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Jüdische Rundschau · 1927-04-13 · Heft 29-30 (13.4.1927) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 29-30 (13.4.1927)
Date
1927-04-13
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 29/30 joümsewt rünoschaü Sehr 221 Letzte Nachrichten Sitzung der Exekutive Weiter wird uns aus London vom W. d» M. gemeldet: Die Sitzung der Executive dauert fort. Hauptgegenstand der Beratung bildet der Plan der Finanzierung produktiver Arbeitsbeschaffung für die Arbeitslosen in Pallstlna. Es sind Anleihe-Aktionen in allen Ländern, unter Teilnahme der Executive geplant. Das A.C. soll für den 28. April nach London einberufeil werden. Die Executive dürfte vorschlagen, den XV. Kongreß am 24. August bi Basel zu eröffnen. Die Judenlrage in Rumänien London, 11. April (J. T. A.) Der Board of Deputies /Deputiertenausschuß der englischen Juden) hat sich in seiner gestrigen Sitzung ausschließlich mit der Lage der Juden in Rumänien und den Versuchen zu einer Besserung derselben befaßt. Nach einem Bericht von Ludan Wolf über den Verlauf der Verhandlungen mit der rumänischen Regierung kam man einmütig zu der Ueberzeugung, daß ein Weiterführen der friedlichen Unterhandlungen unmöglich geworden sei. Einstimmig wurde eine Resolution angenommen, in der gegen die Behandlung der Juden ln Rumänien, die in diesem Lande weder Schutz noch Recht finden, protestiert wird. Es wurde beschlossen, bei der Regierung 0 r0 ßbritanniens und beim Völkerbund dahin zu intervenieren, daß die rumänische Regierung zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen gegenüber den jüdischen Bürgern und zum Schutze derselben gegen die wüsten antisemitischen Ausschreitungen angehalten wird. Bukarest, 8. April. (J.T. A.) ln der heutigen Kammer- Sitzung setzte der Cuzist Pop die Interpellation betreffend die Römanisierung der Städte fort. In seiner Antwort wiederholte Innenminister Ooga die Argumente, die er gegenüber der Interpellation Oradisteanu geltend gemacht hat und sagte: die Maßnahmen der Regierung werden sich gegen die ־׳ugewanderten landfremden Elemente richten. Nach der Abwicklung der Volkszählung werden gegen diese unerwünschten Ausländer die entsprechenden Maßnahmen getroffen werden. Czernowitz, 10. April. (J. T. A.) Der Zustand des 75jährigen Tempeldieners Leib Niederhoffer, der von cuzistlsehen Studenten schwer mißhandelt wurde, ist sehr ernst. Der Greis hat bei der Mißhandlung einen Beinbruch erlitten. Keiner der gewalttätigen Burschen wurde zur Verantwortung gezogen. New York, 6. April. (J.T. A.) 30OCX) amerikanische Staatsbürger, darunter die prominentesten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens,, der Kirche und der Hochfinanz, haben ein Memorandum verfaßt und unterzeichnet, in dem gegen die Unterdrückung der religiösen Minderheiten in Rumänien Protest erhoben wird. Die Denkschrift wurde der rumänischen Gesandtschaft in Washington mit dem Ersuchen überreicht, sie an die Königin Maria in Rumänien gelangen zu lass׳" Falästtnatragen Im Britischen Unterhnns T. ■ Ar ,SoKM: * dgwoo d richtete in dar letzten Unferhaussitzung an den Kolönienminister die Frage, wann in ’Palästina ein den modernen Anforderungen entsprechendes Fabrikations- und Werkstättengesetz in Geltung sein würde. Minister Amery erwiderte, eine Fabrikationsgesetzgebung sei in einem gewissen Sinne bereits in Geltung, die Fabrikationsanlägen werden von Beamten des Arbeitsdepartements inspiziert. Jetzt wird ein Gesetz vorbereitet, das eine wirksamere Ueberraschung gesundheitsschädlicher Gewerbe, sowie eine Regelung der Frauen- und Kinderarbeit vorsieht. Auf eine weitere Ani'.ugc Wedgwoods stellte Amery eine Verbesserung der jetzt noch geltenden ottomanischen Stempel- Ordnung in Aussicht; dies hänge von der Einführung der neuen Währung ab. Lord Plumer and die Jüdische Arbeiterschaft Jerusalem;?. März. (Ziko.) Lord Plumer, der auf einer Inspektionsreise durch Nordpalästina begriffen ist, besuchte die jüdischen Siedlungen in Simaria und die Keren Hajessod-Siedlungen ifh Emek Jesreel. Bei Besichtigung des neuen Arbeiterhauses in Hadar Hakarmel gab Lord Plumer seiner Hochschätzung für die kulturelle Arbeitsleistung der jüdischen Arbeiter in Palästina Ausdruck. Er erklärte sich als entschiedener Gegner jeden Versuches der Ver- Leumdung der jüdischen Arbeiterschaft. Das jüdische Menschern!.a'erial sei ausgezeichnet. Bei all seiner reichen Erfahrung habe nichts größeren Eindruck auf ihn gemacht, als die Ordnung und Disziplin des Jischuw in der ‘ jetzigen schweren Zeit der Krise. Am 8. April fand in Ein Charod eine Zusammenkunft Lord Plumers mit den Vertretern der Keren Hajessod-Siedlungen im Emek statt. Die Lamport-Stillung Paris, 6. April. (J.T. A.) Herr Samuel Charles La tuport, Mitglied der Exekutive der amerikanischen Zionistisehen Organisation, ist auf seiner Reise nach Palästina, WO er die von seinem Vater Nathan Lamport gestiftete Institution der zinslosen kleinen Darlehen organisieren will, in Paris eingetroffen. Herr Nathan Lamport hat bekanntlich für diese Institution eine Summe von 250000 Dollar bereitgestellt. In einem Gespräch mit dem J. T. A.-Vertreter erläuterte Herr S. Ch. Lamport die Ziele der ״Lamport Free Loan Foundation“, die den kleineren Kauflcutcn, Industriellen und Kolonisten in Palästina eine Stütze sein soll. Es sollen Darlehen in der ungefähren Summe von ie 100 Dollar gewährt werden. Herr Lamport wird ia Palästina auch noch die Möglichkeiten eine? Wirtschaftsaustausches zwischen Palästina und Amerika eingehend studieren. Palästina könnte nach Amerika Orangen, Tabake und Kunstjgewerbe wie das der Bezaiel-Scliulc liefern und als Gegenwert Rohmaterialien, insbesondere Baumwollgarn, aus Amerika erhalten. Her! Lamport, der Palästina aus früheren Betuchen bereits kennt, ist Vertreter der National Association of American Manufacturers Am Lag ßc u;111 r soil in Warschau auf Initiative des Jugendressorts der Zionistischen Organisation in Polen eine Konferenz der zionistischen Jugend stattfinden, an der auch die Jugendorganisationen Ost- und Westgaliziens wie auch der Randgebiete teilnehmen werden. Bereite jetzt steht die Beteiligung der Vertreter von 68 Städten fest, ■ ..• - Ble gereizte Stimmung Von Sch. Qorelik. Von einem richtigen ״Klassenkampf“ in Palästina zu sprechen wäre eigentlich sonderbar, denn es sind dort die Schornsteine der Fabriken schwer zu entdecken, und es fehlen jene düsteren Vorstädte, wo die Proletarier, vier Generationen beisammen, hausen. Und doch ist die Erbitterung, die Kluft zwischen der Arbeiterschaft und den Bürgerlichen derart tief geworden, daß man hätte meinen können, Tel-Awlw wäre jene grauenhafte Stadt Metropolis, jene letzte Konsequenz des Kapitalismus, die jetzt in einem Film gezeigt wird. Aber Tel-Awlw ist nicht Metropolis, eine kleine Stadt ist es, etwa wie früher Kamenetz-Podolsk. Wenn ich die Erwähnung des wichtigsten Unterschieds unterlasse, nämlich den, daß Tel-Awlw die erste jüdische Stadt des modernen Jischuw ist, so geschieht es aus folgendem Grunde: Kamenetz-Podolsk war Oolus, aber unter der jüdischen Bevölkerung herrschte Eintracht, niemals konnte solche Entfremdung zwischen verschiedenen Teilen der jüdlsehen Bevölkerung entstehen, wie wir es jetzt in Palästina erleben. So ist denn die Seele des Zionisten mit Recht betrübt und muß mit Sehnsucht an das jüdische Gemüt, das in Kamenetz- Podolsk herrschte und das, wie es scheint, in Tel-Awiw zu verschwinden im Begriffe ist, zurückdenken. Es sei erlaubt, diesmal nicht Über die wirtschaftliche Krise?u sprechen, die in einer Woche und in einem Monat nicht behoben werden kann, sondern von rein menschlichen Dingen, von rein Gefühlsmäßigem. Von soziologischen Betrachtungen über Vergangenheit und Zukunft der jüdischen Kolonisation in Palästina soll die Aufmerksamkeit auf das Gebiet des Psychologischen abgelenkt ־werden. Nicht von Klassenkampf, sondern von der gereizten Stimmung der palästinensischen Arbeiterschaft soll hier die Rede sein. Entstanden ist diese gereizte Stimmung infolge jener Tatsache, daß einige tausend Menschen in Palästina nichts zu essen haben, im buchstäblichen Sinne des Wortes. Nichts zu essen haben! Das heißt, sie können der verdammenswerten Pflicht, dem Magen täglich ein minimales Quantum Nahrung zuzuführen, nicht nachkommen. Andere sind es imstande, und diese anderen sind dieselben Volksgenossen, die früher einmal über dem ״Haschiloach“ und den Kongreßberichten gesessen haben. Und diese anderen lassen es bei dieser Tatsache ruhig bewenden. Da ist man gezwungen, an Kamenetz-Podolsk oder Poltawa zu denken und zu sagen: Dort wäre angesichts einer solchen Tatsache eine Unruhe entstanden — nicht in den Reihen der Hungernden, sondern in den Reihen derjenigen, die Gottlob satt sind! Wie! Kamenetz-Podolsker oder Poltawaer Juden hätten schweigend zugeschen, daß hinter den Fenstern ihrer Wohnungen hungrige junge Juden umherirren? Sie hätten etwas dagegen getan mit eigenen, kleinen Mitteln, im vollen Bewußtsein, daß ganz die Krise zu lösen nicht in ihren Kräften liegt. Man soll doch die Dinge mal auch von dieser Seite betrachten, man soll sich klar werden, daß ein bedeutender Teil der jüdischen Bevölkerung ln Palästina als das erzieherische Resultat der vielen Jahrgänge des ״Haschiloach“, der vierzehn Kongresse, der zionistischen Propaganda während fast eines halben Jahrhunderts anzusehen ist. welche Untergrabung des Glaubens an die Wirkung dieser Erziehung muß aber die Fest- Stellung bedeuten, daß in Zeiten der Bedrängnis der Wirtschaftlieh stärkere Teil es an sozialem Mitgefühl hat fehlen lassen. Wir haben nicht vernommen, daß die Söhne und Töchter der Kolonisten von Petach-Tikwah oder Rischon-Lezion in Aufregung geraten sind und sich zur Wehr gesetzt hätten gegen die Not der Brüder und Schwestern. Ich meine nicht, die Krise zu lösen — man wird zufrieden sein, wenn dies mit den angestrengten Kräften des ganzen Volkes gelingt — aber es ist rfdit wvfhr, daß Palästina «icftt Imstinde wfrii einen. Selbstriförd durch Nährungssörgin zu Verhindern., fh KasrÜöwkä ist kein Jude vor Hunger gestorben. Man hat den Topf aus dem Ofen genommen und auch den Nachbar an dem Mahle teilnehmen lassen. Trotz des Smokings und des bißchen Englisch ist Tel-Awiw ein vergrößertes Kasrilowka, und in dieser Stadt sollte seelische Härte und sozialer Indifferentismus nicht vorkommen. Daß die Entfremdung, die Gereiztheit, zum großen Teil auf die große Spannung in der Lebensführung zwischen Reich und Arm, auf den Mangel all sozialem Mitgefühl zurückzuführen ist, darf wohl mit Sicherheit angenommen werden. Wenn auf einer Versammlung einer der Führer der palästinensischen Arbeiter zum feierlichen Protest gegen die ״grausame Gleichgültigkeit“ gegenüber den Leiden der Arbeitslosen aufruft, und wenn diese Klage über ״grausame Gleichgültigkeit“ auch in einer Resolution betont wird, so hören wir darin nicht die Stimme eines Klassenkämpfers, sondern etwas ganz anderes: Ein Kasrilowkaer Jude bekundet hier seine Entrüstung über eine unverständliche Härte gegenüber einem anderen Kasrilowkaer Juden. Eine Anklage gegen einen Nachbar ist es, mit dem man einst zusammen von der Wiedergeburt des jüdischen Volkes geträumt hat. Denn trotz der strammen Organisation der palästinensischen Arbeiterschaft, trotz der Klassenideologie, sind sie letzten Endes alle ״balabatlsche Kinder“, wie sich ein Arbeiter selbst auf einer Versammlung ausgedrückt hat. Es will mir scheinen, daß die Gegensätze, die die gesellschaftliche Athmosphäre in Palästina so trübt, an Schärfe viel verlieren könnte, hätte man einmal versucht, die Dinge von dem hier dargelegten Standpunkt zu betrachten. Kleine Nachrichten Laut einer in der ״Qfficial Gazette“ veröffentlichten Mitteilung betrugen in der Zeit vom 1. April bis 31. Dezember 1926 die Einnahmen der palästinensischen Administration £E 1.742.685. Die Gesamtausgaben in der gleichen Zeit- Periode beliefen sich auf £E 1.487.320. Jerusalem, 8. April. (J.T. A.) ,,Haare*“ will aus gut informierter Quelle erfahren haben, daß der jetzige Oberkommissar für Palästina, Feldmarschall Lord Plumer, auch nach Ablauf seiner jetzigen Amtsperiöde auf dem Posten des palästinensischen Oberkommissars verbleiben wird. Jerusalem, 7. April. (1. T. A.) Eine Abordnung der italienischen Marine-Liga, geführt von Admiral Duke Filomarino und dem Senatsvizepräsidenten Prinz Colonna, wird am 16. April in Palästina eintreffen. Jerusalem, 7. April. (J. T. A.) Der Verband der heb räischen Schriftsteller Palästinas wurde eingeladen, an der in Kairo demnächst stattfindenden großen Feierlichkeit aus Anlaß des 70. Geburtstages des größten der lebenden arabischen Dichters, Achmed Shavki, der in Kairo lebt, teilzunehmen. Aus allen raoslemitischen Ländem begeben sich aus diesem Anlaß Abordnungen nach Kairo. Der Verband der hebräischen Schriftsteller Palästinas wird eine Abordnung entsenden. Die estnischen Zionisten haben den Präsidenten der estnischen Regierung, Herrn Temant in das Goldene Buch des Nationaffonds eintragen lassen, zum Zeichen der Dankbarkeit dafür, daß Estland als erster Staat der jüdischen Minorität die volle kulturelle Autonomie gewährt bat. Die estnische Presse verzeichnet dieses Ereignis mit Interesse. Der transjoidanische Korrespondent de ,.€ <!; in e 1“ berichtet, daß Ing. Rutenberg eine Konzession fii׳ die Erbauung von elektrischen St-aßenbahne« in Annan Md anderes StSdtek Traasjordanlens erhalte« lud. Gelegentlich der Eröffnungsfeier für die fertiggestellte elektrische Beleuchtung in Rischon le-Zion teilte der Bevollmächtigte von Bernard Baron in London, Herr Jakob Oordon, mit, daß Herr Baron beschlossen habe, für die in der Nähe von Rischon le-Zion gelegenen Arbeitersied- Iung Borochow eine Wasserleitung einzurichten. (Ziko.) ln Jerusalem Ist ein österreichisches Berufskonsulat errichtet worden, mit dessen Leitung der bisher bei der Gesandtschaft in Warschau verwendet gewesene Generalkonsul II. Klasse Walter Haas betraut worden ist. In Jerusalem ist Rabbiner Dr. Eisenstadt aus Leningrad, jetzt Rabbi!er der russisch-jüdischen Gemeinde Paris, eingetroffen. Dr. Welikowsky hat den Vorschlag unterbreitet, in Tel-Awiw ein Sanatorium für Orangenkuren zu errichten. (Ziko.) Die amerikanische Zionistische Organisation hat im Einvernehmen mit Young Judaea, der Junior Hadassah und der Awukah einen zionistischen Jugendbund für junge Leute im Alter von 18—24 Jahren gegründet. (Ziko.) Ab 15. April erscheint in der Schweiz unter Redaktion von Norbert Wcldler eine neue zionistische Monatsschrift ״Das Jüdische Heim“. (Ziko.) Wie verlautet, soll die Palästina-Regierung beschlossen haben, eine neue Straße von Tiberias nach Jericho längs des Jordantales über Semach und Beisan zu erbauen, ebenso eine neue Straße nach Transjordatilen, die in der Nähe von Beisan ihren Anfang nimmt. (Ziko.) Am 9. März hat der Waad von Hadar Hakarmel (Haifa) mit dem Solei Boneb einen Vertrag über die Anlegung von neuen Straßen in der Siedlung für den Betrag von £E 3000 abgeschlossen. Der Waad der Siedlung erhält diese Summe als Darlehen von dem Arbeitsdeparteinent der Palästina-Exekutive. Vermischtes Hebräische Sprachschule, Kirjath-Sepher, Breslau. Der Unterricht (Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene) beginnt wieder Montag, den 25. April, in den Räumen des jüdischtheologischen Seminars, Wallstr. 14. Für Fortgeschrittene gibt es spezielle Stunden für T’nach, Mischna, Acada, Grammatik, mittelalterliche und neuere Literatur, jeder Kursus hat besondere Konversationsstunden. Zu Beginn des Semesters wird ein neuer Anfängerkursus eingerichtet. Der Unterricht findet am Nachmittag und Abend statt. Die Kurse für Kinder liegen ausschließlich in den Nachmittagsstunden. Folgende Sonderkurse werden bestehen: I. Literaturkursus A: Neuere Literatur: die romantische und realistische Schule (Lebensohn, Mapu, Oordon. Smolenski und Mendele Mocher Sepharim). Vorträge und Lektüre. Donnerstag, 8V1 Ws 10 Uhr abends. II. Literaturkursus B: Mittelalterliche Uteratur: Die hebräische Dichtung in Westeuropa vom 13.—15. Jahrhundert. Dienstag, 8>/s bis 9y* Uhr abends. III. He* bräische Arbeitsgemeinschaft, in der den bereits im Dienste stehenden Lehrern und Lehrerinnen und den zur Lehrertitigkeit sich vorbereitenden Herren und Damen während einiger Semester Gelegenheit gegeben wird, Ihre Kenntnisse in der hebräischen Sprache theoretisch und praktisch za erweitern und zu vertiefen. (Näheres über die Arbeitegemeinschaft ist in den angegebenen Sprechstunden zu erfahren.) Anmeldungen für alle Kurse (Anfinger und Fortgeschrittene) vom 25. April an stets Montag bis Donnerstag 7—8 Uhr abends, Wallstr. 14, pt., 2. Tür Uni«. Antneidüngen für die Arbeitsgemeinschaft werden nur bis zum 5.-Mal angenommen, .. -./■ ,״ י ׳ * * . ' Der Verein zur Förderung der hebräischen Sprache ״Kiriath-Sepher“ hat beschlossen, der Sprachschule einen hebräischen Kindergarten anzugliedern, dessen Leitung eine geprüfte Kindergärtnerin, Fräulein Irma Horovitz, über* nehmen wird. Der Kindergarten soll nach Peßach eröffnet werden. Die Lage des Kindergartens wird sich soweit wie möglich nach den Wünschen aer Teilnehmer richten. Anmeldungen werden täglich, außer Sonnabend und Sonntag, von 4—6 Uhr nachmittags, von Fräulein Horovitz, Wau- Straße 14, III, bis zum 25. April entgegengenommen. Bund deutscher Bodenreformen Die 31. Haupt ver- Sammlung des Bundes deutscher Bodenreformer findet in Schwerin i. M., Stadthalle, statt. Israelitischer Religionsverein Wilmersdorf, Schaperstr. 33. Freitag, den 15. April, abends 7>/* Uhr, morgens 10 Uhr, abends 1% Uhr Festgottesdienst. Sonntag, am 1. Tage Peßach morgens 9 Uhr, Predigt 10 Uhr, Talgebet. Am zweiten Festtage zu denselben Zeiten. Von Dienstag, den 19. April an, findet in der Synagoge Schaperstr. 33 wahrend der Seflra-Wochen, täglich y* Stunde vor Nacht ein Zyklus freier Aussprachen über aktuelle jüdisch-kulturelle Fragen statt. Jedermann ist für diese Veranstaltung herzlich willkommen. An den letzten Feiertagen findet aer Gottesdienst zu den gleichen Zeiten wie an den ersten statt. Am letzten Feiertage Predigt 10 Uhr. Anmeldungen für die Religfons* schule und für den Barmlzwah-Unterncht werden von Herrn Rabb. Dr ,Fink, Güntzelstr. 44, entgegengenommen. Aachen. Die Generalversammlung der Ortsgruppe Ende Januar wählte folgende Herren und Damen in den Vorstand: 1. Vors.: Julius Kaufmann, Kassierer und Keren Hajessod- Kommissar: Rechtsanwalt Paul Stiel, Schriftführerin: Frau Grete Reingenheini, Keren Kajemeth-Kommissar: Paul Kaufmann, Beisitzer: Leo Pakula, S. Pakula und S. Schilensky. Folgende Vorträge fanden in den letzten Wochen statt: Referendar Kurt Voß: Jabotinsky und seine Politik, Dr. Jos. Neuberger: Palästina und Minoritätenfragen, Menschern Cohen: Meine Erlebnisse in Erez-Israel, Dr. Richard Herz: Die Pforte des Ostens, Julius Kaufmann: Die Tagung des Landesvorstandes, Dr. Karl Schwarz: Palästina und aie weit- Wirtschaftskrise, ferner einige Pressereferate von Julius Kaufmann. Am 19. März hielt die Ortsgruppe zugunsten des Keren Kajemeth ihre Purimfcicr ab, die sich eines regen Besuches zu erfreuen hatte. Niederlassungen. Wir sind in der Lage, einem Facharzt für innere Krankheiten in einem größeren Orte in Ostpreußen, einem Arzt, am besten Augenspezialisten, an einem kleineren Platze in Masuren günstige Niederlassungen nachzuweisen. Brielkasten der Redaktion M. Kaplan, Darmstadt. Es ist sicherlich eine Entglelsung schlimmer Art, wenn das sozialdemokratische örgaa von Darmstadt ״Der Hessische Volksfreund“ Abonnenten auf diese Weise wirbt, daß er das volksparteiliche Organ von Darmstadt, das ״Darmstädter Tageblatt“ herunterzusetzen versucht, indem er die Deutsche Volkspartei als Kostkind des jüdischen Millionärs Abraham Veite! Litwin bezeichnet. Wir können nicht annehmen, daß der ״Hessische Volksfreund“ ins antisemitische Fahrwasser eingebogen ist; es dürfte sich vielmehr um eine Taktlosigkeit eines Beamten in der Zeitungsadministration handeln. Bezeichnend ist es immerhin, daß die antijüdischen Instinkte auch bei sozialdemokratisch organisierten Deutschen lebendig sind.

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