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Jüdische Rundschau · 1927-10-04 · Heft 79-80 (4.10.1927) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 79-80 (4.10.1927)
Date
1927-10-04
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 79/80, 4. X. 1927 JUEDISdHE RUNDSCHAU Seite 571 Kriege''. Daraus entstand sein Palästinabuch ״Terre d’amour" (Flammarion, Paris). Was er jetzt schreiben wird, man braucht es nicht zu fragen; auch wenn er nicht wollte, sein Blut, sein ganzes Empfinden, jeder Augenblick seines Denkens formt es in ihm, bildet und gestaltet es: Die Geschichte eines jüdischen Geschlechts, das in den drei Generationen eine Wandlung durchgemacht hat, wie die Familien bei andern Völkern nicht in vielen Jahrhunderten. Wo gibt es noch so viel Auf und Nieder, so viel Elend, Enttäuschung, Kampf und Sieg, so viel Leben? Trotz Frankreich, trotz Rußland, trotz der ganzen Welt hat er doch das Beste, das Tiefste von seinem Judentum. Man empfindet: er wird es ihm vergelten; ein Erzähler von ganz großem europäischen Format ist in ihm erstanden. Dr. Artur Rosenberg. Roma Israeliilca (Wanderungen eines Juden durch die Kunststätten Roms. Von Ermanno Loevinson. 1927, J. Kauffmann Verl.) Im letzten Winter sprach in der Berliner Hochschule für die Wissenschaft des Judentums Prof. Lietzmann über die jiidisehen Katakomben in Rom. Jeder von uns, die wir mit immer steigender Aufmerksamkeit dem lebendigen und kenntnisreichen Vortrage zuhorten, erinnert sich des Gefühles von Beschämung, das uns ergreifen mußte, als der nichtjüdische Forscher von der Teilnahmslosigkeit der jüdischen Welt, der Forscher wie der Laien, gegenüber den jüdischen Reliquien auf römischem Boden sprach. Dem zionistischen Leser — auch wenn er sonst kein passianierter Vorwort-Genießer ist — wird schon die Entstehungsgeschichte des Buches, wie sie der Verfasser in seiner Einleitung erzählt, bedeutungsvoll. Auf der Reise nach dem wiederauf־ blühenden Palästina, wohin ihn eine der bedeutendsten israelitischen Organisationen Nordamerikas entsandt hatte, war er in Genua gelandet und befand sich im Schnellzug nach Rom. Drei Stunden nur blieben ihm für die Ewige Stadt; da rät ihm ein Mitfahrender, ein schmucker italienischer Hauptmann, diesen knappen Aufenthalt zu nutzen, um sich im wahrsten Sinne des Wortes ״im Fluge“ vom Flugzeuge aus einen Ueberblick zu verschaffen und empfiehlt ihn an einen Kriegskameraden, einen Flugzeugführer, in dem der reisende Mann hoch oben über dem Titusbogen dahinfliegend einen Stammesbruder erkennt. Auf der Rückreise von Jerusalem nun, als der amerikanische Reisende, Aug und Seele noch erfüllt von altneuen Gesichten, die ״Notwendigkeit für jeden denkenden J uden“ erkennt, nach der Rückkehr von Jerusalem Rom zu besuchen, kommt gemeinsam mit dem jüdischen Flugzeugführer der Plan zur Ausführung, die Denkmäler jüdischer Kultur und Geschichte aut römischem Boden nicht nur selbst kennenzulernen, sondern auch ihre Kenntnis andern zu vermitteln. Zu diesem Zwecke hat sich der jiidisehe ״Luftcicerone“ schon mit einem seit langen Jahren in Rom lebenden Historiker zusammengetan, der ״um nicht das ungerechte Los so vieler seiner Generation zu teilen, denen jede gelehrte Laufbahn von rückständigen und rückschrittlichen Regierungen erschwert wurde, noch jung an Jahren über die Alpen gegangen war, um sich in Rom eine seinen Anlagen entsprechende Lebensstellung zu schaffen“. Die Ergebnisse seiner Forschungen und Wanderungen durch das jüdische Rom habe dieser Ungenannte nun in einem handlichen Büchlein zusammengefaßt und ihm übergeben. Den Namen des Verfassers fand der Reisende in der Arbeit nicht angegeben, wohl aber das seltsame Motto: Dilexi justitiam et odi iniquitatem; propterea gaudeo Urbem- (ich habe die Gerechtigkeit geliebt und das Unrecht gehaßt; darum freue ich mich an der Ewigen Stadt.) Eine in der Tat höchst merkwürdige Umformung des letzten Wortes jenes unglücklichen Papstes Gregor •VII., die er in der Verbannung sterbend ausgesprochen hatte; eine Wandlung vom Pessimismus zum — schließlich doch immer noch jüdischen —׳ Optimismus, den freilich ein ״Exil in Rom“, wo sich der Sprecher nicht wie jener finstere Papst in Salerno als Verbannter betrachtet, begünstigte oder erst ermöglichte. Das Schicksal des ״Bettlers an den Engelspforten“ ist nicht nur Schiller beneidenswert erschienen, ״wer mir Gutes gönnt...“ hätten unsere Väter oder noch mehr unsere Mütter wohl dazu gesagt. Ungern nur verzichten wir nach solcher Einführung darauf, unserer Neugier die Zügel schießen zu lassen und die Verwandtschaftsgrade genauer zu untersuchen, die Ermanno Loevinson, den auch in Deutschland nicht unbekannten Gelehrten mit dem amerikanischen Reisenden — ob es nur ein neugieriger Reisender ist? oder gar ein emigrierender Reisender wie jener, den Lessing in seinem letzten Briefe an Moses Mendelssohn sandte? — mit dem verwegenen Luftkapitän und mit dem ungenannten Schicksalsbruder des Papstes verbinden. Jedenfalls hat der ungenannte Führer in dem vorliegenden Buche seinen Zweck vollauf erreicht. Das schöne Büchlein ist nicht nur ein ״Bädeker für jüdische Romreisende“, sondern es wird mit Nutzen und Freude auch von allen denen gelesen werden, die in die Heimat zurückgekehrt, ihre Kenntnis von der Ewigen Stadt verfielen wollen; und am eifrigsten werden es vielleicht jene lesen, denen eine Romreise bisher noch ein Ziel unerfüllter Sehnsucht bil dete. Denn es ist das Buch eines selbständigen Forschers, dessen Studien der Durchdringung der christlichen und der jüdischen Kultur auf römischem Boden gewidmet sind; zugleich aber auch das Buch eines höchst leben szugewandten Menschen, der bei den Artischocken und dem Albanerwein des Vaters Abraham im Römischen Ghetto ebenso gut Bescheid weiß wie bei den Denkmälern des Laterans. Gerne vertrauen wir uns so kundigem Führer an auf der Wanderung vom linken Tiberufer über den Monte Pincio zum Petersplatz und mit besonderem Gewinn folgen wir ihm dann in die Campagna und zu den Katakomben. Denn auch dort in der grasbewachsenen Campagna weiß uns der gelehrte Wegweiser von altem jüdischen Landbesitz zu erzählen. Freilich weckt ihn aus seinen Tränmereien dort plötzliches Pferdegetrappel; eine Fuchsjagd zieht vorbei und veranlaßt ihn zu einem Seitenblick auf die Beteiligung der italienischen Juden an Jagd- und Reitsport. Wenn wir auch nicht ganz seinen Stolz auf den ״gewissen Prozentsatz jüdischen Blutes“ unter den Pflegern dieses Sports zu teilen vermögen — sind diese Träger altjüdischer Ueberlieferung uns doch längst verlorengegangen — so teilen wir doch den Wunsch seines Herzens, den er am Schlüsse seiner Wan derung ausspricht: daß in nicht allzu fernen Tagen ״eine Zeit kommen werde, in welcher das brachliegende Wiesen- und Weideland der römischen Campagna in blühendes Acker- und Gartenland verwandelt sein wird, ebenso wie die weiten Flächen im fernen Palästina''. Bertha Badt-StrauB. Jahrbuch des Völkerbundes Alle, die sich für die Fragen des Völkerbundes interessieren, werden mit großer Befriedigung das Erscheinen eines neuen Nachschlagwerkes über den Völkerbund begrüßen. Das ״Annuaire de la Socidt£ des Nations, 1920/1927“*) wird eine sehr fühlbare Lücke ausfüllen. Wenn es wirklich gelingen sollte, dieses Buch jährlich erscheinen zru lassen, wird es für jeden unentbehrlich sein, der sich über den Völkerbund, seine Geschichte und den jeweiligen Stand seiner Tätigkeit orientieren, seine sehr komplizierte Maschinerie verstehen, und die Personahen der am Völkerbunde beteiligten vielen Hunderten von Menschen kennenlernen will. Das ״Annuaire“ ist keine offizielle Publikation. Es wurde jedoch in engster Verbindung mit dem Sekretariat des Völkerbundes von seinem Redakteur, Herrn Georges Ottlik, ausgearbeitet, und wird durch überaus anerkennende Briefe Briands, Sir Chamberiains, Vicomte Ishiis und Scialojas eingeleitet. In dem Vorwort schildert Sir Eric Drummond, der General- Sekretär des Völkerbundes, in knappen Worten das bedeutendste Merkmal der großen internationalen Organisation, indem er auf die ״Freiheit“ hinweist, mit welcher der Völkerbund immer neue Organismen geschaffen oder die schon existierenden ־umfetnodelt hat, mit dem Zweck, sie den neuen Aufgaben oder em veränderten Charakter der alten anzupassen. Daraus resultiert auch die Fülle von verschiedenen Organismen, die im Laufe dieser sieben Jahre im und um den Völkerbund funktioniert haben und die die große Vitalität, die der Völkerbund schon jetzt erlangt hat, beweisen. Das ״Annuaire“ wird der Aufgabe gerecht, sowohl dem noch wenig informierten Leser wie auch dem fleißigen Beobachter und Forscher der Arbeit des Völkerbundes, eine ungeheure Masse von Material zu vermittein, und zwar so klar und übersichtlich, daß das vor dem Leser aufgerollte Gesamtbild imponieren muß. Gemäß seinem Charakter will das ״Annuaire“, wie sein Redakteur in der Einleitung bemerkt, eine ״absolute Unparteilichkeit“ bewahren und sich nur auf die Schilderung der Tat- Sachen und auf Mitteilung von Informationen beschränken und jede ״Bewertung“ vermeiden. Aber vielleicht gerade deshalb konnte der Verfasser einen Ton der ״offiziösen Zufriedenheit“ nicht loswerden. ״Tout est pour le mieux dans le meilleur des mondes possibles“. So lesen wir z. B. auf der Seite 4, daß der Völkerbund einen Mechanismus geschaffen hat, dessen Merkmale sind: 1. eine Kontinuität, Permanenz der Arbeit, und 2. die Arbeit im großen Licht der öffentlichen Kontrolle, ihre Publizität! Es wird uns dabei verkündet, daß diese Charakteristik die Arbeit aller Organe des Völkerbundes, der Generalversammlung und des Rates kennzeichnet, und auf Seite 5 lesen wir, daß neben den öffentlichen Sitzungen des Rates auch private stattfinden, an welchen neben den Delegierten der Staaten nur kompetente (?) Beamte des Sekretariates teilnehmen, und daß es auch geheime Sitzungen des Rates gibt, an denen nur die Mitglieder des Rates und der Generalsekretär teilnehmen dürfen. Es ist ja bekannt, daß gerade diese Frage des Aus- Schlusses der Oeffentlichkeit bei vielen und gerade den wichtigsten Verhandlungen eine der ״heiklen Fragen“ des Völkerbundes ist. Trotz dieser ein bißchen offiziös gestimmten Art der Dar- Stellung bringt das Jahrbuch des Völkerbundes in seinen vier Teilen und in seinen Indices und Annexen eine ungeheure Fülle des sehr gewissenhaft und sehr gründlich durchgearbeiteten Materials. In der Einleitung wird ,,Allgemeines“ über Völkerbund gesagt, dann die Geschichte der Völkerbundsakte dargestellt, und die Akte selber werden in französischem und englischem Text, mit allen bis jetzt angenommenen Text veränäerungen publiziert. Dann schildert das Jahrbuch im ersten Teil die konstitutionelle Organisation des Völkerbundes, seine Zusammensetzung und den Kreis seiner Tätigkeit, die detaillierte Schilderung der Kompetenz^ der Zusammensetzung und der Prozedur seiner Organe, der Generalversammlung, des Rates, des Sekretariates, der Hilfsorganismen (verschiedene ständige und zeitweilige Kommissionen), der autonomen Organisationen (der internationale Gerichtshof im Haag und das Internationale Arbeitsamt in Genf) und der Spezialinstitute wie das ״Institut Internationa! de Cooperation intellectuelle“ in Paris und das ״Institut international pour l’unification du Droit prive“ in Rom. Der zweite Teil bringt dann die Liste der Delegierten zu der Generalversammlung und der Mitglieder des Rates in seinen letzten Sessionen, des Sekretariates usw. Im dritten, dem wichtigsten Teil, wird die Geschichte der bedeutendsten Ereignisse in der Zeitperiode von der Entstehung des Völkerbundes, 1920 bis 1927, erzählt. Zunächst die Ent- Wicklung des Völkerbundes in dieser Zeit, Aufnahme der Staaten, immer mit Hinweis auf die offiziellen Dokumente des Völkerbundes, in denen diese Aufnahme behandelt worden ist, dann die Geschichte ihrer Organe: alle Tagungen der General- Versammlung mit Angabe der wichtigsten behandelten Fragen, ebenso des Rates und des Sekretariates mit ausführlicher Analyse der Budgetfragen und dann eine Darstellung der Tätigkeit des Völkerbundes, nach Fragen gegliedert: Arbitrage und Sicherheit, Entwaffnung, politische Fragen und Regelung der Konflikte, juridische und konstitutionelle Fragen, Fragen der Mandate und der Minderheiten, administrative Tätigkeit, Danzig und Saargebiet, ökonomische und finanzielle Tätigkeit, usw. Jede Frage wird so behandelt, daß zu jedem Punkt die Angaben über die offiziellen Dokumente des Völkerbundes (Protokolle der Tagungen der Generalversammlungen und des Rates und separate offizielle Dokumente und Veröffentlichungen) ״en marge“ angegeben werden. Der vierte Teil umfaßt kurze Angaben über die Staaten, die im Völkerbund eingetreten sind, über ihre Regierungsform, ihre Größe, ihre Bevölkerung, über ihre Beteiligung am Völkerbund, die Vorschläge, die sie gemacht haben, usw. Dasselbe wird mitgeteilt über die Mandatländer und über die Staaten, *) Erschienen bei Payot & Cie., Geneve, frs. suisses 25.—. Kongrefiberidils -Versammlung der Berliner Zionistischen Vereinigung Dienstag, den 4. Oktober, abends 81/״ Uhr im Logenhaus, Kleiststraße 10 Referenten: Vertreter sämtlicher Parteien Eintritt 30 Pf. die in den Völkerbund nicht eingetreten sind und die Staaten,! denen die Aufnahme verweigert wurde. Dann folgt ein Index der Personen, die im Völkerbund irgendeine Betätigung haben (Völkerbund’» Who’8 who), dann ein sehr ausfürlicher Index über die im Jahrbuch behandelten Fragen. Als Annexe sind die Listen der Resolutionen der Generalversammlungen und des Rates beigefügt, und, als letzte Annexe, Mitteilungen über einige der internationalen Associationen und Organisationen, die im ständigen Verkehr mit dem Völkerbund stehen. Es ist vielleicht von Wert zu erwähnen, daß zwischen den zehn im Jahrbuch aufgeführten Associationen und Organisationen dieser Art die Zionistische Organisation an vierter Stelle steht, zwischen ״Union interparlamentaire“ und ״Union Internationale des associations pour la Sociötfi des Nation»" (Seite 993). In dieser Mitteilung über die Zionistische Organisation, die — im Untertitel — als Jewish Agency gekennzeichnet ist, wird zunächst das Ziel der Organisation ״für das jüdische Volk eine völkerrechtlich gesicherte nationale Heimstätte in Palästina zu gründen“ angegeben. Der Passus von der Präambel zum Mandat, der ״die Anerkennung der historischen Verknüpfung des jüdischen Volkes mit Palästina und das Recht aut Wiedererrichtung seiner nationalen Heimstätte in diesem Lande“ stipuliert, sowie Art. 4 des Mandates über die Jewish Agency sind wörtlich zitiert und schließlich wird die Gründung der ״Agence Permanente de!’Organisation Sioniste auprfes de ia Socicte des Nations“ erwähnt, die ״in ständigen Beziehungen mit verschiedenen Sektionen des Sekretariates des Völker* bundes und des Internationalen Arbeitsamtes steht, für alle die jüdische nationale Heimstätte in Palästina und die Tätigkeit der Zionistischen Organisation in allen Teilen der Welt betreffenden Fragen“. Des weiteren wird erwähnt, daß Herr Dr. Victor Jacobson, Delegierter des exekutiven Komitees, der Zionistischen Organisation als Direktor der Agency und Herr Dr. M. Ka h a n y als Sekretär derselben fungieren. Das Jahrbuch scheint, nach erster Bekanntschaft mit Ihm, ziemlich vollständig zu sein. Einige bei der ersten Auflage wohl• unvermeidliche Unterlassungen wären zu erwähnen. So sind, z. B. bei Behandlung der Minoritätenfrage (aut Seite 447 und 448 über die Minoritäten in Oesterreich und die jüdische Mino־! rität in Ungarn) nur die Petitionen des Joint Foreign Committee und der Alliance Israfilite Universelle in Erwähnung gebracht! worden, wogegen der Tätigkeit des Comitö des D616gations juives mit keinem Worte gedacht wurde. Es ist zu hoffen, daß diese und ähnliche Unterlassungen bei der nächsten Aus׳־ gäbe Berücksichtigung und Verbesserung finden werden. Wir wiederholen aber, daß auch in seiner heutigen Abfassung das ״Annuaire“ ein sehr nützliches, vielleicht unentheimliches Mittel ist für alle diejenigen, die sich über die Tätig-, keit des Völkerbundes orientieren wollen. V. B. Jüdisches Lexikon (Vorbesprechung.) Ende August erschien im Jüdischen Verlag, Berlin, Band I (A bis C) des ״Jüdischen Lexikons“ (Enzyklopädisches Handbuch des jüdischen Wissens in vier Banden, herausgegeben, von Dr. Georg Herlitz und Dr. Bruno Kirschner, unter Mitarbeit von mehr als 250 jüdischen Gelehrten und Schriftstellern und unter redaktioneller Mitwirkung von Professor Dr. Ismar El bogen, Dr. Josef Meisl, Dr. Aron Sandler, Dr. Max S olo wei t schi k, Dr. Felix A. Theilhaber, Dr. Robert W e 11 s c h , Rabbiner Dr. Max Wiener. Mit über 2000 Illustrationen, Beilagen, Karten und Tabellen). Der erste Band repräsentiert sich als ein Prachtwerk, dem man bisher auf dem jüdischen Büchermarkt noch nicht begegnet ist. Eine ausführliclie Besprechung dieser außerordentlich wichtigen Neuerscheinting behalten wir uns vor. Heute sei nur bemerkt, daß dieses Buch wohl das schönste Neujahrsgeschenk ist, welches dem jüdischen Publikum dargebracht werden konnte. Der erschienene Band fesselt schon äußerlich durch eine geradezu luxuriöse Ausstattung. Einband, Druck, Papier und vor allem die Illustrationen und Karten sind mustergültig hergestellt. Das Format ist, zieht man den enzyklopädischen Charakter des Werkes in Betracht, außerordentlich handlich. Dieses Buch füllt, was man schon auf den ersten Blick zu erkennen vermag, eine Lücke auf dem jüdischen Büchermarkt aus. Wer mit jüdischen Dingen zu tun hat, und sich über alles Wissenswerte auf dem Gebiete des jüdischen Wissens informieren will, der wird zu diesem Lexikon greifen müssen. a. b. Kirjath-Sepher. Soeben erschien im Umfange von sechs Bogen das 2. Heft des IV. Jahrganges der Zeitschrift Kirjath-Sepher, welche von der Jüdischen National- und Universitätsbibliothek in Jerusalem herausgegeben wird. Das Heft hat folgenden Inhalt: Nachrichten der Bibliothek. Bibliographie der Palästinadrucke. Bibliographie der Hebraica und Judaica. Ferner enthält das Heft folgende Aufsätze: Prof. J. N. Eppstein: Die Glossen des Ritba zum Traktat Sabbath (Beschreibung einer Unicum-Handschrift der Bibliothek). Briefe von S. J. Rappaport aus den Handschriften der Bibliothek; herausgegeben von B. D i n a b u r g. M. Propst: Statistisches Material zur Geschichte der jüdischen Presse. Dr. Siegmund Werner sechzig Jahre all Dr, Hugo Hermann (Brünn) schreibt uns u. a.: Am 6. Oktober wird Dr. Siegmund Werner sechzig Jahre alt. Dr. Werner ist einer der Gründer der ״Kadimah“ und gehörte, als H e r z I auftrat, bereits zu jenem kleinen Kreis der Männer, die sich sofort mit Enthusiasmus dem Führer anschlossen. Werner hat niemals den Zusammenhang mit dem lebendigen Fortschreiten der Bewegung verloren. So wie er als ein Aelterer im Kreise der Jugendlichen begann, so ist er ein Führer zionistischer Jugend geblieben und sein wahres Eiement ist der Kreis viel jüngerer Menschen, den er immer um sich herum zu sammeln und in tiefer, nachhaltiger Weise zu beeinflussen verstand und bis zum heutigen Tage versteht. Seit sich Dr. Werner, bald nach Herzls Tode, von seiner Tätigkeit in der Redaktion der ״Welt“ auf einen ärztlichen Wirkungskreis in Iglau (Mähren) zurückzog, hat er im engen Kreis mit redlicher Anstrengung, mit vieler Liebe und Hingabe unaufhörlich und unermüdlich gearbeitet. Uns hier in der Tschechoslowakei diene sein sechzigster Geburtstag zur Mahnung, nach seinem Beispiel unaufhörlich zu kämpfen und zu arbeiten; den Freunden draußen in aller Welt möge dieser Tag einen Gruß bedeuten und das freudige Bewußtsein, daß Dr. Werner immer noch der Alte, das heißt der Junge ist, den sie aus den ersten Jahren der ״weit“ kennen. Zu Jom Kippur: Synagogenspenden / Nedarim für Keren Kaiemeth Leiisraeli

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