Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 31-32 (22.4.1927)
- Date
- 1927-04-22
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 31/32 JÜEÖISCHE RUNDSCHAU Sehe 233 Eingesandt Das Radio im Dienste des jüdischen Kulturzentrums. Durch die ungeheuere und ungeahnt rapide Entwicklung des Radiowesens könnte auch die Idee des palästinensischen Kulturzentrums ihre wohl kaum geahnte Verwirklichung finden, wenn sich die Zionistische Weltorganisation oder ein Mäzen, der die entsprechenden Mittel beistellt, entschlösse, einen Sender in Erez-lsrael zu bauen. Es sind ja heute bereits genügend wissenschaftliche und künstlerische Persönlichkeiten im Lande, die die sichere Basis eines Senderprogramms bilden könnten. Und die Sendestation würde in dreifacher Hinsicht ihre Aufgabe erfüllen: 1. als Kulturfaktor im Lande, der das Wort bis in die entlegenste Siedlung trägt, und in der Galuth: im Sinne der Verwirklichung der geistigen Heimstätte; 2. als wichtiger Faktor im Propagandawesen; 3. als wichtiges politisches Aktivum, das an Bedeutung vielleicht der Universitat gleichzustellen wäre. Vielleicht ist die Zeit nicht mehr fern, wo der Ruf in aller Welt ertönen wird: Hallo! Halio! Poh Radio Jeruschalajim! Adolf Schwarz. Zeitschriltenschaa Die letzte Nummer der ״Jüdischen Wochenzeitung für Cassel“ widmet dem jüdischen Museum in Cassel, welches dieser Tage eröffnet worden ist, eine Reihe Artikel und Illustrationen. Rechtsanwalt Alexander Lewinsohn, der sich neben Rechtsanwalt Dalberg um das Zustandekommen des Museums sehr bemüht hat, schildert den Werdegang dieser Institution. Auf seinen Reisen hatte Lewinsohn die jüdischen Museen in Prag, Wien, Berlin, Würzburg, Danzig und Frankfurt gesehen und schöpfte aus dieser Erkenntnis die Hoffnung, daß auch für den engeren Bezirk in Hessen sich ähnliches würde schaffen können. Die Gemeinden des Bezirkes halfen in verständnisvoller Weise die Objekte auswählen und stellten alles Wertvolle aus ihren Beständen zur Verfügung. Durch die Sammlung Dalb e r g s konnte auch der graphische Teil der Ausstellung eine feschlossene Rundung erfahren. Die Landesbehörden förderten as Unternehmen. Die Ausstellung, die in den Räumen des Hessischen Landesmuseums untergebracht ist, wird mehrere Monate geöffnet sein. Der Besuch ist ein sehr reger. Die vorzügliche Zeitschrift ״Junge Menschen“ (Hambürg) widmet das 3. Heft des laufenden Jahrgangs der Personlichkeit von FranzOppenheimer. Das Heft enthält Beiträge von Prof. Adolf Löwe, Gottfr. Salomon, Leonard Nelson, Dr. H. Ritzmann, Prof. Erik Nölting, Dir. S. Dyk (über die Siedlungsgenossenschaft Bärenklau) und vielen anderen. Aus allen Beiträgen, die Lehre und Wirken Oppenheimers von verschiedenen Seiten würdigen, spricht warme Liebe und Wert- Schätzung. — Das Aprilheft derselben Zeitschrift gibt der Devise ״Den Primitiven“ (mit 21 Bildern). Jedes Heft enthält die Beilage ,,Die junge Gemeinde“, eine lebensreformerische Zeitschrift mitzahlreichen interessanten Rubriken und Bernerkungen aus allen Lebensgebieten. Vermischtes Hebräische Lehranstalt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Das Sommersemester beginnt am Montag ,den 25. April. Sämtliche Anfänger werden gebeten, an diesem Tage um 7 Uhr abends in der Hebräischen Lehranstalt, Große Hamburger Straße 27, zwecks Festsetzung des Stundenplans persönlich zu erscheinen. Etwaige Wünsche werden nach Möglichkeit berück* sichtigt werden. Der Stundenplan in allen übrigen Klassen bleibt bis aut weiteres unverändert. Ich weise besonders noch darauf hin, daß Damen und Herren mit einigen Vorkenntnissen in dem Morgenkursus, der Montags und Mittwochs 1,48—9 Uhr im Nebengebäude der Syn. Pestalozzistr. 14/15 (Stadtbahnhof Savignyplatz) abgehalten wird, noch Aufnahme finden können. Sprechzeit bis zum 1. Mai: Mittwoch 7,30—8 Uhr abends und Sonnabend 9—9,30 Uhr abends in der Hebräischen Lehranstalt. Telephonischer Anruf: Uhland 8111, nachmittags 1—2 Uhr. Der Leiter der Hebräischen Lehranstalt: N. Berggrün, Qrunewald, Alt e Allee 7. Der Hilfsverein der Deutschen Juden veranstaltet seine diesjährige Mitgliederversammlung am Montag, den 25. April, abends 8 Uhr, in Berlin, Brüdervereinshaus, Kurfürstenstraße Nr. 115/16. Die Versammlung wird verbunden mit einer Gedenkfeier für Herrn Dr. Paul Nathan, der an diesem Tage sein 70. Lebensjahr vollendet hätte. Das Jüdisch-theologische Seminar in Breslau beginnt seine Vorlesungen am 2. Mai, die Aufnahmeprüfung findet am 26. April, vormittags 9—1 Uhr, in den Räumen des Seminars, Wallstr. 14, s(pj|. Der Hechaluz, Deutscher Landesverband, unterhält seit längerer Zeit eine Wirtschaftsstelle, um die in der Ausbildung befindlichen Hechaluzim mit Ausriistungsgegenständen, Kleidern, Wäsche, kleinen Utensilien zu versorgen. Der Hechaluz bittet alle Gesinnungsgenossen, ihm bei dieser Aufgabe nach Mög'i hkeit durch Abgabe brauchbarer Sachen, insbesondere von A: beiiskfeidung, zu unterstützen. Auch Stoffe und Schuhwerk werden gern entgegengenommen. K. J. V. Ab 21. April 1927 befinden sich die Räume des K. J.V. in Berlin-Charlottenburg, Bleibtreustraße 50, Gartenh. (Tel.: Stcinplatz 4736). — In nordwestdeutschem Badeort bietet sich außerordentlich günstige Niederlassungsmöglichkeit für einen jungen unverheirateten Zahnarzt. — Für 1. Mai, 1. Juni und 1. Juli ist je eine Praktikantenstelle zu besetzen. Freie Station, 30 M. monatlich. — In norddeutscher Stadt wird für iuni/Juli Vertreter für einen Arzt gesucht. Vollständige Benerrschung der intravenösen Technik erforderlich. Meldungen erbeten an K. J. V., Berlin-Charlottenburg, Bleibtrcustr.. 50 Gh. Synagoge ״Der Friedenstempcl \ Berlin-Halensee, Markgraf-Albrcchtstraße 11/12. Pessachfestgottesdienst: Freitag, den 22. April 1927, abends 7 Uhr. Sonnabend, den 23. April, vormittags 10 Uhr, Mincha: 4 Uhr nachmittags, abends 7/4 Uhr. Sonntag, den 24. April, vormittags 10 Uhr: Predigt und Seelenfeier (Dr. Prinz). W o c h e n t a g s g o 11 e sdienst: täglich morgens 7 Uhr, abends 61/2 Uhr. Isr. ReligionSverein, Wilmersdorf. Synagoge Schaperstr. 33. Feiertagsgottesdienst zu den Zeiten der Gemeinde-Synagogen mit altem Ritus; Sonntag: Seelengedenkfeier mit Predigt. Synagoge Adaß Jeschurun, Clausewitzstr. 4 (am Kurfürstendamm. Gottesdienst am Scliewii und Acharon schell Peßach: Freitag abends: 7,15 Uhr, Sonnabend morgens: 9,30 Uhr, Sonnabend abends: 7,30 Uhr, Sonntag morgens: 9,30 Uhr (Predigt und Seelenfeier), Sonntag abends (Minche): 7,30 Ühr. Festausgang: 8,04 Uhr, Gottesdienst am Schabbath ״Kedoschim“: Freitag abends: 7,30 Uhr, Sonnabend morgens: 9,30 Uhr (Rosch-Chodesch-Benschen), Sonnabend abends (Minche): 7,45 Uhr. Schabbathausgang: 8,16 Uhr. Die Vereinigung für die Interessen der Alten Synagoge veranstaltet am Mittwoch, den 27. d. M״ pünktlich abends S Uhr, einen Vortragsabend im Verwaltungsgebäude, Rosen- Straße 2/4. Frau Rabbiner Dr.* Eschelbacher spricht Überdäs Thema: ״Jüdische Wegweiser“. Die Besucher und Besucherinnen der Alten Synagoge sowie Gäste sind willkommen. Berliner Kalender Büro: Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin W 15, Meiaekestr. 10. Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheckkonto Nr. 37 830 Berlin NW 7. Kassenverwaltung der B. Z. V. Dienstag, den 26. April nachm. J/*5 Uhr Jfld. Frauenarbeitsgemeinschaft Lichterfelde-Dahiem, im Hause von Frau Schmierer, Lichterfelde, Unt. d. Eichen 69. Aussprache über jüdische Erziehung unter Leitung von Frau Boschwitz (im Anschluß an die kulturpolitische Diskussion in der ״Jüd. Rundschau“). Jeden Donnerstag abends 9 Uhr Zusammenkunft der Charlottenburger Zionisten im Cafd Kersten, Kurfürstendamm 90. Soziale Wohlfahrtsrente. Bekanntlich hat die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden als Spitzenorganisation der jüdischen Wohlfahrtspflege in Deutschland für die jüdischen Anstalten, Einrichtungen, Vereine und Stiftungen die Bearbeitung der Angelegenheiten der sozialen Wohlfahrtsrente übernommen und sich bereit erklärt, die an sie gelangenden ausgefüllten Antragsformulare an die zuständigen Ausschüsse für die soziale Wohlfahrtsrente in den einzelnen Ländern und Provinzen weiter zu leiten. Die Frist für die Einreichung der Anträge bei den Ausschüssen läuft am 30. April ab. Es liegt im eigensten Interesse der Wohlfahrtseinrichtungen, durch die Zentralwohlfahrtsstelle die Anträge schleunigst, spätestens bis 20. April, einzureichen. Antragsformulare und Anleitungen sind durch das Büro der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin N, Oranienburger Str. 13/14, zu haben, desgleichen werden auf Wunsch Auskünfte erteilt. Ortsgruppen Propagandaabende der B. Z. V. Die B. Z. V. veranstaltete in der letzten Zeit in allen Bezirken Berlins eine Reihe sehr gut besuchter Propagandaveranstaltungen, die mit Aufführungen des Palästinafilms verbunden waren. So sprach in der Gruppe Ost Herr Waldmann, in der Gruppe Süd Herr Dr. Hans Bloch. Beide Veranstaltungen waren vornehmlich von Nichtzionisten besucht. Es ist auf beiden Abenden gelungen, eine Reihe von Nichtzionisten für unsere Sache zu interessieren. Auf beiden Abenden sind Neueintritte in die B. Z. V. erfolgt. Die Gruppe Charlottenburg veranstaltete am 11. April einen Propagandaabend, auf dem ein vom Keren Kajemcth neu zusammengestellter Palästinafilm vorgeführt wurde. Die einleitende Ansprache hielt Herr Prof. Dr. L o e w c. Er schilderte die Entwicklung des jüdischen Aufbauwerkes und sein Appell ging besonders an die jüdische Jugend, in ihrer Arbeit für Erez-lsrael nicht nachzulassen. Das sehr zahlreich erschienene Publikum, darunter auch sehr viele Gäste, dankte dem Redner durch begeisterten Beifall. Am Schluß der Filmvorführung ergriff dann Herr Prof. Loewe nochmals das Wort. Bamberg. Am Sonntag, den 10. April, Sprach Herr Fritz Fraenkel, Nürnberg, Tn unserer Ortsgruppe über ״Die Bodenreform und der Jüdische Nationalfonds“. Der Redner zeichnete in kurzen Strichen die Bedeutung der Bodenreform überhaupt und wies dann auf die Wichtigkeit ihrer Durchführung in Palästina hin. An den interessanten Vortrag schloß sich eine Debatte an, an der sich die Herren Dr. Fried, Dr. Lang und Dr. Oster beteiligten. In seinem Schlußwort wies Herr Fraenkel nochmals auf die Bedeutung des Jüdischen Nationalfonds hin. Nach Vorführung einiger Nationalfonds-Grammophonplatten wurde der wohlgelungene Abend geschlossen. Frankfurt a. M. Die Zionistische Frauengruppe wird am Sonntag, den 1. Mai, vormittags 11(4 Uhr, im Neuen Theater ״Die goldene Kette“ von Perez von Mitgliedern der jüdischen- Gesellschaft zur Aufführung bringen lassen. Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Köln a. Rh. Dr. B. Kontorszczyk, Delegierter des deutschen Keren Hajessod, hielt Anfang April einen Vortrag über ״Die herrschenden Strömungen im Judentum“. Der Referent behandelte in seinem Vortrag die seit zweitausend Jahren im Judentum miteinander ringenden Strömungen der Golusbejahung und Golusverneinung. Am Schlüsse seines Vortrages wies er auf die Bedeutung des jüdischen Nationalheims in Palästina hin und forderte die Anwesenden auf, sich durch Beiträge für den Keren Hajessod am Palästina-Auf bau zu beteiligen. Saarbrücken. Jüd. Kulturverein Kadimili. Die Generalver- Sammlung v. 21. 12. 1926 wählte folgenden Vorstand: l.Vorsitzender: Jacques Neu, 2. Vorsitzender: Hugo Loeffler. Die sonstigen Ressorts erhielten: Mendel Atlas, Leo G e - wu erz, Em. Rebhuhn, Pinkas Sch m eie r und Bernhard Turner. Als Revisoren wurden gewählt: Felix Gutmann und Leo Quadrath. Die Generalversammlung wurde am 9. 1. 1927 fortgesetzt, eingeleitet durch eine kurze Trauerkundgebung für Ach ad Haara. — Das Winter- Programm wurde mit dem begonnenen Vortragsreigen fortgesetzt. Dr. Ernst Simon, Frankfurt, behandelte die jüaische Aufklärung in Ost und West, Lehrer Tannenberg, Merzig, sprach über: Sabbatei-Zewi und seine Zeit. Ein Diskussionsabend befaßte sich mit der Frage: ״Krim und Palästina“. Die Einleitungsreferate hielten: Jacques Neu und Pinkas S c h m e i e r. Ein Ereignis bildete der Vortrag von Jakob Herzberg, Frankfurt: Die Kulturgeschichte der Juden des 19. Jahrhunderts. Assessor Erich Werner bewies rhetorisch und musikalisch ״Die Existenz einer spezifisch jüdischen Musik“, Lehrer G o e t z o w, Cochem, veranlagte insbesonders unsere Damen zur Aussprache durch seinen Vortrag: ״Die Stellung der Frau im Judentum“. Anläßlich des 250. Todestages von Spinoza übernahm Hugo Loeffler die feierliche Gedenkrede: ״Spinoza als Mensch und Philosoph“. Um den Mitgliedern Gelegenheit zu rhetorischen Uebungen zu geben, wurde ein Diskussions-Zirkel errichtet. In diesem behandelte Emil Landau: Die Juden im Mittelalter, und Zwas: Die Religion in bezug auf den Palästina- Aufbau. Eine lebende Zeitung ״Kadimah-Spiegel“ wird in unregelmäßigen Abständen erscheinen. Die Vorträge waren durch zwei Familienabende unterbrochen, welche die Mitglieder und zahlreiche Gäste bei Kabaret-Darbietungen und Tanz fröhlich zusammenhielten. Aus eigener Kraft, unterstützt durch eine Büchersammlung, wurde der Grundstein zu einer jüdischen Bibliothek gelegt, deren Eröffnung nahe bevorsteht. Den Abschluß des Winterprogramms bildete ein Purim-Kostümball unter der Devise: ״Ein Fc t am Hofe des Königs Ahasveros“. Der Erfolg war ir.sbc andere in finanzieller Beziehung befriedigend. Briefkasten der Redaktion Mischar w’Taaiia. Durch die von uns abgedruckten Zu- Schriften und Artikel sind u. E. die Anschauungen über die Industriebank so geklärt, daß das von ihnen befürchtete Mißverständnis nicht eintreten kann. Für die Beistellung ordent- Wehen Industriekredites tritt jeder ein, nur die finanztechnische Frage, die Sie eine Frage der ״Zweckmäßigkeit“ nennen, wurde hier diskutiert. Daß Sie gegen den Artikel von Landauer sind, ändert nichts an der von Ihnen neuerlich betonten Notwendig■ kdt einer Revision des Begriffes, den sich viele Industrielle Tn Palästina vom Wesen des ״Kredites“ machen. Eine ״Berichtigung“ scheint uns also überflüssig. Max Feder, München. Auch Sie warnen uns vor dem Schwindler Marko Hofimann, der Ihnen unter Dar- Stellung falscher Tatsachen großen Schaden zugetügt hat. Sie geben uns auch eine genauere Beschreibung des Schwindlers: Größe ca. 1,65 ni, schwarze Hornbrille, blond, über der rechten Oberlippe zwei Warzen, linkes Auge scheinbar Glasauge, schlechte deutsche Aussprache mit ungarischem Einschlag, blauer Anzug, grauer Mantel, Lackschuhe, sowie Aktenmappe. Wir hoffen, daß dadurch andere gewarnt sein werden. Filip Reiner, Karlovac• Das Buch, das sich mit der Entstehung und dem Inhalt der ,,Weisen von Zion“ beschäftigt, ist von Binjamin Segel und ist unter dem gleichen Titel im Philo-Verlag, Berlin SW, Lindenstr. 13, erschienen. Dr. Hubert Pollak. Sie wundern sich, daß Dr. Naumann auf einen ״unpersönlichen, sachlichen Artikel“, den Sie für sein Blatt geschrieben haben, mit folgenden ritterlichen Bemerkungen reagiert: ״Ein Zionist, der sachlich mit uns reden will und eine Abneigung vor ,platter Demagogie‘ bekundet, hat an sich schon Seltenheitswert; er bietet eine erfreuliche Abvvechslung gegenüber den vertrauten Typen, die uns im Tageskämpfe als Auch-Zionisten immer wieder begegnen, dem tuschelnden Vorzimmer-Politiker mit der leicht gefälschten Vornehmheit und dem Podiumhelden mit der nach Bedarf bebenden SchmalzstimmeSie verwahren sich, wie Sie uns schreiben, ״gegen ein Kompliment, das für Sie beleidigend ist“. Wir wundern uns nicht mehr. Emst Rosenbaum, Danzig. Sie schreiben uns: ״Auf meiner Reise von Palästina nach Danzig wandte sich im Schnellzug Bukarest-Warschau ein rumänischer Schaffner an mich und sagte, bei ihm befände sich der Ranzen eines Mannes namens Joseph Leiser, der im Februar von Palästina nach Polen gefahren sei und diesen Ranzen im rumänischen Zug oder auf einer rumänischen Station vergessen habe. Der Schaffner bat mich, ich solle mich für die Auffindung dieses Joseph Leiser interessieren, um ihm zu seinem Eigentum wieder zu verhelfen. In dem Ranzen sollen sich Kleidungsstücke im Wert von 100 Dollar befinden. Vielleicht können Sie mir bei der Ausführung dieser Angelegenheit behilflich sein, eventuell diese Nachricht jüdischen Zeitungen Polens übermitteln oder zum mindesten einen Rat geben, was am besten zu tun sei. Die Adresse jenes Sehaffners, der den Ranzen in Verwahrung hat, ist: Gajewski, Ignatz, Czernowitz (Cernauti), Kalitschankergasse 44!** — wir hoffen, daß, falls dies jemand liest, der den Genannten kennt, ihr Bemühen nicht vergeblich war. Gesucht werden Steilen für; a) kauftn. Personal, männliehe und weibliche Kräfte für Büro und Verkauf. Es sind hochqualifizierte Kräfte mit langjährigen Zeugnissen und guten Referenzen vorgemerkt. Tüchtige Stenotypistinnen mit perfekten Sprachkenntnissen können jederzeit zugewiesen werden, desgleichen Anfängerinnen. Nachweisungen von sabbatfreien Stellen sind erwünscht, b) Hauspersonal, tüchtige Hausschneiderinnen, Hausdamen, Wirtschafterinnen in frauenlosen Haushalten, für Kindergärtnerinnen und Kinderpfegerinnen in Heimen und Kindergärten, c) Ungelernte Arbeiter und Arbeiterinnen, d) Erwerbsmöglichkeiten für Werkstudentinnen und -Studenten, e) Für Lehrlinge in der Kürschnerei, Schneiderei, Schlosserei, Elektrotechnik, in der Herren- und Damenschneidern, möglichst in Betrieben, die am Sabbat geschlossen halten, für kaufmännische und bandwerkliche Lehrlinge, in kleinen Städten mit Kost und Logis, ferner für zwei junge Falaschas. f) Für Lehrmädchen in aer Schneiderei, Putzmacherei, im Frisierfach. Erwünscht wäre Zuweisung von leichter Heimarbeit für ältere Mädchen und Frauen, die nicht außer dem Hause tätig sein können. Meldüngen an: Jüdischer Arbeitsnachweis, Berlin N 24, Auguststrale 17; Telephon: Norden 7085—7087 und 9130. Sport Obmänner *Tapnfl des Deutschen Kreises im Makkabi-Weltverband Am 27. März 1927 fand in Berlin die Tagung der Obmänner des Deutschen Kreises im Makkabi-Weltverband statt. Das geschäftsführende Präsidium erstattete den Bericht, aus dem hervorzuheben ist, daß es dem Deutschen Kreis gelungen ist, sich zu vergrößern, daß mit der jüdischen OeffentUchkeit eine größere Fühlungnahme begonnen hat, und daß die auf dem letzten Turntag eingeführte Bezirksarbeit zwar noch der Nachhilfe bedürfe, jedoch erfreuliche Anfänge zeige. Sehr dankenswert sei die Unterstützung der Jüdischen Gemeinde und der deutschen zionistischen Zentrale. A11 Referaten sind bemerkenswert ein solches über Makkabi-Weltverbandsfragen und über das Verhältnis des Deutschen Kreises zu anderen jüdischen Organisationen. In dem erstgenannten Referat wurde ausgeführt, daß der größte Teil der Weltverbands־Arbeit auf den Schultern der Mitglieder des Deutschen Kreises geruht habe, und daß die jahrelangen Erfahrungen gezeigt hätten, daß Deutschland bzw. Berlin nun einmal der gegebene Ort für die nationaljüdische zentrale Arbeit auf dein Gebiet des Turnens und Sportes sei. Aus dem letztgenannten Referat war die Feststellung interessant, daß unbeschadet der politisch neutralen Einstellung der Bar Kochba-Verein in Deutschland eine größere Fühlungnahme mit den nichtjüdischeu Turn- und Sportverbänden und den jüdischen Jugendorganisationen insbesondere auch zu den jüdischen Gemeindeverwaltungen erforderlich sei. Diese Ausführungen fanden allgemeinen Anklang. Ein Begrüßungstelegramm an den Preußischen Landesverband wurde unter allgemeiner Zustimmung, angenommen. Von den Beschlüssen sind hervorzuheben: Die Aufnähme zweier neuer Vereine in Oberhausen und Lübeck. Bestimmung der für Palästina gesammelten Gelder zur Anzahlung für einen Sportplatz in Haifa und die Fortsetzung und Erweiterung dieser Sammlung. Die Anstellung eines Sekretärs. Die Herausgabe einer eigenen Zeitung resp. Mitteilungsblattes. Die Neuwahl des Präsidiums hatte nachstehendes Ergebnis: Kurt Kiewe, Landrichter Dr. Hans Loewy, Fritz Mautner, Arthur Rosenberg und Dr. jur Boris Sil be rt, $ Jerusalem, 15. April. (J.T.. A.) Während der kominenden dritten Konferenz des palästinensischen allgemeinen Arbeiterverbandes (Histadruth) veranstaltet der palästinensische Arbeitersportverband ״Hapoel“ ein Sportfest, an welchem sich 800 Sportler aus ganz Palästina beteiligen werden. Der Sportverband JHapoel“ zählt bereits mehr als 200 Mitglieder und verfügt aber moderne Sportplätze.