Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 15 (21.2.1928)
- Date
- 1928-02-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Eimehmmmcr OM Goldmark MU Unterhaltung*-Beilage JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag Berlin W 15, MetnekeitraSe 10. Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Becugsprei• bei der Expedition monatlich 1J5 Goldmark« vierteljährlich 5,25 Goldmark■ worr)«e in der Wtfcnts« der «nu*Ura Linder berechnet. Wammer IS \ Berlin, 2L OL 1928 Anzeigen *Verwaltung Jüdisch• Rundschau G.m.b, H., Berlin W15. Meinekeetr, 10 Telephon: Amt Bismarck 7165—70. Aflnj|«B|1r«ia1 S g**pUt$ ©9p*reiU«a«Ö£ 0,50 G׳-M- SteUm^iMcbi 0^35 (*״M. AüMigmcblaf 1 Di«f cl«g 094-Freitag aaebraittags 4 Ubr. Telephon: Bismarck 7165 —70. Postscheckkonto! Berlin Nr. 17392 Fflr Oejterrtich ■ Postspirkusstumi Wim, Konto Nr, 136030 Ffir TKbachodowskeli rosUpsduHmimt Prag, Konto Nr. 59410. Für Polen! PotUparkaaaenssU Ws1«ch*a, Konto Nr. 190708. RedaktionsschluO Sonntag und Mittwoch nachmittag, . ל' שכ^ ־תרפ״ח | xxxm, jahrg.. Der Zionismus erstrebt fOr das Jüdische Volk die Scbaffunti einer 6Vfeetllch ■" "II I....." — "" 1. . 1 1 1 " .■י י■ I— rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm.*« EH! Pro Palästina-Komitoa in oastarreicii Sokolow in Wien — Die konstituierende Versammlung des Komitees — Sokolow bei Hainiscb und Seipel — Presse-Empfang im Hotel Imperial (Von unaerem Korrespondenten.) I. th. Wien, 17. Februar 1928 Dank der monatdangdh Vorbereitungen des Präsidenten des zionistischen Landeskomitees für Oesterreich, Dr. Goldham mer, der hauptsächlich von Dr. N. M. Oelber unterstützt wurde, konnte gestern das österreichische Komitee Pro Palästina gegründet werden. Zur konstituierenden Versaramlung dieses Komitees und zur Einleitung der gleichzeitig be* ginnenden großen Keren Hajessod-Aktjon in Oesterreich traf schon Dienstag, den 14. d. M״ Nahum Sokolow in Wien ein. Die koistUnlerende Sitzung Die konstituierende Sitzung des Oesterreichischen Pro Palästina-Komitees fand Donnerstag, den 16. d. M. nachmittags, im Festsaal des Hotel Imperial statt. Von den Mitgliedern des Komitees waren erschienen: Ministerpräsident a. D. Dr. Max Vladimir v. Beck, Vizekanzler a. D. Dr. Walter Breisky, Präsident des Bundesamtes für Statistik, Industrieller Adolf Böhm, Botschafter Dr. Konstantin Dumba; Rabbiner Dr. Feuchtwang, Hofrat Professor Dr. S. Frankfurter, Dr. Desider Friedmann, Ministerialrat*Dr, Bernhard Fachs, Dr. Leo Ooldhammer, der Präsident der soziologischen Gesellschaft Dr. Rudolf Gold scheid, Dr. N. M. Gelber, Hofrat Dr. Friedrich Hertz, Professor, Ing.- Ärch. Klemens Holzmeister, bevollmächtigter Minister Dr. Emil Junker, der Vizepräsident der n. ö. Rechtsanwaltskawiner Dr. Siegfried Kantor, Univ.-Prof. Hofrat Dr. Leon Kellner, GroßlndustrieHer Ing. Johann Kremenetzky, pr. ‘'Josef. Löwenher*, Vizepräsident der israelitischen KA^gaaeMl, ^tavöBMdtfgt^r Minister, Gesandter Eduard ^','heri •MVn s d o rf f * Po ui 11 v Di et r i c h s t ei n . 01- ׳ metiidteat' Ante»'• Machat, Hofrat Prqf, Dr.:■• Josef Marx, Rektor der Akademie har Musik, Umv.-Prof. Dr. Eugen Oberhum mer, General-Oberstabsarzt Prof. Dr. Pick, Unlv- Prof. Dr. Schlick, Dozent Dr. Friedrich Sehreyvogel, Prof. Dr. Leo Strlsower, Prof. Oskar Strnad, Rektor Magnificus Prof. Dr. Ziegler, Prof. Dr. Karl Beth, Prof. Dr. Schey. Ferner gehören dem Pro Palästina-Komitee folgende Mitglieder an, die ihr Fernbleiben von der konstituierenden Sitzung entschuldigt haben: Univ.-Prof. Dr. Siegm. Freud, Bundesminister a. D. Eduard Heini, Oen.-Sekr. für auswärtige Angelegenheiten Franz Peter, der Präsident der österr. Nationalbank, Univ.-Prof. Dr. Richard Reisch, Poli- /eiprasidenf Bundeskanzler a. D. Dr. Hans Schober, Sekt- Chef Dr. Adolf Vetter, Franz Werfel, Hofrat Dr. Anton Wj 1 dgans, Stefan Zwe ig. Da־ Verlas! der Sitzung Die Versammlung wurde namens des vorbereitenden Komitees vom Präsidenten Dr. Ooldhammer eröffnet Dr. Ooldhammer begrüßte die erschienenen Mitglieder des Komitees, insbesondere den Vertreter des Bundesministeriums für Kultus und Unterricht, Herrn Min--Rat Dr. Fohr, den Legationsrat der englischen Gesandtschaft, Mr• Leeper, sowie den bulgarischen Gesandten Dr• N e d c © f f und legte in einer kurzen Ansprache den Zweck des Pro Palästina- Komitees dar. Dr. Goldhammer verlas ferner ausführliche Begrüßungsschreiben des Bundesministers 'für Kultus und Unterricht Dr. S c h m 11 z, des Präsidenten des reichsdeutschen Pro Palästina-Komitees, Graf Berns tor ff und des Vorsitzenden des französischen Pro Palästina-Komitees, Senator Justin Godart, sowie des Präsidenten des italienischen Pro Palästina-Komitees, Prinz Pietro Lanza di Scalea, die alle auf die Wichtigkeit der Förderung des jüdischen Aufbauwerkes in Palästina und dessen Bedeutung für den Ausbau der Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden hinwiesen- Von besonderem Interesse ist das Schreiben des Grafen Bernstorff, das folgenden Wortlaut hat: ״Herr Präsident! Für die Einladung zu der konstituierenden Sitzung des österreichischen Komitees Pro Palästina sage ich Ihnen zugleich auch im Namen des Präsidiums des Deutsehen Komitees Pro Palästina den allerherzlichsten Dank. Der Gedanke des Völkerbundes ist aufs engste mit der Ideenwelt der jüdischen Palästinasiedlung verknüpft. Gerechtigkeit und das Gefühl für das Lebensbedürfnis unterdrückter Gruppen hat dazu geführt, daß wir mit gleichem Interesse die Entwicklung der großen und dpr kleinen Völker verfolgen und daß wir mit Ernst und Verantwortungsgefühl an der Lösung aller mit der Idee des Völkerbundes zusammenhängenden Fragen arbeiten. In genialer Form wird die Balfour-Deklaration den Bedürfnisseu der Juden und den menschlichen Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden gerecht Sie proklamiert durch Errichtung einer jüdisch-nationalen Heimstätte in Pallstina die Voraussetzung für eine Erneuerung jüdischen Lebens und sie schafft gleichzeitig Vorsorge dafür, daß aus diesem Streben der Juden nach politischem und kulturellem Eigenleben keinerlei Nachteil für die Stellung der Juden ln der Welt hervorgehen darf. Handlungen und nicht Gesinnungen unterstehen dem Urteil der öffentlichen Politik Die- Bedeutung der Mitarbeit aller Völker an der Verwirklichung der im Palästinamandat zugesicberten jüdischen Rechte ist meines Erachtens in einem hohen M.*8« erziehlich. An Stelle des Kampfes um Worte tritt die von vereinten Kräften geförderte Tat. . Mit lebhaftestem Interesse begleiten wir die von idealistischer Leidenschaft getragene Lebensarbeit der jüdischen Siedler in Palästina tjnd wir beobachten diese Bestrebungen im Zusammenhänge mit der gesamten Entwicklung des Vor• deren Orients. Die Erfahrung hat uns bisher •gezeigt, daß ein friedliches Zusammenleben von Juden und Nichtjuden sich von Jahr zu Jahr deutlicher in Palästina herausbildet, daß die palästinensische Wirtschaft gerade in Zeiten;d,er Krise ihre Widerstandsfähigkeit und Elastizität bewiesen hat und daß von Jahr ■zu Jahr in zunehmendem Maße kulturelle Leistungen sichtbar werden. Selbstverständlich ist die direkte Durchführung der Palästinakolonisation. insbesondere die Erziehung geeigneter Mensehen und die Beschaffung von Geld, in erster Linie eine Aufgabe der Judenheit. Wir arbeiten daran, durch WachhaltUng des allgemeinen Interesses für das jüdische Kolonisationswerk die Siedlung politisch und wirtschaftlich zu stärken und auch der jüdischen Welt die Größe der eigenen Verpflichtung dadurch vor Augen zu führen, daß die Eingliederung des Palästinamandats in allgemeine Weltzusammenhänge■ durch unsere Tätigkeit besonders deutlich zutage tritt. Wir hatten die große Freude, mit dem Komitee France- Palestine ln direkte Fühlung zu treten und begrüßen heute lebhaft die Gründung Ihres Komitees. Der enge Zusammenhang zwischen allen auf Ar Welt befindlichen Pro Palästina- Komitees stellt einen neuen Beweis für die Fülle bestehender gemeinsamer Interessen dar. Dieser Zusammenhang könnte in besonders hohem Maße dadurch; völkerverbindend wirken, daß in allen Lindern alle an! Fortschritt der Menschheit Interesslfrten sieh der ■Förderung,• tfne» Werkes widmen, Indem keinerlei aggressive Tendenzen vorhanden sein dürfen, wenn iltlilBIff iiiapiiehie: •Tligkeif 'ln Genf :es mir'«׳ möglich machen, Ihnln persönlich dtnf'GljtckscinsGhe des Deutschen Komitees P» Palästina m iberbritteet^׳ Ich darf Sie aber bitten, mein Schreiben auf der Grundungsveranstaltung Ihres Komitees, der ich den besten Verlauf Wünsche, zur Kenntnis der Mitglieder zu bringen. Empfangen Sie, Herr Präsident, die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung. Bernstorff.^ Auch Justin Godart hat ein sehr warmes Begfüßttngsschreiben gesandt, in dem er insbesondere die Schaffung des Pro Palästina-Komitees vom Standpunkte der internationalen Beziehungen begrüßt. Bemerkenswert sind folgende Sätze aus seinem Schreiben: ״Es bereitet mir das größte Vergnügen, zu vernehmen, Aß sich ein österreichisches Pro Palästina-Komitee bildet, das dem unseren analog ist Schon im Vorjahre, als dieselbe Bewegung sich in Deutschland kundtat, haben wir mit Freuden festgestellt, mit welcher Stetigkeit sie an Ausdehnung gewann, wobei sie jedes unangenehme Aufsehen vermied, dies vielmehr kraft einer Art unauffälliger, ruhiger und gesunder Begeiste» rang bewirkte. Das beweist, bis zu weichem Maße dieses an sich kleine Problem, das in Unseheinbarkeit auftritt, trotzdem teil hat an den Bemühungen zur Wiederaufrichtung Europas und zu seiner moralischen Gesundung und beiträgt zum Internationalen Gleichgewicht und zur Veredelung des netten Weltgewissen?. Innerhalb jeder Nation ist die Rückwirkung nicht weniger bemerkenswert und birgt in sich Versprechungen von ungeheurem Ausmaß. Sieltet wenn wir die übertriebene Anteilnähme vernachlässigen; und sie sogar bedauern, für die der herrschende Zeitgeist dje Ursache ist, unterliegt e$ keinem Zweifel, daß die auf das Verhandlungsprogramm gesetzte jüdische Freiheit in den ständigen Ratsitzungen der an der Arbeit des Völkerbundes beteiligten Regierungen, daß die Propaganda, der Ton der etegdbraebten Vorschläge, die Würdigung und Achtung, welche sieb immer mehr daran knüpfen, daß au dies besonders geeignet ist, die auf das Judentum bezüglichen Gefühle una Worte im öffentlichen Denken zu ändern. Nach und nach wird das althergebrachte Mißtrauen vom Plan verschwinden und der Antisemitismus nur mehr den Bezeichnungen für verschwundene Krankheiten angehören, jenen schrecklichen sozialen oder körperlichen Krankheiten, über die es der Wissenschaft und Gerechtigkeit zu triumphieren gelungen ist Ich hoffe, daß unsere immer zahlreicher werdenden Vereinigungen sich in nicht allzu ferner Zeit untereinander organ isieren werden, daß sie sich periodische Zusammenkünfte sichern, so daß es ebenso, wie es zionistische Kongresse gibt, in den großen Städten Europas auch Kongresse der Freunde des Zionismus geben wird.“ ln einer längeren Ansprache erörterte nun Präsident Sokolow die große Bedeutung des jüdischen Siedlungs- Werkes In Palästina, das vorwiegend auf ,landwirtschaftlicher Grundlage errichtet wird, für den Weltfrieden und für die Verbindung zwischen Orient und Okzident. Armenier, Araber und Juden sind berufen, sich in dieses Friedenswerk der Er- Schließung des Nahen Orients zu teilen. Sokolow hofft, daß es auch dem österreichischen *Komitee Pro Palästina gelingen wird, die große Aufgabd der Verständigung zwischen Juden und Nichtjuden zu erfüllen und für die Förderung des Aufbaues der jüdischen Heimstätte, in An- Erkennung dessen hoben Menschheitswertes, wirksam einadreten. , . . , ’ _ . Namens der Regierung begrüßte Ministerialrat Dr. Fohr das Zustandekommen des Pro Palästina-Komitees und wünschte allen Bemühungen, die mit der Errichtung der jüdischen Heimstatte in Palästina im Einklang stehen, vollen Erfolg. Vizekanzler Dr. Breisky hob die Bedeutung'des Pro Palästina-Komitees als einer kulturellen Tat hervor. Es sei natürlich, führte Dr. Breisky aus, daß die Stadt, in der der Schöpfer des Zionismus, Dr. Theodor Herzl, wirkte, der von ihm ins Leben gerufenen Bewegung vollste Sympathie entgegenbringe. Die, nichtjüdischen Kreise ver־ stehen die Bestrebungen des Zionismus und des damit verbundenen hohen Menschheit»• Ideals voll und ganz zu würdigen. Die dem Pro Palästina-Komitee «»gehörenden Persönlichkeiten repräsentieren das österreichische Volk, dessen geistige Vertreter mit größter Sympathie die,Ent- Wicklung der jüdischen Heimstätte in Palästina als ein Werk menschlicher Wohlfahrt und Gesinnung verfolgen. Der Redner hoffe, daß diese Repräsentanz des österreichischen Volkes mit besonderer Wärme die Bestrebungen des Zionismus förde/ff wird. In diesem Sinne wünsche er dem neubegründeten Pro Palästina- Komitee vollsten Erfolg. Sodann wurden die Statuten genehmigt und der Ehrenausschuß, das Präsidium und die Schriftführer gewählt. Dpm Präsidium gehören folgende Herren an: Dr. Konstantin Dumba, Oraf Albert Mensdorff-Poullly- Dietrichstein, Dr. Leo Ooldhammer, Dr. Siegfried Kantor und Ing. Johann Kremenetzky. Empfang bei Hatnlsch and Seipel Freitag, den 17. Februar, nachmittags >/s12, wurde der Präsident der Zionistischen Exekutive Nahum Sokolow vom Präsidenten der österreichischen Republik Dr. Michael Hainiscb in dreiviertelstündigej Audienz empfangen. Unmittelbar nachher wurde Sokolow vom Bundeskanzler Dr. Seipel in einstündiger Audienz empfangen. Beide Staats* minner gaben Sokolow gegenüber ihrer tiefen Sympathie für den Aufbau des jüdischen N^onalheims in Palästina Ausdrack ׳ def:U'nleוTei^J«g•'Äe••'^Sr.•fiן}el Söfcoiöw mit, er gedealä׳־!*«' Verlauf des Monats August d. J. eine Reise nachPaiästina zu unternehmen, und da werde er Gelegenheit haben, sieh’ pöreönlich von den Fortschritten des Aufbaus und der hebräischen Sprache zu überzeugen. Dr. Seipel beherrscht die hebräische Sprache vorzüglich. Eine Erklärung der österreichischen Regierang Der österreichische Bundeskanzler, Dr. Ignatz Seipel, hat dem Präsidenten Sokolow nach der Audienz am 17. & M. folgenden Brief zukommen lassen, der in der o f f i - ziellen Staats-Korrespondenz verlautbart wurde: ״Sie haben mir bei Ihrem gestrigen Besuch wertvolle Aufklärungen über die Ziele des modernen Zionismus gegeben. Ihre Darlegungen haben um so größeren Eindruck auf mich gemacht, als ich schon seit langem mit großem Interesse die zionistische Bewegung verfolge, die vdn einem bedeutenden Manne aus unserer Stadt durch neue Ideen und Organlsatipnsformen befrachtet, für eines der schwierigsten politisch-sozialen Probleme der Gegenwart eine vernünftige, ausslchtsvolle Lösung vorbereitet Ich hege hohe Wertschätzung für den Idealismus, mit dem sich so viele Juden in allen Ländern, auch ln Oesterreich, Opfer auferlegen, um dem zionistischen Kolon!• sationswerk die erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen und ich freue mich, daß Sk im eben begründeten pro Palästina-Komitee einen weiteren Kreis von Freunden Ihrer Bestrebungen sammeln konnten. Gerne will Ich, wenn sich nur Gelegenheit dazu bietet, die Ziele Ihrer Bewegung fördern. Genehmigen Sie usw.“ Presseempfang Nachmittags, am 17. ds., fand im Hotel Imperial ein Presseempfang statt, bei dem Präsident Sokolow in einer längeren Rede die jetzige Lage des Palästina-Aufbauwerkes schilderte. Der eigentliche Herr in Palästina, führte der Redner aus, ist der Völkerbund, dessen Grundgedanke, der Völkerfriede, am deutlichsten in der Förderung, die er dem Zionismus angedeihen läßt, zutage tritt. Sokolow hob insbesondere die große Bedeutung des jüdischen Pioniers und der jüdischen Arbeit in Palästina hervor, die in erster Linie dazu beigetragen haben, das Land zu pazifizicren. Uns handle es sich insbesondere darum, einen Typus zu schaffen, einen Menschen, der an den Boden gebunden ist Sokolow gab seiner Freude Ausdruck, daß auch. das österreichische Volk und die österreichische Presse, die sich besonders viel mit den Fragen des Völkerbundes beschäftigt, durch die Gründung des österrelchischen Pro Palästina-Komitees unser großes friedliches Aufbauwerk in Palästina fördern will. Im Anschluß an diese Ausführungen legten die erschienenen Pressevertreter Sokolow verschiedene Fragen vor, die er beantwortete. Besonders hervorzuheben wäre die Beantwortung der Frage nach dem Verhältnis zu den Arabern. Es handle sich nicht darum, sagte Sokolow, wie z. B. die Araber in Haifa ein neuankommendes Schiff mit jüdischen Einwanderem empfange». Man müsse sich darüber klar sein, daß in den Lindem des Vorderen Oriente, io Syrien, Mesopotamien, im