Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 28 (8.4.1927)
- Date
- 1927-04-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Einzelnummer 035 Goldnwrk JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag Berlin W 15, Meinekeatraße 10. Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1,83 Goldmailc. vierteljibrlich 5,23 Goldmark. AnlsndsabonfinBaat• ventea io der Vlkng( der eitaeiaea Uader bertehaei Anzeigen - Verwaltung Jüdische Rundschau G. m.b. IL, Berlin W15, Meinekeitr.f 0 Telephon: Amt Bismarck 7165—70. Anwigenprei si 8 gespalt-NonpareiXlereilc o^q $Ul3engo*ack« 0*23 G.-M, AssdigeiuehhtB! Dieosfug tied Freitag c«ebraitt«g 4 Ubr. Telephon: Bismarck 7165-70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392 Fflr Outtrr^chi PoiUnarkMMBftmt Wien, Konto Nr. 156(001 Fflr Ttcbaebotlawakei: ro>tfparka<1eaaat Prag, Koala Nr. 50 410. Für Pole■! PoiUpirliMMMBt Wincbaa, Konto Nr. 190706. Radaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. Nummer 28 | Berlin, 8. IV. 1927 ו׳ מסן •יזיס״ז | xxm Jahrg. Der Zionismus erstrebt für das Jüdisch« Volk dl« Schaftune elnar öffentlich. rechtlich gesicherten Heimstätte ln Palästina. ״Basaler Programm.•• Zionismus und religiöser Liberalismus Die Tagung des liberalen Rabbiner-Verbandes Die geistige Auseinandersetzung zwischen dem jüdisehen Liberalismus und dem Zionismus ist eine der großen Notwendigkeiten unserer jüdischen Gegenwart Zur Zeit des ersten Zusammenpralls dieser beiden Ideen gab es einen schrillen Mißton. Der Liberalismus hatte sich ohne Widerstand mit der politischen und kulturellen Assimilation verbunden, und unmerklich war bald die Assimilationstendenz das dominierende Element ge* worden, während der fruchtbare Gedanke eines positiven religiösen Liberalismus, einer Erneuerung jüdischer Reügiosität aus dem Weltgefühl unserer heutigen Generation, langsam versiegte. Als daher der Zionismus die eie* mentare Erkenntnis von der volklich gebundenen jüdisehen Gemeinschaft wieder aussprach, stieß er auf den erbitterten Widersprach des Liberalismus, der darin eine Störung seiner Assimilationstcndenz erblickte. Die These, daß Zionismus und jüdischer Liberalismus unvereinbar seien, ist aus der politischen Haltung des jüdisch indifferenten Bürgertums entsprungen, das im Zionismus revoiutionäre Elemente witterte. In Wahrheit aber war der revolutionäre Charakter des Zionismus ein ganz ahn* licher wie der des ursprünglichen Liberalismus, der gegen die Erstarrung der Religion im Ritualgesetz sich er* hoben hatte. Die Fiktion einer nicht nur jeden nationalen Inhalts, sondern auch ihres nationalen Trägers beraubten jüdischen Religion kam der liberalen Theorie zu Hilfe; man sprach ernstlich davon, daß die jüdische Religion zu einer verschiedene Völker umfassenden Weltreiigion — ifrnlich wie Christentum und Islam — gees ja Qeiitficfc«, Friipzostft* iigllnder, ölen usw. jüciibüier Religion. Man Abeisah venkommep, daß fn diese» fall nicht die Religion das Angenommene ist, sondern die Nafiön|litlt: die Maischen sind dieselben geblieben. Es ist daher begreiflich, daß die Besinnung, die nach einiger Zeit einsetzen mußte, gerade den überaien Begriff des ״Universalisnms“ unter die kritische Lupe nimmt. Wenn der Liberalismus sich geistig erneuern will, dann muß er seine eigenen Irrtümer erkennen. Will er nicht nur Assimilation, sondern lebendige jüdische Religiosität, dann kann er das jüdische Volkstum nicht leugnen, er muß sogar verstehen, daß lebendiges, jüdisches Volkstum die Voraussetzung für jede Art jüdischer Geistigkeit ist Denn wenn auch der Libcralismus die individuelle Frömmigkeit postuliert, so begreift er doch, daß Jede Religion ein Kollektiv-Phänomen ist und eine Gemeinschaft voraussetzt. Diese Gemeinschaft kann aber nur die jüdische Stammesgemeinschaft sein, deren Existenz durch das Galuth physisch und moralisch bedroht ist. Ein wohlverstandener jüdischer Liberalismus müßte daher den Zionismus als positiven Helfer zu jüdischem Leben begrüßen, ebenso wie eine wahrhafte, lebendige Orthodoxie sich der zionistischen Forderung nicht widersetzen dürfte. Die letzte Konferenz des liberalen Rabbinerverbandes hat gezeigt, daß in den Kreisen der geistigen Führer des jüdischen Liberalismus in Deutschland eine solche Ent- Wicklung, deren Zeichen man seit langem bemerken konnte, bereits beträchtlich weit gediehen ist Es ist schon charakteristisch genug, daß der Verband das Thema ״Zionismus und Liberalismus“ zum Hauptgegenstand seiner Diskussionen machte. Offenbar wurde es immer fühlbarer in den Kreisen der liberalen Rabbiner, daß eine Auseinandersetzung über diesen Punkt und eine Revision des altliberalen, dogmatisch ablehnenden Stand- Punktes not tut. Wir geben nachstehend einen Verhandlungsbericht, der uns von dem Verbände offiziell zur Verfügung gestellt wurde. Leider war die Tagung nicht öffentlich, so daß es unmöglich ist, aus eigenen Eindrücken zu urteilen. Doch geht aus dem Protokoll hervor, daß nur ganz wenige Redner die alte Auffassung von der Unvereinbarkeit des Liberalismus mit dein Zionisrnus vertreten haben. Einer von ihnen war Dr. Vogelstein, der den paradoxen Satz formulierte, jüdische Religion sei mit jeder Nationalität vereinbar, nur nicht mit der jüdischen (!). Mit Rücksicht auf diese dissentiereuden Mitglieder wurde offenbar die Resolution so fornutliert, daß sie im Grunde nur Negatives besagt und daher einstimmig angenommen werden konnte. Nach dem Verlauf der Diskussion, im Sinne der Reden von Dr. Wiener, Dr. Baeck, Dr. Maybaum u. a., hätte die Resolution eigentlich ganz anders lauten müssen: sie hätte aussprechen müssen, daß die Förderung der jüdischen Rcnaissancebewegung des Zionismus die Pflicht des Rabbiners ist Denn der Zionismus ist heute aus dem akademischen Stadium schon heraus. Er steht vor der Durchführung eines großen Werkes, an dem sich tausende jüdische Hände mühen, und die Pflicht der jüdischen Solidarität besteht heute in tätiger Mith ilfe. Diesen!Menschen, die dort die Zukunft eines neuen lebendigen Judentums vorbereiten, muß bewußt werden, daß hinter ihnen das jüdische Volk steht, die jüdische Oeffentlichkeit, jene Tausende von Juden, die ohne große Störungen in materiell gesicherter Position leben und für das Wagnis jener Pioniere mehr haben müssen als bloße Bewunderang. Die Rabbiner, die Führer der Gemeinden, müssen die Masse der Juden aus ihrer Lethargie und Herzensträgheit aufrütteln. Viele Redner der Rabbinertagung haben von dem jüdischen Chaluz in Palästina als von einer großartigen Erscheinung neuen jüdischen Lebensgefühls, jüdischen Glaubens gesprochen. Ist es nicht ein Paradox, daß, während man sich hier im Saale über dieses neue Judentum begeistert, das Chaluztum an materiellen Schwierigkeiten, verursacht durch die Gleichgültigkeit des Welt Judentums, zu zerschellen droht? Hier zur Mithilfe aufzurufen ist eine keineswegs gering zu veranschlagende jüdische Aufgäbe. Wir sind überzeugt, daß auch das liberale Judentum, wenn es erst dem Indifferentismus und der Assimilation entrissen ist, für diesen Ruf empfänglich sein wird. Nachstehend geben wir den (unwesentlich gekürzten) Bericht über die Diskussion zu dem Gegenstand: Die Beilefeutigee und ZlbslsnsBS. , Referat Dr. Vogelstein - Breslau Vielfach wird von dem Gegensatz von Zionismus und Liberalismus gesprochen, werden Zionisten und Liberale schlechthin als Gegner bezeichnet Tatsache ist daß viele Zionisten religiös liberal, Liberale zionistisch orientiert sind. Es scheinen also Kreise zu sein, die sich schneiden, also teilweise decken. Wenn die innerjüdisch-politische Einstellung der überaien und der zionistischen Partei eine gegnerische ist, so könnte möglicherweise trotzdem Liberalismus und Zionismus theoretisch miteinander vereinbar sein. So wünschenswert um der Auswirkung der liberalen Ideen willen eine volle Ueberein- Stimmung mit der jüdisch-politischen Haltung der liberalen Partei ist, so scheidet diese Frage hier zunächst aus; es ist lediglich die Frage zu erörtern, ob die nationa 1 -jüdisehe Idee mit der liberalen gedanklich im Einklang oder im Widerspruch steht. Abraham Geiger hat den Begriff der Entwicklung als das methodische Prinzip des Liberalismus aufgezeigt und den Begriff der Tradition erläutert Die national-jüdische Frage muß in ihrer Verflechtung mit den liberalen Ideen betrachtet werden. Hierbei ist es ganz besonders die Idee des U n i v e r - sa 1 isnius, die mir mit der national-jüdischen Idee unvetein bar zu sein scheint Das Judentum hat von nationaler Grundlage aus die Entwicklung zur Weltreligion erfahren. Den ethischen Monotheismus haben die Propheten im Kampfe gegen die Volksanschauung herausgearbeitet. Allerdings schwingen in den tnessianlschen Weissagungen nationale Gedanken mit. Die Wiederherstellung nach dem Exil wird von den Propheten nicht als Selbstzweck, sondern als das unerläßliche Mitte! zu diesem Zwecke angesehen. Das Streitobjekt zwischen Pharisäern und Sadduzäern war die Frage des Primats der Religion oder der Politik, die Grundlage der pharisäischen Anschauung die Forderung des allgemeinen Priestertums ganz Israels und damit nicht die politische, sondern die religiöse Aufgabe. Im Mittelalter machte der Begriff der Staatsrcligion das Judentum zu einem Fremdkörper und schloß es vom Anteil an der Allgemeinheit in fast allen Dingen aus. So wuchs um das Religiöse herum eine Fülle von Dingen, die dem jüdischen Leben eine eigene, von der Umwelt abweichende Färbung aben. Das Judentum ist eben ein Gebilde sui generis, und as gilt auch von dem spezifisch religiösen Gebiet. Die Einengung des Judentums auf bloße Konfession entspricht nicht seinem Wesen. Durch die Säkularisierung der Kultur mußte die Spannung zwischen Religion und den sonstigen Dingen sich vergrößern. Die in der geschichtlichen Entwicklung unverkennbare Tendenz zum Universalismus und zur Lösung von allen partikularistischen Elementen, die durch das Mittelalter gehemmt war, mußte sich jetzt geltend machen. So hat man das Nationale vollständig abzustreifen gesucht. Der National!- tätsgedanke, der im IQ. Jahrhundert ganz besonders stark geworden ist, hat dann aber auch auf das Judentum übergegriffen. Er birgt die Gefahr in sich, daß das Judentum seines universafistischen Charakters entkleidet wird, und daß die von den Propheten bekämpfte Anschauung, die das Judentum ansieht ״wie die anderen Völker alle", wieder in den Vordergrund gerückt wird. Damit würde aber der Gedanke der Erwählung Israels wieder von dem religiösen auf das nationale Gebiet übertragen und seiner eminenten religiösen und ethischen Bedeutüng beraubt werden. Die Sendung Israels ist nicht eine politische oder nationale, sondern eine religiöse und sittliche. Die nationale Auffassung engt die große universelle religiöse Bedeutung des Judentums ein; denn sie würde die Ideen der jüdischen Weltreligion auf die zur jüdischen Nation Gehörenden beschränken. Darum kann auch die an Anschauungen Jehuda Halevis anknüpfende Anschauung nicht als richtig anerkannt J werdet), alt sei das Judentum eine blutmäßig bedingte Gemeinschaff. Vielmehr ist Judentum von allem Nationalen unabhängig, daher 11t it jeder Nationalität vereinbar, nur nicht mit der jüdischen. Das ist kein Wider- Spruch. Nationales und Religiöses liegen vielmehr auf ver• schiedenen Gebieten, das Religiöse ist übernational, die An• erkennun״ des Jüdisch-Nationalen müßte aber das Religiöse stark beeinflussen, dem Judentum ein seinem innersten Wesen nicht entsprechende־, also falsches Ziel aufstecken und es auf einen falschen Weg weisen. Damit ist zweierlei keineswegs gesagt: weder die ■Ijifi• schränkung der Aufgaben der Gemeinschaft auf die im engsten Sinne religiösen, noch die Leugnung dieser Gemeinschaft über• haupt. Zwischen dem Individuum und der Menschheit steht die Gemeinschaft, in die der Einzelne eingegliedert ist, und das ist nicht etwa nur seine einzelne Gemeinde, sondern das Gesamt• Judentum. Aber diese Gemeinschaft trägt nicht nationalen Charakter, sondern ist und muß sein eine rein geistige. Referat Dr. Wiener-Berlin Von vornherein steht eines fest: Religiöser Liberalismus und Zionismus fordern einander sowenig, wie sie sich ausschließen; denn jeder ist und will sein eine religiöse Bewegung, religiösen Motiven entspringend, religiösen Zielen zustrebend. Zionismus ist eine bestimmte politische Gesinnung und poliüsches Wirken. Sinnvoll wird also bloß die Zusammenstellung in unserem Thema, wenn wir die Frage nach dem Charakter des Judentums als nationaler oder religiöser Größe gar nicht erst änrühren, sondern allein über den Punkt Klarheit zu erringen trachten, ob und in welchem Umfange volkhafte EIcmente das religiöse Gebilde des Judentums erfüllen, beeinflussen, und welche Konsequenzen sich für uns daraus ergeben. Der historische Sachverhalt liegt in aller Offenheit vor unseren Augen. Das Israelitische Volk erzeugt aus seinem Geiste einen Gottcsglauben und eine diesem emgeschmolzene tmd durch ihn gefärbte £lflIichleil*ge*iBt1!1ag, die fehlte׳ früh, **telfaiehi von Arnims, *3 IßfNga der nicht bioÄ lea&t&ge, sondern' geÄMsmißige« ׳ “ohseqlient des Einget^la0BHi¥ ile Tendenz zattt Universatisma« hat. Was bedeutet aber dieser Universalismus? Zunächst dadurch etwas Negatives: unser Gott ist der allein wahre, der einzige, es gibt keinen außer ihm. So greift die religiöse Idee fraglos, sowohl ihrem inneren Schwergewicht nach als auch gemäß klarer Aussprüche der Bibel über das eine, das auserwähttc Volk auf die menschheitliche Allheit über. Aber doch nicht so, daß die israelitisch-jüdische nationale Einheit in ihre individuellen Atome, die religiösen Einzelmenschen, zerlegt wird, und der Gesamtheit dieser lndividueu fremder Nationalität zugesellt werden — wenigsten« ist das nur eine seltene Ausnahme —, sondern in der Weise, daß ebenso wie das israelitische Volk von den Propheten als nationale Einheit der Religionsträger angeschaut wird, auch die anderen in ihrer volkhaften Unversehrtheit anerkannt bleiben und in den kühnsten Verheißungen des prophetischen Universalismus dem einen Gott unterstellt werden. Dieser Universalismus ist toto coclo verschieden von dem spätantiken der Stoiker, welcher die nationale Ganzheit auflockerte, den Sinn eines Volkstums zu entwerten strebte, das Menschliche, das überall gleiche, in den einzelnen Menschen fand, und Individuen rationalistisch ohne Vermittelung von nationalen Zwischengliedern zu menschlicher Einheit zusammenschloß. Die prophetische Menschheit setzt *sich nicht aus In• dividuen zusammen: die nationalen Besonderheiten, allen voran die des eigenen Volkes, werden als gottgewollt empfunden. Etwas anderes meint auch nicht jene jesajastelle vom Gottesknecht, der das Licht der Wahrheit bis zu den Grenzen der Welt tragen soll. Das Merkwürdige ist bloß, daß diese Gedanken vom Verhältnis Israels zur Menschheit und vom Sinn der Mcnschlieitsreligion sich gar nicht ändern, wenn schon von Jeremia ab, in den Psalmen, im Hiob sehr tief die Probleme der Einzelseele und des persönlich individuellen Schicksals erwogen werden. Unverändert stark und schwer bleibt jener alles aufnehmende Untergrund, der immer und immer wieder dem Einzelnen seinen religiösen Sinn und sein Schicksal von Gott aus seiner Zugehörigkeit zum .1 u s e r w ä 1111 e n Volke ableitet. Der biblisch-talmudischc, von den Rdigkms- Philosophen aufgenommene Gedanke, daß das ganze Volk die Offenbarung am Sinai empfangen für die spätesten Geschlechter, daß demgemäß der Einzelne in seiner schicksalshaften Zugehörigkeit zu der B1 u t s g c m c i 11 s c 1! a f t vom Erzvater Jacob her, und mir in dieser Träger und Erfiiller des göttlichen Wortes sei, eint die geschichtlichen Ideen der biblischen Zeit und den letzten Ausläufer des rabbinischen Geistes. Als der Staat zerbricht, als die Fülle der nationalen Attribute verloren geht, mindert sich in nichts jenes tiefe Stammesgefühl, in dem das jüdische Volk als die konkrete Leibhaftigkeit eines ganz be• stimmten Ausschnitts aus der Menschheit über alle Zerstreuung und Zersplitterung hinweg sich als eine Einheit empfand. Sicher• lieh als eine Einheit, deren Geist durch eine religiöse!de« eigentlichsten Gehalt und Richtung bekam, aber doch so, dal der Sinn dieses religiösen Geistes sich nur im Einheitsbewußtsein der Wcltgemeinde seiner Träger erfüllte. Das sind nicht die Genossen gemeinsamen Glaubens wie auch anderwärts, nicht eine aus Addition resultierende Summe gleicher Einzelner, sondern das nationale Ganze bleibt das Primäre. Es senkt sich nicht eine Idee zufällig auf diese und diese Mensehen herab, die nun aus gemeinsamer Bekenntnis heraus sich einander nahe verwandt fühlen; die Träge!־ dieser Religion sind nicht auswechselbar wie vielleicht beim Christentum, welches die zuerst gewonnenen Länder Vorderasiens und Afrikas verlor, um dann in Europa Ersatz zu finden, sondern von Religion? wegen, aus dem Sinn der jüdischen Religion heraus ergibt sich, daß diese Mens c h e n, die konkrete Wirklichkeit des jüdischen Volkes, zur jüdischen Religion gehören, Das wird hoffentlich nicht von jemandem zum Verständnis der Binsenweisheit verflacht werden, daß es für bestimmte