Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 97 (6.12.1927)
- Date
- 1927-12-06
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Säte 68S JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr ©7, 6. XU 1927 vollends in der Nachkriegsperiode steht er geradezu im Mittelpunkt der zionistischen Gegenwartsarbeit Mag es sich um die Rechte der nationalen Minderheiten, um WelthiffskonJerenzen, Fragen der jüdischen Wanderung, jüdischen Rechtsschutz oder um irgendeine das allgemeine jüdische Interesse berührende Angelegenheit, wie den Bcilisprozeß im Jahre 1913 oder den Schwarzbart-Prozeß in Paris, handeln — mit gleicher Hingabe und gleichem Feuereifer stürzt sich Mozkin in die betreffende Aufgäbe und überall wirkt er ordnend, einigend und schaffend. Er ist ein Eiferer der Sache und Fanatiker der Seele, aber kein Exaltierter der Form. Darum steht er überall, wo er wirkt und lenkt, über den Parteien und Fraktionen. Er ist in seinem Wesen unbeirrbar und sieht nur die Sache, ohne ihre zufälligen und persönlichen Begleiterscheinungen. Aus diesem Grunde erfreut sich Leo Mozkin — welch seltenes Phänomen bei politisch-öffentlicher Betätigung! — ausnahmslos des größten persönlichen Vertrauens. Er ist stets der Mann, auf den sich alle einigen und dem man widerspruchslos die Rolle des Vermittlers und unparteiischen Schiedsrichters überläßt. Man beugt sich gern seiner Autorität und folgt willig seinen Anordnungen, mag er den Vorsitz auf den Zionistenkongressen, auf einer Welthilfskonferenz oder einer Tagung des Emigiationsdirektoriums führen. Denn man weiß, daß Mozkin von sich die unermüdlichste Leistung und die größten Opfer verlangt, so daß er das moralisch unbestrittene Recht hat, zu fordern und anzuordnen. Mozkin als ״ewiger Präsident“ gesamtjüdischer Tagungen ist einfach aus unserer Zeit nicht wegzudenken. Man müßte weitschweifig werden — und das gilt es gegenüber einem der bescheidensten Diener an unserem Volke zu vermeiden —, um all die Stationen zu nennen, durch die Mozkins arbeitsreiches Leben gekennzeichnet ist. Zusammenfassend soll hur gesagt sein: er hat stets das feinste und instinktsicherste Verständnis für alles gehabt, wovon das jüdische Volk bewegt wird. Mozkin ist nicht durch Klügelei, ist nicht aus Trotz, nicht aus Resignation zu seiner nur vom Judentum bestimmten Lebensarbeit gekommen. Er ist, wie Scholem Alechem es klassisch ausgedrückt hat, ״a Jid a poscheter“, ein ״unkomplizierter“, einfacher Jude, der im Judentum und in dem das Judentum ungebrochen natürlich lebt. So ist er Verkörperung des zeitgenössischen, modernen Judenfums im besten Sinne des Wortes. Wenn man innerhalb der Weltjudenheit wüßte, daß Leo Mozkin, der getreue Ekkehard des jüdischen Volkes, der sich Immer zur rechten Zeit einstellt, seinen sechzigsten Geburtstag feiert (wir haben das durch einen Zufall erfahren: Mozkin hat es keinem Menschen verraten), so würde es wohl, wie es jetzt Weltbrauch geworden «fuge Minuten innehalten, um den Jubilar zu feiern und ihm still für all das zu danken, was er für die jüdische Gesamtheit getan. Uns aber wird es warm ums Here, da wir heute diesem feinen guten Maischen und treuen Juden bewegt unsere Glückwünsche därbringen. M. W. Wdzmann ln Rumänien Bukarest, Z Dezember. (J.T. A) Am Donnerstag, den 1. Dezember, besuchte Dr. Welzmann den englischen Gesandten in Bukarest Nachher hatte er eine Audienz beim Minister des Innern, Duca. Duca ließ sich eingehend über die Lage in Palästina und im Zionismus informieren und sagte, die rumlnische Regierung stehe unabänderlich auf dem Standpunkt ihrer De kl ar a t ion, die sie gegenüber Nahum Sok 0 low bei seinem vorjährigen Besuch in Bukarest abgegeben und in der sie ihren Willen kundgetan habe, die zionistische Bewegung zu unterstützen. Im Verlauf des Gespräches erklärte Minister Duca weiter, die Regierung sei bemüht, überall im Lande die Ruhe aufrecht zu erhalten, sie erstrebe aufrichtig eine ständige Zusammenarbeit mit den Vertretern der jüdischen Bevölkerung. Heute, Freitag, den 2. Dezember, wurde Dr. Weizmann vom Ministerpräsidenten VintUla Bra ti a n u und von dem Außenminister Ti tulescu empfangen. Beide Staatsmänner wiederholten die vom Minister Duca abgegebene Erklärung. Der Ministerpräsident kam insbesondere auch auf die Lage der Juden in Rumänien zu sprechen und stellte fest, daß die rumänische Regierung schon im Interesse des eigenen Landes die friedliche Zusammenarbeit aller Bürger des Landes wünscht und erstrebt. Der Ministerpräsident ersuchte Dr. Weizmann, außer Bukarest auch die anderen Städte des Landes zu besuchen, damit er ein Bild von der wirklichen Lage erhalte. Zum Schluß sagte der Ministerpräsident, er hoffe auf eine rasche Realisierung der zionistischen Ziele und werde diese Ziele unterstützen. Die Tageszeitungen veröffentlichen Erklärungen des Patriarchen Miron, Mitglieds des Regentschaftsrates, des Innenministers Duca, des Außenministers Titulescu, des bekannten Führers der unabhängigen Bauernschaft Dr. Lu p u, des gewesenen Ministerpräsidenten General Coanda und anderer einflußreicher Politiker Rumäniens, die alle ihrer Sympathie für den Zionismus und das jüdische Nationalheim in Palästina Ausdruck geben. Block der nationalen Minderheiten In Polen Warschau, 30. November. (J,T.A.) Der Wahlblock der nationalen Minderheiten Polens für die kommenden Sejm- und Senatswahlen ist zwischen den Deutschen, Ukrainern, Juden, Litauern und Weißr u s s e n grundsätzlich wieder erneuert worden. Einige radikale Gruppen der Ukraine, die auch das vorige Mal dem Minderheitsblock fernblieben, beteiligen sich auch diesmal nicht an demselben. Außerdem bleiben ihm diesmal die Agadisten and die ,Jüdische Gruppe“ aus Galizien fern, Ein hebr&isdier Lehrstuhl für jiddisch an der Universität Jerusalem Eine kurze Nachricht, die letzhin aus Amerika kam und die Runde durch die jüdische Weltpresse machte, verdient außerordentliche Beachtung. Es wird berichtet daß dem Kanzler der Jerusalemer Universität, Dr. Magnes, der sich seit einiger Zeit in Amerika aufhält, um dort die zum Ausbau der Jerusalemer Universität notwendigen Summen sicherzustellen, von einer New Yorker jiddischen und für Jiddisch kämpfenden Tage#- zeitung die Mittel zur Errichtung eines Lehrstuhles für Jiddisch angeboten worden sind. Dr. Magnes, dem das Angebot in einer öffentlichen Veranstaltung gemacht wurde, dankte und erklärte, daß er sich für die Errichtung dieses Lehrstuhles im Rahmen des judaistischen Instituts der Universität Jerusalem einsetzen werde, wobei selbstverständlich die Vortragssprache Hebräisch zu bidben hätte. Die Formulierung von Magnes’ Antwort ist glücklich. Durch die Hervorhebung, daß die Vortragssprache selbstverständlich wie in allen Fächern Hebräisch sein muß, bringt sie den eindeutig und unabänderlich hebräischen Charakter der Universität zur Geltung und ist damit zugleich ein Zeugnis für das Bewußtsein innerer Kraft, daß es dieser jungen hebrä sehen Institution möglich macht, ohne Ressentiment objektiv zu sein und sich mit der größten Selbstverständlichkeit ein Forschungsgebiet voll und ganz einzuverleiben, das bisher von ihren Gegnern gewisser* maßen gegen sie ausgespielt wurde. Und die Zuweisung dieser Studien an das Judaistische Institut i$t selbstverständlich. Alles, was das Judentum hervorgebracht hat, gehört als ein großes Ganzes dahin. Man muß staunen, wie wenig die Erforschung des Jiddisehen für die Wissenschaft des Judentums fruchtbar gemacht wird. Zwar schießen jiddische Forschungsinstitute seit dem großen Umsturz der Werte im Osten wie die Pijze nach dem Regen aus dem Boden; aber ihre Ziele sind in Wahrheit außerwissenschaftliche: politische und propagandistische. Wer an eine Zukunft des Jiddischen als Kultursprache des jüdischen Volkes oder seines großen׳ Teiles glaubt, für den mag dieser Aufgabenkreis wichtiger und wertvoller sein als der rein wissenschaftliche. Das ist Ueberzeugungssache. Wie Immer aber man sich entscheiden mag, die Tatsache bleibt bestehen, daß eine Fülle wissenschaftlicher Aufgaben, die interessante und sehr wichtige Ergebnisse versprechen, bisher übersehen wurden. Allem zuvor die Erforschung der Sprache selbst Man hat mit ihrer grammatikalischen Untersuchung zwar begonnen; die Absicht zielte aber nur dahin, sie ״festzulegen", eine ״Schriftspräche" und ihre Orthographie zu schaffen, oder gar nur den ״Beweis" zu erbringen, daß es sich wirklich um eine Sprache und nicht um einen Jargon handelt. Mit echten Fragestellungen der Sprachwissenschaft als Grundwissenschaft der geistesgeschichtlichen Forschung hat das all« nichts zu schaffen. Seit Wilhelm v. Humboldt weiß man es und versteht es in unseren Tagen immer exakter zu formulieren, daß die Sprache ein Spiegel der Volksseele ist; wie man ihn in gleicher Vollkommenheit nicht mehr findet, wenn man nur erlernt hat, ihre Zeichen zu deuten. Bei den Judensprachen, von denen Jiddisch allerdings nur eine ist, sind die Aussichten auf Ergebnisse besonders günstig. (Ke Forschung kann und darf sich natürlich nicht auf JkMisch be- «cWÄe«ff's tfw. müssen ebenso behandelt und die Forschung gleichzeitig auf alle Judensprachen ausgedehnt werden.) Sie stellen durchwegs ״willkürliche“ Umbildungen von Sprachen der Völker *dar, in deren Umgebung die Juden leben. Daher ist es zuerst gar nicht nötig, die schwierigen und methodisch noch nicht endgültig gesicherten Fragen der ״inneren Sprachform“ zu stellen, schon eine methodische und systematische Aufzeichnung der Veränderungen, welche an Sprachen, die sie von ihrer Umgebung übernehmen, von Juden gemacht werden, um sie eigenen Bedürfnissen anzupassen, würde ungeahnte Ergebnisse ermögliehen. Wie vielsagend wäre es doch, wenn sich herausstellte (and das wird aller Voraussicht nach so sein), daß diese Um- Wandlungen in der Bildung der verschiedenen Judensprachen genau den gleichen Gesetzen folgen! Die Geschichte der Entlehnungen aus dem Hebräischen und anderen Sprachen in die jeweilige Judensprache kommt einer Kulturgeschichte des betreffenden jüdischen Volkszweig« gleich. Nicht zu sprechen von der Fülle folkloristischer Gebiete, die mit einer Erforschung der Judensprachen verbunden sind. Selbstverständlich ist auch die für die Erkenntnis eines Tal« d« Galuth-Judentums entscheidend wichtige jiddische Literatur, und zwar die neuere ebenso wie die ältere, ein Gebiet, das in einem die Totalität des Judentums wissenschaftlich erforschenden Institut unter keinen Umständen vermißt werden kann. Für die hebräische Universität wird es ein gutes Zeichen sein, wenn sie diese Fülle der Fragen in den Umkreis ihrer judaistischen Forechungstätigkelt mit einbezieht. Sie wird damit ein Novum geschaffen und neuerlieh erwiesen haben, daß sie gesonnen und allein imstande ist, die Fragen des Judentums in einer ganz anders reichen, vollstindigen und lebendigen Weise in Arbeit zu nehmen, als es irgendeine der noch so verdienstlichen Galuthinstitutionen vermöchte. Und so verdient die Errichtung des Lehrstuhls für Jiddisch freudig und hoffnungsvoll begrüßt zu werden. Uebrigens auch no:h in einem anderen Sinne. Man liebt es, Jiddisch gegen Hebräisch auszuspielen, man stellt es häufig so dar, als wäre mit Jiddisch das ״lebendige Volk“ charakterisiert und mit Hebräisch eine dumme romantische Utopie, welche durch die Berührung mit dem ״Leben“ und seinem Exponenten, der jiddischen Sprache, umkommen muß. Manche Hebraisten, denen alles, was mit Jiddisch irgendwie zu tun hat, ein rotes Tuch ist, scheinen selbst diesem eigentümilchen Glauben nicht ferne zu sein; jedenfalls geben sie ihm durch ihr Verhalten Nahrung. Da kommen aber plötzlich repräsentative Träger des Jiddischen und vertrauen Ihr Stück ״Leben“ der hebräischen Universität an. Das ist wie ein symbolischer Akt, der seinen Eindruck auf breite von Jiddischsten verhetzte Massen nicht verfehlen und vielleicht auch dazu beitragen wrid, den widersinnigen und künstlich gezüchteten Haß gegen das ״lebensfremde“ Hebräisch In gewissen Kreisen abzubauen. Leider hört man, daß in Palästina manche Kreise wieder ״nationale Gefahr“ wittern und ins große Horn ihrer Abwehr blasen. Ein solches Verhalten unterscheidet sich von der jiddischistischen Aggressivität nur durch die Front, nicht durch seinen Charakter. Diese Verhaltungsweise ist, während sie den Gegner zu treffen meint, in Wahrheit selbstvernichtend. Die wissenschaftliche Erforschung d« Jiddischen und der Judensprachen überhaupt im Rahmen der Hebräischen Universität Jerusalem ist ein dringend« Erfordernis und seine Erfüllung wird nicht zuletzt ein Zeichen der überlegenea Kraft des Hebräischen in Palästina sein. Welch« Oefahr darin benteliea sdü, daß In btbrilscher Sprache Forschungen über Jiddisch vorgetragen werden, ist unerfindilch. Wer aber versucht, hier Schwierigkeiten aufzurlchten, der wird nicht da* Jiddische, sondern das Hebräische geschädigt haben. Wir wollen indessen hoffen, daß die Unvernunft solcher Gegnerschaft um Jeden Preis sich selbst ad absurdum führt und freuen uns mit der Aussicht, das Judaistische Institut bald um einen so integralen Forschungszweig bereichert zu sehen, und das durch einem Akt schöner und großzügiger jüdischer Solidarität. M. C h a d a d.. * Ke Konferenz der hebräischen Lehrer, die Mitte November in Jerusalem stattfand, nahm eine Re so• lution an, worin erklärt wird, daß die Errichtung eines Lehrstuhls für Jiddisch an der Hebräischen Universität gegen• wärtig nicht am Platze Ist. Ke Rtsolution wurde ao Dr. Magnes telegraphisch nach Amerika übermittelt — Dr. Magnes hat mitgeteilt, daß die Entscheidung üba den ihm gemachten Antrag der amerikanischen Spender ia den Händen des Kuratoriums der Universitäten liegt, das demnächst zu einer Sitzung zusammen treten wird. In einer Sitzung des palästinensischen Komitees des ju• daistischen Institutes sprachen sich Bentwich, Ussischkin, Yeliin sowie die Professoren Klausner, Epstein und Mann, gegen den Lehrstuhl für Jiddisch aus. Die neae Lelfnng der österrefchlsdien Zionisten Von unserem Korrespondenten. L th. Wien, 3. Dezember. Am Sonnabend, den 3. Dezember, konnte endlich der im vorigen Monat unterbrochene Parteitag der österreichischen 230■ nisten zu Ende geführt werden. Die Radikalen haben ihren intransigenten Beschluß reassumiert und die Abstimmung bä der Präsidentenwahl für ihre Mitglieder freigegeben. Nun wurde Dr. Leo Goldhammer in namentlicher Abstimmung mit 32 Stimmen bei fünf Stimmenthaltungen zum Präsidenten des Landeskomitees gewählt. In das Landeskomitee wurden ferner gewählt: Adolf Böhm, dessen Wahl sicherlich viel zur Beruhigung der Gemüter beitragen wird und besondere zu begrüßen ist, Prof. Moses Rath, Dr. Rothblum, Frau Löwenherz, Dr. Georg Weiner und Herr Kandt Das Präsidium des Keren Kajemeth besteht aus den Herren Böhm, Dr. Rothblum und Dr. Ooldhammer, das des Keren Hajessod aus den Herren Oberrabb. Dr. C h a j e s, Kr. Epler, Kom.-Rat Markus, Dr. Löwenherz, Ludwig Bato und H e n i s c h. Zum Präsidenten des Parteigerichtes wurde Herr Dr. D«ider Friedmann gewählt Zum Schluß hielt der wiedergewählte Präsident Dr. G 01 d - ha mm er ein kurzes, aber prägnantes Expasd, in dem er besonders betonte, daß das neue Landeskomitee keine Gruppen- Vertretung oder Proporzregierung, sondern eine A r b e i t i e x e* kutive sein wolle und sein werde. Aus dem von Dr. Goldhammer entwickelten Arbeitsprogramm ist insbesondere die für Anfang Januar in Aussicht gestellte Herausgabe einer 0««% ätte^F'Wb%tinffeh ffft!'**׳» IM HfWripi■ vorzuheben, die unter dem Titel ״Jüdische Zeitung“ erscheinen soll Hoffentlich wird e״ dem neuen Landes komitee, dessen große und wichtige politische (Kultusgemeindewahlen an arster Stelle!) und organisatorische Arbeiten harren, gelingen, die österreichische Organisation aus einer Periode der Krise in eine des Aufbaus und der ruhigen Entwicklung zu fifhren. Die Gemeinde-Frage ln Palästina Verhandlungen zwischen Agudas Jisroel and WaadLeumi. Jerusalem, Z Dezember. (J.T.A.) Der gegenwärtig fn Palästina weilende Präsident der Weltorganisation Agudas Jisroel. Rabbiner Dr. Pinchas Kohn, verhandelt mit dem Waad Leum! (Jüdischer Nationalrat Palästinas) über die Position der extrem orthodoxen Gruppen innerhalb dar jüdisehen Gemeinde Palästinas, wie sie in der Gemeindeordnung fixiert ist Dr. Kohn erklärte, die Agudahmitglieder seien gezwungen, separate Gemeinden zu bilden, da sie wegen der Mdnungsverschiedenheiten bezüglich des Frauenstimrarechts und des Unterrichts In den jüdischen Schulen ihren Platz innerhalb der allgemeinen jüdischen Gemeinde nicht finden können. Ke Diskussion spielt sich in freundschaftlichen Formen ab, und es ist nicht ausgeschlossen, daß ein nodal vivendi gefunden wird, um eine Zersplitterung der Jüdischen Gemeinde za vermelden. Der Bestand dner einheitlichen Gemeinde sei — wie von beiden Seiten zugegeben wird — gegenüber der Palästina-Regierung und der Außenwelt sehr za wünsehen. Es verlautet, Agudas Jisroel und Waad Hair Haaschkenasi würden dner einheitlichen Gemeinde unter der Bedingung zustimmen, daß den Orthodoxen dne interne Autonomie in Sachen des Religionsunterrichte, der Schichtung, des Begräbrtiss« usw. gesichert wird, ihre jetzigen Einwendungen richten sich dagegen, daß der Waad Leumi, der von Männern nichtreligiöser Art geleitet wird, kompetent sdn sollte, in religiösen Fragen zu entscheiden. (? Die Entscheidung in reHgiösen Fragen hat das Oberra b bInat, gegen das sich die Opposition der Aguda gewiß nicht aus religiösen Bedenken richten kann. — A. d, R.) Würde ihnen Autonomie in religiösen Angelegenheiten gewährt werden, so würden diese Einwendungen fallen gelassen werden, so daß das palästinensische Juden* tum gegenüber der Regierung und der Außenwelt eine Einheitsfront darstdlen würde. tonn Baienban Ia Haifa Der ״EI Makatam“ berichtet; Ke britische» Iagtnieure 6etzen die Vorbereitung der Pläne und die Mesaungen für den Hafenbau in Haifa fort Sie haben ein Bür® im Hotel Windsor eröffnet, wo Ihnen bei der Arbeit eine S" " - ■ - .. ־•׳ westlich von Haifa beginnen und sich in einer Meeres■ länge von 600 m nach Osten zu der Stelle ziehen, wo der Jetzige Hafen ist Man glaubt, daß der Haifaer Hai«! unee• fahr fünfmal so groß sdn wird als der in Beirut. Ke Tn• genieure werden Ihre Arbdt Ende Februar beenden. Dann $01! eine Konkurrenz für die Lieferung der benötigten Roh- Stoffe ausgeschrieben werden. Im Durchschnitt sollen täglich 5000 cbm Steine in Meer versenkt werden, (Ziko.)