Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 37 (10.5.1927)
- Date
- 1927-05-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Einzelnummer OßS Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion and Verlag Berlin W IS, Meinekestraße 10. Erscheint jeden Dienstag and Freitag, Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1,85 Goldmark, vierteljährlich 5,25 Goldmark. Aatlandsahonnemenli werden m der WShrang der einzelnen Linder berechnet Anzeigen «Verwaltung Jüdische Rundschau G« m.b. KL, Berlin Wl 5, Meinekestr.10 Telephon: Amt Bismarck 7165—70. Aa£«iget}pr«ds; 8 geapaitNonpireillezeiie 0,50 G.-M.. Stetlengewiehe 0,25 G.-M. AitzeigenichlnJ* Dienstag und Freitag nachmittag 4 Uhr. Telephon: Bismarck 7165- 70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392 Für Oesterreich: Foilsp&rkaasenamt Wien, Konto Nr. 156030. Für Tschechoslowakei: Foatsparkefsenemt Pratf, Konto Nr. 59 4101 Für Polen: Postsparkaaienamt Warschau, Konto Nr. 190708. Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. Nummer 37 | Berlin, 10. V. 1927 ח׳ אייר׳ חרפ״ז | xxxn. j&hrg. Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich. rechtlich gesicherten HelmstHtte in Palästina. ״Baseler Programm.« Die Sitzung des Aktions - Comites London, 6, Mai. Am Donnerstag, den 5. Mai abend», wurde in London die Tagung des Aktions-Comites in Anwesenheit der Mitglieder der Exekutive, des Finanz- und Wirtschaftsrates sowie von 49 Mitgliedern des Aktions-Comites eröffnet. Leo M 0 t z k 1 n leitete die Verhandlungen. Dr. Weizmann, der Präsident der Weltorganisation, war verhindert, der Eröffnungssitzung beizuivohne!1. Er wird erst zu der Sitzung von Sonnabend Abend erscheinen. Motzkin gedachte der verstorbenen Mitglieder der Organisation, insbesondere Achad Haams und des erst vor wenigen Tagen dahingegangenen Schatzmeisters des atnerikanischen Keren Hajessod Hermann Con heim. Sodann drückte Motzkin das Bedauern aus, daß diese A.-C.-Sitzung nicht in Palästina abgehalten wird. Die Tagung wird sich mit drei Hauptproblemen zu beschäftigen haben: Wirtschaftskrise, Zusammena r b e i t mit den Nichtzio nisten und 15. Z. i o - nistenkongreß. Die zweite Ansprache hielt Nahum Sokofow, Er berichtete, daß sich die politische Lage des Zionismus überall in der Weit, insbesondere in England und in Frankreich, gebessert habe. Schwierigkeiten bestünden nur in Palästina, und dort sind sie rein Wirtschaftlicher Natur. Die Lage ist wohl ernst, aber er sei nicht eneigt, sie als kritisch zu betrachten. Dennoch bedürfe cs eroischer Anstrengungen, um die Grundlagen in Palästina für den weiteren Aufbau zu befestigen. Colonel Kisch verlas einen Bericht über die allgemeine Lage im Lande. Er gab seiner Ansicht dahin Ausdruck, daß der Höhepunkt der Krise bereits überschritten sei, und daß man, sobald die notwendigen Schritte ergriffen sein werden, vertrauensvoll in die Zukunft wird blicken können. Dr. Arthur Han tke erstattete Bericht über die Tätig* keit des Hauptbüros des Keren Hajessod. Seitdem das Hauptbüro in Palästina arbeitet, hat sich das Gesamteinkommen um 60«/o erhöht, nämlich von £ 2 220 000 auf £ 3 600 000. M. M. Ussischkin berichtete über die Tätigkeit des jüdischen Nationalfonds. Das Einkommen dieses Fonds im laufenden fahre betrug £ 1300 000. Er klagte darüler, daß der Nationalfonds angesichts des Hervortret :ns der * ~ " ..... SM# FreUag-Sllxonfj In der Freitag-Sitzung wurde auf Beschluß des Aktions- Gom!t& die Generaldebatte nicht eröffnet, sondern an die Bildüng von Her Kommissionen geschritten, von denen jede einzelne 13 Mitglieder umfaßt Die Kommission für Kongreß- und Organisations-Fragen, die Palästina-Kommission und die Finanzkommission nahmen ihre Beratungen sofort auf. während die politische Kornanderen mission nach dem Berichte Prof. Weizmann* zusammentreten wird. ln seinem Berichte betonte Colonel Kisch 11. a., daß die letzte Periode von der Krise beherrscht worden sei, wodurch eine ganze Reihe von Aktionen für aufbauende Arbeit gelitten haben. Im vorigen August richtete man seitens der Zionistisehen Organisation an alle palästinensischen Juden die Aufforderung, sich naturalisieren zu lassen. Verbandlungen mit der Regierung zur Erleichterung der Naturalisierung hatten den Erfolg, daß die Taxen ermäßigt wurden von 50 auf 25 Piaster für Personen, die im Jahre 1922 für Palästina optiert hatten und von 100 auf 50 Piaster für die gewöhnliche Naturalisation. Der Fortschritt der Naturalisation ist jedoch nicht befriedigend gewesen. Bis Ende März wurden 3000 Gesuche erledigt, von denen 5500 von Personen stammten, die im Jahre 1922 optiert hatten. 2500 Gesuche betreffen ״frisch Naturalisierte1'. Es muß betont werden, daß sich viele Naturalisierungen auf Familien beziehen und daß die Naturalisierung im E 111 e k noch nicht durchgeführt ist. Kisch bemerkte, daß er die Aniinaturalisierungs-Kampagne, die von lokalen Führern in Haifa geführt werde, auf das schärfste verurteilt. Was den Beitrag der palästinensischen Regierung für das jüdische Erziehungswerk anbelangt, so ist zu hoffen, daß die Regierung ihren bisherigen Beitrag von £ 9740 a u f £ 20 000 erhöhen wird. Kisch berichtete ferner über den Stand der industriellen Entwicklung und über die Krise in Tel- Awiw. Am Schlüsse seiner Ausführungen gab er einen lieberbück über die bisherige Einwanderung und Auswanderung und verglich die Wanderbewegung in Palästina mit der Entwicklung in andern Kolonialgebietcn. * Telegramm unseres Berichterstatt er׳ London, den S. Mai. In der Sitzung vom S. Mai berichtete Dr. Weizmann über seine Verhandlungen in Amerika und stellte ffst» daß cs in Amerika keine Antizionister gebe. Di« F.vpertrn-Knm• worten, welche Werte ein Aeqüävalent für die bisher in Palästina investierten Gelder bilden- Pr. Eder und Dr. Jacobson erstatteten am Schlüsse der Vormittags-Sitzung weitere politische Berichte. Am Nachmittag leitete Louis L j p s k v die Generaldebatte ein und begründete ausführlich die letzte Kundgebung der Exefcutive. Hierauf folgten Reden von Sprinzak und Dizengoff. Der Abend war für die Kommissions-Sitzungen bestimmt. Erhöhung des Regieriingsbeitrages zum Sehnlbudgel Jerusalem, 5. Mai. (J.T. A.) Es verlautet, daß die Regierung beschlossen hat, iin Prinzip den jährlichen Zuschuß für das jüdische Schulwesen in Palästina nach dem Prozentsatz der jüdischen Bevölkerung im Lande zu bemessen. Praktisch bedeutet dies, daß die Regierung 18 0» ihres ׳ Unterrichtsbudgets dem jüdischen Schulwesen zuführen wird. Der zionistische Erziehungsrat hat eine Kommission mit der Abfassung eines Budgetentwurfs für das hebräische Schulwesen in Palästina, Schuljahr 1927/28, betraut. In der Kommission wird sowohl die Regierung wie die zionistische Exekutive vertreten sein. Die Beisan-Böden London, 1. Mai. (J. T. A.) Colonel Wedgwood befragte im Unterhaus den Staatssekretär für die Kolonien, ob Aussicht besteht, daß von dem Staatsboden im Beisan-Distrikt ein Teil, der von den arabischen Siedlern noch nicht angebaut und nicht gewünscht wird, der jüdischen Siedlung zur Verfügung gestellt wird. Minister Amcr y erwiderte: Im Beisan-Distrikt wird das im Jahre 1921 mit den dortigen arabischen Siedlern getroffene Abkommen durchgeführt. Das Siedlungswerk ist noch in der Entwicklung begriffen, er könne gegenwärtig nicht sagen, ob nach Vollendung der Siedlung in diesem Teil Palästinas überschlissiges Land zur Verfügung stehen werde. Im allgemeinen hoffe er, cs werde möglich sein, in Palästina überschüssiges Land f c s t z 11 stelle n. Die Quarantänestotiou in Haifa Die Palästina-Regierung hat beschlossen, die Quarantäne- Station in Haifa zu verbessern und zu vergrößern. Vier neue Baulichkeiten sollen errichtet werden, und zwar ein Speisesaal für 600 Personen, eine Küche, ein Restaurant und ein Laden. Für diese Arbeiten, mit denen man in den nächsten Tagen beginnen wird, wurde ein Betrag von £E 3000 bestimmt. Hierbei sollen arabische u n‘d jüdische Arbeiter beschäftigt werden. Auch in den Desinfektionräumen sollen Verbesserungen vorgenommen werden. — Uebcr die Mängel der Haifaer Quarantänestation waren letztens mehrfache Klagen erhoben worden. (Ziko.) Das hommunalbudgc! von Jerusalem Mit der Fertigstellung des Budgets für die Stadtgemeinde von Jerusalem für das kommende Budgetjahr befaßte sieh noch der alte Stadtrat, auch noch nach Durchführung der Neuwählen, der am 22. April in einer langen Sitzung unter Beteiligung des Bezirksgouverneurs den Etat bestätigte, laut welchem der neue Stadtrat zu arbeiten haben wird. Die vorgesehenen Einnahmen betragen laut dem ״Dawar“ £E 75000 und die Ausgaben £E 82000. Beide Zahlen weisen eine Erhöhung gegen die Budgets der letzten Jahre auf. Diehards und Fascio Der bekannte Araberfreund und Antizionist in England, Lord Rotherme re, tritt in der von ihm heratisgegehenen Zeitung ״Daily Mail" für die Abtretung des Palästinamandats seitens Englands an Italien ein. Am 2. Mai brachte die Zeitung einen Artikel und einen Leitartikel, die sich beide mit Italien beschäftigen. In dem Artikel sang der Besitzer des Blattes selbst, Lord Rothermere, ein Loblied auf Mussolini und den. Faszismus, der vor allem die wirtschaftlichen Erfolge der faszistischen Regierung gegenüber dem wirtschaftlichen Mißerfolg des jetzigen englischen Kabinetts he rausstrich. Der Leitartikel geht von der Feststellung aus, daß England bei seiner jetzigen wirtschaftlichen Lage sich die großen Kosten für die Mandate in Palästina und Mesopotamien nicht leisten könne und cs überhaupt keinen Zweck habe, sich noch fremde Sorgen aufhalsen zu lassen, und befürwortet die IJebertragung dieser beiden Mandate an Italien, das dadurch für seinen Bevölkerungsüberschuß ein Kolonialgebiet und für seinen politischen Drang ein Ventil bekommen würde. Das freundliche Echo aus Italien bleibt nicht aus. Der römische ״Mcssagero" antwortet iri einen! für diesen Vorschlag begeisterten Leitartikel. Er meint, daß sowohl die katholische Welt als auch das Judentum ein italienisches Mandat in Palästina nur begrüßen würden, die erstere aus naheliegenden Gründen, das letztere, weil Italien das einzige Land sei, in dein es einen Antisemitismus nicht gibt. Weniger Anklang findet der Vorschlag, auch das Mandat für Mesopotamien zu übernehmen. Der ״Messagero" meint, darüber könne erst gesprochen werden, wenn England und Amerika das Kapital für die Erschließung des Landes vertragsmäßig zusichern würden, während Italien die Landarbeiter stellen würde. In diesem Falle allerdings könne Mesopotamien wieder zu dem Paradies werden, das es der Tradition nach gewesen ist. (Es muß nicht besonders hervorgehoben werden, daß diesen Erwägungen keine realen Absichten zugrunde liegen. — Red.) Der in Haifa erscheinende arabische ״Ai Ordun“ berichtet, daß demnächst der Vertrag zwischen M a vv r o m a t i s und der bekannten Firma Jackson perfekt werden dürfte, wonach letztere mit der Einrichtung der elektrischen Beleuchtung in Jerusalem beginnen wird. Am 1. Mai eröffnet die Konsumgesellschaft der palästinensischen Arbeiterschaft ״Hamaschbir" eine besondere Abteilung unter dem Namen ״Haraaschbir-Tcxti 1", die sich ausschließlich mit dem Verkauf von Manufakturwaren, Strickwaren und Konfektion befassen wird. Vorläufig sollen Abteilungen in Jaffa, Haifa und Jerusalem eröffnet werden. (Ziko.) Die Palästina-Regierung veranstaltet am 21. und 22. September in Haifa eine landwirtschaftljchcAusstellung. Intensität, Logik, Energie Von Dr. Felix Welf sch. Die zionistische Exekutive wird dem Aktions-Gomite, .da» gegenwärtig in London tagt, einen Antrag stellen, den 15. Kongreß in Basel abzsihalten. Der Antrag dürfte angenommen werden. Der Kongreß wird voraussichtlich am 24. August eröffnet werden. Der Kongreß wird kaum eine geklärte zionistische Lage vorfinden. Er wird in einer Zeit zusammen freien, da alle zionistischen Probleme durch die wirtschaftliche Situation in Palästina schmerzhaft aufgewühlt sind: Das Finanzproblem, das Kolonisationsproblem, das soziale Problem, das Jewish Agency- Problem, Eine ungeheure Arbeit erwartet diesen ■ Kongreß. Er wird schwerwiegende Entscheidungen fällen müssen. Die Art dieser Entscheidung wird von seiner Beschickung und Zusammensetzung abhiingen; und seine Zusammen- Setzung wird vom - Schekel abhäögeti. Es ist daher die erste Sorge der Organisation, die erste Sorge eines jeden Zionisten, wenn er an den Kongreß denkt: daß die Schekelsammiung so durchgeführt wird, daß der Kongreß echtes Organ einer zionistischen Willensblldung wird. Dieses vorbereitende formale Problem muß erst gelöst werden, bevor man an die meritorischcn Aufgaben des Kongresses herangeht. Es muß auch deshalb zuerst gelöst werden, weit cs statutengemäß bis zum 10. Juni geltet sein muß. Bis zu diesem Termin muß die Schekelschlacht geschlagen sein. Die zionistische Bewegung• wächst an ihrer Peripherie; an Orten also, welche vom Zentrum, vom Kern der Bewegung am weitesten entfernt sind, und wo diese Entfernung nicht nur lokal, sondern auch qualitativ zu spüren ist. Es sind Nichtzionisten, welche sich dem Zionismus an seiner Peripherie anschließen. Es sind Menschen, welche eine mehr oder minder tätige Sympathie für den Palästinaaufbau haben, aber sieh trotzdem nicht entschließen konnten, sich zionistisch organisieren zu lassen; ans Ueberzeugung oder auch aus Mangel an Ueberzeugung; weil ihnen die Zionisten nicht gefallen, oder weil ihnen der Zionismus, oder der jüdische Nationalismus oder Politik überhaupt nicht gefällt. Biese Art »Oi Wachstum, die ohne Zweifel durch die Art ocr ideologischen und organisatorischen Ausgestaltung uzt seiet Fonds noch unterstützt wirä, braucht picht «nbelltgt verurteilt m werden; es ist psychologisch begründet, fajpt möchte man sagen: normal. Es entspricht dem Seelenzustande der Durchschnittsmenschen, auf welche wir angewiesen sind, wenn wir eine Volksbewegung sein sollen und nicht auf psydialogische Wunder warten wollen. Es beruht schließlich auch auf einer pädagogisch richtig gefühlten Erkenntnis: daß die Menschen nur geführt werden können, wenn man mit ihren vorhandenen Kräften rechnet und wenn man sie auf Wegen leitet, zu welchen sic selbst den natürlichen Zugang haben. In diesem Sinne also kann man dieses Wachstum natürlich und gesund nennen. Aber — unter einer Voraussetzung: daß cs nicht bei diesem peripherischen Wachstum bleibt; daß auch das Zentrum wächst und auf die Peripherie eine Kraftwirkung ausübt; daß dieser ersten Welle des Wachstums eine zweite folgt; daß das peripherische Wachstum immer wieder von einem zentripetalen Wachstum ergänzt und erfüllt wird; daß der Erweiterung eine Zusammenfassung•, der Ausbreitung eine Verdichtung folgt. In das Bereich des peripherischen Wachstums der zionistischen Idee gehört, wer den ersten Groschen in die Nationalfondsbüchsc wirft; der organisatorische Expo- 11 ent des zentripetalen Wachstums ist — der Schekel. Unsere nichtzionistischen Palästinafreunde glauben zwischen ihrer Palästinafreundschaft und dem Zionismus einen großen Unterschied machen zu sollen. Wir Zionisten verrichten in der Regel darauf, diese Anschauung zu bekämpfen; weil uns die Sache wichtiger ist als der Name; wir sind im aktuellen Falle geneigt, das jüdische Palästina über den Zionistnus siegen zu lassen; aus dem einfachen Grunde, weil der Zionismus ja selbst kein anderes Ziel hat, als das jüdische Palästina; und weiter, weil wir den Palästinafreunden diese psychologische Brücke zu Palästina nicht nehmen wollen. Manchmal aus Liebe zu unserem Ziel, manchmal aus seelischem Verständnis für Menschen, welche in einem anderen Entwicklungsstadium sich befinden, manch mal vielleicht auch aus Schwäche. Es ist keine Frage, daß auch diese Entwicklung׳ zu Palästina —- die ihren Unterschied zum Zionismus zu heftig betont, unter den gegebenen psychologischen Bewegungen etwas Normales und Notwendiges hat; und nicht verurteilt werden sollte, wem!.... wenn auch hier immer wieder eine Welle der Regeneration e i n t r i 11; wenn auch hier wieder die realistische Psychologie immer wieder von einem scharfen Strahl der Wahrheit und der Logik gereinigt wird. Es ist notwendig, auch unseren Palästinafreunden gelegentlich die Erkenntnis beizubringen, daß der Unterschied, den sie zwischen Palästinafreundschaft und Zionismus machen, gewöhnlich, ja meist, ein Unterschied nicht v o in Zionismus, sondern innerhalb des Zionismus ist. Das zionistische Ziel ist im Baseler Programm enthalten und will nichts als die Schaffung einer öffentlich rechtlich gesicherten nationalen Heimstätte des jüdischen Volkes. Es gibt sehr viele Palästinafreunde, welche sich energisch dagegen sträuben, Zionisten zu sein, deren Palästinafreundschaft aber logisch haarscharf dem Baseler Programm entspricht. Das, was sie von der herrschenden zionistischen Ansicht unterscheidet, sind nicht Differenzen vom Baseler Programm, sondern Differenzen innerhalb der Art der Durchführung des Baseler Programms, sind nicht Unterschiede vom Ziel des Zionismus, sondern Unterschiede