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Jüdische Rundschau · 1927-09-20 · Heft 75 (20.9.1927) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 75 (20.9.1927)
Date
1927-09-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 75, 20. IX. 1927 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 543 Eingesandt Wir wurden von der Palestine Lloyd O.m. b. H. und dem Palestine Lloyd Ltd. um Aufnahme nachstehender Erklärung gebeten; Von seiten eines ehemaligen Beamten unserer Gesellschaft, dem jetzigen Besitzer eines eigenen Versicherungs- und Reise■ Unternehmens, werden in letzter Zeit systematisch lügenhafte Angaben über uns verbreitet, so daß wir uns zu unserem Bedauern genötigt sehen, folgendes festzustellen: 1. Im Verhältnis des Palestine Lloyd Ltd. zu der Besitzerin seines Aktienkapitals, der Anglo Palestine Comp. (Zweigbank des Jewish Colonial Trust, London) sind keinerlei Veränderungen eingetreten. Auch ein anderes zionistisches Finanzinstitut hat am Palestine Lloyd Ltd. finanzielles Interesse genommen. 2. Zwischen dem Palestine Lloyd Ltd. und der Palestine Lloyd G. m. b. H. Berlin und Paris besteht, wie bereits die Firmen ausdrücken, eine enge, vertraglich festgelegte Beziehung. Beide Parteien arbeiten auf dem Gebiet der Touristik und der Passage aufs engste zusammen. 3. Die Bedeutung des Palestine Lloyd wurde zuletzt dadurch dokumentiert, daß er auf dem Kongreß der Zionistischen Welt- Organisation in Basel vom 28. August bis 12. September gemeinsam mit einem lokalen Schweizer Reisebüro das offizielle Reisebüro des Kongresses war. * Hebr3hche und jüdische Kunst im amerikanischen Radio. In Nr. 56 der ״Jüdischen Rundschau״ las ich unter dem Strich Ihre kurze Bemerkung über die hebräischen Vorträge, die vom New Yorker Radio gesandt wurden. Da ich selbst die Leitung dieser Stunden als Manager der fremdsprachlichen Abteilung der Station inne hatte, möchte ich Ihnen als deutscher Zionist einige Informationen sowie meine persönlichen Eindrücke übermitteln. Wie ja in Deutschland bekannt ist, ist das amerikanische Radio kommerzialisiert, d. h. die Zuhörer erhalten ohne irgendwelche Kosten ihrerseits (im Gegensatz zu Deutschland) von vielen Stationen erstklassigste musikalische Unterhaltung, während die Veranstalter der Radiostunden für die Benutzung der Station und selbstverständlich auch für die Künstler zu zahlen haben. Dies ist eben in Amerika auch eine Form der Reklame für den Veranstalter der Radiokonzerte, dessen Name während der Darbietungen wiederholt genannt wird. So hat es denn im Winter die jüdische Tageszeitung ״Der Tag“ unternommen, für die jüdische Öffentlichkeit New Yorks und Amerikas bei einer der mächtigsten Stationen New Yorks Radiokonzerte zu senden, die der Förderung der hebräischen und jüdischen Kultur durch den ״Tag“ gewidmet sein sollten. Die Ankündigungen wurden in jiddischer Sprache zuerst durch einen der Redakteure des ״Tag4‘ gegeben und sodann in englischer Sprache von dem Ankündiger der Station wiederholt, um auch der weiten amerikanischen Oeffentlichkeit die Möglichkeit zum Verstehen zu geben. Diese Radiokonzerte des ״Tags“ bedeuteten eine Sensation für die jüdische Bevölkerung New Yorks. Die Juden, die bis dahin dem Radio zum großen Teil ablehnend gegenüberstanden, nahmen plötzlich ein außerordentliches Interesse an den vortrefflichen Darbietungenn und die Radioladenbesitzer in jüdischen Gegenden konnten an den Montag-Nachmittagen ihr Geschäft kaum bewältigen, da die Kundschaft ihre Apparate für den Montagabend, wo die jüdische Radiostunde immer stattfand, ganz besonders gut instandsetzen wollten, Batterien nachfüllen ließen usw. Die Konzerte selbst wurden aifs dem Studio der Station gesandt. In dem anliegenden Aufenthaltsraum, von wo aus man durch Glasfenster in das Studio hineinblicken und durch einen Lautsprecher die erste Uebertragung vernehmen konnte, hatten sich an die hundert ganz besonders Interessierte eingefunden, die aus allen Teilen New Yorks herbeigeeilt waren, um persönlieh dabei zu sein. Meistens war ein Orchester als Mittelpunkt des Konzertes verpflichtet, das jiddische und hebräische Melodien ,spielte, ein Kantor sang hebräische Gebete oder populäre Volkslieder usw. Nie fehlte jedoch eine kurze Ansprache eines der Redakteure des ״Tag“ oder eines der sonstigen jüdischen Prominenten New Yorks, die u. a. Themata, wie hebräische Erziehung, jüdisches Familienwesen, hebräische Poesie, sowie auch aktuelle, jüdisch-politische Fragen erörterten. Tausende von Briefen gaben davon Ausdruck, daß diese Institution des ״Tags“ viel Freude gestiftet hatte. Tatsächlich muß ich sagen, daß einige Konzerte, wie eine chassidische Hochzeit und eine Barmizwahfeier in altjüdischem Stil, zu dem Feinsten gehörten, was ich je an jüdischer Kunst gehört habe. Bei der chassidischen Hochzeit lebten Künstler und Ankündiger im Studio derartig mit, daß sie während der Vorführungen geradezu die chassidischen Tänze tanzten. Grotesk wiederum war es, wenn der englische Berliner Kalender Büro: Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin W 15, Meinekestr. 10. Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheckkonto Nr. 37 830 Berlin NW 7. Kassenverwaltung der B. Z. V. Donnerstag, den 22. September abends 9 Uhr Erlch-Rosenkranz-Bund, bei Dr. Stein, Schillstraße II a. Herr Dr. Herlitz: Kongreßbericht. Alte Herren des K. J. V. als Gäste willkommen. Anmeldung bei Dr. Stein erbeten. Abends 8 Uhr Misrachi-Ortsgruppc, Berlin, im Gemeindehaus, Rosenstr. 2-4 Kongreßbericht durch die Herren: Lazarus Barth, Berlin, Dr. O. Wolfsberg, Berlin. Gäste willkommen. Abends 8>,/־ Öhr Gruppe Süd, im Deutschen Hof, Luckauer Straße 15. Kongreßbericht. Referent: Herr Dr. Ettisch. Donnerstag, den 29. September abends 8>/s Öhr im Schubertsaal, Bülowstr. 104 Linkes Zentrum: Kongreßbericht. Referenten: die Delegierten. Montag, den 3. Oktober abends 8</2 Uhr in den Musikersäien, Kaiser-Wilhelm-Str. 31. Kongreßberlchts-Versammlung der B.Z. V. Referenten: Vertreter aller Parteien. — Eintritt 30 Pf. Dienstag, den 4. Oktober abends 81/» Uhr im Logenhaus, Kleiststr. 10. Kongreßberichts-Versamntlung der B. Z.V. Referenten: Vertreter aller Parteien. — Eintritt 30 Pf. Gottesdienst der B. Z. V. und des Alisrachi an den hohen Feiertagen in den Sälen Meinekestr. 10. Karten zum Preise von M. 15,—, 10,— und 5,— erhältlieh im Büro der B. Z. V., Meinekestr. 10, Bismarck 7165/70, und im Büro des Misrachi, Weinmeisterstr. 18, Norden 1159. Ankündiger, den der Rhythmus anscheinend an den Charleston erinnerte, dazu einen naturgerechten Black Bottom fabrizierte. Amerika ist nun eben mal das Land der Kontraste. Als Abschluß dieser Konzertreihe wurde ein abendfüllendes Konzert in der Carnegie-Hall, dem größten Saal New Yorks, veranstaltet. Trotzdem auch dieses Konzert über das Radio verbreitet wurde, hatte sich eine Zuhörerschaft von einigen Tausend eingefunden. In dem Konzert wirkten noch einmal alle Stars der vergangenen Radiostunden mit und der Beifall der enthusiastischen Menge fand keine Grenzen. Im Mitte!־ punkt des Konzertes stand die Ansprache des bekannten Rechtsanwalts Sapiroh, der Henry Ford und seine Judenpolitik in einer großen Anklagerede geißelte. Diese Radiostunden des ״Tags“ haben gewiß viel Gutes getan und haben der Zeitung selbst, die hier in Amerika wohl die verbreitetste zionistische Zeitung auf demokratischer Basis ist, nicht zuletzt ein Prestige gegeben, das sich auf Monate und Jahre noch auswirken wird. Die Erfahrungen des letzten winters und Frühjahrs haben den ״Tag“ nun veranlaßt, auch in dieser Saison über das Radio seine Ideen zu propagieren, was zweifellos für den Zionismus und die jüdische Idee in Amerika ein starkes Plus bedeutet. Martin J. Lewis. New York, 30. August 1927. Die Jfldische Klnderhllle ln Berlin Aus Kreisen der jüdischen sozialen Fürsorge wird der ״Ita“ mitgeteilt: Die Jüdische Kinder 11 ilfe Tn Berlin, die im Jahre 1920 als eine Arbeitsgemeinschaft von Aerzten und Sach- Kennern der Wohlfahrtspflege begründet wurde, widmet sich der hygienischen Fürsorge für die Kinder der minderbemittelten jüdischen Bevölkerung. Durch ärztliche Betreuung erkrankter Kinder, in viel stärkerem Maße aber durch vorbeugende Maßnahmen ist sie bestrebt, den Gesundheit®- zustand der jüdischen Kinder Berlins zu verbessern. Um ihre Aufgabe zu erfüllen, hat die Jüdische Kinderhilfe eine weit ausgebaute Kinder-Poliklinik in der Auguststraße 17 eingerichtet, in der erkrankte Kinder sowohl behandelt als auch die Mütter beraten und zu zweckentsprechender Kinderpflege angehalten werden. Wie notwendig eine derartige Einrichtung ist, zeigen einige Zahlen: Im Jahre 1924 hatte die Kinderhilfe etwa 7000 Konsultationen und 1550 Bestrahlungen, im Jahre 1923 etwa 10 000 Konsultationen und 3000 Bestrahlungen, im Jahre 1926 waren es bereits 12 000 Konsultationen und 4500 Be* Strahlungen. Diese starke Inanspruchnahme ist nicht nur ein Beweis für das ungeheuere Ausmaß der Kinderkrankheiten in der jüdischen Bevölkerung Berlins, sie ist in vielleicht noch stärkerem Maße ein Beweis für das Vertrauen, dessen die Kinderhilfe sich erfreut und das sie sich durch jahrelange Arbeit erworben hat. Neben der allgemeinen ärztlichen Sprechstunde sind Spezial- Sprechstunden für Augen-, Hals-, Nasen-, Ohrenleiden, für körperlich behinderte und verkrüppelte sowie für nervöse Kinder eingerichtet. Besonders bemerkenswert ist die erste jüdische Kinderzahnklinik, die im vorigen Jahre entstanden ist. Außerordentliche Beachtung wird nervösen und psychopathischen Kindern zu gewandt. Im Anschluß an die orthopädische Sprechstunde sind Turn- und Massagekurse eingerichtet, an denen ständig 60 Kinder teilnehmen. Die Kinderhilfe hat es sich als ihre nächste Aufgabe gestellt, die Krüppelfürsorge noch weitgehend auszubauen. Eine eigene Fürsorgeabteilung sowie ein eigenes Tagesheim für Säuglinge und Kleinkinder erfüllen in engster Gemeinschaft mit dem Wohlfahrts- und Jugendamt der Jüdisehen Gemeinde Berlins weitgehendere fürsorgerische Aufgaben. Die Tätigkeit der Jüdischen Kinderhilfe, die sich still, von der breiten Oeffentlichkeit fast unbemerkt, vollzieht, hat außerordentliche Bedeutung für den Heranwuchs einer gesunden jüdischen Jugend. Sie verdient wärmste Unterstützung aller, die eine Gesundung der jüdischen Jugend wünschen. ORT-Aktion in RoBIand Moskau, 10. September. (J.T. A.) Die Zentralverwaltung des Verbandes ״ORT“, Berlin, hat mit der Regierung der Sowjetunion ein Abkommen getroffen, laut welchem dem Verbände ״ORT“ das Recht eingeräumt wird, Maschinen und Werkzeug nach Rußland einzuführen und sie an ״Kustaren“ (Heimarbeiter) und Handwerker im Kreditwege weiterzugeben. Die Verteilung erfolgt durch die Spar- und Darlehenskassen der Gesellschaft für gegenseitigen Kredit an ihre Mitglieder. Vorläufig ist auf Grund des Vertrages der Verband ״ORT“ berechtigt, für jährlich 150 000 Rubel Werkzeuge zollfrei einzuführen. Diese Aktion von ״ORT“ hat unter den Heimarbeitern und Handwerkern stärkstes Interesse hervorgerufen. In ganz kurzer Zeit sind den Kreditgesellschaften Gesuche um Lieferung von Maschinen über eine weit höhere Gesamtsumme zugegangen, als einzuführen erlaubt ist. Sterbefall. Dieser Tage verschied in Berlin im Alter von 59 Jahren Herr Koppel Wolocki, der Direktor des Hebrä* ischen Gymnasiums in Kowno. Der Daheimgegangene stand dieser Erziehungsanstalt, die er selbst gegründet hat, und die als die beste jüdische Mittelschule des Landes gilt, die ganze Zeit vor. Im letzten Jahre errichtete er für das Gymnasium ein modernes, neues Schulgebäude, das mit großen Opfern als erstes jüdisches Schulgebäude erbaut wurde. — Am Grabe hielt der Vertreter des Lehrerrates und der Schule des Hebräischen Gymnasiums, H. Dr. D. Rosen feid, Kowno, eine Gedenkrede, in der er die Persönlichkeit des Verstorbenen und dessen Verdienste um das jüdische Erziehungswesen Litauens würdigte. Zur selben Stunde fand in der Hauptsynagoge von Kowno eine vom Hebräischen Gymnasium veranstaltete Trauerfeier statt, an der fast alle jüdischen Organisationen teilnahmen. K. J.V. Bundesbruder, welcher sich in Südamerika (Venezuela) niedergelassen hat, sucht Vertretungen, gleich welcher Art. Mitteilungen sind an das Büro des K. J. V., Bleibtreu- Straße 50 (Steinplatz 4736) zu richten. mit Wildleder Kinder-Lack Spangenschuhe Prima Chromlack Herren-Schnürschuhe mH «Midi. DurAbn»*, Graue 35/26 5,Bü 23/34 5,50.30-33 elegante Form, feinde Rohmenorbelt Lack-Sle Spangenschune mli Ladcauflage, Kam tuisbi. feiche* Modell Damen-Lack schuhe mit u. ohne Wildleder - Elntate. in grßuter Auiwahl, all Trotteur- und eehiem touli XV.-Abiaf* Chromlack-Herren-Schnürsiiefel Chrom Kld-ilaialt. elegante ipllininde Form. Goodyear gedoppelt.. Prima Chromlack-Herren-Schn&rsiieiel mit Chevretu- oder Keamgeraelniati. Mute KahmwicbeU י'!' V 1! ׳1. ■t!1 i

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