Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 15 (22.2.1927)
- Date
- 1927-02-22
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. IS *DEUTSCHE RÜNÖSCHäü Seftt 106 ״Rdiglons'Ersaiz“ Der nachfolgende Beitrag zur Diskussion ist uns verspätet zugekömmen; wir möchten ihn nicht abdrucken, ohne zu bemerken, daß der Verfasser — wie viele andere — den Sinn von H H Thons Aufsatz und ähnliiien Acußerungen u. E. mißversteht, wenn er Sehn־u*ht nach Religionslosigkeit daraus heratrÜMt, In Wahrheit spricht aus diesen Aeußerangen gerade eine tiefe Sehnsucht nach Religion, die sich nur dagegen aussprach, daß man Areligiösen einen bequemen und billigen Rdigions- Ersatz bietet. Red. Der unter dieser Ucberschrift in Nr. 4 erschienene Artikel rief in Nr. 7 eine Erwiderung hervor, aber bemerkenswerter* webe war sie ebenfalls von einem areligiösen Zionisten ge* schrieben. Im folgenden möchte ich gerade als religiöser Zionist auf die angeschnittene Frage eingehen. Die Teilnahme des Oberrabbiners an den Universität»־ feferlichkeiten in Jerusalem wurde von allen radikaleren Orthodoxen heftig kritisiert. Nur der enge Kreis um den Misrachi, der jede nationale Arbeit prinzipiell bejaht, fand es selbstverständlich, daß der Oberrabbiner als Repräsentant der höchsten jüdischen Behörde in Palästina bei einer hervorragenden nationalen Feierlichkeit in offizieller Form erscheinen soll. Jeder Kenner der Verhältnisse weiß, daß die Engländer und besonders die nichtjüdischen, offiziellen Persönlichkeiten, ein Fernbleiben der geistlichen Kreise bei der Einweihung nicht verstanden hätten. Ebenso hätte eine Entschuldigung mit religiösen Bedenken seitens des Ober* rabbiners nicht ausgereicht. Das Oberrabbinat wurde also um der offiziellen und nicht um der ״religiösen" Kreise willen zur Begrüßung aufgefordert. Ein sehr schlechtes Licht wirft aber auf die jung* zionistischen Kreise Palästinas, daß sie ein wahrhaftiges und tiefempfundenes Gebet eines bekannt religiösen Mannes nicht ertragen kann, weil sie selbst dieselben Gefühle nicht empfindet. Dieselben Kreise, die immer wieder von religiöser Erneuerung in Erezlsrael sprechen und von Erfüllung der alten Formen und ähnlichen wunderbar-ehrlichen Dingen, weil sie sich mit der geistigen Leere des heutigen Judentums nicht abfinden können, gehen achtlos, ja lachend von einer, in der Geschichte des neueren Palästinas grandiosesten Feierlichkeit, weil der Rabbiner, erfaßt vom der nationalen Bedeutung der Universität und der Feierlichkeit in Jerusalem sich mit einem innigen Oebete an Gott gewandt hat und vielleicht einige Minuten länger gesprochen hat, als das ein katholischer Geistlicher in Preußen und ein evangelischer in Oesterreich vor dem Kriege gemacht hätte. Die Schreiberin des ersten Artikels hatte ja sicherlich sehr gut empfunden, daß ein großer Teil (wenn auch nicht die Mehrheit) der Anwesenden nur eine arcligiöse nationalistische Feierlichkeit wollte. Diese Sehnsucht nach religionsloser Kultur sollte aber auch eine Sehnsucht nach Wahrhaftigkeit und Ehrtichkeit sein. Wir müssen nur einige große zionistische Red* wer ans dem Osten anhören, wie sie sehr oft von Phrasen strotzende, von biblischen und talmudischcn Zitaten überfüllte Reden halten und das Klatschen und die Begeisterung nach* her aesehen, um uns ein Bild von der Wahrheits- und Ehrlichkeitsliebe machen zu können. Diesen Rednern wird keine Unwahrhaftigkeit und Lächerlichkeit vofgeworfen, trotzdem sie mit Zitaten umherwerfen, von denen sie kein Wort glauben. Leider machen auch viele der deutsch* zionistischen jungen Menschen dasselbe Spiel mit, weil sic keinen Mut aufbringen, den Orthodoxen etwas einzuräumen, was ihnen von den alten Gegnern abgesprocheo würde, andererseits anerkannte Autoritäten irgendwie zu kritisieren. Es geht durch die ganze zionistische Jugend die Ueber• zeugung: Nationalismus ist gleichbedeutend mit Areligiösität. Diese ueberzeugung, man könnte fast von einer Sehnsucht sprechen, vom areligiösen Nationalismus, ist durch die Kultur* erbsehaft der Haskolo begründet, und leider wurde ja der Zionismus ihr treuester Erbe, und wurde durch die traefitions* feindlichen Zionisten immer weiter genährt und erneuert. Man sprach von Erez-Israei als dem Land der Freiheit und man verstand darunter die Befreiung von allen religiösen und traditionellen Bindungen. Lebte in irgendeiner Gruppe noch das religiöse Grundgefühl, so schuf man sich einen ״Religionsersatz" entweder im fanatisch-chauvinistischen Zio* nismus, oder die sozialen Ideen in Verbindung mit ckstati* sehen Tänzen. Besonders die linksgerichtete Arbeiterschaft verlegte sich in Erez-Israel auf diese Ersatzreiigion und leistete auch atlf diesem Gebiet recht Ansehnliches. Jedenfalls wurde mit religiösem Ernst und Wahrhaftigkeit für das ״Recht“ (oft auch Pflicht) der Sabbat* und Peßach* Entweihung gekämpft, letzter Zeit sind positivere Erschei* nungsformen auch zum Vorschein gekommen, z. B. ein Ar* beiter-Schauspieler als religiöser Rezitator bei einer N.-F.* Feierlic'..’.::t. Die Rezitation wirkte gefühllos und war künst* Ierisch schlecht. Er wirkt abschreckend auf Fromme, wie auf Nicht-Fromme. Man hat noch einmal festgestellt, daß religiöse Texte nur dann wirken können, wenn man an sie glaubt und von ihren Gedanken erfüllt ist und nicht nur die äc.'.ietische Wirkung im Auge hat. Der Versuch wird hoffent* lieh nicht wiederholt, aber es hat für uns eine Bedeutung, als symptomatische Erscheinung־, sie bedeutet ein Durchdringen areligiös nationalistischer Bestrebungen auch in offi* ziehen Kreisen Palästinas. Für diese areligiöse Kreise ist es nicht von Wichtigkeit, mit welcher Innigkeit und Glauben ein wahrhaft religiöser Jude den Jesaja-Text gelesen hätte, auch nicht welchen Einfluß auf die Hunderttausende religiöser Freunde des N.-F. eine von tiefem nationalen Gefühl durchdrungenes Gebet des palästinensischen Oberrabbiners ausgeübt hätte, wieviel gerade durch ein religiöses Keren Ka* jemeth-Fest die religiös-nationale Propaganda gewonnen hatte. Sollte in Erez-Israel bei den offiziellen Kreisen und nationalen Institutionen noch nicht eingesehen •werden, daß die seelische Leere, völlige Glaubenslosigkeit und fanatische Traditionsfeindlichkeit eines kleinen jüdischen Kreises a!5 nationale Willensrichtung des jüdischen• Volkes zu betrachten nicht nur ein politischer Fehler, sondern eine nationale Lüge ist, müßte, man doch zum nächsten Kongreß eine Aktion durchführen, in der der wahre Wille der großen zionistischcn Massen zum Ausdruck kommen soll. Man muß nur die Kenner der jüdischen Volksseele fragen, ob nicht fast jeder Jude sobald er älter, reifer und ruhiger wird, sich nach einem ״wahren“ jüdischen Leben sehnt. Auch die Juden, die in Europa und Amerika durch die Wirtschaftsvcrhä.tnissc sich gezwungen fühlen, den Sabbath nicht m halten, sehnen sich nach Erez-Israel, weil sie dort ein wahres Judentum erleben können. Wenn der Misrachi, als Fraktion nicht größere Schekelzahlermassen vertritt, so ist das nur seiner falschen, auf kulturellem Gebiet sich absondernden Politik und dem oft journalistisch gewissenlosen Kampf seiner Oegner zu verdanken. Niemand kann aber die Rolle der traditionellreligiösen Idee an der Keren Kajemcth-Propaganda geringschätzen. Wenn die linken Gruppen aus einer parteipolitisehen Einstellung heraus einen Rabbiner nicht gewünscht haben, hätte man nicht einen Chaluz, oder einen Kolonisten aus der chassidischen Siedlung finden können, der an den Worten des Propheten richtig glaubt, der durch seine Lebensweise und Anschauung mit den wahrhaft messianischen Ideen Jesajas wirklich verbunden ist? Vielleicht hätte er die expressionistische Technik nicht beherrscht, aber doch den Text mit tiefem religiösen Gefühl rezitiert Das wäre sicherlich keine verlogene Geste gewesen. Ob die Leute nicht gelacht hätten, weiß ich nicht, denn leider kennt unsere Jugend seit längerer Zeit keine innere Wahrhaftigkeit und ehrlich« Pathos. Immer wieder beurteilt sie jede Rede und jede Handlung nur nach ihrer parteimäßigen Einstellung. Es wird a nur gelacht, weil etwas religiös ist, andererseits wird gehaßt weil etwas aus einer anderen Parteieinstellung heraus geschieht Nicht der Redner oder der Schreiber soll an seine eigenen Worte glauben, sondern die Zuhörer, denken sich diese Kreise, Gegen diese Oberflächlichkeit der Jugend ließe sich nur durch eine bessere und geistigere Erziehung mit absolutem Erfolg ankämpfen. Aber auf diesem Gebiet bleibt noch immer viel, zuviel zu wünschen übrig, im Oaluth und in Palästina, Es muß aber doch etwas dagegen getan werden. Sollte der Misrachi von sich aus eine entsprechende Aufklärungsarbeit nicht leisten können, so müssen alle ehrlich liberal denkenden, wie religiös eingestellte Zionisten eine Arbeitsgemeinschaft gründen, in der für gegenseitige A c 111 u n g, religiöse und politische Ehrlichkeit und volles Verständnis für alle Kultlirrichtungen innerhalb der nationalen Bewegung Propaganda gemacht werden soll. Solange aber die Anschauung der Jugend sich nicht geändert tiai, muß ich H. H. Thon teilweise recht geben. Religiöse Handlungen bei einer sogenannten Nationalfeier sind sinnlos, solange cs Menschen gibt, die an die Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit religiöser Handlungen nicht glauben können, oder sie ohne näher zu beobachten und unterscheiden, lächerlich finden. Lassen wir vorläufig alle Feierlichkeiten•, denn eine Feier ohne die Weihe des Heiligen und Höheren ist keine Feier und abgesehen von der Wirkung auf den größten Teil des jüdischen Volkes, steine sogenannte Nationalteier auf areligiöser Grundlage nur eine der häßlichsten Er- Rodungen des nationalistischen Europas. Will man ein Jubiläum feiern, so organisiert man eine Ausstellung, man ruft eine Konferenz ein oder man leistet auf anderem Wege sachliche Arbeit, das wird mehr Sinn und mehr feierliehen Inhalt haben. In der Zionistischen Weltorganisation gibt es seit dem ersten Tage Orthodoxen und doch mußte man nie religiöse Handlungen vorführen, denn nur sachliehe Arbeit sollte geleistet werden. Sachliche Arbeit verlangt keine religiöse Umrahmung und so werden wir alle blasphemische Phrasen und lächerlich wirkende expressio nistische* Pseudo-Religiosität nicht brauchen. Sic ist Nationalleistung, also mehr als Nationalfeier. J. Werezberger, Kleine Naehriditen Com. Kenworthv und Prof. Brodetzky, die eilte Zeitlang an der Arbeit für den United palestinc Appeal resp. für den Universitätsfonds in Amerika feilgenommen haben, sind dieser Tage nach England zurückgekehrt. Wie der ״Jewish Chronide“ mitteilt, hat Ing. Rutenb e r g ein Abkommen mit der transjordanischen Reg 1 e r u n g getroffen, gemäß weichem die Palestine Electric Corporation zur Förderung der weiteren Elektrifizierung«• plane 6000 Dunaro im Jordan-Jarrauk-Gebiet erwirbt. Aus technischen Ursachen ist der Kongreß der rumänischen Zionisten, der von den Behörden in letzter Minute verboten, später aber erlaubt worden war, nunmehr von dem Kongreß* komitee auf Pcßach verschoben worden. Das Hauptbüro des Keren Hajessod hat die telegraphische Nachricht erhalten, daß Dr. Alexander 0 oldst ein, der, im Aufträge der Hauptbüros des Keren Hajessod und des K. K. t. nach Indien, Australien und dem Femen Osten eine Reise unternimmt, in Bombay eingetroffen ist. Laut einem gleich■ zeitig eingetroffenen Schreiben des Keren Ha.'essod-Kom'.tecs in Bombay sind dort bereits alle Vorbereitungen für die neue Kampagne getroffen worden. Der Rabbiner der Berliner jüdischen Gemeinde, Dr. Berg manu, hat eine Reise nach Palästina an getreten. Rabbiner Dr. Bergmann, der durch Arbeiten über jüdische Apologetik in den ersten christlichen Jahrhunderten und über Legenden der Juden weiteren Kreisen bekannt ist, beabsichtigt, 10 Palästina für seine wissenschaftlichen Ziele Studien zu machen. Rabbi Meir Berlin, Mitglied des Merkas Olami, kehrte nach einem dreimonatlichen Aufenthalte in Amerika nach Erez- Israel zurück. Der militärische Zensor verbot für zehn Tage das Er* scheinen der Kischinewer jüdischen Tageszeitung ״Unser Zeit". Laut dem ״Moment“ wurde in Polen für die Zeit vorn I. März bis 15. April für Palästina-Mazzofh eine Ermäßigung des Einfuhrzolls am 40 <V0 eingeführt. Im Alter von $4 Jahren verstarb zu B. Gyarmat (Ungarn) der dortige Oberrabbiner Josef Israel Deutsch Er war einer der ältesten und angesehensten orthodoxen Rabbiner. Rabbi Moses Schreiber in Szeplak, ein Sohn des weitberühmten Preßburger Oberrabbiners ״Kesaf Soter", ist vor kurzem im Alter von 86 Jahren verschieden. Der grobe JubiläumsKostUmbali m Keren K&jemeu! lejisraei gemeinsam veranstaltet mit der B.Z.V. findet am Sonnabend» den 18. März fm Kaisersaal des Zoo statt, Zionisten haltet Euch diesen Tag frei! Elen Palästina * FadtOrappe Auf Anregung von Herrn Dr. Markowitz und Dr. Ascher traten in dieser Woche eine Anzahl Herren zur Gründung einer Gruppe zusammen, die versuchen will, den Palästinaaufbau durch Bearbeitung von fachlichen Prob I e m e n zu fördern. Die Arbeit der Gruppe soll sich auf folgende Gebiete erstrecken: 1. Es sollen alle Nacliricfifen, speziell alle wirf* sch ältlichen, wirtschaftspolitischen und technischen Nachrichten, die aus Palästina kommen, gesammelt, geordnet und entweder zentral oder von den einzelnen Mitgliedern der Gruppe bearbeitet und geprüft werden. Diese Arbeit soll durengeführt werden im engen Zusammenhang mit dem Wirtschaftsarchiv des Palästina- Amtes. 2. Anfragen wirtschaftlicher oder technischer Natur, die aus Palästina kommen, sollen durch die einzelnen Fachleute bzw. später durch die Fachgruppe bearbeitet und beantwortet werden, Es soll versucht werden, die Kenntnisse, die die einzelnen Fachleute, bzw. die einzelnen Gründer neuer Unternehmungen und Schöpfer neuer Pläne haben, durch die Erfahrungen und Kenntnisse der hiesigen Fachleute zu ergänzen und zu unterstützen. 3. Darüber hinaus sollen von der Gesamigruppe einzelne große Fragenkomplexe zunächst des Palistina-Auf* baues durch Vortrüge und daran anschließende speziellere Einzelbearbeitung der Fachleute bearbeitet und einer Klärung und wissenschaftlichen Fundierung nlhergebracht werden. Letztlich sollen Pläne und Projekte, sei es von den Mit• gliedern der Gruppe, sei es von Außenstehenden, erörtert und ebenfalls fachmännisch durehgearbeifet werden. Die Gruppe wird in enger Anlehnung an die entsprechen« den nationalen und privaten Institutionen in Palästina arbeiten und darüber hinaus versuchen, sich auch in Palästina einen Kreis korrespondierender Mitglieder zu schaffen. Mitglieder der Gruppe können nur solche Zionisten oder am Palästina* aufbau interessiertat Nichtzionisten werden, die bereit sind, mit Hilfe ihrer Erfahrungen und Kenntnisse die Bearbeitung für Spezialprohieme eines gewählten wirtschaftlichen, teeh* nischen oder wissenschaftlichen Problems oder einer solchen Anfrage zu unterziehen. Anmeldungen für die Gruppe können vorgenommen werden an die Adresse von Dr. Ascher, Meinekestr. 10, oder Dr. Mar• kowitz, Berlin-Friedenau, Taunusstr. 10. Trauerleier für Joel Engel Am Sonntag, den 27. Februar, Väl2 Uhr mittags, findet im Logenhaus, Kleiststr. 10, eine Trauerfeier für den in Tel-Awiw verstorbenen hervorragenden Komponisten Joel Engel statt. Ansprachen werden halten Prof. $. Dubnoiv, Saut Tschernichowski, Arno Nadel, Dr. Brutzkus und Hermann Sw et. Für die musikalische Einrahmung sorgen L. Rjasanzew, Oberkantor Taschlltzki und ein Mannerchor unter Leitung von Winaver. Die veranstaltenden Organisationen sind: Zionistische Vereinigung für Deutschland, Verband russischer Juden in Deutschland, Beth Waad, Musikvertag Juval, Gesellschaft der Freunde jüd. Musik, Komitee zur Förderung der jüd. Musik in Palästina. Eingesandt Wehmütigen Herzens liest man die Berichte über die gegenwärtige Krisis in Palästina, und jeder Satz, jedes Wort klingt wie ein Verzweiflungsruf der Besatzungsmannschaft des im brausenden Meere fahrenden Schiffe,... Für die• jenigen, die die Entwicklung in Palästina nicht Schritt für Schritt beobachtet haben, ist die ln Palästina eingetretene ״Stagnation“ um so schmerzhafter, da sie diese als piötz* liehen Rückschlag snsehen. Man hat das Gefühl, als ob die Vorsehung die Widerstandsfähigkeit der Juden neuerdings auf die Probe stellen wollte. Nicht Worte sind es, die jetzt vonnöten sind, das jüdische Volk kennt nur ein Trostwort, und das ist die Hoffnung. Oie Tat muß dem Worte voreilen. Das jüdische Volk hat in seiner Opferwllilgkeit niemals versagt und wird es in dieser Stunde auch nicht tun. Die gegenwärtige Krisis in Palästina dreht sich um die Frage der nfomerftanen Arbeitslosigkeit hfl Hsditnr. *•!־ Vor einer Zerrüftelung des Aufbauwerkes kann keine Rede sein,■ | und wird die Zionistische Organisation, was mit Bestimmtheit vorausgesagt werden kann, Herr der Lage werden. Die intensive una unermüdliche Arbeit unserer Führer bürgt uns dafür. richtige Bahn' lenken wird. Es müßte nur vom Volke aus momentane Hilfe geleistet werden, um unseren arbeitslosen Brüdern und Schwestern in Palästina m zeigen, daß die Juden im Oaluth sich mit ihnen eins fühlen und daß* ihre Not ihre ureigenste ist. Die momentane Hilfe wollen wir ausdrücken, im ״Arbeitslosenfonds des jüdischen Volkes". Es müssen zu diesem Zwecke in jedem Land, in jedem Ort Ausschüsse zusammengesetzt werden, bestehend aus Menschen der Partei und» aus Fernstehenden, die der Sache des Zionismus Sympathie entgegenbringen. Die ״Aufgabe" dieser Ausschüsse solle es sein, in einem ״Opfermonat", und zwar ״Adar scheni", Geld- und Spendensammlungen in breitem Maßstabe zu veranstalten. Durch Massenversamm* Jungen und Aufklärung müsse ein großer Unter* Stützungsfonds für die Arbeitslosen geschaffen werden. Jeder organisierte Zionist soll einige Tage für diese Aktion opfern und sein möglichstes daransefzen, den Erfolg dieser heiligen Sache za gewährleisten. Vielleicht ist es auch ratsam, mit einem Appell an das jüdische Volk hervorzutreten. Diese Aktion würde in sich auch das Gute haben, daß die Propaganda für den zionistischen Gedanken gefördert wird, Frankfurt a.M. A, Rosenwasser. IliyitfllllllllWIieitlHIWIHMIfilMilllflmiRimHiWIllWllfflMflllMRlIlWllffilinifWHfflnillllllliffi Vermischtes Jüdisch-nationale Frauenvereinigung. Am Montag, den 2S. Februar, abends 1/j9 Uhr, findet im Sitzungssaal, Metneke* Straße 10, ein Vortragsabend statt, an dem Herr Dr. Siegfried Bernfeld über ״Unsere heutige Jugend und ihre Probleme“ sprechen wird. Hochschule für die Wissenschaft des Judentums. An Stelle von Professor Dr. Kisch wird am 7. März, abends 8 Uhr, in der Aula der Hochschule, Artilleriestr. 14, Herr Rabbiner Dr. H. Fuchs, Chemnitz, über ״Zur Psychologie des Kultus“ sprechen. Das Palästina-Amt, Berlin, macht darauf aufmerksam, daß eine einmalige günstige Gelegenheit gegeben ist, am 9. März ab Marseille in fünf Tagen nach Jaffa zu fahren- Nähere Auskünfte erteilt das Palästina-Amt Für Touristen nach Palästina, die speziell während der Peßach-Feiertagc dort bleiben wollen, sind besondere Einreise* Bestimmungen auch in diesem Jahre erlassen worden. Nähere Auskunft hierüber erteilt das Palästina-Amt Berlin. Palästina-Orangen sind in diesem Jahre in Deutschland zu beziehen durch die Wlrtschaftsabteiiung des Palästina- Amtes. Reiseverbindung nach Palästina. Wie das Palästina- Amt Berlin mitteilt, trat die Direktion des Lloyd Triestino die direkte Linie ab Triest nach Jaffa am Donnerstag vorläufig eingestellt. K.J.V. In der Nähe Berlins sehr günstige Niederlassungsmöglichkeit für einen Augenarzt. — Meldungen sind zu richten an das Büro des K. J.V., Berlin W 35, Kurfürstenstraße 150. Hechaluz, Deutscher Landesverband. Die diesjährige Landeskonferenz des deutschen Hechaluz findet am 12., 13. und 14. März in Berlin statt. Tagesordnung und Einzelheiten werden roch bekanntgegeben.