Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 13 (14.2.1928)
- Date
- 1928-02-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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* Seite 96 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 13, 14 E 1928 Dr. Moses Silberstrom ניע Dieser Tage ist in Lodz Dr. Moses Silberstrom, ein naher Verwandter des unlängst verstorbenen Oberrabbiners Chajes, im Älter Von 67 Jahren verstorben. Dr. Silberstrom war einer der ersten Pioniere der zionistischen Bewegung in Polen. Vor etwa 30 Jahren, als der erste Ruf Herzls ins Ghetto gelangte, und nur ein geringer Teil der jüdischen Intelligenz in Rußland dem großen Meister zu folgen begann, stellte sich Dr. Silberstrom als eifriger Anhänger Herzls, dem er bis zum letzten Atemzug treu geblieben ist, in die ersten Reihen der zionistischen Vorkämpfer Rußlands bzw. Polens. Als berühmter Arzt, Schüler Robert Kochs, erwarb er sich schnell großes Vertrauen auch seitens der nichtjüdischen Be* völkerung und der Behörden. Er konnte daher ungeachtet des Zaristischen Druckes die zionistischen Ideen propagieren. ' Von Natur aus körperlich schwach setzte sich Dr. Silberström doch der Gefahr aus, die Organisation der zionistischen Bewegung zu führen, wobei er nicht nur auf Schwierigkeiten seitens der russischen Spitzel stoßen, sondern auch Mindernisse seitens der Assimiianten, der Chassidim und des ״Bundes“ überwinden mußte. Er galt als Herzls Mitarbeiter und Vertrauensmann in Polen und nahm wiederholt als Delegierter an den zionistischen Kongressen teil. Außer seiner zionistischen Tätigkeit widmete sich Dr. Silberström auch allgemeinen jüdischen Fragen und sorgte Vorzugsweise für die Hebung des nationalen Schulwesens in Polen. Ihm verdankt auch Lodz das nationale Schulnetz. Er errichtete u. a. eine zionistische Bürgerschule und war Mitbegründer und Mitglied des Kuratoriums des ersten jüdischen Gymnasiums in Polen. Es gibt kaum eine jüdische Einrichtung in Polen, an der der Verklärte nicht beteiligt war. Als Arzt nahm er regen Anteil an der Lodzer Abteilung des ״Ose“, als nationaler Jude widmete er sich bis zum letzten Atemzug der Tätigkeit der Lodzer Zweigstelle des Vereins zur Förderung der Hebräischen Universität in Jerusalem, die ihm als Symbol der Renaissance des Judentums galt Das polnische Judentum beweist in Dr. Silberstrom einen seiner besten Söhne. תנצב״ה A. H. Moses Frostig gestorben Nach Redaktionsschluß erhalten wir aus San Remo die Meldung, daß dort der Abg. des polnischen Sejms, Chefredakteur der Lemberger jiddischen Tageszeitung ״Der Morgen“ (früher ״Tagblatt“) Moses Frostig, im Alter von 40 Jahren gestorben ist. Moses Frostig gehörte zu den verdienstvollen Zionisten Ostgaliziens. Als Sterbenskranker kam er im Herbst 1927 nach Berlin, um hier Heilung zu suchen. Nach längerem Krankenlager in Berlin wurde er nach San Remo gebracht. Habimah in Berlin. Vor ihrer Palästinareise wird die Habimah am Freitag, den 17., Sonnabend, den 18., und Sonntag, den 19. d. M., im Theater am Kurfürstendamm fünf Aufführungen veranstalten. Berliner jüdische Gemeinde. Die nächste Sitzung der Reräsentantenversammlung findet am Donnerstag, den 16. Feruar 1928, abends 8 Uhr präz., im Sitzungssaal, Oranienburger Straße 30II., statt. Auf der Tagesordnung steht u. a. eine Anfrage der Fraktion der Jüdischen Volkspartei über das Schul- Programm des Gemeindevorstandes. Justizrat Bernard Breslauer, Gründer der Vereinigang für das liberale Judentum und langjähriges libe- Tales Mitglied des Gemeimievorstaiides, ist soeben in Berlin *►*sterbt#. ׳_. . Zionistischer Grnppenverband Obersehlesien Sonntag, den 26. Februar, findet in Gl ei witz ein Gruppenverbandstag statt. Der Vorsitzende der Z. V. f. D., Herr Kurt Blumenfeld, hat seine Teilnahme zugesagt Die Tagesordnung wird noch bekanntgegeben. Die oberschlesischen Gesinnungsgenossen werden schon jetzt gebeten, sich für den angegebenen Tag freizuhalten. Berliner Kalender Büro: Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin W 15, Melnekestr. 10. Telephon: Bismarck 7165-—70. Postscheckkonto Nr. 37830 Berlin NW 7. Kassen Verwaltung der B. Z. V. Der Berliner Veranstaltungskalender wird ausschließlich von der Berliner Zionistischen Vereinigung zusammengestellt. Wir bitten alle Vereine und sonstigen Veranstalter, sich mit etwaigen Wünschen nicht an die Redaktion, sondern an die Berliner Zionistische Vereinigung zu wenden. Mittwoch, den 15. Februar abends 83/י Uhr Gruppe Ost, in den Räumen des Agudas Achim, Jostystr. 4. Vorführung des Films: ״Das Leben im jüdischen Kinderdorf Ben Schemen in Palästina“. Donnerstag, den 16. Februar abends 8ya Uhr .הרצאה שביעית של מר אשבל על יפתח והעממים "עבריה" 8 בערב בביתH אספה פומבית ביום החמישי .16.2 בשעה הההלה רוזגשטר. 2-4. המרצה מר נ. פירציגר על הנושא: האדם והמלכות הרשעה. אורחים רצויים. Abends 84י Uhr Berliner Zionistische Vereinigung, im großen Saal des Logenhauses, Joachimsthaier Str. 13. Herr F. Bernstein, Rotterdam (Verfasser des gleichnamigen Buches): ״Der Antisemitismus als Gruppenerscheinung“. Abends 8> ״ Uhr Poale Zion, im Gemeindehaus, Rosenstr. 2—4. FunktionärkuTsus. Chawer Dr. Borodianski: ״Rom und Jerusalem“. Sonnabend, den 18. Februar abends 8«/s Uhr HapoSI-Hazatr, im Sitzungssaal der Z. V. f. D., Meinekestr. 10. Gerda Arlosoroff: ״Die dritte Generation“. Gäste willkommen. Sonntag, den 19. Februar nachm. 4 Uhr im Logenhaus, Kieiststr. 10: Eröffnungskundgebung der Kulturwoche der zionistischen Jugend Berlins. Herr Dr. Ernst Simon, Frankfurt a. M.: ״Jüdische Kultur als Aufgabe“. Herr Dr.. Soioweitschik: ״Die Geschichtsauffassung der jüdischen Antike“. Dienstag, den 21. Februar abends 8 Uhr im Sitzungssaal der Z. V. f. D., Meinekestr. 10. Erster Vortrag der Kuiturwoche der zionistischen Jugend: ״Die klassizistische Haskalah-EpoChe“. Rief.: Herr Dr. Max Mayer. Druckfehlerberichtigung. In dem Leitartikel der vorigen Nummer ״Zur Haupt- Versammlung des C.-V.“ hat sich ein sinnstörender Druckfehler eingeschlichen. Es heißt dort auf Seite 84, Spalte 2, Zeile 35: ״Im Pro Palästina-Komitee wurde leidlich gegen die Auffassung Steilung genommen, daß Zionisten mindere Staatsbürger seien.“ Es muß natürlich richtig heißen: ״Im P. P.-K. wurde lediglich gegen die Auffassung usw.“ Eingesandt An Bern! Gemeinderabbiner Dr. Lewin, Königsberg Sehr geehrter Herr Doktor! Es war uns ein Hochgenuß, Ihre rhetorischen Ausführungen am 7. d. M. zu höret!. Ihr Thema lautete: ״Der Jude im Gefüge des neuzeitlichen Staates“. Sie wurden vom Centralverein emgeladen, um diesen Vortrag als Wahlpropaganda der Liberalen zur bevorstehenden Danziger Repräsentantenwahl zu ha’ten. Es war wohl eine kleine Ueberraschung für Sie, ein so zahlreiches Publikum vorzufinden, das drei Viertel aus nationalen Juden bestand. Die liberalen Juden sind ja so ״religiös", daß sie alles ihrem Seelsorger aufs Wort glauben, und es für überflüssig ha'ten, einmal selbst in die Bibel hineinzusehen. Wir Zionisten sind ja doch ״bekanntlich“ areiigiös — einer Ihrer liberalen Freunde meinte 8*t*־״ antlreHglös — und doch werde ich Ihnen verraten, daß wir Zionisten ganz gut in der Bibel Bescheid wissen. Ihr Vortrag war auf Jirtnijahu 29, 5—8, aufgebaut, wo Jinnijahu den Juden rät, in Babylon Häuser zu bauen, zu heiraten usw. Diese Stelle haben Sie ganz willkürlich aus dem Gedankengebäude des Propheten herausgerissen. Denn im Vers 10 sagt Jirraljahu, daß die Juden nach 70 Jahren nach Erez-Israel zurückkehren werden. Die Stelle, die Sie anführten, bezieht sich also nur auf die 70 Jahre im GaJuth. Der zweite Satz, auf den sich ihre Ausführungen stützten, war die taimudische stelle: צדקה עשה הקב״ה לישראל שפזרם בין האימות Sie übersetzten dies: Gott erwies den Juden eine Wohltat, indem er sie ins Ga lut h verstreute. Diese lieber- Setzung stimmt nicht Die Betonung liegt auf dem Worte U m oth; die Wohltat besteht darin, daß die Juden zwischen vielen Völkern verstreut wohnen: Werden sie in Einern Galuthlande verfolgt, suchen sie Zuflucht bei ihren Brüdern in anderen Ländern. Die Beantwortung Ihrer weiteren Ausffihrungen, oh überhaupt je eine jüdische Nation existiert habe, überlasse ich Ihren Religionsschülern. Danzig, den 8. Februar 1928. Hochachtungsvoll M. Sambursky. * Berlin, II. Februar 19®, An die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ Berlin Gestatten Sie mir, Sk auf einen irreführenden Fehler, der sich in den Bericht über meinen Vortrag ״Religiöse Kämpfe“ eingeschlichen hat (״Jüdische Rundschau“ Nr, 12 vom 10. Februar 19®), aufmerksam zu machen. Im Jahre 1799 gab in Frankfurt a. O. ein Pamphlet gegen den Chassidismus nicht der Philosoph Solomon Mainion heraus, dessen bekannte Autobiographie ohnehin zur Diskutierune der chassidischen Bewegung beigetragen hat Der offizielle Verfasser des Pamphlets ist der aus dem Osten eingewanderte freie Wanderprediger Leibi, und sein Pamphlet in deutscher Sprache trägt den Titel: ״Glaubwürdige Nachricht von einer neuen und zahlreichen Sekte unter den Juden in Polen und Litauen, die sich Chassidim nennt, und ihren die Menschheit empörenden Grundsätzen und Lehren“ — Ich würde sehr darum bitten, dies berichtigen zu wollen. Mit ergebenen Grüßen ' / . J y״ ‘״Dirvtä ׳!Cörjpdft.‘ Adall P«»mAta «pri*t am F«iU|. 4« ftfihw 19% •!>•«1* 8 Uhr, i« BSrgeraaal 401 Berliner Ratbeaase anf EUrtef 4er Daatuhes GeaeBtcbaft <3r ethiKha Kultur aber: Die Wobaeag eaat — ei■• Kol tur iahend e. Geschäftliche Mitteilungen Unseren Lesern wird das Cafö Kutschers, Charlottenbürg, Bismarckstraße 109, am Schiflertheater, beitens empfohlen; sämtliche in- und ausländische Zeitungen. f0* Die Geburt ihres sweiten Sohnes setgen an Rechtsanwalt Martin Cohn und Frau Dora geb. Wlgdorowlt* Posen, den 9. Februar 1928 ץ־ j ץ־ Die Vermahlung darf nie ebne Sicherstellung der Familie durch eine Lebens• Versicherung erfolgen. Nähere Auskunft und Beratung׳ durch OrjranisnHotui - Zentrale Groß * Berlin der Alttmtx «rod Stuttgarter LebeanTersIcheranjfsbaiik A.-G. Berlin W 8, Mauerstr. 43 Merkur 4590, App. 26 VJ Zahnpraxis J. Birnbaum flmcrik. Dentist Dipl, ef Philadelphia Unlvenitj Berlin, Prledrtehstraße t AZ (9-4), Telephon Norden 7207 Zweigpraxis 1 Qrunewald-Raoenedc, TeplHzer Strafe SB (5-7) Telephon: Pfalzburg 3207 _Gute Existenz__ bietet Ihnen alte an?es, Budbhcilg. durch Vertrieb gangb. Neueiidi. wie Jfidlsdic• Lexikon, Quell des Wissen«, Hsftr*Letdkon usw. 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Teil) Frledridistrafte Schaldlg iUexanderpialz Anale Laarle HOnigstaat Dia •lagead dar Kdalgl« Lalaa (2. T«il) (rtedrlduhain Dar alta Frila fl. Teil) Welnhmdsvoi Dar alte F׳H* (1. Teil) Tarmstrafte Ehelarlea Naa an Prob• Weiftensee las Laantsas Dia Baalahlaaa Braal EmelKa-Palas! Dar Faldaaxacball VanatwarUbbar iUclaUavi Dr. SiagHad KaMwte BnIMkteMA Variat iöditch« tedadwi G.nvb. H, Harlin W IS. Veraatwortii* für ,10״ lawatonUU R. Segel, BadivWilnaadwi Au-»Vf«fc JbW» fetuUcbaa üahlt, Bartia SB IS, W Druck vaa Siaffiiad Schalam, Berlin-ScbÖDf borg. &