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Jüdische Rundschau · 1927-11-22 · Heft 93 (22.11.1927) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 93 (22.11.1927)
Date
1927-11-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Mimcbmmmer 0,2.* Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag Berlin W15, Meiaekestrade 10. Erscheint fedeo Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1.85 Goldmarlc, vierteljährlich 5,25 Goldmark. AasiandsahomHimentf w«rdea io der Wahrung d#ar einielnen Übader berechnet Anzeigen - Verwaltung Jfldische Rundschau G.m.b.H., Berlin W15, Meinekestr.10 Telephon: Amt Bismarck 7165—70. AiucdgctafireU: Sg«sptltJS0Bparcül«1eUc 0,3ßG>~M, SleUenggs-uche 0,25 G.-M. AüzeigeaschlaS: Dienstag "u ad Freitag 0 i c b בם t 11 a g 4 Uhr. Telephon! Bismarck 7165- 70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17 392 Für Oeiten-eich: Patlmarkummamt Wien, Konto Nr. 15603a Für Tschechoslowakei: rost&parkassenamt Prag, ICoato Nr. 59 410. Für Po!e|h Postsparkassenilrat Warschau, Konto Nr. 190768. RedaktionsschluB Sonntag und Mittwoch nachmittag.!Nummer 93 | Berlin, 22. XI. 1927 כ״ז מרהשון תרפ״ח | xxxii. j«hrS. Der Zionismus erstrebt für das Jüdisch« Volk die Schaffung einer öffentlich. rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm.“ IhtjutlfllMi aid Die antisemiiisdie Heize Die ״JütJiselie Rundschau“ bat in ihrer Nummer 67 vom 23. August 1927 als erstes Organ den Bericht eines Herrn Dr. IC u 11 d t ansdas ״Deutsche Nationalkomitee zur Bekämpfung des Mädchenhandels“ an das Lieht der Oeffentlichke.it gezogen, der auf internationalen Tagungen verbreitet wurde und in welchem unsachliche, nachweisbar falsche Beschuldigungen gegen Ostjude.n enthalten sind. Das ganze Pamphlet trägt offenkundig hetzerisch antisemitischen Charakter. Zu dieser Angelegenheit liegen uns heute zwei weitere Dokumente vor. Das eine ist eine E rk I ä ru 11 g der Breslauer Rechtsanwälte Jacobsohn und Foerder, die folgendermaßen lautet: ״In einem Gesehäftsberi •ht, den der Regierungsrat Dr. Kundt aus Berlin in seiner Eigenschaft als Schriftführer des deutschen Nationalkomitccs zur Bekämpfung des Mädchenhandeis (E. V.) einer in London stattgefundenen Konferenz erteilt und unterzeichnet hat, finden sich folgende Sätze: Im ganzen Bezirk (Schlesien) wurden in den letzten Monaten allein 100 Schmuggler festgestellt und in Breslau selbst in den ersten 10 Monaten (1925) weitere 44 0.4jüdische Menschenschmuggler, die wegen Paßvergehens festgenommen wurden. In■ der Regel greift die jüdische Arbeiterffirsorgc in den Fällen der Festnahme derartiger Leute mit Geld und Anwälten ein, um ihren Glaubensgenossen zu helfen. Kurz darauf folgt der Satz: Da wir indessen ermitteln konnten, daß ein nicht!111־ beträchtlicher •Teil der Schmuggelfälle auch weibliche Personen, darunter alleinreisende junge Mädchen, betraf, die zu undurchsichtigen Zwecken nach oder über Deutschland gebracht wurden, so ist der Schluß nicht von. der Hand zu weisen, daß dies des öfteren zu unsittliehen Zwecken geschah. Der letzte Satz findet sich auch wörtlich |1! dem offi- *teilen Geschäftsbericht des deiitscji^n :N»ti0Bftll«Hpte01»' der dfirhf״.־,<! ch»r ״יי״׳י׳ייס ו K״Pf“reu7 vorlag. Die unte'reish* 'i’rKiIrel “iiträufen ®1ן «fiesen Ausführungen zugjelch in ihr%f ,Eigenschaft als Vorsitzende der Breslau«■ Arb'eäterfiirsorge folgdtidte:; Weder die jüdische Arbeiterfürsorge als solche, noch einer der zum Vorstand gehörigen Anwälte oder, sonst irgendein Anwalt im Aufträge der Arbeiterfürsorge hat jemals' einem Menschenschmuggler juristischen Beistand geleistet Die. dahingehenden Behauptungen des Regierungsrate Dr. Kundt stellen eine auf unwahrer Grundlage beruhende Irreführung der öffentlichen Meinung des In- und Auslandes dar, durch welche die jüdische Gemeinschaft grundlos beschimpft und das Ansehen Deutschlands herabgewürdigt worden ist. Herr Regierungsrat Kundt hat auf unsere Aufforderung, auch nur einen einzigen Fall zu benennen, auf den sich seine oben wiedergegebene Behauptung bezieht, ausweichend geantwortet und es nicht für nötig gefunden, die erhobenen Vorwürfe zurückzuziehen. Wir weisen die gegen die jüdische Arbeiterfü'sorge und somit auch gegen uns in unserer Eigenschaft als Anwälte erhobenen Vorwürfe als ebenso grundlos wie ungehörig zurück und überlassen die Beur- Weizmann in Hainburg Aus der Rede, die der Bürgermeister von Hamburg, E>r. Schramm, bei dem Empfang der Jüdischen Gemeinde zu Ehren Dr. Wcizmanns hielt, geben wir nachfolgenden interessanten Absatz wieder: ״Sie, hochverehrter Herr Professor, sind der Exponent des Aufbaues von Palästina genannt worden. Der Aufbau von Palästina — das ist ja da\ was uns ergreift. Denn was liegt nicht ln diesem Werk! Sie W’oilen dies Land — vernachlässig*, veröde♦, teilwebe völlig unkultiviert — der Kultur zufilhren, es wieder zu dem Lande machen, von dessen Fruchtbarkeit und Schönheit uns begeistert alte Historiker erzählen, und Sie wollen dies, getrieben und beherrscht von der hohen Idee, ihrem Volke die Heimstätte, die cs vor Jahrhunderten sein eigen genannt, wieder zu schaffen. Dies Ideale Ziel, das S'e verfolgen, dem Sie Ihr ganzes Wirken widmen — diese Idee, der Sie zum Ziel verhelfen wollen — das ist eben das, was einen packt in dieser Welt des Materlalismus, in dem wir leben. Die Ideen sind es — das sehen wir hier wieder — die in den Vordergrund treten und die uns besee'en müssen, wenn wir zu einem Fortschritt kommen und wenn wir in unserer Welt zu einem Frieden gelangen wollen. Nur Ideen vermögen uns höher zu führen! Und als den Vertreter einer hohen Idee gestatten wir uns, Sie, Herr Professor, hier in Hamburg auf das wärmste zu begrüßen.“ * Der Bericht unserer vorigen Freitagnummer über die Weizmann-Veranstaltung in Hamburg, der uns Donnerstag früh vor RedaktionsschluB telephonisch übermittelt wurde, gibt leider infolge verschiedener Hörfehler den Verlauf der Veranstaltung nicht ganz, richtig wieder. Wir geben daher im folgenden nochmals eine kurze Darstellung. Erst hielt Herr Alfred L iss er, als Vorsitzender des Neutralen Keren Hajessod in Hamburg, der das Bankett mit veranstaltete, eine Begrüßungsansprache, darauf sprach Herr Dr. Erich B u c h h o 1 z, als Vorsitzender der Zio nistischcn Ortsgruppe. Die hebräische Rede, von der wirkerichteten, hielt nlcnt Herr Buchholz, sondern Herr Gerhard Mädchenhandel des Herrn Dr. Kundt teilung dieses Verhaltens eines .Regierungsbeamten dem Urteil der anständig, denkenden .Öffentlichkeit. : Jacobsohn, Foerder.■־ ifr Das zweite Dokument ist ein Schreiben des Prcußisehen I nnenministers an das Arbeiter fürsorgeamt der jüdischen Organisationen Deutsch- 1 a n d s als Antwort auf die von diesem Amt erhobenen Beschwerden. Der Minister schreibt: ״Das Deutsche Nationalkomitee zur Bekämpfung des Mädchenhandels ist eine rein private Vereinigung. Herr Regierungsrat Dr. Kundt, der nicht meinem Ressort, sondern dem Auswärtigen m t ä 11 gehört, 11a t' die Infam!,v tionsreise nach Oberschlesien lediglich in seiner Eigenschaft als Schriftführer des Komitees unternommen. Wenn in dem Bericht, den Herr Dr. Kundt über seine Reise erstattet hat, von meiner Zustimmung zu dieser Reise un-er Anführung eines Erlasses die Rede ist, so bezog ,sich diese Zustimmung nur auf die Dienstreise des Leiters der Zentralpolizeistelle zur Bekämpfung des Mädchenhandels, des Kriminalkommissars Dr. Nordhausen, dem Herr Dr. Kundt sich angeschlossen hat. Daß das Nationaikomitee diesen Bericht in der von Ihnen angegebenen Weise verbreitet hat, k a n nauchichnurbcdauern. Er gibt ein völlig schiefes, wenigstens heute nicht mehr zutreffendes Bild von den Verhältnissen au der oberschlesischen Grenze und. muß besonders im Auslände zu Denhingen Anlaß geben, die der deutschen Sache nicht förderlich sind. Ich glaube mich aber zu der Annahme berechtigt, daß das Auswärtige Amt, dem der Zcatralverein der deutschem Staatsbürger jüdischen .Glaubens den Sachverhalt gleichfalls unterbreitet hat, auf Grund meiner Aeußergng zu dieser Eingäbe geeignete Schritte unternehmen wird, uni weiteren schädlichen Wirkungen des Berichts im Auslande vorzubeugen, . ■ ghe®© iph ijidtt an, •zu erklären, daß ich den• ver- ־ ' sation 'örHotteanarv4fcf bÄJJCre,'' Dje .<f־l■e*bezügliche Behauptung des Berichterstatters steht im völligen Gegensatz zu depi, was tnir bisher über die jüdische Fürsorge bekannt geworden ist. von deren segensreicher und dem Staats- Interesse dienender Wirksamkeit ich überzeugt bin. EMe von ihn an erbetene amtliche Richtigstellung der in dem Berichte enthaltenen Behauptungen würde, da es sich in ihnen um ■statistische-Ausführungen handelt, eine Gegenüberstellurig der vagen Schätzungen beruhenden Ziffern mit den in Wahrheit zutreffenden enthalten müsse!1. Die richtigen Zahlen wären aber nur auf Grund eingehender Erhebungen m ermitteln, die bei dem außerordentlichen Aufwand von Zeit und Mühe, die sie beanspruchen würden, für den gedachten Zweck nicht in Frage kommen können. Ich bedaure daher, Ihrem Wunsche nach dieser Richtung־׳ nicht entsprechen zu können. Den Herrn Vorsitzenden des Nationalkomitees habe ich von ihrer Beschwerde und meiner Stellungnahme zu ihr in Kenntnis gesetzt und ihn gebeten, Ihren Wünschen nach Möglichkeit nachzukommen.“ , Liebes, im Namen der jüngeren Generation. Diese Rede machte auf die Versammlung einen sehr starken Eindruck. Hierauf ergriff Dr. Weizmann das Wort und gab ein ausfüh־liches Bild der zionistischen Lage. Danach richtete Herr Dr. Kalmus einen warmen Appel! an die Zionisten, ihre Zeichnungen für den• Keren Hajessod abzugeben. Nach der Pause, in deren Verlauf, wie wir bereits meldeten, Zeichnungen im Gesamtbeträge von 53 003 M. abgegeben wurden, sprach Herr Blumenfeld und sodann der Oberrabbiner Dr. Carlebach. Zun! Schluß hielt Dr. Wertmann nochmals eine kurze Ansprache, in der er für den glänzenden Empfang ' dankte und zu weiterer aktiver zionistischer Arbeit anspornte. BotbsehUd rettet das SäiuJwerk? Jerusalem, 21. November- (J. T-A.) Baron Edmond de Rothschild hat sich bereit erklärt, für das hebräische Schulwerk den Betrag von £ 18 000 zur Verfügung zu stellen unter der Voraussetzung, daß der religiöse Charakter der Schulen gewahrt bleibe. Sollte diese Spende zur Auszahlung gelangen, so wäre damit die gegenwärtige Krise im Schulwesen behoben. Hirsch Dawid Nomberfl Unmittelbar vor Redaktionsschluß erhalten wir — durch ein ifa-Telegramm — die Nachricht, daß in Warschau am 21. November, 10 Uhr vormittags, H. D. Nomberg im Alter von 51 Jahren gestorben ist. Nomberg war einer der bekanntesten jüdischen Schriftsteller im Osten und ein eifriger Vorkämpfer der jiddischen Sprache. Als Folkist in den ersten polnischen Sejm gewühlt, verzichtete er auf sein Mandat, um fleh ausschließlich Fragen der Kultur und Erziehung zu widmen- Welzmanns Rede ln Berlin Am 17. November, abends, fand in den Martnorsäleu zu Berlin ein vor! der Z. V. f, D. und der Berliner Zionistischen Vereinigung zu Eh reu Herrn und Frau Dr. Weizmann ,veranstaltctcr Eropfangsahcnd statt, dem etwa 1099 Personen beiwohnten. Nach den BcgriiRuugsjnspradiwi der Herren B1!1 - men fei d (namens der Z. V. f. D.), Dr. Apfel (für die R. Z.V.) und einer hebräischen Ansprache des Präsidenten 'des deutschen .,Misr.ichi“. Dr. Oskar W o 1 f s h c r g־. nahm Dr. Weizmann das Wort. Wrizmann, stürmisch begrüßt, sprai 11 zunächst von, seiner letzten Reise nach Palästina und der allgemeinen zianistfechH! Situation. Zwei Fragen, so ungefähr führte' er aus, stünden jetzt im Vordergründe der zionistischen Sorgen: Die Arbeitslosigkeit und das Erziehungswesen. Die Arbeitslosigkeit ist noch heute wenn auch in kleinerem Maße als früher . akut. Die jetzt in Angriff gcnumiiciu-n Arbeiten werden einen großen Teil der Arbcitslosen t r 111 p o r ä r absorbiert!:, insbesondere in Jerusalem. Haifa und Aftile, wo man in diesem Augenblick von einer Arbcitslosigkeit nicht mehr sprechen könne. Aber in Tcl-Awiw müßten auch jetzt noch tausende Pfund wöchentlich an Unterstiit/ung ausgegeben werden, wollte man die Not radikal lindern. Die Exekutive kann aber nur C 1500 wöchentlich für diesen Zweck ausgeben, ln der fresse war zu lesen, daß ich zu den früher beschlossenen £ 700 C 300 ohne die Exekutive zu befragen, zugelegt habe. Es könnte mir passieren, daß ich in dringender! Fällen so etwas tue, aber diesmal bin ich unsch'uldig, die Erhöhung von C 700 auf C 1000 geschah' im Einvernehmen mit der Exekutive. Ich betone aher: die wöchentliche Leistung von L 1000 ist ein Minimum. Aber weder durch Unter- Stützungen, noch durch Palliativmittel wie die temporären Notstandsarbeiten es sind, kann man das Problem wirklich bescltigen. Was not tut, ist ein langsamer und ruhiger Prozeß der Absorption der heute Arbeitslosen durch die Wirtschaft Palastinas. Diese Aufgabe aber erfordert große Mittel, und hier bcginnt unsere Rolle, die Aufgabe derZionisten außerhalb Palästinas, die diese!Mittel schaffen müssen. Ich kann Ihnen darüber heute' noch'keine .•M.itteilatyB».-;«t4chaj, *bet ■ es bestehen verschiedene Projekte, an denen wir in «Jett nächsten Monaten zu arbeiten haben werden. I!» fünf Ws sechs Moiisten wird die Frage des endgültigen Schicksals 'dieser Ärbfeit5lQ%äj akut werden. *Und dies ist eine zentrale Frage unserer ganze n Bewegung. Denn die jetzigen Menschen in Palästina sind diejenige Generation, auf die der Zionismus 50 Jahre gewartet hat. Wenn wir dieses Gut verschwenden, es würde den Nerv unserer Bewegung treffen. Wenn wir von (feil viertausend Arbeitslosen vorläufig auch nur 530 bis 600 auf dem Lande seßhaft machen, so wird sieh das wirtschaftlich und psychologisch auswirken und den übrigen den Mut zu weiterem Durchhalfcn geben. Die zweite Frage, die jetzt im Mittelpunkt steht, ist die Erziehung. Ich brauche wohl kaum zu sagen, wie ich ,zu dieser Sache stehe, die das Herz unserer ganzen Arbeit, der nationalen Auferstehung im ganzen Lande ist. Aher wir .sind auch in dieser Sache im Zustand der Not. Wir müssen «ns dem äußeren Zwange beugen, 11״d so war der Kongreß genötigt, das Erziehungsbndget auf nur € 53 000 fcstzusctzen. Daraus folgt für uns die schwierige Aufgabe» das Schulsystem neu zu organisieren, äußerste Sparsamkeit anzuwenden, alle nur irgendwie denkbaren Ersparnisse durchzuführen. Aller natürlich können wir dabei nicht mit absoluter Starrheit verfahren, denn es gibt eine natürliche. Grenze für al|e Einschränkungen, und diese ist dann erreicht, wenn die Gefahr besteht, daß "eine Zahl von Kindern nicht in jüdischen Schulen Aufnahme finden kann und den Missionsschulen anheimfällt, die jetzt schon auf diese Gelegenheit lauern. Und da können wir natürlich nicht, die Summe von £ 33 000 als absolut unantastbar betrachten, sondern wenn sich hcraussteilen sollte, daß dieses Resultat einen Aufwand von z. B. £ 58000 erfordert, so müssen wir alle unsere Kräfte ansf,rangen, um auch dies zu ermöglichen. Auch dies ist eine Sache der Zionfeten ira Qaluth, durch ihre finanziellen Leistungen der Exekutive die Möglichkeit eines solchen Ausweges zu verschaffen. Ich habe, sagt Dr. Weizmann weiter, b« meinem letzten Besuch in Palästina die Uebcrzeugung gewonnen, daß trotz der Krise bedeutende Fortschritte in Landwirtschaft und Industrie gemacht worden sind. Ich bin sehr weit entfernt von einen! offiziellen Optimismus, ich glaube, wir müssen die Schwierig- Reiten, ja auch die Fehler und Mängel unseres Werkes klar sehen, um weiterkommen zu können. Aber cs ist siunlos, immer nur zu klagen und zu kritisieren, wie es in manchen Kreisen leider üblich geworden ist. Es besteht bei manchen ein geradezu krankhaftes Vergnügen an der Selbstzerfleisdning, und dies ist äußerst unfruchtbar für jemand, der ein historisches Werk vollbringen will. Man baut ein Land nicht mit Jeremiaden. Ich habe festgestellt, daß die Anzahl der Menschen, die sich auf dem Lande einwurzelt, ständig wächst, die Landwirtschaft hat eine überraschend schnelle Entwicklung durcligemacht, und auch die Industrie schreitet vorwärts und befestigt sich allmählieh. In den nächsten zwei Jahren wird sich das ökonomische Gesicht des Landes völlig verändern und wir können gar nicht voraussehen, welcher Aufschwung daraus resultieren wird. Der Hafenbau in Haifa, die Elektrifizierung־, das Toic-Meer-Projekt 1 sind Unternehmungen von geradezu umwälzender Bedeutung.

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