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Jüdische Rundschau · 1927-07-12 · Heft 55 (12.7.1927) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 55 (12.7.1927)
Date
1927-07-12
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 306 JÜEÖ1SCHE RUNDSCHAU Nr. 55, 12. VII. 1927 Der Präsident der Bad Brüh in Deutschland Berlin, 7. Juli. (J.T.A.) Vom 2. bis 7, Juli weilte der Präsident des Ordens Bnei Brith, Mr. Alfred Cohen aus Cincinnati, in Berlin. Ihm zu Ehren wurde im Berliner Logenhaus eine feierliche, stark besuchte Sitzung der Berlincr Logen abgehalten. Mr. Cohen besuchte eine Reihe bedeutsamer sozialer Einrichtungen der Berliner Logen und der Gemeinde: so u. a. das Altersheim der Berliner Logen U. O. B. B. in Lichterfelde-Ost, das Mütter- und Säuglingsheim des Frauenvereins der Berliner Logen U. O. B. B, m der Brunnenstraße 41, ferner das Waisenhaus der Jüdischen Gemeinde in Pankow, die Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, sowie mehrere Synagogen. Am Mittwoch, den 6. Juli, wurde Mr. Cohen in Gemeinschaft mit dein Großpräsidenten des deutschen Distrikts U. O. B. B., Herrn Rabbiner Dr. Ba eck, von dem Reichskanzier Dr. Marx in längerer Audienz empfangen. Vor seiner Ankunft in Berlin weilte Mr. Altred Cohen in Hamburg; die drei Hamburger Logen hielten ihm zu Ehren eine feierliche Sitzung ab. Kongit&besocher ans DentseMand Wir machen hierdurch darauf aufmerksam, daß Bestellunfen auf Gastkarten zum Kongreß spätestens bis zum 7. Juli bei uns eingegangen sein müssen. Es werden Karten nur für die ganze Dauer des Kongresses ausgegeben, und zwar zu folgenden Preisen: f. Kategorie Fres. 160,— 11. fl *9 m,~ UL 3a 9i 50,— IV. 5f 25,— V. ״ Stehplätze 5> 10,- Bei der Bestellung muß der darauf entfallende Betrag sofort miteingeschickt werden. Zionistische Vereinigung für Deutschland, Berlin W 15, Meinekestraße 10. Postscheckkonto: Berlin Nr. 8091. Zionismus and LiboraHsnms Elberfeld. Am 28. Juni sprach Herr Dr. Hans Pomeranz über das Thema: ״Zionismus und Liberalismus“. Das außerordentlich gewissenhafte und gründliehe Referat wies an Hand eines dem altjüdischen Schrifttum sowohl als auch der modernen Literatur besonders ziouistischer Schriftsteller und unter ihnen vor allem Martin Bubers und Max Brods entnommenen Materiales die Unirennbarkeii jüdisch-religiösen Schöpfergeistes von einem kulfurell autonom siedelnden jüdischen Volke einerseits und seinem alten Heimatlande andererseits mit zwingender Notwendigkeit nach. An der Geschichte der deutschen Juden i:n 19. Jahrhundert und des religiösen Liberalismus wurde gezeigt, daß die polemische Haltung eines gewissen liberalen Kreises gegenüber dem Zionismus keineswegs dem Wesen des religiösen Liberalismus entspricht, sondern daß sie — »in Grund« ohne inneren Zusammenhang mit der religiösliberalen Ideologie — mit ihr gemischt ward, um die Refigion zur Dienerin staats politischer Tendenzen im Sinne der Emanzipation und der Gleichberechtigung zu machen. Diese Politik ist ebenbürtig dem Verhalten der gleichen Menschen, die, selbst jeder Bindung durch das ZejcrooBial- •jeseftr bar, für Palästina ein gesetzestreues Judentum posfulieren, anstatt im Vertrauen auf die Produktivität des religiösen Liberalismus gerade den neuen jüdischen Menschen Palästinas als den Vorkämpfer des religiösen Entwicklungsgedankens in Anspruch zu nehmen. So widerspruchsvoll Berliner Kalender Büro: Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin W 15, Meinekestr. 10. Telephon: Bismarck 7165—70־. Postscheck• konto Nr. 37 830 Berlin NW 7. Kassenverwaltung der B. Z. V, Jeden Mittwoch abends 9 Uhr im Gartenlokal Ups, Am Friedrichshara 16/23 (Brauerei Friedrichshain). Zusammenkunft der Gruppe Ost Jeden Donnerstag abends 9 Uhr Zusammenkunft der Charlottenburger Zionisten im Caf< Kersten, Kurfürstendam« 90. könnte. Insbesondere gelang es dem Vertreter der Hitachduth, seinen Standpunkt von dem der anderen Richtungen so klar abzugrenzen, ohne dabei den üblichen ״Trennungsstrich“ zu_ ziehen, daß auf seine Rede mit Recht der stärkste Beifall folgte. Der Nachahmung in anderen jüdischen Vereinen sei auch anempfohlen, daß sich die Breslauer Zionistische Vereinigung bereit erklärte, die Einberufung von Wahlversammlungen für alle Richtungen zu übernehmen. Beuthen. Mittwoch, den 13. d. M., abends 8V5 Uhr, spricht in den Räumen der Mamreh-Loge, Schießhausstr. 6, der Führer der deutschen Revisionisten, Herr Richard Lichtheim, Berlin, über: ״Pie Lage im Zionismus und der komtuende Kongreß“. Das Korreferat wird voraussichtlich Herr Pr. Rudolf Samuel, Breslau, übernehmen. Zu der Veranstaltung sind alte Schekelzahler eingeladen, wie diese Stellungnahme, so unnatürlich ist die Bundes- Genossenschaft dieser Liberalen mit ihren ״Frankfurter Freun- 3«n״. Diese Bundesgenossenschaft gilt nttr für den Augenblick, in dem man glaubt, orthodoxes Rüstzeug gegen den Zionismus in die liberalen Hände zu bekommen. — In der Diskussion rückte der liberale Rabbiner unserer Gemeinde, einer der Führer des liberalen Judentums, Herr Dr.Norden, von der antizionistischen Gruppe weit ab, entsprechend seiner und der meisten liberalen Rabbiner Haltung auf der Konferenz der liberalen Rabbiner. Herr Dr. Norden hält den Kampf gegen den Zionismus auf dem Boden der religiös-liberalen Organisation für einen Widerspruch in sich. Die Front des Liberalisraus kann nur gegen die Orthodoxie gerichtet sein, soweit sie intolerant ist. Der religiös-liberale Zionist dagegen muß als ein gleichwertiges und gleichberechtigtes Glied der überalen Organisation gewertet werden. Seiner Auffassung von religiösem Liberalismus entspricht es, daß Menschen von so frundlegend jüdisch-ethischer Haltung wie die Chaluzim in alästina als religiöse Menschen schlechthin zu bezeichnen seien, ganz unabhängig davon, wie sie sich zum Zeremonialgesetz stellen, ja sogar auf die Gefahr hin, daß sie selbst sich als ״Atheisten“ bezeichnen. Breslau. (Beginn des Wahlkampfs.) Am 4. Juli wurde in Breslau der Wahlkampf für den Zionisteakongreß eröffnet. Die Breslauer Zionistische Vereinigung hatte alle Schekelzahler zu einer Versammlung einberufen, in der zunächst Herr Dr. Schachtel ein allgemeines Referat über die ״Aufgäben des 15. Zionistenkongresses“ hielt, das dem Zuhörer in leichtfaßlicher Weise alle die Fragen im Zusammenhang klarraachte, die den Kongreß beschäftigen werden. Sodann trugen die Vertreter der vier wichtigsten Richtungen innerhalb des deutschen Zionismus, Misrachi, Sztam-Zionisten (linkes Zentrum), Hitachduih (Hapoel-Hgzair) und Poale Zion ihre Programme vor. Herr Rechtsanwalt Jacobsohn (Sztam-Zionist) legte zunächst die wohl allen diesen Parteien gemeinsamen Ziele dar, die Beibehaltung der Weizmannschen Außenpolitik, die Heranziehung der nichtzionistischen Kreise zur Jewish Agency usw. und verbreitete sich dann eingehend über die Wirtschaftsprobleme, deren Lösung die genannten Parteien in verschiedener Richtung erstreben. Die Konsolidierung der Siedlungen und Liquidierung der Wirtschaftskrise glauben die Sztam-Zionisten durch Re- Vision der Arbeiterbetriebe, die Hitachduth (Dr. Samuel) durch Revision der Kolonisationstechnik in Gemeinschaft mit der Arbeiterschaft erreichen zu müssen, während für die Po a le Zion (Sa m8on) die Arbeftsfosenfrage im Vordergründe steht. Der Misrachi (Dr. Speyer) nahm zu diesem Punkte in seinem Referat nicht Stellung. Die Verschiedenheit der Auffassungen wurde in so sachlicher Weise vorgetragen, daß man es in allen jüdischen Versammlungen nur wünschen Sport Chemnitz. Die neugegründete Fußballabteilung des B. K., Chemnitz, hat bereits schon schöne Erfolge aufzuweisen. Die F. A. fuhr am Sonntag, den 5. Juni, nach Frankenberg und trug gegen den spielstarken Sportverein Sturm einen Vereinswettkampf aus. Die I. Jugendmannschaft konnte ihr erstes Spiel 3:0 gewinnen. Die 11. Herrenmannschaft siegte 2:1 und die I. Herrenmannschaft konnte gegen den dortigen Bezirksmeister nach erbittertem Kampf ein 2:2 Resultat erzwingen. Nachfolgend noch einige frühere Resultate: Bar Kochba 1 — Oederen 1:2, Bar Kochba I — Sturm, Mittelbach 6:1, Bar Kochba 11 — Favorit Ilf 2:1, Bar Kochba II — Oederan II 1:1. Der erste Start der neugegründeten Schwimmabteilung des Bar Kochba, Chemnitz, am 26. Juni war ein zufriedenstellender Erfolg. Im Vereinsmehrkampf konnte der Bar Kochba gegen starke Konkurrenz einen guten dritten Platz besetzen, Im Knabenschwimmen 50 ra beliebig belegte der Bar Kochba den zweitem Platz. Das 4X50 m Befähigungsschwimmen hat der Bar Kochba ebenfalls als Dritter besetzt. Bar Kochba, Hamburg. Bei dem letzten Sportfest des AHonaer F.-C. konnten wir schöne Erfolge erringen. Im 100-m-Lauf den zweiten Platz durch Simon 11,7 Sek. Für B.-Vereine den ersten Platz in der 4X100 m und ebenfalls in der 10 X 100-m־Staffel, gegen starke Konkurrenz. Ein Zeichen für die Wiedererstarkung unserer Leichtathteten-Garde. Wer lachen will, bis es nicht weiter geht, der schaue sich SzökeSzakall an, der ira Theater am Kurfürstendamm drei sogenannte Einakter spielt. Die Handlung — man verzeihe das Wort — ist der größte Blödsinn, aber sie ist nur Folie für Szakalls unwiderstehliche Komik. Dies ist eine Blüte aus der ungarisch-Wiener jüdischen Schule, und daß er ohne Indezenz und ohne grobe Verzerrung des Jüdischen, auch ohne Mauscheln auskommt, sei ihm zum Vorteil angerechnet. Am gelungensten ist er als jüdischer Handlungsreisender, der m das Prinzenschioß gerät. Es ist nicht wiederzugeben, überhaupt hat Kritik hier das Recht verloren, wo weder auf Literatur, noch auf wirkliches Theater prätendiert wird. Nur Zwerchfell-Gymnastik .... Geschiltttcbe Mltteilnngcn Unseren Lesern wird das Cafe Kutschera, Charlottenbürg, Bismarckstrfie 109, am Schillertheater, bestens empfohlen. Die Jüdische Gemeinde Berlin sucht für ihre Mädchen-Mittelschule eine Handarbeitslehrerin. Näheres siehe Inserat. Lieselotte Frank Dr. nted. Adolf Glaser Verlobte Ch״mnit1, 10■ Juli 1927. ׳יזומיז תרפ׳ז ^^Tbeaterstraie 16 Zsebopauerrfmfe 91 Die Gebart ihrer Tochter Selm« Sulamith zeigen an Dr. Ernst Hcppner und Frau Hamburg־, den 3. Tamus 5687 ־A J Die glückliche Geburt zweier Junten zeigen hocherfreut an Leo Bloch und Frau Erna geh. HadtlaiBB Stettin, den 7, Jali 1927 r ץ~־ Splelplan der Berliner Tneaier vom 12. bi« 16. Jali Die Geburt ihrer Tochter Rath Eühd zeigen äa Ludwig Mayer u. Frau Mirjam geh. Mannheimer Haiberstadt, Bisroarckstr. 32 1. Juli!927 V___-_j f Wir suchen für unsere Mldchen- Mittelschule eine Hanflarttlelmii Bewerberinnen, die möglichst *neh noch ein anderes technisches Examen gemacht haben, wollen sich unter Einreichung ihrer Zeugnisse bis «un 1, August «i. J. beidemunterseichnetenVorstandemelden. Berlin, im Juli 1927. SCüuiu.TalmudToraii-vopstand der «nur. flemelnüe za Borlin. I J ktu^sgaiiaiaiaiaiaiiHiiiiiiiR FreiieleiMtaett in SdBwmrrw. 740 oa ü, M. Hotel ״Regina“ gut gef. Haus am Wald« geh / Tel. 246, mmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm Staatsoper 12. Juli Leheagrla 13. JuÜ TUBud ab 14. Juli gesehloise* Deutsches Theater Der Hexer Komödie Dm bensche Leben»■■ Theater la dar HüniSdrttzer Sir. Die Schale re« Usaech Komödienhaus Weifle Fracht Lessing-Theater bi• 15. Juli Abgemacht — Kaa« I •b 16. Juli lerael Theater an HnrtanteBdanra SzSfca Ssahall. Einakter Deutsch. Hänsileptheatar Bitte, wer wer saeret de« Volksbühne Za ebener Erde aid erster Stoch Lustspielhaus Dl« Fron r. ▼lernte Jehtae ReiaiSHiicetheatsr Wenn Fraaea reiten Komische Oper Streng ▼erbaten Theater ln der HsaaattSaMnle bis 15. Juli Vor eicht I Bombe I •b. 16. Juli geichlosseQ mm Theater an Zoo Darin• and der Znlnll Thalia-Theater Wann der fange Vfeli blüht Theater 8. nollenöortpiatz Der FaBballfcSatg Kleines Theater Dae stirb•?■ Baad SPIELPLAN der Dfa'ltieaier vom 12. bis 35. Juli Ufa-Palast am Zoo Der Kapitka re! Singspere Gloria-Palast Der Ttaser meiner Fren Ufa-Pavillon Der Weltkrieg Kurfürstendamm Mkdcheanehea Mozartsaal Rand nm die Ehe Friedrichstraßc Mtaaer vor der Ehe Alexanderplatz Lord Sataaas Königstadt leb war mu Heidelberg Siedest Weinbergsweg Die aabeimiieh» Drei - Meine Feaa — Daa Frkalela Friedrichshain Varidld Schöneberg Eraheraegia Viktoria Dia Villa Im Tiergarten TurmstraOe Mkaaer vor der Ehe Weiflemsee Das HeldesmSdchea rea Treatoa Die KSsigta ▼oa Monlia Bon ן• ReioMMPStrafie Minner vor der Ehe Emelka-Pala8t Clan» ■ad Elend dar Kartieanca Beamter sucht möbl. Zimmer rum 3. Aug, Gegend Steglitz. Dahlem, Fnedeatu, Sudende. Oft. unter C* 4112 an die Ju- (lisch« Rundschap, Berlin W 35, MeinekestraSe 30. Birlla NfK»st«aiM«ll•• 56 7 5 Speisezimmer, 68 Schlafzimmer’ 60 Herrenzimmer, 50 Küchen« LedermobeU LtfiusmSbel, Herabgesetzte Preise. Zahluagserleicbtenrag. Gediegene Ausführung. 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Juli beim Büro des PrsuBisenen LandasverhaiMBS Jüdischer Gemsinden, m n 2«, Oranienburger Straße 29, einzureichen. Wilcibaa tm Schwarzwald Hotel ״Metropol“ Gr* S&le / 300 PI. x Übera. v. Hodhz. / Tel. 48. Ei*1e Beteiligung «n OransenPflanzungsGesellscliatt in Palästina (Jaffa - Orangen) (gegründet durch Dr.W. Brünn) bietet sowohl lohnende und sichere Kmpllelsanlago.ili such srute EsiatnaamSciichkeit bei evtl, späterer Uebersiedluog nach dort. ■*— Interessenten erhalten Auskunft durch die Zionist.vewinlfl. WrBsuiscma., —jptiww 1 »■W»ine11w»r.L0 oder direkt dwüi Br. W. Bronn, Berlin w 62, nettOstrsBa u. fl Micner oamp!-W6rei FORTUNA li Borlln-Cöpenlck, Glienicker Straße 1• forosprecher-tmt: Cöponiok 180 and f>79. 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