Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 99 (17.12.1926)
- Date
- 1926-12-17
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 720 JUEÖISCHE RUNDSCHAU Nr. 99 JnMläflins-Veranstaltung des Keren Kajcraeth Vortrag S. Schocken, Zwickau. Am Sonntag, den 12. d, M., veranstaltete der Keren Kajemetb gemeinsam mit der B. Z. V, einen Teeabend in den Räumen der Berliner Logen in der Kleiststraße, um den Mitarbeitern des Keren Kajcraeth Gelegenheit zu geben, von einem der Direktoren des Keren Kajemeth, Herrn S. Schocken, Informationen über dig Arbeit zu erhalten. Oer Abend wurde geleitet von dem Vorsitzenden der Z. V. f. D., Herrn Kurt Blumenfeld, der Herrn Schocken herzlich begrüßte. Herr Schocken erinnerte zunächst an die Gründungszeit des Keren Kajemeth. Von Anfang an bestand der Widersprach zwischen der großen Aufgabe des Keren Kajemeth, in Palästina den Boden als Eigentum des jüdischen Volkes zu erwerben, und den kleinen Mitteln, derer er sich zu ihrer Durchführung bedient. Wenn man auf die verflossene Periode zurückbticke, dann müsse man feststellen, daß diese kleinen Dinge, die Büchse, das Spendenbuch, die Baumspende, ein großes Ergebnis gehabt haben. Wir werden auf diese kleinen Mittel nie verzichten können, wenn wir den Boden Ercz-fsraels ausfösen wollen. Man könnte vielleicht auch andere Wege beschreiten, um die Aufgaben des Keren Kajemeth zu lösen, aber dann wird cs nicht der Weg der Selbsthilfe sein. Der Keren Kajemeth wird in diesem Jahre zwei Mi!- Honen Pfund erreicht haben. Das ist die Summe, die Herzl vor 25 Jahren für seine Bankgründung haben wollte. Die nächsten zwei Millionen werden in einem Drittel, vielleicht in einem Viertel der Zelt kommen. In der ersten Periode seiner Tätigkeit war der Keren Kajemeth der einzige Kolonisationsfonds. Er konnte sich daher nicht lediglich auf Bodenkauf beschränken. Heute besitzt der Nationalfonds 200000 Dunam Land, und zwar des besten Landes mit 30 bis 40 jüdischen Dörfern. Herr Schocken kam dann auf die einzelnen Tätigkeitszweige des Keren Kajemeth zu sprechen. Die populärste Form seiner Arbeit, die Aufforstung, sei die erste wärtschaftHche Unternehmung des Keren Kajemeth in Erez-lsrael gewesen, für die er naturgemäß Lehrgeld zahlen mußte. Wenn auch nicht die Gleichung stimmt, daß für jede gezahlten sechs Mark drüben ein Oelbaum steht, so ist doch Gewaltiges durch die Befestigung der Dünen und die Aufforstung großer Strecken erreicht worden. Große Leistungen seien ferner durch die Assanierung der vom Keren Kajemeth gekauften Böden vollbracht worden. Fachleute gab es zunächst für diese Arbeit nicht, und es mußten erst mühselig die Erfahrungen dafür gesammelt werden. Aber schließlich hat die kleine blau-weiße Büchse das vollbracht, was der Baron Rothschild nicht vermocht hatte, nämh'eh große Strecken unfruchtbaren Landes zu assanieren, so daß jüdische Arbeiter ohne Oefahr für ihre Gesundheit angesiedeit werden konnten. Der Vortragende ging dann zu den Fragen der städtischen Bodenpolitik über. Hier hat der Keren Kajemeth seine regulierende Tätigkeit bisher nicht entfalten können, da ihm die nötigen Bodenreserven nicht zur Verfügung standen. Das Beispiel von Tel-Awiw darf sich in Haifa nicht wiederholen. Im zukünftigen Programm des Keren Kajemeth nimmt die Frage der Konzession für den Hulesumpf «Ine ganz be- '*iatiä®* SieBmtg «fe* ו^יו» man einen Kilometer südlich vom Merom-See die Basaltbrücke sprengt, kann man damit den Spiegel des Sees um zwei Meter senken und 6000 ha fruchtbaren Landes für uns gewinnen. Diese Arbeiten sind jedoch mit großen Kosten verbunden, die bisherigen Berechnungen schwanken zwischen 500000 bis 800000 Pfund. In der letzten Periode zionistischer Tätigkeit ist der Keren Kajemeth vielfach Gegenstand der Kritik gewesen, weil er den Einwanderern der vierten Alijah nicht genügend Boden zur Verfügung steilen konnte. Der Keren Kajemeth war auf eine so große Einwanderung nicht vorbereitet, und wir haben heute auch nicht die Möglichkeit, allen Anforderungen an Boden gerecht zu werden. Wir wußten schon früher, daß Erez-lsrael kein Einwanderungsland ist, in das man einfach hinübergehen kann, um dort sein Leben weiterzuführen. Wäre es so, dann würde es mit seiner Lage am Kopf des Mittelländischen Meeres schon lange das Ziel der Einwanderung der Mittelmeervölker geworden. Zu einer Ansiedlung von Juden wird stets die Beihilfe von Ersatzstaatsgeldern nötig sein, die aus unseren Fonds kommen müssen. Wir dürfen an Palästina nicht unerfüllbare Ansprüche stellen, und wir sind vielleicht gegen unsere bessere Erkenntnis zuweilen verführt worden, zu optimistische Rechnungen aufzusteilen. Die ausgezeichnete Presse, die das werdende Palästina in den letzten Jahren hatte, hat uns mit einer gewissen Besorgnis erfüllt, denn man mußte sich sagen, daß der Pendelschlag auch einmal nach der anderen Richtung gehen würde. Jetzt ist eine Zelt gekommen, In der wieder vorwiegend ungünstige Berichte gegeben werden, und wir müssen auch diese richtig zu bewerten lernen. Alle Vorschläge, wie es hätte anders gemacht werden können, haben heute für uns nur geringe Bedeutung. Eine kleine Selbsthilfe sei wertvoller als eine in Aussicht gestellte große Hilfe von außen. Es wurden dann im Verlauf des Abends an Herrn Schocken eine Reihe von Anfragen gerichtet, die ihm Gelegenheit gaben, sich ausführlich zu den Fragen der Krönböden, der intensiven ׳Wirtschaft, zum Haifa-Bay-Projekt zu äußern. Herr Blumenfeld schloß den Abend mit einem nochmaligen Appell zur Mitarbeit bei der Jubiläumsaktion des Keren Kajemeth. Hebrllscbe Universität (Aus dem Vorlesungsverzeichnis für das Wintersemester 1926/27.) Judaistiscbes Institut. Prof. J. N. Epstein: Einleitung in das Studium des Mfcchnah-Textes: Babylonisches Aramäisch; Mischnah und Tossetta, Traktate Kelim und Baba Mezia (Seminarübungen); Babylonischer und Jerusalemischer Talmud, Traktate Peßaemm, Kap. 1 (Seminarübungen). P*of I. Klausner: Die moderne hebräische Literatur (1800—1880); Die hebräische Literatur und Sprache in der romantischen Periode (Seminarübungen). Prof. S. Klein: Juda und Israel unter der Herrschaft des Königs David; Galiläa zur Zeit des zweiten Tempels; LJebungen über die Bücher der Chronik (Fortsetzung); Alte Quellen und Karten für das Studium Palästinas (Seminaräbungen); Besprechungen mit den Studenten über ihre irissenschaftiichen Untersuchungen. Rabbi S. Assaf: Die Literatur der gaoniischen Zeit; Einzelne Kapitel aus der halachischen Literatur der Oaonen (Seminarübung). Dr. A. Oulak*. Historische Probleme im jüdischen Gesetz (bis zum Abschluß des Talmud); Quellen des jüdischen Gesetzes (Seminarübungen). D. JeIIin: Rhetorik in der hebräischen Poesie der spanlschen Periode; Lektüre von Texten Gabirols und Jehuda Halevis (Seminarübungen). Rabbi M. Segal: Jüdische mittelalterliche Koinmentatoreu ,zum Buche der Richter, verglichen mit alten und neuen Kommentatoren (Einleitung); Texte (Seminarübungen); Der hebräische Text des Ben Sirach und seine Sprache, verglichen mit der Sprache der Mischnah (Seminarübungen). Dr. A. Ruppin: Veränderungen in der Wirtschafts- Struktur des jüdischen Volkes im letzten Jahrhundert. Dr. G. Scholem: Einleitung in den Sohar: Der Sohar (Adrah, Rabbah, und Suttah), (Seminarübungen); Uebungen zur Geschichte der Kaballah im 13. Jahrhundert. Präparandie: Dr. M. Schwabe; Latein für Anfänger, Griechisch für Vorgerückte (Lektüre der Septuaginta); Auszüge aus Josephus; Viertes Makkabäerbuch, verglichen mit ausgewählten Stücken aus den Stoikern. Orientalisches Institut. L. Billig: Die politische Verfassung des mohamedanischen Staates (Texte: Mawardi, Ahkam, Sultanija) Uebungen; Der geographische Hintergrund des Islam (Text: Ibn Batuta). Dr. M. Baneth: Hai Ibn Jaktan (Lektüre); Chassali, Misan al amal (Lektüre). Präparandie: Dr. M. Schwabe: Griechische Quellen zur Geschichte des Islam (Theophanes). Chemisches Institut. Prof. A. Fodor: Allgemeine und anorganische Chemie; Physikalische Chemie (Der Aufbau der Atome, die Spektraltheorie, chemische Statik und Kinetik). Dr. M. Weizmann: Organische Chemie, Teil II. Dr. H. Riwlin: Elektrochemie. Dr. L. Picard: Mineralogie, Teil I (Kristallographie). Dr. S. Sambursky: Physik (Optik und Elektrizität). Mathematisches Institut (in Entwicklung). Dr. B. Araira: Einleitung in die höhere Mathematik; Differential- und Integralrechnung. One neee Zeitschrift Wenn sich eine neue Zeitschrift ungefähr mit folgenden Sätzen des Herausgebers einführt: ״... Reinlich wird ,Die jüdische Gemeinde‘ sein, und kritisch und der Wahrheit dienend . . . Und so unabhängig wird sie sein, soviel selbständiger als dem Parteigeist lieb ist, daß er von vornherein ihr geschworener Feind sein muß . . . Diese Zeitschrift ruht auf festem Erdreich und meine Wahrheitsliebe kennt keine Grenzen. Sie wird nur noch von meiner Energie und meinem Ernst überboten, dem Unrecht entgegenzutreten. Dabei ist mir bewußt: Größere in Israel als ich sind seit der Propheten Zeiten aufgetreten und haben das Widerwärtige nicht ausrotten können . . . Und reicht meine Monatsschrift nicht ans, den Tort zu Übertorten, dann werde ich zu den modernsten Wirkungsmitteln greifen, zum Tendenzbild, zum Flugblatt, wenn auch das nicht, dann werde ich die Sünde plakatieren lassen.., Um so beißender aber wird der Haß derer sein, die meine Zeitschrift ausspeit. Was für Einwände werden sie erfinden!. — wenn also eine Zeitschrift jjsb mit solchen SStan einführt, sWs TffauÄ Ään da noch vift ״Eihwliide zu erfinden", zumal der Herausgeber sich gegen Kritik schon durch Zitierung des ״Parteigeistes" versichert hat? Man kann höchstens den Kopf schütteln und abwarten, was herauskommen wird. Diese Zeitschrift, betitelt ״Die Jüdische Qetneinde“ (Verlag Gebrüder Rulf, Berlin SW 681, Herausgeber Dr. Botho Laserstein, erscheint in einer äußeren Aufmachung, die in einer bis in die letzten Aeußerllchkeiten der Anordnung von Adresse und Telephonnummer gehenden sklavischen Nachahmung Siegfried Jakobsons ..Weltbühne“ kopiert. Man ist versucht, zu meinen, es handle sich um eine Karikatur der ״Welfbühne". Aber so war es offenbar nicht gemeint. Also warten wir ab, wie der Herausgeber die oben zitierten Prätentioiten in die Praxis Umsetzer! wird. Eingesandt Oelsenkirchen, den 12. Dezember 1926. An die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau" Berlin. Die unzutreffende Berichtigung des Herrn F renk ei in Nr. 97 der ״J. R." kann die Feststellungen des Herrn Dr. H. Epstein nicht erschüttern. Nachdem die am 29. Juni 1924 vorgenommene Wahl des Herrn Frenkel und seiner Freunde von der Regierung für ungültig erklärt war, übernahmen die Herren vor der Ersatzwahl ״zur schleunigen Durchführung", wie es schriftlich, ״in 3 Monaten“, wie es mündlich hieß, 9 spezifizierte, Zweifel ausschließende Verpflichtungen, nicht lediglich die Einführung des Wahlrechts, wie es für die ״staatlichen Wahlen“ gelte. Diesen Verpflichtungen hat man stracks zuwidergehandelt, z. B. auch der zionistischen Ortsgruppe Jüngst noch Versammlungsräume verweigert. Nachdem 21/2 Jahre verflossen sind, werden Neuwahlen in einem halben Jahre stattfinden. Ob, wenn man jetzt wirklich beginnen sollte, bis dahin Statuten geschaffen, von der Regierang genehmigt, die Wahlen vorbereitet werden können, ist sehr fraglich. Die Berufung auf den Landesverband, der die präzisen Vereinbarungen nicht abändern, in die Qemeindeverwaltung nicht hineinreden kann, ist eine neu hervorgeholte Ausrede. Man kann sich eben schwer entschließen, der Minderheit ihr Recht zu geben, wie aus dem Lob hervorgeht das der Gemeindevorsteher anläßlich des Falles Dorsten den Gemeinden Chemnitz und Leipzig für die Entrechtung der Ostjuden spendete. Hochachtungsvoll Ewald Stern, Vorsitzender der zionistischen Ortsgruppe. V ertrelcrvcrsanunlimfl der B. 2» V. Die nächste Sitzung der Vertreterversammlung findet am Mittwoch, den 22. Dezember, abends 84/י Uhr (nicht wie bereite angekündigt am 21. Dezember), im Sitzungssaal der Z. V. f. D., Meinekestraße 10, statt. Tagesordnung: 1. Berieht der Statutenkommission, 2. Bericht der Etatkoramission, 3. Stellungnahme zu den Ergebnissen der Tagung des Preußisehen Landesverbandes, 4. Aussprache über aas Thema: ״Die Krisis im Zionismus“, 5. Eventualia. Die Sitzung ist für Mitglieder der B.Z.V. öffentlich. Unser Gff. Hans Goslar, Leiter der Pressestelle Im preußischen Staatsministerium, ist zum Ministerialrat ernannt worden. Vermischtes Jüdische Volkspartei, Düsseldorf. Am Sonntag, den 19. Dezember, 8 Uhr abends, findet im Saale der Ludwigsbürg, Steinstr. 38/40, ein Vortrag von Herrn Dr. Harry Epstein, Duisburg, über das Thema: ״Aufbau und Aufgaben der jüdischen Gemeinde“ statt, zu dem alle jüdischen Männer und Frauen Düsseldorfs eingeladen werden. Chanukkah-Feier der Kadimah. Der Ring jüdischer Wander- und Pfadfinderbünde Kadimah feierte am 13. Dezember in den Spkhernsälen sein Chanukkah-Fest. Weit über 1000 Menschen waren erschienen. Von den Darbietungen erntete besonderen Beifall die Aufführung eines hebräischen Chanukkah-Stückes und die Darstellung von Szenen aus ״Sendung Scmaels“. Die hebräischen Szenen waren wirklich beachtenswerte Leistungen der kleinen und kleinsten Schau- Spieler. Unter den musikalischen Darbietungen ragten die Vorträge des Orchesters und des hebräischen Chors besonders hervor. Die Feier schloß erst um Mitternacht. Hamborn. In der Sitzung vom 13. Dezember beschloß die Repräsentanz auf einen erneuten Antrag der Jüdischen Volkspartei die Einführung des Verhältniswahlrechts, das auch der Minderheit Rechte gibt, mit 5 Stimmen (darunter 3 Volksparteiier) gegen die 4 Centralvereinier. Darauf kündigten diese, auch im Namen ihrer Gesinnungsgenossen im Vorstand, feierlich ihren Austritt aus der Gemeinde an. Saarbrücken. Die Generalversammlung vom 12. Oktober des jüdischen Kultur-Verein Kadimah setzte folgenden Vorstand ein: Vorsitzender: jaques Neu. Ausschuß: M. Atlas, D Friedmann, Natala Frisch, L. Gewürz, F. Gutmann, H. Pinkus. Das Winterprogramm wurde mit Vorträgen eröffnet. Es sprachen bisher: Hugo Löffler: Moderne jüdische Dichtungen; Treister: Entwicklung der jüdischen Literatur von der Haskaloh bis Bialik; Neu: Ursprung der jüdischen Rasse, Entstehung der jüdischen Nation: Oewürz: Meine Erlebnisse in Palästina. Den Höhepunkt bildete der erste öffentliche Vortrag von Redakteur Moses Waldmann über: Washington, Moskau, Jerusalem. Zahlreicher Besuch zeigte das hohe Interesse für den Redner und sein Thema. Waldmanns Anwesenheit war für die hiesigen Ostjuden ein jüdisches Ereignis. Wir danken ihm an dieser Stelle für die interessanten Stunden, die er uns bereifet und den moralischen Erfolg, den er der ״Kadimah“ verschafft hat. — Am 12. Dezember referierte der hiesige Gemeinderabbiner Dr. Ernst Jacob über ״Eine Veretlndigung zwischen Ost und West im Judentum“. Zion. Mädchenvereinigung ״Rahe!“, Breslau. Das Wintersemester wurde offiziell durch einen Eröffnungsabend eingeleitet An diesem Abend waren nach vielen Wochen alle Mitglieder wieder vollzählig versammelt. Es wurde über die bevorstehende Winterarbeit lebhaft diskutiert und das Programm für die kommenden Heimabende festgesetzt. Auf dem ersten Heimabend referierte Frau Edith Lachmann über das Thema ״Verhältnis zwischen Führerin und Geführten“. An das Referat schloß sich eine angeregte Diskussion. Einen sehr interessanten Abend verbrachten wir bei Herrn Dr. L i 11 a u e r, der über seine Eindrücke in Palästina berichtete. Wir hatten die besondere Freude, bald darauf noch einmal von Frau Freund einen anschaulichen Bericht über Palästina zu hören. — Die Kommissionen unserer Vereinigung arbeiten auf den verschiedensten Gebieten, u. a. Chaluzfürsorge, soziale Arbeit, N.-F.-Arbeit mit gutem Erfolg. Ferienkurse für Lehrer, veranstaltet von der Wissenschaftlichcn Vereinigung jüdischer Lehrer und Lehrerinnen zu Berlin. Herr Professor Guttmann hat u. a. eine Vorlesung übernommen über: ״Probleme der gegenwärtigen Religion»- Philosophie“. Anmeldungen zur Teilnahme an den Kursen nimmt entgegen Frau Auguste Rosenthal-Budwig, Berlin NW, Calvinstraße 20. K.J.V. Für Ende Dezember oder später wird In größerer Stadt Pommerns Stationsreferendar gegen Vergütung gesucht. — Für einen Kinderarzt besteht Niederlassungsmöglicnkeit in größerer Stadt Pommerns. — Ein Augenarzt und ein Orthopäde haben Aussicht in einer größeren Stadt Pommerns. Meldüngen sind zu richten an das Büro des Kartells Jüdischer yerbindungen, Berlin W 35, Kurfürstenstr. 150. Es wir« eine Stelle für einen Bergingenieur gesucht. In Berlin sine Praxis bzw. Büroräume für einen Spezialarzt (evtl. Zahn׳ arzt) oder Juristen zu vermieten. Helm des Jüd. Frauenbundes in Wvk auf Föhr. Zu de Notiz in Nr. 92 der ״J. R." vom 23. '11. müssen wir be richtigen, daß das Heim des Jüd. Frauenbundes in Wyk auf Föhr noch nicht besteht, wahrscheinlich aber in Kürze eröffnet wird. Der Zweck des Heims ist, körperlich nicht kranken aber schwächlichen Kindern und weiblichen Jugendliehen^ einen behaglichen Aufenthalt zu bie'en. Ausführliche־ orientierende Artikel sind bei der Geschäftsstelle des Jüdische׳! Frauenbundes, Berlin C2, Rosen st r. 2/4 erhältlich. Ortsgruppen B. Z. V. Die Gruppe des 12. Bezirks, welche die < Steglitz, Lichterfelde, Lankwitz, Südende und Friedenau u, faßt, veranstaltet auch in diesem Winter ihre regelmäßige Gruppenabende im Cafe Bohne, Steglitz, Albrechtstr, 127 * (am Bahnhof Steglitz). Dieselben finden neuerdings jeden ersten und dritten Dienstag im Monat statt und erfreue! sich eines ständig zunehmenden Besuchs. Am 7. Dezembe! sprach Herr Max Nathan, Berlin, über Judenstaats-Pro aganda und behandelte in seinem sehr interessanten Referal rifisch die Forderungen der Revisionisten. In der anschließenden Diskussion kam eine allgemeine Unzufriedenheit mit dem Tempo der Entwicklung des Palästina-Aufbaus zum Aus■ druck Es wurde folgende Resolution angenommen: ״Di« am 7. Dezember in Steglitz tagende Versammlung der Grupp« des 12. Bezirks fordert von der Leitung der B. Z. V., bei der Z. V, f. D. drauf zu dringen, daß die Exekutive die wirtschaftlichen Forderungen in Palästina energischer als bisher vertritt“ Elberfeld. Am 2. Dezember sprach Moses Waldmann, Berlin, im engeren Ortsgruppenkreise über ״Unsere Antwort auf die Krise“. Der Redner gab eine klar« mit reichem und interessantem Material belegte Analyse de! Situation in Palästina. Der Vortrag war für unsere Oruppe wertvoll und gab die Anregung, nicht nur über die vorhandenen Uebelstände, sondern auch über die eigenen Ver• Säumnisse gegenüber den zionistischen Pflichten nachzudenken. Hannover. Die Propaganda anläßlich der Jubiläumsaktion des jüdischen Nationalfonds wurde eingeleitet durch ein Referat von Moses Waldmaan Berlin, am '5. d. Mts. Dadurch ist ein größeres Interesse für die Aktion wachgerufen worden und man hofft auf befriedigende Sammelerfolge. Herne. Den ersten Propagandavortrae׳ in unserer neugegründeten Ortsgruppe hielt am 11. d. M. Frau Dr. Epstein, Duisburg. Nach Begrüßung der Gäste durch den Vorsitzenden, Herrn Reiter, hielt die Referentin ihren durch interessante Lichtbilder aus Palästina unterstützten Vortrag über das Thema: ״Entwicklungstendenzen Palästinas“, der großes Interesse her,vorriet