Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1927-12-30 · Heft 104 (30.12.1927) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 104 (30.12.1927)
Date
1927-12-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2651273-2652877-2652970--19627-2677523
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

UnzcbmmmrT 0,40 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag Berlin W 15, Meiaekeatraße 10. Erscheint jeden Dienstag und Freitag, Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1.85 Goldstark. viertelilbrilch 5.25 Goldmark. Aa«1*»d*»borm«ra#11t» twbrdae מז der ^Ihnnl d*r einzelnem Utadtar berechnet. Anzeigen •Verwaltung Jüdische Randschaa G.sn.b.lL, Bertis W15, Meiaekeatr.10 Telephon: Amt Bismarek 7165—70. Aaz'Jgeapfeiit: 8 ge«paJt.K01n»*ret!)e;«<!e St,.U*n£*«t>efce025 G.-M. AastigascfchiBi l)■ •a »• * J «ad Frei•*( 0 *eb m itt *ä * Uhr. Telephon: Bismarck 7165-70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17 392 Für Oeatprnhlcbt Postspark&sseQ&iot Wie», Konto Nr. I56Ü30. "״ Für t schechosiowskai; PostBpiU’kBsseoami Frag, Konto Nr. Für Palen: Po«t«pariu®*eoaja1t Konto Nr. I90 7ÖK Redaktionsschluß Sonntag and Mittwoch nachmittag. bummer 104 | Berlin, 30. XII. 1927 ר טבח תיס״ח | xxm Jahrs, Der Zionismus erstrebt für *es JUdlsch« Volk die Scbaffiuia einer dflentllclt - rechtlich gesicherten Heimstatt« in Palästina. ״Baseler Programm.•* Wladimir Temkin Wie aas Paris gemeldet wird, ht am 26. A M. Wladimir Terakin dort gestorben. Mit Temkin ist ein Stück zionistischer Geschichte, ja man kann sa$jn: Jüdischer Geschichte dahiogegangeri. Der heutigen Generation ist er nicht mehr bekannt; aber zurzeit des Herzlschen Zionismus spielte Temkin in Ruß* land und damit auch in der zionistischen Weltbewegung eine außerordentliche Rolle. Er war fraglos einer der populärsten Männer des russischen Judentums. Er wirkte schon durch sein Aeußeres, durch die ungewöhnlich hohe Gestalt und die Schönheit seiner Erscheinung, durch die Macht und Jugendlichkeit seines Temperaments. Solange das russische Judentum ein lebendiger Organismus war, war Temkin in seinem Element und hatte einen außerordentlichen Wirkungskreis. Nach dein Krieg teilte er das bedauerliche Los des Emigrantentums, er lebte eine zeitlang m Berlin, dann in Paris, ohne das gewohnte Milieu und daher auch ohne Pesonanz. Er hat sein schweres Los ohne Verbitterung getragen und auch in diesen letzten Jahren der Sache des jüdischen Volkes mit allen seinen Kräften zu dienen gesucht. Zuletzt hat er sich der revisionistischen Gruppe angeschlossen, der bekanntlich zahlreiche russische Emtgruiten an gehören. Die Tragik des stillen Ausklangs dieser einst glänzenden Laufbahn ist wie ein Symbol unserer Zeit. Wir geben weiter unten eine Würdigung des Verblichenen aus dem Kreise seiner engsten Freunde und Mitarbeiter. An der Bahre eines feuern Toten Wieder ist einer ans der alten Garde des Zionismus dahinfegangan. Er Ist ktif seinem Posten gefallen: bei einer Sitzung Kajemeth in Paris erhielt er einen Gehirnschlag und*, öhne״wtMer ■zum ־Bewußtsein zu korämen,_ verschied er /xip&r 1 nähte Glaubten durchdrungenen Juden gestalten wollen, •m h&Bti« er kein .beseht^ ' Säte Gestalt war Kraft und SdöBhei»׳.*öne .Seele' wsr*teeta'w1d «1t, sein Leben Verfolgte erneu gmdea imd folgerichtigen Weg. In seiner frflheq Jugend war er von dem Gedanken beseelt, ganz Rußland auf dem Wege der Revolution zu retten und gehörte der Partei der ״Narodowöijzt“ an, aber nach den Pogromen 1881/82 hat er eingeschen, daß sein ei• genes jüdisch« Volk am meisten der Hilfe bedarf und die Rettung nur auf dem Wege der nationalen Wiedergeburt im eigenen Lande verwirklicht werden kann. Jetzt wurde Temkin zu einem der Führer eines größeren Kreises jüdischer Studentef in Petersburg und nahm als ihr Delegierter an dem Kongreß in Kattowltz im Jahre 1884 teil. PInsker’sCeianken haben in ihm e!r.e:1 eifrigen Verfechter gefunden, der durch seine glühenden Worte die russisch-jüdische Intelligenz mitzureißen verstand. Er war ein eifriger Organisator der Chowcwe-Zion-Bewegnng. Als die palästinensische Bewegung in Rußland feste Formen erhielt, wurde «r einer ihr« Führer. Im Jahre 1890 entsandte Ihn die Organisation als Führer einer De.ezation nach Palästina, die dort die ersten Kolonien fördern!uni einen systematischen Kolonisationsplan arusarbeiten sollte. Das russische Judentum hat damals bedeutende Mittel gesammelt und ging mit Ernst an die Verwirklichung seiner Idee. Nach den Worten W, Temkins standen ihm nahezu 5 Millionen Goldrubel zur Verfügung, damals eine für Palästina gewaltige Summe. W. Temkin wurde im ganzen Lande von den Behörden und der Bevölkemng glänzend empfangen. Es wurde berchlaasen, den ganzen Küstenstreifen zwischen Jaffa und Haifa, der damals vollkommen ®)besiedelt war, für die Kolonisationszwecke zu kaufen. Aber die assimilierten Juden sind vor der jüdischen nationalen Bewegung erschrocken und die Vertreter der Alliance haben bei der türkischen Regierung ein Einreiseverbot für Juden erwirkt. Alle Pläne wurden auf einmal zunichte gemacht, die Bodenverträge mußten rückgängig gemacht werden und an die Stelle eines großen Kolonisationsplanes trat die Aufgabe der Einschmuggelung einzelner Juden ins Land. Dies war ein schwerer Schlag für Temkin. Er kehrte 189t nach Rußland zurück. Von da an hat er nur für die nationale Wiedergeburt des Volkes gearbeitet. Obgleich der Bildung nach Ingenieur, widmete er seine besten Kräfte der jüdischen Sache. Er wurde Vorstand (״Reichsrabbiner״) der jüdischen Gemeinde in Jeiisaweterad. 25 Jahre lang war er Führen Richter, Erzieher und Verteidiger der Jüdin dieser Stadt Er machte die Gemeinde von Jelisawetgrad durch ihre Einrichtungen za dner Mustergemeinde, Seine persöntichcn Eigenschaften, die Aufrichtigkeit, Une'gennützigkeit und Menschenliebe errangen ftm ungeheuren Einfluß und Ansehen sowohl bei Juden wie auch bei Nichtjuden. Um Ihn an die Stadt fester zu binden, hat Ihm die Gemeinde nach 20 Jährigem Dienste «in Haus geschenkt# Ir hat auch wahrend der letzten Pogrome einen widerstandsfähigen Selbstschutz ui Jelisawetgrad organisiert Inmitten der täglichen Arbeit hat Temkin nie Palästina vergessen. Er war immer der eifrigste Bevollmächtigte des Odessaer Palästinakomitees der Chowewe-Zion. Als Theodor Herzl das palästinensische Problem in seiner ganzen Weite aufgerollt hatte, schloß Temkin sich Herzl an. Schon dein ersten, Kongreß hat Temkin als Delegierter augehört und seit der Zeit hörte seine zionistische Tätigkeit keinen Augenblick auf. Sei es als Mitglied des Aktions-Comites oder als einfaches Mitglied einer Vereinigung, er war immer ein Beispiel der Disziplin,־ Aktivität und Ueberzeugungstreue. Keine persönlichen Momente haben ihn jemals beirrt. *Die gemeinsame Sache war ihm immer das Höchste. So stand er 44 Jahre lang im Kampfe, ein mächtiges Vorbild der Treue für den zionistischen Gedanken. Der Charme seiner Persönlichkeit wirkte auf alle. Alle haben ihn geliebt, wenn auch manchem seine Aufrichtigkeit nicht immer angenehm war. Ein treuer Anhänger Herzls, eiferte er bis zum letzten Augenblick für die Reinheit des politischen Zionismus und wollte keine Kompromisse anerkennen. In den letzten Lebensjahreri stand er an der Spitze der Zionisten-Revisionisten. Für die nationale und politische Befreiung des russischen Judentums war Temkin's Tätigkeit von größter Bedeutung, Er war der berufene Führer des gesamten Judentums Süd• rußlatids. Temkin gehörte als Delegierter allen jüdischen Kongressen und der russischen Konstituante an, war Vorsitzender des ukrainischen Kongresses u. a. m. Und unter den schweren Verhältnissen der Verbannung hat er es verstanden, Wege der öffentlichen Hilfe für das jüdische Volk zu finden. Temkin hat dauernd gearbeitet innerhalb des Warelief (Verein für die Hilfe der Ostjuden), des ORT (Gesellschaft zur Förderung der Landwirtschaft und des Handwerks) und des Emigdirect (Auswandererhilfe). Selbst im letzten Jahre, wo er schon schwer krank war, hat er in Paris eine jüdische Volksbank gegründet Auf den schweren Wegen des jüdischen Galuth war die edle Gestalt von W. Temkin immer die erste, die den Weg für die anderen bahnte, ihre Arbeit erleichterte, ihren Mut belebte. Er erweckte Bewunderung and Begeisterung durch die Erhabenheit seiner Seele selbst bei Fremden, wie z. B während des Schwarzbart-Prozesses. Jetzt haben wir ihn verloren, diesen treuen Freund, seine Kräfte wurden durch den schweren und ununterbrochenen Dienst am Volke aufgezehrt Schon vor langer Zejlt sagte er, daß er mit einem Fuße im Grabe stehe, aber man wällte nacht daran glauben. Er ist int Alter von 6b Jahren gestorben; bis^zura Heiligen Lande zu irH, rn war - tär ס:; j; 3rüjZjfUs. Einstellung der Arbeitslosen - UnterstBtznng? Wie aus Palästina gemeldet wird, hat «fle Sonicflsche Palästina-Exekutive beschlossen, die Au-zahlung van Arbeit״,- iosenanterrtüfzungen am 1. Januar einzu teilen. Pie Nachrieht dürfte Jedoch ln dieser Form unrichtig sein. Vielmehr handelt es sich um folgendes: in der letzten Zeit wurde bekanntlich die Arbeitslosenunter- Stützung nur noch in Tel-Awiw ausgezahlt, und zwar an ungefahr 2060 Arbeitslose, während in Haifa, Jerusalem, Afuie usw. mit dem Beginn größerer öffentlicher Arbeiten die Auszahlung der Unterstützung eingestellt wurde. Die neue Exekutive hat steh seit Wochen vornehmlich mit dem Problem der Arbeitslosigkeit beschäftigt und zahlretehe Verhandlungen mit der Leitung der Arbeiterorganisation geführt Die Exekutive ist aus finanziellen Gründen außerstande, die Unterstützungen fortzu setzen, und will dies auch nicht auf Kosten aller anderen Budget-Posten tun. Die Arbeiterorganisation erklärte sich, dem Bericht des ,,Dawar‘* zufolge, mit dem Abbruch des Unterstfltzungssystems einverstanden, falls die Exekutive zur Durchfüfirüng eine* von der Hlstadruth vorgelegten Planes der öffentlichen Arbeiten, der wefigstens einen Teil der Arbeit«- losen beschäftigt, bereit ist Die Exekutive konnte jedoch keine Zusicherungen geben, die materielle Verpflichtungen involvieren würden, Ob«־ deren!Deckung keine Sicherheit besteht Cie Exekufflve hat bekanntlich auch mit der Regierung über das Problem verhandelt, wobei die Frage, was «ach der Einstellung der Arbeitslosenunterstützung geschehen solle, erörtert wurde. Die Regierung wurde aufgefordert, die von ihr geplanten öffentliehen Arbeiten zu beschleunigen und jüdische Arbeitslose dabei zu beschäftigen. Herr Sacher ist gegenwärtig in London, Wa er mit der dortigen Exekutive über den Gesamtkomplexdieser Fragen, die natürlich auch eine politische Seite haben, berät. Nach unseren Informationen ist es nicht glaub- Haft, daß die Exekutive die Auszahlung der Unterstützungen an einem bestimmten Tag einfach abbrechen wird, ohne sich vergewissert zu haben, daß durch andere Maßnahmen die Lage erträglich bla'bt Ob, wie verschiedene Zeitungen melden, Herr Sacher auch nach Amerika fahren wird, um mit den dortigen Führern die durch die verminderten Eingänge der letzten Monate geschaffene finanzielle Lage zu Besprechen, scheint noch nicht fesfzöstehen. Cßtsnel Symes Ober das ArbeilsprogTamro Jerusalem 22. Dezember. (J.T.A.) Der Chefeekretär der Palästina-Regierung Colone] Svtnes empfing die Vertreter der Presse und gab in einer Ansprach« an dieselbe« einen lieberblick über die in diesem Attgenbfick in PaÜstlna aktuellen Pro- Werne. Zu Beginn des Jahres IÄ' sagte Colonel Symes, wird mit dem Bau des Hatuw von Haifa betone« werden. Die Regierung ׳ te*:e . In * den: ferrschenden ArbeitefosigkGt ein sch war es P r 0 b f e 0> »״ dap gejjsf werden muß; 3« wende dieser Frage be-onders m den Wintermonaten Ihr Heuptaugettnjerk zu. Die Re,gtwiht gehe, daran, öffentliche Arbeiten mit Besegle;!allung durchzaführen, cs sind aber keine sehr betifädWtfel)•# Arbeite« zu vergeben. Petach Tikwah Polizei gegen Jüdische Arbeiter. - «Jüdische Effendia* Von unserem Korrespondenten. Dezember 1927. bereits mehrfach beanläßlich des Beginns F. L. Jerusalem, den Der in der ״Jüdischen Rundschau*׳ handelte Konflikt, der in Petach Tikwah der Pflücksaison in den Orange«,arten entstanden ist, hat leider am letzten Freitag zu Ereignissen geführt, die im gegen war. tigen kritischen Augenblick die ernstesten Konsequenzen haben könnten. Da in der Zwischenzeit in Presse telegrammen wie üblich mancherlei 1ז n r i c h t i g k c i t e n und Ungenauigkeiten, gelegentlich wohl auch in etwas tendenziöser Form, publiziert worden sind, geben wir nachstehend zunächst eine kurze Zusammenfassung des Sachverhalts. Während bekanntlich dqs Prinzip der jüdischen Arbeit sich In den letzten Jahren in den meisten Pflanzung«slcd|ungen zum großen Teil durchgesetzt hat, ist in Petach Tikwah, der ״Mutter der Kolonien“, der Kampf noch in keiner Weise entschieden, ln Giwath Haschloschah, einem Flügel bei Petach Tikwah, befindet sich das große Arbeiterlager, der ״Chawurath Hamaawar“ und zahlreicher anderer Arbeitergruppen. Die Arbeitstage in Petach Tikwah ist seit langem außerordentlich unbefriedigend, und eine Tendenz zur Abwanderung in andere Siedlungen, nach Tel-Awiw oder ins Ausland ist unverkennbar. Dennoch litelt die große Masse der Arbeiter aus, trotz Arbeitslosigkeit, ständiger Reibungen mit den Plantagenbesitzern und trotz der Tatsache, daß in Petach Tikwah, anders als im beiiachbarten Tel-Awiw, kein Pfennig Arbeitslosenunterstützung gezahlt wird. Alle Hoffnungen richteten sich auf den Winter, wenn die Orangensaison beginnt und das Pflücken unzählige Hände benötigt. Die Orangengärtenbesitzer (Pardessanim) ver• kaufen ihre Orangen nur zum Teil an die Verkaufsorganisation ״Pardes“ oder an jüdische Händler; zum Tdl verkaufen sie sie auf dem Baum an arabische Händler in Jaffa, die ihnen eine Pauschalsumme bezahle« und ihrerseits die Pflückarbeit durchführen. In Kenntnis dieser Sachlage wandte sich schon vor Beginn der Saison der lokale Arbeiterrat: an die Pflanzer und verlangte van ihnen, daß sie beim Verkauf an die arabische« Händler ausdrücklich verlangen sollte«, .daß* hei der genommen. Dar Konflikt begann sich zuzuspitzen, von Pflanzern {,Jkarta l'inntim“) stellte sich, entschlösset, die Seite der Arbeiter, vermochte aber die dissentiefende Groppe nicht zu beeinflussen oder zu überzeugen. Verhandlungen führten zu keinem Erfolg, Aufrufe erschienen, Regierung und Zionistische Exekutive machten ' vergebliche Vermiftlungsversuche. Die palästinensische Oeffentlbhkeit (vom ״Doär Hajom“ abgesehen) stellte sich mit großer Entschiedenheit; auf die Seite der Arbeiter. , Am Freitag, den 16. Dezember, kam der Konflikt zum offenen Ausbruch. Als am Morgen die arabischen Händler mit ihren aus Jaffa mitgebrachten arabischen Arbeitern ist Petach Tikwah erschienen, fanden sie vor den in Frage kommenden Pardessim (Orangengärten) Wachen jüdischer Arbeiter aufgestellt, die, ohne Gewalt anzuwenden, den arabischen Arbeitern den Zutritt zu den Pardessim verwehrten. Darauf wandten sich die Pardessanim an die britische Polizei in Jaffa, deren Kommandant, der Engländer Miller, mit berittenen arabischen Schutzleuten in Petach Tikwah. «schien. Ohne rin Verhandlungen mit den streitenden Parteien einzutreten,: vtr• langte er, daß die jüdischen Wachen zurückgezogen würden. Als nach wiederholter Aufforderung und Verlesung des Gcsetze» Ober Bedrohung Arbeit;wLliger die Juden sich welgerten, den Arahern den Zutritt zu gewähren, befahl Miller den Polizisten, in die Massen hlneinzu reiten und sie ipit Gewalt zu zerstreuen. Es folgte die Verwundung von 14 jU* dlschen Arbeitern, darunter 4 Arbeiterinnen, und die Verhaitung von 17 Arbeitern. Die Verletzten wurde« in das Spital der Hadassah nach Tel-Awiw gebracht; cs handelt sich großenteils um Hiebe mit den P o 1 i z c i k n ü p p e 1 n- Die Verwundungen sind erfreulicherweise leicht; nur eine Arbeiterin befindet sich noch im Spital, während die übrigen Verletzten bereit« entlassen werden konnten. Als die Tatsache, daß jüdisches Blut zwecks Sicherung der arabischen Arbeit geflossen war, in Petach-Tikwah bekannt wurde, bemächtigte sich der Arbeiterschaft eine außerordentliche Empörung, die sich zunächst in einigen Zerstörungsakten Im Gemeindehaus von Petach Tikwah Luft machte. Es trat sofort eine Sitzung des Arbeiterfates mit dem Waad (Rat) von Petach Tikwah zusammen, und jetzt, nachdem Blut geflossen war, beschloß der Waad, dafür’ zu sorgen, daß zum mindesten eine bestimmte Zahl von Arbeitslosenstindigbeschäftigt werde. Inzwischen besetzte die Polizei das Haus des Waad und befestigte sich darin mit einem Stacheldrahtzaun, von dem nicht ganz ersichtlich ist, gegen wen er die Polizei schützen soll.‘ Am nächsten Tage erschien der Gouverneur des Süddistrikts Campbell in Petach Tikwah, setzte den Waad der Kolonie ab und beauftragte den bisherigen Vorsitzenden des Waad, Meiri, mit der Wahrnehmung der Geschäfte. Die Nachrichten über Verhängung de? ״Belagerungszustandes“ sind, wie dem Berichterstattet heute ln Regierung mitgeteiit wurde, unwahr. Campbell unterhandelte auch mit dem Arbeiterrat, dem er erklärte, ihn für die Aufrecfiterhaltüng' der Ordnung in Petach Tikwah verantwortlich zu machen. Öe Arbeiterführer ׳**** CS waren inzwischen Ben Ourion und andere Mitglied« des Exekutivkomitees der Histadruth aus Tel-Awiw erschien«. -י erklärte«, daß es nur ein Mittel zur Wiederher.stellang der Ordnung gäbe» aämlich die Bciehäf«

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.