Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1928-03-13 · Heft 21 (13.3.1928) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 21 (13.3.1928)
Date
1928-03-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2651273-2652971-2652992--19813-2677729
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Mtt Unfcrhalfangs ״ Beilage Etnzcbmmmer 9jt3 Goldmark .■״■ —.....—■■■ pf—fny■» *■י■״■■■,■״ * 1 ■י 1.....■י* ■״״■ * ו״׳»■'׳״‘ JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion and Verlag Berlin W 15. MeinekestrnBe 10. Erscheint Jede» Dienstag and Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1,85 Goldmark, vierteljlhrlicb 5.25 Goldmerk. Ao* >n<1, ts worden io der WlSronj der einrein׳n Linder berechnet, Anzeigen -Verwaltung Jüdische Rundschau G. m. b. H., Berlin W15. Meiaekestr. 10 Telephon! Amt Bismarck 7165—70. Aaswlgeapreias 3 ge«pdiNasp*r9ilfa?ä!J*O,50 G״׳M. Stallen ge midie 0,?5 s Dies •t # g?8d Freitag Bftchmittag• 4 Uhr. Telephon: Bismarck 7165 — 70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392 Für Oesterreich* Postspurk***enmn t Wien, Konto Kr. 156030. Für Tschechoslowakei; roslsparkawenamt Prag, Kaste Nr. 59410k Für Polen: Poeisperkazteoemi Wersches, Koste Nr, 190708. Redaktionsschiaß Sonntag und Mittwoch nachmittag. Nummer 2t | Berlin, 13.HL 1928 כ״א אדר׳ תרס״ח | xxxm. Jahre, Da» Zionismus •»trabt VOr das JQcH*ctte Volk die SchaHunn •Inan fiffenttlcti - racktlicH aaslchartan HelmstSHa In PaMstina. ..Hasel••• Prosramm.« Günstige Prognosen Die englische Wochenschrift ״The Near East and I n d i a" schreibt in ihrer letzten Nummer: ״Es ist klar, daß die Zionisten zu einem Scheideweg gekommen sind, und daß ihre Zukunft in Palästina in hohem Maße von dem Erfolg abhängen wird, den Dr. Weizmanns Besuch in Amerika haben wird. Der zionistixhe Führer״ wird nach Amerika diesmal nicht nur wie immer ausgestattet mit seiner glänzenden Beredsamkeit zugunsten der Palästina-Idee geben, sondern auch bestärkt durch den Optimismus eines praktisch denkenden Mannes, Sir Alfred Mond, ln den letzten Jahren war es eine ständige Behauptung bedeutender jüdischer Wirtschaftler, daß Paiästina ein geeigneter Platz nicht nur für Gefühle, sondern auch für Geschäft ist, daß private Investi'.jonen dort gesunde Anlage sind, und die Akte der Wohltätigkeit seitens der Juden ergänzen müssen. Man kann erwarten, daß Dr. Weizmann, dijrch diese Anschauung unterstützt, ungewöhnliche Sympathien bei den amerikanischen Juden, ob Zioni ten oder Nlchtzionisten, für die Förderung des jüdischen Nationalen Helmes finden wird. Die Ergebnisse des bevorstehenden Besuches werden ein beträchtliches Licht werfen auf die Zukunft einer der interessantesten Bewegungen der Welt.“ Diese Abschätzung eines Organs, das den zioni ־.tischen Bestrebungen stets mit gemessener Objektivität, nicht immer mit• vofier Zustimmung gegenüberstand, ist gewiß bemerkenswert Sie beweist, daß die Aeußerungen Sir Alfred Monds in England einen großen Eindruck gemacht haben. Nicht nur weil Mond in der heute herrschenden Partei einer der führenden Köpfe Ist, sondern wohl vor allem, weil man seinem praktischen Sinn und wirtschaftlichem Verständnis genügend Schärfe zutraut, um die ökonomischen Chancen einer Ko'onisation Palästinas abzuschätzen. Was Alfred Mond zweifellos gegenüber manchen anderen Besuchern und Kritilcern Palästinas auszeichnet, i;t eine gewisse Großzügigkeiti Der Beherrscher eines der gewaltigsten Konzerne Englands Ist gewohnt, mit großen wirtschaftlichen Einheiten, mit. #Ctlv|fgeh#ftlish'il1׳. 'l«§ittÄ«#hfnj|fli. und auch . mit frä6er^,:Ieitrlt1»ej‘fu riefcn«.' Er'WÄfeL «ln Bild einer anhebenden wl^ch*'tichs8. Entwicklung nicht durch ungünstig scheiaendc Einzelheiten dies' bestimmten" Momentes trüben zu laisstn. Mond wa-, wie zuverlässig berichtet wird, von dem Fortschritt der jüdischen Positionen, insbesondere der Landwirtschaft,(und der TeLAwlwer Industrie, geradezu überrascht Nach seiner Meinung läßt sich aus diesen Ansitzen und unter Berücksichtigung der gewaltigen treiben- Sokolow In Bulgarien Sofia, 5. März. 0• T. A.) Der Präsident der Zionist!- sehen Weltexekutive Natron« Sokolow ist während seiner An- Wesenheit in Bulgarien von den politischen und den in teil ektueilen Kreisen des bulgarischen Volkes mit viel Sympathie und Hochachtung aufgenonrnen worden. Der Minister des Aeu״e־n Bourov erklärte gegenüber Sokolow, daß die bulgarische Regierung die Fortschritte der zionistischen Bewegung und des Jüdischen Nationalheims mit viel Sympathie verfolge. Auch König Boris hat sich während der Audienz, die Sokolow bei ihm hatte, über die Bewegung unterrichtet gezeigt Am Morgen nach der Audienz übersandte der König Sokolow sein Porträt in künsflerirchem Rahmen. Am gleichen Tage emofing Sokolow die Vertreter der Presse, die er eingehend über Zionismus und Palästina informierte und deren Fragen er beantwortete. Am Abend hi?ft Sokolow auf Einladung der bulgarischen Völkerbundliga im großen Saale des Stadthauses vor einer zahlreichen aus der bulgarischen Intelligenz sich zusammen setzenden Zuhörerschaft, un'er der zahlreiche Universitätsprofessoren, ParlrnUBfarter und Pressevertretet zu sehen waren, ein Vortrag über das Thenn: ״Der Völkerbund, die nationalen Minderheiten und das jüdische Nationalheim“. Die Ausführungen $0kotows f esse ten die Zuhörer in hohem Maße, die bulgarische Presse gibt sie ausführlieb, wieder. . Sokolow pflog Unterredungen mit den Führern der po'ltischeu Parteien. Der Vorsitzende der Kommission für auswärtige Angelegenheiten des bulgarischen Parlamente gab Sokolow zu Ehren einen Tee im Union-Klub. Gegenstand besonderer Ehrungen ist Sokolow unter der bulgarischen Judenheit. Die jüdische Gemeinde in Sofia und das Zentralkonsistoriu m der jüdischen Gemeinden Bulgariens gaben ihm zu Ehren je ein Bankett, an welchem Vertreter aller Richtungen des bulgarischen Judentums teilnah men. Oberst Tadjer, der Präsident des Konsitoriums, er- Öffnte eine Subskription zugunsten des Keren Hatessod, die sofort 300030 Lewa erbrachte. Die Zeichnungen werden fortgesetzt Sokolow besuchte auch Phi.ippopei und einige andere größere bulgarische Städte. In einem Gespräch mit dem J. T. A.-Vertrefer wandte sich Sokolow entschieden gegen die Behauptung mancher sephardi sch er Kreic, daß die Zionistische Exekutive einen Unterschied zwischen Aschkenasim und Sephardim mache. Diese Legende, sagte Sokolow, die wie manche andere aus der jetzigen Krise entstanden ist, muß aus der Welt geschafft werden. Wepn die zionistische Exekutive nicht in der Lage war, gewisse Wünsche der Confcderation Espaguole Moniia e zu ertei len, so geschah dies wegen Mangels an Mitteln und aus dem starken Bedürfnis, zu sparen. Es ist aber und bleibt eines der Hauptziele des Zionismus, alle in der Welt zerstreuten jüdischen Gruppen auf der Basis des jüdischen Nationalheims in Palästina einigen. ׳ den Kräfte, die in dem jüdischen Aufbauwillen liegen, auf eine erfolgreiche Fortsetzung des Aufbau- Werkes schließen. Dieses Gutachten ist um so wichtiger, wem! man bcdenkt, daß Mond der Vorsitzende der Agency-Kommission ist, die die Expertenberichte entgegenzunehmen hat Wir haben kürzlich darauf hingewiesen, daß die Experten, da sie ja vor allem Verbesserungen vorschlagen sollen, hauptsächlich kritische Bemerkungen vorlegen dürften, obwohl ihre Hauptaufgabe nicht die Beurteilung des Gewesenen, sondern der Aufbauplan für die Zukunft ist. Die kritischen Gutachten aber über die zionistische Ko'.onisatianstätigkeit, die in diesem Stadium von den Zionisten selbst gefordert wurden, können nur dann ihre richtige Abschätzung erhalten, wenn sie im Rahmen eines Gesamtaspektes betrachtet werden, für den etwa die Anschauungen Sir Alfred Monds charakterhtisch sind. Wird das Werk als Ganzes so unzweideutig bejaht, wie es in Monds Reden geschehen ist, dann wollen wir gern in Einzelheiten der Kolonlsationstechnik uns belehren lassen, wofern es nötig ist. Die Frage, die gegenwärtig an! zionistischen Horizont auftaucht, ist die der Wiederaufnahme einer po iliven Aufbauarbeit nach der durch die Ueber-Immigration verursachten Stagnation. Wenn sich die Anrichten, daß die nächsten Monate eine völlige Resorption der noch vorhandenen Arbeitsloren bringen werden, bestätigen sollten, dann wird der von allen Zionisten ersehnte Moment eines neuen Vorstoßes gekommen sein. Wir treten dann, nach erfolgreichem Abschluß der ersten großen kolonisatorischen Periode in das zweite Stadium ein, das durch eine auf den erworbenen Erfahrungen aufbauende planmäßige Arbeit gekennzeichnet sein wird, ln diesem Zusammenhang gewinnt die Reise Dr. Weizmanns, wie ״Near East“ richtig betont, eine besondere Bedeutung, und unter diesem Gesichtspunkt sind auch die Anleihebestrebungen zu begrüßen, »B ■dfaeii j.£0n jä Ju.a$ in .seinem von 1iss in der. vorigen Nummer zitierlen 'Aüfsate so öptiml־,ti:ch spricht Nach der Pionierarbeit, dis die zionistische Bewegung mit ihren beschränkten Kräften geleistet hat,.ut.1ma der Moment gekoitp men, wo für die Ko’onisation auch die KapJta 1- Voraus- Setzungen geschaffen werden können, ohne die eine Kolonisation systematircb nirbt geführt werden kann. Alles in allem können wir ohne Uebertreibung sagen, daß wir an einem wichtigen Wendepunkt unserer Palästinaarbeit stehen. Italien und Palästina Pedrazzi verläßt Jerusalem Rom, 9. März. (J. T. A») Die Organisation der Zionisten Italiens gab zu Ehren des neu konstituierten ProPalästina- Komitees ein Bankett, dem neben den Korr.i'ee-Mitgltecc 11 Unters'aatsrekrefär Professor Bodrero als Vertreter der Regienintr, Deputierter Bottai als Vertreter des Parlaments und eine große Zahl Deputierter, Senatoren und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens Italiens beiwohnten. Der Präsident des ״Italia-Palestine“, der frühere Minister für die Kolonien Prinz di Scalia, h'elt eine Ansprache. Er sprach mit Wärme und Begeisterung von der großen historischen Geste der Balfour-Deklaration und zollte Großbritannien Anerkennung für alles, was es für die Juden getan hat. Er schloß: Ich und meine Freunde beobachten mit tiefer Sympatftie, wie das zionistische Ideal der vollen Verwirklichung entgegenreift Der Präsident der Italienischen zionistischen Föderation, Giro Glaß, gab der Hoffnung Ausjruck, daß das Komitee ein wichtiges Instrument in der Aufklärung der öffentlichen Mdnung über Charakter und Ziele des jüdischen Nationalhelms und über die Notwendigkeit von dessen Bestehen sein wird. Der Sekretär des Komitees, Professor Dante Lattes, sprach über die wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Italien und Palästina. Jerusalem, 0. März. (J.T. A.) Der italienische Oeneral konsul in Palästina, der bekennte Schriftsteller und frühere Deputierte Pedrazzi, verläßt Palästina und geht als Generalkonsul nach Tunis. Er wird n Jr noch bis zum Besuch des italienischen Kronprinzen in Palästina im Lande verbleiben. Das Eintreffen des Kronprinzen wird in den nächsten Tagen erwartet. Pedrazzi, der in früheren Jahren den Zionismus und die jüdische Arbeit in Palästina scharf bekämpft hatte, änderte nach seiner Ernennung zvra Generalkonsul in Jerusa'em seine frühere gegnerische Haltung und betonte bei verschiedenen Gelegenneuen seine Bereitschaft, für das Bestehen freundschaftlicher kultureller und wirtschaftlicher Beziehungen zwischen Palästina und Italien wirken zu wollen. Max Pine gestorben (Der Führer der jüdischen Gewerkschaften in New York) New York, 7. März. (J. T. A.) im Alter von 62 Jahren verstarb in New York der Vorsitzende des Verbandes jüdischer Gewerkschaften, Max Pine. Er war ein sehr beliebter jiidischer Arbeiterführer und setzte sich als Präsident des Palestinc Workers’ Campaign sehr stark für die Unter- Stützung des Werkes der palästinensischen A:!!״׳!-,,oft durch die jüdischen Arbeiter in Amerika ein. Die Wahlen in Polen Der Ausfall der polnischen Sejmwahlen, über die unser Warschauer Korrespondent berichtet hat, bedarf noch einmal einer kritischen Beleuchtung. Der Verlust von 22 jüdischen Mandaten — im vorigen Sejm waren die Juden durch 35 Abgeordnete vertreten, im jetzigen sind bloß 13 Juden auf ein jüdisches Programm gewählt — bedeutet tatsächlich absolut genommen eine empfindliche jüdische Niederlage. Doch muß man sich vor Augen halten, daß die Juden in Polen im vorigen Sejm von ihren 35 Mandaten ungefähr 17 bloß als Platzhalter der abstinenten Ukrainer in Ostgalizien und Wolhynien innehatten. Im Augenblicke, als die Ukrainer sich entschlossen, die Tatsache ihrer Zugehörigkeit zur polnischen Republik, via facti wenn auch nicht de jure anzuerkerineo, war für die Juden mit einem sicheren Verlust von mindestens 10 Mandaten in Ostgalizien und von weiteren 7 Mandaten in Wolhynien und Ostpolen zu rechnen. Nach der von der polnischen Nationalversammlung im Jahre 1923, als die reaktionären Nationaldemokraten die erdrückende Mehrheit im polnischen Parlament besaßen, beschlossenen Wahlkreiseinteilung können die Juden auf sich allein gestellt kaum 10 Mandate erringen, obwohl ihnen entsprechend ihrem 10 0'oigen Anteile an der Gesamtbevölkerung Polens von den 444 Sejm-Mandaten ungefähr 45 zufallen müßten. Durch die Schaffung des Minoritätenblocks vermochte Q rünbaum vor vier Jahren die jüdischen Chancen zu verbessern. Bei den Wahlen am 4. März d. J. hielt aber der Block nicht das, was man von ihm erhofft hatte, da sich die Ukrainer in Wolhynien und Ostpolen sowie die Weißrussen nicht an die ßiockparole hielten, und nur Juden und Deutsche die Abmachungen respektierten. Durch das Versagen der Blockpolitik bei den Wahlen haben die Juden einige Matt' date eingebüßt Ueberdies aber verursachten die jüdischen Sonderparteien, Agudah und ״Volkisten“, sowie der ״B u n d“ durch den Innerjüdischen Wahlkampf elneft Vif* tust von mehreren Mandaten In''der Hauptwahl sowie׳#»« Verminderung der den Juden zugebilligten Mandate aus der ReichsUste. Das Ergebnis von 13 jüdischen Mandate« zürn polnischen Sejm stellt sich also, sieht man von׳ den auf Kosten der Ukrainer im vorigen Sejm innegehabten Sitzen ab, als eine Minderungdes jüdischen Ein■' f 1 u s s e s im Sejm dar. Allerdings ist festzuhalten, daß gegenwärtig in Polen der Sejm eine untergeordnete Rolle spielt; er ist tatsächlich nur eine vom Diktator Pilsudski geduldete Institution. Trotzdem ist es bedauerlich, daß durch innerjüdischen Zwist der Einfluß der jüdischen Mandatare im Sejm, und sei er auch nur ein Scheinpariament, gemindert wurde. Trotzdem bietet die polnische Sejmwahl für den mit den Verhältnissen in Polen vertrauten Beobachter außerordentlich Erfreuliches. Von den 13 in den Sejm gewählten Abgeordneten gehören 12 der Zionistischen Organisation an und der dreizehnte, der Vorsitzende des Warschauer Handwerkervereins, Herr Rasner, hat das Programm der zionistischen Kandidaten unterschrieben. Agudah, Bund und Volkisten vermochten auf ihre Listen kein einziges Mandat zu gewinnen, ln Galizien ist die von der Agudah auf ihre Liste vereinigte Stimmenzahl lächerlich gering. In Kongreßpolen vermochten Agudah und Bund größere Wählermassen für sich zu gewinnen*. doch reichten die erlangten Ziffern nicht zur Erwerbung eines Sitzes im Sejm aus. In Galizien haben mehr als vier Fünftel aller jüdischen Wähler für die zionistische Liste gestimmt In Kongreßpolen übersteigt die zionistische Wähl erzähl weit 50 0;״ aller jüdischen Wahlberechtigten. Dieser Erfolg ist sehr lehrreich. Man darf nicht vergessen, daß die Zionistische Organisation in Polen in der letzten Zeit eine schwere Krise dnrchgemacht hat Die Schwierigkeiten in Palästina haben in'besonders starkem Maße auf die pol* nische Judenheit zurückgewirkt, weil aus Polen der Hauptstrom der vierten Alijah stammte und weil die Ruck- Wanderer aus Erez-Israel in ganz Polen eine geradezu panikartige Stimmung hinsichtlich des zionistischen Aufbamverkes erzeugt hatten. In jeder polnischen Stadt waren die ״Meragüm“ lebendige Argumente gegen den Zionismus. Von agudistischer und bundistischer Seite wurde auch in den letzten zwei Jahren behauptet, daß der Zionismus seine beherrschende Stellung im polnischen Judentum verloren hätte. Frohlockend verkündeten die Führer der Orthodoxie und des Bund, daß s i e nunmehr das Erbe der Zionisten an treten werden, die einige Jahre eine Hegemonie im polnischen Judentum innegehabt und schließlich vollständig bankrottiert hätten. Auch hier in Deutschland konnten wir, besonders in der C. V. - Z e i.t u n g, diese Unkenrufe wiederholt lesen. Ja, sogar Kleinmütige unter den Zionisten glaubten wirklich an eine Auferstehung der Assimilation und der jüdischen Reaktion in Polen; inan fürchtete, daß die polnische Judenbeit amorph geworden, wieder Spielball in den Händen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.