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Jüdische Rundschau · 1927-07-05 · Heft 53 (5.7.1927) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 53 (5.7.1927)
Date
1927-07-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Einzelnummer 0£5 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag Berlin W15, Meinekestraße 10. Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1,85 Goldmark, vierteljährlich 5,25 Goldmark. Auslandsabonsements werden in der Währung der einzelne!! Linder berechnet Anzeigen -V erwaltung Jüdische Rundschau G.m.b.H., BerlinW15, Meinekestr.10 Telephon: Amt Bismarck 7165—70. Telephon: Bismarck 7165-70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392 Für Oesterreich: Postsparkassenamt Wien, Konto Nr. 156 030. Für Tschechoslowakei; Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 59 410. Für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr. 190 708. Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. Nummer 53 | Berlin, 5. VII. 1927 Anzeigenpreis: 8 gespaluNonparedlezeile 030 G.-M. Stellengesuche0,25 G.-M- Anzeigenschluß: Dienstag und Freitag nachmittag 4 Uhr ה׳ תמוז׳ תרפ״ז | xxxii. jahrg. Der Zionismus erstrebt für das Jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich - rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm.*• Die Convention in Atlantic City Atlantic City, 28. Juni. (J. T. A.) Auf der Tagung der amerikanischen Zionisten, über deren Beginn wir bereits berichteten, wurde über das Thema diskutiert, daß Louis D. B r a n d e i s Gelegenheit gegeben werde, in die Reihen der Organisation zurückzukehren. Anlaß zu dieser Aussprache gab ein Schreiben Brandeis' an Jacob de Haas, den früheren Sekretär der Organisation. Der Wortlaut des Briefes wurde zwar nicht veröffentlicht, aber es verlautete, Brandeis drücke die Bereitschaft aus, die Zionistische Organisation und ihre Führerschaft moralisch und finanziell zu unterstützen und dies durch Entsendung eines Vertreters in die Landesleitung zu dokumentieren. Es kam unter den Delegierten die einmütige Stimmung zum Ausdruck, daß keiner gegen den Wiedereintritt von Oberrichter Brandeis in die Organisation irgendwelche Einwendungen erhebe, daß aber eine ״stille Führerschaft“ in Form einer Vertretung nicht genüge. Nach dieser inoffiziellen Aussprache schritt man zu den öffentlichen Beratungen. Zum Präsidenten der Convention wurde Louis L i p s k y unter großen Ovationen gewählt. Einen tiefen Eindruck auf die Convention machte eine von Felix M. Warburg eingetroffene und verlesene Botschaft, in der zur Einigung innerhalb der jüdischen Reihen aufgcrufen .wird. Viel Beifall wurde auch den Botschaften Dr. Chaim Wcizmanns und des Präsidenten des American ewish Congress, Dr. Stephen S. W i s e, gezollt. Lipsky ielt eine Ansprache, in der er feststellte, daß eine Re- Organisation der amerikanischen zionistischen Bewegung ebenso notwendig sei, wie eine Reorganisation der zionistischen Hauptverwaltungen in London und in Palästina. Er wandte sich gegen jene Kampagne, die den Massen einreden will, man bringe die Bewegung unter nichtzionistische Bevormundung. Man könne, sagte er, die zionistische Bewegung ebensowenig für bankrott erklären, wie das jüdische Volk. Lipsky wandte sich dann Budgetfragen zu und formulierte die Anträge, die die amerikanisehen Delegierten auf dem 15. Kongreß stellen werden. In der Diskussion machte sich unter einem Teil der Delegierten eine Opposition gegen die Er weiter u n g der Jewish Agency und das Abkommen zwischen Louis Marsh all und Dr. Weizmann geltend. Sprecher dieser Gruppe waren Emanuel Neu mann, Israel Go Id b erg, Morris Zeldin und einige Vertreter der. Frauen-Ofganisation ״H a d a s s a h“.;s'la 28«■ Jijfclufcrachfct 4׳ie.0p״׳p■®“•'•׳ s i t i o n den Antrag ein, den Bericht des Verwaltungskomifees abzulehnen. Diese. Ablehnung sollte einen Ausdruck des Mißtrauens gegen die •Politik der Erweiterung der Jewish Agency bedeuten. ׳Gleichzeitig beantragte die Opposition, das Abkommen zwischen Dr. Weizmann und Louis Marshall abzulehnen. Bei den Abstimmungen wurden die Anträge der Opposition abgelehnt und der Bericht des Verwal¬ Die Sitzung der Mandatskommission Genf, 30. Juni (J. T. A.) Heute nahm die Mandats- Kommission des Völkerbundes die Petitionen, bzw. Berichte aus dem palästinensischen Mandatsgebiet entgegen. Sie behandelte zunächst den Bericht der Zionistischen Weltorganisation als Jewish Agency und die Petition des Rates der Jerusalemer Aschkenasischen Gemeinde (Agudas Jisroel). In der Frage der Gemeinde Ordnung in Palästina beschloß die Kommission, daß der Vorschlag der Berichterstatterin über die Petition der Agudas Jisroel, Madame Wickseil, angenommen wird, wonach die Entscheidung über diese Frage bis nach dem Inkrafttreten der Gemeindeordnung in Palästina aufgeschoben wird. Die Mandatskommission hat heute über die Wahl eines deutschen Mitgliedes in die Kommission eine erste Aussprache geführt. Dabei wurde vor allem darüber gesprachen, ob die Kommission auch zu gewissen politischen Gesichtspunkten, die in Frage kommen könnten, sich zu äußern kompetent sei, was schließlich allgemein verneint wurde, und welche verwaltungstechnischen Momente zu berücksichtigen seien. Zur Vorbereitung des Antworttextes auf die Anfrage des Völkerbundsrates ist sodann ein Redaktionsausschuß eingesetzt worden. Genf, 1. Juli. Ueber die Sitzung der Mandatskommission wird folgendes offizielle Communique ausgegeben: Am Mittwoch, den 29. Juni, setzte die Mandatskommission des Völkerbundes die Prüfung des Berichtes der britischen Regierung über die Verwaltung Palästinas und Trans- Jordaniens im Jahre 1926 fort. Die Mitglieder der Kommission erbaten sich über verschiedene Punkte ergänzende Aufklärung, die ihnen von dem beglaubigten Vertreter der Mandatsregierung, Sir John Shuckburgh, gegeben wurde. Andere Fragen beantwortete Herr Mills, der Stellvertreter des Chefsekretärs der Palästina-Regierung. Von den gestellten Fragen sind hervorzuheben die Fragen Öber die Form der Anwendung des Gesetzes über die pafistinensische Bürgerschaft und die Bedingungen, unter enen diese Bürgerschaft erlangt werden könne, über die (Gründe der Wirtschaftskrise und das Sinken der Immigration ( u. a. m. Der juridische und finanzielle Status der Hedschasj Eisenbahn war ebenfalls Gegenstand der Fragen und Ant-! Worten. \ Auf Fragen, die sich auf die Arbeitsverhältnisse /in Palästina bezogen, erteilten die Vertreter der Mandatar- , macht Auskünfte über die Lohn- und Gehaltssätze, sowie »über die Relation zwischen den Löhnen jüdischer und jenen arabischer Arbeiter. Auch über die Arbeiterorganisationen würden Auskünfte erteilt. I Auf die Frage bezüglich der Bedingungen der neuen fj*i!ihe in Höhe von £ 4 500 000, deren Ausgabe vor urzem beschlossen wurde, erteilte Sir John Shuckburgh die Auskunft, daß ein Teil des Ertrags dieser Anleihe für die tungskomitees zur Kenntnis genommen. Dieser Bericht enthält auch den Plan einer Reorganisation der amerikanisehen Zionistischen Organisation in der Weise, daß die gesamte Arbeit der Zweigorganisationen unter die zentralisierte Kontrolle des Administrative Committee gestellt werde. Die Zweigorganisationen werden im Administrative Committee vertreten sein. Die neue Administration wird sich aus einem Präsidenten, einem Vizepräsidenten, einem Sekretär, einem Schatzmeister und stellvertretenden Schatzmeister, einem Direktor für Palästinaangelegenheiten, einem Direktor für politische Arbeit, einem Präsidenten des United Palestine Appeal, einem Präsidenten des Keren Hajessod, einem Präsidenten des Jüdischen Nationalfonds einem Dircktor für kulturelle Arbeit, einem Leiter der Jugendorganisationen, einem Direktor für Organisation und Propaganda, einem Direktor der Finanzen, einem Pressechef, einem Direktor für die Arbeit zugunsten der Hebräischen Universität, der Präsidentin der Fraucn-Organisation Hadassah und sieben weiteren Mitgliedern zusammensetzen. Die Convention wählte sodann Herrn Louis Lipsky wiederum zum Präsidenten der Organisation. Vizepräsidentin ist Frau Henrietta Szold. ln das Administrativ Committee wurdeij 25, in das Exekutiv-Committee 125 neue Mitglieder gewählt. Mitglieder des Administrative Committees sind u. a.: Richter Rosalsky, Lawrence Berenson, Samuel Rosenson, Frau Norvin Lindheim, Abraham Koralnik. In der neuen Verwaltung ist der Frauenorganisation Hadassah viel Einfluß eingeräumt. Das Angebot des Oberrichters Brandeis, daß seine Gruppe einen Vertreter in das Administrative Committee entsenden sollte, wurde abgelehnt. Eine scharfe Kontroverse entspann sich über die Person des früheren Sekrefürs und Pressechefs der Partei Abraham Goldberg, der Kandidat für einen Sitz im Administrative Committe war. Die Hadassah-Vertreterinnen sprachen sich entschieden für die Ablehnung dieser Kandidatur aus und schlugen ihrerseits Frau Anna Moscowitz vor. Andere Delegierte bestanden auf der Wahl Goldbergs. Schließlich fiel Goldbergs Kandidafur durch, da ihm 20 Stimmen zur Majorität fehlten. Die Ablehnung Goldbergs erregte große Unzufriedenheit unter einem Teil der Delegierten, die sich in der Diskussion dahin aussprachen, daß das Resultat der Convention der Sieg des ״Brandeisismus ohne Brandeis“ sei. Die Convention nahm den Beschluß an, daß bezahlte ,Ef.amte• nicht wählbar ׳für,;das;־׳Administrative Com- ‘mittee ,sind; eine Ausnaliihe ifiäehl'TäeFTMsidehL.. ־ ־ Die Convention beschloß ferner, eine Aktion zur Er- Hebung von 20 000 Dollar zur, Deckung, des Defizits der Zionistischen Organisation Amerikas, durchzuführen. Die Convention nahm einen Entschluß an, durch welchen die Politik Dr. Weizmanns gebilligt wird. Die amerikanische Delegation auf dem 15. Zionistenkongreß wird ersucht, für die Weizmann-Politik zu stimmen. Rückzahlung der von der Mandatarmacht bereits geleisteten Vorschüsse, der Rest für umfangreiche öffentliche Arbeiten, besonders für die Errichtung des modernen Hafens in Haifa, verwendet werden würde. Schließlich erbat sich die Kommission Auskunft über die Anwendung des Gesetzes über die Selbstverwaltungen der verschiedenn Gemeinden. Es wurde erwidert, daß ein Reglement betreffend die jüdischen Gemeinden wahrscheinlich in ganz kurzer Zeit veröffentlicht und Gesetz werden wird. Die Kommission ging sodann zur Prüfung zweier Pe ־ titionen betreffend Palästina über, zu denen die Vertreter der Mandatsmacht sofort Stellung nahmen und ihre Beobachtungen zur Kenntnis brachten. Die eine dieser Petitionen stammt von dem ״Exekutivkomitee des arabischen Kongresses von Palästina“ und enthält verschiedene Beschwerden, die sich besonders auf die jüdische Immigration, sowie die politischen und administrativen Methoden des Regimes der Mandatsmacht beziehen. Die zweite Petition — über die die Vertreter der Mandatsmacht ergänzende mündliche Erklarungen zu den bereits schriftlich formulierten Beobachtungen abgaben — stammt von einer arabischen Gruppe des Kreises Caesarea und bezieht sich auf die Ausnutzung gewisser Gebiete im Tiefland Palästinas. Die Araber beanspruchen Eigentumsrecht auf eine Strecke Landes, die von der Regierung an die Palestine Jewish Colonisation Association zwecks Aufforstung in Konzession gegeben worden ist. * Die Entsendung des deutschen Mitgliedes der Mandatskommission wird voraussichtlich unmittelbar nach der nächsten Ratstagung im Herbst d. J. erfolgen können. Für die Besetzung des Postens ist sicherem Vernehmen nach der volksparteiliche Reichstagsabgeordnete Gouverneur z. D. Dr. Heinrich Schnee in Aussicht genommen. Dr. Schnee war bekanntlich seit dem Sommer 1912 bis zur Besetzung des Landes durch die englisch-belgischen Truppen Gouverneur des früheren ostafrikanischen Schutzgebietes; er ist im Laufe der letzten Jahre besonders in der deutschen Kolonialpropaganda hervorgetreten. Kongreß - Schekel Wir bitten alle Ortsgruppen und Schekel- Vertrauensleute» die von ihnen noch gesautmelten Schekel, auch kleinere Beträge, bis zum 7. Juli telegraphisch an Zionistbüro, Meinekestraße 10, Berlin zu überweisen. Englische Kolonisationsmethoden in England und Uebersee Von Dr. Arthur Ru pp in, Jerusalem. 1. England. Die englische Regierung 11,1t schon vor dem Weltkriege in England eine Siedlungspolitik begonnen. Durch die Small Holdings and Allottment Act vom Jahre 1908 wurde den einzelnen Bezirken (countic-s) die Möglichkeit gegeben, mit Mitteln, welche ihnen von der Regierung darlehnsweise zur Verfügung gestellt wurden, landwirtschaftlichen Boden zu erwerben und darauf Small Holders anzusiedeln. Bis Ende des Jahres 1918 hatten die counties auf Grund dieses Gesetzes 200 000 acres (zirka SO000 Hektar oder 900 000 Dunam) erworben und darauf 13,874 small holders angesiedelt. Die durchschnittliche Bodenfläche eines jeden small holders war also etwa 15 acres (zirka 66 Dunam). Der Weltkrieg, welcher eine große Zahl von Soldaten erwerbslos zurückließ, für die der Staat neue Existenzmöglichkeiten zu schaffen hatte, gab der Siedlungsbewegung■ einen großen Aufschwung. Durch die Land Settlement (Facilities) Act, 1919, wurde den counties aus einem zu diesem Zwecke vom Staate geschaffenen speziellen Siedlungsfonds ein Betrag bis zu 20 Millionen Pfund darleitnsweise zur Verfügung gestellt, um Boden zu erwerben und ehemalige Soldaten (ex-soldiers) als small holders anzusiedeln, lieber die auf Gntnd dieses Gesetzes erfolgte Ansiedlungstätigkeit gibt der Bericht des Ministry of Agriculture and Fisheries on ״Land Settlement in England und Wales, 1919 to 1924“ Auskunft. Die Aufforderung der Regierung im Jahre 1919 an diejenigen exsoldiers, welche small holders werden wollten, sich zu melden׳, ergab eine Zahl von 49 000 Kandidaten, von denen allerdings nach der ersten Prüfung etwa 22 000 abgewiesen wurden oder freiwillig zurücktraten, so daß noch 27 000 übrig blieben. Von diesen wurden von 1919 bis Ende 1924 zirka 16000 angesiedelt. Zu diesem Zwecke wurden 247000 acres (zirka 100 000 Hektar oder 1 100 000 Dunam) erworben, so daß auf jeden Siedler durchschnittlich 12/יכ acre oder zirka 68 Dunam! entfielen. Der gesamte für die Ansiedlung ausgegebene Befrag belief sich bis zum 31. März 1925 auf 15 Millionen Pfund, d. h. auf zirka 940 Pfund pro Siedler. * /W,as-äiei־Kösten''dSir־:ÄhMedIünf Ihfetrifft; #9'zerlaffefl*ilese in drei Hauptpositionen: 1. Boden, 2. Gebäude, 3. Inventar. Die für die Ansiedlung erworbenen 247 000 acres kosteten im Durchschnitt 42V2 Pfund pro acre, d. h. etwa 10 Pfund pro Dunam. Bei einer Durchschnittsfläche von 68 Dunam für jeden Siedler kostete der Boden also 680 Pfund. Kurz nach dem Kriege, als die Baustoffe sehr teuer waren, kosteten die Gebäude 640 Pfund. Später sanken die Baukosten bis auf 4-10 Pfund. Es war jedoch nicht nötig, für jeden Siedler neue Gebäude zu errichten, vielmehr konnten die Gebäude, die sich auf dem gekauften Boden befanden, in vielen Fällen für die neuen Siedler instand gesetzt werden. Insgesamt wurden 2700 Häuser für die Siedler neu gebaut. In den übrigen Fällen wurden alte Gebäude, allerdings mit sehr erheblichen Kosten, umgebaut und für die Neusiedler brauchbar gemacht. Insgesamt wurden für Baukosten £ 5 500 000 ausgegeben, d. h. etwa ein Drittel der gesamten für die An- Siedlung aufgewendeten Summe. Die Kosten für das Inventar wurden zum größten Teil nicht aus Mitteln des Staates, sondern vom Siedler selbst bestritten. Nur etwa 1600 Siedlern, d. h. zirka 10 °0׳ aller Siedler, wurden Darlehen zur An- Schaffung von Inventar im Gesamtbeträge von £ 174000, d. h. etwa £ 110 pro Siedler, gewährt. Die Kosten für die An- Schaffung des Inventars schwanken in ziemlich weiten Grenzen; sie können im Durchschnitt auf £ 300 geschätzt werden. Aus dem Gesagten folgt, daß für die Ansiedlung eines Siedlers nachstehende Beträge erforderlich waren: a) Für Boden (nach Abzug des Wertes der mit dem Boden erworbenen Gebäude) zirka £ 600 b) Für Gebäude £ 440 c) Für Inventar __£ 300 Zusammen £ 1 340 Von dieser Summe wurden zirka £ 1050 aus öffentlichen Mitteln und £ 290 von den Siedlern selbst beigesteuert. (Die Differenz zwischen £ 1050 und der oben genannten Summe von £ 940 erklärt sich daraus, daß ein Teil des Bodens nicht gegen volle Barzahlung, sondern gegen Rentenzahlung erworben wurde.) Im Beginn der Siedlungstätigkeit war in Aussicht genommen, daß die jährliche Rente, die der Siedler zu zahlen hatte, groß genug sein sollte, um alle mit der Ansiedlung verbundenen Aufwendungen der counties zu decken. Unter diesen Aufwendungen der counties bildeten den wichtigsten Posten die Zinsen, welche die counties dem staatlichen Siedlungsfonds für die ihnen gewährten Darlehen zu zahlen hatten. Zurzeit der Aufnahme der Darlehen herrschte in der ganzen Welt ein hoher Zinsfuß, und die counties hatten deshalb 6 bis 61/2 0/״ zu zahlen. Es stellte sich bald heraus, besonders, da in den Jahren 1922/23 die Preise aller landwirtschaftlichen Produkte einen starken Rückgang erfuhren, daß die Siedler nicht imstande waren, die Rente zu zahlen, die mit ihnen anfänglich vereinbart war. Es wurde infolgedessen eine Revision der Pachtrente vorgenommen, durch welche die Pachtrente sehr bedeutend, in vielen Fallen bis auf die Hälfte der früheren vertraglich festgesetzten Summen herabgesetzt wurde. Die Folge ist, daß die Einnahmen aus den Pachtrenten erheblieh hinter den Zinsen Zurückbleiben, welche die counties für die von ihnen aufgenommenen Darlehen dem Siedlungsfonds zu zahlen haben. Da aber nach der Land Settlement (Facilities) Act vom Jahre 1919 die Verluste der counties

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