Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 10 (3.2.1928)
- Date
- 1928-02-03
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite ל'| JUiOTSCME RUNDSCHAU Nr. 10, 3!1 1928 gesandt Vorbildliche ׳\.wfmilaiion$fÄhigkril Wir erhalten aus Leserkreisen folgende Zuschrift: Die C. V.*Zeitung vom 27. Januar bringt — wohl anläßlich des Berliner Besuches des litauischen Ministerpräsidenten — eine Notiz aus dem ״Czas“ zum Abdruck, betitelt ״Die Vergangenheit des Herrn Woldemaras“. In dieser Notiz eines polnischen Blattes wird berichtet, daß Woldemaras der Sohn eines deutschen Kolonisten Waldemar in Russisch-Polen gewesen ist, der sich vollständig polonisiert ha'le. Der Sohn wurde später Lehrer in Petersburg, also Russe. Bei den Friedensverhandlungen von Brest Litowsk erscheint er als Mitglied der ukrainischen Delegation, und schließlich bekannte er sich zur litauischen Nation, die er jetzt regiert. Soweit der ״Czas“, dessen von der C. V.-Zeitung wörtlieh übernommene Darstellung hier nur in knapper Zusammenfassung dem Inhalte nach wiedergegeben wurde. Die Vergangenheit des Herrn Woldemaras interessiert unsereinen dabei viel weniger als die kuriose psychologische Rätselfrage, warum die C. V.-Zeitung eigentlich aus der Fülle des täglich von der Weltpresse dargebotenen Stoffes ausgerechnet diese Notiz zum Abdruck bringt. Die €. V.-Zeitung Dringt ja sehr wenig Material sogar über jüdische Oegenstände, was wir durchaus verstehen, da sie sich ein befrenztes Gebiet festgesetzt hat, nämlich die Verteidigung der taatsbürgerrechte der deutschen Juden und die Abwehr antisemitischer Angriffe. Wie kommt aber Woldemaras unter diese Propheten? Die Uebernahme dieses Artikels muß einen besonderen gewichtigen Grund haben, den die Redaktion der C. V.-Zeitung verschweigt, denn sie bringt die Notiz ohne den geringsten Kommentar. Was dabei interessiert, ist natürlieh die Frage, ob die C. V.-Zeitung den Werdegang des litauischen Ministerpräsidenten schildert, weil sic ihn billigt, oder aber weil sie ihn mißbilligt. Ist ihr Zweck der, zu Zeigen, daß nicht nur Juden Assimilation treiben, sondem daß diese Tugend auch bei anderen Völkern vorkommt? Will sie jene Juden, die ihrem Namen eine Silbe anhingen, oder aber ihn in anderer Weise ihrer Umgebung anzupassen versuchen, dadurch rechtfertigen, daß sie das Beispiel eines europäischen Ministerpräsidenten zitiert? Oder aber will sie das Ansehen des obersten Staatsmannes eines mit Deutschland befreundeten Staates herabsetzen, die Charakterlosigkeit der Assimilation brandmarken? Will sie sagen, daß Waldemar und seine Nachkommen Deutsche in russisehen oder polnischen Landen hätten bleiben müssen? Dies würde allerdings, wenn man es auf jüdische Verhältnisse übertragt, nach national-jüdischer Auffassung schmecken. Dem naiven Leser; den die Psychologie des deutschen Judentums interessiert, drängen sich diese Fragen auf. Vielleicht äußert sich die C. V.-Zeitung näher; oder gibt es sonst jemanden, der das Rätsel zu lösen vermag? Ihr usw. P o i i t i c u s. ♦ An die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“. Berlin, 291 1. 1928. Selbst wenn jetzt Juden zur Höhle Machpelah zugelassen werden, können sie dort das Grab Josephs nicht finden, denn nach der Bibel ist Joseph nicht in Hebron, sondern bei Sichern beigesetzt {siehe Josua 24, 32). Mit Zionsgruß Harro G. Gottes mann. PreiiMsdier Landesverband (Amtliches Communique.) Die Kommission zur Vorbereitung des liberalen Ein* heitsgebetbuches hat das Manuskript des hebräischen Textes und der Uebersetzung soweit gefördert, daß im Laufe des Monats Februar 1928 mit dem Druck von Band I begonnen werden kann. Vor kurzem tagte der bevölkerungspolitische Ausschuß des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden unter dem Vorsitz von Frau S. Wronsky, Berlin. Der Vorsitzende des Vereins für jüdi• sehe Familienforschung, Herr Dr. med. Arthur Czellitzcr, Berlin, nahm an der Sitzung teil und berichtete einleitend über die bisherigen Ergebnisse der sogenannten Stammbaumumfragen des Jüdischen Frauenbundes. Im Anschluß daran wurde über zwei Umfragen beraten, die auf Antrag von Frl. Bertha Pappenheim, Frankfurt a. M., und Dr. med. Felix Theilhaber, Berlin, Material über die bevölkerungspolitischen Verhältnisse der Juden in Deutschland erbringen sollen. Den Umfragen wurde grundsätzlich zugestimmt. Ferner wurde für das vom Wohlfahrtsausschuß in Aussicht genommene Preisausschreiben über ״Das großstädtische Wohnungsproblem und sein Einfluß auf die jüdische Bevölkerung“ ein Preisrichterkoilegium eingesetzt. Das Preisausschreiben wird demnächst erlassen werden. Der Zyklus ״Das Weltjudentum“, der von der Berliner Zionistischen Vereinigung veranstaltet wird, nahm seinen Anfang Mittwoch, am I. Februar, mit einem Vortrag Kurt Blumenfelds über ״Entwicklungen im deutschen Judentum“. Die große Zahl der erschienenen Zühörer war ein Beweis dafür, daß der Gedanke dieses Zyklus ein glücklicher war. Herr Blumenfeld zeichnete in fesselnder Weise die letzte Etappe der psychologischen Entwicklung des deutschen Judentums, die dadurch charakterisiert ist, daß die große Zahl der Juden immer mehr jedes Interesse an jüdischen Dingen verliert, während eine kleine Zahl von Wortführern, von niemandem kontrolliert und keinem Zwang einer Realität untertan, sich ein eigenes jüdisches Scheinleben aus fiktiven Werten und Deklarationen zurechtlegt. Wir haben also eine Doppel• Schicht vor uns, auf der einen Seite das völlig zerstörte jüdische Leben, auf der andern Seite diese Führer, die nur Sprecher sind, nicht aber Ausdruck realer Kräfte. In dieser so entstandenen jüdischen Gesellschaft kann es keinen wirkliehen Machttrieb geben, der kein Objekt hätte, sondern nur einen Geltungstrieb, der dadurch befriedigt wird, daß man sich innerhalb der jüdischen Sphäre die eigene Würde selbst gegenseitig bescheinigt. Ausgehend von dieser mit zahlreichen Beispielen und Dokumenten belegten These setzte sich Blumenfeld auch mit den neuesten Versuchen, eine positivjüdische Orientierung im bloßen Gedankenbereich zu gewinnen, auseinander. Der Zionismus, der zum erstenmal wieder wirkliches Leben schafft und mit all seinen Unvollkommenheilen bejaht, bedeutet eine grundsätzliche Wandlung der jüdischen Haltung, da er die jüdische Weit wieder an eine lebendige Realität bindet. Blumenfeld unterließ es, in seinem mehr akademischen Vortrage die von ihm analysierten Erscheinungen moralisch zu werten und versuchte in seiner Darstellung die inneren Zusammenhänge und zwangsläufigen Entwicklungen der innerjüdischen Tendenzen aufzuzeigen. — Der nächste Vortrag des Zyklus behandelt den jüdischen Liberalismus (Referent Rabbiner Dr. Max Wiener, am 8. Fe• bruar). Berliner Kalender Büro: Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin W 15, Meinekest!. 10. Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheckkonto Nr. 37 830 Berlin NW 7. Kassenverwaltung der B. Z. V. Der Berliner Veranstaltungskalender wird ausschließlich von der Berliner Zionistischen Vereinigung zusammengestellt Wir bitten alle Vereine und sonstigen Veranstalter, sich mit etwaigen Wünschen nicht an die Redaktion, sondern an die Berliner Zionistische Vereinigung zu wenden. Sonnatg, den 5. Februar abends 71/9 Uhr Poale-Zlon-Jugendkreis, Auguststraße 17. Arbeitsgemeinschaft Borochow, Leitung Chawer Wahl. Zutritt nach vorheriger Anmeldung. מזרדדאידישע רעזעהאלע בערלי!,. ליניעףשטר. 19 ואין הויז פוו דער תלמוד תורה). נעעפענט: ןונטאג.מאנטאג»דינסטאנ,מיטוואך,דאנערשטאג.פון 8ביז10 אזייגער אין אווענד. שבת צו נאבט א שעה נאד מעריב ביו 10 א וייגער. ערעפנונג: זונטאנ דדם 5 פעברואר. 6 א וייגער אין אווענד. בית מקרא של יהודי המורח, ברלין, רחוב ליניען 19. הפתיחה ביום א׳. 5 פברואר. בשעה 6 בערב. Montag, den 6. Februar nachm. 1/35 Uhr Jüd.-Nat. Frauenbund, Meinekestraße 10. Aussprache der Berliner Frauengruppen über Frauenarbeit in Deutschland. Einleitendes Referat: Frau Gerda Arlosoroff. בית היעד העברי ב16 בשבט. יום ב׳. 6 לפברואר ש״ז, באולם הלוגה שבקלייסט־ שטר׳ 10, בשעה 8 יחצי בערב ערב מוקדש לבימת אר׳ו״ישראל ישתתפו אמני האר" מרת ברנשטיירבהו, מרת פרפל, מר תאומי ומר הלצהיו. יוצגו החויונות: פודרינה, פומדיה מאת אבגדור המאירי 2) ם מום מאת סטרינדברג ותמונה דרמתית). מתורגם לעברית ע״י ברנשטייו־כ1,ן 3) "מי נביא וידע" מאת ברהובי" כרטיסים במחיר 3 מ׳. 2 מ׳ ו־1 מרק להשיג בהסתדרות הציונית הברלינית ובתי המסחר לספרים עברים. Dienstag, den 7. Februar abends 8»/2 Uhr Gruppe Nord, im Sitzungssaal des Gemeindehauses, Rosenstraße 2/4. Frau Gerda Arlosoroff: ״Pallstinenrische Wirklichkeit“. Abends 8 Uhr Jüd.-Nat Frauenverefnigung, Frauengruppe Schöneberg, Zusammenkunft bei FrL Jordan, Neue Winterfeldtstr, 9. ' Abends 81/s Uhr Poale Zkn, •>-׳.2/4,....... ifc׳ - Funktiönärkursus, Chawer Fritz Fraenkel: ״Die rote Aus* trittsbewegung“. ””-”י-" Abends Sri, Uhr Gruppe des XII. Bezirks, im Cafe Bohne, Steglitz, Albrechtstr. 127. Herr A. Grynberg: ״Die neuen Wege der hebräischen Dichturig“. Mittwoch, den 8. Februar abends 81,4 Uhr Berliner Zionistische Vereinigung, im Gartensaal des Logenhauses, Kleiststr. 10. Vortragszyklus: ״Das Weltjudentum“. 2. Vortrag: Herr Rabb. Dr. Max Wiener: ״Der religiöse Liberalismus“. NfederseMesischer Grappenverband Am 29. Januar fand in Liegnitz die Tagung des Niederschlesischen Gruppenverbandes statt, die vön auswärtigen Gesinnungsgenossen erfreulich besucht war. Am Vormittag hielt Herr R.-A. Jacobsohn, Breslau, ein Referat über ״Die Stellung der Z.O. zu den übrigen jüdischen Organ!־ sationen“. Frau Robinsohn, Breslau, sprach über Jugendarbeit mit besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse in den kleinen niederschlesischen Ortsgruppen. Die , anregende Diskussion wurde durch die Mittagspause unterbrochen, die Tagung am Nachmittag fortgesetzt. Den Höhepunkt bildete der Vortrag von Frau Arlosoroff. Der öffentliche Vortrag der Rednerin am Abend war aus allen Kreisen der jüdischen Bevölkerung geradezu hervorragend besucht und hatte einen Beifall, wie ihn das anspruchsvolle und zurückhaltende Publikum hier selten spendet. Es hatte aber auch nur selten so guten Grund für seine Begeisterung. Bei einigem Aufschwung unserer hiesigen Gesinnungsgenossen müßte sich aus der durch den Vortrag geschaffenen Stimmung für unser Werk etwas machen lassen. Fragen aus dem Publikum zeigten uns, daß für das Thema ״Palästina“ reges Interesse vorhanden ist. בית ועד עברי ✓ beth waad 1WR1 Montag, den 6. Februar, abends 8V3 Uhr im Gartensaal des Logenhai/ses, Kleiststr. 10 Abend der palästinensischen Böhne Unter Mitwirkung von Frau Mirjam Bernstein - Kohan, Frau Jehudith Pcrkal, Herrn Meir Teomi, Herrn Rafael Klatzkin Aus dem Programm: 1. .,Puderina“. Komödie von Awigdor Hameiri (aus dem Repertoire des Theatron Hakumkum) 2. ״Mi Nawi Wejeda", Einakter von Berkowitz 3. Rezitationen 4 ״Ssamum", dramat. Bild von Striadberg (hebr. Bernslein-Kohan) Karten zum Preise von Mk.3.-,2.~ und 1.— erhältlich in der B.Z.V., Memekestr.10.in des jüd. Buchhandlungen und an der Abendkasse. Fflr die Einheltsgemeiode, gegen den Auslritl! In einer Versammlung des Synagogenvereins Levetzow- Straße sprach kürzlich der liberale Repräsentant Dr. Seligsohn über ״Krisis in der Gemeinde“. Bei starker Betonung des Standpunktes der Liberalen zu den letzten Ereignissen in der Gemeinde legte der Referent ein warmes Bekenntnis zur jüdischen Einheitsgemcinde ab, das in bemerkenswertem Gegensatz stand zu manchen Erklärungen und Presseäußerungen anderer liberaler Führer. Der Gedanke an Austritt sei ein Spiel mit dem Feuer. Dieselben Gedanken wurden auch von den zahlreichen Diskussionsrednern unterstrichen, unter denen nur ein liberaler Redakteur und der Vorsitzende des Verbandes nationaldeutscher Juden eine Ausnahme machten. Interessant war, festzustellen, daß bei den Liberalen eine Animosität — persönlicher wie sachlicher Art — gegen die Mittelpartei besteht, die die Abneigung gegen die Zionisten noch übertrifft. Als der Referent die Versammlung aufforderte, auch die ostjüdische Bevölkerung für liberale Gedanken zu interesrieren und deren Beeinflussung nicht allein der Vo'kspartei zu überlassen, stieß er auf starken Widerspruch von liberaler Seite. Den Standpunkt der Jüdischen Volkspartei vertrat unter Beifall eines Teiles der Zuhörer Herr Hans Klee, der zu den einzelnen, gegen die Politik der Zionisten in der Gemeinde gerichteten Angriffen Stellung nahm. Besonders betonte er mit Rücksicht auf «:ine Aeu Benin״ des Referenten, der noch im Jahre 1928 Neuwahlen verlangte, daß die Volksoartei niemals einer so'chen Umfälschung des Wählmvillens zustimmen werde. Die Repräsentanten seien auf sechs Jahre gewählt, eine Verkürzung der Mandatsdauer sei ein Schlag gegen die jüdische Wählerschaft. Diese politische Auffassung der Volkspartei finde ihre Unterstützung in der Rechtsauffassung namhafter Verwaltungsjuristen. --0. Frauenarbeit Jüdisch-Nationale Frauen-Verei rigung. Am Montag, der! 6. d. M., nachmittags Vä5 Uhr, findet im Büro, Meineke- Straße 10, eine Aussprache der Berliner Gruppen über die zionistische Frauenarbeit in Deutschland statt. Referentin Frau Gerda Arlosoroff. — Am Sonntag, den 12 Februar, vormittags 11 Uhr, findet im Rahmen der in Aussicht genommenen Kinderveranstaltungen in den Kammerlichtspielen, Goltzstr. 9, eine Vorführung des Films ״Ein jüdisches Kinderdorf“, Aufnahmen aus der von Dr. Siegfried L ehmann begründeten und geleiteten iugendsiedlung in Ben Schemen, statt Eintrittskarten für Erwachsene 1 M., für Kinder 50 Pf. Die Hamburger Ortsgruppe des Verbandes Jüdischer Frauen (Sr Kulturarbeit io Palästina und der Nachbargemeinden, die seit den Anfängen des Verbandes unter der bewährten Leitung von Frau Hermann Gumpertz bestanden hat, in ihrer Arbeit aber durch den Krieg und seine Folgen lahmgeiegt worden war, hat in der letzten Woche eine erfreuliche Neubelebung erfahren. Es fand ein Tee im Curiohaus in Hamburg, eine Arbeitssitzung im Hause von Frau Dr. Rosenbaum-Jaffe statt, ein Vortrag im Humanitären Frauenverein von Harburg, ein Nachmittagstee bei Frau Julius Neutnann in Altona und ein Abendtee bei Frau Dr. Viktor in Wandsbek. Die Rednerin bei all diesen Ver anstaltungen, die durchweg sehr gut besucht waren, war Frau Dr. Nadja Stein* Es gelang ihr durch ihre für die theoretische Vertiefung und praktische Arbeit gleich wertvollen Anregung#* dem Kulturverband zahlreiche neue Mitglieder in allen vier Gemeinden zuzufuhren und neue Mitarbeiter für die praktische Arbeit heranzuziehen. Ein Arbeitskomitee wurde gegründet, ein reichhaltiges Arbeitsprogramm aufgestelH und es ist zu hoffen, daS die Hamburger Ortsgruppe nach diesem neuen Anfang bald wieder das Niveau erreicht, das sie seinerzeit innegehabt bat. Ortsgruppen Chemnitz. Am 26. Januar sprach Herr Richard Lichtheim, Berlin, in der hiesigen Ortsgruppe über die Haltung desXentraiverelns zur PaS»%akolon1satia1*. Per Vortrag des Her«# LiehlMni, *ttfiCirwdenpshe Sachlichkeit und Vornehmheit auszeichnete, schilderte in anschaulicher Weise die Entwicklung der Beziehungen zwischen Centralverein und Zionisten und endigte mit einer Kritik der Wienerschen Broschüre. Leider hatten die hiesigen Centralvereinler nicht den Mut aufgebracht, zu erscheinen und in die Diskussion einzugreifen. Frankfurt a, M. Für die Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Tuberkulose unter den Juden E. V. Frankfurt am Main musizieren am 6. Februar abends 8 Uhr im kleinen Saal des Saalbaus die Herren 1 Adolf Rebner, Prof. Dr. Igersheimer, Dr. Otto Eisner, Dr. Richard Rosenberg mit einem Kammerorthester unter Leitung von Herrn Dr. N. Ehrenreich. Korten zum Preise von 8, 6, 4, und 2 M.— erhältlich beit Kaufhaus Hermann Wronker, Fimberg, Schillerstraße und Musikzentrale Rathenauplatz. BalbentadL Am Srinnalwtnd, den 21. Januar, sprach Herr Dr. Kanowitz Berlin, hier in gut besuchter öffentlicher Versammlung über das Thema »Entscheidung zum -Judentum“. Die tiefangelegte und klar durchdachten Ausführungen des Redners, hielten die Zuhörerschaft von Anfang bis zum Ende in ihrem Bann. Es fand dann eine längere Diskussion statt, in *welcher vor allem die hiesigen Agudo-Kreisc zu Wort kamen. Der Redner wußte ihre Einwände in überzeugender und schlagfertiger Weise zu widerlegen. Der Abend war für alle Zohorer eine besondere Anregung. K2U1U Im Rahmen der Kölner Zionistischen Vereinigung sprach am Donnerstag, den 19. Januar Herr Dr. Nahum Go! d m an o über das Thema t Juden unter sich“. Der Redner gab eine soziologische Analyse der gegenwärtigen Situation der Judenheit. Er zeigte in der ihm eigenen fesselnden Art die entscheidende Wandlung de« Verhältnisses der Juden untereinander im Laufe der Jahrhunderte auf. Die Verbundenheit der Juden ־—• insbesondere vor der Emanzipation י־- rühre aus 2 Quellen her 1 ז) der starken persönlichen Bindung (resultierend aus dem Bewußtsein und dem ständigen Neuerleben gemÜnsanrter Vergangenheit) und 2) aus dem gemeinsamea metaphysischen Erlebnis. Die jahrhundertelang gewahrt« Kontinuität dieser mterterritoräa'en Verbundenheit aller Juden sei in der Gegenwart unterbrochen, was besonders darin zum Ausdruck komme, daß zwar das Bewußtsein gemeinsamer Vergangenheit noch lebendig, aber dennoch wenig lebensnah sei; man spüre dies besonders deutlich, wenn die Verbundenheit sich iß Gegen wart saufgahan zu bewahren habe. Nur eine neue jüdische Wirklichkeit, die es jüdischen Menschen erradg’idht unter normalen Bedingungen und ohne die Spannung des Galuth ״unter sich“ zu leben, könne diese Situation von Grund auf ändern Die gut besuchte Versammlung stand ganz im Banne der starken rhetorischen Leistung, so daß ru hoffen ist, daß auch diese Veranstaltung der in letzter Zeit wieder intensiveren zionistischen Arbeit in Köln neuen Impuls geben wird. Osnabrück. Am 10. Januar sprach in gut besuchter Mitgliederversammlung Herr Erich Weinberg, Herford über ״Natioua’es Wollen, nationale.« Können“. Der Redner zeigte an Hand! verschiedener Beispiele und Symptome die Entwicklung innerhalb des deutschen Judentums. Vermischtes Prof. David KoJgect spricht heute, Freitag, 3. Februar, abends 8 Uhr io der Universität (*ostitutum Judaicum) über .Religiöse Kämpfe im O s t j u d e o tum“. Eintritt (reu ״Der rassische Jode in dar Fremde“. Iro Rahmen der Veranstaltungen des Verbandes russischer Juden in Deutschland, die den Zweck haben, die jüdische Bevölkerung in Deutschland über die Lage der russisch-jüdischen 'Flucht- Hnge aufzuklären, findet am Sonnabend, den 8. Februar, 8 Uhr abends, im Logenhaus* Kleiststraße 10 eine Beratung statt, zu der alle Rabbiner der Gemeinde Berlin eingeladen worden sind. Herr Staatsrat Dr, Jacob Teitel, der Präsident des Verbandea russischer Juden, wird über das Thema ״Der russische Jude in der Fremde“ sprechen, Prof. S. Dubnow wird einen Vortrag über *Jüdische Einigkeit in Geschichte und Gegenwart“ halten. Der Dichter Dr. Saul Tschernicbowsky wird sich über das Thema ״Jüdische Schriftsteller als Flüchtlinge“ äußern. Die Volksbühne veranstaltet im Theater am Bülowplatz zugunsten de« Ferienfonds ihrer Angestellten am Sonntag, den 12. Februar d. Js-, nachroittags 2-X־ Uhr eine Sonderaufführung von Ibsens ״Peer G y n t *, in der Inszeniorung von Fritz Holl, für die sich Heinrich George zur Verfügung gestellt hat —׳ Karten vertrieb! Die Tageskassen der Volksbühne, die Theaterkassen von Wertheim und Tietz und Zahlstellen der Volksbühne E V. Dlo *weite Nummer des »Jungen Jaden“ ist erschienen, Sie enthalt Artikel von- Kurt Blumenfeld, Ber Borochow, Bari Katzndsoa, J. Fichmann, Jazziw, Georg Lubenski, Hilde Ottenheimer u. a. m- — Das Heft ist durch die Administration des *Jungen Juden", Berlin C 2, Gr. Prosidcmtenstr. 2 zu beziehen. —־ Abonnementspreis für das erste Halbjahr (Nr. 2 u. 3) Mk. 1 JÜt (Nr. 1 ist bereits vergriffen!) —־ Abennementspreis für das ganze Jahr (Nr. 2-6) Mk. 3,50. Postscheckkonto: *Der Jang« Jude“, Dr• Georg Lubinski, Berlin, Nr, 117048.