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Jüdische Rundschau · 1927-10-14 · Heft 81-82 (14.10.1927) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 81-82 (14.10.1927)
Date
1927-10-14
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 582 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 81/82, 14.X 1927 Vom Landesverband (Odlscher Gemeinden Am 18. September fand unter dem Vorsitz von Rechtsanwalt ,Heinrich Stern eine Sitzung des ständigen Ausschusses des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden statt. Ucber die Tätigkeit des Rates seit der letzten Verbajidstagung referierte Herr Dr. Ismar Freund. Er machte Mitteilungen über die Frage der Staatsbeihilfen, der Schächter-Ausbildung, das Normalstatut für die Gemeinden und den Schächtschutz. Von einzelnen Mitgliedern des Rats wurden ferner über ihre besonderen Arbeitsgebiete Bericht erstattet. Verschiedene wichtige Fragen, wie Stand des Judengesetzes und der Rcichsorganisation, Sonntagsruhe in jüdischen Organisationen, Aenderung der Verfassung des Landesverbandes wurden eingehend beraten, ohne daß endgültige Beschlüsse gefaßt werden konnten. Anträge mit Bezug auf die bevorstehende parlamentarische Beratung des Rcichsschulgesctzentwurfes waren von allen Fraktionen eingegangen und wurden eingehenden Beratungen unterzogen. Auch hier wurden keine Beschlüsse gefaßt. Ein Antrag der Jüdischen Volkspartei, der Rat möge bei der zu erwartenden gesetzlichen Regelung der Schulpflicht dahin wirken, daß sich der Schulzwang auch auf Kinder von Ausl an dern und Staatenlosen erstrecke, wurde angcnommen. Die zukünftige Versorgung der Gemeinden mit Religionslehrern und Kantoren, deren Ausbildung und Besoldung wurde erörtert. Es wurde die Befürchtung ausgesprochen, daß weder die jetzt in Berlin im Aufbau befindliche Lehrerbildungsanstalt noch die Pädagogische Akademie in Frankfurt a. M. geeignet sein werde, dem bestehenden Mangel an Lehrern und Kultusbeamten abzuhclfen. In einem Bericht über die in Berlin im Sommer d. J. eingerichtete Schächterschule teilte Herr G a 1 e w s k i auf Anfrage mit, daB eine Beschäftigung der in dieser Schule herangebildeten Schächter als Lehrer nicht in Frage käme. Die Zöglinge dieser Anstalt sollen auch der Kantorenschule überwiesen werden, um ihnen zu ermöglichen, auch den Dienst als Hilfskantoren zu versehen. Die Erhöhung der Lehrergehälter auf die volle Gruppe 7 der Reichsbesoldungsordnung, und zwar einschließlich der vollen Familien- und Kinderzulagen ist gepfant, konnte aber bisher wegen Verzögerung der Auszahlung der Staatsbeihilfen, die für 1927/1928 vom Preußischen Landtag bewilligt worden sind, leider noch nicht ganz durchgeführt werden. Von der liberalen Fraktion wurde ein Antrag eingereicht, der eine Stellungnahme des Rates zur Frage der Abfindung der Standesherren für Judenschutzabgaben, deren pariamentarische Behandlung bevorsteht, zum Ziele hat. ln der nächsten Sitzung־ des Rates wird über diese Angelegenheit bereits verhandelt werden. Ueber den bisherigen Stand der Einrichtung von Bezirksrabbinaten wurde berichtet. Die Besetzung einiger Bezirksrabbinate steht bevor. Es ist zu erwarten, daß — gemäß dem Wunsche aller Fraktionen — weitere Bezirksrabbinate in absehbarer Zeit eingerichtet werden. Zur Abänderung des Normalstatuts für die Gemeinden, das von einer Unterkommission des Rechtsausschusses verfaßt worden ist, lagen verschiedene Anträge vor, die ebenfalls durchberaten und dem Rat zugeleitet wurden; auch über diese Abänderungen, deren wichtigste das gleiche Wahlrecht beider Geschlechter nach dem Vernältniswahlrecht und Unabhängigkeit desselben von der Staatsangehörigkeit festlegt, wurde unter den Parteien volles Einverständnis erzielt. Sitzung des akademischen Rates der hebräischen Universität B e r li n, 4. Oktober. (J.T.A.) Der Akademische Rat der Hebräischen Universität in Jerusalem wird am 13. November dieses Jahres in Berlin unter dem Vorsitz, von Prof. Albert Einstein zu einer Beratung zusammentreten. Kleine Nachrichten Die_zwölfte Session der Permanenten Mandatskotntnission wird am 24. Oktober in Genf tagen. Zur Verhandlung stehen die Jahresberichte der Mandatsregierungen; außerdem will die Kommission in dieser Sitzung die Frage der Petitionen von Einwohnern der Mandatsgebiete regeln. Die zionistische Jugendorganisation ״Joung Judaea“ in Amerika errichtet ein großzügiges Unterrichtswerk, an dessen Spitze Nathan Strauß als Ehrenpräsident steht. Zum Präsidenten des ״Joung Judaea' ist Dr. Israel Goldstein und zum Schatzmeister Irving Rosen zweig gewählt worden. Da der holländische Konsul in Jerusalem, Jacobus Kann, nicht mehr nach Palästina zurückzukehren gedenkt, wird, wie der ״Haarez“ berichtet, das holländische Konsulat in Jerusalem geschlossen. Jerusalem, 7. Oktober. <J. T. A.) Wie die J.T.A. erfährt, hat die Palästina-Regierung beschlossen, die Hälfte der im Jahre 1924 von den palästinensischen Tabakzüchtern geleisteten Steuern zurückzuerstatten. Damit kam sie einem dringenden Wunsche der Tabakpflanzer entgegen. Jaffa, 4. Oktober. (J.T.A.) Die Seidenfabrik von Max Delfin er in Tel-Avvivv, die vor einiger Zeit den Betrieb einstellte, wird nun ganz liruidiert; Maschinen und Inventar werden nach Europa gebracht. Am 22. September wurden in Jerusalem Juden von Jungen Arabern überfallen, die mit Stöcken und Messern ausgerüstet waren. Ein Jude wurde im Rücken verletzt, der Täter ist verhaftet worden. In Angelegenheit des jüdischen Polizisten K i m m e 1 d o r f, der Selbstmord begangen hatte (J abotinsky erwähnte diesen Fall in seiner Kongreßrede) wurde der ägyptische Polizeikorporal verhaftet und unter Anklage gestellt. Nach den geltenden Gesetzen erwartet ihn eine Strafe von 15 Jahren Zuchthaus. In der ״Officia! Gazette“ von Palästina erschien eine Ver- Ordnung betreffend den Gläubenswechsel von Palästinensern. Wer zu einem anderen Glauben übertreten will, muß eine Bescheinigung des Vertreters jener Konfession bringen, die der Gcsuchsteller anzunehmen wünscht, und seine Absicht dem Pisti ürt;kommissär mitteilen. Personen unter 18 Jahren können nur mit Erlaubnis ihrer Eltern zu einen! anderen Glauben übertreten. _ Ueber die Unruhen in Tel-Awiw, von denen die englischen Zein! ':11 übertriebene Meldungen brac.nen, veröffentlichen die 1 י ד 'ne'iriehten vom 29. September eine ausführliche Dar- ' g, aus der hervorgeht, daß weder ein Eindringen in die .: a ■. c . .;.-lu den hat, noch daß es zu Kämpfen und zum i ״ ־ der Polizei gekommen ist. Es handelte sich um eine e Auseinandersetzung wegen des Termir.es der Aus- :: d-r Arbeitslosenunterstützung. la ci,1er der letzten Sitzungen des Jerusalemer Stadtrates ׳ Uiaim Sa 10m 011, der Vizebürgermeister der Stadt, Klage darüber, daß vom Budget von £ 12000 für öffentliche süidibche Arbeiten nicltfe auf jüdische Arbeiter entfallen sei. jüdische Unternehmer werden geflissentlich nicht berücksichtigt. Nach einer längeren Diskussion wurden die jüdischen Anträge mit den mohammedanischen und christlichen Stimmen abgelehnt In New York fand eine Versammlung von etwa 25 Zionisten, unter ihnen Jacob de Haas, Mr. Kassel, Eisenstadt statt. Den Vorsitz führte Robert Szold. J. de Haas hielt ein Referat, in dem er die Entwicklung des Zionismus beklagte, weil man sich von der Herzischen Konzeption entfernt und einem Acliad Haamismus genähert habe. Er schlug eine energische Propaganda unter der Devise ״Zurück zu Herz 1“ vor. Der Moskauer ״E m e s“ versucht gegenüber Darstellungen, die in der russisch-kommunistischen Presse über den sieh in Rußland ausbreitenden Antisemitismus zu beweisen, daß es sich in den meisten Fällen um Mißdeutungen und Uebcrtreibungen handelt. Diese Haltung des ״Emes“ ist charakteristisch für die Psychologie der Jewsektia. In Sofia sind Bestrebungen im Gange, als Protest gegen den Beschluß der jüdischen Gemeinden obligatorische Beiträge für den Keren Hajessod zu zahlen, Sondergemeinden von Zionistengegnern zu errichten. Angeblich sollen bereits Schritte bei der Regierung zur Legalisierung dieser Sondergemeinden unternommen worden sein. Die in Wien erscheinende ״Neue Welt“ protestiert gegen das Londoner Haus Rothschild wegen der Beteiligung an einer Anleihe für Ungarn. Die Agudah in Polen soll nach Angaben des Vize- Präsidenten der polnisch-konservativen Partei die Absicht ausgesprochen haben, bei den nächsten Sejmwahlen mit den Polniscli-Konservativen zusammenzugehen. Aus Erklärungen den Deputierten Kirschbratin (Agudist) scheint hervorzugehen, daß diese Behauptung richtig ist. Kirsclibraun wendet sich nämlich sowohl gegen die anderen nationalen Minderheiten als auch gegen die Zionisten. Das ungeheure Anwachsen der Zahl von jüdischen Selbstmördern in Polen erregt die öffentliche Meinung im Lande. Es werden Vorschläge gemacht, Komitees zu schaffen, die aufklärend und beratend wirken sollen, um der Selbstmordepidemie Einhalt zu gebieten. Entgegen den bisherigen beruhigende!! Meldungen sollen nach einer Erklärung des polnischen Finanzministers die jüdisehen Inhaber von Schankkonzcssipnen am 31. Dezember ihre Läden schließen. Diese Nachricht rief große Aufregung hervor. Am 16. Oktober findet in Kowno die Einweihung des neu errichteten Gebäudes für das hebräische Gymnasium statt. Die in Montreal (Kanada) erscheinende jiddische Tageszeitung ״Der Kcneder Odler“ beging in diesen Tagen das Jubiläum ihres zwanzigjährigen Bestehens. Dieser Tage kam Arthur Kö stier als Vertreter der Ullstem-BIätter, wie auch der ״Neuen Freien Presse“ für Palästina und die Nachbarländer, als. Nachfolger Dr. Wolfgang v. Weisls nach Jerusalem. Köstler ist Revisionist. Vermischtes Hebräische Lehranstalt der jüdischen Gemeinde zu Berlin, Berlin N 24, Große Hamburger Straße 27. Die Hebräische Lehranstalt errichtet im Wintersemester neue Klassen für Anfänger. Vorgeschrittene finden nach Maßgäbe ihrer Kenntnisse Aufnahme in einer der bestehenden Klassen. Wir machen besonders auf den Kursus zur Einführung in Mischna und Talmud, auf die Kurse für hebräische Bibelkonimentare und neuere Literatur aufmerksam. Für Schüler im Alter von 12—13 Jahren bestehen Sonderkurse. Der Unterricht für alle Stufen findet in der Or. Hamburger Str. 27 statt. Daneben besteht im Westen eine Zweigklasse für wenig fortgeschrittene Erwachsene /Unterrichtszeit morgens) und eine für fortgeschrittene jüngere Schüler (Unterrichtszeit nachmittags). Interessenten werden gebeten, sich baldmöglichst beim Leiter der Hebräischen Lehranstalt, N. Berggrün, im Schullokal, Gr. Hamburger Str. 27, in seiner Sprechzeit: Montag 6 30 bis 7,30 Uhr abends und Donnerstag 6 bis 7 Uhr abends oder telephonisch (Uhland 8111) anzumelden. Für Vereine (Jugendbünde usw.) werden auf Wunsch bei genügender Beteiligung besondere Klassen eingerichtet werden. Beginn des Unterrichts im Wintersemester für Anfänger: Donnerstag, den 20. Oktober, und zwar für jüngere Schüler um 5 Uhr, und für Erwachsene um 8 Uhr abends. Rabbinc-Seminar zu Berlin, Berlin N 24, Artiüeriestr. 31. Verzeichnis der Vorlesungen im Winterhalbjahr 1927/28 (5688). Dr. Josef Wohlgemut!!: Dezisoren: Schulchan Aruch Jore deah 11 ה׳ טריפות. Teil. Pentateuchexegese: Deuteronomium. Systematische Religionslehre: Die Lehre von der Offenbarung. Homiletische Uebungen in noch zu vereinbarenden Stunden. — Dr. Jechiel Weinberg: Talmud (Abt. A): Traktat Baba Kama Perek I—IV und Traktat Kiduschin Perek I und II: Sonntag bis Freitag 8(4—10 Uhr. Kursorisch, ausgcwählte Teile aus den Traktaten Baba Kama und Kiduschin. — Dr. Samuel Grünberg: Bibelexegese statariscli: Hiob: Dienstag und Freitag 11—12 Uhr. Kursorisch: Jeremias. Hebräische Grammatik: Einleitung und Nomen. Literaturgeschichte. Hebräische Referate. — Dr. Moses A u e r b a ch: Talmud (Abt. B): statarisch, Traktat Kiduschin Perek II. Kursorisch, Traktat Kiduschin: Montag bis Donnerstag 10—11 Uhr. Geschichte der Tannaimperiode von den Hadrianischen Verfolgungen bis Rabbi. Kurzer Abriß der jüdischen Geschichte von der Mitte des XVI. bis zum Beginn des XIX. Jahrhunderts. Uebungen zum אגרת 11 דר' שרירא גאון. Teil. Predigtübungen der Rabbinatskandidaten, 14fägig. — Die Aufnahmeprüfung findet Mittwoch, den 26. Oktober 1927, vorm. 9 Uhr statt, die Eröffnun? des Semesters am Donnerstag, den 27. Oktober (1. Marcheschwan), nachm. 5 Uhr, im Hörsaal III. Den Eröffnungsvortrag hält Herr Dr. J. Wohl gern uth: Vom Tier und seiner Wertung nach Bibel und Talmud. Den halachischen Er- Öffnungsvortrag (פתיחה) Herr Dr. Jechiel Weinberg am Freitag, den 28. Oktober, 9 Uhr, im Hörsaal I. — Gesuche um Aufnahme und sonstige Anfragen sind an Dr. fosef Wohlg e m u 111, Berlin N 24, Linienstr. 147 (Norden 6341) zu richten. Die Teilnahme an den Vorlesungen ist kostenlos. Hebräischer Lehrer. Der Leiter einer hebräischen Sprachschule in einer Großstadt in Deutschland möchte seinen Wohnsitz, um seine Studien zu beenden, nach einer Universitätsstadt verlegen. Der uns bestens empfohlene Gesinnun״s׳ren0,se fcann seine Absicht nur ausführen, wenn er die Möglichkeit hat, durch Uebemahmq einer Hauslehrerstelle oder Leitung von hebräischen Kursen oder Privatstunden einen Zuschuß zu seinem Lebensunterhalt zu verdienen. Wir bitten diejenigen, die dem Betreffenden eine solche Möglichkeit nachweisen können, sich mit uns in Verbindung zu setzen. Zionistische Vereinigung für Deutschland, Berlin W 15. 11111111111111111111111)n1111111M111111111111n1m11t11n111m1111n1111n11n1un111n1n11111111111111n1n11!1n11t1111n111111111111n1111111111m11n Die heutige Nummer der ״Jüdischen Rundsdiau" ersdieinl als Doppelnummer. Die nfidute Nummer erscheint wegen der Feiertage am Freitag, den 21. Oktober. U1111!1111!1111i1!1!a1i111111iu11111111:111i1i1i111i1i1i!11!!1־iii1!11111111!i1!11111!11111111i111i!’1ii11m111111m11ii11!i1111111ii111111111!!!imiliü Hebräische Lehranstalt. Beginn des Unterrichts: Donnerstag, den 13. Oktober. — Für Anfänger: Donnerstag, den 20. Oktober, und zwar für jüngere Schüler um 5 Uhr und für Erwachsene um 8 Uhr abends. N. Berggrün (Tel.: Uhland 8111). Hebräische Sprachschule, Kirjath-Sepher, Breslau. Das Wintersemester 1927/1928 beginnt am 20. Oktober. Der Unterrieht findet in den Räumen des jüdisch-theologischen Seminars, Wallstraße 14, statt. Für Fortgeschrittene gibt es spezielle Stunden für T'nach (Ruth, Jesaia), Mischna (ausgewählte Traktäte), Agada, Grammatik, mittelalterliche und neuere Literatur. Jeder Kursus hat besondere Konservationsstunden. Zu Beginn der Wintersemesters wird ein neuer Anfängerkursus fürKinderundErwachsene eingerichtet (Anmeldungen dafür bis zum 1. November). Der Unterricht findet am Nachmittag und Abend statt. Die Kurse für Kinder liegen in den Nachmittagsstunden. Folgende Sonderkurse werden bestehen: I. Literaturkiirsus A: Neuere Literatur (3. Semester): a) das Problem der geistigen ,Judennot“ und die Wege zur Lösung (Ben Jehuda, David Frischmann, Nachum Sokolow, Brainin, Achad Haam, Berdyczewski, Klausner u. a.). Vorträge und Lektüre. Donnerstag 201/3 bis 21 •/! Uhr. b) Lektüre und Besprechung wichtiger Artikel aus den jetzt erscheinenden hebräischen Zeitschriften. Donnerstag 21V4 bis 22 Uhr. 11. Literaturkursus B: Alte und mittelalterliche Literatur (1. Semestcr): a) Jesaia. Dienstag 20(4 bis 21'/!Uhr. b) Mischna und Agada zu einer noch zu bestimmenden Zeit, c) Die hebräische Dichtung in Spanien vom 9. bis 12. Jahrhundert (Samuel ha- Nagid, Salomo lbn Gabirol, Moses und Abraham, Ibn Esra, Jehuda Halevi u. a.). Dienstag 21(4 bis 22 Uhr. lif. Hebräische Arbeitsgemeinschaft (Gruppe A und B), in der den bereits im Dienste stehenden Lehrern und Lehrerinnen und den zur Lehrertiitigkeit sich vorbereitenden Herren und Damen während eintger Semester Gelegenheit gegeben wird, ihre Kenntnisse in der hebräischen Schule theoretisch und praktisch zu erweitern und zu vertiefen, in das Studium der hebräischen Quellen einzudringen und siel! mit der neueren hebräischen Literatur vertraut zu machen. Besondere Aufmerksamkeit wird in dieser Arbeitsgemeinschaft der Methodik des hebräischen Unterrichts und der hebräischen pädagogischen Literatur zugewandt (Anmeidungen werden nur bis zürn 5. November entgegengenommen.) Anmeldungen für alle Kurse vom 20. Oktober an, stets Montag bis Donnerstag, 19 bis 20 Uhr, Wall- Straße 14 pt., 2. Tür links. Hebräische Sprachschule Nürnberg. Das Wintersemester der hebräischen Sprachschule Nürnberg wurde durch einen interessanten Vortrag des Leiters, Herrn A. Percikowitsch, am Donnerstag, den 29. September, eröffnet. Der Redner sprach über die hebräisch-arabische Poesie. Ausführlich erklärte er die inneren und äußeren Faktoren, die für Form und Inhalt der Poesie bestimmend waren. Man beschloß, das Wintersemester dazu zu benutzen, die hebräischen Hörer in eingehender Weise mit der Blütezeit der hebräischen Poesie bekanntzumachen. Hebräischer Lehrer. Wir suchen für die hebräische Sprachschule in Dresden zum sofortigen Antritt einen Leiter. Für die Erteilung von 16 Wochenstunden wird ein Monatsgehalt von 200 M. gezahlt. Auskunft erteilt: Zionistische Vereinigung für Deutschland, Berlin W15, Meinekestr. 10. Hapoel Hazai'r. Am Sonnabend, den 15. Oktober, abends 8!/3 Uhr, findet im Sitzungssaal der Z. V. f. D., Meinekestr. 10, ein Vortrag von Chawer Arlosoroff über das Thema: ״Palästina nach dem Kongreß“ statt. Gäste willkommen. Misrachi-Ortsgruppe Berlin. Die Generalversammlung findet am 20. Oktober im Verwaltungsgebäude, Rosenstr. 2/4, statt. K. J. V. Student mit guten hebräischen Sprachkenntnissen, der zwei Jahre eine hebräische Sprachschule in einer größeren Stadt geleitet hat und gute pädagogische Qualifikationen besitzt, sucht Stellung als Hauslehrer. — Für einen Referendar wird Beschäftigung bei einem Anwalt (Anwaltsstation) gegen Vergütung gesucht. Meldungen erbeten an das Präsidium des K. J. V., Berlin-Charlottenburg, Bleibtreustraße 50. Die Europäische Tribüne (Leitung: Mary Schneider- Brailiard) veranstaltet am Mittwoch, den 19. Oktober, abends 8 Uhr, im Plenarsaal des Herrenhauses* Leipziger Str. 3, einen Abend. Heinrich Mann spricht über ״Die Aufgabe der Oeistigen im neuen Europa“. Das jüdische Säuglingsheim in Niederschönhausen bei Berlin, Moltkestr. 8/9 ist durch Verfügung des preuß. Ministeriums für Volkswohlfahrt als Ausbildungsstätte zur fachlichen Berufsschulung der Wohlfahrtspflegerinnen für das Hauptfach ״Gesundheitsfürsorge“ anerkannt worden. Gedenkfeier Dr. Wolff Fellchenfeld, Die vor einiger Zeit anläßlich der 100. Wiederkehr des Geburtstages des früheren Oberrabbiners von Posen Dr. Wolff Feilchenfeld ,?"l an gekündigte Gedächtnisfeier fand am Sonntag, den 2. Oktober, in der Alten Synagoge (Heidereutergasse) statt. Die große Synagoge war bis auf den letzten Platz gefüllt. Zwei Schüler des Verstorbenen, die Herren Rabbiner Dr. Löw c n t h a 1 und Dr. Silberberg legten in tief empfundenen Reden Zeugnis ab von der Größe des Gefeierten. Während der erste Redner das Bild erstehen ließ von dem überragenden Menschen und Rabbiner, erinnerte der zweite an einzelne Züge seines regen Schaffens. Herr Oberkantor Schreiber trug durch seinen stimmungsvollen Vortrag des Mincha-Gebetes, sowie des Psalm 130 zum würdigen Verlauf der Feier bei. Königsberg. Eine seltene Ehrung ist unserem Ge sinnungsgenossen Herrn Artur Cohn zuteil geworden. Anläßlich der Einweihung des Neubaus des Königsberger Schauspielhauses ist außer dem Architekten Kaufmann Herrn Artur Cohn die Kantplakette der Stadt Königsberg seitens der Stadt verliehen worden. Herr Cohn, der eine hervorragende Stellung im Königsberger Geschäftsleben einnimmt, ist ein bekannter und tatkräftiger Förderer auf allen Gebieten der Kunst. Es wird ihm allgemein das Hauptverdienst an der Neuschöpfung des Schauspielhauses, dessen Aufsichtsrat cf angehört, zugeschrieben. Die Kantplakette, anläßlich des Kantjubiläums von der Stadt Königsberg gestiftet, ist die höchste Auszeichnung, die die Stadt verleiht. Anläßlich seines Autentlialts in Königsberg wurde sie Richard Strauß verliehen, und jetzt kürzlich Herrmann Sudermann zu seinem 70. Geburtstage. In dem Schreiben der Stadt an Sudermann heißt cs: ״Die Kantplakettc, die wir unseren würdigsten und verdientesten Mitbürgern verleihen, und denen, die unserer Stadt und unserer Provinz durch ihr Wirken und Schaffen weithin tönenden Klang bringen.“ Wir beglückwünschen Herrn Artur Cohn zu dieser hohen Auszeichnung. Beuthen. Am Sonntag, den 2. Oktober, sprach in unserem Heim anläßlich einer Bezirkskonferenz der Keren Kajemcth- Mitarbeiter aus Obcrschlesien Herr Dr. Albert Baer über: ״Praktische Keren Kajemeth-Arbeit!“ Am da n”ffol״en׳len Tage berichtete hier Herr Dr. Brünn, Palästina, über den XV. Kongreß, wobei er besonders die WirtJchaftsfragen, die den Kongreß beschäftigt haben, einer eingehenden Behandlung unterzog. An der darauffolgenden Diskussion beteiligten sieb die Anhänger sämtlicher hier vertretenen Richtungen. L. G.

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