Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 57 (19.7.1927)
- Date
- 1927-07-19
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 410 Kleine Nachrichten Emanuel N e 11 m a n n , der Vorsitzende des Exekutivkomitees des U. P. A., teilt mit, daß im Laufe des für die Einziehung der gezeichneten Beträge bestimmten besonderen Einlösungsmonats (Redemption Month) der Betrag von 587 704 Dollar in bar ein gegangen sei. Der bekannte Aegyptologe Prof. Flindcrs Petrie tritt in einem Brief an die ״Times“ dafür ein, in London ein Museum zu schaffen, wohin die in Palästina ausgegrabenen Altertümer gebracht werden können. Die ״Permanente Vertretung der Zionistischen Organisation heim Völkerbund“ veröffentlicht in einer Sonderausgabe ihres Bulletin in französischer Sprache einen ausführlichen Bericht über die Manifestation des Deutschen Pro-Palästina-Komitees vom 27. Juni. Die Stadtverwaltung von Tel-Awiw beschloß in ihrer Sitzung vom 2. Juli mit IQ Stimmen der Arbeitervertreter gegen 17 Stimmen der' bürgerlichen Parteien, alle Steuern um 10°/״ zu erhöhen. Die Erträgnisse aus dieser Steuererhöhung sollen für öffentliche Arbeiten zur Linderung der Arbeitslosigkeit in der Stadt verwandt werden. (Ziko.) Die griechische Regierung nahm unter dem 2Q. März 1927 von der Einbeziehung Palästinas in den Handels- und Schiffahrts-Vertrag zwischen England und Griechenland, der unter dem 16. Juli 19256 in London unterzeichnet worden ist, Kenntnis. (Ziko.) Wie der ״Haarez“ meldet, wurde im Auftrag der palästinensischen Regierung eine Kommission eingesetzt, die Vorschlage für die Verbesserung der palästinensischen Tafeltrauben und die Eroberung des Marktes für diese Produkte ausarbeiten soll. An der Spitze der Kommission steht der Governor des Süddistriktes Mr. Campbell. Mitglieder der Kornmission sind u. a. die Herren Ettinger, Meirowitz, Krause, Grasowsky, Chasanow, Lewkowitz und M. Smilansky. (Ziko.) Bei der internationalen Konferenz für Bodcnforschung in Washington war, wie uns geschrieben wird, die Universität Jerusalem vertreten durch Dr. Adolf Reifenberg (Chemisches Institut), Dr. Felix Menchikowski (Landwirtschaftliches Institut) und Meir Winnig (Versuchsstation Mikweh Israel). Dr. Reifenberg hielt eine Ansprache, die er in eine hebräische Begrüßung ausklingen ließ. Am 27. und 28. August d. J. findet in Brünn eine außerordentliche Tagung des Makkabi-Weltverbandes statt; der ordentliche Kongreß wird erst im nächsten Jahre abgehalten werden. Das britische Oberhaus stimmte der vom Unterhaus bereits angenommenen Fremden-Einschränkungsbill zu. Lord Desborotigh führte im Namen der Regierung aus, man könne nicht mehr den Fremden Asylrecht geben; es würden sonst Hunderttausende, die in Ländern minderer Ordnung leben, nach England hereinströmen. Mildernde Anträge von Lord Rothschild und Lord Parmoor wurden abgelehnt. Am 12. Juli wurde in London in Anwesenheit von mehr als 60 Rabbinern die Konferenz der Rabbiner Englands eröffnet. In der ״Vossischen Zeitung“ vom 5. Juli berichtet Lenka v. Korber ausführlich über die Tätigkeit der Frauenorganisationen in Palästina, insbesondere die Tätigkeit der Hadassah und der Wizo. Die von Franz Pfemfert redigierte Zeitung ״Spartakus“, Organ des Spartakus-Bundes (Berlin), veröffentlicht in ihrer Juli-Nummer einen Aufsatz über die Arbeiterbewegung in Palästina. Der Aufsatz ist maßvoll und instruktiv geschrieben, natürlich mit kritischen Einwendungen gegen die ungenügende proletarische Politik der palästinensischen Arbeiterpartei, doch werden auch die Kommunisten schart kritisiert, insbesondere wegen ihrer Unterstützung der nationalistischen Araber bei den letzten Wahlen. Oberrabbiner Salomon Aron soll n aus Tel-Awiw sprach aut Einladung des Rabbiner-Seminars zu Berlin am Montag, den 18. Juli (18. Tamus), vormittags 10 Uhr, im Hörsaal I, in hebräischer Sprache über ״Die religiösen Institutionen in Palastina“. Wir werden darüber noch berichten. Dr. Josef Wohlgemut!!, Dozent am Rabbiner-Seminar Berlin und Herausgeber der ausgezeichnet redigierten orthodoxen Monatsschrift ״Jeschurun“, feierte am 1Ö. Juli seinen 60. Geburtstag. JUEDISCHE RUNDSCHAU Visa-Erteilung für Kongreßteilnehmer Die Exekutive der Zionistischen Organisation veröffent• licht nachstehend die Bestimmungen, die sich auf die Einreise von Kongreßteilnehmern in die Schweiz beziehen: 1. Inhaber gültiger Auslandspässe können ein Einreisevisum nach der Sdiweiz bei dem zuständigen Schweizer Konsulat erhalten. 2. Staatsangehörige der Staaten: Belgien, Großbritannien, Chi11a( Dänemark, Freistaat Danzig, Deutsch• land, Frankreich, Italien, Luxemburg, Monako, Niederlande, Norwegen, Oesterreich, Portugal, Schweden, Spanien, Tschechoslowakei, aller Staaten von Amerika benötigen kein Einreisevisum, sondern brauchen nach unseren Informationen für die Ueberschreitung der Schweizer Grenze nur einen ordentliehen gültigen Auslandspaß. Es wird aber empfohlen, sich hierüber bei dem zuständigen Konsulat vor der Abreise noch mals zu vergewissern. 3. Russische Staatsangehörige und Inhaber von Ersatz papieren (Nansenpässe, Laissez-passer u dgl.1 wenden sich wegen einer Einreiseerlaubnis an das zu• ständige Schweizer Konsulat, welches die Genehmigung der Zentralregierung einholen muß und erhalten wird. Die Schweizer Regierung stellte den von der zionlsti sehen Exekutive empfohlenen Kongreßteil• nehmern größtes Entgegenkommen in Aussicht Aus diesem Grunde sollen Kongreßteilnehmer mit solchen Ausweispapieren ihr Einreisegesuch in erster Linie an den zu• ständigen zionistischen Landesverba,nd richten, und zwar unter Angabe folgender Einzelheiten: Name, Vorname, Ge• burtsdatum, Wohnort Angabe der Legitimation: a) Sowjet- oder Nansenpaß, b) Nr. In welcher Eigenschaft erfolgt eine Teilnahme am Kongreß? (Delegierter, Journalist, Beamter, Gast.) Besitzt der Bewerber ein Rückreisevisum? a) für welches Land? b) bis wann gültig? Der betreffende Landes■ verband leitet an die Exekutive die von ihm befürworteten Gesuche zur Beförderung an die Schweizer Behörden weiter Die Schweizer Bundesregierung hat sich bereit erklär( den zuständigen Konsulaten auf schnellstem Wege die ent• sprechenden Weisungen zu geben, damit die Bewerber sobald als möglich einen Bescheid erhalten und in die Lage versetzt werden, rechtzeitig die ״Visa bei den zuständigen Konsulate« zu erhalten. Da der Instanzenweg gewisse Zeit in Anspruch nimm^ werden die interessierten und unter 3. angeführte« Personen gebeten, sich rechtzeitig bei den zuständigen Landesver■ bänden zu melden unter Vorlage der Ausweisdokumente Die Exekutive muß spätestens am 5. August 1927 im Besitze aller Gesuche sein, da sie sonst für eine reditzeitige Erledigung nicht die Gewähr übernehmen kamt ' Felix ilaßbanm - Ausstellung Die Galerie Casper (Kurfürstendamm) zeigt außer der kleinen Liebermann-Kollektion zum ersten Male zirka 40 Bilder (in der Hauptsache Oelgemälde) des sehr jungen, erst 22 jährigen Malers Felix Nuß bäum. Dieser junge, jüdische Maler — jüdischer Maler in dieser Aus- Stellung nur in der Graphik — ist außerordentlich begabt. Einige Porträts, ein Jungenskopf mit der charakteristischen Unentschlossenheit des Halbwüchsigen und das Pastellbildnis einer alten Frau sind psychologisch sehr reife Arbeiten. In frisch-froher ״Neuer Sachlichkeit“ glänzt das gleichfalls sehr gutgemalte Bildnis des mit weichem Hut und Zigarette sehr jugendlich wirkenden Papas. Auch in Stilleben und Landschaff bringt er es zu abgerundeter Leistung. -Die ״Pilgerfahrt“ der Mönche, die über eine Wiese wandern, einer mystischen Sonne entgegen, hat bei aller Aehnlichkeit mit der bekannten Karawane der Vertriebenen in den Gestalten etwas Schwebendes. In der Zeichnung ״Ostjuden vor der Synagoge“ ist er nicht so sicher. Diese Ostjuden sind eher Typen als gesehene Wirklichkeit. Viel besser ist in einer anderen Zeichnung ein Chassid mit Käppi am Sedertisch. Er gleicht allerdings viel eher einem Westjuden. Nur der mystische Zug rechtfertigt den Titel Chassid. Ruth Morold. Nr. 57, 19.VII. 1927 Sport ״Bar Kochba", Berlin, in Danzig. Aus Danzig wird uns geschrieben: Gelegentlich der internationalen Wettkämpfe beim Sportfest des Guttemplerordens in Danzig hatten wir die Freude, unsere biauweißen Jungens von der Kampfabteilung des Jüdischen Turn- und Sportvereins ״Bar Kochba“, Berlin, als □äste begrüßen zu können. Sie fielen überall auf, sowohl auf dem Kursteg in Zoppot wie auf der Kampfbahn in Danzig; wo sie auftraten, machten sie dein jüdischen Namen Ehre. Bei den Sport- Wettkämpfen belegten sie in allen Konkurrenzen die ersten Plätze, und der Start des ״Finnen“ K a t z (er ist nämlich in Abo geboren), war geradezu eine Sensation. Unter dem phrenetisehen Jubel des vieltausendköpfigen Publikums siegte er gegen allererste deutsche Klasse im 5000-Meter-Lauf mit mehreren hundert Metern Vorsprung; ebenso spielend gewann er die 3000 Meter, Bergmann die 800 Meter, und Herr Dr. Peltzer mußte sich anstrengen, wie wohl noch nie in seinem Leben, um nicht auch in den Staffeln von den Barkochbanem überholt zu werden. Kurz, es war ein Sieg der jüdischen Sportler auf der ganzen Linie. Selbst die wildesten Assimilanten entdeckten ihr jüdisches Herz und spürten einmal, daß es ein jüdisches Zusammengehörigkeitsgefühl, ein jüdisches Nationalbewußtsein gibt. Die Zio■ nistische Organisation und der Ait-Herren-Buna des Kartells Jüdischer Verbindungen veranstalteten zur Begrüßung der Gäste einen Abend in einem der schönsten Lokale Zoppots, auf welchem Dr. L a n d au, der selber vor 25 Jahren im ״Bar Kochba“ in Berlin, Mitglied gewesen war, seine alten Sportkameraden feierte. Der Vertreter der Kampfmannschaft, Herr S i m m e naue r, dankte mit kurzen, herzlichen Worten für die liebevolle Aufnahme seitens der nationaljüdischen Kreise Danzigs. Die gesamte Danziger Presse feierte das Gastspiel der Sporthelden vom Bar Kochba, die ״Danziger Neuesten Nachrichten“, das verbreitetste Blatt, brachte ein Bild unseres ״Finnen“ Katz. Wir sind der Leitung des Makkabi Dank schuldig, daß sie uns diese schönen Feierstunden bescherte, und wir hoffen, daß noch andere Städte Gelegenheit haben werden, zu sehen und mitzuempfinden, was die jüdische Sport-Jugend zur Ehre des jüdischeii Namens leistet. Dr. I. L a n d a u. Mittwoch, den 20. Juli abends 8*/a Uhr Zeire Misrachl, Berlin, im Gemeindehaus, Rosenstraße 2—4. Vortrag des Herrn B. Glückmann über ״Neuhebräische Literatur“. Gäste willkommen. Am 10. Juli 1927 fand in Landsberg a. W. der Verbandstag des Synagogenverbandes Neu- und Grenzmark statt, dem elf Gemeinden angeschlossen sind. Durch die Arbeit des Verbandes ist der Religionsunterricht am Gymnasium und an der Volksschule in Meseritz, an der Realschule in Schwerin a. W. sowie in den Gemeinden Zielenzig, Schermeisel, Drossen und Friedeberg eingerichtet. Im Mittelpunkte des Verbandstages stand der Vortrag des Rechtsanwalts Dr. Martin Meyer über ״Jüdische Erziehungsfragen“. Duisburg. In der letzten Zeit sprachen In der Duis■ burger Zionistischen Vereinigung die Herren Moses Waldmann und Dr. Nachum Goldman n, Berlin, in zwei Wahlversammlungen über den Kongreß. Herr Waldraann vertrat die Grundsätze des linken Zentrums und legte das Schwergewicht seiner Ausführungen auf das Problem der Wirtschafts- und Verwaltungsreform. Nachum Goldmann sprach für die Vereinigung radikaler Zionisten und behandelte insbesondere die politischen Probleme der Bewegung; Jewish Agency-Stellung zur Mandatarmacht. An beiden Abenden schloß sich an die Referate eine eingehende Aussprache, die zur Klärung der Probleme beitrug. Gesellältliche Mitteilungen Unseren Lesern wird das Cafö Kutschera, Charlotten• barg, Bismarckstraße 109, am Schillertheater, bestens empfohlen. Rechtsanwalt Dr. David Schlossbcrg Dr.Marta Schlossberg geh.Herrfeld V־ Vermahlte Königsberg־ i. Pr., den 14. Juli 1927 Nach kurzer, schwerer Krankheit verschied unser innig״stg־eJiebter, treu sorgender Mann und Vater Dr. Joseph Lewy im 62. Lebensjahre. Tel-Avlv (Palästina), 2. Juli 1927 Jehnda Halevy-Str. 31. Frau Lina Lewy g*b. Benüix Dr. Ernst Lewy Kurt Lewy Ilse Lewy geb. Stern SPIELPLAN der Berliner Theater vom 19. bi• 22. Juli 1927 1 CöpenicKer Dampi-unerei I .,FORTUNA“) p Berlin-Cöpenick, Glienicker Straße 16 f מ Fernsprecher-Amt: Cöpenick 180 und 679. I f| Mein Prinzip: J U Qualitätswäsche I p Erschwingliche Preise I 1 Prompteste Lieferung 1 V Garantiert kein Umtausch f מ Rasenbleiche 71 Abholung täglich durch eigene Autos Jj Lieferung in 7 Tagen. ( dm Dame allein bargt tar erstkiaaaige Ausführung Thalia-Theater Wem der jaage Wein bläht Tribüne ab 20, Juli LUly Grän Deutsches Theater Dar Hexer Komödie Der keusche Lebemann Theater ln der KOniMrStzer Mr. Die Schale von Uasack Komödienhaus WelBe Fracht Lessing-Theater Israel Tbealcr am Kurtürstendamm bis 20. Juli Sz8ke*S1ak«llf Einakter ab 2t, Juli Ban bist Da Deutsch. Künstiertheaier Bille, wer war zuerst da? 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Jüdische Rundschau ü.m.b.H., Berlin W 15, Mcineke.lt, 10 Druck 70a Siegfriad Schalem, Beriin-SchSocbatg. Redaktion und jeden Dieosta monatlich 1 AosUndeibonncm( Nurnnu dar Xlonlsn 1 Dr. Weizm des ״Haolar danken über de liehe Inhalt des ״Wie den! kommenden K! ״Die Fra! meinen, auf v kann, so glaub erzielt.“ ״Wie beu ״Wir habe näher gekomn glauben, man 1 ich weiß einig tun haben, unc dringliche, ab! siebende Poli ״Wenn Si ist darunter v ״Ich rede bare praktisch einflussung di unser Aijfbai Dies und n unserer p weiter bjt ־ .fie M*i#*t*f auch ihrer B ׳JmvkkWZH Zeit sehr we* ).«;» wir für ui Haiti* Betnü waren erfolg Gesetzgebung gemacht wor 1926 erlassen Der Beitrag sehen Organi worden, woz andere jüdisc der Beitrag trächtlich gc unserer sanit Regierung h in den Kolor eingestellt, i Erhaltung d< Zur Erleicht( Anzahl offen beiter besfhä noch weitere Stadtverwalt! schüsse zu 1 die bisher v< teils übernoi denen Veroi ministrative oft diskutier ländereien it domänen zu schieden, do der anderen Ich wie! großen und früherer Un wä rts ge ״Wie is regierun ״Ebenfa Zeit sichtlic finanzielle L daß es gelin einer Form Ich habe füi ״Man v zugunst» si ert.“ ״Ein se Takt und V Politik, die sich in Enj Komitee ,Francehat, und Palestin sind die Vo gediehen, 1