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Jüdische Rundschau · 1927-07-26 · Heft 59 (26.7.1927) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 59 (26.7.1927)
Date
1927-07-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 424 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 59, 20. VH. 1927 Zwei Fünfziger Vor einigen Tagen feierte Dr. Egon Michael Zweig, gegenwärtig in der Leitung des Jüdischen Nationalfonds von Jerusalem beschäftigt, seinen fünfzigsten Geburtstag. Egon Michael Zweig stammt aus einer alten Proßnitzer Judenfamilie und schloß sich als einer der ersten Theodor HerzI in Wien an. Egon Michael Zweig blickt auf eine verdienstvolle dreißigjährige zionistische Tätigkeit zurück, im österreichischen Zionismus bekleidete er die verschiedensten Ehrenstellen und tat sich besonders auf dem Gebiete der Gemeindearbeit — das Gemeindeprogramtn der österreichischen Zionisten ist von Zweig verfaßt — und der Organisation des Jüdischen Nationalfonds hervor. Jahrelang war er ehrenamtlicher Büroleiter des Jüdischen Nationalfonds in Wien und nach dem Kriege trat er ganz, unter Aufgabe seiner Rechtsanwaltpraxis in Wien, zum Nationalfonds über. Egon Michael Zweig erfreut sich menschlich und zionistisch herzlichster Sympathien. Auch wir wollen unter den Glückwünschenden nicht fehlen. M. W. * Die Generation der zionistischen Pioniere der ersten zionistischen Periode wird jetzt fünfzig. Zu ihr zählt auch Dr. Emil Margulies, eine der bekanntesten und populärsten Gestalten im österreichischen Zionismus der Vorkriegszeit. Margulies hat den Zionismus im deutschen Sprachgebiet Böhmens geradezu geschaffen. Unermüdlich war er als Redner und Agitator, kampflustig und schlagfertig, ein gefürchteter Gegner der in diesen Gebieten besonders festsitzenden Assimilation. Margulies war eine Zeitlang Präsident des zionistischen Distriktskomitees für Böhmen, Vorsitzender des Konsortiums der ״Selbstwehr“, Vizepräsident des österreichischen Zentralkomitees usw. Nach den! Kriege spielte er im tschechoslowakischen Zionismus eine große Rolle, doch hat er gegenwärtig leider noch nicht das seiner Aktivität entsprechende Tätigkeitsfeld innerhalb der veränderten zionistischen Situation gefunden. Er gehört heute zu den führenden Persönlichkeiten der sogenannten ״radikalen'• Opposition. Wenn wir also in der Beurteilung der zionistischen Lage auch in mancher Hinsicht auseinandergehen, so hindert uns dies nicht, auch heute die große zionistische Energie und den zionistischen Charakter des Jubilars zu würdigen. Die zionistische Welt, die ihn auch außerhalb Oesterreichs von den Kongressen kennt, vor allem alle, die seinen zionistischen Elan eine Zeitlang aus nächster Nähe beobachten konnten und ihm in der Arbeit nahe verbunden waren, begrüßen diesen alten Freund und jugendliehen Kämpfer für unsere Sache herzlich zu seinem fünfzigsten Geburtstag und wollen noch lange mit ihm zusammen für diese gemeinsame Sache arbeiten. R. W. Wertvolle ffidfsche Archlvschätze vernichtet Wien, 22. Juli. (J. T. A.) Bei dem Brande im Wiener Justizpalast wurden Hunderttausende Akten und Dokumente jüdischen Inhalts von außerordentlich historischem Wert vernichtet. Erst in den letzten Jahren begannen jüdische Historiker mit der Sichtung dieses Materials, das ungefähr sechs Mil- Honen Aktenstücke umfaßte; der größte Teil blieb undurchforscht und ging nun der jüdischen Geschichtswertung verloreti. ln den Archiven des niedergebrannten Justizpalastes befanden sich u. a. folgende jüdische Materialien: alle Dokumente betreffend die jüdische Bevölkerung Galiziens und der Bukowina in den Jahren 1772 bis 1880; das gesamte Akienmaterial betreffend die Juden Mährens, Böhmens, Schlesiens, Transsylvaniens, sowie aller österreichischen Ur- Provinzen einschließlich Wiens der letzten vier Jahrhunderte. Historisch sehr bedeutsam waren die Akten des einstigen ״J 11 d e n a m t e s“ aus der Toleranzzeit. Ferner wurden vernichtet die Dokumente der jüdischen Geschichte in Venetien und den übrigen einst von Oesterreich beherrschten italienischen Provinzen, sowie sehr viele jüdische Dokumente aus den Archiven der alten kaiserlichen Hauptkanzleien, der Vorläufer der späteren Ministerien. Vernichtet wurden die geheimen Polizeiarchive Josef II., die zahlreichen Geheimberichte über historisch-jüdische Personlichkeiten, Sekten und politisch-religiöse, sowie kulturelle Bewegungen im österreichischen Judentum, sowie alle Minsiterratsprotokolk über wichtige jüdische Angelegenheiten seit 1846; alle Referate der Provinzstadthalter über die Lage der Juden und ihre berufliche Schichtung. Wien, 22. Juli. (J. T. A.) Wie aus dem Friedhofsamt der Israelitischen Kultusgerneinde mitgeteilt wird, sind dort bisher drei jüdische Opfer des Aufruhrs ge- Berliner Kalender Büro: Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin W 15, Meinekestr. 10. Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheckkonto Nr. 37 830 Berlin NW 7. Kassenverwaltung der B. Z. V. Mittwoch, den 27. Juli abends 91/4 Uhr Sitzungssaal der Z. V. f. D., Meinekestr. 10. Ruderverein Jüd. Studenten im K. J. Vn Vortrag Dr. Nachum Goldmann: ״Das Kongreßproblem der radikalen Zionisten. Bundesbrüder sind herzlichst willkommen. Abends 8»/! Uhr Gruppe Süd, im Deutschen Hof, Luckauer Sfr. 15. Vorfrag des Herrn Dr. v. Weis!: ״Griechische und jüdische Kolonisationsmethoden“. Regiebeitrag 50 Pf., für Jugendliche 20 Pf. Donnerstag, den 28. Juli abends 149 Uhr Poale Zion, Berlin, in der Konditorei Dobrin, Hackescher Markt. Bericht über den Stand der Wahlbewegung zum XV. Zionistenkongreß. Referenten: Hans Cohn, S. Kalecko. Pünktliches Erscheinen dringend erforderlich. Dienstag, den 2. August abends 8 Vs Uhr Kongreßversammlung der B. Z. V., in den Musikersälen, Kaiser-Wilhelm-Straße 31. Referenten: Vertreter sämtlicher Parteien. Eintritt 20 Pf. Mittwoch, den 3. August abends 81/3 Uhr Kongreßversammlung der B. Z. V., im Gartensaal der Loge, Kleiststr. 10. Referenten: Vertreter sämtlicher Parteien. Eintritt 20 Pf. Die Wahlen zum XV. Zionisten-Kongreß Berichtigungen. In der in der vorigen Nummer der ״Jüdischen Rundschau“ veröffentlichten Bekanntmachung sind im Punkte ״Schriftliche Abstimmung“ zu Beginn von Abs. 4 versehentlieh mehrere _ Zeilen ausgelassen. Der betreffende Absatz lautet richtig wie folgt: Der Brief an die Hauptwahlkommission in Berlin muß die genaue Angabe des ständigen Wohnortes und der Adresse des Wählers enthalten und den Grund dafür angeben, warum schriftliche Abstimmung notwendig ist. Er muß die Versicherung des Wählers enthalten, daß das Wahlrecht nur auf diese Weise und mittels dieses Briefes ausgeübt wird und muß von dem betreffenden Wähler eigenhändig unterschrieben sein. Der Brief soll also etwa folgenden Wortlaut haben: An die Hauptwahlkommission für die Wahlen zum XV. Zionistenkongreß in Deutschland Berlin W, ich beteilige mich an der Wahl durch schriftliche Ab- Stimmung: a) weil mein ständiger Wohnsitz nicht Wahlort ist, b) weil ich am 7. und 8. August nicht an meinem ständigen Wohnsitz weile. (Nichtzutreffendes ist zu durchstreichen.) Ich füge das verschlossene Kuvert mit Wahlzettel bei. Ich füge ferner die auf meinen Namen lautende Schekeluittung für das Jahr 5687 bzw. 1,— M. für den Schekel es Jahres 5687 bei. Ich versichere, daß ich das 18. Lebensjahr vollendet habe, daß ich mein Wahlrecht zum XV. Kongreß nur auf diese Weise und mittels dieses Briefes ausübe und daß dieser Brief von mir eigenhändig unterschrieben ist. Name: Ständige Adresse: Gegenwärtige Adresse: Datum: (Deutlich leserliche Unterschrift erforderlich.) * Jeden Mittwoch abends 9 Uhr im Gartenlokal Lips, Am Friedrichshain 16/23 (Brauerei Friedrichshain). Zusammenkunft der Gruppe Ost. Jeden Donnerstag abends 9 Uhr Zusammenkunft der Charlottenburger Zionisten im Cafe Kersten, Kurfürstendamm 90. meldet worden, und zwar: Emil Koppstein, 26 Jahre alt, Schlosser; Arthur Kreisky, Kaufmann und Jakob Jellinek. Kongreßbesucher aas Deutsehland Wir machen hierdurch darauf aufmerksam, daß Bestellungen auf Gastkarten zum Kongreß sofort aufgegeben werden müssen. Es werden Karten nur für die ganze Dauer des Kongresses ausgegeben, und zwar zu folgenden Preisen: 1. II. Hl. IV. V. Kategorie Frcs. 160,- 80,- 50,- 25,- 10,- ״ Stehplätze Bei der Bestellung muß der darauf entfallende Betrag zuzüglich 1 M. Spesen sofort mifeingeschickt werden. Zionistische Vereinigung für Deutsch land, Berlin W 15, Meinekestraße 10. Postscheckkonto: Berlin Nr. 8091. Ab 1. August 1927 wird das Zollhaus in Berseba, das als interne Zollstation gedient hat, geschlossen werden. (Ziko.) Wahlkreis II: unter den aufgeführten Wahlorten ist Bochum versehentlich ausgefallen. Die Hauptwahlkommission für die Wahlen zum XV. Zionistenkongreß in Deutschland gez. Bi 1 es kl Dr. Wolfgang v. Weist, der soeben von einer Studienreise in Mazedonien in Berlin eingetroffen ist, wird am Mittwoch, den 27. Juli, abends 83/4 Uhr, im Deutschen Hof, Luckauer Straße 15, über ״Griechische und jüdische Kolonisationsmethoden“ im Rahmen der Ortsgruppe Süd der Berliner Zionistischen Vereinigung sprechen. (Regiebeitrag 50 Pf., für Jugendliche 20 Pf.) __________ Gesucht werden Stellen für: a) männliche kaufmännische Angestellte, Buchhalter und Verkäufer; für ältere weibliche Angestellte. Nachweisungen von sabbatfreien Stellen sind erwünscht, b) Hauspersonal, Hausdamen und Wirtschafterinnen in frauenlosen Haushalten, für Kindergärtnerinnen und Kinderpflegerinnen in Heimen und Kindergärten, c) Ungelernte Arbeiter und Arbeiterinnen, d) Erwerbsmöglichkeiten für Werkstudentinnen und -Studenten, e) Für Lehrlinge in der Kürschnerei, Herren- und Damenschneiderei, besonders in Betrieben, die am Sabbat geschlossen halten; ferner für handwerkliche Lehrlinge in kleineren Städten mit Kost und Logis, f) Für Lehrmädchen in der Schneiderei, Putzmacherei, im Friseurfach. — Reiches Angebot an Stellen ist vorhanden für jüngere Bürokräfte, insbesondere für solche, die Stenographie und Schreibmaschine beherrschen, für perfekte Buchhalterinnen und qualifizierte Verkäuferinnen. Ferner für kaufmännische Lehrlinge und Lehrmädchen. Meldungen an: Jüdischer Arbeitsnachweis, Berlin N 24, Auguststr. 17, Telephon: Norden 7085-7087 und 9130 Hechaluz, Deutscher Landesverband. Wir suchen für einen Gärtner der höheren Gartenbaulehranstalt Dahlem Beschäftigung als Ziergärtner zur Pflege von Villengärten im Westen Berlins. Geschäftliche Mitteilungen Unseren Lesern wird das Caf6Kutschera, Charlottenbürg, Bismarckstr. 109, am Schillertheater, bestens empfohlen. r V Statt Karten! Prächtiges Mädchen angekontmen Rechtsanwalt Dr• Max Netheltn und Frau Osnabrück. 16, Juli 1927. * Herderstr. 3 SPIELPLAN der Berliner Theater vom 26. bi! 29. Jult 1927 Direktions- Assistent zur Unterstützung des Generaldirektors gesucht. Aussichtsreiche Stellung nach Einarbeitung in sämtliche Zweige einer großen Versicherungsgesellschaft. Bewerbungen mit Referenzen unter C. 4119 an die Jüdische Rundschau, Berlin W15, Meinekestraße 10. CöpenicKer oampi-uissctierei ״FORTUNA“ Berlin-Cöpemck, Oltenicker Straße 16 Fernsprocber-Amt: Göpcmiok ISO and 679. 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Juli Cai« Elektrik Wenn Frauen reiion neues Theater an 200 Dorla« and der Zufall Spielplan der Dia-Theater vom 26. bis 28 Juli Ufa-Palast am Zoo Der Bensintenfel Gloria-Palast Sanatorium xur LUbo Ufa-Pavillon Der Weltkrieg Kurfürst endamm Snmarna Friedrichstraße lek war su Heidelberg Student Alexanderplatz Der Ben der Nacht Königstadt Lord Sutuuus Weinbergsweg Eia MordamXdel Friedrichshain Schwelgen Schöneberg Einbrach Turmstraße Die KBulgtn der Neckt Bench mich mal Hei mir su Baue Weißensee Varldtd 2 3 Zimmer heiTadb. mobU Telephon, eiektr. Licht, Bad, rituelle Küchenbenutx. per 1. oder 15. August zu vor• mieten. Offerten unter C. 4120 an die «Jüdische Kundschau“ Berlin W 15, Meinekestraße 10. Mozartsaal K&B •nick aook •inmal Da« Kabinett das Or• Caligari Hehr. Kindergärtnerin beabsichtigt Einrichtung eines Familienzirkels im Westen Berlins. Meldung, von Interessenten nimmt entgegen Rabbiner Dr. Wilhelm Lewy, Berlin W 50.Sd1aperstr.34 1000 MK.-schein6 alte, nur rotgest. f. Sammel■ zwecke, zahlen RM. 16,— per 100 Stüde. Nachnahme gestattet. Brüll & Co. B r e s i a u 10. c5ttQ0st0<3m<sa00m• iiUDei Kamen Bartla N, Kaalanl«nalla• 36 75Speiseziramer, 68 Schlafzimmer׳ 60 Herrenzimmer, 50 Küchen, Ledermobei, Laxttsmobe!» Herabgesetzte Pre!&«• Zahlung« erieichterung*. Gediegene Ausführung:. Pianos. Fluge! Große Auswahl Bechsteia, Blßttmsr, Ibach SUlnway v. a. Markeninstnus«nt«a Herer Ce. Brunnenstraß« 191, 1• Etage am Rosentbaler Platz. TuiziBinng gestattet. wir suchen einen Herrn mit möglichst kaufmännischer Erfahrung (bevorzugt Versicherungsbranche), der gewandt und repräsentativ ist und spanisch vollkommen perfekt ln wort und Schritt beherrscht. Die Stellung bietet gute Möglichkeiten. Bewerbungen uni. C. 4121 an die Jüdische Rundschau, Berlin W15, Meinekestr. 10. Eine Beteiligung an Orangen-PHanzungsGeseiiscnatt in Palästina (Jaffa-Orangen) (gegründet durch Dr.W. 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