Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 26 (1.4.1927)
- Date
- 1927-04-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite!02 JÜIDISCHE RUNDSCHAU Selbsthilfe in Palästina Ein Ausweg. Von W. Ooldsmith, Haifa. Drei Momente sind es, die bei der Lösung der Arbeitelosen frage in Palästina in Betracht kommen, und zwar: der große Arbeitsgeber, die zionistische Exekutive und die ' Arbeiterorganisation. Obwohl Arbeitsgelegenheit für 13 003 Arbeiter vorhanden wäre und obwohl unwidersprochen bleibt, daß die Krise in Palästina überwunden und auch den Erwerbslosen Existenzmöglichkeit geboten werden kann, wenn jene dauernde Beschäftigung finden, scheitern alle Versuche, einem, auf die Dauer unhaltbarem, Zustande der Untätigkeit und Lethargie ein Ende zu bereiten, an dem Mangel an Geldmittein, der bei den großen Unternehmergesellschaften und der zionistischen Exekutive herrscht. Dieser Geldmangel ist der fühlbarste Beweis für den Mangel an Vertrauen, der bei der jüdischen und nichtjüdischen Finanzwelt gegenüber den Aufbauplänen in Palästina vorhanden ist. Bei der Frage der Beschaffung von Geldmitteln ist vor allem diese Kredit- Würdigkeit zu erweisen Doch ist es nicht nur der Mangel an Kredit und barem Oelde, der der stetig fortschreitenden Aufbauarbeit in Palästina hinderlich ira Wege steht. Das herrschende System der Verwendung der einfließenden Summen, resp. die Systemlosigkeit bei der Anlage des Privatkapitals in der Bau- und Bodenspekulation, bilden das zweite große Hindernis. Es wird nun allgemein anerkannt, daß die Frage des jüdischen Heimes nur durch die jüdische Kolonisation gelöst werden kann. Wie aber sollen _ große Massen kolonisiert werden, denen außer den Geldmitteln jegliche Eignung zur Kolonisierung, wie Fachkenntnisse, körperliche Gewöhnung und Akklimatisierung fehlt? Und wenn eine stetige Kolonisation nicht gewährleistet ist, wie soll denn die zur Erlangung einer Majorität notwendige Zahl neuer Immigranten von Palästina absorbiert werden? Die Fragen der Geld-, kicun- und Arbeitsbeschaffung, der Kolonisation und Immigration sind nicht unabhängig voneinander zu lösen. Die zeitweilige Lösung der einen Frage verhindert oder erschwert die Lösung der anderen. Und es muß endlich zum Bewußtsein aller an der Palästinaarbelt Interesse nehmenden Faktoren kommen: Mit nationalen Fonds allein kann mati obige Probleme nicht lösen und ohne bare Geldmittel nur dann, wenn sich Palästina durch Arbeitskraft und Arbeitswillen das Vertrauen des Anlage suchenden Privatkapitals erwerben kann. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gelehrt, daß kein Land von außen her aufgebaut und in seinen wirtschaftlichen Krisen durch äußere Hilfe saniert werden kann, wenn nicht die Bewohner des Landes selbst die äußersten Anstrengungen zur Besserung der Verhältnisse ihres Landes zu machen bereit sind- Diese Bereitwilligkeit von jüdischer Seite zu dokumentieren und den Beweis für die Möglichkeit der Durchführung zu erbringen, ist der Zweck nachfolgender Ausführungen. Palästina ist ein Organismus, der nur gedeihen kann, wenn alle seine Organe richtig funktionieren. Solche sind die zionistische Exekutive, mit dem Finanz-, Arbeits-, Kolonisations-, Immigrationsdepartement, die Arbeiterorganisation, mit ihren Organen Solei Boneh, Hamaschbir, Kupath Cholim, Kupath Milwah usw., und die Privatinitiative von den größten Gesellschaften bis zum Handwerker-Mittelstand. Durch Hypertrophie eines Organes muß der Oesamtorganismus leiden. Die verstärkte Tätigkeit der Privatinitiative im Jahre 1925 z. B. brachte frößere Immigration und durch Ueberangebot von Arbeiterifien die jetzige Arbeitslosigkeit, weil die Kolonisierung des Mittelstandes gänzlich vernachlässigt wurde. Im Organismus Palästinas funktionieren einzig und allein die Araber. Sie produzieren und profitieren ohne eine Organisation, ja auch nur ohne eine nennenswerte Führung zu haben. Unsere Organe funktionieren nicht. Auf der einen Seite ist Arbeitsgelegenheit in Fülle vorhanden, nur die Mittel fehlen, um die Arbeitskräfte zu bezahlen. Auf der anderen Seite stehen tausende Arbeitslose, deren Arbeitskraft unausgenutzt ist, deren Arbeitszeit nutzlos verstreicht und denen nur die Arbeitsgelegenheit fehlt. Die Selbsthilfebestrebungen gehen nun dahin, diesem Zustande durch Arbeit ein Ende zu bereiten, wobei die zur Ausnützung der bestehenden Arbeitsgelegenheiten erforderlichen Mittel nicht durch den K. H., sondern auf rein geschäftlicher Basis beschafft werden sollen. Dem Kapital soll eine gewinnbringende Anlage mit den größten Sicherheben geboten werden. Durch Bodenwerte übergedeckte Schuldverschreibungen vermögender Gesellschaften sollen im Aufträge der zionistischen Exekutive mit einem Giro versehen, als Basis für die gebotenen Sicherheiten dienen, um jene Geldmittel zu erhalten, die nötig sind, um die Arbeiten am Pfandobjekte durchzuführen. Mit anderen Worten: die zionistische Exekutive erhält von den Gesellschaften der Arbeitsgelegenheit verzinsliche Schuldverschreibungen in der Höhe der auszuführenden Arbeiten und diskontiert dieselben mit einem Giro des J. C. T. oder des K. H. versehen, um die Mittel zu erhalten, der in Arbeitskompagnien organisierten Arbeitslosen den ganzen Lebensunterhalt zu geben. Das Giro ist gedeckt: 1. durch den Bodenwert der Gesellschaften und deren sonstigem Vermögen, 2. durch die Arbeiten selbst, die das Pfandobjekt mit jedem Monat wertvoller gestalten. Das Risiko des Giranten wird um so geringer, je weiter die Arbeiten fortschreiten und kann durch Einflußnahme auf die Geschäftsgebarung resp. durch ein Kontrollrecht bei den Gesellschaften noch weiter verringert werden. Die Arbeiter erhalten den vollen Gegenwert der geleisteten Arbeit in zwei Teilen: vorerst durch zwei Jahre den ganzen Lebensunterhalt, hernach den Rest in bar zur Kolonisierung. Die Höhe dieser Restsumme hängt von der Höhe des erreichten Arbeitsstandard ab. Die Möglichkeit zur Kolonisierung wird zwangsweise durch die Ersparnisse aus der Arbeit geschaffen, die Möglichkeit zur Immigration und zur Schaffung weiterer Arbeitsgelegenheit durch die Kolonisation. Durch Arbeit und Kolonisation wird jenes Vortrauen gestärkt, das zur Beschaffung neuer Kredite notwendig ist. Es wird also Aufgabe der Exekutive sein, auf Grund der erhaltenen Schuldverschreibungen (Obligationen) die finanzielle Basis für den Beginn der Arbeit zu schaffen und die Aufgabe der Arbeiterorganisation, diese Arbeiten mit einer solchen Intensität durchzuführen, daß weder dem einzelnen Arbeiter, noch der unternehmenden Gesellschaft durch die Verzögerung der Arbeit ein Defizit erwachsen kann. Die Lebenshaltung von tausend Mann kommt jährlich auf 53 000 Pfund, so daß sich bei einer Gesellschaft, deren Bodenwert eine viertel Million Pfund übersteigt und deren Erschließungsarbeiten in zwei Jahren bei einem Kostenaufwand von £ 180 000 für bloße Arbeit, beendet sein können, folgende Finanzbasis ergibt: Für Lebenshaltung von 1000 Arbeitern sind erforderlich im ersten Jahre £ 53 0110 im zweiten Jahre ,, 53 000 1m dritten Jahre für die Kolonisierung etwa 000 74 ״ im ganzen £ 180000 Die in neun Jahren amortisierbaren Schuldverschreibungen im Betrage von £ 219 450, wovon £ 39450 aut den Zinsen- Berliner Kalender Büro: Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin W 15, Meinekestr. 10. Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheckkonlo Nr. 37830 Berlin NW 7. Kassen Verwaltung der B.Z.V. Montag, den 4. April abends 8 Uhr Gruppe der Zionisten aus dem Osten, im Gemeindehaus, Rosenstraße 2/4. Fortsetzung der Aussprache Ober ״Zionist. Politik und ihre Kritiker״. Dienstag, den 5. April nachm. »45 Uhr Jüdische Frauenarbeitsgemeinschaft Grunewald, Zusammenkunft bei Frau Deutsch, Marienbader Straße 12 (nahe Roseneck). ♦ Nachm. »45 Uhr Jüdisch-nationale Frauenvereinigung, Frauengruppe Charlottenburg, Zusammenkunft bei Frau Mittwoch, Kantstraßc 88. Abends 8*4 Uhr Gruppe des XII. Bezirks, im CaU Bohne, Steglitz, Albreehtstr. 127 (am Bhf. Steglitz). Herr Moses Waldmann: ״Zionistische Verständigungspolitik“. Abends 8»4 Uhr Zionistischer Jugendbund, im Heim, Kommandantenstr. 62, im Hause des Kolosseum. Herr Franz Lichtenstein: ״Trumpeldor, ein jüdischer Held“. " Abends 8 •4 Uhr Klub Radikaler Zionisten, in der Konditorei Dobrin, Hackescher Markt. Aussprache über das Thema: ״Unsere organisatorischen Aufgaben in Deutschland“. Einleitendes Referat: Benzion Fett. Gäste willkommen. Mittwoch, den 6. April nachm. 5 Uhr Jüd.-Nat Fragenvercinigung, Frauengruppe Nord. Zusammenkunft bei Frau Köllenseher, Alexanderstraße 53. Jeden Donnerstag abends 9 Uhr Zusammenkunft der Charlottenburger Zionisten im Cafe Kersten, Kurfürstendamm 90. dienst und £ 180 000 zur sich wie folgt verteilen: Jahr Kapitalsrückzahlung entfallen, wurden 5 #/0 "J- -••׳Ät&i Zinsen 2 650 5300 9000 7500 6000 4100 - '׳ 500 1 ff £ 39 450 Kapital £ — tf ff tf ft ft *1 30000 30000 ׳ mm׳■- 30000 30000 30000 € 180000 Vier Gesellschaften, nämlich der Keren Kajemeth, die Haifa Bay Development Co., die Palestine Land Development Co. und die American Zion Commonwealth (Kehilath Zion) könnten auf dieser Basis je 1000 Arbeiter durch zwei Jahre beschäftigen. Bei zwei Gesellschaften, wo ebenfalls ie 1000 Arbeiter Verwendung finden könnten, sind die Geldmittel vorhanden, so daß bei diesen die Finanzierung durch Schuld- Verschreibungen entfällt. Diese Arbeitsgelegenheiten wären: Regierung (Hafenbau) und Ruthenberg. Das Ziel der Selbsthilfebestrebungen ist aber nicht Kapitalbeschaffung für vorhandene Arbeitsgelegenheiten,, sondern 1. Kolonisierung von Arbeitslosen aus eigenen durch Arbeit im Lande erworbenen Ersparnissen: 2. die Verhinderung der Wiederkehr von wirtschaftlichen Krisen in Palästina durch systematische Arbeitsvorsorge und die Schaffung einer finanziellen Basis für dieselbe. Diese Ziele sollen erreicht werden durch nachfolgende Arbeitsmethode, durch Hebung des Arbeitsniveaus, durch svstematische Vorsorge während der guten Konjunktur, durch Aenderung der Mentalität, die auf Leitung und Verpflichtung eingestellt werden soll, um allen weiteren Forderungen an den K. K. Einhalt zu tun. Besinnung auf die eigene Kraft, mag diese auch noch so gering sein, ist der erste Schritt zur Erreichung dieser Ziele Der zweite die Dokumentierung des Willens zur Selbsthilfe durch Taten. Mit allen zu Gebote stehenden Mitteln die Arbeitsgelegenheiten ausnützen, bei der Arbeit mit allen Mitteln Ersparnisse für das arbeitende Individuum erzielen und diese Ersparnisse sodann zur Kolonisierung der Arbeiter verwenden, das ist in kurzen Worten das System der Selbsthilfe für Palästina. Diese Ersparnisse sind zu erreichen: 1. durch Organisierung der Arbeitsloser^ in Arbeitskompagnien, 2. durch Benützung aller Institutionen der Arbeiterorganisation, 3. durch Hebung des Arbeitsniveaus, 4. durch intensive Ausnützung der freien Zeit, 5. durch Schonung der Kräfte und des Materials. Will man gute Arbeitsresultate erzielen, so müssen die primären Lebensbedingungen, Nahrung. Kleidung, Wohnung und ärztliche Hilfe in der Weise erfüllt werden, daß der Arbeitende frei von jeder Sorge um die Zukunft sei. Da es sich hier zumeist um Arbeiten handelt die wenig oder gar kein Material beanspruchen (Assanierung*- und Drainagearbeiten, Straßen-, Chausseen- und Pflanzungsarbeiten), ist zur Erreichung eines guten Resultates außer einer sachgemäßen Führung durch Vorarbeiter, strengste Arbeitsdisziplin erforderlieh. Diese ist am besten durch die Schaffung eines neuen Organes der Arbeiterorganisation, durch die Arbeitekompagnie oder Arbeitslegion zu erreichen. Der Vorschlag zur Schaffung dieser Arbeitsiegion entspringt aus ökonomischen und kolonisatorischen Erwägungen, doch soll die Form der Organisierung dieser Arbeitslosen oder der Name ״Legion“ nur als Vorschlag gewertet werden, der einem besser begründeten anderen zu weichen hätte, wenn das erstrebte Ziel dadurch besser und schneller zu erreichen wäre. Die Aufnahme in die AebeltsRgion soll von der Annahme bestimmter Bedingungen abhängig gemacht werden, deren Festlegung Aufgabe des Arbeiterrates und des Arbeitsdepartements der Zionistischen Organisation wäre. Die Dauer dieser Verpflichtung soll auf mindestens zwei Jahre festgesetzt werden. Der Arbeitende erhält Verpflegung, Unterkunft, Kleidung, ärztliche Hilfe und ein Taschengeld von £ 1,— pro Monat. Außerdem eine Garantie für sein« Anstellung auf Nr. 28 K. K.-Böden nach zwei Jahren, wenn er den Arbeitsstandarzf von durchschnittlich 35 Piaster pro Arbeitstag erreicht \ Das Lager der Arbeitslegion soll auf K. K.-Boden wojnög-' lieh mit den Mitteln des Schechunath Owdim Fonds von den Kompagnien in deren freier Zeit ausgeführt werden. Alle ausgefunrten Lagerarbeiten, wie Wasserinstallation, Schwimmbad, Sportplatz, Kanalisation, sanitäre Einrichtungen, Volkshalle, Synagoge, Gartenanlagen, Trottoire, Straßen bleiben dauernde Einrichtungen und repräsentieren nach einem Jahre schon einen großen Wert. Bei Verlegung der Arbeitslegion in eine andere Gegend steht ein fertiges Dorf entweder für die Materialgeber der Schechunath Owdim, oder für Neuansiedler bereit. Dieses Dorf kann von der Exekutive verpachtet oder vermietet, die Einkünfte zur Amortisierung des Materials, später zur kostenlosen Ansiedlung von Legionären auf K. K.-Bodeu verwendet werden. Die Arbeiterorganisation sorgt durch ihre Organe für alles weitere. •׳Der SolelBoneh sorgt für die exakte Ausführung der Arbeiten und für die Arbeitsmittel. Der Hamaschbir für die Organisierung der Lebensmittelverteilung auf die Lager, die Kupath Cholim für die ärztliche Hilfe. Der Arbeiterrat sorgt für die Hebung des Arbeitsniveaus und Beschleunigung des Arbeitstempos durch Auswahl der Tüchtigsten und Willigsten, sowie durch Heranbildung von Instruktoren und Vorarbeitern. Schließlich sorgt das Kolonisationsdepartemeat für die Seßhaftmachung der ausgedienten Legionäre in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsdepartement und mit dem Direktorium des K. K. und des K. H. Die Immigration wird im vollen Umfange aufrecht erhalten. Bei aer Vergebung von Zertifikaten werden jene Elemente bevorzugt, die sich auf zwei Jahre in die Arbeitslegion verpflichten, um in dieser Form am Aufbau des National Home aktiven Anteil zu nehmen. Die zionistische Exekutive hat das Recht, diese Forderung zum Wähle der jüdischen Allgemeinheit zu stellen und die Pflicht, dies zu tun. Das richtige Funktionieren all dieser Organe in bezug aut die Arbeit hängt nicht von den Einnahmen resp. den Eingängen aus dem K.H.-Budget ab. Um zu verhindern, daß die nach Fertigstellung der Hafen- und Elektrifizierungsarbeiten beschäftigten jüdischen Arbeiter nicht sofort wieder Arbeitslose werden, um die Wiederkehr einer noch größeren Arbeitslosenkrise zu verhindern, mögen diese Bestrebungen von Fachleuten raschest ernstlich geprüft werden, denn jetzt, vor Beginn jener Arbeiten ist es Zeit, ein großzügiges Acbeitsprogramm zu schaffen, das jene Fehler vermeiden soff, die schon zweimal gemacht worden sin׳•' 11er palästinensiehe Währung,splati Das Regierungsorgan ״Official Gazette“ vom 1. März veröffentlicht ein Memorandum über die neue Münzorditung in Palästina. Die neue Währung wird in der zweiten Hälfte des Jahres 1927 auf dem Markte erscheinen. Das Memo* randum enthält u. a. Bestimmungen über die Anlage eines Reservefonds, über die Uebertragung der Gewinne an die Regierungskassen, dje Einsetzung des Colonial Office als Aufsichtsinstanz für die gesamte Tätigkeit und Rechnungsführung der Münzkommission. Der Bericht der Kommission muß halbjährlich im Regierungsanzeiger veröffentlicht werden und alle Einzelheiten über die Höhe des Umlaufs, Reserve• fonds usw. enthalten. Die Münzeinheit wird, wie schon mitgeteiit, das palästinensische Pfand s&. d»; fa 1ÖÄ .•Ei»he»teH''-«riegt־-״w»f4: •Eine: ׳Absicht, auszugeben, besteht vorläufig nicht, dagegen wen*«« Sud®• münzen für den Betrag von 50 und 100 mils, Nickewon»• münzen für 10 und 20 mils und Bronzemünzen für 1 und 2 mils ausgegeben werden. Das Münzbild wird Olivenzweige und die entsprechenden Inschriften in drei Sprachen enthaftet). — Die ägyptische Währung wird auch nach der Einführung der neuen 'palästinensischen noch gültig bleiben, bis der High Commissioner eine gegenteilige Verfügung erlassen wird. Der Umrechnungskurs wird für ein palästinensisches Pfund — 973 ägyptische Millicmes sein. Die Umwechlttng wird totenlos erfolgen. (Das palästinensische Pfund wird also gleich einem englischen Pfund sein. Es ist anzunehmen, daß Sich der PreisuncF-Lohnstandard im Lande dadurch um 214®4 vermindern ' י ׳-״מ ,י׳!׳ Ein Zwischenteil in Nationaltheater zu Czernowitz Czernowitz, 29. März. (J.T.A.) Gestern abends fand im Nationaltheater anläßlich des Gedenktages des Anschlusses Beßarabiens an das Reich eine vom Rektorat der Universität veranstaltete Feier statt, zu welcher auch Abg. Dr. Mayer Ebner und Oberrabbiner Dr. Mark eingeladen waren. Nach der Festrede des Rektors Draganescu wurde die Königshymne gesungen, die stehend angehört wurde. Eine cuzistische Studentengruppe begann hierauf ein antisemitisches Lied zu singen, in welchem das Wort ״jüdisches Gesinde 1“ als Refrain wiederkehrt. Dr. Ebner und Dr. Mark verließen hierauf das Theater. Ffkleiner Teil des Publikums anplaudierte den Cuzisten. E1*au LudendorB spricht in der Aula einer Berliner Schule sprach die jetzige Gattin des Generals Ludendorff, Frau Mathilde geb. v. Kemnitz, bei einer Versammlung des Tannenberg-Bundes über ״Das Ras seerbgu t“. Sie setzte auseinander, warum der Wettkrieg 1914 begann. Ailjuda hatte seit langem mit ajler Kraft gerade auf dieses Jahr hingearbeitet, das den Beginn seiner'Weltherrschaft bringen sollte. Beweis: das wort ״Weltkrieg“ ergibt in hebräischen Buchstaben die Zahl 1914, deren Quersumme wiederum 15 ist, was nach alttestamentarischem Geheimzeichen den Gottesnamen ״Jehova“ bedeutet. Nun ist das nächste Jahr mit der Quersumme 15 das Jahr 1932 und deshalb versuchen die dunklen Mächte, zu denen auch das eingeweihte Freimaurertum und die Jesuiten gehören, mit allen Mitteln (auch der Völkerbund ist ein solches Mittel) die Weltherrschaft wenigstens zu diesem Zeit• punkt zu erreichen. Es ist kein Zufall, sagte Frau Ludendorff, daß die Amerikaner das deutsche Schiff ״Vaterland“ in ״Leviathan“ umbenannt haben, denn ״Leviathan“ ist ,der Fisch, mit dem Jehova erst nach Aufrichtung der Welfherrschaft wiedecr spielen darf. Die Berliner Zeitungen übergießen die Veranstaltung mit berechtigtem Spott. Aber ist es nicht grauenhaft, d«ß Menschen mit solchen Ansichten — denn der Gatte saß zustimmend dabei — durch viele Jahre Deutschland unbeschränkt regiert und über das Leben von Millionen entschieden haben? Dr. Martin Buber ist dieser Tage zu mehrwöchentliehen! Aufenthalt nach Palästina abgereist. Die palästinensische Organisation für Gleichberechtigung der Frauen hat an die bekannte Frauenrechtlerin Frau Marianne Hainisch, der Mutter von Dr. Harnisch, dem Präsidenten der österreichischen Republik, zu ihrem 88. Geburtstage ein Glückwunschtelegramm gesandt.