Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 66 (19.8.1927)
- Date
- 1927-08-19
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr, 08, 19. vm 1927 JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 4T7 Eingesandt Es ist bei allen Kulturvölkern Usus, gegen eine Vertat rung ihres Nationalgefühls durch ein anderes Volk Protest zu erhaben- Wenn ein Deutscher in einem amerikanischen Film schlecht ab» schneidet oder gar irgendwie verächtlich gemacht wird (im Gegensatz zu Amerikanern), gleich läuft ein Proteatiturm durch die Berliner Blätter und man droht der amerikanischen Filmgeaellachaft mit Boykott, falls sie den Film nicht abaetzt. Und die Verletzung ihres Nationalgefühls ist meist nicht •halb so stark als etwa die Verletzung jüdischen Empfindens in einem Film, der jetzt in drei Ufa-Theatern zugleich aufgeführt wird: ״Die schämten Beine von Berlin״, Diese abgc» schmackten Bilder von protzerischen jüdischen Kapitalisten, diese Karikaturen jüdischer Geldaristokratie, dieses Bild des jüdischen (jüdisch•betonten) Theaterdirektors u. a. sind nur dazu geeignet, die Vorurteile der Bevölkerung den Juden gegenüber, den Antiiemltiimus zu nähren. Und es will beinahe scheinen, als ob sie tatsächlich nur dazu da sind, wenn man die Ehrlosigkeit de« jüdischen Familienoberhauptes sieht, der nachdem er durch den Ku. K. Oberleutnant geohrfeigt wird, noch um Verzeihung bittet, wenn man den blöden Witz mit Baron und Aron in Betracht zieht u, ä, mehr. Es wird mir wohl (bei dem Publikum des U. T., Alexanderplatz!) nicht allein so gefangen sein, daß Ich, beleidigt und empört, beschlossen habe, ieses Theater unter dieser Leitung nicht mehr zu betreten, in diesem Falle Ist meiner Ansicht nach Boykott das stärkste Mittel des Protestes. Darum meldet die Ufa-Theater, nachdem unter der Hugenberg-Leitung Filme gegeben werden, die euer jüdisches Selbstgefühl verletzen und die nur dazu dienen können, den jüdischen Namen herabzusetzen. David Wagenberg. Berliner Kalender Büro: Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin W 15, Memekestr. 10. lelephon: Bismarck? 16»—70. Postscheckkonto Nr. 37 830 Berlin NW 7. Kassenverwaltung der B. Z. V. Sonnabend, den 20. August ebenda!1/» Uhr Berliner Ortsgruppe des Hechaluz, Zusammenkunft im Heim des J- J. w. B., Gr. Präsldentenstr. 2. Gälte willkommen. Jeden Donnerstag abends 0 Uhr Zusammenkunft der Charlottenburger Zionisten im Cafi Kersten, Kurfürstendamm 00• Im August• Heft der Monatsschrift für Ge• schichtc undWissenschaftdesJudentumsnimmt Julius Outtmann zu der Frage nach der ״Dogmatik“ des Judentums abschließend Stellung. Er weist die ״Labilität“ der jüdischen Glaubenslehren im Gegensatz zu den christlichen nach und führt sie auf die Eigenart der jüdischen Religion, die nicht in dem Sinne wie die christliche als Erlösungareligion gelten kann, zurück. E, Blckermann prüft den Vorwurf de* Esejikuites, den man im Altertum gegen das Judentum erhob. Josef Meisl schildert die Verlegenheiten, in welche die preu- Bischen Judengemeinden dadurch kamen, daß die Herstellung Von Kalendern Privileg der Akademie der Wisienichaften war, die natürlich den Bedürfnissen der Juden nicht Rechnung tragen konnte. Sport Makkabl-Turn- und Sportfest 5688. Der heurige ZioniitenkongreR wird eine der schönsten Veranstaltungen, die seit einer Reihe von Jahren stets im Rahmen der Kongreßfestlichkeiten stattgefunden haben, vermissen: das Turn• und Sportfest de* Makkabiweltverbandes. Vor allem lat es die weite Entfernung des Kongreßortes von den jüdischen Zentren, die das Präsidium des MWV, zu diesem Entschlüsse bewogen haben dürfte, aber auch die Erfahrungen der letzten Kongreß-Tum• und Sportfeste haben erwiesen, daß es vorteilhafter erscheint, die repräsen* tative Veranstaltung der jüdischen Turner und Sportler nicht zur Kongreßzeit anzusetzen. Durch die Fülle von Kongreß- Veranstaltungen werden sowohl die Ausübenden als auch das Publikum allzusehr abgelenkt und eine erfolgreiche turnerische und sportliche Veranstaltung erfordert eine Kon* zentratlon aller. Die Makkabiturneriehaft und die jüdischen Sportler werden aber Sm kommenden fahre mit einer reprlsentativen Veranstaltung vor die Öffentlichkeit treten. Eine der wich■ tigsten Vorbedingungen zum Gelingen dieses Turn- und Sportfestes ist aber ein• gründliche Vorbereitung b« in die einzelnen Details. Es wurde daher freudigst begrüßt, daß sich das Präsidium des MWV. entschlossen hat, •ine außer* ordentliche Sitzung für den 27. und 28. August d. J. nach Brünn (CSR.) einzuberufen, auf welcher bereits bindende Beschlüsse betreffs des geplanten Turn״ und Sportfestes ge* faßt werden müssen. Sofort nach dieser Sitzung hätte vor allem das Uebungsmaterial für die Turnerschaft an alle Vereine abzugehen, damit in allen Vereinen rechtzeitig mit dem Einüben der Freiübungen begonnen werden kann. Aber auch das «portlleht Programm müßte ehestens bekfont ge* geben werden, damit man den einzelnen Sportlern eine so lange als mögliche Frist zum Training gibt. Abgesehen von diesen turn- und sporttechnisehen Vorbereitungen, müssen die Propaganda- und administrativen Arbeiten mindestens 3/4 Jhr vor einer solchen Veranstaltung einsetzen, zumal es sich bei allen unseren Tum* und Sportfesten gezeigt hat, daß wir auch in dieser Hinsicht über keine allzu großen Erfahrungen verfügen, Nun wird jedoch mitgeteilt, daß die für den 27. und 28. d. M, in Brünn geplante Sitzung über Wunsch des Makkabikrefses Deutschland wahrscheinlich erst Ende Dezember d. J. stattfinden wird. Falls dieser Beschluß aufrecht erhalten wird, ist die Abhaltung des geplanten Makkabl* Turn* und Sportfestes in der Pfingitzeit 1923 undiskutabel. Man sollte doch annehmen, daß das Präsidium des MWV. schon aus den bisher gesammelten Erfahrungen gelernt hat und an die Vorbereitung einer großen Veranstaltung nicht erst vier Monate vorher schreitet. Es ist zu erwarten, daß das Präsidium des MWV, seinen Beschluß rückgängig macht und die außerordentliche Sitzung am 27. und 28- Augu*t d. J. in Brünn abhllt, um auf dieser Sitzung die Omnd* lagen für die geplante Veranstaltung zu *chaffen. Ing. Erwin Goldschmied. Bar Kochba, Berlin, Außerordentlich erfolgreich ge* stattete sich der Start de« iar Kochba beim Internationalen Sportfest In Leipzig am 14, August. Sämtliche drei Konkurrenzen, die der Bar Kochba bettritt, wurden mit aus* gezeichneten Resultaten gegen schwerste Gegnerschaft ge* wonnen, Daß Katz die 1000 m überlegen gewann, tat schon fast zur Selbstverständlichkeit geworden: seine Zeit war 8.58 Min, Dis 3X1000 »׳Staffel wurde ebenfall« eine überlegene Beute des Bar Kochba, der so erstklassige Gegner wie Teutonia und V. f. B.*Leip*lg in der guten Zeit von 7.55.4 Min. schlagen konnte. Die 4x800 m-Staffel konnte erst nach Schwärmern Kampfe gegerudie favorisierten Mannschäften von Brandenburg und 5. CT Charjottenburg in der ausgezeichneten Zeit von 843,2 Min. gewonnen werden. Obwohl Kraus und Bergmann eine knappe halbe Stunde vorher in der 3X1000 m-Staffe! gelaufen waren, lieferten sie auch hier ein großes Rennen und stellten den Sieg durch Zähes Kämpfen Steher. -־י In einer 4 X 200 m־Anfät1gerstaffei wurde der B, K-'lfiPlig Dritter, — In Buckow bei Berlin war E. Cohen in einem 1000 m-Laufen gegen starke Kon* kurrenz in guter Zeit siegreich. — Am Sonntag, den 21. d. Mts., startet der Bar Kochba beim Sportfest im Friedriejisham. Am Sonntag, den 24. August 1927, fand der diesjährige Dtta*!iertentag des deutschen Gruppenverbandes der ,4 g u d a s ,1 i s r 0 e 1״ in Berlin statt unter Teilnahme von L»r. Pinchas Kohn-Wien, Jacob Rosenheim.Frankfurt. t)r. Salomon Ehrmann• Frankfurt. Der neue Vorstand setzt;ich aus fünf Hamburger Herren sowie aus einer größeren iahl in allen Teilen Deutschlands wohnender Persönlichkeiten!usammen. Sitz der Leitung ist Hamburg.!a1uut1u111[um1u111i1111111iui111i!111111111(1111!11umimi1111m1!11111(m11!111mn111m111m1m11111m11111m111111:111m1M1!111M1m Die Kosch Has eheneh- Aktion beginnt am 4, September 1927 Oer KEREN KAJEMETH verüffmtttctit tu RpSCH HASCHANAH folgenden Ausweis FReUNpeM uMjp BeKAMMTeNL Der erfte Rösch Hftschanah~A.ufwei1 erscheint am 8, September Senden Sie schon jetst Ihr• RQitftiuksdiBnaiispeiiae an Keren Kajemeth Lejisrael Berlin W 15, Mcinekestrafee 10 Telephon: Bismarck 7165 Poataeheckkonto! 28247 Sie ersparen uns dadurch Kosten und Arbeit. Sie entlasten uns dadurch während der Aktion und machen Kräfte frei sur Sammlunginuns ferner stehendenKreisen. iaiiuiiliiiiilmiiuiuilKiiiuuiiiüiiillilliiulluUuliillUMIUlUUiiiulmiiuiuliliiUiiUuluiillMiliiüiiiiliimillllliliiiliiuiimm ״Haolam“, das hebräische Organ der Zionistischen Welt* Organisation, erscheint zweimal wöchentlich während des XV, Zionlrtenkongrewes. h diesen Nummern werden be* sonders Aufiätze von führenden Schriftstellern und Berichte au« erster Hand über die Verhandlungen des Kongresses gebracht werden. Der Preis der vier Sondernummern beträgt 2 Shilling ft penee ©der 60 eent, Bestellungen sind zu richten an ״Haolam“, 77, Great Russell Street, London, W. C. 1. Briefkasten der Redaktion B, Mn Königsberg, Wir verzeichnen, daß der geschllderte Vorfall in dir Königsberger Klinik sich anders abgespielt hat, wie er in der ita nach ״Der jüdischen stimme“ in Kowno giiehildert war, Der Bart des achtzigjährigen Rabbiners Ist infolge eines Mißverständnisses der Schere mm Opfer gefallen» Vermischtes B. Z. V. Damen und Herren, Mitglieder der B. Z. V., die gewillt Sind, jeweils Sonnabend abend an einem kostenlosen Kon v e r sat ion s ku rsus der englischen Sprach■• «) filr Anfänger, b) für Fortgeschrittene, unter Leitung eines englischen Professors teilzunehmen, wollen sieh bei der B. Z. V., Meinekestr. 10, Bismarek 7165/70, melden, Gottesdienst der B.Z.V. und des Misracht. Die B.Z.V. und der Misrachi veranstalten, wie in früheren Jahren, auch in diesem Jahre einen Gottesdienst an den hohen Feiertagen In den Sälen der Meinekestr. 10. Karten *um Preise von M. 10,— und 5,— für Roach Hasehwah und Jom Kippur sind zu bestellen im Büro der B. Z. V., Meinekestraße 10, Bismarck 7165/70, und im Büro des Misrachi, Wcinmeisterstr. 18, Norden U59, Mache Geitspieie in Berlin» Im Wallnertheater, Berlin, Wallnertheaterstr. 35, gastieren z, Zt, die amerikanischen Sehauapleler Jakob und Lisa Silbert. Zur Aufführung gelangt vom 20. bis zum 25. August die große Operette ״Barmizwah״. Näheres 8. Inserat. KEREN KA7EMETH LE7I/RAEL oen mu. ERWIRBT •ODIN IN PALÄSTINA MIT HILF! FREIWILLIGEN SPENDEN BISHER HAT OER K.K.L 200000 OUNAM 40 JÜDISCHEN SIEDLUNGEN IN ERBPACHT OEOS0SN JÜDISCHER NATIONALFONDS 1ENTRALE Für DEUTSCHLAND! BERLIN W IS. MEINEKESTRASSE IO PO*!|CHCCU«ONtOi 41247 mCPMON: AUT BI4M4BCK FlUffO Vertrauensleute Freunde des Keren Kajemeth Fast Hk. 3.000.- hat die Deutsche Samraelstelle im Juli 1927 weniger ein* genommen als im Juli 1926. Im August darf neuerlich kein Rückgang der Einnahmen erfolgen. Ml!« 1Ö.OOO.— auch im August aufzubringen, Ist möglich, wenn Sie den Vorschlägen der Zentrale gemäß a) alle im Jahre 5687 noch nicht viermal geleerten Büchsen jetzt leeren; b) alle vor mehr alt acht Wochen verteilten Imi-Sammellaschen leeren und durch neue ersetzen; c) die Baumspendensammlung zwecks Komplettierung von Hainen und Gärten fortsetzen würden. Bringen Sin Ihr August - Kontingent auffl Dulden Sie keine Ermattung, keine Minderung der Gebefreudigkeit und Sammelbereitschaft in einer angeblichen Sommerpause, auf die wir in der gegenwärtigen Situation kein Recht haben. Jüdische Gemeinde. Freitag, den 19. August, abends: in allen Synagogen mit altem Riius und den Altersversorgung*• anstalten: 7tj% Uhrc bt den 1Syn. mit neuem Ritus: 7 Uhr, Sonnabend, den 20. August, morgens: Alte Syn. und 5j׳n. Kottbmer Ufer! 8»/s Uhr. Syn. Kaiserstr., Rykesfr-, Pestalozzi- Straße und Münchener Str.: 9 Uhr; Syn. mit neuem Ritus: Frühgottesdienst 7ys Uhr, Hauptgottesdienit 10 Uhr, Predigten: Syn. Faianenstr,: Dr, Galliner, Syn. Levetzowitr.: Pr, Bergmann. Sabbatausgang: 8,08 Uhr. Gotte*dien*t an den Wochentagen: abends in allen Syn. 7 Uhr, morgens: Alte Syn״ Syn, Kaiserstr,, Rykestr. und Kottbuser Ufer Gy> Uhr, Syn, Münchener Str. und Pestalozzlitr. und Syn. mit neuem Ritus: 7 Uhr. Synagoge ״Der FriedeiuUmpel“, Berlin-Haleniee, Markgraf-Albrecht-Str. 11/12. Hauptsynagoge Gottesdienst Freitag abends 7 Uhr, Sonnabend vorm. 10 Uhr (Barmizwah). Mineha 71/1 Uhr, Sabbatausgang 8,08 Uhr. Wochentapgottesdienst täglich früh 7 Uhr, abends 7 Uhr, Gesebililtche Mitteilungen Unseren Lesern wird das Cefe Kutscfcera, Charlottenbürg, üimarekstr. 109, am Schlllertheater, bestens empfohlen, FalBsiina-Grunmonds am Haiessod) L11. Berlin W 15, Meinekestr a0e 10- Btikkeatoi Parmstädter und Nationalbank, Bepoa.-Ka**• 69, Knrfttrstanäamm 62. Postscheckkonto: Berlin Nr. 104961. M*m<lettv11<fV1* Marttn-lutherStrefie 3 / Potsdamer Straße •fl FrtedrUhttraße <|׳ft fidie Trabensiraße. 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Tanja Tabrfit Benin W, Martin-Luther-Str. 98 }nti I 8 « m k TelwpiMNi 1 Kurfürst 9961 I i ntikMIiif,im Irt ■w ■ §׳•׳#־ vhf i i 11 ■iis i IIWililllllHlWttllflllllHItilllHIHIIIHIIHßllHIilllliiittllllUilHIllliilllll AMÜsdirfai [at>jld*t*r FsaUli*. v« »rw«iint•» Tofbüir v.r- •*!»»׳ Pension i« »thSa «elagencm Vorort Btrlln« mit b»|t«a Frtrtaerbiedungeo. Augebote unter C. 4133 au die Jüdisch Rtiadiehau, Berlin W 13, Meinekestraße 10. Größte Erfolge bringt ein« Insertion in der iüd. Rundschau stenotuDistin p.rfek*, ■•brjikN*« FrwM*. ««ebt p«r sofort Stellung. Aagabotc uqt.r C• 4135 an die Jüdische Rundsch*«, Barita W15, M*ia«k«»tr.tO.