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Jüdische Rundschau · 1927-08-12 · Heft 64 (12.8.1927) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 64 (12.8.1927)
Date
1927-08-12
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 64, 12.vm. 1927 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 463 Eingesandt Das Protokoll des XIV. Kongresses An die ״Jüdische Rundschau“, Berlin. London W 1, 8. August 1927. Auf die Anfrage, die Gesi nnungsgenosse Dr. H. Schachtel in Ihrem Blatte an die ״Great Russell Street“ richtet, möchten wir Ihnen folgendes mitteilen: 1. Der Druck des Protokolls des 14. Kongresses ist beendet, und es dürfte in den nächsten Tagen int Buchhandel erscheinen. 2. Die Freunde des Kongreßprotokolls, die sich seit Jahren über sein verspätetes Erscheinen beklagen, sind sich über die Umstände, unter denen dieses Protokoll herauszugeben ist, nicht ganz klar, davon zeugt der immer wieder unrichtig angewendete Vergleich unseres Kongresses mit staatlichen Parlamenten und Parteitagungen. 3. Die Verhandlungen des 14. Kongresses wurden nicht stenographisch, sondern phonographisch aufgenommen. Diese technische Neuerung hat neben ihren Vorteilen auch ihre begreiflichen Schwächen gehabt. Das Ergebnis war ein teilweise mangelhafter und verstümmelter Text, der erst durch sorgfaltige Redaktion und nach Verständigung mit den betreffenden Rednern rekonstruiert werden konnte. Es ist nicht unwichtig zu betonen, daß diese Redner in verschiedenen Ländern wohnen und oft auf Reisen sind. 4. fm Unterschiede zu anderen parlamentarischen Tagungen werden die Reden auf dem Ziomatcnkongreß nicht nur in mehreren Sprachen gehalten, sondern auch die vorwiegend gebrauchte deutsche Sprache bildet nicht die Umgangssprache aller Redner, die sich ihrer bedienen. Daraus folgt die Notwendigkeit der Uebersetzung und der sprachlichen Revision der meisten Reden. 5. Der Zionistenkongreß dauerte nicht sieben Tage, wie der von Herrn Dr. Schachtel zitierte Parteitag, sondern zwei Wochen und hielt darunter mehrstündige Tages- und Nacht- Sitzungen ab. Dadurch wird der Umfang des zu verarbeitenden Materials verständlich. 6. Außer Reden gibt cs auf unseren Kongressen auch Bc- Schlüsse. Es ist uns nicht bekannt, wieviele Resolutionen dem deutschen sozialdemokratischen Parteitag vom Mai 1927 vorlagen und wieviele davon und nach welchen Abstimmungen angenommen wurden. Dagegen darf nicht übersehen werden, daß der 14. Kongreß nach zahllosen Abstimmungen 155 Be- Schlüsse faßte. Da es sich zum Teil um Maßnahmen von weitgehender Bedeutung handelt, muß bei der Redaktion des Konreßprotokolls einwandfrei festgestellt werden, sowohl das esultat der oft zweifelhaften Abstimmung, als der Text der Beschlüsse, der bekanntlich nur in den seltensten Fällen — auch darin unterscheiden wir uns von anderen Tagungen — schon vor dem Kongreß oder während seiner Beratungen in schriftlieber Fassung vorliegt. 7. Für die Redaktion des Kongreßprotokolls steht der Exekutive nicht ein besonderer Apparat zur Verfügung, sondern diese Arbeit muß von denselben spärlichen Kräften besorgt werden, denen die Bewältigung der sonstigen Organisation«- afbeit anvertraut ist. Es ist vielleicht für das Prestige der Welt- Organisation vorteilhafter, darüber, aus wievielen Kräften das Organisationsdepot besteht, auch weiterhin Schweigen zu bcwahren. Die Tatsache, daß diesmal auch ein Vertreter des Kongreßbüros an der Redaktion des Protokolls teilnahm, änderte nicht viel an dieser Sachlage. 8. Es wäre irrig, aus der obigen Erklärung den Schluß zu ziehen, daß die Great Russell Street mit dem bisherigen Tempo der Protokollausgabe zufrieden ist. Wir möchten Ihnen im Gegenteil das Geheimnis verraten, daß wir für die Zukunft ein beschleunigteres Verfahren anzuwenden gesonnen sind. Mit vorzüglicher Hochachtung und Zionsgruß Leo Lauterbach für das Organisations-Dept. * Ollene Antwort Berlin, den 8. August 1927. Herrn Dr. Alfred Landsberg Wiesbaden. In Nr. 62 der ״Jüdischen Rundschau“ veröffentlichen Sie eine gegen mich gerichtete Zuschrift, an deren Schluß Sie die Erwartung aussprechen, daß ״Herr Lichtheim darauf in der bei mi gewohnten Weise reagieren wird“. Ihre Zuschrift enthält einen von moralischer Entrüstung impfenden Protest gegen den Sarkasmus, mit dem ich in!einem Artikel ״Zwischenrufe“ eine als ״Interview mit Dr. *Zeizmann“ ausgegebene Veröffentlichung des Londoner Büros behandelt habe. Nun ist Sarkasmus an sich keine im politischen Kampf unzulässige Waffe, und es wird außerhalb einer gewissen Gruppe deutscher Zionisten wohl niemand verstehen, wieso die ,rkastische Behandlung einer — zugestandenermaßen — nicht « Herrn Dr. Weizmann stammenden Büroausarbeitung eine ferlcbtlichmachung des Präsidenten der Organisation“ be* utet. Im übrigen war dieser Sarkasmus nicht nur durch die gewählte Form des ״Interviews“ gerechtfertigt, sondern vor allem durch die Unklarheiten und Widersprüche des angeblich darin enthaltenen ״Weizmann-Programms“, die ich aufgedeckt und mit früheren gegensätzlichen programmatischen Erklärungen der Leitung verglichen habe. Sie sind auf de« eigentlichen Inhalt meines Artikels (der in keinem Satz eine persönliche Kränkung oder formal unzulässige Kritik Dr. Weizmanns oder seiner Kollegen enthielt) nicht eingegangen. Doch genügte Ihnen die Tatsache, daß ich zu der von Dr. Weizmann geleiteten Exekutive in Opposition stehe, daß ich mich zu den programmatischen Erklärungen dieser Leitung kritisch, ja sogar zuweilen sarkastisch äußere, Um gegen mich eine Serie persönlicher Verunglimpfungen loszulassen. Ob Sie *dt Herrn Dr. Weizmann einen Gefallen tun, weiß ich nicht, ehte es aber bezweifeln. Ich kenne Dr. Weizmann viel länger 1 besser als Sie und neige daher zu der Ansicht, daß ihm * blinde Gefolgschaft eines unwissenden und humorlosen?Jßcitums, das wutschäumend den Gegner mit persönlichen himpfungen überhäuft, um sein Idol zu verteidigen — wer iKnicht diesen Typus deutschen Mannestums? —, daß Herrn weizmann diese Art von Gefolgschaft vielleicht eher peinerwünscht ist. Auch lebt ja der Präsident der Organi- 3»0 ui einem Lande, wo scharfe Angriffe der Opposition auf «־nde Staatsmänner als Kampf gegen deren politisches System «fanden und nicht von subalterner Untertanengesinnung Jiid rnd als eine hochgestellten Persönlichkeiten angetane 1 ומייg empfunden werden, die nur als ״Abreagieren von 4«0י iplexen“ erkürt werden kann. Auf die zahlreichen Anje cinzugehen, die den Hauptinhalt Ihrer Zuschrift bilden, » icp ablehnen, da kein öffentliches Interesse an der Zurück* susg persönlicher Invektlven besieht Ich reagiere darauf , -mit in der bei mir gewohnten Wdse, | Hochachtungsvoll R. Lichtheim. > * ן - geben dem Führer der Opposition das Wort zu un* wageschrankter Erwiderung, müsset» aber damit diese Diskussion Berliner Kalender Büro: Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin W 15, Meinekestr. 10. Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheckfonto Nr. 37 830 Berlin NW 7. Kassenverwaltung der B.Z, V. Sonnabend, den 13. August abends 81/3 Uhr Berliner Ortsgruppe des Hechaluz, Zusammenkunft im Volksheim, Dragonerstr. 22. Gäste willkommen. Sonntag, den 14. August Zionistischer Jugendbund Nordau, Kleine Fahrt, Treffpunkt %10 Uhr, Jannowitzbrücke. Jeden Mittwoch abends 9 Uhr im Gartenlokal Lips, Am Friedrichshain 16/23 (Brauerei Friedrichshain). Zusammenkunft der Gruppe Ost. Jeden Donnerstag abends 9 Uhr Zusammenkunft der Charlottenburger Zionisten im Caf< Kersten, Kurfürstendamm 90. schließen und es nunmehr unseren Lesern überlassen, sich nach Lektüre des Artikel» ״Zwischenrufe“ und der Zuschriften der Herren Dr. Landsberg und Lichthcim ein eigenes Urteil zu bilden. — Red. * Wir werden um Veröffentlichung nachstehenden Aufrufs gebeten: Etanianerinnen, Etaflianer! Schöne Stunden haben wir itt der ״Etania“ verbracht. Wir dürfen aber nicht mit der Abreise von Davos das fnteresse an ihr verlieren. Die ״Etania“ braucht uns dringend. Wir sind ihr und unserem Judentum einen Dienst schuldig. Wir wollen uns Zusammenschlüßen zu einer ,.Vereinigung ehemaliger ,Etanianer‘ in Deutschland“. — Folgt alle meinem Ruf. Schreibt sofort an mich ich werde euch weitere Auskunft geben. Jakob Bloch,!bringen a. K, Das Ende einer Verleumdung Die Nr. 33 der ״Jüdischliberalen Zeitung“ von 1926 enthielt einen Aufsatz ״Zionistische Romantik und Krimer Wirklichkeit“. Es ist darin die Rede, daß nach einer seiner in Amerika veranstalteten Propagandaversatnmlungen zu Ehren Bialiks ein Festbankett veranstaltet w׳orden ist, aut dem er die jüdischen Intellektuellen und die jüdischen Schriftsteller Amerikas für den Zionismus zu gewinnen suchte. Bialik habe in seiner Rede den jüdischen Schriftstellern zugerufen, sie möchten ihm in die Augen schauen und von der großen Auflebungsarbeit, die in Palästina jetzt vor sich gehe, überzeugt sein. Es kommen dann einige Zwischensätze, und es heißt dann weiter: ״Darauf erlaubten sich viele jüdische Schriftsteller, ihm doch in die Augen zu schauen, darunter der bekannte jüdische Kritiker Nigger und der Verfasser der ״Polnischen Wälder“ Opatoschu und andere, und sie erklärten ihm, daß sie seinen Rat befolgt und ihm und den Brüdern in Palästina in die Augen geschaut hätten. Da hätten sie bemerkt, daß, während sie sprachen, er seinen Kopf zu Boden gesenkt hielt und nicht wagte, ihnen in die Augen zu sehen, als sie bewiesen, wie der Stamm Jehuda in Palästina größtenteils aus Maklern und Händlern und Luftmenschen besteht und Zionistenführer wie Zlocisti & Co. bereit sind, um ihre Bodenspekulationen erfolgreich durchzuführen, den ganzen Stamm Jehuda zu verkaufen.“ Wegen der schweren, unerhörten Beleidigung hat Rechtsanwalt Dr. Klee für Dr. Zlocisti Beleidigungsklage erhoben. In einem Schreiben an Dr. Klee erklärt Ch. N. Bialik folgendes: ״Ich beehre mich hiermit Ihnen mitzuteilen, daß die in der ״Jüdischen Liberalen Zeitung“ im Artikel ״Zionistische Romantik und Krimer Wirklichkeit“ auf mich sowohl als auf Herrn Dr. Zlocisti bezughabenden Stellen von Anfang bis Ende glatterlogen sind. Ebenso Ist cs unrichtig, daß die Phrase vom Lokalaugenschein wie überhaupt die von mir im ״Pcrez- Verein“ New York gemachten Aeiißeningen irgendetwas mit alästinensischen Angelegenheiten zu tun hatten. Die Unteraltung war rein literarisch und drehte sich lediglich um die hebräisch-jiddische Sprachenfrage, wobei weder politische noch wirtschaftliche Fragen Palästinas berührt wurden. Ich brauche Ihnen wohl nicht erst zu sagen, wie mich die niedrige und gemeine Beleidigung eines Menschen wie Dr. Zlocisti erbittert hat. Dr. Zlocisti ist uns allen als ein durchaus reiner und korrekter Mensch bekannt, der seine ärztliche Praxis betreibt und sich nie mit Bodenspekulationen abgegeben hat. Während seines Aufenthaltes in Palästina hat sich Herr Dr. Zlocisti die allgemeine Achtung und Wertschätzung seiner Mitbürger erworben und deshalb ist es mir um so Unverstandlicher, weshalb sich der Artikelschreiber gerade diesen geachteten Menschen als Zielscheibe für seine Verleumdungen ausgesucht hat.“ Daraufhin hat nunmehr die Schriftleitung der ״Jüdischliberalen Zeitung“ in Nr. 2t von 1927 folgende Erklärung abgegeben: ״In Nr. 33 des vorigen Jahrganges unserer Zeitung war in einem Aufsatz von L. Wolff über ״Zionistische Romantik und Krimer Wirklichkeit“ erwähnt worden, daß bei einem Bankett zu Ehren des Herrn Bialik heftige Angriffe gegen die Bodenspekulation in Palästina gerichtet seien. In diesem Zusammenhang hieß es in dem Aufsatz: ״Da hätten sie bemerkt, daß, während sie sprachen, er (Bialik) seinen Kopf zu Boden gesenkt hielt und nicht wagte, ihnen in die Augen zu sehen, als sie bewiesen, wie der Stamm Jehuda in Palästina größtenteils aus Maklern und Händlern und Luftmenschen besteht und Zionistenführer wie Zlocisti & Co. bereit sind, um ihre Bodenspekulationen erfolgreich durchzuführen, den ganzen Stamm Jehuda zu verkaufen.“ Herr Dr. Zlocisti fühlt sich durch diesen Passus schwer beleidigt, um so mehr, als er weder direkt noch indirekt, weder persönlich oder mit anderen oder durch andere jemals auch nür eine irgendwie geartete Beziehung zum spekulativen Bodenhandel in Palästina gehabt hat und hat. Wir stehen nicht an, zu erklären, daß wir das Opfer einer falschen Orientierung waren und nehmen die in dem Aufsatz von L. Wolff enthaltene Beleidigung mit dem Ausdruck des Bedauerns und der Bitte um Entschuldigung zurück. Sclnift'.eitung der Jüdisch-liberalen Zeitung.“ Der ״Internationale Kunst-Verein“ in Rom arrangiert eine Ausstellung der Werke des amerikanisch-jüdischen Malere und Radierers Elias Grossman. Grossman’s Mussolini-Porträt gilt in Italien als das beste Porträt des Diktators. Palästina-Amt and Palästina-Lloyd Auf Grund eines freundschaftlichen Abkommens ist die Passage-Abteilung des P a l ä s t i n a - A m t e s nunmehr mit der ,Palästina Lloyd G. m. b. H. vereint worden. Die Notwendigkeit hierzu ergab sich aus der Tat- Sache, daß zwischen dem palästinensischen Palästina Lloyd (dessen gesamtes aktives Kapital ja bekanntlich der Anglo Palestine Company gehört) und dem europäischen Palästina Lloyd ein enges Zusammenarbeiten hergestellt werden mußte, in das die Passage-Abteilung des Palästina-Amtes in geeigneter Form mit einzubeziehen war. Fs hatte sich auch hefausgestellt, daß die Existenz zweier konkurrierender Institutionen, wie sie die Passage-Abteilung des Palästina-Amtes und der Palästina Lloyd darstellten, für beide nachteilig war und die Klienten beider Institutionen verwirrte. Die Vereinbarung fM'ischen Palästina-Amt und Palästina Lloyd G. m. b. H. wuTO getroffen durch die Palästina-Amts- Kommission und unter aktiver Mitwirkung der Zionistischen Vereinigung, für Deutschland. Die Interessen des Palästina- Amtes wurden nicht nur in vollem Maße gewahrt, sondern es gelang, darüber hinaus auf den Palästina Lloyd einen maßgebliehen zionistischen Einfluß, teils vertragsgemäß, teils personeller Art. zu gewinnen. Der Palästina Lloyd ist somit das offizielle Reisebüro des Palästi na-Amtes geworden. Es ist dafür gesorgt, daß wie in der Passage-Abteilung des Palästina-Amtes in der Auskunfterteilung und Reiseorgamsierung das Prinzip der Objektivität voll und ganz gewahrt bleibt. Die vertragsgemäße Zus.imnm ׳! ז'seit zwischen Palästina Lloyd G. m. b. H und Palästina-Amt ist mit den Palästina- Aemtern in Berlin, München und Leipzig geregelt. Die anderen Orte Deutschlands, in denen zurzeit keine selbständig arbeitenden Palästiiia-Aemtern bestellen, sollen wie bisher direkt mit der Berliner Institution arbeiten. Wir geben unseren Freunden und Gesinnungsgenossen hierdurch von dieser Regelung Kenntnis und bitten, von nun an Palästinareisen durch unser offizielles Reise- und Passage-Büro, der Palästina Lloyd G. m. b. H., durchzuführen. Palästina-Amt, Berlin. Sport Bar Kochba-.Melsterschaften. Der deutsche Kreis des Makkabi-Wcltvcrbandes, dem fast alle deutschen Bar Kociiba-Vcreine angehören, veranstaltet sein diesjähriges Kreissportfest am Sonntag, den 28. August, in Berlin. An diesem Tage werden die Meisterschaften für das Jahr 1927 ausgetragen. Die Durchführung des Festes liegt in den Händen des Berliner Bar Kochba. Fast alle jüdischen Sportvereine Deutschlands senden ihre stärksten Rennmannschaften nach Berlin, um an den Kämpfen um die Meistertitel teilzunehfflen. Der Berliner Bar Kochba tritt mit seiner gesamten Kampfmannschaft an, darunter der in Finnland gebürtige Katz. Bei dem Sportfest wird der Berliner Bar Kochba in einer besonderen Vorführung ein ״buntes Bild“ stellen, das dem Publikum einen kleinen Einblick in die weitverzweigte Körperausbildungsarbeit des Bar Kochba geben wird. Zu Beginn der Hauptkämpfe werden unter den Klingen des jüdischen Turnerliedes sämtliche Teilnehmer einmarschieren. Obschon der Meldetermin erst am 15. August abläuft, ist bereits heute mit einer Massenbeteiligung für das Fest zu rechnen. Der Berliner Bar Kochba veranstaltet das Sportfest in Gemeinschaft mit der Jüdischen Volkspartei. R. J. F. Harry Rosenthal II von der liu-Jitsu-Öruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, Berlin, der schon deutscher Meister im Fliegengewicht 1926 war, hat diesen Titel auch für 1927 errungen. Damit hat die Jiu-Jitsu-Gruppe des / Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten in’diesem Jahre zwei deutsche Meisterschaften und einen zweiten Platz erreicht und somit das vorjährige Ergebnis von Köln a. Rh. weit übertroffen. Bar Kochba-Relsen. Am 7. August nahm eine Mannschaft des Bar Kochba Berlin an den leichtathletischen Wettkämpfen in Erfurt teil und konnte in beiden Konkurrenzen, die sie!bestritt, den Sieg erringen. Katz gewann das 3000 m- Laufen in guter Zeit mit 150 m Vorsprung, und die Mannschaft Janklowitz, Kraus, Bergmann und Katz siegte in der 4 X 800ffl* Staffel in einer Zeit, die nur um eine Sekunde schlechter ist als der deutsche Rekord, gegen beste deutsche Mannschaften. Weniger erfolgreich schnitt der Bar Kochba am gleichen Tage beim Liibeckschen Sportfest im Friedrichshain ab, wo er zwei Wanderpreise zu verteidigen hatte, aber beide abgeben mußte. In der Lübeckstaffel verlor der erste 300 m־Läufer zirka 30 m, die trotz bravourösen Laufens derGebr. Kurz,Simmenauers und Simons nur auf 3 m aufgeholt werden konnten, so daß Bar Kochba sich mit dem 2. Platz begnügen mußte. Denselben Platz belegte Bar Kochba auch in der 4 X100 m-Staffel, wo die von der kurz vorher gelaufenen Lübeckstaffel ermüdete Mannschaft trotz ausgezeichneten Laufens knapp vom S. C. C. Rosenthal Dritter. — Am Sonntag, den 14. 81, "startet eine Mannschaft des Bar Kochba in Leipzig. Der XV. Zionistenkongreß wird in den Räumen der Schweizerischen Mustermese tagen, in welcher be* reits die nötigen Umbauten in vollem Gange sind. In dem historischen Baseler Stadtkasino, wo vor genau 30 Jahren die Zionistische Weltorganisation gegründet wurde, wird eine große Jubiläums Veranstaltung abgehalten werden. Zu dem Kongreß, der vierzehn Tage dauern dürfte, haben sich bisher etwa 2000 Delegierte und Gäste aus allen Teilen der Welt angemeldet, darunter etwa 200 VertreterderWalt* presse. Auffallend ist die verhältnismäßig sehr starke Beteiligung der überseeischen Länder. Während der Dauer des Kongresses erscheint eine offizielle Kongreßzeitung. Unter den Nebenveransfaitungen dürfte besonderes Interesse die Ausstellung eines Kolossalgemäldes von Pilichowski erregen, darstellend die Eröffnung der Hebräischen Universität in Jerusalem. In Heft 7 des Mitteilungsblattes des Landesverbandes der israelitischen Religionsgemeinden Hessens ist ein interessanter Artikel des bekannten alten Zionisten Lazarus Fried mann, Mainz, über ״Die Meraglim des 20. Jahrhunderts“ enthalten, der die Aehnlichkeit der Berichte und Schilderungen von einzelnen heutigen Palästinabesuchern mit denen der 12 Meraglim, die von Moses vor dreitausend Jahren zur Auskundschaftung in das Land Kanaan gesandt wurden und über das Land sehr ungünstig urteilten, behandelt. Der treffende Aufsatz schließt mit den Worten: ״Ein tragisches Drama, das sich vor dreitausend Jahren in Israel abspielte, wiederholt sich jetzt vor unsem Augen.“ Englischer Sprachkursus. Damen und Herren, Mitglieder der B. Z. V., die gewillt sind, jeweils Sonnabendabend an einem Konversationskursus der englischen Sprache (a) für Anfänger, b) für Fortgeschrittene) unter Leitung eines englischen Professors teilzunehmen, wollen sich bei der B. Z. V., Meittekestraße 10, melden.

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