Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 61 (2.8.1927)
- Date
- 1927-08-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Einzelnummer 0,23 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag Berlin W 15, Meinekestrafie 10. Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1,85 Goldruark, vierteljährlich 5,25 Goldmark. Atislandsabannementt werden « der Wahren# der einreinen Linder berechnet Nummer 61 I Berlin, 2. VIII. 1927 Anzeigen -Verwaltung Jüdische Rundschau G.m.b.H., BcrlinWlS, Meinekestr.10 Telephon! Amt Bismarck 7165—70. Anzaigespreia: SgeipalbNoop&reiliczeile 030 G.-M. Stellecgesoche 0,25 G.-M* Anzeigenachlafi: Dienstag und Freitag nachmittag 4 Uhr* Telephon: Bismarck 716570 ״־. Postscheckkonto! Berlin Nr. 17 392. För Oesterreich: PoiUparkaaienamt Wien, Konto Nr. 156 030. Für Tschechoslowakei: roitaparkassenamt Prag« Konto Nr. 59 410. Für Polen: PosUparkassenamt Warschau, Konto Nr708 190 ׳. Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. Oer Zlonismu« erstrebt für da» JUdliche Volk die Schgffuna einer ÖWntHch ■ rethtllch gesicherten Heimstätte In Palggtlna. ״Baseler Programm,»« Sokolow über Kongrefjprogramme Ein Interview mit einem Vertreter des ״Haolam" ״Wäre es möglich, Ihre Meinung über die verschiedenen in der letzten Zeit veröffentlichten Kongreßprogramme zu erfahren?“ ״Die Programme der verschiedenen Gruppen und Riehfungen enthalten, wie immer Wahlprogramme, viele richtige, aber meistens allzu allgemeine Bemerkungen. Es genügt nicht, wenn man ein Kongreßprogramm aufstellen will, Wunschziele vor Augen zu führen, sondern man muß sich darüber. Rechenschaff abgeben, was unmittelbar realisierbar ist und was nur die Richtung der zukünftigen Politik angeben soll. Im allgemeinen lieben es unsere Programmtheoretiker mehr in die Ferne zu schweifen, als Mittel und Wege für die Bewältigung konkreter Aufgaben zu zeigen. Man sollte gelegentlich auch von anderen Völkern lernen. In England sind Programme natürlich auch etwas anderes als Taten, aber dennoch kontrolliert die öffentliche Meinung bis zu einem gewissen Grade, inwiefern eine Gruppe, wenn sie zur Macht gelangt, sich als fähig erweist, ihre ״Pledges“, d. h. ihre Wahlversprechungen, zu erfüllen. Bei uns ist man noch weit davon entfernt, urogrammatische Formulierungen am Maßstab der Realisierbarbarkeit zu kontrollieren. Dennoch enthalten, wie gesagt, manche Programme wertvolle Hinweise, die von der Exekutive gewiß in Betracht gezogen werden müssen. Manche Programme zeichnen sich besonders durch allgemeine und unklare Formulierungen aus. Um nur einige Beispiele zu geben: Es ist stets das Zeichen von sachlicher und programmatischer Unklarheit, wenn man, statt einen neu zu erschließenden Tätigkeitsbereich genau zu definieren, die Schaffung von ״Ressorts“ und ״Sekretariaten“ fordert. So verlangen manche die Einrichtung eines ״Ressorts für jüdische Gegenwartspolitik“, — offenbar in der Exekutive, — ein Ressort für ״Hebraisierung des Volkes“ und ein Ressort für ״zielbewußte Jugendarbeit . Man spricht nur das Wort ־Ressort aus — und vermeidet damit die Auseinandersetzung mit sehr schwierigen und zweifelhaften Einzelfragen. Nehmen wir z. B. die Gegenwartsarbeit So wichtig diese Arbeit, als solche ist, so zweifelhaft ist es, pb,die Bonj^tefte;Welt*»rgAni*#׳tJ0n.4te.idIete.rich qffcOaeen*. wartspohiik, 'C % v#«ehlttlch: *]t׳״־p!l!i»e'r, deutscher usw. Landespolitik befassen kann. Der 12. Kongreß hat diese Frage bekanntlich verneint. Er hat ausdrücklich beschlossen: ״Der Kongreß erklärt, daß die ganze politische Arbeit in den Gaiuthländern, die ein integrierender Teil der ge- *samten zionistischen Arbeit ist, bloß in der Kompetenz der Landes- und Sonderverbände liegt, die auf diesem Gebiete selbständig und von der Leitung der allweltlichen Zionistisehen Organisation unabhängig sind.“ Man braucht wenig politischen Scharfblick, um zu verstehen, warum der 12. Kongreß die Landespolitik ausdrücklich aus dem Arbeitsbereich der Zionistischen Weltorganisation ausgeschaltet hat. Wenn man eine andere Poiittik vorschlägt, so genügt es jedenfalls nicht, die Worte ״Schaffung eines Ressorts“ auszusprechen, sondern der Vorschlag müßte eingehend begründet und die offensichtlichen Bedenken müßten widerlegt werden. Heute hört man in vielen Ländern den Vorschlag, sogar die zionistischen Landesorganisationen scharf von einer besonderen Organisation abzugrenzen, deren spezielle Aufgabe die Führung der Landespolitik wäre. Ich will nicht sagen, daß dieser Weg der richtige wäre, aber man sieht, daß selbst in den einzelnen Ländern hinsichtlich der Idehtifizierung von zionistischer und Landespolitik Zweifel und Bedenken bestehen. Ganz ähnlich steht es mit dem ״Ressort für die Hebraisierung des Volkes“. Dieses Ressort ist in Wahrheit unser ganzes Palästinawerk, nicht bloß das hebräische Schulwerk in Palästina, sondern das sich auf hebräische Sprachgrundlage aufbauende Leben des Landes. Niemals noen hat ein ״Sekretariat für Hebraisierung des Volkes“ einen solchen Einfluß auch auf das Galuth ausgeübt, wie unsere lebendige Arbeit in Erez-Israel. Wir geben in Palästina £ 70 000 für unser Schulbudget aus und leisten damit eine Arbeit, die die Diaspora in intensivster Weise befruchtet. In steigendem Maße sehen w׳ir auch, daß Lehrer, die auf den palästinensischen Seminaren ausgebildet sind, in das Galuth hinausgehen, um dort die hebräische Sprache zu verbreiten. Im übrigen wird von den zionistischen Landesverbänden in vielen Ländern des Galuth intensive hebräische Kulturarbeit geleistet. Ein Sekretariat bei der Exekutive (das übrigens bereits einmal bestanden hat, sich aber damals nicht als zweckmäßig erwies), würde im wesentlichen eine Zentralstelle für den Austausch von Informationen und Erfahrungen darstellen. Ob ein solches Sekretariat geschaffen werden soll und kann, ist mehr eine Zweckmäßigkeitsfrage, mehr auch eine Frage der verfügbaren Mittel, als eine Prinzipienfrage. Es liegt übrigens, wie bekannt, ein Vorschlag der Allgemeinen Zionisten Palästinas vor, ein solches Kulturressort für das Galuth in Palästina beim Erziehungs- Departement zu schaffen. In jedem Falle aber muß man sich darüber klar sein, daß die Leistung eines Ressorts bei der Exekutive nur von untergeordneter Bedeutung sein kann gegenüber der eigenen Initiative der Landesverbände und unserer Leistung in Erez-Israel. Ganz ähnlich steht es auch mit dem ״Ressortfürzielbewußte Jugendarbeit“. Bestehen diese Ressorts denn in der Mehrzahl der einzelnen Landesverbände? Haben sie dort nützliche Arbeit geleistet? Oder hat sich nicht meistens gezeigt, daß die Zersplitterung der Jugendbewegung in verschiedene Teile — ein besonderes Charakteristikun, gerade der Jugendarbeit — einer zentralen Beeinflussung der Jugend im Wege steht? Dennoch ist gerade dies ein Vorschlag, der seit langem von der Exekutive erwogen wird und der, wenn d״׳ vorhandenen Mittel es erlauben, vielleicht akzeptiert werden kann.“ ״Man erhebt gegen die Leitung den Vorwurf, daß sie den Zionismus in den letzten Jahren immer mehr seines Inhaltes entleert habe und spricht von einer Politik der Liquidation, die innerjüdisch um jeden Preis zu einem Friedensschluß mit dem antizionistischen Judentum gelangen will. Was ist auf diese Vorwürfe zu erwidern?“ ״Es kann keine Rede davon sein, daß die Exekutive jemals eine Politik geführt hat, die einen Friedensschluß ״um jeden Preis“ mit dem antizionistischen Judentum erstrebt hat. Wir haben überhaupt nie mit Antizionisten verhandelt, sondern mit Ni chtzi oni s ten, mit denen ja alle kooperieren wollen. Wir haben niemals irgendein zionistisches Grundprinzip, nicht einmal einen Teil unserer Prinzipien auffegeben. Manche unserer Freunde sind offenbar der Meinung, aß ein aggressiver, politischer Kampf gegen die Nichtzionisten jener ״Inhalt“ ist, von dem der Zionismus in den letzten Jahren ״entleert“ worden sei. In der Tat ist heute ein wesentlicher Inhalt des Zionismus der Aufbau Erez-lsraels, und da auch alle der Meinung sind, daß hierfür eine wirtschaftliche und finanzielle Kooperation mit nichtzionistischen Kreisen erforderlich ist, so folgt daraus mit Notwendigkeit, daß nicht mehr reine Kampfpolitik genügen und Inhalt. des Zionismus sein kann. Wenn man das Geld der Nichtzionisten nehmen will, so muß die Auseinandersetzung mit ihnen in freundschaftlich belehrendem und werbendem Geiste geführt werden. Ist man anderer Meinung, so muß man auf jede Form der finanziellen Kooperation verzichten. Ich kann übrigens nur immer wiederholen, daß ich nicht sehen kann, daß der Zionismus heute seines Inhaltes entleert sei. Der Zionismus ist reicher geworden durch den Beginn der Verwirklichung des Palästinawerkes. Es gibt heute wirklich schon etwas wie eine Rückwanderung Palästinas auf das Galuth. Die Opferwilligkeit, zu der die Zionisten erzogen worden sind, ist eine große menschliche Bereicherung ihres Lebens und Wesens. Es scheint mir, daß selbst in der Jugend, ]heute die fgi Sjfiq» *ai, 'Wie "wir Bereits berichtet Mf«, sollte zwisclen Syrien und Palästina ein Zollvertrag geschlossen werden, laut welchem alle Wären, die mehr als 25 °/0. importierter Roh- Stoffe enthalten, zollpflichtig sind. Diese Bestimmung involvierte eine große Gefahr für die junge palästinensische Industrie, ganz besonders für die sich schön, entwickelnde Textilindustrie. Den zahlreichen Interventionen der palästinensischen Industriellen sowie der zionistischen Exekutive beim Leiter des Zoll- und Handels-Departements der Palästinaregierung Stead ist es gelungen, eine Aenderung dieser Bestimmung zu erwirken. Es sollen alle Waren, die mindestens 25 f>/0 Inlandskosten in sich tragen, im Verkehr zwischen Syrien und Palästina zollfrei sein. Da, abgesehen von allem anderen, die Arbeitslöhne immer zumindest gegen 25 »/o ausmachen, sind mit dieser neuen Bestimmung die Gefahren für die neuentstehende palästinensische Industrie behoben worden. (Ziko.) Spenden fttr die Erdbeben-Geschädigten London, 27. Juli (J. T. A.) Der Jewish Board of Deputies und die Anglo-Jewish Association haben gemeinsam einen von den beiden Präsidenten, O. E. d’Avigdor Golds m i d und Leonard G. Montefiore Unterzeichneten Aufruf an die englische Judenheit zur Stützung der durch das Erdbeben in Palästina Geschädigten erlassen. In dein Aufruf wird gesagt, man müsse nicht allein den Hungrigen und Obdachlosen Nahrung und Obdach geben, sondern es soll der palästinensischen Bevölkerung die Möglichkeit gegeben werden, die Arbeit für den Aufbau des Heiligen Landes mit der alten Energie und Hoffnungsfreudigkeit wieder aufzunehmen. Es wird dann auf die den gleichen Zielen zustrebende Aktion der Zionistischen Organisation hingewiesen, dieser die herzlichste Sympathie zugesichert und darauf hingewiesen, daß der Board und die Association bei diesem ihrem Hilfswerk einer hundertjährigen Tradition folgen und bestrebt seien, die Hilfe der gesamten Judenheit in England zu sichern. Durch freundschaftliches Einvernehmen soll ein schädliches Gegeneinander der beiden Aktionen vermieden werden; das Ergebnis beider Sammlungen wird dem stellvertretenden Oberkommissar von Palästina übermittelt werden, der es der notleidenden Bevölkerung ohne Unterschied von Rasse und Religion zuführda wird. Bis jetzt wurden durch den Board und die Association & 1673 aufgebracht; Bernard Baron figuriert mit £ 500 an der Spitze der Spender-Liste, M. M. Rothschild und Söhne spendeten & 250 und M. Samuel £ Co. £ 250. Warschau, 27. Juli (J. T. A.) Der Vorstand der jüdischen Gemeinde Warschaus beschloß, für das Hilfswerk zugunsten der Geschädigten der Erdbeben-Katastrophe in Palästina 25000 Zloty zu spenden. Die Repräsentanten der jüdisch-sozialistischen Partei ״Bund“ enthielten sich der Stimme. 39 Delegierte ans Polen Kongreßpolen wird laut Feststellung der dortigen HauptwahTkommission 18 Delegierte zum Kongreß entsenden. Kongreßpolen wurde in drei Wahlkreise geteilt mit je 6 Mandaten. Es kommen dazu noch Ostgalizien mit wahrscheinlich 12 und Westgalizien mit wahrscheinlich 9 Mandaten. (Ziko.) zionistische Aufgabe mit größerem Ernste begriffen wird, als früher. Die Cnaluziuth ist ihr und auch unser Erlebnis. Wenn trotzdem der Zionismus ohne aggressive Kampfpolitik nicht existieren könnte, so wäre dies ein schlechtes Zeichen für seinen geistigen Gehalt. Aber ich glaube nicht, daß dies der Fall ist. Daß wir uns überall mit scharfer Waffe zur Wehr setzen werden, wenn wir an gegriffen werden, ist selbstverständlich.“ ״Wie ist der Vorschlag des Ausbaus der politischen Exekutive, die mit mehreren, vollverantwortlichen Mitgliedern besetzt sein soll, zu beurteilen?“ ״Es handelt sich hier sozusagen tim die Anregung, die Dimensionen unserer politischen Arbeit zu erweitern. Niemand kann im Prinzip dagegen sein, und von uns selbst ist oft ein Aehnliches verlangt worden. Es ist nur die Frage, cb sich eine solche Forderung in den uns gesetzten Grenzen realisieren läßt. Es ist auch die Frage, ob wir über genügend Menschen verfügen, die in die sehr schwierige und komplizierte Arbeit der politischen Exekutive eingeführt werden können. Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, zu glauben, daß die Reisen, die von Mitgliedern der Exekutive unternommen werden und die sie oft für längere Zeit von London entfernen, politisch bedeutungslos sind. Immer wieder hat sich auf diesen Reisen die Möglichkeit ergeben, mit maßgebenden Regierungskreisen in Verbindung zu treten und ihr Interesse für die Politik des Jewish National Home zu erwecken und zu befestigen.“ ״Wie stehen Sie zu den Vorschlägen über die Ausarbeitung eines umfassenden Kolonisations-Programms für Palästina?“ ״Man redet bei uns viel von einem Kolonisationsprogramn». Im Grunde haben wir immer eine bestimmte Linie verfolgt, die falsch oder richtig gewesen sein mag, ater es war eine Linie. Vor allem soll man eines im Auge behalten; jedes Koleölsatlonipfögima«, *da» Beute Dir di« ^IfWfflTWcrrlen kann, ist ein Minimalprogramm, über das wir ninausstreben müssen» wollen wir den Zionismus verwirk- Bchen. Für uns kann .es nie ein ״Halt“' geben, nie einen ״endgültigen Erfolg“. Im Gegenteil, wir stehen am Anfang und müssen jetzt auf den Erfahrungen der ersten Arbeits- Periode weiterbauen. Wer wäre nicht dafür, daß die ״nationalen Ziele der Schaffung eines vollentwickelten jüdischen Gemeinwesens“, wie es irgendwo heißt, im Auge behalten werden sollen? Wer ist gegen die ״Produktivierung des jüdischen Menschen“ oder ״die völlige Hebraisierung des Jischuw“ oder gegen die ״weitestgehende Berücksichtigung der sozialen Forderungen in Palästina“? Für ״administrative Bevormundung“ hat noch niemand in der zionistischen Bewegung geschwärmt. Die Reorganisationsvorschläge sind kein Spezifikutn irgendeines Programmes, jeder verlangt heute einen gewissen Systemwechsel. Wie weit er gehen kann, ohne die positiven Errungenschaften der letzten Jahre zu gefährden, muß sehr sorgfältig geprüft werden.“ ״Was ist Ihre Meinung über die verschiedenen organisatorischen Vorschläge und über die Befürchtungen wegen der Einschränkung der Rechte des Kongresses?“ ״Von einem Angriff auf die Rechte des Kongresses kann keine Rede sein. Plant denn irgend jemand einen Staatsstreich? Soll der Kongreß nicht selber über sich entscheiden? Wenn gewisse Vorschläge für die Reform des Kong r e s s e s gemacht worden sind, so handelt es sich um reine Zweckmäßigkeitsfragen, und man soll nicht gleich die uns allen heiligen Güter der Demokratie ins Treffen führen, wenn es gilt, eine technische Frage positiv oder negativ zu entscheiden. Kein Beschluß des Kongresses über die Kompetenzen des Kongresses selbst, über die Bildung einer Exekutive in dieser oder jener Form kann undemokratisch sein, denn der Kongreß ist auf demokratische Weise gewählt und jeder von ihm gefaßte Beschluß kann nach zwei Jahren geändert werden. Die Bewegung wurzelt tief im Volke, und das allein macht sie zu einer Erscheinung der Demokratie.“ ״Welche Erwartungen knüpfen Sie im allgemeinen an den 15. Kongreß?“ ״Ich hoffe, daß der Kongreß sich seiner Aufgabe gewachsen zeigen wird. Wir befinden uns in einem Notstände, und in dieser Zeit ist Vorsicht und Ueberlegung am Platze. Die wesentlichste Aufgabe des Kongresses wird sein, die Meinungen zu klären, eine Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens herzustellen, in der die zionistische Bewegung auf die Unter- Stützung und äußerste Opferwilligkeitt aller ihrer Mitglieder rechnen kann und die Voraussetzungen für erneute, große, vorwärtsftihrende Aktionen des Zionismus zu schaffen. Der Kongreß muß eine neue Leitung wählen und sie mit der weitestgehenden Autorität ausstatten, denn nur so können schwere Zeiten überwunden werden. Vergessen wir auch nicht, daß unser Kongreß nicht bloß eine innerzionistische Auseinandersetzung ist, sondern der Welt*auch einen Begriff von der Größe, von der alle Meinungsverschiedenheiten überwölbenden Geschlossenheit und von der Erhabenheit und Schönheit der zionistischen Bewegung geben soll. Ich hoffe zuversichtlich, daß der Kongreß einen solchen Ausgang nehmen wird. Viel könnte dazu beitragen, daß die Opposition in der äußeren Form ihrer Kritik maßvoll ist und In der Aufstellung ihrer Forderungen klar, deutlich und überlegt.“