Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 7 (25.1.1927)
- Date
- 1927-01-25
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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JUEDISCHfi RUNDSCHAU Seite 40 Nr. 7 Die landwirtschalflidten Siedlungen io Palästina Ein landwirtschaftlicher Zensus, der im August 1926 durch die landwirtschaftliche Kolonisationsabteilung■ der Zionistischen Palästina-Exekutive vorgenommen wrude, zeigt, daß 41 Sied• Jungen ganz oder teilweise von Keren Hajessod in Palästina finanziert wurden, einschließlicli 17 Kwuzoth, 4 Mädchenfarraen, 16 Moschwe Owdim und 4 Siedlungen des ״Mittelstandes“. Die Bevölkerung dieser Siedlungen beträgt 4628 gegen 4291 vor einem Jahre. Ein• schließlich der Arbeitergruppen und Jeroenltenvicrtel in den älteren jüdischen Dörfern erreicht die Zahl der Juden auf dem Lande, deren Ansiedlung der Keren Hajessod finanziert, zirka 6500 oder mehr als ein Fünftel der jüdischen ländlichen Be• völkerung. Es wird festgestellt, daß mehr als die Hälfte der Mitglieder der Kwuzoth von 25 Ws 29 Jahre alt sind, und ständig in den betreffenden Gruppen seit ihrer Gründung?elebt haben. Die 41 Siedlungen bedecken eine Fläche von 00 000 Dunam (25000 Acres). (Vor fünf Jahren wurden nur 16 700 Dunam von Chaluzim kultiviert.) Zirka 70 000 Dunam oder 70 <y# sind für Oetreidebau, Anbau von Hülsenfrüchten und Gemüsen bestimmt, während 9,5 <0/י oder über 9000 Dunara für Fruchtplantagen und Bäume bestimmt sind. Ueber 9000 Dunam lagen im letzten Jahre brach, während 7000 Dunam noch nicht kultiviert wurden. Die Hauptsaaten sind Weizen, Gerste und Mais. Gerste gab den besten Ertrag, Welzen den zweitbesten. Der Zensus zeigt, daß es in diesen Siedlungen 3116 Stück Vieh gibt, von denen 2241 Stück reinrassig oder gemischtrassig von Damaszener, Beiruter, deutschen und holländischen Beständen sind. Nur 875 Stück Vieh sind von einheimischer Rasse. Die Zahl der Arbeitstiere beträgt 987. Es gibt 38 715 Stück Geflügel und 877 Bienenstöcke. Die Kwuzoth naben 401 Gebäude, die meisten davon sind groß, während die Moschawim 1635 Bauten für Einzelsiedler in dem erforderliehen Ausmaß haben. Die Gesamtsumme von 2036 Bauten schließt 237 Wohnhäuser aus Stein, Zement und Ziegeln und 452 Ställe aus denselben Baumaterialien ein. Die Maschinen und landwirtschaftlichen Geräte zählen 3390, einschließlich 43 Traktoren und Motoren, 21 große Dreschmaschinen, 716 europäische Pflüge und 309 Eggen. Für je 1000 Dunam in den Kwuzoth zeigen die statistisehen Tabellen einen Durchschnitt von 49 Personen, 28 Stück Rindvieh, 9 Arbeitstiere, 250 Stück Geflügel und 360 landwirtschaftliche Maschinen. Auf je 1000 Dunam in den M־oschawim kommen im Durchschnitt 57 Personen, 47 Stück Vieh, 14 Arbeitstiere, 675 Stück Oeflügei und 500 laudvvlrtschaftliche Geräte. Diese Zahlen sind einem Bulletin entnommen, das mit zahlreichen Tafeln und Diagrammen illustriert ist und von der statistischen Abteilung der Zionistischen Palästina-Exekutive vorbereitet wurde. * Vier neue Gruppen wurden jüngst von den Poa 1 e Misrachi gebildet, von denen zwei in Slchron- Jakob und zwei in Petach-Tikwab angesiedelt werden sollen . Diese Gruppen werden von der zionlstischen Palästinaexekutive durch Budgets für den Wirt- Schaftsaufbau unterstützt werden. 60 oder 70 junge Leute und Mädchen dieser Richtung, welche sich in Polen für die Pionierarbeit in Palästina vorbereitet haben, haben in letzter Zeit um Einreiseerlaubnis nach Palästina nachgesucht. * Pressest! nimen Im Januarheft der im Verlage Eugen Diederichs in Jena erscheinenden Monatsschrift ״Die Tat“ ist ein Artikel von Hans Koh n über ״Das neue Asien" veröffentlicht, der die gewaltigen Wandlungen charakterisiert, die sich infolge des Weltkrieges, in welchem zum erstenmal auch asia• tische Völker an dem Kampf europäischer Mächte Anteil nahmen, in der Entwicklung der asiatischem Völker vollzogen hat. Durch den Krieg wurden drei Schicksalsgemeinschäften geschaffen: erstens die der europäischen Völker, da die Ucbcrspannung des Nationalltätenprinzips zu einer Erkenntnis der Solidarität Europas führen muß, zweitens die anglo-sächsischc Schicksalsgemeinschaft und drittens einer der asiatischen und nordafrikanischen Völker, die den europäischen Nationalismus und das ihm inhärente Prinzip der Demokratie übernommen haben und eine ähnliche Entwicklung zu nehmen scheinen wie die europäischen Völker im 19. Jahrhundert Der Artikel, der eine Fülle von Anregungen enthalt zeigt Tatsachen, die von niemanden unbeachtet bleiben dürfen, der an dem Schicksal des Orient interessiert ist. ♦ Das Blatt der liberalen französischen Juden ״L’U tii vers 1 s r a 61 i t e“ entsandte einen Sonder-Berichterstatter nach Palästina, um sich über den Stand der Krise im Land informieren zu lassen. Der Korrespondent des assimilatorisehen Blattes, der in der Einleitung betont, daß er nicht zum erstenmal in Palästina weilt und die Landesverhältnissc kennt, beginnt seinen umfassenden Bericht mit der Erklärung, daß er sich bemüht habe, strengste Unparteilichkeit bei der Beurteilung der Lage zu beobachten. Nach Darstellung der Entwicklung in Tel־Awiw und in den Kolonien des Einek bespricht er den Aufschwung der alten von Baron Rothsclnld begründeten Kolonien. Als eines der Hauptmomente für das Ausmaß der Krise bezeichnet der Berichterstatter den Mangel an Erfahrung bei den Immigranten der letzten Jahre. Hierauf schildert der Korrespondent die Lin uidation der Krise, die in einer Rückwanderung von Anfehörlgen der vierten Alijah in ihre Heimatländer, in der usWanderung von einzelnen luden (Jemeniten) nach Amerika und im Uebergang von Stadtbewohnern aufs Land rum Ausdruck komme. Am Schlüsse seiner Ausführungen bemerkt der Korrespondent: ״Wie kommt man aus der Krise heraus? Wir wollen bemerken, daß sich die Lage in der letzten Zeit gebessert hat Diejenigen, die in den Städten geblieben sind, haben Erfahrungen erworben, eine große Anzahl wird bei Notstandsarbeiten beschäftigt. Die diesjährige Orangenernte verspricht girt zu werden, auch der Touristenverkehr, eine der palästinensischen ״Hauptindustrien“, kündigt sich dieses Jahr gut an. Die bestätigte Regierungsanleihe, die für Hafenbauten und andere öffentliche Bauten verwendet werden soll, wird Geld ins Land bringen, die Arbeiten für das Ruthenberg-Profekt haben angefangeu. Wie sieht man in die Zukunft? Die Meinungen weichen voneinander ab. Aber trotzdem üb er wiegt der Optimismus bei der Mehrzahl der Befragten. Sie waren alle darin einig, daß die Lage in den letzten Jahren anormal gewesen sei, und daß man jetzt in eine gesündere Zeit komme. Juden haben Palästina verlassen, das ist kein großes Unglück, wenn nurdie guten Elemente geblieben sind.... Man kann hoffen, wenn auch nicht Voraussagen, daß in einem halben oder in einem Jahre sich ein neuer Aufschwung bemerkbar machen wird.“ Um die Situation verschiedener Handwerker zu erleichtern, beschloß die Palästinaexekutive, £ 3000 aus den Geldern des Kerep H|jes*od für kleine Darlehen zu bestimmen, die durch die Vefämgubgen der jüdischen Handwerker ln den wichtigsten Städten erteilt werden sollen. Iba Sand and Palästina Dr. von Weisl, der eben von seiner Reue in die Linder Arabiens nach Palästina zurückgekehrt ist, hat, wie der ״Doar Hajom“ vom 6. Januar berichtet, über seine Eindrücke in Tel-Awiw referiert, Ueber das Verhältnis I ba Sauds zu Palästina sagte er, daß Ibn Saud seine Kräfte im Hedschas konzentrieren werde, um nach zwei Jahren gegen die Emire Südarabicus vorzugeheu. Doch habe er keinerlei Absicht, etwa nach Palästina vorzudringen. Das Verhältnis der Wahabiten zu den Christen und Juden sei besser als das zu den Mohammedanern Syriens und Palästinas. Was die Zahl der arabischen Bewohner der Halbinsel Arabien anlangt, so seien die Ziffern aus arabischen Quellen sehr übertrieben. Es gelten nicht alle Bewohner dort als reine Araber, sondern sie seien stark mit Negern durchsetzt, die Juden hätten nichts von jenem arabischen ״Heer“ zu befürchten, das man ihnen gern vormalt. Die Araber und Herbert Samuel Der arabische ״M’raat el Scherk“ schreibt über die Gepflogenheiten des jetzigen und des früheren High Commistdoners von Palästina u. a.1 Der frühere High Conimlsskmer pflegte am Ncujahrstage ein Fest zu veranstalten, zu dem die hohen Regierungsbcainten, die Notabel« der Stadt und die Journalisten geladen waren. Er unterhielt sich mit den Eingeladenen und erkundigte sich nach ihren Verhältnissen und wurde auf diese Weise mit den Anschauungen und Gefühlen des Volkes der Regierung gegenüber vertraut. Der gegenwärtige High Commissioner ladt niemanden ein und wird nicht eingeladen und will niemandem, außer den Zöglingen der Schulanstalten, wenn sie Fußball spielen, sehen. Bel alledem wundert er sich dann, daß es Beschwerden und Proteste gegen ihn gibt.... Aus den arabischen Lager Nach dem ״Felestin", der zur Gründung einer neutraten arabischen Partei aufgerufen batte, kommt nun auch der Haifaer ״K a r m e 1“ una propagiert die Orütv düng einer Partei der ״wirtschaftlichen Renaissance". In dieser Partei sollen nur Männer elntrcten, die nicht nach Posten streben. Vor allem sollen die Landwirte, Arbeiter und Händler sich iu der ueuen Partei sammeln. Das Blatt teilt noch mit, daß es in Bälde an die Gründung herangehen werde, um die guten Absichten der Opposition und ihren Willen, das Volk zum Besten des Vaterlandes zu einigen, zu beweisen. Deedes an das Keren Hajessod - Direktorium Vor seiner Abreise aus Krakau hat Deedes an das Keren Hajc6sod-Drektorium in Jerusalem folgendes Tele- Sramm gesandt: ״Bei Abschluß meines Besuches in Polen nde ich, daß die polnischen Zionisten trotz aller Enttäuschung über die wirtschaftliche Lage in Palästina vollkommen unverzagt sind. Sie sehnen sich, ihre Arbeit für Palästina mit verdoppelter Anstrengung wieder aufzunehmen und rechnen darauf, daß dies bei der materiellen Mithilfe Ihrer Mitarbeiter überall erfolgreich geschehen wird. Mit dem Bekanutcrwerdcu der wirklichen Ziele des Zionismus iu Polen wächst auch die Sympathie und das Interesse der dortigen nlchtrionistlschen Juden und Christen für das zionistische Aufbauwerk." (Ziko.) ♦ De ״Gemeindezeituug für die Israelitisehen Gemeinden Württembergs“ .und Stuttgart vom 16. Januar 1927 beschäftigt sich in einem Artikel mit der Gründung des deutschen Pro Palästina-Komitees, ln der Besprechung dieser Gründung heißt es u. 3.: ״Wenn aber Namen in der Teilnehmerliste der konstituierenden Versamm* hing des deutschen Komitees genannt werden, deren antisemitische Einstellung feststeht, so ist leider wieder einmal die Feststellung: gerechtfertigt, daß national-jüdische Kreise die rechte Distanz vermissen lassen, wenn es sich um die Förderung ihrer politischen Ziele handelt“.Das deutsche Pro Palästina-Komitee ,.. ist also tatsächlich nichts anderes als ein neues Organ der zionistischen Propaganda“.Die Angelegenheit der Berliner Komiteegründung ist allerdings nicht gar ernst zu nehmen — die Begeisterung der Gründlingsreden und der Frühstückstoaste pflegt nicht allzulange vorzuhalten.“ Nebenbei wird dem C. V. und der ״Frankfurter Zeitung“ eine Lektion erteilt und erklärt, daß diese sich in der Annahme irren, daß in zionistischen Kreisen die Erkenntnis gesiegt hätte, der Siedlungsgedanke sei die Hauptsache. (Man vergleiche mij diesen Ausführungen die in unserer vorigen Nummer wiedergegebenen Aeußerungen des Reichsfagspräsidenten Löbc. Schließlich ist der Unmut der Patrone der württembergischcn Gemeindezeitung zu begreifen. Sie haben bisher ihr Verhalten zum großen Teile darnach eingerichtet, den in Staat und Lancf herrschenden Kreisen zu Eefallen und durch besonders auffällig zur Schau getragene ovalität deren Beifall zu erringen. Nun müssen sie erleben, daß die Pläne und Gedankengange der von ihnen seit jeher als Staatsbürger geringeren Wertes bezeichneten Zionisten, die Anerkennung dieser herrschenden Kreise gefunden haben, um deren Wohlwollen die assimilierten Liberalen sich jahrelang bemüht haben. Red.) Weltorganisation für die Krtaisiedlungen? Moskau, 18. Januar. (J.T. A.) De Zentralverwaltung des Verbandes für jüdische Kolonisation in Rußland OZET erhielt aus einer Reihe europäischer Länder Nachrichten über die Gründung von Abteilungen der OZET. So wurde in Paris eine Initiativgruppe der OZET-Organisation gebildet, der mehrere im sozialen und Gewerksehaftsleben stehende jüdische Personen angehören. In einer größeren Versammlung referierte Dr. lapkes über die Ziele von OZET. Es wurde beschlossen, das jüdische Kolonisationswerk in Rußland mit allen Kräften m stützen. Eine weitere Initiativgruppe bi’dete sich in Belgien. Dese Oruppe arrangierte bereits mehrere Massen- und Onippenversammlungen, in denen über die Aufgäbe der jüdischen Kolonisation in der Sowjetunion referiert wurde. Auch in Amsterdam schritt man zur Gründung einer Hilfsgesdlschaft für das russisch-jüdische Koloulsationswerk, für das sich in den jüdischen Gemeinden ein starkes Interesse zeigt. In Kopenhagen wurde eine Gesellschaft für Hilfe an die jüdischen landwirtschaftlichen Siedler in Sowjetrußland «gründet Es wurden Beträge zur Anschaffung von landwirtschaftlichen Maschinen für die Neusiedler gesammelt Ke Kopcnhagener Gesellschaft organisiert Abtrilungen in Schweden und in Norwegen. In London sind an demselben Tage Viscount und Viscountess Bearstead vom Tode ereilt worden. — Marcus Samuel (Viscount Bearstead) war ein Pionier der britisehen Oclindustrle und begründete IS97 die Shell Transport and Tradlng Company, eine der bedeutendsten Petroleum- Handelsgesellschaften der Welt Lord Bearsteads Name i i eng mit vielen jüdischen charitatlven und anderen offen'- Urnen Werken verbunden. Iu seiner jüdischen Politik stand er der antizioniatiscben League of British Jewg (Liga der britischen Juden) nahe, deren Vizepräsident er war. Rabbiner Dr. Weiße 70 Jahre all Der älteste Rabbiner der Berliner jüdischen Gemeinde, Rabbiner Dr. Samson Weiße, der Führer der Mittelpartei, feierte am 22. Januar seinen 70. Geburtstag. Die jüdische Gemeinde hat beschlossen, anläßlich des 76. Geburtstages von Dr. Weiße eine Rabbiner Dr. Samson Weiße- Stiftung zu errichten, deren Erträgnisse der Ausbildung jüdischer Theologen «kommen sollen und über deren Ver- Wendung Rabbiner Dr. Weiße die Entscheidung zu treffen hat. — Den zahlreichen Wünschen, die Rabbiner Dr. Weiße anläßlich seines Geburtstages dargebracht wurden, fügen wir auch di« unsrigen hinzu. Rabbiner Weiße ist eine repräsenfative Gestalt der Berliner Juden heit und sein Segensreiches Wirken möge unserer Gemeinde noch lange ungeschmälert in voller Ire wahrter Energie erhalten bleiben! Kleine Nachrichten Auf Grund des Beschlusses der letzten A.-C.-Tagung, eine Kommission zur Prüfung der Fragen der zionlstischen Beamtenschaft cInzusetzen, hat die zionistische Palästina-Exekutive nunmehr 711 Mitgliedern dieser Kommission folgende Herren ernannt: Rechtsanwalt Han־)’ Sacher, Supraski und Ben Z w i. (Ziko.) Unter dem Titel ״Anglo-ltal-Palestine Marine Company“ wurde eine Gesellschaft für Warenausladungen im Hafen von Haita gebildet, an der alle Besitzer von Auslade-Fahrzeugen (Leichtern) beteiligt sind. Unter dem Vorsitz des bekannten Schriftstellers Norab e r g bildete sich in Warschau ein Komitee mit dem Ziele, einen Fonds von IOOOOO Zlotv zwecks Errichtung eines Gymnasiums mit jiddischer Unterrichts- Sprache zu schaffen. Herr Bernhard Baron hat dem Baufonds der Augen- Klinik von Wcstminster 10 000 Pfund zugewendet Seit seinem vor wenigen Wochen begangenen 76. Geburtstag hat Herr Baron für Krankenhäuser und ähnliche charitative Institutionen £ 35000 gespendet Bis heute summieren sich seine Spenden zu einer Million Pfund. Bukarest, 14. Januar. (J.T.A.) Der Deputierte von Czernowitz, Dr. Mayer Ebner, hielt vor kurzem in der rumänischen Kammer eine Rede, in der er auch auf den Zionismus zu sprechen kam und dessen Ziele erläuterte. Dr. Joseph A. Rosen erklärte in Moskau, der Arbeiteplan des Joint Distribution Committee für das Jahr 1927 sehe die Ansiedlung von mindestens 5000 jüdischen Familien (25000 Seelen) auf dem Lande vor. Drei bisherige jüdische Senatoren wurden bei den letzten Senatswahlen wieder ln den Senat der französischen Republik entsendet Es sind dies Paul Strauß (Seine-Departement), Lazare Wei 11er (Departement Niederrhein) und Klotz (Somme-Departement). Aus Anlaß des 25 jährigen Jubiläums des Keren Kajemeth spendeten mehrere bekannte jüdische Künstler in Frankreich ihre Werke zugunsten des Nationalfonds. Unter den Spendern befinden sich Marc Chagal (Porträt von Nahum Sokoiow), Feder (Juden von Tiberias), Hosiassohn (Zwei Juden). Laknowsky־ (Straße in Jerusalem), Jane Lew (Polnische Juden), Maxa Nordau (Eine jüdische Lady), Ghana Orloff (Jüdischer Maler), Rubinstein (Porträt von Bialik), L. Zach (Jüdische K06tüme), Gottlieb (Der verlorene Sohn). Die Kownoer jüdische Tageszeitung ״Ydi$che Stirne“ wurde mit einer Strafe von 520 IJt (§S| Dollar) belegt, weil sie ein Gerücht verzeichnet hat, daß der in allen forwehrtttliehen Kreisen unbeliebte Innenminister Mustaikis demnächst zurücktritt. New York, 18. Januar. (J.T.A.) De zehnte Jahreskatnpagne der jewish Federation (Föderation der jüdischen philanthropischen Gesellschaften) erbrachte einen Gesamtbetrag von 4815 471 Dollar, die im Jahre 1927 für jüdische Wohlfahrtszwecke New Yorks verwendet werden würden. Es ist dies die größte Summe, die von einer jüdischen Oemeinde für Wonlfahrtszwecke in einem Jahre je aufgebracht worden Ist. De kanadische Regierung hat das Ansuchen der jüdischen Immigrantenschutzgesellschaft von Kanada, die schon einmal gewährte Konzession für Einreise einer gewissen Zahl spezifizierter jüdischer Einwanderer zu erneuern, abgelehnt. Im Alter von 69 Jahren verstarb in London der Architekt Delissa Joseph, der Erbauer mehrerer Synagogen in England. Im Monat Kislew wies Tel-Awiw 155 Geburten auf, 76 Mädchen und 79 Knaben. (Ziko.) Der Generalmusikdirektor Joseph Rosen stock, am hessischen Landestheater in Darmstadt, ein Lemberger Jude, hat einen Ruf als Nachfolger Klemperers an das Staatstheater in Wiesbaden erhalten. JMsche Bildungsknrse lm RubrgeMet Der zionistische Gruppenverband Rechterheinland und Westfalen veranstaltet in den nächsten Monaten eine Reihe von jüdischen Bildungskursen, um allen wirklich jüdisch interessierten Menschen Gelegenheit zu geben, sich über allgemeine jüdische und zionistische Fragen eingehend und möglichst objektiv zu informieren. Es finden folgende Kurse statt: In Duisburg: Grundlagen und Geschichte der zionistischen Bewegung, (Jeden Montag, abends 8!/*—10 Uhr, In der städtischen Studienanstalt, Landgerichtete. 17.) Der Kursus umfaßt neun Abende. Beginn: 7. 2. Referenten: M. Ledermann, E. Levy, K- Loewenstein-Duisbürg, Dr. Philipp, Essen, Dr. Neuberger, Köln. In Essen: I. Grundlage der Palästinakunde. (Jeden Montag, abends von 8>/;~10 Uhr. pünktlich im jüdischen Gemeindehaus, Steelerstr. 29.) Beginn: 31.1. Der Kursus umfaßt zehn Abende. Referenten: Dr. Benjamin, Essen, Dr. Stern au, München-Gladbach. ln Essen: H. Entwicklung der hebräischen Literatur. (Jeden Donnerstag, abends 8V10—״ Uhr, im jüdischen Gemeindehaus, Steelerstr. 29.) Beginn: 3. 2. Der Kursus umfaßt zehn Abende. Referenten־. I. Lewltzki, Köln, Trude Weiß, Duisburg, I. Werchberger, Dortmund. Deser Kursus findet in hebräischer Sprache statt. Es wird erwartet, daß alle dafür in Frage Kommenden Freunde der hebräischen Sache sich aktiv an ihm beteiligen. In Dortmund: Fragen jüdischer Volkskunde und Volkspolltik. (Jüdische Wanderung — die Judenfrage — die jüdische Gemeinde.) (Jeden Montag, abends SV» bis 10 Uhr, im Kölnischen Hof, Römerzimmer, Kölnische Str.7.) Beginn! 7. 2. Der Kursus umfaßt neun Abende. Referenten: Dr. Neuberger, Köln, K. Loewcnstein, Duisburg. Dr. Epstein, Duisburg. — Anmeldungen zu sämtlichen Kursen gegen Entrichtung einer Teilnehmergebühr von 2 M. pro Kopf vor Beginn der Kurse bei folgenden Anmeldestellen: Duts׳ bürg: Aenne Rosenbaum, Sonnenwall 75 (Mercedeshau»), Zimmer 205; Essen: Adolf Koch, Heintekestr. 3, Buehhiflt»״ ׳!mg Jordan, Turmstr. 6: Dortmund: Frau Martha Steinweg, 1 iurje bei Dortmund, Semcrtclch 10. Nachträgliche Anmeldun;ץ nur an den beiden ersten Kursabenden möglich, der Teilnehmerkreis wird dann geschlossen■