Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 98 (14.12.1926)
- Date
- 1926-12-14
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2651273-2652785-2652873--18756-2676557- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Safed 1× ep/1046078
OCR text
Nr. 08 JUEtHSCHE RÜNOSCHÄU Seite 71S Vortragszyklus Richard lichthelm Die B. Z, V. veranstaltete in den letzten Wochen zwei Vortragsabende Richard Lichtheims über ״Revision des Zionismus“. An dem ersten der Abende sprach Herr Lichtheim über ״Revision der zionistischen Theorie“, die in den letzten 15 Jahren keinerlei Entwicklung mehr erfahren habe, trotzdem die Voraussetzungen, auf denen sic aufgebaut war, heute sich weitgehend verändert hätten. Die Quelle des modernen Zionismus sei nicht die im ganzen Verlauf der jüdischen Geschichte wirksame messianische Idee gewesen, sondern die Lage der Juden als zerstreute Nation unter den anderen Völkern. Der Heimatlosigkeit wurde entgegengesetzt der Begriff der Heimat. Der Judenstaatsgeaanke war gedacht als die territoriale Lösung der Judenfrage. Jüdische Freiheit wurde identisch mit der Forderung nach jüdischer Mehrheit auf einem Territorium. Für Herzl und Pinsker war cs zunächst noch nicht einmal Palästina. Die Wahl Palästinas zur jüdischen Heimat schuf von vornherein einen Konflikt zwischen der Idee der territorialen Lösung und dem aus geschichtlicher Notwendigkeit gewählten Lande. Der Idee nach dachte man an die Konzentration aller Juden, während doch die Kleinheit Palästinas, die Tatsache, daß es von einer anderen Bevölkerung bewohnt ist, von vornherein eine Beschränkung dieses Zieles notwendig machte. Die These von der Rückwirkung Palästinas auf die Diaspora ist erst sekundär entstanden als gedankliche Hilfsstellung, weil man die ideale Lösung — die Konzentration aller luden — nicht verwirklichen konnte. Das Ziel war der ,,Judenstaat“ mit den durch die äußeren Umstände bedingten Einschränkungen, und wenn Felix Rosenblüth in seiner Wiener Rede verlange ״die freie Staatsnation auf eigenem Territorium“, so sind nach der Meinung des Referenten diese beiden Begriffe identisch. Diese Anschauungen erfuhren mancherlei Erschutterungen, eine Erschütterung von innen her durch die Lehren, die heute im wesentlichen vom deutschen Zionismus, und zwar besonders von Blumenfeld und Dr. Weltsch, vertreten werden. England dachte zurzeit der Balfour-Deklaratlon in diesem Sinne an den Judenstaat, und jeder Zionist dachte daran. Von diesem Endziel ist bei Weltsch nichts zu spüren. Ohne dieses große Ziel können aber Juden in Palästina nicht leben und ohne dieses Ziel sei es auch unmöglich, Juden zur Mitwirkung an diesem Werk zu gewinnen. Die Meinungen, die von Blumenfeld vertreten wurden, seien mit denen von Weltsch nicht ganz identisch. Blumenfeld erscheine die Diskussion des zionistischen Endziels unwesentlich, er erörtere vielmehr die seelische und soziologische Situation, aus der heraus Menschen Zionisten werden. Er wolle die Bewegung um der Bewegung willen, sozusagen als ״Ausdruckskultur“ moderner Juden. Aus der soziologischen Betrachtung erwachse jedoch nicht mit Notwendigkeit das politisch-territoriale Ziel. Die Keren Hajessod-Zächnung wurde damit zum svmbolischen Akt und sei im Grunde nichts mehr als Chalukkan. Für Lichtheim ist wesentlich die Frage, ob Palästina einmal die territoriale Lösung der Judenfrage bedeuten könne oder -nicht. Kann Palästina in ein bis zwei Generationen 2 bis 3 Millionen Juden aufnehmen? Das ist für ihn die Kernfrage des Zionismus. Seiner Ansicht nach, und er stützte sich hierbei auf zahlreiche Gutachten von Sachverständigen, könne dieses Ziel in Palästina erreicht werden, und es sei alles nur eine Frage der richtigen Methode. Die zionistische Theorie hat auch eine sehr starke Erschütterung durch die veränderte Konstellation unserer Umwelt erfahren. Ging man früher aus von der Notlage des Ostjudentums, so gilt das heute nicht mehr im gleichen Maße. Das Ghetto sei überall gesprengt, die Assimilation des Ostjudentums mache rapide Fortschritte, und auch für die westeuropäischen Menschen habe sich ihre ..״Stellung Berliner Kalender Büro: Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin W 13, Meinekestr. 10. Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheckkonto Nr. 37 830 Berlin NW 7. Kassenverwaltung der B. Z. V. Dienstag, den 14. Dezember abends 8!/* Uhr Gruppe Nord, im Gemeindehaus, Rosfnstraße 2/4. Ausspracheabend mit dem Hauptvorstand der B. Z. V. Herr Dr. Apfel: ״Aktuelle Fragen des deutschen Zionismus.“ Herr Dr. Kanowitz: ״Ehe Zionistische Arbeit In Berlin.“ Mittwoch, den 15. Dezember abends 8 Vs Uhr Gruppe Ost, in den Unionsälen, Greifswalder Str. 222, Herr R.-A. Dr. Albert Baer: ״Palästinensische Bodenfragen“. Abends 8!4 Uhr Zeire-Misrachi, Referent Dr. Scltereschewsky: ״Misrachistische Arbeit in Palästina“ im Gemeindehaus, Rosenstr. 2t. Gäste willkommen! Donnerstag, den 16. Dezember abends 8>4 Uhr bei Herrn Dr. Theilhabcr, Uhlandstr. 63 Klubabend des Palestine Touring Club Gäste willkommen! Massierung sei wohl noch überall wahrnehmbar, habe aber nicht mehr die Bedeutung wie unter dem alten Regime. Nation und Nationalismus seien heute Werte zweiter Ordnung geworden. Primär seien heute Wirtschafts- und Interessengruppen, Pan-Europa löse allmählich die nationalen Differenzierungen auf. Heute könne man die Frage, ob eine Assimilation des jüdischen Volkes möglich sei, bejahen. Der Zusammenschluß in jüdisch-soziologischen Gebilden, von denen Blumenfeld immer spricht, sei ein Uebergangsstadium, der Versuch einer Assimilation in Gruppen. Wir haben diesem Auflösungsprozeß sehr wenig entgegenzusetzen. Weder nationale noch kulturelle Autonomie und in keinem Falle die starre Orthodoxie seien imstande, neue jüdische Bindungen zu schaffen. Geblieben ist der jüdische Mensch mit seiner Erbmasse, seinem Blut, seinen Nerven und Gedanken. Er erscheint Lichtheim als der Typus des wahren Europäers, des freien Geistes, des von allen als falsch u- ' -'tokständig erkannten Bindungen gelösten Menschen. Zio sei die Aufgabe dieses modernen Judentypus. Für ihn Zionismus eine große Aufgabe, die er im Bunde mit den modernen Methoden und Anschauungen der europäisch-amerikanischen Menschheit lösen wolle, um den neuen europäischen Geist nach dem Orient zu tragen. In seinem zweiten Vortrag über ״Revision der zionistischen Praxis“ betonte Herr Lichtheim, daß er zu der heutigen Politik der Leitung in grundsätzlicher Opposition stände. Viele Fehler seien nach der Balfour-Deklaration bcgangen worden. Damals habe die Zionistische Organisation froße Möglichkeiten gehabt. Die Sympathien der ganzen udenheit gehörten der Palästina-Frage, und man war bereit, große Summen zu opfern. Anstatt nun zu versuchen, alle palästinafreundlichen Elemente zum Eintritt in die Zionistische Organisation zu bewegen, verfiel man in Deutschland auf die Propagierung der hier völlig sinnlosen Kongreßbewegung. Durch diese sollten deutsche Juden veranlaßt werden, sich unter Ausschaltung des Zionismus zum jüdischen Nationalisraus zu bekennen. In diesen und verwandten Bestrebungen lag ein Verzicht auf die Zionistische Organisation, es war eine Art Minderwertigkeitskomplex der zionistischen Führer. Man verfiel auf alle möglichen Vokabeln, so z. B. auf die in Deutschland so beliebte Formel der ״Bündnispolitik“. Die von Brandeis vertretene Form der Erweiterung der Zionistisehen Organisation durch Eintritt von Nichtzionisten in die Leitung wurde auf der Londoner Jahreskonferenz von den europäischen Zionisten abgelehnt. Aber der dann eingeschlagene Weg war noch viel schädlicher. Auf dieser Konferenz wurde der neutrale Keren Hajessod gegründet, der im Laufe seiner Entwicklung ein Unglück für die Zionistische Organisation wurde. Ehe ursprüngliche Absicht, eine große neutrale Finanzgesellschaft zu gründen, wurde nicht verwirklicht Dagegen begann der Keren Hajessod neben der Zionistischen Organisation ein Eigenleben zu führen. Er besaß die Macht una das Geld, una die Keren Hajessod-Gruppe leitete die Bewegung. So wurde Dr. Weizmann zur Mißachtung der Zionistischen Organisation und ihrer Organe gebracht. Daß die Posten der nichtzionistischen Direktoren ebenfalls mit Zionisten besetzt wurden, zeigte den Mangel an Aufrichtigkeit. Der Meinung von Lichtneim nach sei das Keren Hajessod-Direktorium eine völlig überflüssige Institution, besonders nach der Verlegung nach Palästina. Der Weizmannsche Plan der Jewish Agency sei zu verwerfen. Eine Zionistische Organisation neben einer gemischten Jewish Agency, die doch dann die Vertretung des jüdischen Volkes nach außen darstelle, habe keinerlei Bedeutung mehr und müßte zerfallen, da deutsche oder amerikanische Juden dann keinen Anlaß mehr hätten, in die Zionistische Organisation einzutreten, sondern Abends 81- Uhr Gruppe Süd, im Heim, Kommandantenstr. 62, im Hause des Colosseum, Eröffnungsfeier des neuen Heimes. Eröffnungsansprache Herr Dr. Soloweitscbik über ״Zionistische Erzichungs- und Kulturarbeit im Galuth“. Dienstag, den 21. Dezember abends 8-Vt Uhr im Sitzungssaal der Z. V. f. D., Meinekestr. 10. Sitzung der Vertreterversammlung der B. Z. V. Tagesordnung: 1. Bericht der Statuten-Kominsssion. 2. Bericht der Etat-Kommission. 3. Stellungnahme zu der Tagung des Preußischen Landesverbandes. 4. Aussprache über das Thema: ״Die Krisis im Zionismus“. 5. Eventualia. ihr Palästina-Interesse in dem ״neutralen“ Agency-Gebildc betätigen könnten. In der äußeren Politik hätten wir in den letzten Jahren nur Mißerfolge gehabt. Er glaubt, daß die Grundkonzeption von Jabotinsky richtig sei, daß nämlich ohne Staatehilfe eine große Kolonisation unmöglich sei. Bei der Frage unserer Wirtschaftspolitik müsse man unterscheiden zwischen Maßnahmen, die sofort Platz zu greifen hätten und unserer späteren Wirtschaftspolitik. Wir müßten eine Wirtschaftspohtik treiben, bei der die Heranziehung des eigenen Kapitals im Vordergrund stände. Lichtheini denkt an die Form der intensiven Wirtschaft und besonders an Orangen- Pflanzungen, wo das Privatkapital durchaus Möglichkeiten hätte. Natürlich muB diese Wirtschaftspolitik mit Hilfe der Ex«ätivC durchgeführt werden:3 Lichfheiin tÄzwelfeM. ** die gegenwärtige Exekutive die Fähigkeit habe, ein solches politisches und wirtschaftliches Programm durchzuführen. Eine neue Leitung sei notwendig. Den Ausführungen Lichtheinis wurde an beiden Abenden von mehreren Rednern scharf entgegengetreten. Die rumänischen Studentenausschreitungen Bukarest, 9. Dezember. (J. T. A.) Unterrichtsminister Petrovici beantwortete in der Kammer verschiedene Anfragen betreffend die jüngsten Studentenunruhen in Kiscbinew una in anderen Orten. * Zu Beginn seiner Ausführungen drückte er den Studenten seine Sympathie aus. Er sei, sagte er, von der tiefen Vaterlandsliebe der Studentenschaft vollkommen überzeugt; große Fragen seien jedoch nicht durch gefühlsmäßige Kundgebungen, sondern nur durch methodisene Arbeit zu lösen. Die jüngsten Demonstrationen hätten ihn mit tiefem Bedauern erfüllt. Der Studentenkongreß in Jassy sei in vollkommener Ruhe verlaufen. Erst nachher, in Kalarasch, hätten die ersten Demonstrationen statt gefunden, und zwar seien dieselben durch eine Gruppe Mitglieder der jüdischen Kultur liga hervor gerufen worden. Die Regierung könne Gewalttätigkeiten nicht billigen, mögen sie von welcher Seite immer kommen. Er werde für die Aufrechterhaltung der Ordnung und Disziplin in den Schulen sorgen. Warschau, 12. Dezember. (J.T. A.) Der Klub der jüdischen Deputierten und Senatoren hielt soeben eine Plcnarsitzung ab, die ausschließlich einer Protestaktion gegen die Judenverfolgungen in Rumänien gewidmet war. Zunächst nahm der Klub einen Beschluß an, durch welchen der Abgeordnete Waelav Wyschlicki aufgefordert wird, seinen an den rumänischen König gerichteten Brief, in welchem er die Rückgabe des ihm verliehenen Ordens ankündigte und begründete, zurückzuziehen• Der Klub ging dabei von der Ansicht aus, daß Wyschlicki den Orden nicht als pcrsotiü he Auszeichnung, sondern als Mitglied der Abordnung des polnischen Sejm erhalten hat. Hernach nahm der Klub eine vom Abgeordneten Reizes vorgeschlagenc Resolution, in der das Mitgefühl mit den schwerleidenden rumänischen Juden ausgedrückt und vor der ganzen Kulturwelt gegen die rumänische Barbarei protestiert wird, einstimmig an. Zum Schluß gelangte ein vom Präsidenten des Klubs, Abg. Farbsfein, cingebrachfer Antrag zur einstimmigen Annähme, wonach an den Völkerbund in Genf, an die Interparlamentarische Union in Brüssel und an die Liga für Menschenrechte in Paris Telegramme gesandt werden, in denen gegen die Verfolgungen, denen die jüdische Minorität in Rumänien ausgesetzt ist, schärfster Protest erhoben wird. Prämiierung jüdischer Kunst. In den amerikanischen Zeitungen wurden die Resultate des internationalen musikalischen Wettbewerbs in Philadelphia mit dem Preisausschreiben 8 9500 veröffentlicht. Von den 140 Komponisten, welche am Wettbewerb teilnahmen, erhielten Preise: drei Amerikaner, zwei Europäer (ein Deutscher und ein Oesterreicher) und ein Palästinenser — Prof. Jakob Weinberg (ein Schüler von S. I. Tanejew) aus Jerusalem, für die Qpern-Kantate ״An Evening in Palestine*'. Der Text, vom Komponisten selbst verfaßt, ist hebräisch. Das Werk wird binnen kurzem, laut den Bedingungen des Wettbewerbs, in Philadelphia aufgeführt (in englischer Uebersetzung). Der Klavierauszug ist vom ״Juwal“*Verlag angenommen. Presse-Schau Im ״Berliner Tageblatt“ vom 10. d. M. veröffentlich{ der Moskauer Korrespondent Paul Scheffer einen ausführlichen Bericht über die Tagung der Gesellschaff für jüdische Kolonisation in Rußland (״Oset“). Sehr interessant sind insbesondere die Darlegungen des Korrespondenten über den den Kongreß beherrschenden Streit, ob dcrnationaleoderderwirtschaftlicheAspekt des Unternehmens stärker zu betonen sei. Es handelt sich um die Frage eines ״Judenstaats“ in der Krim, von dessen Gründung die jüdischen Assimilanten Rußlands, das sind die gerühmten Kommunisten, eine Schwächung ihrer Stellung befürchten. In dem großen Völkersfaat, den heute Sowjetrußland bildet, sehen wir also ein Abbild derselben Situation und derselben Probleme wie im Weltjudentum. Der Korrespontlent des ״B. T.“ berichtet zwar objektiv, nimmt aber doch indirekt gegen die nationale Auffassung des Krim- Projekts, wie sie insbesondere auch von Kalinin in seiner Rede entwickelt worden war, Partei. Wir werden auf diese interessante Frage noch zurückkommen. Vermischtes Palestine Touring-Club. Der erste Klubabend des ״Palestine Touring-Club“ findet am Donnerstag, den 16. Dezember, abends 8•* Uhr, pünktlich in der Wohnung von Herrn Dr. Felix A. Theilhabcr, Wilmersdorf, Uhland- Straße 63, statt. Fräulein Kätc Dan aus Safed (Palästina) wird einleitend über ihre Erfahrungen als Pensionsinhaberin in Palästina berichten. Danach werden die Statuten und Richtlinien des Klubs zur endgültigen Annahme gelangen, Wahlen vollzogen werden usw. Gäste und Interessenten sind willkommen. Jüdische Volkspartei, Düsseldorf. Am Sonntag, den 19. Dezember, 8 Uhr abends, findet im Saale der Ludwigsbürg, Steinstr. 3S/40, ein Vortrag von Herrn Dr. Harry Epstein, Duisburg, über das Thema: ״Aufbau und Aufgaben der jüdischen Gemeinde“ statt, zu dem alle jüdischen Männer und Frauen Düsseldorfs eingeladen werden. Das SOsemestrlge Stiftungsfest der jüd.-akad. Lese- und Redehalle in Brünn findet in aer Woche vom 13.—20. Februar 1927 statt. Repräsentations-Ball am 19. Februar 1927 im Stadion. Jüdischer Ruder-Club ״IVR1A“. Wochenprogramm. Dienstag, den 14. 12. 26: Zusammenkunft von Rudi Engländer, Gebr. Falikmann, Leipziger, Schapiro, Woislawski, bei Albert Samter, Michaelkirchstr. 19. Donnerstag, den 16. 12. 26: Heimabend wird noch bekanntgegeben. Vortrag von Fritz Engel: ״Einführung in die Psychoanalyse“. Sonntag, den 19. 12• 26: 10—12 Uhr vorm. Kasten rudern bei Rothenberger, Bahnhof Tiergarten. Wir bitten um pünktliches Erscheinen. Dienstag, den 21. 12. 26: Schachabend bei Julius Masur, Alte Schönhauser Str. 43/44. Donnerstag, den 23. 12. 26: Heimabend bei Hans Schragenhcim, Flensburger Straße 9. Wir bitten auch hier um pünktliches Erscheinen, da Sch. Gartenhaus wohnt und wir die Haustür nur bis 1/210 Uhr offcnlassen können. Vortrag Bischofswerder über ״Freudsehe Theorien“. Sonntag, dm 26. 12. 26: Treffen nach Ver• abredung mit Julius Masur. Donnerstag, den 30. 12. 26: Heimabend bei Hutschneckcr, Wilmersdorf, Lauenburger Straße 2a. Sonntag, den I. 1. 27: 11 Öhr bootsfertig Friedrichshagen zur Eierfahrt. — Fritz Engel, Berlin C 2, Molkenmarkt 12/13; Merkur 7002. Ortsgruppen Gruppe Charlottenburg der B. Z. V. Am 9. Dezember fand die erste ordentliche Generalversammlung der Gruppe Charlottenburg statt, die sich hiermit wieder als eine selbständige Gruppe innerhalb der B. Z. V. konstituiert hat. Die Gruppe, die früher mit der Gruppe West zusammengearbeitet hatte, nahm schon vor etwa anderthalb Jahren ihre eigene Tätigkeit wieder auf, allerdings nur in Form von losen Zusammenkünften. Aus dieser Arbeit hat sich dann ein fester Stamm von Mitarbeitern herausgebildet, so daß die Gründung einer eigenen Gruppe nunmehr geboten schien. Zum Vorsitzenden wurde einstimmig Herr Dr. N o h c r gewählt, der übrige Vorstand setzt sich aus folgenden Herren zusammen: Hirschfeld, Kaufmann, Leisermann, Nathan und Sachs, Namens der B. Z. V. begrüßte Herr Dr. Kanowitz den neuen Vorstand. Vor Beginn der Generalversammlung hielt Herr Dr. Felix Thei!habe r ein mit großem Beifall aufgenommenes Referat über ״Palästina als Touristenland“. Im Anschluß daran entwickelte der Leiter eines großen hiesigen Reisebüros Vorschläge über Palästina-Gesellscnaltsfahrten mit genauen Kostenanschlägen. Herr Dr. Theilhaher erörterte zum Schluß noch Aufgaben und Ziele des jetzt neu gegründeten Palestine Touring- Club. Aachen. Das am Sonntag, den 5. Dezember, stattgehabt* Chanukkahfest der Zionistischen Ortsgruppe, Aachen, e* freute sich eines sehr guten Besuches und verlief in jede• Beziehung harmonisch. Von den vielen Darbietungen teils ernster, teils heiterer Art seien besonders die Gesangsvorträge des Herrn Weisberg, früher Kantor in Budapest, hervorgehoben, der mit klangvoller Stimme hebräische und synagogale Weisen und jiddische Lieder sang. Der Abend war ein voller Erfolg für die Ortsgruppe und auch für den Keren Kajemeth. Chemnitz. Die Generalversammlung der Zionistischen Ortsgruppe wählte zum 1. Vorsitzenden Dr. Frankel, zum 2. Vorsitzenden Dr. Sluszew׳er, als Schriftführer Frau R. Geis und Dr. Wulfsohn, Kassierer S. Grünberg, Nationalfondskommissar Frau Holzer, Beisitzer Dr. Adler und O. Spitz. Die Winterarbeit wurde begönnen mit einem Vortrag des Herrn Dr. Holzer über den Erfurter Delegiertentag. Den zweiten Vortrag hielt Herr Dr. Alfred Fleiß über das Thema: Bemerkungen zu Max Biods Reubeni. Am 25. Nov. veranstaltete die Ortsgruppe einen Diskussionsabend über Aufgaben jüdischer Erziehung, Das einleitende Referat hielt Herr Dr. Adler. Am28.Nov. veranstalteten Ortsgruppe und jüdische Lesehalle einen litera i chen Abend, an dem die Witwe David Frischm a n 11 $ ein Lebensbild ihres Mannes gab und aus seinen Werken vorlas. — Sonntag, den 5. Dez., gab der Nationalfonds unseren Kindern ein wohlgelungenes Chanukkahfest und am 7. Dez. fand ein Gesellschaftsabend anläßlich des Jubiläums des Nationalfonds statt. Herr Dr. Klee, Berlin, hielt die Festrede. Gelsenkirchen. Anläßlich der Eröffnung des neuen Heimes fand am 5. Dezember eine Feier statt, bei der die Tatsache der Schaffung eines eigenen Heimes durch Redner der Ortsgruppe, des Verbandes der Ostjuden und der Hebräischen Sprachschule gewürdigt wurde. Mitglieder des J. J. W. B. verschönten die Feier durch hebräische Gesänge. Am 9. Dezember sprach Herr Dr. Neuberger, Köln, m öffentlichcr Versammlung über ״Die sozialen Aufgaben des Palästinaaufbaues“. Im Anschluß an das Referat wurden praktische Fragen der Jubiläumsaktion besprochen.