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Jüdische Rundschau · 1927-03-29 · Heft 25 (29.3.1927) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 25 (29.3.1927)
Date
1927-03-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 180 J!JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 28 wird aber leider überspannt, zumindest im Programmstischen, indem Dubnow postuliert, daß sich der Judaismus nach dem Ebenbilde der sozialen Existenz forme, nicht aber umgekehrt. Eine so umstürzende Behauptung bedarf im Ganzen und im Einzelfall zwingender Beweisführung, die nirgends ausreichend versucht wird. Damit ist ja auch das heikle Problem der Periodisierung der jüdischen Geschichte verknüpft, das Dubnow allzu formal und äußerlich vom politiscli-autonomistischen Oesichtspunkt oder für den späteren Zeitraum nach der Hegemonie einzelner Judentümer löst. Das Ueberbetonen des politischen und gar territorialen Moments erklärt sich restlos aus Dubnows bekannter Einstellung zum Judentum, die er in seiner Schrift ״Die Grundlagen des jüdischen Nationalismus“ eingehend auseinandergesetzt hat. Es wäre eine ausführliche Erörterung wert, den Standpunkt Dubnows mit seinem Rationalismus zu erklären, der uns stark anachronistisch anmutet. In Details, wenn etwa die Beschneidung als hygienische Maßnahme hingestellt wird, bei großen, schicksalhaften Gestaltungen, wenn der Profetismus lediglich als Kampf um den Monotheismus hingestellt wird, was ebenso eine gefährliehe Einengung seiner vielfältigen Wirklichkeit ist, wie wenn die Entstehung des Christentums nur auf den Oegensatz zwischen persönlicher und nationaler Religiosität zurückgeführt werden soll. Für die talmudische Epoche wiederum hören wir allzuoft Formulierungen wie ״nationale Zucht“, ״Zucht des Gesetzes“ u. a., was sicher- Hch eine sinnstörende Anwendung zwar moderner, aber doch intellektualisierender, vereinfachender Begriffe ist. Und damit nähern wir uns dem wesentlichen Mangel des Dubnowschen Werkes, einem Mangel, der allerdings nicht diesem verdienstvollen Historiker vorgehalten werden darf, sondern die jüdische Geschichtswissenschaft in ihrer Gesamtheit trifft. Wir besitzen bis heute fast keine Geschichtsphilosophie, von luftigen Konstruktionen abgesehen, und gar keine Untersuchungen des seelischen Werdens und Wandels. Die Entwicklungslinie durch die Zeitalter der Ich-Betonung und der Ich-Hingabe, die Dubnow öfter andeutet, ist eben nur eine der seelischen Komponenten, deren Verwurzlungen und Verflechtungen das innere und darum das wesenhafte Geschehen darstellen, um uns die Geschichte des jüdischen Menschen zu zeigen. Eine solche Historie, die ganz und gar nicht eine Prätention auf naturgesetzliche Exaktheit und Kausalitit erheben darf, wird uns die Einmaligkeit und Einzigartigkeit unseres Volksschicksales als ein ewiges, nie endenwollendes Ringen nach Ueberwindung des Dualismus zwischen Gott und Mensch erscheinen lassen. Nicht Herausarbeiten des Naturhaften an der jüdischen Existenz, wie es Dubnow im Banne seiner Anschauung tut, und nicht Uebersteigern der sittlich-religiösen Ziel- Setzungen, wie es die assimilatorische Geschichtsschreibung geübt hat, sondern das wechselvolle und doch sinn-;dein*Wege ׳atf,'Verwirklichung, zur lebendigen Einheit des Naturhaften als des Stoffes und des Religiössittlichen als des organisierenden Prinzipes ist der Inhalt der von uns ersehnten Geschichtsdarstellung. PaläsUnafragen im Unterhaus London, 24. März. (J.T. A.) In der Sitzung des Unterhauses fragte Colonel Wedgwood, ob und welche Zusdrüsse Großbritannien der Regierung von Trans jordanien gewährt hat; ob diese Zuschüsse die Hälfte der Kosten des Grenzverteidigungskorps einschließen, deren andere Hälfte von Palästina getragen wird; ob die Städte Maan und Akaba jetzt zu Transjordanien gehören und wie jetzt die Südgrenze verläuft; ob Emir Abdullah auch in diesen Gebieten Herrscherbefugnis hat. Der Minister für die Kolonien, Amery, erwiderte: 92000 £ wurden vom Fonds für den Mittel-Ostdienst pro 1926 der Regierung Transjordaniens als Zuschuß gewährt, ferner eine Summe von 108 000 £ aus den gleichen Fonds pro 1927. Die gleiche Summe wurde von der Palästina-Quote für 1927 geleistet. Maan und Akaba wurden früher von der britischen Regierung verwaltet, im Jahre 1926 wurden sie Trans Jordanien einverleibt. Cölonel Wedgwood fragte weiter, ob dem Minister der Fall bekannt sei, daß jüdische Fischer auf dem Kiuereth- See in Galiläa von arabischen Fischern nachts angegriffen wurden, so daß ihnen Einwohner von Dagania zu Hilfe eilen mußten, und daß dann sowohl Juden wie Araber in Haft genommen wurden; ob der Minister sagen könne, warum auch die Angegriffenen verhaftet wurden und wie die Sache jetzt steht. Minister Amery erwiderte, er sei über die Angelegenheit nicht informiert, er habe den Oberkommissar zur Berichterstattung aufgefordert. Colonel Wedgwood fragte weiter, ob ein Bericht über die Entwicklung und Ausdehnung des Eisenbahnnetzes in Palästina vorliege; wann die Führung der Haupteisenbahnltnie von Jerusalem über Tel-Awiw nach Haifa beginnen werde und ob die Knotenstation in Tel-Awiw oder in Jaffa erbaut werden wrd. Minister Amery erwiderte, er habe einen Bericht erhalten, laut welchem der Oberlcommissar von Palästina diese Angelegenheit sorgfältig erwägt Die Kapitalien zur Deckung der Kosten der Verlegung des Knotenpunktes von Ludd nach Jaffa—Tel-Awiw seien gegenwärtig noch nicht verfügbar, aber dem augenblicklichen Bedarf werde durch den Bau eines Gleises abgeholfen. In Beantwortung weiterer Anfragen sagte Minister Amery, er hoffe, daß von der Palästina-Anleihe manches Kapital verfügbar sein werde, aber die wichtigeren Angelegenheiten hätten den Vortritt. Er könne nicht sicher sagen, ob die Eisenbahn-Zentralstation an der im Bericht «mpfohlenen Stelle erbaut werden wird. Im Verlauf des Monats Februar sind 220 Einwanderer nach Palästina gekommen. Im Januar d. J. betrug die Zahl der Einwanderer 181, im Dezember 1926 513. Eine Tagang der liberalen Rabbiner Am 29. d. M. findet in Berlin eine Tagung der überalen Rabbiner Deutschland statt Auf der Tagesordnung steht zum ersten Male eine Diskussion über ״Zionismus und Liberalismus“. Referieren werden Dr. Vogelstein, Breslau und Dr. M. Wiener, Berlin. Wir glauben, daß eine Diskussion dieser Art sehr aktuell ist und einem wirklichen jüdischen Bedürfnis entspricht. Die große Unklarheit, die bezüglich der Beziehungen von religiösem Liberalismus und Zionismus stets bestand, beruht darauf, daß der religiöse Liberalismus sich fast vollständig mit der politischen Assimilationstendenz identifiziert hat. Der Zionismus, der von der Grundvoraussetzung der Existenz des jüdischen Volkes ausgeht, mußte natürlich die Assimilation in allen ihren Formen ablehnen. Sofern jedoch der Liberalismus als religiöse Bewegung auftritt, die den Entwicklungsgedanken in der jüdischen Religion vertritt, aber in politischen Fragen neutral ist, ist ein ganz anderer Boden für eine grundsätzliche Diskussion gegeben. Denn ein so verstandener Liberalismus wird logischerweise zu der Konsequenz kommen müssen, daß die jüdische Religion keine universalistische Religion im Sinne einer bloßen Glaubenslehre ist, sondern ihrer ganzen Eigenart und historischen Stellung gemäß an die jüdische Gemeinschaft als ihren Träger gebunden ist. Von diesem Standpunkt aus ergibt sich bereits eine verwandte Beziehung zu der zionistischen Auffassung von jüdischem Volkstum. In diesem Sinne hat einer der Referenten, nämlich Dr. Wiener, selbst vor einiger Zeit in unserem Blatte auf die Zusammenhänge zwischen Religion und Volkstum hingewiesen. Wir glauben, daß vielen Zionisten, die ihrer religiösen Ueberzeugung gemäß auf dem Boden des Liberalismus stehen, eine aktive Teilnahme an dem geistigen Leben des Liberalismus erleichtert würde, wenn der Liberalismus einen deutlichen Trennungsstrich ziehen würde zwischen religiöser Bewegung und politischer Assimilationstendenz. Zu unserer Freude können wir feststellen, daß eine ganze Anzahl liberaler Rabbiner, und zwar insbesondere der jüngeren Generation, dem Zionismus sehr nahe stehen, zum Teil sogar zionistisch organisiert sind. Es besteht auch augenscheinlich innerhalb des liberalen Rabbinerverbandes eine starke Opposition der jüngeren Rabbiner gegen die starren Tendenzen des älteren Liberalismus. Im Interesse einer Klärung und im Interesse der Integration aller positiven und lebenswilligen Kräfte im Judentum ist also die erwähnte Diskussion als der Anfang einer prinzipiellen geistigen Auseinandersetzung außerordentlich zu begrüßen. Freilich wird es gerade in diesem Zeitpunkt, wo das neue Judentum schwer um seine Existenz ringt, nicht darauf ankommen können, bloß theoretische Begriffe zu klären, vielmehr sind gerade die Rabbiner als geistige Führer des Volkes berufen, mit ihrem Einfluß und ihrer Tat sich aktiv an die Seite derer zu stellen, die für die Zukunft eines lebendigen Judentums arbeiten. Regierung und Executive ausgegangenen Besprechungen ■m High Commissioner und Wie der ״Haarez“ meldet, hat die zionistische Exekutive vor einigen Wochen nach vora zwischen Col. Kisch und dem High' dem Zivjlsekretär ein ausführliches Memorandu m an ... ft*׳ R grfi ׳tt'sM tk z ^״gerichÄf Ä'ÄefehesätäeirReäierwg # leihe von ö I f e n 11 i c he k Ar heit e n zUr Äüfführüng 'auf eigene Rechnung vorgeschlagen und daneben gefordert wird, der zionistischen Exekutive die Durchführung der von ihr selbst geplanten Arbeiten zu erleichtern. Als Arbeiten der ersten Kategorie werden aufgeführt: 1. Trockenlegung der Kischonraündung; 2. Fertigstellung der Straße Rischon-Rechawoth; 3. Herstellung einer Straße zwischen Kolonie und Station Chedera; 4. Arbeiten im Hafen von Jaffa; 5. Beschleunigung der großen Bauarbeiten in Jerusalem (Regierungsgebäuae, Rathaus usw.). Als Arbeiten der zweiten Kategorie werden aufgeführt: 1. Trockenlegung des Kischons (im Emek); 2. Wasserversorgung innerhalb dieses Gebietes; 3. Errichtung von Bauten im Emek; 4. Bewässerungsarbeiten in den Siedlungen der zionistischen Exekutive; 5. Trockenlegungsarbeiten im Gebete der Haifa-Akko-Bueht; 6, Straßenbau in den Siedlungen des Emek; 7. Wasserversorgung in Ataroth und Kirjath Anawim. In dem gleichen Memorandum wiederholt die zionistische Exekutive nochmals Ihre früher schon unterbreiteten Forderungen auf Ueberlassung der Regierungsböden und aut Steuererleichterungen für neue Ansiedler. Besondere Abschnitte sind dem Problem der Beteiligung der Regierung an den Aufwendungen der Zionistischen Organisation für Erziehung und Gesundheitswesen sowie den Maßnahmen für Besserung der Lage in Tel-Awiw gewidmet. Soweit man aus den Ereignissen der letzten Tage entnehmen kann, sagt der ״Haarez“, bemüht sich die Regierung ernsthaft, praktische Schritte zur Verwirklichung der Vor- Schläge zu tun. Sie habe entsprechende Anweisungen auch an die Distriktsgouverneure ergehen lassen. Der Jischuw, schreibt Glücksohn, begrüßt die Versprechungen der Regierung, die er als eine Aenderung in dem bisherigen Verhalten der Regierung mit großer Befriedigung aufnimmt. der Orangenexport ans Palästina Wie das ״Commercial Bulletin“ vom 1. März berichtet, wurden im Laufe des Januar 476 380 Kisten Orangen nach Großbritannien verschifft. 4636 Kisten und 117 Loren gingen nach Aegypten. Die in den englischen Häfen erzielten Preise betrugen 12/6 bis 16/8 pro Hier Kiste und 13 3 bis 18/— der 240er bis 250er Orangen. Die Pardess-Gesellschaft in Haifa hat mit dem Export von Orangen begonnen. Etwa 12000 Kisten wurden bereits während dieser Saison exportiert. Man beabsichtigt, alle Exporte nach Zentral- und Osteuropa über Haifa zu leiten. Es werden auch direkte Verschiffungen für England für Orangenpflanzungen im nördlichen Distrikt gemacht werden. In Haifa ist ein neues Zollgebiude in Größe 20 : 27 Quadratmeter für den Orangenexport errichtet worden. (Ziko.) Die lortdanernden Exzesse in Rumänien Bukarest, 24. März. (J. T. A.) Deputierter Dr. Ebner und Senator Kluger intervenierten beim Innenminister Goga in Angelegenheit der letzten Exzesse in Oradea Mare (Groß-Wat dein), Jassy und anderen Orten. Die Parlamentarier verwiesen darauf, daß sich die Ausschreitungen trotz der Zusicherung des Ministerpräsidenten, die Ruhe und Ordnung herzustellen, wiederholen. Die Parlamentarier forderten vom Innenminister die strengsten Maßnahmen gegen Aufreizung und Verhetzung und exemplarische Bestrafung der Exzedenten und Heizer. Innenminister Goga sagte, er werde die nötigen Maßnahmen ergreifen und den zuständigen Organen strenge Weisungen erteilen. Der Kampf der Tedmikcrsdiaft in Erez- Israel Von Dipl.-ing. Alfred Berliner, Tel-Awiw׳ H•*) im Laufe der letzten Zeit hat die Exekutive der Zionistischen Organisation eine große Zahl von hervorragenden Fachleuten für verschiedene Untersuchungen und Begutachtungcn nach, Palästina berufen. Aber wenn sie jetzt j im Begriffe steht, ihren fachmännischen Apparat auszubauen und eine Art Amt für öffentliche Arbeiten nach dem Muster von anderen staatlichen und städtischen Behörden einzurichten, so schießt sie u. E. über das richtige Ziel hinaus. Wir können es verstehen, daß leitende Gesichtspunkte für Baupläne und Siedlungsformen, Entscheidungen über Ausnutzung von Naturschätzen und dergleichen von dem leitenden Ingenieur der Exekutive und seinen Helfern angegeben und bearbeitet werden. Seine Aufgabe ist es auch, Wettbewerbe auszuschreiben und durchzuführen, öffentliche Arbeiten und die ״Equipation“ der Siedler zu veranlassen und zu leiten und namentlich die Kalkulierung dieser Dinge so weit zu fördern, daß sie den Finanzfachleuten entscheidungsgerecht werden. Aber wenn dieses ״Amt f. öff. Arb. i. E.“ (nämlich ״im Entstehen“) sich damit beschäftigt, Typen für Siedlungshäuser zu entwerfen und ihre Ausführung zu leiten oder wenn es selbst Einzelaufträge für solche Bauten vergibt, dann besteht nicht nur die Gefahr, daß ein einzelner Fehler des betreffenden Ingenieurs immer wieder gemacht wird, sondern es tritt auch eine öde Gleichmacherei auf, wie man sie etwa in Arbeiterkolonien Nordfrankreichs oder bei der neuerdings so beliebten Griechen- Ansiedlung beobachten kann, anstatt die Mustersiedlungen Wiens u. ä. zum Muster zu nehme«, die auf Grund von Konkursen zustande kamen. Das gleiche gilt für das Entwerfen der Besiedlungs-Baupläne. Ein einziger Fachmann, dessen Ruhm schon legendär ist, macht sie und wir glauben, er macht sie gut. Aber er macht sie, ohne Kritik und Vergleichsmöglichkeit mit vielleicht noch Besserem. Unser ״Amt i. E.“ macht aber auch Fehler. Da war z. B. ein sehr großer Auftrag auf eiserne Fenster und Dachkonstruktionen. Man fragte verschiedene Firmen nach Preisen an und gab den Auftrag derjenigen, die am wenigsten forderte. Das war kaufmännisch weise und immerhin anständiger als die Art und Weise der bekanntlich christlichen Bauleitung der Universitäts-Bibliothek, die einen Auftrag von Fenstern über £E 1600 nach England gehen ließ, nachdem sie solche Ausführung und solche Materialien verlangte, daß nur maschinelle Arbeit, aber nicht Handarbeit der inllndisehen Firmen konkurrieren konnte (Förderung von Tozereth Haaretz?!). Und trotzdem ist auch die Art des Ingenieurs der Exekutive nicht von dem Geist erfüllt, die Industrie und das Handwerk Palästinas zu unterstützen. Sonst hätte man jenen großen Auftrag in Einzellose geteilt und auch die schwächeren Konkurrenten berücksichtigt, sofern ihr Erzeugnis nur gleich gut war. So machen es andere Behöraen und nützen nicht die Krise aus, die andererseits den Unternehmer, der den Zuschlag erhielt (für Fachleute: bei £E 22 pro Tonne Eisen!), zwingt, um jeden Preis zu arbeiten, damit er nur seine Arbeiter beschäftigen kann — sonst handelt e r ״unzionistisch“. Während so die Exekutive ihr Amt für öffentliche Arbeiten walten läßt, baut die Stadt Tel-Awiw, die wirklich solche Arbeiten auszuführen hätte, ihr Amt ab. Mitte Januar wurden (als Folge der von dem englischen Ueberwachungskommissar geforderten Sparpolitik) plötzlich mit andere».- .:Beamten׳ .-dmt1׳«ie«tewe;.:.wa׳.'vteri Jfcchnik«:'׳#e». "'1k#1tfBgt;־־)vvlhrÄ'’2#wande±e Ingenieur(*, rechtzeitig vortief von selber gegangen waren. Die: Kündigung lautete rückwirkend auf den 1. Januar (!), was nur bedeuten kann, daß die betreffenden Ingenieure von diesem Termin ab mit täglicher Entlohnung gearbeitet haben. Es muß zugegeben werden, daß eine Stadt von weniger als 40 000 Einwohnern mit zwei Ingenieuren, die sie jetzt noch hat, auskommen kann (was man hätte vorher wissen dürfen). Aber die Art und Weise der Entlassung und die Begründung sind befremdlich. Mitten aus technischen Aufgaben, Straßenbau und Kanalisation, heraus, entläßt man, ohne technischen Ab- Schluß, nur auf Grund einer Politik, die sich Sparpolitik nennt. Denn eine T. P. C. (Town Planning Commission), nach englischem Gesetz die höchste Instanz für technische und architektonische Angelegenheiten, die erste reife Frucht der politischen Kämpfe im Stadtparlament, übt sie, eine Kommission, die sich zusammensetzt aus sieben Laien mit einem Ingenieur an der Spitze, der einer unserer besten politischen Persönlichkeiten, aber auch nur ein Maschinen-Ingenieur ist. Möge diese Kommission über die Auswirkungen der Iiäuserarchitektur und das Straßenbild von Tel-Awiw entscheiden, was ihr Recht und ihre Pflicht ist, und möge sie dafür sorgen, daß die drei Theater, die im Bau sind, und das vierte, das die Operngesellschaft bauen will, der Stadt zur Zierde gereichen! Was nützt es, daß einer der. Ingenieure, der bisher solche Aufgaben speziell bearbeitete, jetzt von der englischen Regierung als qualifizierter Zeichner engagiert wurde, wenn trotzdem weiter in England Ingenieurposten ausgeschrieben werden? Was nützt es, wenn Mr. Campbell, D.S. O., der Regent des Süddistrikts, als wirklicher Freund des Ingenieurverbandes bei der Einweihung seines Heims präsidiert, während alle hohen jüdischen Würdenträger durch Abwesenheit glänzen? Die Ingenieure und Architekten Palästinas sind nicht persönlich gekränkt durch Nichtberücksichtigung. Sie wollen die Auswirkungen der Krise ertragen wie jeder Arbeiter, der leider nicht lebenslänglich oder nur mit Vertrag angestellt wird. Aber unser zionistisches Gewissen zwingt uns zu der Erklärung, daß die nichtfachmännische Art, mit der in Palästina oft technische Aufgaben gelöst werden, nicht von den zionistischen Behörden gefördert werden darf, und wir fordern, daß man die organisierte Technikerschaft anerkenne und ihr, sei es durch öffentliche Ausschreibung, oder in internen Wettbewerben, die Aufgaben vorlege, die der Aufbau des Landes erfordert. Die Wahlen zom Jernsalemer Sladtrai Jerusalem, 23. März. (J.T.A.) Im Gegensatz zu der Judenschaft Jerusalems, die sich aus Anlaß der Munizipalwählen zu einem einheitlichen Block vereinigt haben, ist die arabische Wählerschaft in drei einander bekämpfende Parteien gespalten. Drei arabische Kandidatenlisten wurden vorgeschlagen: eine von der Partei des bisherigen Bürgermeisters von Jerusalem, Ragheb Bey Nashashibi, die eine Zusammenarbeit mit den Juden anstrebt; eine von Muza Kazim Pascha Husseini im Namen der von der Hussein!- Familie geführten palästinensisch-arabischen Exekutive und eine von einer unabhängigen arabischen Gruppe. Die Vereinigte jüdische Liste weist die folgenden vier Stadtverordnetenkandidaten auf: den Arbeiterführer B e n Z w i, den bisherigen Stadtrat Chaim Salomon, den sephardischen Juden Izchak Elia s c h e r s und den sephardischen Agudisten Eiiahu S c h a m a s. *) »ehe J. R.“ Nr. 2 vom 7. I. 19».

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