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Jüdische Rundschau · 1928-01-24 · Heft 7 (24.1.1928) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 7 (24.1.1928)
Date
1928-01-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 7, 24. L 1928 JUEDTSCHE RUNDSCHAU Seite 49 Zeit'Spiegel Der anttsemitisdie ,.liberale Demokrat4* Wir gaben kürzlich eine Meldung wieder, daß Graf Ottokar Czernin, der letzte österreichische Außenminister, eine Ehrenbeleidigungsklage gegen Ing. Robert Stricker, den Herausgeber der Wochenschrift ״Die Neue Welt“ in Wien überreicht hat Stricker hatte aus dem in dem (schon seit längerer Zeit mit Vorliebe antisemitische Literatur pro duzierenden) Amalthea-Verlag erschienenen afrikanischen Tagebuch des Grafen folgende Stelle ziuert: ,,Im Hafen von Tonga habe ich einen merkwürdigen Fisch gesehen, den Sonnenfisch. Der Fisch ist enen Meter lang, ebenso brdt und einem großen Teller ähnlich. Der Teller hat aber ein Gesicht wie ein jüdischer Kriegsgewinner: Eine krumme Nase und ein Maul mit ekelhaften fleischigen Lippen. Ich habe dieses Gesicht auf der Wiener Ringstraße und der Kärtner Straße gesehen und sein Anblick hat mir den Abschied von Wien so leicht gemacht und jetzt finde ich den Typus am Aequator mitten 1m Meer. In dem Augenblick, in dem die Gesichter der europäischen Kriegsgew.nner — einerlei ob in Wien und Berlin oder in London und Paris — dank ihrer Aehnlichkeit mit dem Sonnenfisch an mir vorüberziehen, frage Ich mich, ob die Bemerkung des Schiffsoffiziers, der Sonnenfisch sei ungeheuer dumm, richtig sei. Ich glaube nicht, daß es die Dummheit ist, die uns diese menschlichen Sonnenfische so unsympathisch macht. Heute, acht Jahre nach dem Kriege, sehen wir doch klarer und können uns fragen, ob es wirklich <fle Entente ist, die den Krieg gewonnen hat Ob dieses Frankreich mit seinem entwerteten Franc soviel zufriedener sein kann als das arme, geschlagene Deutschland, und ob nicht auf der ganzen Welt für jene Elemente geblutet und gearbeitet wurde, welche diesem vorbeischwimmendenSonnenfiseh so verzweifelt ähnlich sehen!“ An diese antisemitelnde Bemerkung hatte Stricker eine Reihe von Feststellungen geknüpft, die sich auf die nersönliehen Beziehungen des Gra!en Czernin zu derartigen ״Sonnenfischen“ beziehen und auf die Geschäfte, die er selbst gemacht hat In der ״Berichtigung“, die Czernins Anwalt der ״Neuen Welt“ jetzt schickte, ist von all diesen Dingen nicht die Rede, sondern es wird lediglich berichtigt, daß Graf Czernin sich nicht ״als Provisionsagent jüdischer Händler“ betätigt hat Die ganze Angelegenheit wäre bedeutungslos, wenn nicht derselbe Graf Czernin bei den letzten österreichischen Wahlen als liberaler demokratischer Kandidat sich um die. Stimmen der Juden 1 m ersten Wiener Bezirk sehr beworben hätte. Damals sind ihm die assimilatorischen Juden nachgelaufen und haben mit seiner Hilfe die jüdisch? Liste bekämpft Nun zeigt sich das wahre Gesicht dieses *freiheitliehen“ Kandidaten. Vielleicht stimmt diese Tatsache manchen Juden nachdenklich und veranlaßt ihn, darüber nachzudenken, ob es nicht etwas Bedenkliches hat, sich in Wahlzeiten von Komplimenten liberaler Kandidaten geschmeichelt zu fühlen, statt aufrichtige und selbstbewußte j ü d i s c h c Politik zu machen. Anmerkung: Die ״C V. - Z e i 4 u n g“ zitiert mit Vorliebe aus der ״Neuen Welt“ alle möglichen aus dem Zusammenhang gerissenen, völlig belanglosen Bemerkungen zionistischer VerTcscer. von denen sie an nimmt, daß sie den Leserkreis der ״C. V.-Zextung“ gegen den Zionismus stimmen können. Wäre es nicht angexeTgt» wenn die ״C. V.-Zeitung“, da sie nun «inmal aus dem Wiener Blatt ihre Informationen za schöpfen scheint, auch die Angelegenheit Czernin erwüujie, die aoeh eher in den Interessenkreis des Central-Vere'as gehört als innerzionistische Auseinandersetzungen, deren Sinn die Central- Vereins-Leser nicht verstehen5 ,JUßbraacb“ einer Synagoge Wodurch wird eine Synagoge ״mißbraucht“? Der scharfsinnigste Ratselra er wird wohl kaum das Raffinement besitzen, die Paradoxe unserer jüdischen Wirklichkeit zu ergründen. Man höre: In P r a g hat der Vorstand einer Synagoge die BewU'igung zur Abhaltung einer von der lokalen Zionistischen Organisation veranstalteten Trauerfeier für Chajcs und Temki n erteilt; die Kultusgeraeindo-Reprären'anz hat sich mit der Sache beschäftigt, wobei deren Präsident Dr. Stein, techechi eher Assimilant, seinem Unwillen Ausdruck gab, und ein anderer Tschecho-jude, Dr. Reiner, den Antrag stellte, die Feier zu inhi bi ere n , da eine solche frauerfeier ein Mißbrauch der Synagoge sei. Die Prager ״Selbstwehr“ schreibt dazu: ״Es ist keine Frage, daß auch Dr. Reiner weiß; wer Cliajes war; die ganze jüdische Welt, ohne Unterschied der Parteirichtung, beauert in ihm einen der edelsten Juden, die Je gelebt haben. ... Wenn Dr. Reiner die Abha'tung einer Trauerfeier für diesen Mann in einem Tempel einen Mißbrauch des Tempels nennt, so mag er das mit seinem eigenen Gewissen ausraachen; die Tatsache aber, daß in der Prager jüdischen Gemeindestube diese Worte überhaupt gefallen sind, ist wahrhaft — im traurigen Sinn —־ epochemachend.“ Aus derselben Sitzung verdient übrigens noch eine andere Episode Erwähnung. Es handelte sich um den jüdischen Sportverein ״Hagibor“, dem die Kultusgemeinde auf Antrag der Tschecho-Juden einen vermieteten P'atz entziehen so!C Ein deutsch assimilatorischer Redner sprach gegen dessen Antrag. Darauf sagte der Tscheche Dr. Reiner, er wundere sich, wie der Vorredner a’s deutscher Assi milant sich für einen jüdischen Sportverein einsetzen könne. Dr. Reiner aopellierte sozusagen an des Vorredners Assimilantenehre, ohne Rücksicht darauf, daß es sich doch um einen Deutschen, also einen ,.nationalen Gegner“ handelt Eine besondere Pikanterie; Die Tschecho-Juden suchen den jüdischen Nationalismus dauernd vor der tschechischen Oeffenüichkeit zu diskreditieren, indem sie ihn als ״verkappte Germanisierung“ hin teilen. Extreme deutsche Assimi’anten beklagen sich, daß die jüdischnationalen in Wahrheit das Judentum , tschechisieren“. Hier nun haben wir einmal das erouickende Schauspiel, daß der tschechische den deutschen Assimilan'en warnt — vor der Judaisierung. Es ist ein schweres Los für ein Volk, einsehen zu müssen, daß seine eigene Gegenwart zur Satire geradezu herausfordert Jiddisch-deutsches Volkstum Dr. Bruno Weil hat in Trier, einem Berichte des ״Trierschen Volksfreundes“ zufolge einen Vortrag aber ״Die deutschen Juden im deutschen Volksleben“ gehalten, worin er die unablösliche Verbundenheit der deutschen Juden vom deutschen Volke wieder einmal in der bekannten Welse mchzuweisen bemüht war, insbesondere durch die Bemerkung, daß es in Deut-chland überhaupt keine einheitliche deutsche Kultur gäbe. Nach dem Bericht des genannten Blattes sagte Dr. Weil, daß beute nicht einmal ein Prozent der Juden in der Welt hebräisch «!rechen, dagegen 11 Millionen von 15 Millionen deu tsch. wenn dieser Bericht stimmt, so ist es immerhin tnteressantj daß für den Central-Verein sogar die Ostjuden und die jiddische Sprache ein willkommenes Mittel in der Argumentation sind, wo es sich um die Beteuerung ihres deutschen Volkstums handelt Es Ist aber kaum zu recht- Berliner Kalender Büro: Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin W 15, Meinekeatr.!0. Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheckkonto Nr. 37 830 Berlin NW 7. Kassenverwaltung der B. Z» V. Der Berliner Veranstaltungskalender wird ausschließlich von der Berliner Zionistischen Vereinigung zusammengestellt Wir bitten alle Vereine und sonstigen Veranstalter, sich mit etwaigen Wünschen nicht an die Redaktion, sondern an die Berliner Zionistische Vereinigung zu wenden. Dienstag, den 24. Januar abends 8»/* Uhr Gruppen West-Charlotlenburg, im Sitzungssaal, Meinekestraße 10. Herr Dr. M. Büeski: ״Klärung der Krise?'4 Eine Bilanz der gegenwärtigen zionistischen Situation. "עבריה" אספה פומבית ביום הרביעי.26.1 בשעה sh בערב בבית הקהלה רוונשטר. 2-4. על הפרה: חווי דעת לשאלות היום. אורחים רצויים. Donnerstag, den 26. Januar abends 8»/j Uhr pünktlich Akademische Gruppe des Zelre-Mlsracht, im Gemeindehaus, Rosenstr. 2/4 Herr Dr. Robert Weiß: ״Ziele und Wege des gesetzestreuen Judentums“. — Oiste willkommen. Freitag, den 27. Januar abends 1/38 Uhr Zeire Mlsracht, Gruppe Zentrum, Dragonerstr. 22 Fortsetzung des Geschichtsvortrages unter Leitung von Chawer Flescher. — Gäste willkommen. Sonnabend, den 28. Januar abends S*/3 Uhr HapoSI-Hazalr, im Gemeindehaus, Rosenstr. 2/4 1. Chawer Brumm! ״Palästinensische Presseberichte.“ 2. Chawer Ribak: ״Ziele und Arbeit der Jugendbewegung ,Gordoniah'“ Gäste willkommen. Mittwoch, den 1. Februar abends 8Vj Uhr Berliner Zionistische Vereinigung im GartensaaJ des Logenhauses, Kieiststr. 10. Vortragszyklus: ״Das deutsche Judentum.“ 1, Vortrag! Herr Kurt Blumenfeld: ״Entwicklungen im deutschen Judentum.“ fertigen, daß auch die Millionen jiddisch sprechender Juden implicite für das deutsche Volkstum in Anspruch genommen werden. Die ganze Fadenscheinlgkeit der rein opportun'stischen Ccntral-Vereins-Bcweisführung wird durch so.che Episoden grell beleuchtet. Jiddisches Theater Das im Wallner-Theater gastierende jiddrehe Theater erfreut sich in zunehmendem Maße des Interesses weiter Kreise der jüdischen Bevölkerung Berlins. Diese Entwicklung war vorauszusehen, denn die Direktion gibt sich die größte Mühe, durch Auswahl eines innigen, volkstümlichen Repertoires den Besuchern des Theaters Heimatsklänge zu vermitteln. Bei all diesen Darstellungen kommt es aber nicht einmal auf den Inhalt der aufgefuhrten Stücke an. Die Kunst des jiddischen Theaters ist eine Volkskunst im guten Sinne dieses Wortes, denn sie zieht ihre Kräfte aus dem quellenden Born ungebrochencn jüdischen Lebens. Wort, Geste, Melodie sind erdhaft-natüriieh und stellen sofort den Kontakt zwischen Bühne und Publikum her. Für die meisten Besucher bedeutet das jiddische Theater eine Auffrischung ihres natürlichen Judentums. Aber auch Westjuden sollten das jiddische Theater in der Wallner-Theaterstraße besuchen. Man ist heute auch bei den Westjuden schon so weit, daß sie nicht mehr das Gruseln bekommen, wenn sie jiddisch reden hören; jiddisch ist kein ״Qemauschel“ mehr, sondern hat die Anerkennung als gleichberechtigte Sprache unter den vielen Sprache!! der Welt erlangt Darum sollten auch die Westjuden den Darbietungen folgen, um die ewig-jüdische Melodie, welche sich in allen Vorstellungen ausdrückt, auf sich wirken zu lassen. — Wie wir hören, gedenkt Frau Direktor Flaume 11 haft. die bis heute materiell sowie organisatorisch so viele Opfer gebracht hat, ein Abonnement für das jiddische Theater einzuführen. Diese Einrichtung entspricht dem Berliner Theaterbesuch. Was bei der Volksbühne und anderen Theatern möglich ist, sollte auch beim jüdischen Theater durchgeführt werden können, H.R. Neuer Erdstoß ln Palästina Jerusalem, 19. Januar. (J.T. A.) Am Mittwoch, den 18. Januar, gegen acht Uhr morgens, wurde in Jerusalem ein leichter Erdstoß verspürt. In der Erinnerung an das letzte ka'astrophale Erdbeben geriet die Bevölkerung in Erregung, sie beruhigte sich aber, als keine weiteren Erdstöße folgten. Schaden wurde nicht an gerichtet. Me ״H|<“״nr-Konteren* Die erste Konferenz der zur gemeinsamen Führung des jüdischen Emigra'ionswerks vereinigten Gesellschaften der Hias of America, der Jewish Colonisation Association (!ca) und des Verbandes der Emigrationsgcsellschaften EmigdirecL ist am Donnerstag, den 19. Januar, abends, in Berlin zu Ende gegangen. Ei wurden eine Reihe Beschlüsse angenommen, die die landwirtschaftliche, berufstechnische und sprachliche Ausbikfung der Wanderer, den Schutz reisender Frauen und Mädeben, Schfffahrtsangelegenheltöt und Organisationsfragen betroffen. Der Miader'nellenwaltlbloek In Patea Warschau. 18. Januar. (I.T.A.) Der Minderheitenwahlblock hat sich nach langen Kämpfen am Mittwoch konstituiert. Auf der Staatsliste kandidiert an erster Stelle der Ukrainer Lowieki, an zweiter Stelle der Zionist Jizthak Grünbaum, an dritter Stelle der Weißrusse Jeremlcz, an vierter der Deutsche Naumann, der bisherige Vorsitzende der deutschen Sejmfraküon. Die meisten Manufaktur- und Galanteriegeschäfte in Tel- Awiw haben Inventur-Ausverkäufe bei stark herabgesetzten Preisen veranstaltet (Zika) Aus den Gemeinden Berlin. (Wahl des Präsidiums und Ersatzwahlen.) In der R epräsentanten Versammlung der Berliner Jüd. Gemeinde vom 19. Januar waren die Qaleriebesucher zahlreich vertreten, die offenter auf Grund der Berichte über die Repräsentantenversammlung vom 21. Dezember v. J. eine Wiederholung von stürmischen Szenen erwarteten. Die Sensationslüsierrien kamen nicht auf ihre Kosten, denn der Verlauf der Sitzung gestaltete sich durchaus friedlich. Die öffentliche Sitzung war von zwei geschlossenen Sitzungen umrahmt. Offenbar erfolgte in. der ersten geschlossenen Sitzung eine Bereinigung der ins Persönliche abgeglitteneu Zusammenstöße vorn 21. Dezember, denn die nachfolgende öffentliche Sitzung verlief ganz im Zeichen gegenseitiger Rücksichtnahme. Außer laufenden Angelegenheiten, wie Subventionierungen und Erledigung kleinerer Vorlagen, hatte die öffentliche Sitzung einige politisch bedeutsame Punkte zu erledigen. Zu erwähnen ist zunächst die Wahl des Büros der Repräsentantenversammlung. Da die (iberaten sich wiederum weigerten, im Büro vertreten zu sein, wurde Geheimrat Stern zum ersten Vorsitzenden und Dr. Alfred Klee und M. A. Loeb zu Stellvertretern gewählt Die Wahl dieser Herren erfolgte mit!1 Stimmen. Bei der Wahl des ersten Vorsitzenden stimmten die Liberalen für ihren Kandidaten Heinrich Stern, der zehn Stimmen erhielt und in der Minderheit blieb. An den Abstimmungen über die Wahl der Stellvertreter und der Schriftführer nahmen die Liberalen nicht mehr teil. Außerdem hatte die Repräsentantenver- Sammlung in der Sitzung vom 19. Dezember 3 Rats mit*!.. . und Dr. Sandler sowie einen Konservativen vorgeschlagen. M. A. Loeb schlug jedoch der Repräsentantenversammlung, auf Grund einer im Ausschuß erzielten Einigung, vor, die ersten zwei Platze mit einem liberalen Kandidaten und mit einem Vertreter der Volkspartei zu besetzen. Dieser Antrag wurde angenommen. Für die Volkspartei wurde Dr. Sandler und für die Liberalen Direktor Ost* berg gewählt. Der dritte Ratssitz fiel dem Konservativen Scckelsohn zu. Nach längerer Aussprache wurde ein vom vorigen Gemcindevorstand angenommener Beschluß, wonach die Jüdische Gemeinde Berlin in den Rat des Landesverband« nur Mitglieder der Verwaltung entsenden soll, dahin abgeändert, daß die Gemeinde Berlin grundsätzlich den früheren Beschluß beibehaltc, in Ausnahmefällen jedoch den Kreis der Personen, aus dem die Ratsvertreter entnommen werden, erweitern dürfe. Schließlich galt es noch, für die zwei freigewordenen Sitze im Gemeindevorstand neue Männer zu wählen. An Stelle des verstorbenen Bruno Galewski wurde Dr. Isi Kahn gewählt Die zweite freie Stelle bleibt den Liberalen Vorbehalten. Der Vorschlag, den zurückgetretenen Karl Fuchs wiederzuwahlen, wurde auf Antrag von Dr. Oskar Cohn vertagt, damit die bindende Erklärung von Fuchs eingeholt werde, daß er die Wiederwähl annehme. Der Vertreter der Liberalen, Prof. Türk, schloß sich dem Anträge Oskar Cohns mit der Bemerkung an, daß es tatsächlich ratsam sei, die Bedingungen des Herrn Fuchs vor der Wahl kennenzulernen. Diese Bemerkung rief beim Mehrheitsblock Widerspruch hervor, da es nicht üblich sei, formell Bedingungen bei der Annahme der Wahl in den Vorstand zu stellen. — Die Frage, welche in der RepräsentantenVersammlung vom 21. Dezember 1927 die Ge* müter besonders erregt hatte, die Uebernahme des F r i e ־ denstempekS durch die Gemeinde, stand diesmal nicht aut der Tagesordnung, Die zweite geschlossene Sitzung beschäftigte sich insbesondere mit der Frage des Gemeindeblattes. h. Duisburg. In der Repräsentantensitzung wählte die jüdische Gemeinde zu ihren 1. Vorsitzenden einstimmig Herrn R.-A. Max Simon (Zionist), zum stellvertretenden Vorsitzenden Herrn Max Loewe (lib.), zum 1. Schriftführer Herrn Rudolf Alsberg (Lib.), zum 2. Schriftführer Herrn Ed. Gelher (Zion.). Mit Stimmenmehrheit gegen die Stimmen der Liberalen wurde der Antrag des Vorstandes, das Wahlrecht, wie es von der Repräsentanz beschlossen wurde, ein zu* schränken (Heraufsetzung des Wahlalters, Einführung einer Karenzzeit, Zensus), ab gelehnt. Für die ״Habimah“ wurde eine jährliche Subvention bewilligt Eingesandt The Hebrew University of Jerusa'em. London, 17. Januar 1928 The Board of Governors. An die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ Berlin W 15. Sehr geehrte Redaktion! Im Aufträge des Vorsitzenden des Verwaltungsrates des Juda'stischen Instituts gestatte ich mir, darauf hinzuweisen, daß die in der vorletzten Nummer Ihres gesch. Blatttes wiedergegebenen Mitteilung über die bei der Mainzer Sitzung des Verwa'tungsrates beschlossenen Berufungen an das Institut sowohl hinsichtlich der Namen der Berufenen als auch der Fächer unrichtig Ist Die Informationen sind anscheinend durch die Indiskretioi eines der Teilnehmer der Konferenz in die Presse gelangt. Es ist die Uebung des Verwaltungsrates, die Ernennungcti erst dann zur Veröffentlichung zu bringen, wenn die berufenen Herren die Ein'a Jungen angenomm en haben. Die verfrühte Veröffentlichung der Na tten hit, wie leicht verständlich, mehreren der genannten Herren Unannehmlichkeiten verursacht und kann sogar 10 einigen Fällen das bedauerliche Resultat haben, daß die Berufungen abgelehnt werden. Mit der Bitte um freundliche Veröffentlichung dieser Bertehtigung bin Ich mit vorzüglicher Hochachtung LeoKohn, Sekretär des Verwaltungsrates. Änm. d. Red.: Wir haben die Namen, die uns bereits vorher bekannt waren, erst veröffentlicht, nachdem sie durch die J. T. A. an alle Zeitungen gelangt waren, so daß von einer Vertraulichkeit keine Rede mehr sein konnte. Kleine Naehrldilen Harry Sacher hat in der ersten Januarwoche London verlassen, um nach Palästina zurückzukebren. Im Monat November 1927 wanderten 306 Juden, 89 Christen und 20 Moslems in Pa'ästina ein; in dem gleichen Monat wanderten 407 Juden, 46 Christen und 189 Moslems aus. Herr John Nixon vom Internationalen Arbeit*■ amt des Völkerbundes Ist in Jerusalem eingetroffen, um die Arbeitsverhältnisse ln Pa’ästina zu studieren. New York , 20. Januar. (J. T. A.) Der britische Staats- Sekretär für die Dominions, Amery, empfing in Calgary (Kanada) eine Abordnung kanadischer Zionisten und gab be dieser Gelegenheit die Versicherung ab, daß jede britische | Regierung aie Balfour-Deklaration hochhalten werde

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