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Jüdische Rundschau · 1927-11-08 · Heft 89 (8.11.1927) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 89 (8.11.1927)
Date
1927-11-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 89, 8.XL 1927 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 033 . — — ... —■■־׳■־ .. י■""■ 1— — .'■■■ — - .■׳■ — — — — — — ...— Ein Bericht Uber den Schwarzbartprozeß Schwarzbarts Zukunft&pllne. Berlin, 4. November. (J. T. A.) In der Berliner Stadthalle hielt Moses Waldmann einen Vortrag über den Schwarzbart-Prozeß, dem er als Berichterstatter und als Zeuge brigewohnt und an dessen Vorbereitung er als Mitgliea des Verteidigungskomrtees teilgenommen hat. Er gab ein einprägsames Bild von Vorgeschichte, Verlauf und Nachhall des Prozesses und kam zu dem Schlüsse, daß der Prozeß eine Angelegenheit des Judentums war. Er stellte die Frage so: Waren wir in diesem Prozeß Ankläger oder waren wir Angeklagte? und antwortete: Wir waren beides. Das Ziel war zunächst nicht, Schwarzbart freizubekommen, die Rachetat des Einzelnen können wir nicht billigen, es handelte sich darum, Pogrome und Pogrompolitik vor dem Weltforum anzuklagen, sie zu brandmarken, um für die Zukunft vorzubeugen, damit niemand glaube, man könne Pogrome machen, ohne daß sich das Weitgewissen dagegen auflehnt Hätten wir aber auch auf die Rolle des Anklägers verzichten wollen, so mußten wir dennoch zu dem Prozeß gehen, denn wir waren auch Angeklagte. Als die Tat geschehen war, versuchten nicht allein die Ukrainer, sondern auch die französischen Rechtskreise, sowie die Judenfeindliehen Kreise in der ganzen Welt, Schwarzbarts Tat als den Ausfluß des ״jüdischen Bolschewismus“ zu erklären. Und wenn die Rede auf die Pogrome kam, so hieß es: die Juden *raren Bolschewisten und hatten darum den Zorn der nationaten Ukrainer auf sich geladen. So versuchte man auch, die grauenvollen Pogrome, die in 698 Städten der Ukraine wüteten, und von denen 150 000 Juden (Tote und Verletzte) betroffen wurden, moralisch zu rechtfertigen. Wären wir da nicht eingesprungen, es wäre nicht nur Schwarzbart verurteilt worden, sondern das Judentum hätte moralische Einbuße erlitten. Der Redner erörterte, wie schwer es den jüdischen Zeugen war, sich In Front gegen die Ukrainer zu stellen, die u. a. auch ihre besten Menschen als Zeugen zum Prozeß entsandt haben. Er zollt der ukrainischen Nationalbewegung Anerkennung, klagt aber jene Führer an, denen jedes Mittel gut war und die es nicht verstanden, die Pogromhelden abzuschütteln, es auch nicht wollten. Die besseren Ukrainer wehren sich dagegen, zu (Ten Pogromen in Beziehung gebracht zu werden; warum aberhaben sie bis jetzt die Pogrome geleugnet, warum veranstalteten sie nicht von sich aus eine Protestaktion gegen die Pogromschmach? Drei Millionen Juden wohnen heute mitten unter Ukrainern, und dennoch mußte der Prozeß sein, da die Anklageschrift versucht hatte, das Judentum auf die Anklagebank zu bringen; die französische Rechtspresse, sowie die Judenfeinde aller Länder taten das gleiche. Der Redner zog aus seinen Ausführungen den Schluß, daß ihn der Verlauf des Prozesses in seiner zionistischen Ueberzeugung bestärkt habe, deren auch der ״Sieg in Paris“ sei Golus und ״Golus ist Leiden“. * In Paris fand im Hause eines jüdischen Schriftstellers eine Zusammenkunft von Mitgliedern des Verteidiguugs- Komitees, jüdischen Schriftstellern und anderen Personen mit Samuel Schwarzbart statt. Während der Unterhaltung teilte Schwarzbart mit, daß es sein sehnlichster Wunsch sei, nach Palästina zu übersiedeln. Er sagte: ״Ich will nach Palästina gehen, wo neues jüdisches Leben entsteht Dorf will ich ein ,Behelfer׳ bei einem ,Melamed‘ werden und die jüdischen Kinder lehren, physisch und geistig gesund zu werden und sich nicht mehr widerstandslos wie Schafe abschlachten zu lassen.“ Der Zusammenschluß der palästinensischen Arbeiterschaft Die J. T. A. brachte kürzlich eine mißverstandliehe Meldung über den angeblich bereits erfolgten Zusammenschluß aer beiden großen jüdischen Arbeiterparteien Palästinas Achduth Awoda und Hapoel-Hazair. Die Nachrieht eilte den Ereignissen etwas voraus. Es handelt sich in Wahrheit um folgendes: Der Hapoäl-Hazair befaßte sich auf seinen Beratungen vom 21. bis 23. Oktober u. a. mit der Frage der Vereinigung mit der Achduth Haawodah. Die Besprechungen stellten die Notwendigkeit der Verein!- gung fest, so daß beschlossen wurde, diese Frage auf die Tagesordnung der Beratungen der Parteiorgan!- sationen zu stellen. Das Zentralkomitee des Hapoel-Hazair soll eine Kommission einsetzen, die die programmatischen Grundlagen und Möglichkeiten einer Vereinigung klären und mit Anträgen vor die Landeskonferenz der Partei kommen soll. Da bisher die Widerstände gegen die Vereinigung erade im Lager des Hapoel-Hazair stark waren, Ist durch ie Stellungnahme dieser Partei ein wichtiger Schritt zur Vereinigung getan worden. sie meinte, die Revolution sei gekommen, und alles solle sich vermischen und ausgleichen, und ihr nähmet sie auf unter euch, sie hat soviel guten Willen!“ Und als Orian auf den Gott anspielt, dessen Blut in dem Taufwasser enthalten war, begehrt ihr Stolz auf: ״Diesen Gott haben wir euch geschenkt. Ach ich weiß, wenn es einen Gott für die Menschheit gibt, vermochte er nur aus unserem Herzen eines Tages hervorzugehen!... Was habt ihr angefangen damit? Haben wir euch ihn darum geschenkt, Daß die Hauswirte ihren Mietzins einstreichen? daß die Rentner essen und trinken? daß halb närrische Könige über verblödete Völker herrschen? Und daß da, wo die alten Könige fallen, scheußliche Advokaten auferstehen zu ihrer Vertretung, in langen schwarzen Hosen. Schufte, Epileptiker, Professoren, Wölfe im Schafspelz, alte Weiber dazwischen, Männer wie mein Vater? Und daß es verboten sein soll, irgendetwas zu ändern an alledem? Weil alle Macht von Gott kommt?“ Daß über diese tiefe Spannung des Geistes der Dichter dann den Funken der Liebe springen läßt, vollendet ein individuelles Schicksal; die Problematik der Jahrhunderte geistert weiter. I. Bibliothek Siegfried Wolff. Das Antiquariat ״Utopia“, Berlin W, Kaiserallee 209, bringt mit seinem Katalog 3t ״J u daica“ den zweiten Teil der Bibliothek des verstorbenen Dt. Siegfried Wolff zum Verkauf. Der Katalog umfaßt das Gesamtgebiet der jüdischen Wissenschaft und Politik, darunter auch eine reichhaltige Abteilung ״Zionismus und Palästina“. Besonders bemerkenswert ist darin ein Autogramm von Theodor H e r z 1 mit dem auch heute noch zeitgemäßen Ausspruch: ״Niemand muß sich nach mehr Leuten richten, als ein Führer.“ Unter den alten Drucken fällt ein Werk Reu chl in s vom Jahre 150& auf, die erste von einem Nichtjuden verfaßte hebrä- Ische Grammatik. Der Katalog verdient die Aufmerksamkeit aller ZionMten. An die Freunde der hebräischen Uteratur Die Wiederbelebung des Stybel-Verlages. Der Stybel-Verlag, der in Berlin reorganisiert wurde und dessen literarische Leitung in den Händen eines Komitees, bestehend aus Saul Tschernichowski, Benzion Katz und S. Rawidowicz liegt, ersucht uns um eine Veröffentlichung nachstehender Zeilen: Der hebräische Stybel-Verlag, der größte hebräische Verlag seit dem Bestehen der neuen hebräischen Literatur, tritt, nachdem er eine schwere Krise durchgemacht hat, in ein neues Stadium seiner Tätigkeit. Das vor etwa zehn Jahren in Moskau gegründete und später in New York, Tel-Awiw und Warschau ortgeführte literarisch-kulturelle Unternehmen feiert jetzt in Berlin seine Wiedergeburt. Der Stybel-Verlag, der seine bisherige Existenz und Tätigkeit dem Mäzenatentum Abraham Joseph Stybei9 zu verdanken hat, wird in seiner neuen Periode sein altes Programm des Aufbaues einer modernen, mit der Weltliteratur und der alten jüdischen Kultur im Einklang stehenden hebräischen Literatur mit Energie und Opferwilligkeit zu realisieren bestrebt sein. Um dem Stybel-Verlag aus seiner von allgemeinen Zeitbedingungen der letzten Jahre und der speziellen jüdischen Not bedingten Krise in eine neue Periode der Aktivität zu verhelfen, haben wir uns auf Herrn A. J. Stybeis Vorschlag bereiterklärt, in Berlin mit Hilfe des Herrn B. K a h a n dieses produktive literarisch-wissenschaftliche Unternehmen zu erneuern und fortzuführen. Wenn wir uns nun an die jüdische Oeffentlichkeit Deutsch• lands und anderer Länder wenden, so geschieht es nicht, um irgendwelche Unterstützung ״philanthropischer“ Art zu erlangen, sondern um für ein geistiges Interesse und für aktive Mithilfe am Ausbau unseres hebräischen Renaissancewerkes zu werben. Wie können unsere Freunde das Werk aktiv fördern? Indem sie als Ab on ne nt e n nt i t gl i ede r des Stvbel-Verlages dem Unternehmen beitreten. Diese Mitflieder sollen alle neuen Verlagserscheinungen direkt vom tybel-Veriag bekommen. Ihre Mitgliedschaft soll darin bestehen, daß sic sich verpflichten, neue Stybel-Erscheinungen im Werte von jeweils I 12Vj beim Verlag abzunehmen. Diese bekommen sie zu einem Rabatt von 40 #0 für I 7<4. Bei einer Anzahl von 2000 Mitgliedern ist das Stybel-Unternehmen, das auch weiterhin ein Mäzenatenunternehmcn bleiben und sich nur der Belebung der hebräischen Literatur widmen soll, auf lange Sicht vollkommen gesichert. Möge in Berlin da$ zur Vollendung kommen, was sich ln Moskau und Warschau infolge außerordentlicher politischer und wirtschaftlicher Katastrophen nicht entfalten konnte. Möge die deutsche Judenheft, in deren Mitte efnst die Wiege der neuen hebräischen Literatur stand, ihre Pflichten unserer hebräischen Kulturrenaissance gegenüber in vollstem Maße erfüllen! Folgende Neuerscheinungen des Stybel-Verlages stehen bevor: t. Die Bände 24 und 25 der Zeitschrift ״Hatekupha“. 2. Ilias, von Homer, übersetzt aus dem Original von S. Tschernichowski. 3. Gorgias, von Plato, übersetzt aus dem Original von Dr. Disendruck. 4. Josephus, Gegen Apion, übersetzt aus dem Original von Dr. S i m c h o n 1. 5. Spinoza’* Werke, übersetzt aus dem Original von Dr. J. Soneh. 6. Julius Cäsar, von Shakespeare, übersetzt aus dem Original von E. Lfssitzki. 7. Macbeth, von Shakespeare, übersetzt aus dem Original von Dr. Tschernichowski. 8. Der Kaufmann von Venedig, von Shakespeare, übersetzt aus dem Original von Halkln. 9- L. Zunz’s Abhandlungen , übersetzt von Dr. Jehuda Kaufmann. 10. Urschrift, von A. Geiger, übersetzt von B. Krupnik. 11. Die jüdische Mystik, von Dr. S. Horodetzky, 12. Sadduzäer und Pharisäer, von B. Katz. 13. Die sozi 01 ogi sc h e Struk tu r des jüdischen Volkes, von Dr. S. Bentfeld. 14. Diaspora, ein soziologisches Werk, von Dr. Jecheskiel Kaufmann. 15. Untergang der Juden in Galizien (während des Krieges), von An-ski, übersetzt von Zitron. 16. M it oc h H a k e z , ein groß angelegter russischer Revolutionsroman von H a s a s. Gleichzeitig sollen alle durch die bisherige Krise noch nicht beendeten Werke zum Abschluß gebracht werden. Unter anderen sind es hauptsächlich: Jean Christoph, von Romain Rolland. Krieg und Frieden, von L. Tolstoi. Die Brüder Karamasoff, von Dostojewski. Geschichtedes Materialismus, von F. A. Lang. Außerdem werden im Aufträge des Berliner Stybel-Unternehmens in Palästina eine Reihe von neueren Werken aus der schönen Literatur in Palästina gedruckt. Alle Freunde der hebräischen Kulturrenaissance werden zu würdigen verstehen, was das Stybel-Programm für unsere hebräische Literatur bedeutet. Bei aktiver Mithilfe unserer Freunde dürfen wir hoffen, daß es uns gelingen wird, dieses Bollwerk hebräischer Literatur und jüdischer Kultur weiter zu entwickeln und zu festigen. Saul Tschernichowski, Benzion Katz. Dr. S. Rawidowicz. Preußischer Landesverband Jüdischer Gemeinden (Amtliches Kommunique) Unter Vorsitz des Rabbiners Dr. Cäsar Seligmann. Frankfurt a. M fand am Montag, den 31. Oktober 1927, eine Sitzung des liberalen Kultus-Ausschusses des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden statt, die die Schaffung eines liberalen Einheitsgebetbuches zu erledigen hatte. Man beschäftigte sich außerdem mit dem Antrag einer Landgemeinde, betreffend Uebertragung des SabbatGiottesdienstes durch Rundfunk, und gelangte nach eingehenden Beratungen, an denen sich besonders die anwesenden Rabbiner beteiligten, zu dem Ergebnis, daß vom liberalen Standpunkt aus religionsgesetzliche Bedenken hinter der Tatsache zurückstehen müßten, daß der religiösen Sehnsucht auch nur eines einzigen Juden, der keine Gelegenheit hat, einen Gottesdienst zu hören, Rechnung getragen werden muß. — Der Vorsitzende legte den ersten Band des von ihm im Manuskript fertiggestellten Einheitsgebetbuches im hebräischen Text der Ver- Sammlung vor und stellte mehrere Punkte zur Debatte, darunter die Wiederherstellung der Zionsgebete, soweit sie messianische Deutung zulassen. Wegen der Dringlichkeit der Fertigstellung des Einheitsgebetbuches wurde einstimmig beschlossen, daß Dr. Seligmann mit der Ueberseizung betraut werde, die von einer Kommission von Sachverständigen überprüft werden soll. Auf diese Weise ist mit Bestimmtheit zu erwarten, daß der erste Band des Gebetbuches bis zum Frühjahr nächsten Jahres gedruckt vorliegen wird. Am 30. Oktober d. J. fand unter dem Vorsitz des Kammergerichtsrats Wolff eitle Sitzung des Großen Rates des Preußisehen Landesverbandes jüdischer Gemeinden statt. Herr Dr. Ismar Freund berichtete über die Gewährung und die Verteilung da Staatabnihilf en für den Religionsunterricht und die Rabbinerstaatsbeihilfen im Jahre 1927. Er wies darauf hin, daß im vergangenen Jahre trotz eingehender Bemühungen von den int Staatshaushalt vorgesehenen Rabbiner- Staatsbeamten nur ein Teilbetrag seitens des Ministeriums ausgezahlt worden sei. Trotzdem der Minister selbst bei den christlichen Kirchen eine Höchstbesteuerung von 10«/« der Reichseinkommensteuer als wünschenswert bezeichnet hat, gäbe es Rabbinergemeinden, die bis 60 »0׳ des Reichseinkommensteuersolls erheben, ohne daß ihnen ein staatlicher Zuschuß zum Rabbinergehalt gewährt worden sei. Gegen diese ungerechte Verteilung sei nachdrückliehst Einspruch erhoben worden. Es werde mit allen Mitteln erstrebt, daß das Ministerium bei der diesjährigen Verteilung gerechtere Grundsätze anwendet. Erfreulicher stehe es mit den durch den Landesverband zu verteilenden Staatsbeihilfen für den Religionsunterricht. Hier sei von den im Staatshaushalt eingesetzten 400 (KM) RM. bereits ein Teilbetrag von 225 000 RM. am 1. Oktober dem Landesverband überwiesen worden. Auf Grund dieser Bewilligung werde nunmehr den seminaristisch gebildeten, voll beschäftigten jüdischen Religionslehrem in Preußen eine Mindestbesoldung nach Gruppe 7 der Reichsbesoldungsordnung gesichert werden können. Sodann wurde eingehend die Schächtfrage besprochen und der Beschluß des landwirtschaftlichen Ausschusses im preußisehen Landtag gewürdigt. Der Rat beschäftigte sich ferner eingehend mit der in Berlin neu eröffneten Vorbereitungsanstalt für jüdische Lehrer und Lehrerinnen. In der Erörterung kam zum Ausdruck, daß neben der kürzlich ins Leben gerufenen Anstalt später eine Teilung in liberale und konservative Lehrer- Vorbildung ins Auge gefaßt werden würde. Es folgten die Beratungen über die Angelegenheit ״Reichsverband der deutschen J uden“. Man war allgemein der Ansicht, daß ein baldiges Zustandekommen der Reichsorganisation durchaus notwendig sei; unüberbrückbare Schwierigkeiten ständen nicht mehr im Wege. Der von den Landesverbänden und dem Deutsch-Israelitischen Gemeinde-Bund bei der Dresdener Besprechung vom 22. Mai 1927 einmütig gefaßte Beschluß, daß unter Zugrundelegung bestimmter Richtlinien neue Verbandhingen zur Begründung der Reichsorganisation aufgenommen wenfen sollen, wurde vom Rat gutgeheißen. Es wurde ein neunköpfiger Ausschuß gewählt, der sich sofort mit den anderen Verbänden in Verbindung setzen soll. Zum Schluß erstattete Herr Rechtsanwalt Dr. Klee über die Presse-Ausstellung in Köln und die dabei geplante jüdisch« Abteilung Bericht. Der Landesverband wird sich an diesem Unternehmen unterstützend beteiligen. Habimah 1■ Düsseldorf Düsseldorf. Der Erfolg der Habimah setzte sich in den ״G o 1 e m“• Aufführungen fort. Besonders Meßkins Golem, Tschereminskts Maharal und Ben-Chaims Tanchum (wenn man bei dieser Truppe wagen darf, einzelne Künstler zu nennen und von den andern zu schweigen) übten tiefe Wirkung aus. Die Theaterkritik des Niederrheins, die ganz in nichtjüdischen Händen Hegt, brachte spalten lange Besprechungen voll des Lobes. Die Blätter veröffentlichten das Bild der Rowina. Einer der bedeutendsten Bühnenleiter Deutschlands äußerte, es sei sein sehnlichster, wohl niemals erfüllbarer Wunsch, die eigen« Truppe auf eine solche Höhe zu führen, wie sie Habimah erreicht habe. Die Essener Tagung des Zionistischen Orup• penverbandes Rechtsrheinland und Westfalen vom 6. No• vember sprach den Künstlern den heißen Dank der Zionisten aus. Habimah wendet sich jetzt nach Holland. Allgemein ist der Wunsch, sie bald im Rheinland wiederzusehea. Kleine Nachrichten Der bekannte Kunsthistoriker Dr. Karl Schwarz, unsei Mitarbeiter, ist zum Kustos der Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde Berlin ernannt worden. Dieser Posten wurde neu geschaffen, um die reichhaltige Kunstsammlung, die aus de! Wolf’sehen Stiftung hervorgegangen ist, zu reorganisieren lind zu erweitern. Auf der achten Tagung des deutschen Zweiges der inter• nationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit, die vom 29. bis 31. Oktober in Duisburg stattfand, wurde übet die eifrige Arbeit dieser Organisation gegen den Antisemitismus berichtet. Die Tagung beschloß einstimmig, eine Eingabe an den Reichstag, das Justizministerium und das Reichsmlnisterium des Innern z. Hd. des Herrn von Keudell gegen die Schädi• gungen jüdischer Friedhöfe zu richten. Auf ein Glückwunsch-Telegramm Dr. Weizmaitns an Baron Edmond de Rothschild zu dessen goldener Hochzeit antwortete der Baron mit einem Dankteiegramm, das mit den Worten schließt: ״Ich bin glücklich, meinen Palästina• Traum erfüllt zu sehen.“ Bukarest, 3. November. (J.T. A.) An der Universität kamen abermals schwere Unruhen vor; 10 jüdische Studenten wurden mißhandelt. Die Regierung kündigt Gegenmaß• nahmen an. Zionistischer Grappenverband Linksrheinland Sonntag, den 13. d. M., vorm. lQt/j Uhr, findet in Köln, im Riessersaal der Rheinlandloge, Cäcillenstr, der Gruppenverbandstag statt. Tagesordnung: 1. Begrüßungsansprache des Vorsitzenden Dr. Bruno Nathan, Köln. 2. Referat des Vorsitzenden der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Dr. Martin Rosenblüth: ״Der 15. Zionistenkongreß und seine Ergebnisse“. 3. Referat von Frau Gerda A rlosorof f, Tel-Awiw: ״Die politische und wirtschaftliche Lage Palästinas“. 4. Aussprache zu den Referaten. 5. Aussprache über praktische Ortsgruppenarbeit, Keren Kajemeth, Keren Hajessod, Jugendarbeit usw. Wir erwarten, daß alle Gesinnungsgenossen ihr Erscheinen 7u dieser Tagung ermöglichen werden, von der neue Impulse für die zionistische Arbeit in unsenn Bezirk ausgehen sollen. Ganz, besonderen Wert legen wir auf zahlreichen Besuch der Jugend. Aus der Vertreterversanunlnng der B. Z. V. Die Vertreterversammlung der B. Z. V. nahm in ihrer Sitzung vom 27. Oktober d. J. den Tätigkeitsbericht des abtretenden Vorstandes entgegen. Es wurde ein neuer Vorstand ewählt, der sich wie folgt zusammensetzt: Dr. Alfred Apfel, . Vorsitzender, ferner die Herren: Max B a e r, Benzion Fett, Hugo F ra en k e 1, Dr. Sicgfr. Ka n o wit z, Dr. Alfred Lehmann, Franz Lichtenstein, Dr. Werner Silberstein, Frau Dr. Zadik. Sodann referierte Herr Kurt Blumenfeld, namens des Landesvorstandes der Z.V. f. D., in der Vertreterversammlung über die Gestaltung der zionistischen Arbeit, besonders mit Hinblick auf die durch den Verlauf des Kongresses geschaffene Situation.

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