungen erobern. Die große Beteiligung der noch neutralen jüdischen Sportvereine hat gezeigt, welche ungeheuren Fortschritte auch bei ihnen der jüdische Sportgedanke gemacht hat Das erste Berliner Jüdische Hallensportfest bedeutet einen Frfolg des jüdischen Volksgedankens. Fritz Mautner. Der Verlauf des Hallensportfestes, lieber das Hallen-?portfest ist zu unserem kurzen Vorbericht io der vorigen Nummer noch Dachzutragen: Das Fest nahm um 51/a Uhr nachmittags seinen -Vafang und dauerte bis spät in den Abend hinein. Es war für di® veranstaltende Behörde wie für die teilnehmenden Jugendvereino ׳■in voller Erfolg. Fast 6 Stunden lang wurde rocht guter Sport in allen Disziplinen geboten. Man bemerkte den Polizeivizepräsidenten Dr. Woiß, die Oberturnräte Preuß und Zobel, Frau ^dträlin Dr. Weyl, fast alle Mitglieder des Vorstandes der jüdischen Gemeinde und des Berliner Bahbinats. die alle in der Fhrenloge Platz nahmen. Nach einleitenden Vorkämpfer» fand ein Anmarsch der 17 heleiligten Verbände statt, von denen besonders Bar Kochba und der jüdische Boxklub Maccabi auffielen. Nach einer Reihe von gymnastischen Uebungen, die von der Frauen- und Mädchen- »bteilung des Bar Kochba vorgeführt wurden, kam zunächst 110׳ Jö mal SO m Pendelstaffel für Jugend zum Austrag, die von dem Bar Kochba I, vom Start au» überlegend führend, in 1:14,1 gewonnen wurde. Auch die 10 mal 50 m Rendolslaffel für Männer wurde eine Beute von Bar Kochba in der Zeit von 1:13,6. Di« nächste Nummer des Programms, der 1 Soo-m-Vorgabelauf, bildete י inen Höhepunkt des ganzen Abends. Vom 50-m-Lauf für Männer ist zu melden, daß Simon nach gut gelungenem Start in 6,g Sokünden das Zielband zerreißen konnte. Sodann folgten exakte Hebungen an 3 1 Geräten, ausgeführt von Bar Kochba, dom Jüdischen Turnverein 1903, dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten und dem jüdischen Turnverein Berlin östliche Vororte; auch dies« turnerischen Darbietungen hinterließen den besten Eindruck. Unter- ׳!essen wurde in der Mitte der Hallo ein Ring aufgeschlagen, den nunmehr, stürmisch begrüßt, die Jiu-Jitsu-Leute des R.j. F. hetraten. Sie zeigten einen Ausschnitt aus einer Trainingswoche, und dann führten Amiixnira Bluoienfcld und Ernst Joachim»- 1h.11 (deutscher Federgewichtsmeister 1937) in einem humoristischen ökelscb vor, wie die Frau sich eines Rowdys in verkommenden Fällen ׳ rwebren kann. Jetzt zogen die Boxer des J. B. G. Maccabi in den Bing. Nach Freiübungen, Rnilsnringen. interessierten besonders die ochaukümpfe: Gul(marin gegen Bat:ist und Buchbaum gegen Hötter; auch sie durften sich für ihre ausgezeichneten Leistungen bedanken. Im Haridli.il'-Endspiel konnte der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, dank rbr guten Arbeit seines Torwarts Pfeffer, gegen den Bar Kochba einen Sieg von 3: ז herausholcn. Das dann folgende Hallerjlcnni? litt unter schlechter Beleuchtung. Den Schluß des Abends bildeten die beiden spannenden 10 mal 1 ,־ Rondcnstaffeln für Frauen und Mädchen sowio für Männer und Jugend. 111 der ersten siegt« Bar Kochba I nach Wechsel voller Führung in : ti. Di« letzte Staffel bildete sportlich einen Höhepunkl des ganzen Abends. Hier wurde wieder einmal bewiesen, daß Bar Kochba mit »einen Staffelmannschaften, besonders seiner Kampfmannschaf 1, an führend״!• St״!!« in Deutschland steht. Kurz I ist der > rslo Mann und erreich! gleich die Führung. Hellermann vercrößort den Vorsprung, T r cumj n n liegt schon mit 30 Metern in Front, S i m m e n a u e r gibt, mit 50 m Vorsprung den Stab an Erwin ab. Dicmr dehnt »einun Gewinn auf 80 m aus, nach I n k I o w 1 t 1 liegt der früher« S. G. O.nr Gerber mit g5 n» vorn, Eger läßt das übrige Ff Id gar 125 m zurück und Simon schafft »inen Rundg'ninn!011 1(50 m. Brausender Beifall belohnte! den ehrlich errungenen Erfolg. Da.- Fest verlief für Zuschauer svio f» ilnebmf!׳ «';heraus anregend. •Allgemein wurde dem Wunsche Au»- druck gegeben, dal.', da־. indische HaUenspnrtfcsl zu einer ständigen F inncbluii” d•-- IS, rli ״'r judr-rhen!,eben? werde. Bar Kochba, Hamburg. \5י <׳״. März, nachm. 3־/י Uhr, rindet in der Fimsbüffeler Turnhalle, Bundesstraße, der größten Furnbalio Hamburgs, das diesjährig« Werbe- Turn- und -Sportfest d«s Bar Kochba statt, das gleichzeitig ab das 1H. Stiftungsfest d«s Vereins!״׳(rangen werden soll. Di« Veranstaltung soll der jfldi- -eher• Or ff«!itiirhkeit Hamburg? wiederum einen Ausschnitt geben aus der vielseitigen Tätigkeit des Bar Kochba, der mit seinen zirka 700 Mitgliedern zu der größten jüdischen Jugendorganisation Ham- 7bürg» zählt. — Aus d«m Programm seien folgend« Vorführung»- arten hervorgeboben: Kleinkinder-Gymnastik hi* 6-jBhngo Kinder). Zweckgymnsslik d«r Horren-Turnabtcilung, Freiübung*- arheit d«r hnnh״!!.. Mädrh״n- und Friuenab'eilung, Geräteturnen der Hcrren-Sondf rrE-gc, Gcwanrlhdtsturnen der Knaben und Mädchen. Ferner werden?ich verschiedene Abteilungen in einer Pendebtaffel ■während di« I.-eirhtalhleten einen Sprinter-Dreikampf austragen werden, fVbungcn mit Prell- und Medizinball der Damen und Herren werden das reichhaltige Programm beschließen. Einfritlsprci*ז :״ M. /!{:«lief, 0,50 M, (Galerie). Die Zeitschrift ״Die Leibesübungen“, Berlin SW, «sthält einen interessanten Aufsatz, von Dr. Fritz Simon, Jerusalem, mit einigen guten Photographien über Leibesübungen I n Pal Ist in». Der Verfasser berichtet über die Art der Turn- und Sportmcthodcn 111 den arabischen, vor allem aber m den j ü - II i sc.her» Schulen und hebt insbesondere die erfolgreiche Ver- Berliner Kalender Büro: Berliner Zionistische Vereinigung׳, Berlin W 15, Meinekestr. 10. Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheckkonto Nr. 37 830 Berlin NW 7. Kassenverwaltung der B. Z. V. Der Berliner Veranstaltungskalender wird ausschließlich von der Berliner Zionistischen Vereinigung xusammengestetit Wir bitten alle Vereine und sonstigen Veranstalter, sich mit etwaigen Wünschen nicht an d!e Redaktion, sondern an die Berliner Zionistische Vereinigung za wenden. Dienstag, den 27. März abends 8״/י Uhr Revisionist Jugendgruppe Brit Trumpeidor, im Sitzungssaal, Meinekestr. 10. Herr J. Klinoff: ״Was schulden wir dem Andenken TrutnpeJdors“. ~ Abends 8 י Uhr Mtsrachi. im Gemeindehaus, Rosenstr. 2/4. Vortragszyklus ״Land und Leute Palästinas“. 2. Vortrag: Herr Braslawsfci: ״Die Samaritaner und ihre Opferfeiern aut dem Berge Gerisi" (mit Lichtbildern). Mittwoch, den 28. März abends 8/4 Öhr Gruppe Ost in den Räumen der Agudas Achim, Jostystr. 4. Herr Moses Waldmann: ״Taufe und Mischehe“. Abends 81,4 Öhr Berliner Zionistische Vereinigung in den Räumen Meinekestr. 10. Oskar Baum, Prag: Vorlesung aus eigenen Werken. Thema: ״Das neue Geschlecht". Donnerstag, den 20. März abends 8>'» Öhr Gruppe Nord, im Gemeindehaus, Rosenstr. 2/4. Herr Dr. Max Mayer: ״Unsere Erriehungspfücht gegenüber der jungen Generation". breitung der Leibesübungen durch die Boy-Scouts und den Kreisverband Makkabi hervör. Man beginnt mit der Sammlung eines Fonds zum Bau eines Stadions in Palästina und denkt daran, in absehbarer Zeit all weltliche jüdische Olympiaden in Palästina abzuhalten. Die Kammermusikverelnigiuig des ״Bar Kochba“, Berlin, veranstaltet am Mittwoch, den 38. März, im Harmoniumsaal, Steglitzer Straß« 35, einen Haydn-Mozart-Beothovon- Abend. In New York erschien soeben das erste Heft einer neuen hebräischen medizinischen Zeitschrift ״H a r o f e h H a i w r i“ unter der Redaktion von Dr. Mos« Einhorn und Dr. A. Goldenstein. Die Zeitschrift enthält Beiträge über verschiedene medizinische Fragen und •ine spezielle Abteilung für hebräisch« medizinische Terminologie. Es ist die einzige außerhalb Palästinas erscheinende hebräische medizinische Zeitschrift. Die Adresse lautet: ,.The Hebrew Physician", 286 West 8fi th Sir., New׳ York City. Ortsgruppen Düsseldorf• Purim-Kostümfest des Keren Kajemetb. Am io. März veranstaltete der Keren Kajemetb in Düsseldorf ein Purim- Kostümfest. Es war ein kleines Wagnis, in dem duroh den rbeinisehen Karneval mit Vergnügen übersättigten Düsseldorf am Ende der Saison zu einer größeren Festlichkeit zu laden. Aber es gelang vollkommen. Der Besuch war recht gut, alle Schichten der Düsseidorfer Bevölkerung waren vertreten, und — etwa 600 Rm. werden dem Keren Kajemetb zufließen. Essen. Die Purimfeier der Zeirei Misrachi am 7. März bot den Mitgliedern der Gruppe Gelegenheit zu heiterem Beisammensein bei Vorträgen und Gesangsdarbietungen. Görlitz. Am 4- März fand hier in einem der vornehmsten S510 ein Gesangsabend ״M oder n e Musik jüdischer Künst- 10 r" statt, dem ein großer Teil der musikalisch interessierten Gemeindemitglieder sowie nichtjüdische Interessenten beiwohnten. Ausführendo waren die namhaften Berliner Künstler Leo Riasanzow (Bariton), Rahel Kaufmann (Sopran) und Alice Jacob- Loowenson (Klavier und erläutemaer Vortragi. Im ersten Teil des Abends wurden rein hebräische Melodien erläutert und zu Gehör gebracht: unter anderen Teile aus den östlichen Visionen von E. W. Sternberg und einer Klavier-Sonate von Weprik. Der begleitende Vortrag erleichterte es den Zuhörern ungemein, den musikalischen Darbielungen zu folgen. Bei der Gegenüberstellung der verschiedenartigen Bearbeitungen gleicher Motive fiel die expressionistische Art auf, mit der Max Brod den Psalm 136 vertont hat. Im zweiten Teile kam vor allem das Volksliedmäßigo zur Geltung. Als ein Meisterstück der Gesangskunst ist der von Riasanzcw vorgetragene Kaddisch dm Berdycaewer Raw von Joel Engel hervorzuheben. Manche Volkslieder gefielen dem Publikum sogar auch noch in der weniger guten Bearbeitung: selbst das schlagerhafle Hochzeitslied von Weinberg fand, vielleicht infolge der Purimslimmung, größten Anklang. Ina letzten Teile stimmten verschiedene Gesänge das Publikum sehr ernst und rissen es förmlich hin: eine ekstatische Melodie von Krem, die Rksaaxew vollendet vertrag, und das die Meisterschaft der Frau Rahel Kaufmann offenbarende Lied der Mariamne. Sämtliche Künstler fanden hei der Erschließung dies«־ altneuen Welt ein sehr dankbares Publikum, das den Eindruck *nicht so bald vergessen wird. Köln. Die Frauengruppe des Misrachi veranstaltete eine Purimfeier, die einen ausgezeichneten Verlauf nahm und sich ein« zahlreichen Besuches aus allen jüdischen Bevölkerungskreisen Kölns erfreute. Berliner Zionistische Vereinigung Am Mittwoch, den 28, März, abends 81/2 Uhr, liest in den Räumen der Z.V.f.D., Meinekestr. 10, der Dichter Oskar Baum, Prag, aus eigenen Werken. Thema: yvDas neue Geschlecht“.. Vermischtes Schekelarbeit der B.Z.V. Die B. Z.V. teilt mit: Wir fordern alle unsere Vertrauensleute auf, den Verkauf ihrer Schekelblocks jetzt mit aller Energie zu betreiben. Das Wahlrecht zum Delegiertentag der Z.V.f.D. ist an den Besitz einer Schekelquittung geknüpft Den Mitgliedsbeiträgen der B. Z. V. wird in diesem Quartal der Schekelbetrag zu geschlagen werden, falls der Schekel nicht vorher auf Block bei uns abgerechnet ist. Jean Richard Bloch, der unseren Lesern wohlbekannt.« französisch-jüdische Schriftsteller und Verfasser der von uns bereit.« gewürdigten Romane ״Simmlor & Go.“ und ״Kurdische Nacht", wird am Dienstag, den 3. April, abends 8 Uhr, im Plenarsaal des Herrenhauses, im Rahmen der Veranstaltungen der E <1 r o p 3 - i 8 c h 0 n Tribüne (Leitung: Mary Schneider-Braillardi einen Vortrag über das Thema: ,.011 va la civilisaticm ouropöeano?" (,,Die Zukunft der europäischen Kultur") halten. Zionistisch - sozialistische Arbeitsgruppe Hamburg. Nächste Veraastaltung Dienstag, den 37. März 1938, im Bar Kochba- Heim, Hamburg, Bornstr. 35, abends 8V3 Uhr, Referent: Herr Dr. B. Karlsberg, über: ״Historischer Materialismus“, Gäste willkommen. Auskünfte erteilt, Marcel Lew, Hamburg 13, Rutschbahn 17. Kasperle-Theater. — Ein Zauberwort, das zu allen Zeiten alle Kinderherzen erfreut. Am Sonntag, den 11. März, hatte die Jüdisch-national« Frauenvereinigung ihre kleinen Freunde. Jungen* und Mädels, zu einer Kindervorstellung in den Kammerlichtspielen Goltzstraße eingeladen. Zur Aufführung gelangte ״Salomons Zauber- P“ ..... bearbeitet bat. Di« Puppen, die Käthe Baer entworfen und angefertigt hat, sind sowohl in Maako als auch in der Kleidung künstlerisch hervorragend. Die Kinder folgten der Handlung mit großem Interesse und freuten, sich, besonders über die richtig« ״Keilerei“ zwischen Rispa und Kiß. H. W.-T. Lesser Ury-Ausstellung. Am 25. März wird in dar Kunst kammer Martin Wasservogel, Leipziger Straße 36, eine Ausstellung von Werken des bekannten jüdischen Malers Lesser Ury eröffnen. Volksbank ״Iwria“- Am 35. März, vormittags 11 Uhr. wird der Betrieb der jüdischen Genossenschaftsbank Volksbanh ״Iwria“ e.G. m. b. H. eröffnet. Dio Feier findet statt in den Räumen der Bank, Berlin W 8, Französische Str. 8. Die einleitende Ansprache wird der Präsident des Aufsichtsrate•, Direktor Georg Kareski (deutsch) und Herr Dr. J. Altschul (russisch! halten. Regensburg• Schon seit längerer Zeit bestand in weiten Kreisen der Gemeinde der Wunsch, durch Veranstaltung von Vorträgen und Lehrkursen das jüdische Wissen zu vertiefen. Diesen Bestrebungen kam Herr Bezirksrabbiner L e v y darin entgegen, daß er die Anregung zur Gründung eines Vereines für ״jüdische Geschichte und Literatur“ gab. Nach mehrfachen Vorbesprechungen fand dio Gründungsversammlung am 6. Februar statt. Einleitend hielt Frau Jettka Levy-Stein einen Vortrag über ״das jüdische Festkalendarium in historischer Bedeutung“, deren inter• rasante Ausführungen lebhaften Beifall fanden. Ueber die Aufgabe und Ziele des Vereins, sowie seino Arbeitsmethoden und über die Bedeutung dieser Gründung entspann sich sodann eine länger« angeregte Debatte, die schließlich zur Gründung des Vereins führte, dem sich sofort mehr als 4<י zahlende Mitglieder ansehlosten. Persönliches. M. Lovanon, der sieben Jahre Amtsrichter in Palästina war, bat sich mit unserem Gesinnungsgenossen Dr. Moses Smoira, Rechtsanwalt in Jerusalem, und mit H. Kröngol d , einem aus Warschau stammenden und in Palästina juristisch ausgebildetea. Anwalt assoziiert. Schöneberger Synagogen-Verein, Synagoge Mönchen״!• Straße 37. Heute Freitag, abend* 7 Uhr, Vortrag: Die Peßäch- Hagadah (Rabb. Dr. Rosenwasser). Täglich um 6 Uhr abend«, zwischen Mincba und Maariw, Lehrvorträge: Pentateuch mit Raschikommentar, jüdische Ethik, Psalmen, Dinim, Rabb. Passen, Rabb. Ksinski, Rabb. Rosen wasser. Synagoge ״Adaß Jeschurun“. Clausewitzstraße 4, am Kurfürstendamm. Gottesdienst am Schabboß ״Wajikro“: Freitag, abends 6.30 Uhr: Sonnabend, morgens g.30 Uhr; abends (Minche): 6.30 Uhr; Schabboßausgang: 7.06 Uhr. Jüdische Gemeinde. Freitag, den 33. März, abend*, in allen Synagogen und Altersversorgungsanstalten: ß1/! Uhr. Ansprache: Synagoge Lindenstraße: Dr. Blumenthal. Predigten: Neue Synagoge: Dr. Warschauer: Synagoge Lützowstraße: Dr. Weisse. Sonnabend, den 34• März, morgens: Synagogen mit altem Ritus und Alterversorgungsanstalten: 9 Uhr; Synagogen mit neuem Ritus: Frühgotte• dienst: 7(4 Uhr: Hauptgoltesdienst: 10 Uhr. Predigten: Synagoge Fasanenstraße: Dr. Bergmann; Synagoge Lcvetzowstraße: Dr. Lewkowitz. Schrifterklärung: Synagoge Münchener Straße: Dr. Arthur Levy. Jugendgottesdienst: 4 Uhr Synagoge Lindenstraße: Dr. Blumenthal; 4 Uhr Synagoge Kottbuser Ufer: Dr. Bleichrode; 4Vs Uhr Münchener Straße: Dr. Arthur Levy. Sabbatausgang: 7.06 Uhr. Gottesdienst an den Wochentagen: abends in allen Synagogen bi» 30. März: 6 Uhr; morgens: Synagogen mit altem Ritus außer Synagoge Pestalozzis taaßo bis 3. April: 7 Uhr; Synagogen mit neuem Ritus und Synagoge Pestalozzistraße bis 3. April: 7V3 Uhr. Brieikasten der Redaktion Emlth. Anonyme Einsendungen können wir nicht veröffentliehen. S. R-, Berlin. Es ist uns nicht entgangen, daß in d«a dritten Heft des laufenden Jahrgangs der übrigens vorzüglichen Zeitschrift ״Hedim“ (Tel-Awiw) ein Artikel des jungen hebräischen Dichters Jizchak Lamdan enthalten Ist, in welchem dio ״Jüdische Rundschau“ scharf und, wie wir glauben, ungerecht angegriffen wird. Herr Lamdan erklärt, daß wir mit kaltem Intellektualismus die palästinensischen Probleme analysieren, als ob der von wilden Schmerzen der Schöpfung zerrissene Körper nur für derartige Unter- Buchungen da wäre. Mit akademischem Lächeln sollen wir über das praktische Unvermögen der Palästinenser spotten, als seien nur wir die Einzigen, die das Geheimnis wirksamen Schaffens verstehen. ״Sie. deren Zionismus sie nicht zur Umwertung der Wert« und zur hebräischen Erneuerung verpflichtet und die bisher — wenige Einzelne ausgenommen — dem Lande noch nicht einmal eine kleine Gruppe von Menschen gegeben hallen, dio mit ihrem ganzen Sein in dio hebräische Existenz eingedrungen wären, sie beanspruchen für sich das Recht der Analyse und die praktisch« Fähigkeit. Und gerade diese Intellektualisten, io in 30 Jahren Zionismus noch nicht aus den fremden Kleidern zu schlüpfen und sich in der hebräischer! Welt einzuordnen verstanden, gerade sie segeln unter der Fahne Acbad Haams . .— Es wäre zu peinlich, gerade mit einem Repräsentanten der jungen hebräischen Dichter-Generation, die wir hoch schätzen, zu polemisieren, wenn er in diesem Ton spricht. Wir wollen gerechter sein als er und anerkennen, daß in seinen Worten ein Tropfen Wahrheit steckt. Aber diese Wahrheit wird unwirk satn, wenn sie verbunden ist mit einem so völligen Unverständnis für dio geistige Situation des deutschen Juden, der Zionist geworden ist. und der seiner Verantwortung gegenüber dem Aufbau Palästina!■ nicht weniger bewußt ist als die Stürmer und Dränger, die nur eine Seite des zionistischen Erneuerungswerkes sehen. Der deutsch־׳ Jude hat einen weiteren Weg bl» zur hebräischen Voll-Existenz zurückzulegen: aber es ist bedauerliche Verkennung der historischen Position, nicht zu sehen, daß cs vor allem auf dio Richtung des Weges ankommt. Mit arroganten Bemerkungen wird weder dieser Weg erleichtert, noch werden damit die wirtschaftlichen Fehler des Palästina-Aufbaues beseitigt.