Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 53 (5.7.1927)
- Date
- 1927-07-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 382 JÖEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 53, 5.VH. 1927 Spaltung des Habimah-Fnsembles New York, 1. Juli. (J. T. A.) 25 Mitglieder des Moskauer hebräischen Theaters ״Habiniah“, das in den letzten neun Monaten eine Tournee durch die Vereinigten Staaten absolviert hat, traten an Bord der ״Bercngaria“ die Ruckreise n b Europa an. Sie planen zunächst ein Gastspiel in R e r , i tt. Frl. R 0 w i n a und Herr T sehemerinsky sind im Ensemble. Dagegen hat sich Direktor N. Zern ach entschlossen, mit acht Mitgliedern des Ensembles in New York zu verbleiben und hier ein hebräisches dramatisches ,,Studio“ zu begründen. .,Slatc die Radymner Rebizin“. Der Przemvsler Prozeß ist noch nicht lange her. Die verwitwete Slata Rubin hat, weil im Lande der Prohibition cicr Weinverkauf nur dem Rabbiner erlaubt ist — und nur zu ritualen Zwecken —, mit aller Gewalt also den Radymner Rebben heiraten wollen, hatte den WeltunerfaliTencn mit Geld an sich gefesselt, wie cs in Kitschromanai so schön heißt, ihm sdiüeBlieh mit Skandal gedroht, und auf Grund eines von ihm erpreßten Heirats- Versprechens behauptet, daß der in Polen vielfache Familienvater in Amerika ihr Gatte war. Die Wahrheit läßt sieh in einer so delikaten Angelegenheit schwer ermitteln. Jedenfalls wurde vor einem knappen Vierteljahr Slata Rubin in diesem Prozeß wegen Erpressung verurteilt. Diesen Sensatiom'prozeti hat der jiddische Journalist J. Chonski ,,dramatisiert“, Mit einigem sehmüek enden Beiwerk volkstümlichen Wortwitzes, sonst aber nichts weiter als der tatsächliche Prozeßablauf. Der 1 ustspielstofl', der mühelos gegeben war und den ein moderner Autor keinesfalls übersehen hätte, blieb völlig ungenützt. Der von Berufs wegen an Aktualität gewöhnte Journalist wollte nur in herkömmlich breit erzählter Art Milieuschilderung ״eben, in diesem Falle den heimischen Nigen und die amerikanisch-jiddische Anpassung. Die Regie leitete der londoner Gast R ti b i n Fridraan vom Londoner P a v i 1 1 0 n ־ T h e a t e r. Frau S eidermann als ״Slatc“ war sehr glaubhaft als keifende, leidenschaftlich kreischende, dralle und energische Kleinbürgerin des Eastcnd oder des jüdischen Ostens. Reb Joine, Zwischenträger, lebendige Erinnerung an die ominöse ״Vergangenheit“, Verkörpere!־ der jiddisch-amerikanischen Anpassung ist sehr ulkig bei den ,,besten Schauspielern“ angekündigt. Vermutlich als Gast. J. Reif, der ihn darstellt, macht mit gebotener, nur allzu großer Zurückhaltung einen anerkennenswerten Anlauf zur Groteske. Daß R. Fridman selbst so wenig zum Spiel kam er hatte die wenig günstige Rolle des G e r i c 111 s v o r s i t z enden — war sehr schade. Das Wenige, das man in Mimik und Bewegung sehen konnte, verrät eine in diesem Rahmen ungewohnte Disziplinicrthcit. Ruth M o r o! d. Leo Rlasanzeffs Konzertreise durch Polen. Der russischjüdische Sänger Leo Ria san/eff, der sich in Berlin durch sein Auftreten im ,,Blauen Vogel“ einen guten Namen gemacht hat und seither hier ständig wohnt, hat soeben eine Konzertreise absolviert, die ihn durch fast alle größeren Städte und die Haupt- Städte Polens führte. Er sang neben klassischer und russischer Musik gewählte Proben jüdischer Volksmusik und neue hebräische Kunstlieder, besonders von Maurice Ravel, Joel Engel und Gladstein. Herr Riasanzeff fand in der Fachkritik der Presse überall lobende, zum Teil begeisterte Anerkennung, wobei, neben seinem schönen Bariton, besonders solide Schulung, mtisikalischer Ernst, Ausdruck und disziplinierter Verzicht auf billige Effekte gerühmt werden. Es ist besonders erfreulich für uns, festzusteTten, daß Riasanzeff seine Qualitäten in den Dienst der jungen und aufstrebenden jüdischen Kunstmusik gestellt, und, zugleich mit seinem, auch ihr einen schönen Erfolg errungen hat, den man ihm zu danken haben wird. Hoffentlich begegnen die sympathischen Bestrebungen des begabten jungen Kunst- Icrs auch weiterhin und auch in weiteren Kreisen Deutschlands dem verdienten Erfolg. S. Berliner Kalender Büro: Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin W Meinekestr. 10. Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheck* konto Nr. 37 830 Berlin NW 7. Kassenverwaltung der B. Z. V. abends 9 Uhr Mittwoch, den 6. Juli Gruppe Charlottenburg, im Cafe Kersten, Kurfürstendamm 90. Herr Dr. E. Ascher: ״Der Kampf um die Arbeiterwirtschaft.“ abends 8!4׳ Uhr Donnerstag, den 7. Juli Erich-Rosenkranz-Bund, in der Wohnung von Dr. M. Ascher, Schöneberg, Hauptstr. 96, Dr. Ernst Wollstein, Haifa, über: ״Privatwirtsehaftiiche Möglichkeiten im heutigen Palästina“. Alte Herten des K. J. V, als Gäste willkommen. abends Sa* Uhr Akademische Gruppe des Zeire Misrachi, Berlin, im Beth-hamidrasch, Klopstockstr. 25 (Nähe Baluih, Bellevue). Vortrag des Herrn S. Chononowicz über ״Stellung des Zeire Misrachi im Zionismus.“ — Gäste willkommen. Jeden Mittwoch abends 9 Uhr im Gartenlokal Ups, Am Friedrichshain 16/23 (Brauerei Friedrichshain). Zusammenkunft der Groppe Ost. Jeden Donnerstag abends 9 Uhr Zusammenkunft der Charlottenburger Zionisten im Cafe Kersten, Kurfürstendamm 90. Eingesandt Erwiderung. Zum ,,Eingesandt“ des Herrn H. Srago, Jena, in Nr. 49 der ,,Jüdischen Rundschau“ ist folgendes zu bemerken: 1• Der Vortrag des Chawer Locker war durchaus nicht öffentlich, sondern für einen geschlossenen Kreis von sozialisfischen Akademikern und Funktionären der SPD. und der freien Gewerkschaften veranstaltet. Eingeladen wurde durch persönliche Einladungen, die auch an eine Anzahl jüdischer Studenten ergangen sind. Was die ״öffentliche Bekanntmachtmg“ in der soz.-dem. Zeitung ״Das Volk“ anbetrifft, so handelte es sich lediglich um eine Notiz in der lokalen Chronik unter anderen öffentlichen und nichtöffentliehen Vorträgen, die auf unseren Vortrag hinwies und den Zweck der Erinnerung hatte. Daß der Vortrag als geschlosscner gedacht war, war allen, insbesondere aber in den Studentenkreisen, genau bekannt. 2. Persönliche Einladungen sind an sämtliche Mitglieder der Jenaer Hitachduth-Gruppe ergangen, nicht nur an e i n Mitglied, , wie es Herr Srago angibt! 3. Herr Srago glaubt uns aus der Tatsache, daß sich unter den Eingeladenen ein Mitglied des K. C. und ein Mitglied des ״Bund“ befanden, einen Strick drehen zu können. Die wahre Sachlage ist die, daß wir sämtliche Mitglieder der soz. Studentengruppe an der hiesigen Universität (der auch beide in Frage kommenden Genossen angehören) zum Vortrag eingeladen haben. Uebrigens ist der K. C er Schekelzahlev. 4. Es ist uns durchaus unverständlich, wieso sich Herr Srago und seine Freunde durch die Nichteinladung gekränkt fühlen können. Es handelte sich ja um eine ausgesprochen sozialistische Veranstaltung, Herr Srago und seine Freunde stehen eben nicht auf dem Boden des sozialistishen Zionismus. Manche von ihnen haben es oft genug und nicht immer in taktvoller Manier deutlich demonstriert. Es sei nur auf die Tatsache hingewiesen, daß, als zum Schluß zweier unserer Veranstaltungen, denen auch prominente deutsche Sozialisten beigewohnt haben, die ״Internationale“ angestimmt wurde, einige Freunde des Herrn Srago sich demonstrativ von ihren Plätzen nicht erhoben bzw. den Saal verlassen haben, was zu peinlichen Auseinandersetzungen an Ort und Stelle Anlaß gegeben hat. 5. Von einer Briiskierung des K.J. V. (dem bekanntlich auch Sozialisten angehören), kann nach dem oben An geführten gar keine Rede sein. Jüdisch-Sozialdemokratische Studentengruppe ״Poale-Zfon“, Jena. Briefkasten der Redaktion Dr. Ernst Simon und Andere. Wir bedauern sehr, daß wegen Raummangel Ihr Beitrag neuerdings zurückgestellt werden muß. Die Hochschule für die Wissenschaft des Judentums hielt am 28. Juni 1927 ihre Generalversammlung ab. Der in derselben erstattete Bericht liegt gedruckt vor. Wir entnehmen daraus, daß Herr Polizeivizepräsident Dr. Bernhard Weiß in das Kuratorium eingetreten ist. Aus dem Lehrkörper ist Herr Dr. F: p s t e i n ausgeschieden, um einen Ruf an die Universität J e r 11 s a I e m anzunehmen. An seine Stelle ist Herr Dr. Albe c k getreten, der bisher als Wissenschaftlieber Beamter der Akademie für die Wissenschaft des Judentums tätig war. Der frühere Dozent Herr Dr. Schrein e r ist gestorben. Die Vorlesungen und Uebungen über soziale Wohlfahrtspflege durch Herrn Obermagistratsrat Ol I e n d o r f f sind zur ständigen Einrichtung geworden. Der Besuch der Hochschule ist weiter im Wachsen, im Wintersemester 1926/27 waren 35 Hospitanten und 45 Hörer immatrikuliert. Dem Bericht ist das Verzeichnis der gehaltenen Vorlesungen beigegeben. Broschüren über Ach ad Haam. Die Hauptbüros des Keren Hajessod und des Keren Kajemeth haben beschlossen, das Andenken Achad Haams durch die Herausgabe einer Anzahl von Broschüren zu ehren, die das Wirken und die Bedeutung Achad Haams für die Renaissance des Judentums darstelkn sollen. Herr Norman Be nt wich hat es übernommen, eine solche Broschüre in englischer Sprache und Herr Dr. M. Glückson die Broschüre in hebräischer Sprache zu schreiben. Beide Broschüren werden anläßlich des XV, Kongresses vorliegen. Eine Anthologie jüngster Prosa wird, herausgegeben von Erich Ebermayer, Klaus Mann, Hans Rosenkranz, im Herbst im 1. M. Spaeth-Verlag erscheinen. Sie wird versuchen, einen Ueberblick über die künstlerischen Kräfte der jüngsten Generation in Deutschland zu geben. Einsendungen werden unter dem Kennwort ״Anthologie“ bis spätestens zum 1. August 1927 an die Adresse des J. M. Spaeth-Verlages, Berlin C 2, Königstraße 52, erbeten. Wir sind in der Lage, ein Literatur-Verzeichnis für Einrichtung von Bibliotheken zionistischer Ortsgruppen abzugeben. Dieses Verzeichnis steht unseren Vertrauensleuten auf Anforderung zur Verfügung. Zionistische Vereinigung für Deutschland, Berlin W 15, MeinekestraB« 10. GeschSNliche Mitteiluapn Unseren Lesern wird das Cafö Kutschera, Charlottenbürg, Bismarckstraße 109, am Schillertheater, bestens empfohlen. Redaktit jeden D moaat 1 AatUadtal No Dar ZK Dlt Das vom 24. und Dr. An Ge Sie ו einigten als Resul barung g schaftuch die natu! Möglichk die Aufs gramms sv; eines w erleichtet ln A eine Uni über die lege nh eit die nach werden 1 ist. Die a) Die bl Der jene I H c) Der Täti] schli und sehe nel« Die Prüfung Äli/üiN Quellen schäften. Verwalt! darüber Die Immigra Fordern a) Imn b) Jmr r l Erna Raber Vr Strasbourg * Max Atlas ץ־־ lohte Juni 1937 Saarbrücken J r־ Slatt Karten ץ־ Eva Augenblick Joseph Trauring Verlobte Berlin PalUsütr. $19 X Juli 1927 1- תמוז וזרפ״ז Elberfeld König,tr. 137 J Eine Beteiligung in Palästina (Jaffa ־ Orangen ) (gegründet durch Dr.W. Brünn) Spielplan der Berliner Theater vom 5. bi» 9״ Jul: Staatsoper 111)1 Bor )lUgtfld« Holländer 6, Juli Evmagelifltaaa 7. Juli Micht de* Schicke*!• 8 Juli Madam» Batiartly 9. Juli Barbier von Bagdad Theater des Westens Heioricli Heia*• erst« Liebe Komische Oper Streag ▼erboten staati. Schauspielhaus 5. Juli Dl« Fledermaas Schillertheater Juli Amphitryoa Deutsches Theater De» Hexer Kammerspiele Gcschlo*sen Komödie Dir keasebe Lebemaaa ,,,־Ul sowohl lohrsenJe und sichen• Kapiialsaalftge, al lieb Existeasan8gllcbkeH bei evil. späterer Ueher sicdUm׳״ nach dort. — Interessenten erhalten Auskunft durch d 1 ׳ Zionist* vereinig, mr oeutseniä., Berlin w 15, MameKftttr.ia ier fl ir*v-t durrh Dr. W. ■Wim, «Wild W K. KWtnttFIBa 13. Der F«»ba!lk8aiK nteaier in der Kftnl&tratzer Sir. Die Schale voa Uaaack SüpeiMer oampi-wisctierei ״FORTUNA c 1 Berlln-Cüponick, Oliemcker Straa• 16 P*mrpr*ftb@r-Amt: C5poniek 19,ו ttnfl ח TU. 31 *in Urinr.ip Qualitätswäsche Erschwingliche Preise Prompteste Lieferung Garantiert kein Umtausch Rasenbleiche Komödienhaus WeiBe Ftxcht Tribüne Spiel ioi Schl•■* Lessing-Theater Abgemacht Kaeel neuer am HnmrstemiaauM Oie fletlige Heitre ab Juli: Silk« •SxekaU Eleekter Theater in der Haina andanienitrabe Voreickl! 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