Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 61 (2.8.1927)
- Date
- 1927-08-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 61, 2. VHL1027 JUEOISCHE RUNDSCHAU Seite 437 Bamidbar Kongreßreform wird gefordert. Wieder einmal 80 spät, daß eine wirklich durchgreifende Aenderung nicht mehr möglieh ist. Zum Neuaufbau des Kongresses bleibt keine Zeit. So bleibt doch wenigstens Zeit zu einer Diskussion. — — Daß der Kongreß aus organisatorischen Orunden und Gründen des Prestiges umgeformt werden muß, ist hier oft dargelegt worden. Es besteht aber eine noch zwingendere Notwendigkeit. Der Kongreß wird, nüchtern gesprochen, als Ergebnis die Sanierung unserer Kolonisatiqnen einleiten. Ueber die Formen wird gestritten werden. Nach vielen Debatten, deren Tenor.schon heute feststeht, wird das Weizmann-Proramm in den wesentlichen Punkten angenommen werden, ieses Programm sieht für die nächsten Janre eine dezimierte Einwanderung vor. Und hier liegt ein Kernpunkt des Problems. Es bleibe unerörtert, ob bei einigen tausend Menschen im Jahr von einer Immigration noch die Rede sein kann und. wie man sich auf diesem Wege die Erreichung einer jüdischen Majorität denkt. Darüber wird auf den Tribünen der Wahl- Versammlungen genug geredet werden. Der Kongreß wird das Programm akzeptieren, weil keine Gruppe die Verantwortung für eine 5. Alijah übernehmen kann. Wird die gewählte Leitung daraus die Konsequenzen ziehen? Wird matt sich bewußt werden, daß man dadurch abermals die Tore Palästinas zuschlägt? Wir werden wieder in die Wüste geschickt, nicht weil wir, wie die Kinder Israels, von denen die Bibel erzählt, kleingläubig und verzagt sind, sondern vielleicht, weil wir im Gegenteil zu leicht geglaubt haben, zu optimistisch im wirtschaftlichen Denken, zu illusionär in unsern Träumen waren. Wir werden in die Wüste geschickt, und wir murren nicht. Aber wir erwarten, daß Kongreß, Exekutive und Landes- Organisation sich dieser Lage bewußt sind. Heute beherrscht das Budget den Kongreß. Ueberraschend schnell haben unsere Delegierten die Gepflogenheiten der Parlamente bei Verhandlungen über den Etat gelernt. Nicht immer zum Vorteil Palästinas. Ke zionistischen Bedürfnisse chitza la’arez fanden auf dem Kongreß keine genügende Vertretung. Das war Galuth. Und Galuth waren die Zuriickgebliebenen. Nun werden, nach dem Wunsch der zionistischen Leitung, die Zurückbleibenden immer mehr werden, die Zu• rückbleibenden, von denen dann nicht mehr behauptet werden kann, daß nur mangelnde Entschlußkraft, Bequemlichkeit*und Unfähigkeit, ein Opfer zu bringen, sie an der Uebersiedlung hindert. Welche Pläne hat die Leitung zur Stärkung der zionistisehen Zentren? Wodurch glaubt sie, zionistische Schwungkraft und Lcistungsfreudigkeit in deii Menschen zu erhalten, die seit mehr als zwanzig Jahren keine Möglichkeit sehen, die ״Illusion“ ihres Lebens, nämlich die Fortführung ihrer Existenz in Erez-Israel unter würdigen Bedingungen, zu verwirklichen? Der palästinozentrische Zionismus in reinster Ausprägung konnte das Galuth mit einigem Recht vernachlässigen. Bei einer Einwanderung von einigen Tausenden ira Jahr, von wenigen Hundert aus einem Lande, bei der offensichtlichen Unmöglichkeit, auch nur diejenigen Menschen hinüberzu• bringen, die sich bereits in der Hachschara befinden, stellt der Zionismus heute vor der Pflicht, das Galuth zu stärken. Es muß unsern Menschen die Möglichkeit eines sinnerfüllten Daseins unter zionistischen Aspekten gegeben werden. Das Wort Galutharbeit hat bei uns keinen guten Klang. Nicht immer ist darunter die Gründung einer Zeitung, die Abhaltung von Demonstrationsversammiungen verstanden. Wie steht es um unsere Propaganda? Wo sind die neuen Kadres, die in die zionistische Front einrücken? Die Ausrufung eines Werbemonats im vorigen Jahr (er kam, wie alle Parolen bisher, überraschend), hat keine überwältigenden Ergebnisse gebracht. Wird man auf dem Kongreß erfahren, welche Pläne die Leitung im kommenden Jahre verwirklichen will, um den Radius der werbenden zionistischen Idee zu vergrößern? Wie steht es um das, was wir bisher Kulturarbeit nannten? Die Exekutive überläßt die Sorge dafür den Landes- Organisationen, und diese haben keine Mittel. Ihr Budget, aus der Zionistenstcuer aufgebracht, dient neben einigen Subventionen, administrativen Zwecken. Administration ist gut und bei uns doppelt notwendig, aber es ist mehr als beschämend, wenn beispielsweise unsere Schulen daneben ein materiell gefährdetes Dasein führen müssen. Wie lange wird die Leitung gestatten, daß sich für jede Arbeit im Galuth eine besondere Vereinigung bilden muß, die eigene Mittel sammelt? Ist die Ressortmonomanie bei dem kleinen Kreis der Zionisten und der Vielfältigkeiten unserer Institutionen nicht allmählich unerträglich geworden? Hebräisierung, Jugend* gewinnung, Frauenarbeit, Wohlfahrtsarbeit unter zionistisehen Gesichtspunkten statt unter den philantropiscben der Gemeinden gibt es heute eine Stelle in der Leitung oder auf dem Kongreß, die dafür einen zentralen Plan besitzt? Soll dies alles weiter den Zufälligkeiten und Unzulänglichkeiten ausgesetzt sein, wie bisher? Man fordert Kongreßreform, Teilung in einen demonstrativen und einen beratenden Teil. Darüber hinaus ist zu fordern, daß der Kongreß die Leitlinien festlegt, nach denen in den Ländern die Arbeit an der zionistischen Idee geleistet werden soll. Man wende nicht ein, die Verschiedenheit der politischen Bedingungen vertrage keine einheitliche Galutharbeit, was in Polen notwendig ist, könne in Deutschland überflüssig und in England unmöglich sein. Wir wissen, daß keine zionistische Arbeit in den Ländern nach dem gleichen System vor sich geht. Es handelt sich hier nicht um die Geltendmachung innenpolitischer Rechte, es handelt sich um den Ausbau und die Festigung der zionistischen Front. Vielleicht haben wir nicht genug für Erez-Israel getan, vielleicht waren wir auch noch zu schwach. Dafür büßen wir in der Wüste des Galuths. Aber selbst in der Wüste haben wir ein Anrecht auf ein O h e 1 m o e d.... Meir ben Jizchak. Der Kampi um die Rechtschutz-Konierciu Der Chefredakteur der Tageszeitung .,Jewisft Times״, Morris Myer, macht in seiner Zeitung den folgenden Kornpromißvorschlag in der Frage der für den 17. August nach Zürich einberufenen Konferenz zum Schutze der jüdischen Rechte: Statt des von den Einberufern geplanten internationalen Zentrakomitecs für den Schutz der jüdischen Rechte soll nur ein aus Vertretern der jüdischen Minderheiten jener Länder sich zusammensetzendes Komitee gebildet werden, in denen die Juden auf Grund der internationalen Verträge Minderheit«- rechte genießen. Dieses Komitee soll in Fällen, wo garantierte jüdische Rechte nicht respektiert werden, mit den unabhängigen jüdischen Organisationen in Mitteleuropa, Westeuropa und Amerika in Verbindung treten, damit diese in die Lage kommen, die erforderlichen Schritte beim Völkerbund zu unternehmen. Niemand, schließt Morris Myer, wird gegen eine Verbindung der jüdischen Minderheiten zwecks gegenseitigen Beistandes in lokalen, politischen und religiösen An* gelegenheiten etwas einzuwenden haben. Das Kolossalgemälde Leopold Pi lichowskis, welches den feierlichen Akt der Eröffnung der Hebräischen Universität zu Jerusalem darstellt, wird in der Zeit des 15. Zionistenkongresses in Basel ausgestellt sein. Berliner Kalender Büro: Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin W 15, Meinekestr. 10. Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheck konto Nr. 37 830 Berlin NW 7. Kassenverwaltung der B. Z. V Dienstag, den 2. August abends 8y* Uhr Kongreßversammtung der B. Z. Vn in den Musikersälen, Kaiser-Wilhelm-Straße 31. Referenten: Vertreter sämtlicher Parteien. Eintritt 20 Pf. Mittwoch, den 3. August abends 8>/j Uhr Kongreßversammlung der B. Z. V, im Gartensaal der Loge, Kleiststr. 10. Referenten: Vertreter sämtlicher Parteien. Eintritt 20 Pf. Mittwoch, den 3. August abends 8*/4 Uhr Zionistischer Jugendbund Nordau, in den Citysälen, Dresdener Str. 52 Diskussionsabend über: ״Die Lehren der griechischen für die jüdische Kolonisation“. Einleitendes Referat: James Bendersky. Jeden Mittwoch abends 9 Uhr im Gartenlokal Lips, Am Friedrichshain 16/23 (Brauerei Friedrichshain). Zusammenkunft der Gruppe Ost. Jeden Donnerstag abends 9 Uhr Zusammenkunft der Charlottenburger Zionisten im CafS Kersten, Kurfürstendamm 90. Die Wirkungen des Erdbebens Jerusalem, 20. Juli (J. T. A.) Die Synagoge ״Sdinei Luchot“ in der Altstadt von Jerusalem ist durch aas Erdbeben so schwer baufällig geworden, daß sie aus Gründen der öffentlichen Sicherheit abgetragen werden mußte. An der Hebräischen Universität, die bekanntlich einen Schaden von £E 10000 erlitt, sind die Ausbesserungsarbeiten bereits begönnen worden. Viele von Juden bewohnte Privathäuser der Altstadt mußten wegen Baufälligkeit abgetragen werden. ״Falastin“, das offizielle Organ der Palästinensisch-Arabischen Exekutive, übt scharfe Kritik an arabischen Führern und Institutionen wegen ihrer passiven Haltung bei der Hilfsarbeit für die Erdbeben-Opfer und spricht ihre höchste Achtung den Juden aus, die mit großen Geldsummen und mit persönlicher opfervoller Arbeit den Notleidenden zu Hilfe kommen, dabei aber — wie die Spende von Nathan Straus zum Ausdruck bringt — keinen Untersthied zwischen Religion und Rasse machen. Die Gesellschaft ״Brith Schalom“, die für eine Annäherung zwischen Juden und Arabern tätig ist, hat an die Bürgermeister aller vom Erdbeben betroffenen Orte Beileidskundgebungen gesandt. Das Wohnviertel der Samaritaner in Nablus wurde voll* ständig zerstört. Die Samaritaner, die in Zelten wohnen, sehen dem kommenden Winter mit schwerster Sorge entgegen. Der Aufbau der 5Q Häuser für die insgesamt 50 Familien würde £ 10000 kosten; weitere £ 10000 werdet! für den Erwerb von Boden u. a. m. benötigt. Der Ban des Lehrerseminars ln Jerusalem Wie wir bereits in Nr. 28 der Ziko mitgeteilt haben, hat das amerikanische Komitee für den Bau des Lehrerseminars in Jerusalem nach längeren Verhandlungen die telegraphische Zustimmung für den baldigen Beginn des Baues des Lehrerseminars in Jerusalem erteilt, nachdem vorher versucht worden war, den Beginn des Baues auf Oktober zu verschieben. Weitere Nachrichten aus Amerika bestätigen, daß mit der Arbeit sofort begonnen werden soll. Die Verhandlungen des Unternehmers mit dem Arbeitsbüro der Histadruth — bekanntlich hat seinerzeit die Frage der Verwendung auch nicht von der Histadruth empfohlener Arbeitskräfte in Palästina große Aufregung verursacht — wurden wieder erneut und haben zu einer Vereinbarung geführt, laut welcher alle Arbeiter vermittels des Arbeitsbüros engagiert werden sollen. Man hat bereits mit der Vorbereitung der Steine begönnen, wobei 30—40 Steinarbeiter beschäftigt sind. 15 Arbeiter führen die Vorbereitungsarbeiten auf dem Bauplatz durch. In den nächsten Tagen soll mit den Orabungsarbeiten für die Fundamente begonnen werden. (Ziko.) Die kanadischen Zionisten haben auf ihrer letzten Jahreskonferenz nach einer Ansprache Ussischkins den Beschluß fefaßt, noch in diesem Jahre eine Million Dollar für den Mischen Nationalfonds aufzubringen. 33 000 Dollar wurden unter den Delegierten gesammelt. Kongreß-Bericht Wie bei den letzten Kongressen wird aud» diesmal wieder ein vollständiger Verhandlungsbericht In der offiziellen Kongreß-Zeitung erscheinen. Wir haben die Abonnentenwerbung für die Kongreß Zeitung insbesondere in unserem Leserkreis übernommen, um das Zustandekommen der Kongreß-Zeitung mit zu ermöglidien. Wir ridtten hierdurch an alle unser« Leser die Bitte, uns bei der Werbung von Abonnenten für die Kongreß* Zeitung zu unterstützen und st* ni*i nur darauf zu beschranken, ein eigenes Abonnement aufzugeben. Wir sind au* dankbar für Aufgabe von Adressen, an die wir uns direkt mit Abonnementseinladungen wenden können. Die Gebühren betragen für die vorgesehenen zwölf Nummern Mk. 340. Verlag ״Jüdiadie Rundtd&au" Berlin W1$, Mcfnekesira$e 10 PosisAeckkonto: BeHin Nr. 17392. Einweihung des Jugendheims Seesen Nach verhältnismäßig kurzer Zeit ist es gelungen, einen schon lange in der jüdischen Jugendbewegung vorhandenen Wunsch, nämlich die Schaffung eines eigenen Landerholungsheims zu verwirklichen. Die Zentral wohlfahrtsstelle der deutschen Juden hat im vorigen Jahre das von dem Kuratorium der Jacobsohn'schen Waisenanstalt in Seesen verwaltete Waisenhaus, das wegen Mangel an Mitteln seine letzten Zöglinge im Jahre 1923 entlassen mußte, erworben. Jetzt ist das Haus seinem Bestimmungszweck übergeben worden. Der Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände, in dem alle Gruppen der jüdischen Jugendbewegung vertrete» sind, hat das Haus mietweise von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden übernommen und es zweckmäßig ausgestaltet. Ein großer Garten umgibt das Haus, ein Teil dient jetzt als Sport- und Spielplatz. Das Heim, das am 12. Juli zum ersten Male belegt worden ist, ist am Sonntag, den 24. Juli, eingeweiht worden. Von den staatlichen und städtischen Behörden und von vielen Einzelpersonen waren Begrüßungsschreiben eingegangen. Ansprachen hielten Dr. Ludwig Tietz, Rechtsanwat Dr. Kopfstein und Lubinski (im Namen des Reichsausschusses). Dr. Hildesheimer begrüßte im Namen des Vorstandes der Zentralwohlfahrtsstelle das neugegründete Heim. Dr. Ollendorff sagte für Geschäftsführung und Mitarbeiter der Zentralwohlfahrtsstelle Unterstützung und Förderung zu. Für den Vorstand der Jüdischen Gemeinde Berlin und zugleich für das Wohlfahrtsamt der jüdischen Gemeinde überbrachte Herr Caspary dem Heim seine besten Wünsche. Im Aufträge der Groß löge für Deutschland, deren Präsident Dr. Baeck seine Wünsche schriftlich zum Ausdruck gebracht hatte, sprach Prof. Wolfsdorf. Darauf sprachen die Vertreter aer dem Reichsausschuß angeschlossenen Jugendverbände. Der Vertreter des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands, Felsenthal, übergab mit seinem Glückwünsch dem Heim einen silbernen Kidduschbecher. Das Symbol, daß die Juden in allen Ländern an jedem Freitagabend eint, soll auch zum Symbol der Einigkeit der jüdischen Jugend werden. Kleine Nachrichten Das Hauptbüro des Keren Hajessod teilt mit, daß cs während der Kongreßzeit, und zwar schon vom 22. August bis zum 18. September, seine Korrespondenz in Angelegenheiten der Organisation und Propaganda von Basel aus erledigt. Ueberwekungen und Korrespondenzen für die Finanzabteflung des Hauptbüros dagegen sind wie gewöhnlich nach Jerusalem bzw. dem Jewish Colonial Trust in London zu richten. Die Keren Hajessod-Adresse für Korrespondenz lautet: Büro des XV. Zionkten-Kongresses, für Keren Hajessod, Basel, Messegebäude. Die Telegrammadresse lautet: Kerjessod Congrezion Basel. Am Freitag, den 8. Juli, wurden die Gebeine des verstorbenen Ingenieurs Akiba Pomeranz aus Santiago in Chile nach Erez-Israel gebracht. Der Verstorbene war einer der bedeutendsten Zionisten und Mitarbeiter des Keren Hajessod in Chile. Der Sarg, mit der englischen Flagge bedeckt, wurde vom Kapitän des englkchen Dampfers, der seine Flagge auf Halbmast zog, ans Land gebracht. Die Leiche wurde vom Zionistischen Klub in Tel-Awiw aus unter Begleitung einer großen Volksmenge auf den Friedhof . den Verstorbenen während ihres Aufenthaltes in Chile kennengelernt hatten. Die Versicherungsaktion der K. K. L., die sich auf Oesterreich, die Tschechoslowakei, Deutschland, Ungarn, Ingoslawien und Palästina, sowie neuerdings auch auf Belgien, Bulgarien, Griechenland und Aegypten erstreckt, hat bisher 5713 Abschlüsse von Lebensversicherungen auf eine Summe von £ 1 156 771 zu verzeichnen. Das Nettoergebnis an Superprovision für zionistische Zwecke und vor allem den Keren Kajemeth, belief sich in dieser Zeit auf rund £ 12 000. Außerdem wird eine stets steigende Zahl von Versicherungen in Nordamerika, Südafrika, Ostasien und in den vorgenannten Ländern direkt auf den Namen des Keren Kajemeth Lejisrael abgeschlossen. ״A d e v e r u 1“ teilt aus autoritativer Quelle mit, daß der jüdische Advokat Ros en t ha 1 zum rumänischen Gesandten in London ernannt werden wird, nachdem der bisherige Gesandte, Titulescu, Außenminister des Kabinetts Bratianu geworden ist Advokat Rosenthai ist einer der prominentesten Juristen Rumäniens. Er war ein Mitglied der rumänischen Delegation bei der Friedenskonferenz. Rosenthal ist rumänischer Assimilant Der berühmte englisch-jüdische Maler Solomon J. Solomon ist im Alter von 66 Jahren einem Herzschlag erlegen. In englischen Kunstkreisen hat die Trauerbotschaft einen tiefen Eindruck gemacht; die Presse widmet dem heimgegangenen Künstler eingehende Würdigungen. Das Czernowitzer Militärgericht verurteilte fünf Chaluzim zwischen 18 und 20 Jahren wegen verbotener Grenzüberschreitung zu je drei Tagen Arrest. Die jungen Leute hatten mehr als zwei Monate in Untersuchungshaft zubringen müssen. Laut einer soeben getroffenen Vereinbarung schließt sich die Krankenkasse des Hapoel Hamisrachi der Krankenkasse der allgemeinen Arbeiterorganisation (Kupath Cholim) an. Ab 1. August 1927 löst sich die Krankenkasse des Hapoel Hamisrachi auf. Der Präsident des amerikanisch-jüdischen Wanderer-Schutz- und Hiifsvereins ״H1AS“, Herr Dr. Abraham Herrmann, wird seine Ferien in Europa verbringen und die Gelegenheit benutzen, das HIAS-Werk in den verschiedenen Ländern zu insp! zieren. ״Israelit“ meldet aus Darmstadt: Im Anschluß an die historische Ausstellung dieses Sommers ״Alte Kunst am Mittelrhein“ ist nunmehr auch eine J ü - dische Abteilung eröffnet worden, welche jüdische Kunstwerke des Mittelalters und Abbildungen nach solchen aus dem Gebiet zwischen Worms und Koblenz umfaßt. Am interessantesten ist eine Reihe kostbarer Handschriften des 13. bis 15. Jahrhunderts, neben dem berühmten Machsor aus der Wormser Synagoge, zwei Machsorim mit Miniaturen, zwei hebräische Bibeln um 1300, einem Psalter und vor allem die älteste Niederschrift der Minhagim von Jacob Levi aus der Frankfurter Stadtbibliothek, Gemäß einer von der Polizei veranstalteten Zählung stehen In Tel-Awiw augenblicklich bei einer Gesamtzahl von 21000 Zimmern 2000 Zimmer leer. (Ziko.) Hebräische Sprachschule, Klrjath-Sepher, Breslau. Der Unterricht beginnt wieder Montag, den 8. August. Er findet zu den für alle Kurse bisher festgesetzten Zeiten in den Räumen des jüdisch-theologischen Seminars, Wallstr. 14, statt. Ei« neuer Anfängerkursus wird gebildet. Anmeldungen für alle Kurse vom 8. August an stets Montag bis Donnerstag,?/*8—1/29 Uhr abends, Wallstr. 14, pt., 2. Tür links.