Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 92 (18.11.1927)
- Date
- 1927-11-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 634 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 92, 18. XI. 1927 Frau Janaith, Frau Lichtenstein und Frl. Gellner haben nach dem Bericht der Frau Dr. Thon widersprochen, die gewagt hatte — man höre und erbleiche! — ״im Namen von rein charitativen Organisationen zu sprechen und sie der Wizo als gleichbedeutend (!! unerhört! Anm. d. Verf.) gegcnüberzustellen“. ״Die Wizo ist keine Organisation, die Chalukkah verteilt, sondern eine, die konstruktive Arbeit in Palästina leistet. Sie hat Verständnis für die Ziele und Arbeiten der Arbeiterin in Palästina und hat sich mit der Moazath hapoaloth zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, während die Moazah der bürgerlichen Frauen keine Verbindung mit den palästinensischen Arbeiterinnen hat.“ So. Da habt Ihrs nun aber einmal tüchtig. Hier ist die Grenze: hier ״bürgerliche Frauen Palästinas“, dort Wizo plus Moazath hapoaloth. Hier ״Chalukkah“, dort konstruktive Arbeit. Hier völliges Unverständnis gegenüber der Arbeiterin, dort völliges Verständnis und inniges Zusammenleben. — Wir hier in Erez-Israel müssen ein wenig lächeln über die ״Vcr• treterinnen“, die diese herrliche Darstellung dem horchenden Auditorium als authentisch vorsetzten, aber wir müssen lächeln aus Bitterkeit. Wie verhält sich die Sache in Wirklichkeit? Zunächst: wie deckt sich diese hochmütige, hoffentlich unbewußt falsche Klassifizierung mit dem Passus 6 der Wizo-Resolutionen, in dem es heißt: ״Die Konferenz wünscht, daß die Palästina-Exekutive einen Weg finde, mit den Vertreterinnen sämtlicher palästinensischer Frauen-Landesorganisationen einen paritätisch zusammengesetzten Council zu schaffen....“ Also wie? Die Konferenz wünscht einen Weg ....? Und die auf der Konferenz anwesenden ״Vertreterinnen Palästinas“ glauben anscheinend, daß der Weg zur Verständigung und gemeinsamen Arbeit der sei, die Arbeit von Tausenden von Frauen in Erez-Israel durch schlecht beleumundete Schlagworte und ausgesprochen unrichtige Gegentiberstellungen zu diskreditieren. Nein, meine Damen — nicht das ist der Weg. * Im Namen welcher charitativen Organisationen haben Sie, Frau Thon, denn gesprochen? Wie? Sollten Sie sich etwa Rechte angemaßt haben, die Ihnen nicht zustehen? Aber es steht doch im Bericht, daß Sie für die Histadruth Naschim Iwrioth gesprochen haben — wäre das ein solches Verbrechen, sie der Wizo als ״gleichbedeutend“ gegenüberzustellen? Immerhin — ohne daß ich nun etwa das gleiche Sakrileg begehen will — ist doch besagte Organisation die Hauptlrägerin der sozialen Fürsorge in Erez-Israel, umfaßt zirka 3000 Mitglieder, gibt eine eigene Zeitschrift heraus, bringt zirka 7000 Pfund Budget auf —- also man muß sich ihrer nicht unbedingt schämen. Aber jetzt ist auch diese Histadruth nur ein Teil der soeben neu gegründeten Moazah, die berufen ist, ein Machtfaktor im Leben Palästinas zu werden, deren Statuten aber noch nicht einmal fertig sind — wie kann man ehrlicherweise sagen, nach vier Wochen, daß sie keine Verbindung mit den palästinensischen Arbeiterinnen hat? Wann um Gotteswillen konnte sie sie denn schon!!erstellen? Dies nebenbei. — Also so fürchterlich wäre ein Vergleich gar nicht gewesen. Ich beschuldige die drei Vertreterinnen einer hoffentlich unbewußt unrichtigen Darstellung der Arbeit der Histadruth Naschim Iwrioth, wenn sie mit der Klassifizierung ״charitativ“ die Organisation zu einer zweitklassigen, unmodernen, im Sinne des Palästina-Aufbaues unproduktiven stempeln und ihr so die Sympathien der Galuth entziehen wollten. Etwas mehr Vorsicht, meine Damen, wenn Sie heute, bei dieser furchtbaren Krise im Lande, bei der Hungersnot in Tel-Awiw, bei der Verelendung der Kinder, von ״Chalukkah“ sprechen!! Wer kann heute, wo ein großer Teil unserer besten Menschen von ״Unterstützung“ lebt, weil ungewöhnliche, übermenschliche Not sie zwingt, diese anzunehmen, dieses längst von uns begrabene Wort in die Diskussion werfen? Für wen glauben Sie denn, daß diese ״charitative“ Organisation ihre besten und unermüdlichsten Kräfte hergibt? Einige Beispiele: Wissen Sie, Frl. Gellner, nicht mehr, daß die Näh-Kwuzah in Haifa in engster Fühlung mit der H. N. 1. steht, seit ihrer Gründung und durch deren tatkräftige Unter- Stützung lebensfähig wurde? Wissen Sie nicht, daß der Maon Thinokoth (Kinderheim) in Tel-Awiw gegründet wurde von der H. N. I., dem Kulturverband Schweiz und der Kupath Cholim unter der Mitwirkung der Histadruth hapoaloth? Daß die K.-C11. ausscheiden mußte wegen der Unmöglichkeit, finanziell das Heim weiterzustützen, — so daß nun die beiden anderen Gründer allein die schwere Last der gesamten Verantwortung tragen für dieses Heim, das besteht zu dem Zwecke, Kindern arbeitender Mütter gegen geringstes Entgelt eine gesunde sinnvolle Entwicklung zu gewährleisten — wissen Sie das, und nennen es ״Chalukkah“? ״Chalukkah“, für wen?? Wieviele Beispiele muß man anführen, um solche leicht ausgesprochenen Urteile zu entkräften? Ist das Chalukkah, wenn in Jerusalem mitten in den schlimmsten Elendsvierteln Settlements geschaffen werden, wo Mutter unterrichtet, Kinder gepflegt und der Mission entrissen werden? Ist das Chalukkah, meine drei Damen von der Wizo, wenn die H. N. I. zusammen mit den weitherzigen Jüdinnen der Schweiz alle die Kinder vor Hunger und Entkräftung bewahren, ihnen alle die Nährmittel gehen, die von den Aerz.ten in Ihren Säuglings- Stationen nur verordnet werden, ohne daß Sie die Mittel dafür bereitstellen, diese Verordnungen auszuführen? Vor mir liegt ein Brief Ihrer Fürsorgeschwester der Sidnev- Station, in dem sie warm und herzlich dankt für unsere Hilfe bei ihrer Arbeit. Sie findet bei ihren Hausbesuchen das Hans leer von Nahrung und sogar von Petroleum, um dem Kinde Wasser zu wärmen. ״Aber“, schreibt sie, ״ich weiß, es gibt Hilfe; es kommt der Mittwoch und die Mütter bekommen bei Ihnen das, was sie für das Kind brauchen!“ Nennen Sie uns ״charitativ“, nur weil Ihr Werk den Rat gibt und unser Werk die Milch und das Essen? Nein, meine Damen, so können wir heute nicht rechnen. ״Charitativ“ ist niemals ein Degradierungsbegriff, aber er ist völlig unangebracht für ein Land, in welchem der Staat nicht die geringsten Anfänge von sozialer Fürsorge vorsieht und wo jedes Hilfswerk eine soziale Tat im besten Sinne des Wortes ist, um so mehr, als diese Arbeit (und ich bitte dies durchaus zu beachten!) von Frauen geleistet wird, die an moderner Schulung und Auffassung keiner Wizo-Gruppe nachstehen und keiner europäischen Sozialarbeiterin. Gerda Arlosoroff hat in ihrem Bericht vom 6. September gesagt, daß die Wizo ״in weiser Selbstbeschränkung abgelehnt hat, sich auf das große Gebiet der Wohlfahrfsarbeit zu begeben“. Sehr gut. Man kann nicht alles auf einmal tun, und die Wizo wird genug tun, wenn sie das, was sie sich vorsetzt, gut machen wird. Aber eines soll noch zu unserer ״Entschuldigung“ angeführt werden: viele von uns haben lange Jahre zionistische Frauenarbeit geleistet, vor der Wizo und mit der Wizo. (Nur ganz bescheiden sei daran erinnert, daß die Gründung der deutschen Wizo-Gruppe auf dem Delegiertentag in Dresden 1923 von mir und Grete Turnowsky-Pinner gegen einen starken Widerstand durchgeführt wurde.) Als wir endlich nach Erez-Israel kamen, waren wir alle durchdrungen von dem Willen, ,,produktive“ Arbeit im Sinne der Wizo zu leisten. Aber — Anitta Müller- Cohen wird cs bestätigen — seit zwei Jahren stehen wir besonders in Tel-Awiw einem solchen Berge allerprimitivstcr menschlicher, kindlicher Not gegenüber, daß wir, die wir ein Herz neben dem Verstände haben, zunächst hineingreifen müssen und tun, was heute, jetzt not ist zu tun. Die Gärtchen der Wizo in Tel-Awiw in Ehren — aber nicht weniger nötig ist cs, denselben Familien die Kinder zu erhalten, wenn sie von der ״Hadassah“ entlassen, heimkommen in ein Haus ohne jedwede Hilfe, oder in den Gan kommen ohne Frühstück und die Suppe, die man ihnen zuteilt, die einzige warme Nahrung des Tages bildet. Ist cs nicht ״konstruktiv“ oder ״produktiv“ genug, der Wizo diejenige Generation am Leben und bei Gesundheit zu erhalten, für die sie ihre Schulen baut? Immer wieder hört man es: eine gesunde Jugend brauchen wir, das ist unsere Zukunft. Nun wohl, so erhalten wir dem jüdischen Volke seine Zukunft durch unsere Arbeit. TÄGLICH £ PFENNIG iiiwwwm«■ J# J> 4 ״*יf|f ERGIBT MARK ****nüM&^ Warum uns schämen, das einzugestehen? Größere und reichere Länder als Erez-Israel haben durch Jahre hindurch die Hilfe des Auslandes in Anspruch genommen und sind heute gesund wie je — Deutschland und Oesterreich werden es bestätigen. Und Erez-Israel befindet sich in einem Ausnahmezustand, der vorübergehen wird, und uns helfen nur unsere Brüder und Schwestern. Aber diskreditiert nicht mit hochfahrenden Worten die, welche in dieser Zeit da zugreifen, wo es am nötigste« ist. Der Soldat kann sich seinen Posten nicht aussuchen — er wird hingestellt. Uns hat die Zeit heute hier hingestellt — was setzt Ihr uns herab mit Worten wie ״charitativ“ und ״Chalukkah“? Ist das die Versöhnlichkeit, die aus dieser Konferenz hervorgehen sollte? Meine Damen von der Wizo, diese ״Vertreterinnen“, die nicht die Vertreterinnen der Frauenwelt Palästinas sind, haben Sie schlecht beraten. Aber ich bin gewiß — trotz dieser werden wir zur Einheit und Zusammenarbeit kommen. Vortragsabend Gerda Arlosoroit Vor einigen Tagen fand in Berlin ein gemeinsam vom Bund Zionistischer Frauen in Deutschland und der Berliner Zionistisehen Vereinigung veranstalteter Vortragsabend statt, an dem Frau Gerda Arlosbroff über ״Frauenprobleme in Palästina“ sprach. Der Abend wurde von Frau W ronsky ״der Vorsitzenden des Bundes Zionistischer Frauen in Deutschland, eingelcitet. Frau Arlosoroff spricht in ihrem Referat zunächst von der Beteiligung der Frau an der Kolonisation und besonders die Erziehung der Frauen zur Landwirtschaft. Diese geschehe einmal in der von der Wi/o (Womens International Zionist Organization) vor einigen Jahren gegründeten Landwirtschaftlichen Schule in Nahaiai, der ersten Landwirtschaftlichen Schule im Nahen Osten überhaupt, dann aber, da Mittel, Zeit una Kräfte zur Errichtung weiterer derartiger Schulen nicht ausreichen, in den landwirtschaftlichen Arbeiterinnenfarmen, den Mädchenkwuzoth. Frau Arlosoroff gab alsdann einen instniktiven Ueberblick über Aufbau und Art dieser Siedlungen, deren charaktcristisches Merkmal aut der Gleichzeitigkeit des Arbeitens und Lernens und der Erziehung zu möglichster Selbständigkeit hei völlig freier Initiative beruhe. Hier entstehe ein neuer Frauentvpus, der vielleicht Wichtiges für die Zukunft verspricht. Die Vortragende ging alsdann aut die städtischen Siedlungen und die speziellen Frauenberufe in den Städten ein. Sie gab in diesem Zusammenhang einen Ucbcrblick über die verschiedenartigen Elemente der Einwanderung. Die vierte Alijah, die unvorbereitete Frauen und Mädchen ins Land brachte, stellte die Frauenarbeit vor neue Probleme. Der größte Teil dieser Menschen ist jetzt seinem Standard nach zur Arbeiterschaft zu rechnen und auf die Hilfe der nationalen Instanzen angewiesen. So wichtig und notwendig es auch ist, diesen Menschen momentane Hilfe zu leisten, um ihre augenblickliche Not zu lindern, im Verlage Dr. R. Färber, manr.Ostrau, ist soeben erschienen: Zionistische Polifik Eine Auf satzreihe von Hans Hohn und Boheri welisai 8", 300 Seiten. Preis M• 3*80 * Abhandlungen 2urFrage des jüdischen Nationalismus, über aktuelle politische Themen, über jüdischen Liberalismus, Politische Gestaltung Palästinas usw. so dürfe nicht außer acht gelassen werden, daß das Entscheidende in ihrer Produktivierung und Verwurzelung in das palästinensische Wirtschaftsleben liegt und daß an erster Stelle solche Maßnahmen ergriffen werden müssen, die zu einer grundsätzliehen Lösung führen. Von diesen Erwägungen ist die Wizo ausgegange«, als sie auf der Baseler Konferenz 7033 Pfund zur Schaffung einer großen Mädchenfarin in Neß Zionah bewilligte. In dieser sollen 203 Mädchen neben landwirtschaftlieber Ausbildung auch eine solche in allen handwerklichen Berufen, die zur Aufrechterhaltung des Betriebes erforderlich sind, wie Schustern, Schneidern, Klempnerei usw. erhalten und somit gleichzeitig für städtische Berufe vorbereitet werden. So bedeutete die Schaffung der Farm in Neß Zionah auch ein Mittel zur Linderung der Arbeitslosigkeit in Tel-Awiw. Frau Arlosoroff führte weiter aus, daß die in Palästina übliche Berufsarbeit der Frau die Schaffung besonderer Inst!- tutionen zur Gemeinschaftserziehung der Kinder erforderlich machte. Sie gab einen kurzen Ucbcrblick über die in Städten und Kwuzoth bestehenden Schul- und Erziehuiigsfoftnen. Das Entscheidende an all diesen sehr interessanten Versuchen sei, daß es sich hier nicht um Experimente handelt, die nur aus Ideologien entsprungen, sondern um Wege und Formen, die aus der Notwendigkeit des palästinensischen Lebens selbst hervorgegangen sind. Einen großen Raum in den Ausführungen der Referentin nahm das Problem der sogenannten bürgerlichen Frauen ein. Es hat sich gezeigt, daß sie sich zum Teil nur schwer in das Gesamtleben des Landes einfügen. Die Hauptursache hierfür sieht Frau Arlosoroff einmal in der Unkenntnis des Hebräischen, die es ihr unmöglich macht, an dem palästinensischen Leben in seiner Vielfältigkeit teilztinehmen, dann aber in der Unfähigkeit, sich auch hauswirtschaftlich zu akklimatisieren und den Erfordernissen des Landes nach dieser Richtung hin Rechnung zu tragen. Es sei eben nicht möglich, den Orient einfach zu europäisieren, sondern es sei unbedingt erforderlich, sich den Verhältnissen des Orients, in dem Palästina nun einmal liege — auch in kleinen Erfordernissen des Alltags — anzupassen. So wichtig es auch sei, daß das Oaluth-Qeld für den Palästina• Aufbau zur Verfügung stellen — dies sei eine Selbstverständlichkeit — so ist es daneben erforderlich, sich für Palästina nach jeder Richtung hin vorzubereiten. Dazu gehöre eine genaue Kenntnis sämtlicher Fragen des palästinensischen Lebens. Diese den Frauen zu vermitteln, sei Aufgabe der Zionistischen Frauen- Organisationen. Eingesandt Breslau, 16. November 1927. Sehr geehrte Redaktion! In Nr. 88 und 89 der ״J. R.“ veröffentlichen Sie J. T. A.- Berichte über den Verlauf der ostgalizischen Landeskonferenz in Lemberg, welche bedauerlicherweise mit den eigentlichen Tat* Sachen keinesfalls übereinstimmen. Ich habe an den Verhandlungen dieser Landeskonferenz teilgenommen und stelle fest, daß von den 205 Delegierten, nur 14 einschließlich Revisionisten, zu der von dem Sejmsdeputierten Frostig, Mitglied des Zentralkomitees radikaler Zionisten, Dr. Insler und Senator Dr. Ringel geführten Opposition zählten. Unzutreffend ist es auch, als wäre Dr. Schreiber zum Präsidenten der Landeskonferenz von Dr. Reich vorgeschlagen worden, vielmehr wurde der von Dr. Halpern-Stanislau zum Präsidenten vorgeschlagene Dr. Schreiber mit einer starken Mehrheit und großem Beifall gewählt. Schließlich ist es nicht richtig, als hätte die Konferenz die von Dr. Reich vorgeschlagene Exekutive mit 35 gegen 15 akz,eptiert, richtig ist es vielmehr, daß nachdem Dr. Reich in der Pernranenzlconflnlssion naclr zweitägiger schwerer Arbeit sich doch bereit erklärte, mit Rücksicht auf die gegenwärtig besonders ernste Zeit die Führung noch weiter beizubehalten, der vom Vorsitzenden der Permanenzkommission, in der Plenarsitzung um 3 Uhr nachts unterbreitete Vorschlag Dr. Reich zum Präsidenten der Exekutive zu wählen, von der Konferenz einstimmig mit großer Begeisterung *und Hedadnifen aufgcnommen wurde. Die anderen Mitglieder der Exekutive wurden mit allen gegen die 14 Stimmen der Radikalen und Revisionisten gewählt, dagegen wurde der Antrag der Opposition auf Zuwähl des Sejmdeputierten Frostig mit allen gegen die 14 oppositionellen Stimmen abgelehnt. Mit vorzüglicher Hochachtung und Zionsgruß M. Bon e s. Vermischtes Leipzig. Anläßlich der Anwesenheit von Prof. Dr. Weizmann findet in Leipzig am Sonnabend, den 19. d. M., abends S1 '■> Uhr. im Großen Festsaal des Centraltheaters ein Bcgrüßungsabend und am Sonntag, den 20. d. M., abends 8 Uhr, im Conccrdiafestsaal, Gohliser Str. 42 (Straßenbahn 9, 12, 20) eine große öffentliche Versammlung statt. Coethen. Eine von der Zionistischen Ortsgruppe veranstaltete B a 1 f ou r-F e i e!• am 12. November d. J. nahm einen ausgezeichneten Verlaut. Nach musikalischen Vorträgen und Begrüßungsworten des Herrn Vorsitzenden, Herrn Sieradzki, sprach Herr Dr. Josef Prager über ״Die zweite Generation im Zionismus“. Aus Anlaß der Anwesenheit von Herrn Dr. Prager fand ferner ein interner zionistischer Aus- Spracheabend statt, au detn sich insbesondere die Mitglieder des V. J. St. ״Tcchijah“ beteiligten. Misrachi-Frauengruppe- Am 4. d. M., vormittags, hielt Frau Anita Müller einen Vortrag über ״Was kann die Misrachisiin für Erez-Israel tun?“, der mit großem Beifall aufgenommen wurde. Die Frauen- und Mädchengruppe gab bei dieser Gelegenheit ihr Programm — die Gründung ihres Heims ״Ivvdi“ — Aufnahme und Berufsausbildung mit Arbeitsnachweis für Frauen und Mädchen in Palästina bekannt. Es traten der Frauengruppe einige neue Mitglieder bei und es wurde die Hoffnung ausgesprochen, die Misrachi-Frauengruppen der anderen Städte für denselben Plan zu intcressieren. Die hiesigen Jugend-Mädchcngruppcn haben sich schon früher bereit erklärt, für die Innenausstattung des Heims zu sorgen. OSE. Das Berliner Komitee der Gesellschaft OSE veranstaltet am kommenden Sonnabend, den 19. d. M., um 8נ'י Uhr abends, in den Räumen des Pcretz-Klubs, Gr. Präsidentenstraße 2, einen Lichtbild-Vortrag des Herrn Dr. Karl Blum über ״OSE und der Gesundheitsschutz der Juden“. Freie Jüdische Volkshochschu’e. Der letzte Vortrag im Zyklus ,,Reiseeindrücke aus dem neuen Palästina“ von Frau Dr. Margarete Turnowsky-Pinner über die Wirtschaftliehen Verhältnisse im neuen Palästina findet am Montag, den 21. November, 8’/״ Uhr, Synagoge Fasanenstraße, statt. Neue Musik. Der Dirigent Dr. Eugen L a n g veranstaltet am 23. November, 8 Uhr, in der Philharmonie ein Konzert mit dem Philharmonischen Orchester. Er bringt Erich-Walter Sternbergs ״Geschichte von Goliath und David“ sowie Kurt Weills ״Ballade“ zur Urauiführung. Das interessante Programm umfaßt ferner Werke von Schönberg, Bartok, Schubert und Righini. Als Solisten wirken mit: Ruzena Herlinger und Dr. Heinrich Hermanns.