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Jüdische Rundschau · 1927-02-15 · Heft 13 (15.2.1927) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 13 (15.2.1927)
Date
1927-02-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Kr. 13 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seit• 03 dieser neuen ״Ismen" übergehen. All -derartige Spekulationen über das Kapitel ״Väter •und Söhne" mögen wohl den Einzelncn beschäftigen und seine Unruhe steigern. Für die öffentliche Diskussion eignet nur die Frage: Haben wir alles getan, was zu tun in unserer Kraft liegt? Leiten uns überhaupt pädagogische Prinzipien, und welcher Art sind diese? Sind wir jungen Eltern in ständigem Austausch unserer Erfahrungen, und ist «in Forum vorhanden, um dieses Eifahrungsmaterial zu si hten und sich um neue Formen «er Erziehung zu mühen? Die Erziehung unserer Zionistenklnder ist keine persönliche Angelegenheit des Einzelnen mehr, sondern eine Sorgenfrage der zionistischen Gesamtheit. Nicht nur darum geht es, ob die Kinder ihren Eltern persönlich entfremden, sondern ob sie der Idee verloren gehen, die unserem Leben teuer war. (Zweiter Teil folgt.) Sachliche Wlrtschalts -Kritik ln der ״Wiener Morgenzeitung‘• veröffentlicht Dr. Fritz *.«> wenstei n (Jerusalem) einen bemerkenswerten Artikel *Einigkeit und Sachlichkeit“, worin er betont, daß die Partei- und weltanschauungskämpfe im zionistischen Lager bei Betrachtung der heutigen Krise von sachlichen Untersuchungen abgelöst werden sollen. Als Beispiele führt er zwei Dokumente an: ״Dizengoff hat, bevor er in die Exekutive eintrat, seine Ansichten in einem ausführlichen, in der Presse veröffentlichten Memorandum niedergelegt. Dizengoff ist gewiß ein Man» mit ausgeprägter Anschauung, und sein Memorandum wird sicherlich Keineswegs auf allgemeine Zustimmung stoßen. Aber um so interessanter ist es, daß er sich entschieden gegen die Auffassung wendet, die man von ihm erwartet hätte, daß nämlich der Zusammenbruch de« vierten Alijah nur die Folge des Kreditmangels gewesen sei, was mit anderen Worten heißen würde, daß weder die Bank noch der Keren Hajessod der Industrie so geholfen hätten, wie es ihre Pflicht gewesen ■wäre. Wohl tadelt Dizengoff die Bevorzugung der Landwirtschaft? wohl vermißt er die psychologischen Voraussetzungen für die Entwicklung einer Industrie, aber, was sein Memorandum am meisten charakterisiert, ist die leidenschaftslose Untersuchung einer Fülle von Faktoren, die auf den Zu- *ammenbruch bestimmter Unternehmungen eingewirkt haben. Da ist die Rede von lauter sachlichen Dingen, die gar nichts mit Weltanschauung zu tun haben: mangelnde Fach- und Marktkenntnis des Unternehmers, falsche Wahl des Sta ndortes, zu große oder zu kleine Kapitalinvestierung usw. Hier also sina Fehler gemacht worden, aus denen man lernen kann, und deshalb sind diese Fehler nicht umsonst gemacht worden. — Noch instruktiver vielleicht ist der in ״Mts’char Wetaassi- Jah“ abgedruckte Bericht, den eine von der zionistischen Exekutive eingesetzte Sachverständigenkommission über das Textildorf ״Mauer* erstattet hat Es handelt sich liier um einen ungewöhnlich interessanten Versuch. Der Plan der Gesellschaft Manor ging dahin, in Dieeda, zirka 20 km von Haifa, eine Textilfabrik mit 300 Webstühlen zu gründen. Die Arbeiter in dieser Fabrik sollten pro Tag nur 20 Piaster erhalten, daneben aber jeder etwas bewässerbaren Boden, aus dem er einen Nebenverdienst ziehen könne. So sollte ein Textildorf entstehen, das Landwirtschaft und Industrie mi'einander verband, und wo der Bauer zugleich Industriearbeiter und, mit 250 Pfund. Aktionär der Fabrik sein sollte. Wie man sieht, eine originelle Idee, deren wirtschaftliche Durchführbarkeft die Sachverständigenkommission durchaus anerkannte. Weshalb scheiterte der . Versuch? Wegen einer Fülle jener Kleinigkeiten, 4uf die inan hei uns keinen, We#f zu MgNt pflegt. Das von den Arbeitern einzuzahlende Grundkapital ging nur zur Hälfte ein, die Kredite, auf denen man das werk aufbauen wollte, waren nicht zu haben, worüber man sich nicht rechtzeitig informiert hatte, die vorhandene Wassermenge reichte nur für die Fabrik, aber nicht für die Landwirtschatt, statt Facharbeitern, wie beabsichtigt, nahm man jeden, der die Summe einzuzahlen bereit war. So kam die Sachverständigenkommission zu dem Ergebnis, daß sie der Exekutive nicht zur Unterstützung des Ihiternehmens raten könne, und schlug vielmehr die Liquidation vor. Was die angesiedelten 85 Familien anbetreffe, so sollten sie von den nationalen Fonds übernommen werden. Wieder einmal müssen Keren Kajemeth und Keren Hajessod als Retter angerufen werden, wo es sich ursprünglich um ein Werk der Privatinitiative handelt.“ Neue Arbeiten Das Haifaer Arbeitsbüro der Histadruth hat eine Veretnbarang mit einem Privatunternehmer abgeschlossen für den Bau einer Straße in der Haifaer Vorstadt N e w e h Scbaanan im Betrage von £F.. 3000, der 100 Arbeitern während 3 bis 4 Monaten Beschäftigung geben wird. Die Arbeitsabteilung der Zionistischen Palästina-Exekutive beteillgt sich an der Durchführung dieser Arbeit mit einem Darlehen von £E. 2000, die aus den Mitteln des Keren Hajessod zur Verfügung gestellt werden. ־ Zwischen dem Sole! Bon eh und der Verwaltung der Haifaer Vorstadt Hadar Hakarme! werden Unterbandtungen über Anlegung neuer Straßen in dieser Siedlung geführt. Es kommen Arbeiten für £E. 4000 in Betracht, die 150 Arbeitern für 3 bis 4 Wochen Beschäftigungsmöglichkelt geben werden. Man glaubt, daß diese Verhandlungen zu günstigem Abschluß gelangen werden, und daß man mit der Arbeit bald werde beginnen können. Auch diese Arbeit soll durch ein vom Arßeitsdepartement der Zionistischen Exekutive bewilligtes Darlehen von £E. 3000 ermöglicht werden. Trotz der Krise haben die Bauarbeiten in Tafpioth in der Nachbarschaft von Jerusalem nicht aufgehört Im Laufe des letzten Jahres wurden dort 20 neue Hauser errichtet, bei denen alle sanitären Bedingungen erfüllt worden sind und die auch elektrische Beleuchtung haben. Auch die Kommunikationsverbindungen mit Jerusalem wurden weiter ausgebaut. Das besonders günstige Klima von Talpioth wie auch die schöne Umgebung machen dieses Viertel zu einem besonders gesunden und angenehmen, (Ziko.) Me nächste Vdlkerbondrat -Sitzung Die nächste Sitzung des Völkerbundrates findet am 7. März in Genf statt. Auf der vorläufigen Tagesordnung stehen 28 Punkte, darunter auch Mandatsfragen, und zwar em Bericht der Perinanenten Mandatskommission über die Berichte der einzelnen Regierungen sowie über die Anhörung der Petitionäre aus den einzelnen Mandatsgebieten. In der ״Schweizerischen Zeitschrift für Volkswirtschaft und Sozialpolitik“ (Bern, Herausgeber Prof. Reichesberg), Heft 17 und 18 des 32. Jahrgangs (1026), veröffentlichte Dr. B. Siebert (Riga) eine eingehende Studie ״Die Jüdische Arbeiterbewegung in Palästina“, worin Wesen, Geschichte und Institutionen der palästinensischen Arbeiterbewegung systematisch und instruktiv dargesteUt werden. Kleine Nachrichten Der Leiter der Hadassah in Palästina, Dr. Bluestone« hat sein Demissionsgesuch überreicht Wie der ״Haaretz“ aus New York erfährt, hat die Leitung der Hadassah in New York dem Rücktrittsgesuch Folge gegeben mit der Bedingung, daß Dr. Bluestone sein Amt bis zum kommenden Juli ausübt. (Bekanntlich ist es in letzter Zeit in Palästina zu größeren Differenzen zwischen der Hadassah י und der Kupath Olim — Arbeiter-Krankenkasse ~ gekommen, die noch immer nicht beigelegt sind.) Nach dem ״Haaret z“ ist auf einer Zusammenkunft von Vertretern der syrischen und palästinensisehen Regierung am 10. Januar in Sidon eine Vereinbarung getroffen worden, wonach die Ausgabe von Passiverscheinen für die Bewohner der Grenzgebiete in beiden Ländem, die durch den Aufstand in Syrien unterbrochen worden war, wieder erneuert werden soll. , Wie der ״Merath at Sherk“ berichtet, sind in Palästina gegen »4 Millionen ägyptische Pfund im Umlauf. Der Gewinn, den die Palästina-Regierung durch Einführung der neuen Palästina-Währung erzielen wird, wird auf gegen .CE 40000 jährlich geschätzt. Laut dem ״Haaretz“ teilt das Amtsblatt der transjordanischen Regierung mit, daß der Rat von Transjordanien das Inkrafttreten des Gesetzes, das ausländischen Gesellschäften den Erwerb von unbeweglichem Eigentum in Transjordanien gestattet, auf unbestimmte Zeit aufgeschoben hat. Wie aus, Prag gemeldet wird, tritt Präsident Masaryk Mitte März eine sealswöchige Reise nach dem Süden an. Er reist zunächst nach der französischen Riviera, von dort nach Aegypten, Palästina und Griechenland. Der Commissioner des palästinensischen Süddistrikts J. E. F. Campbell ist nach A k a b a, der am Golf von Akaba auf der asiatischen Seite der Sinaihalbinsel liegenden Stadt, abgereist, um dort die britische Verwaltung zu organisieren. , Die an die Reise des Herrn J. H. Campbell nach Akaba geknüpfte Vermutung, daß Akaba am Roten Meer dem Süddistrikt Palästinas emverleibt werden sollte, entbehrt jeder Grundlage. Campbells Reise soll nur der Vorbereitung besserer Wegverbindungen zwischen Südpalästfna una dem A kabad!strikt dienen. Der Bundesrat hat die Errichtung eines schweizerischen Honorarkonsulats in Jaffa beschlossen. Das Konsulatsgebiet umfaßt Palästina und Tr ans Jordanien. Das Konsulat ist dem in Palästina geborenen Schweizer Kaufmann Kucblcr übertragen worden. Die Reichskriegsgriberkommission teilt mit, daß die Ein• weihung des Kriegerfriedhofs auf dem Oelberg zu ferasalem am Sonnabend, den 7. Mai, durch den Feldmarschall Lord A U e n b y, den Eroberer Palästinas, vollzog«! werden wird. Czernowitz, 8. Februar. (J.T.A.) Der Prozeß gegen To tu, der seinerzeit den jüdischen Studenten Falik ermordete, wird am 15. Februar in der Stadt Kimpolung stattfinden. Der Mörder Totu wurde bereits nach Kimpolung überführt. Das Zentralkomitee der polnischen Z io nisten in Warschau macht in einem Rundschreiben an die Ortsgruppen darauf aufmerksam, daß es mit dem bevorstehenden Besuch labotinskys in Polen nichts zu tun hat und empfiehlt, von )abotinskys Aufenthalt in Polen keine Notiz zu nehmen. Kultusminister Dobrucki teilte einer bei ihmerschienenen Abordnung der Hebräischen Kulturorganisation ,fFfrWrth“ mit, daß demnächst in der warschauer Universität ein ständiger Kursus für jüdische Wissenschaft eröffnet werden wird. Die in Warschau abgehaltene Konferenz der hebräischen Gymnasien in Polen beschloß, mit den hebräischen Mittelschulen in allen anderen Ländern in engen Kontakt zu treten. Spätestens im September 1927 soll ein, hebräisches Gymnasium in Warschau eröffnet werden. Herr Dr. M. H i n d e s, der neben Nahum Sokolaw und nach dessen Abreise allein die Keren Hajessod-Aktion in Südafrika geleitet hat, ist auf der Rückreise nach Europa in Jerusalem eingetroffen. An der Hochschule für moderne orientalische Sprachen in Paris wird mit Beginn des nächsten Studienjahres ein L e h r ־ Stuhl für Neuhebräisch errichtet. Es ist dies den Bemühungen der France-Palestine-Gesellschaft zu danken. Der Pariser Musikreferent des ״Berliner Tageblatts“ berichtet über den ungewöhnlichen Erfolg eines ״Wunderkindes" des jungen Geigers Yehudt Menuchem, der an Joachim erinnern soll. In Tientsin wurde in diesen Tagen ein jüdischer Klub, eine jüdische öffentliche Bibliothek samt Leseraum, und andere Institutionen eröffnet. Eine Zählung der jüdischen Bevölkerung zwecks Bildung einer Gemeinde wird gegenwärtig durengeführt. F. Goodenaugh erklärte laut der J.T.A. in seinem an die Barcley's Bank Ltd. erstatteten Jahresbericht, daß nur eine verstärkte Einwanderung die Wirtschaft Palästinas auf eine höhere Stufe bringen könne. Diese Woche wurde der. Kuschan (Kaufvertrag) eines Bodenkomplexes, den der Keren Kajemeth zwecks Errichtung eines Gebäudes für das Misrachi-Lehrer-Seminar in Jerusalem erworben hat, unterzeichnet. Der Misrachi hat beschlossen, einer! Konkurs für Fertigstellung eines Bauplanes für das Seminar und ein Internat auszuschreiben. Jerusalem, 4, Februar. (J. T. A.) Oberrabbiner Schabtai Jain aus Monastir in Mazedonien begibt sich dieser Tage im Aufträge des Hauptbüros des Weltverbandes der sephardischen Juden, das sich nr Jerusalem befindet, nach Amerika, um dort die sephardischen Juden zu organisieren und für die Aufbauarbeit aer sephardischen Juden in Palästina zu interessieren. In das Direktorium der amerikanischen Palestin e Securities Co. sind, wie der Ziko aus Jerusalem berichtet wird, in der letzten Zeit neu eingetreten die Herren Joseph Bach, Direktor der Public National Bank in New York, und der Manager des Foreign Department der State Bank New Gork T e 1 c h e r. Das Direktorium der Securities Co. hat durch den Beitritt dieser beiden Finanziere eine wertvolle Bereicherung erfahren. Jerusalem, 11. Februar. (J.T.A.) In der Nacht und während des heutigen Vormittags fiel dichter Schnee über Jerusalem und einen großen Teil des Landes. Es ist dies seit 1921 der erste SchneeTall in Palästina. De alirußländische Akademie der Wissenschaften in Moskau hat die beiden weltberühmten Physiker Prof. Albert Einstein in Berlin und Prof. M i c h e 1 s o n in New York zu ihren Mitgliedern gewählt. Es wird aus Johannesburg gemeldet, daß der verstörbene Herr David G e ß n e r in Capetown die Summe von £ 353 dem Jüdischen Nationalfonds hinterlassen hat, die jetzt vom südafrikanischen Büro im Empfang •genommen wurde. Felix Rosenblflth Ober die Lage fm Zionismus Auf einer Versammlung des Angio Palestine Club lu London am 5. Februar unter Vorsitz von Leon Simon hielt das Mitglied der zionistischen Exekutive Felix Rosenblüth in hebräischer Sprache ein,,Referat über die Lage im Zionismus. Er zog eint Parallele zwischen der zionlstischen Vorkriegsarbeit uiid der jetzigen Arbeit und betonte, daß, wenn auch die jetzigen Leistungen tausendfach größer sind als die vor dem Kriege, man doch nicht zufrieden sein könne. Er schilderte die schwere Krise in Palästina und verlangte eine Mobilisierung aller Kräfte, um den Zionismus im Galuth zu stärken. Der geistige Zionismus müsse überall gestärkt werden, um die Durchhaltung Wahrend der jetzigen schweren Uebergangszeit zu ermöglichen. Dem Vortrag folgte eine angeregte• Diskussion. Me Sanierung des Solei Bettel! Wir veröffentlichten bereit? vor einigen ,Tagön eiue Meldüng, wonach nach Ueberprüfung der Finanzlage durch eine besondere Kommission dem Solei Bon eh ein größeres Darlehen bewilligt worden sei. Wie der Ziko:.nun unter dem 10. d. M. aus Jerusalem telegraphiert wird•,: wird dem Solei Bonel! ein Betrag von .CE, 40 000 zur Verfügung gestellt. Davon sind £E. 20 000 ein auf 5 Jahre gjewfihues Darlehen. An diesem Darlehen von £E. 20 000 beteiligen sich der Palestine Economic Board mit £E, 10 000, die Arbeiterbank mit £E. 5000 und die Zionistische Exekutive ׳ aus den vom Keren Hajessod zur Verfügung gestellten Mitteln mit £E. 5000. Des weiteren übernimmt die Zionistische Exekutive resp, der Keren Hajessod die auf £E, 20 000 sich belaufenden Schulden des Misrad. ׳׳ > Der Solei Bon eh hat am 14. Januar der Palästina-Regierang die von ihm unweit von Tel- Awiw über den Jarkon (Audscha) gebaute Brücke, die die erste Beton• brücke in Palästina darstellt, übergeben. (Ziko.) Ans dem arabischen Lager Das Organ der arabischen Exekutive, in Palästina, ״Fe• lest in", erklärt in seiner letzten Nummer, dfe palästinea* slsch-arabische Exekutive sei tot; die in Jerusalem lebende» zwei oder drei Mitglieder mißbrauchen den Namen der Exekutive, um irgendwelche Wahlerfolge einzuheimsen. Sonst unternehme die Exekutive nichts, um die arabische Sache gegenüber dem Staat zu vertreten oder für dieselbe die Außenwelt zu interessieren. . Die Staatenlosen Am 7. and S. Februar fand in Berlin auf Initiative de« Komitees der jüdischen Delegationen unter Vorsitz von Herrn L. M o t z k i n eine Beratung einer Reihe von Vertretern einiger Organisationen, welche sich mit der Frage der Staatenlosen befaßten, statt. Die Beratung bezog sich auf zwei Gegenstände: 1. auf die Frage der Erlangung des Staatsbürgerrechts für diejenigen in Deutschland, der Tschechoslowakei, Frankreich usw. sich aufhaltenden Staatenlosen, welche in Polen, Rumänien usw. auf ihr Staatsbürgerrecht noch Anspruch erheben; 2. auf die in Genf geplante Einführung eines speziellen Passes für Staatenlose: Da die Kommission des Völkerbundes für Komimmikatons- und Transportwesen am 28. Februar über diese Frage entscheiden wird, wurden die einzelnen Vorschläge nach einem Referat des H«n Z, Aberson eingehend besprochen«. Das Komitee der' jüdischen Delegationen Wurde beatrftragt, 4ü ,PpmflKge in einem Memorandum zur Kenntnis der TeiWehmer 'der Völkerbundskommission zu bringen. Vermischtes Für Touristen, die während der Pessachfdfcrfage na«. Palästina fahren wollen, sind speziell erleichterte Einreise bestimmungen verfügt worden. Interessenten' erfiälten Auskunft im Palästina-Amt, Meinfekesträße ‘16.’ Ernst Toller spricht auf Einladung der Galejic Neuinann- Nierendorf am Dienstag, den 22. d. M.,. .um 84/2 Uhr, im Blüthnersaal aus unveröffentlichten Werken.. Jüdischer Jugendverein Dierdorf. Am Sönntäg, dbn 20. Februar, nachm. 4TJhr, veranstaltet der Dierdorfer J.J.V. ln! Jugendheim ein öffentliches Konzert, dessen Reinerlös zur Forderung des Synagogen-Neubaus in Dierdorf bestimmt ist. Als Mitwirkende wurden gewonnen: Oberkantor Hermann J. Fleischmann, Köln (Gesang);, Fred Alexander vom Schauspielhaus Köln (Rezitation); Kapellmeister- Gustav Stern vom Stadttheater Duisburg (Klavier/Harmoriiiim): außerdem zwei Mitglieder des Sprechchors J.J.V. Düsseldorf. Der Jüdische Verein Nord-Ost veranstaltete vor einigen Tagen einen Vortragsabend, auf dem Herr Rabb. Dr. Warschauer über ״Jüdische Seelsorge" referierte ־ Dfe interessanten und eindrucksvollen Ausführungen fanden bei der zahlreichen Zuhörerschaft lebhaften Beifall. Der anschließende künstlerische Teil wurde von den Damen Grete Cas’sircr, Eugenia Heilbrunn,Sakaschansky^-Le h m a n n und Herrn Sakaschansky bestritten. Verein für Schriften über jüdische Religion«, in den Räumen des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes ,(Steglitzer Straße 9, Amt Noliendorf 2383) befindet sich sei(, längerer Zeit ein vom Verbände der Deutschen Juden geschaffenes, und von dem Verein für Schriften über jüdische Religion mit Unterstützung des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden weitergeführtes Archiv, das ein reichhaltiges Material an wissenschaftlichen Informationen über die. religiöse!! Fragen des Judentums enthält. Interessenten werden gebeten, sich mit dem Leiter des Archivs, Dr. R. Selig man 11, telephonisch zu verständigen (von 2 bis 5 nachm.). Isr. Religionsverein Wilmersdorf, Schaperstr. 33. Gottesdienst am Freitagabend und Sabbat morgens und abends,* wie in den Synagogen der Gemeinde mit altem Ritus. Vorsitzender des Vereins ist zurzeit Herr Dr. Willi Auerbach, Fürther Straße 11a, an den auch Anmeldungen erbeten werden. Zeire-Misrachi. Dr. Wiesel, Gemorohschinr. Jeden Sonntag, Montag, Dienstag, Donnerstag, 8 bis 9 Uhr abends. Gäste willkommen. K. J. V. Ein Zahnarzt in kleiner Stadt Norddeutschlands sucht Assistenten, eventuell Anfänger- Palästinenser, jahrelang beim Sold Boneh als Leiter von Bau- und Chausseearbeiten tätig gewesen, sucht passende Stelle als Maurer, Betonarbeiter oder in einem Büro. Sehr gute Empfehlungen und Zeugnisse. Meldungen sind zu richten an das Büro des K• J. V., Berlin W35, Kurfürstenstraße 150 (Tel.: Kurfürst 1095). Der fünfte Abend des Berliner Kreises, der am Mitfwoch. den 16. Februar, 8 Uhr, im Leskingmuseum stattfindet, Ist dem Altberliner Humor gewidmet. Heinrich Eduard Jacob spricht über Glaßbrenner und Kalisch, Alfred Beierle und Eva Brock bringen Szenen, Possen und Satiren zu Gehör,

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