Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 94 (25.11.1927)
- Date
- 1927-11-25
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 94, 25. XL 1927 JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 067 Eingesandt Wir erhalten folgende Zuschrift: In der Siedelungsfraee, die zurzeit im Vordergründe des Interesses des R. J. r. steht, vermisse ich ein Eingehen aut das Oedlandkultivierungsproblem. Während guter Boden mit Gold aufgewogen werden muß, ist Oedland zu einem Spottpreis (staatliche Beihilfe?), und in viel größerem Umfange zu haben. Auch das moralische Plus würde erheblich größer sein, wenn es gelänge, durch jüdischer Hände Arbeit aus ödem Boden blüiiende landwirtschaftliche Betriebe erstehen zu lassen. Bei der Siedlungsfrage sollten besonders die enragierten Feinde des Zionismus vor der Front sichtbar sein, wenn anders man ihnen nicht den Vorwurf machen soll, daß ihre Tätigkeit in jüdischen Dingen sich lediglich in der Negation erschöpft. Wenn nur ein Bruchteil des Idealismus und der materiellen Opferwilligkeit des Zionismus von den Gegnern für die Siedlung autgebracht wird, wird sich der Siedlungsgedanke fruchtbar auswirken. Bei der Wichtigkeit der Siedlung dürfte es sich empfehlen, e;ne Zentrale für landwirtschaftliche Berufsberatung cinrurichten, die Interessenten alles Wissenswerte und Wünsehenswerte mitfeilt. In jeder jüdischen Zeitung oder Zeitschrilt müßte in jeder Nummer aut diese Zentrale hingewiesen werden. Bcrlin-Halensee, 20. 11. 1927. Dr. Hugo Bernhardt. An unsere AbonnentenI Die Posf verlangt von uns die Anmeldung der vom 1. Januar 1925 ab zu liefernden Exemplare bis zum 15. Dezember. Wir sind daher gezwungen, die Abonnementsgebühren von denjenigen Abonnenten, die die ״Jüdische Rundschau" direkt bei uns abonnieren, in den ersten Dezemberlagen zu erheben, und zwar werden wir ihnen zu diesem Zweck Nachnahmen zugehen lassen. Wir bitten darum, im eigenen Interesse dafür Sorge zu tragen, dafe diese Nachnahmen prompt eingelöst werden, da sonst Unregelm&higkeiten in der Zustellung der Jüdischen Rundschau“ nicht zu vermeiden sein dürften. Berlin, im November 1927. Verlag ״Jüdische Rundschau“ * Wir geben dieser Zuschrift eines Nichtzionisten, deren Aufnahme ihm anderswo verweigert wurde, gern Raum. Der geehrte Einsender irrt jedoch, wenn er die Siedlungsbestrebungen in Deutschland mit dem Zionismus vergleicht. Dies sind völlig inkommensurable Dinge: ״der Idealismus und die materielle Opferwilligkeit des Zionismus“ sind hervorgerufen durch ganz andere Motive als bloß die Landwirtschaft. Ohne den Gedanken der nationalen Wiedergeburt wäre der Enthusiasrnus der jüdischen Pioniere in Palästina nicht denkbar. Zar Breslauer Tagung des R.J.F. Aus Breslau werden wir um folgende Veröffentlichung ersucht: Am 17. November hat eine außerordentliche Ocncralver- Sammlung des Reichsbundes jüdischer Front- Soldaten sich mit den Vorkommnissen bei der Bundestagung in Breslau eingehend beschäftigt Nach ausführlicher Darlegung des Sachverhalts durch Herrn Dr. Frank ei einerseits und Herrn Regierungsrat Dr. Marcus andererseits ist die Ver- Sammlung zu folgenden Beschlüssen gekommen: 1. ״Die Vopiahme einer Kritik an der Persönlichkeit des Vertreters des Herrn Oberpräsidenten der Provinz Nieder- Schlesien war Im Rahmen der Breslauer Kundgebung des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten trotz der Meinungs• Verschiedenheiten zwischen den Herren Dr. Frankel und Dr. Marcus unzulässig.“ In Anerkennung der Verdienste des Herrn Dr. Frankel als langjährigem Vorsitzenden des Reichsbtmdes jüdischer Front- Soldaten Tn Breslau wurde weiter beschlossen: 2. ״Die Versammlung spricht dem ersten Vorsitzenden des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Breslau, Herrn Dr. Ernst Fränkel, das weitere uneingeschränkte Vertrauen zu seiner Führung im Reichsbund jüdischer Front- Soldaten aus.״ Die Generalversammlung war übereinstimmend der Meinung, daß an der aufrechten jüdischen Oesinnung des Herrn Dr. Franke] kein Zweifel besteht und hat bedauert, daß bei der Erörterung de« Vorkommnisses Ja der Presse seiner Aenßej־u1j.g ׳,eitft falsche Deufttng g<6g€B§h *wwä«1*Tst,"Sle haben aaher beschlossen: 3. ״Den anwesenden zionistischen Kameraden nahenilegen, die Aufnahme einer Erklärung in der zionistischen Presse zu veranlassen, daß an der jüdischen Zuverlässigkeit und der jüdischen Gesinnung des Herrn Dr. Fränkel keinerlei Zweifel bestehen.“ Der er!ri " cM1־B ist dein Herrn י•'׳ י' יו ״יי׳יסonten in der geeigneten Weise übermittelt worden. Der Brief des Herrn berpräsidenten ist daraufhin zurückgezogen worden. * Mit der Wiedergabe der vorstehenden Notiz erfüllen wir den einstimmigen Wunsch einer Vertrauenskommission, die aus je einem Vertreter der beteiligten Herren und einem unparteiischen Obmanne bestand. Wir halten damit auch unsererseits die Angelegenheit für erledigt.__ Zionistischer Gruppenverband Thflringen Am 6. November 1927 fand in Nordhausen der Gruppenverbandstag des Bezirkes Thüringen statt. Die Tagung war von Gesinnungsgenossen aus: Bleicherode, Cassel, Eisenach, Erfurt, Eschwege, Gotha, Halle, Nordhausen, Seesen, Sondershausen und Waltershausen besucht. Am '׳ortnittag sprachen: Dr. Rosenblüth über: ״Der XV. Zionistenkongreß und seine Ergebnisse“ und Dr. Brünn über: ״Aufgaben und Chancen des Privatkapitals in der palästinensischen Landwirtschaft“. Der Nachmittag diente der Aussprache über die Referate und der Besprechung der Gruppenverbandsarbeit. Der neugewählte Vorstand setzt sich zusammen aus den Herren: Dr. Davi d-Sondersliausen, Dr. Klein-Erfurt, Dr. N 0 a c k-Gotha, Dr. P e r i t z-Waltershausen, Dr. Stern- Erfurt, Rechteanwalt Warburg-Nordhausen, Dr. Wolfhei m-Erfurt Der öffentliche Vortrag von Dr. Rosenblüth, ״Zehn Jahre nach der Balfour-Deklaration“, war — auch von Nichtzionisten — gut besucht. In der Diskussion sprachen die Herren: Brauer, Rabbiner Pfingst, Lehrer Emanuel. Thüringer Zionistische Gesellschaft. Die für Sonntag, den 27. d. M״ vorgesehene Sitzung muß infolge Absage des Referenten ausfallen. Stimmen unserer Tage. Unter diesem Motto vermittelte der von ManfredfcGeis im G rotrian Stein wegsaal veranstaltete ״Abend junger Dichtung“ vor allem die bisher unvollkommene Bekanntschaft mit dem jungen Rezitator, der sich als geistiger Nachzügler gibt aus dem Kreis der ehemals jüngsten Dichtung des Kurt Wolff-Verlages. Manfred Geis, ler seit dem vorigen Jahr bedeutende Fortschritte gemacht hat, las u. 3, außer dem Lebenslied von Werfel, von Max Brod den sympatischen Protest gegen plakatierte •Jute und dann technisch gekonnt den prachtvoll ironische« Bericht aus Peter Panters ״Pyrenäenbuch״. Zum Schluß?ab es für einen noch unentdeckten jungen Dichter so etwas wie eine Premiere mit Hervorruf aus dem Freundeskreis. Max Kolpes parodistirche Verse sind harmlosnett, wenn auch das Gemacht-Primitive noch ziemlich sichtbar ist. Die versuchte Zeitkritik ist immer noch mehr zektyplsch als künstlerisch gelungen. James Simons Lieder zeugen von einer beachtlichen Instrumentalbegabung, die anseneiaend in der Linie Mahler-Schreker beheimatet ist. Edvard Moritz in Wildgansvertonungen ist instrumental einfacher und zugänglicher. Frau Alice Schiffer-Kuznitzky war die anerkennenswerte Interpretin beider Komponisten. R. M. Berlin W1S, Melnekestraße 10 Vermischtes Persönliches. Herr R. Lichtheim hat nach mehrjähriger Tätigkeit in der Lebensversicherungsgerellschaft ״Allianz“ die Organisationsleitung der Lebensversicherungsgecellschaft ״Phönix“ für den Bezirk Groß-Berlin übernommen. Wie bekannt, besteht ein Abkommen zwischen dem Keren Kajemeth und der Gesellschaft ״Phönix“, durch welches dem Keren Kajemeth von den beim ״Phönix“ abgeschlossenen Versicherungen erhebliche Vorteile gewährt werden. Berliner Zionistische Vereinigung. Unser Gesinnungsgenösse, Herr Dr. Georg Landauer, Palästina, der sich vorübergehend in Deutschland aufhält, wird am Dienstag, den 29. November, abends 8</s Uhr, im Sitzungssaal des Gemeindehauses, Rosenstr. 2/4, und am Mittwoch, den 30. November, abends 81/2 Uhr, im Sitzungssaal der Z. V. f. D., Meinekestr. 10, über ״Die gesellschaftlichen und sozialen Probleme in Palästina“ sprechen. Herr Dr. Landauer, der an leitender Stelle im Arbeitsamt der zionistischen Exekutive gearbeitet hat, ist aufs engste mit den sozialen und politischen Fragen des Landes vertraut Wir weisen unsere Mitglieder auf diese beiden Veranstaltungen ganz besonders hin. Nomberg-Gedächtnisfeier.' Ara Sonntag, den 27. November d. J., findet in den Räumep des Schafom-Aleichera- Clubs, Kleiststraße 9, eine Trauerversammlung statt, gewidmet dem Gedächtnis des verstorbenen Schriftstellers H. D. Nomberg, im Beisein von Vertretern öffentlicher jüdischer Organisationen in Berlin. Der Feier werden u. a. Professor Dubnow und David Bergeisohn beiwohnen. Anfang 81/3 Uhr. Eintritt frei. m HapoSl-Haza'fr. Am Sonnabend, den 26. November, abends 8*/a Uhr, spricht in der Berliner Ortsgruppe des Hapofl- Hazair Chawerah Gerda Arlosoroff-Oo'dberg über: ,,Fragen der palästinensischen Arbeiterschaft". Gide willkommen! Versammlungsort: Dobrin, Kackeseher Markt Konzert Das Programm Ües Konzertes von Alice Loewenson (Klavier) unter Mitwirkuhg von Alice Schlffer-Kuznitzky (Gesang) am Mittwoch, den 14. Dezember, abends 8 Uhr, im Meister-Saal, enthält neue Kinderstücke und •lieder. Es werden Ur- und Erstaufführungen sowie selten gespielte Werke von Debussy, Busoni, Strawinsky, Bela Bartok, Eric Satte, Vogel, E- W. Stemberg u. a. zu Gehör gebracht werden. Die Vereinigten Synagogenchöre Berlins veranstalten am Sonntag, den 4. Dezember, abends 1% Uhr, in der Philharmonie unter Leitung von Alexandfer Weinbaum ein Konzert, in welchem hebräische, sowie deutsche geistliche Gesänge zum Vortrag gebracht werden. Konzertmeister Professor Joseph Wolfsthal wird chassidische Weisen von Ernest Bloch, die Oberkantoren Asch und GoIlanin werden liturgische Gesänge vortragen. Außerdem wirkt der Organist der Neuen Synagoge, Arthur Zepke, mit. Das Konzert findet zum Besten der Hilfskasse für Chormitglieder statt. Eintrittskarten bei Bote & Bock, A. Wertheini, Tietz, den Kastellanen der Synagogen und an der Abendkasse. Die Vereinigung für die Interessen dar Alten Synagoge veranstaltet am Montag, den 28. d. M. den vierten Vortragsabend, Beginn pünktlich 8 Uhr, im Verwaltungsgebäude/ Rosen- Straße 2/4. Herr Prof. Dr. ined. Carl Lewin spricht über das Thema: ״Die Krankheiten der Juden“. Die Besucher und Besucherinnen der Alten Synagoge sowie Gäste sind willkommen. Llppmann Tauss-Religlonsschu’e. Am 16. November 1927 ist in Gegenwart vieler ehemaliger Schüler der Lippmann Tauss-Religionsschule eine Vereinigung dieser früheren Schüler begründet worden. Durch Vorträge und jüdische Gesänge sollen die Vereinsabende ausgefüllt werden. Ein Vereins- /immer im Logenhause, Jostystraße 4, ist in bereitwilliger Weise zur Verfügung gestellt worden. Die Vereinigung steht unter dem Protektorat Sr. Ew. Herrn Rabbiner Dr. Singermann, Schriftführerin ist; Sabine Lieblein-Füilenbaum, Berlin NO 43, Barnimstr. 14. Der Verein gesetzestreuer jüdischer Lehrer und Lehrerinnen Berlin beabsichtigt bei genügender Teilnehmerzahl Fortbildungskurse während der Dezemberferien einzurichten. Nach Möglichkeit sollen die Wünsche der Interessenten betreffs der Auswahl der Themen berücksichtigt werden. Auswärtige Kollegen und Kolleginnen, die beabsichtigen, sich an den Kursen zu beteiligen, werden gebeten, sich sofort mit Herrn Lehrer Bernhard Levy, Berlin NW21, Essener Straße 24, in Verbindung zu setzen. Ein Teil der Reisespesen kann vergütet werden. An die Büchseninhaber des Keren Kaievneth! Die BUchsenleeruns des Keren Kajemeth hat In diesen Tagen In Beilln begonnen. BQchseninhaber füllt die Düchsen auf! Laßt Euch von den BUchsenleeiern den Ausweis zeigen( Ortsgruppen Gruppe des XII. Bezirks der B-2. V. Die Gruppe des XII. Bezirks hat mit Beginn des Winterhalbjahres ihre regelmäßigen Zusammenkünfte wieder aufgetionmen. Bis jetzt tanden dort folgende Vorträge statt: ־ Herr Dr. Czapski: ״Der XV. Zionistenkongreß“, Herr Dr. Werner Bloch referierte über Fragen der zionistischen Propaganda und Herr Dr. Kanowitz in einer Gästeversainmlung anläßlich des zehnten Jahrestages der Balfour-Deklaration über die Bedeutung der Balfour-Deklaration. Ls kann festgestellt werden, daß die Veranstaltungen sich eines immer wachsenden Besuches erfreuen, wenn auch die räumlichen Verhältnisse gerade in diesem Bezirk einer sehr intensiven Arbeit 1m Wege stehen. Wir fordern nochmals alle dort wohnenden Gesinnungsgenossen und Freunde auf, an der Arbeit unserer Gruppe teifzunehmen. Neukölln. Hier wurde eine Bezirksgruppe des Jüdischen Frauenbundes gegründet, die ihre Winterarbeit mit einem Vorträge von Frau Dr. Z a d i k. Neukölln, über das ,,nervösc“ jüdische Kind begann. Der in strenger und doch populär gehaltener wissenschaftlicher Form sich bewegende Vortrag fand bei der zahlreichen Zuhörerschaft reichen Beifall. — Es ist auch gelungen, hier einen Jüdischen Kindert' einem dringenden jüdisch-kulturellen Bedürfnis der Bevölkerung dieses Bezirks entsprach. Beuthen, O.-S. Am 9. November sprach Herr Rabbiner Dr. Joachim Prinz-Berlin in einer von der Zionistischen Ortsgruppe veranstalteten öffentlichen Versammlung über: ״Wandlungen im Liberalismus“. Er gab zunächst einen historisehen Ueberblick über die Entwicklung des sogenannten religiösen Liberalismus, dessen Entstehung er aus einem falsch verstandenen politischen Liberalismus und einem falsch verstandenen Strömen nach Gleichberechtigung hcrleifefe. Er berichtete sodann über die gegenwärtige Situation und schloß mit der Erkenntnis, daß eine wirkliche Belebung der jüdischen Religiosität im Sinne eines wahrhaften Liberalismus nur int Zusammenhang mit dem neu erwachenden jüdischen Leben in Erez-Israel erfolgen könne. In der darauffolgenden interessanten und auf einer beachtlichen Höhe stehenden Diskussion bekündeten sowohl der konservative Rabbiner Dr, M e 1 c h io r als auch der liberale Rabbiner Prof!; Dr. G o 1 i n s k i ihre positive Einstellung> zum jüdischen Aufbauwerk in Palästina. Im Hinblick auf diese übereinstimmende Stellungnahme der religiösen Führer stellte Dr. W«i ß m ann fest, daß gerade der Zionisntus, dessen Neutralität in religiösen Dingen vielfach mißverstanden werde, dazu berufen sei, einigend zu wirken. Die außerordentlich gut besuchte, von dem Vorsitzenden Dr. F r ä n k i I geleitete Versammlung — es waren weit über 300 Personen erschienen, davon nur zum kleineren Teil Zionisten — folgte den Ausführungen mit größtem Interesse. Es zeigte sich, daß gerade für die Erörterung solcher allgemeinen Probleme ein starkes Bedürfnis verhandln ist und aaß derartige Veranstaltungen auch heute noch geeignet sind, in» besten Sinne propagandistisch zu wirken. Chemnitz- Am 17. November fand die Generatversammhing der Zionistischen Ortsgruppe zu Chemnitz statt. Nach einem Bericht über das vergangene Jahr, aus den» nur die Erfolge von Keren Hajessod und Keren Kajemeth hervorgehoben seien, wurde dem Vorstand Entlastung erteilt Man wählte dann einen Geschäfts führenden Ausschuß, bestehend aus drei Mitgliedern: Dr. Fleiß, Dr. Holzer, Dr. Sichel. Zur Schriftführerin wurde Frau Geis, zum Kassierer Herr Bemann, zum Keren Hajessod-Kommissar Dr. $lusze-;wer, als K^ren Kajemeth-Kopttjissarjij Fiiti^Hilde Holz#r ge- Dresden. Am 16. November sprach in einer von der Zionistischen Ortsgruppe im Saale der Produktenbörse veranstaltcten Versammlung Herr Moses Waldmann, BerHn; über den ״Schwarzbart - Prozeß — eine Tragödie des jüdischen Volkes“. Mehr als 350 Personen hatten sich eingefunden; ein Beweis für das große Interesse, das der Verhandlungsgegenstand gefunden hatte. Mit großer Spannung folgte man der eingehenden, eindrucksvollen Schilderung des Redners über die Vorgeschichte und den Verlauf des Prozesses. Die nach dem Vortrage gerichteten Anfragen gaben dem Redner Gelegenheit, sich über verschiedene Probleme zu verbreiten, die mit dem Prozeß in Verbindung standen. Duisburg. In einer Bezirkstagung Rheinland-Westfalen des Jüdischen Jugendbundes am Sonntag ׳den 13. November, in Duisburg wurde durch Herrn Referendar Aribert de J o n g e in der Diskussion seines Referates, das sich neben anderen kulturellen Fragen hauptsächlich mit der Einstellung der Jugend zur Gemeindepolitik beschäftigte, der Antrag ein* gebracht, die Karenzzeit bei den Wahlen aufzuheben und jedem unbescholtenen Juden vom 20. Jahre an das aktive und passive, Wahlrecht zu verleihen. Der Antrag wurde nicht zur Ab- Stimmung gebracht, da Herr Rabb. Dr. H ahn, Essen, betonte, daß dieses eine politische Frage sei, die man erst sehr abwägen müsse, da der Jüdische Jugendbund sich mit politische» Fragen bisher nicht befaßt habe. Es wurde dann vom Vorstand des Jugendvereins beschlösse^ eine Rundfrage im Jugendbund an die einzelnen Gruppen zu richten, wie sie sich zu einer Mitarbeit an der Gemeindepolitik stellen. Erfurt. Am Montag, eien 7. November 1927, sprach hier Herr Dr. Rosenblüth über: ״Zehn Jahre nach der Baifour-Deklaration“. Dem Vortrag folgte eine Diskussion, an der sich die Herren Dr. W o l f 11 e im und Brinmann beteillgten. Uic in der Pause durchgeführtc Sammlung für den Keren Kajemeth hatte ein gutes Ergebnis. Hamborn. Am Sonnabend, den 31. Oktober 1927, fand im Vercinslokale bei starker Beteiligung die Generalver- Sammlung der Zionistischen Ortsgruppe Hamborn statt. Nach Entlastung des bisherigen Vorstandes, der infolge versehiedener Umstände zurückgetreten war, wurde von der Ver- Sammlung ein neuer Vorstand gewählt, der sich wie folgt konstituierte: 1. Vorsitzender; Bruno Aaron, 2. Vorsitzender: David Rand, Kassierer: S. Eigenfeld, Schriftführer: Hermann Rothkopf, Keren Kajemeth: S. Pietruschka und Max Goldflamm, Keren Hajessod: David Rand und L. Frisch. —■ Am Montag, den 7. November, fand eine ebenfalls gut besuchte Versammlung statt, in denen Herr Schosc h an 11 i, Tel-Awiw, über den religiösen Aufbau Palästinas in fesselnder Weise vom Standpunkt des Misrachi referierte. An den Vortrag schloß sich eine lebhafte Diskussion. Zionistische Gruppe Lippe - östliches Westfalen. Am 16. November fand eine Zusammenkunft der Zionistischen Bezirksgruppe Lippe-östliches Westfalen in Herford statt. Es wurde ausführlich über die zionistische Arbeit für diesen Winter gesprochen und die Arbeit für die Fonds neu organisiert. Frau Arlösoroff berichtete über den Kongreß und beantwortete verschiedene Fragen. Im Anschluß hielt l rau Arlosoroff in einer sehr gut auch von Nichtzionisteil besuchten Versammlung einen Vortrag über die politische und wirtschaftliche Lage in Palästina. Die sachlichen und interessanten Ausführungen vermochten auch die zahlreich erschienenen Antizionisten, die zum ersten Male etwas von der palästinensischen Wirklichkeit hörten, zu fesseln. Herne. Im Rahmen der Veranstaltungen des ostjüdischen Vereins wurde hier am 19. November eine gemeinsame Balfour-׳Feier veranstalte*, zu der zahlreiche Gäste er-