Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 96 (7.12.1926)
- Date
- 1926-12-07
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 96 JUEDISCHE RUNDSCHAU Bdte 699 kreise herauskotnmt und auch solche Zionisten, die ihr Ochalt nicht aus nationalen Kassen beziehen, aber trotzdem mit dem Lande eng verbunden sind, ergreift. Es sind sicher solche Zionisten da, die es begreifen können, daß wir einen Augenblick durchmachen, wo die gewöhnlichen Keren Hajessod- und Keren Kajemeth-Beiträge noch nicht das Maximum echt-zionistischer Opferwilligkeit repräsentieren. Nehmen wir aber an, daß dies nicht geschehen wird und die ״Monatsspende“*Bewegung sich auf die Beamtenkreisc beschränken wird. Auch in diesem Falle stellen einige Zehntausende Pfund, die damit erzielt werden können, äugenblicklieh für Palästina eine sehr bedeutende Summe dar. Rationell verwendet —• in Form von Anleihen, für solche Arbeiten, für welche gewisse Summen schon vorhanden sind und denen Anleihen nur als Ergänzung dienen — könnte sie mehreren Hunderten Arbeitern während einigen Monaten ihr Brot —• in national notwendiger Arbeit — sichern. Und dieses Resultat ist jetzt jeder Mühe wert. 25 jähriges Jibilänm des Misrachi Im Monat Adar d. J. werden es 25 Jahre seit der Gründüng der Weltorganisation Misrachi sein. Aus diesem Anlaß wird das Misrachi-Zentralbüro für Deutsch- I a n d (wahrscheinlich gemeinsam mit dem Hauptbüro der Weltorganisation Misrachi) ein jubiläumsbuch in deutscher und hebräischer Sprache herausbringen, das ein umfangreiches Material über die Entwicklungsgeschichte des Misrachi bringen wird. Pr«!. Brodelzkys Reise naeh Amerika Zu Ehren des bekannten Zionisten und Mathematikers der Universität Leeds, Dr. Selig Brodetzky, der nach Amerika geht, um dort die Arbeit Dr. Weizmanns zu unterstützen und eine Aktion zugunsten der hebräischen Universität Jerusalem durchzuführen, fand am 30. November in London ein Abschiedsbankett statt, an dem auch zah'reiche nichtzionistische jüdische Führer, so u. a. Sir Robert Waliey Cohen, teilnahmen. Die zionistische Exekutive war durch Herrn Felix Rosenf> I ü t h vertreten. (Ziko.) Vertreterversammlnng der B. L V. In der Vertreterversammlung der B. Z. V. vom 11. November wurde Herr Dr. Egon Rosenberg zum ersten Vorsitzenden der Vertreterversammlung gewählt. Der Hauptgegenständ der Beratungen betraf Fragen der Jugendbewefing, über die eine Reihe von Informationen gegeben wurde. estimmte Beschlüsse wurden nicht gefaßt. In dem vom Vorstand erstatteten Bericht erwähnte der Vorsitzende, Herr Dr. Apfel, daß beschlossen worden sei, der B. Z. V. eine Gesellschaft zum Studium des Rechts des Völkerbundes anzugliedern. Die Mitglieder sollen sich auf einen ganz kleinen Kreis von fachkundigen und interessierten Personen beschränken. Es sollen dort einzelne den Zionismus berührende Teilprobleme auf Grund von Vorarbeiten erster Sachkenner bearbeitet werden. Die Mitgliedschaft kann nur durch Aufforderung durch die Leitung erworben werden. Weiter richtete Herr Dr. Apfel im Namen des Vorstandes einen dringenden Appell an die Versammlung, dafür einzutreten, daß alle zionistischen Veranstaltungen in Zukunft pünktlich beginnen, d. h. nach Ablauf des akademischen Viertels. Der Uhsitte, eihÄ großen Teir der Veranstaltungen dutieh Zuspätkommen zu vertrödeln, muß energisch entgegengetreten werden. In dieser Hinsicht müßten die leitenden Organe der Z. V. f. D. und der B. Z. V. mit gutem Beispiel vorangehen. Der Bericht des Vorstandes konnte im übrigen feststellen, daß seit Beginn der Winterarbeit ein überaus reges Leben in der B. Z. V. herrscht, dessen Entwicklung durch die verschiedenen Kurse vertieft wurde. VortrSge «Von Börne bis Kerr.‘4 In seinem Vortrag über ״Hundert Jahre deutsches Feuilleton“ gab Carl Brinnitzer ein fleißiges Gymnasiastenreferat. Er charakterisierte Börne als Schöpfer des Feuilletons, Heine als den großen Meister des graziösen Stils, überging nicht Saphir, bekannte sich entzückt zu Stettenheim, ״dem munteren Wippchen“, gab aber gleichzeitig zu erkennen, daß er nichts von ihnen allen gelernt hatte; denn sonst hätte er diese und unzählige andere Phrasen nicht gebraucht. Ueber die allersichtbarste Tatsache, daß die Geschichte des deutschen Feuilletons fast ausschließlich jüdische Geistesgeschichte ist, schwieg er. Er würdigte zwar Nordau als den großen Zeitkritiker und erwähnte Herzl beim Wiener Feuilleton. Er sprach auch von Herzls Melancholie, die aus tiefem sozialen Mitempfinden stammt, aber die grimmige, aus gleichem Mitgefühl stammende Satire Peter Panters brachte er nicht in den großen Zusammenhang, in den sie gehörte. Und ebensowenig zeigte er die Stufen der Zeitkritik von Nordau bis zu Maximilian Harden und Karl Kraus, sondern er begnügte sich damit, Harden wie Kraus ״abseitig“ zu nennen. Die Idee der Revue war jedenfalls nicht glücklich, wenn eis auch lehrreich war, zu wissen, daß die Größten aus der Anfangszeit des deutschen Feuilletons ausnahmslos Juden waren wie der prachtvolle Daniel Spitzer. — Nach dem Vortrag las Gad Shelaso kleine Abschnitte von Börne, Heine, Altenberg, Polgar und Hildenbrand. Vortrefflich und künstlerisch auf respektabler Höhe las er Heines Schilderung der Seekrankheit. Shelaso las ferner — zum wievielten Male — ״Jeruscholojim“ von Alfred Kerr. Immer wieder entdeckt man neue Schönheiten. R. M. Die Juden in der Bildhauerkunst. Im Verein für Jüdische Geschichte und Literatur sprach Dr. Karl Schwarz über ״Die Juden in der Bildhauerkunst“. Er legte dar, wie Formempfinden und Raumgefühl, die den Plastiker bestimmen, dem jüdischen Wesen von Natur wenig geläufig waren. Immerhin fehlt es nicht ganz an Nachrichten aus früher Zeit. Fra Salvatore Vitale erzählt, daß 1214 ein jüdischer Künstler eine Porträtbüste des Franziskus von Assiai gefertigt habe. Im 15. Jahrhundert arbeitete in Prag der begabte Bildhauer Samuel Jontof Vigales. Von 1630 bis 1710 lebte in Frankfurt a. M. Bourig Meyer, der zwölf Büsten römischer Kaiser modellierte. Ende des 18. Jahrhunderts wird in Berlin der Bildhauer Friedemann in die Akademie aufgenommen. Zu gleicher Zeit tritt der erste jüdische Bildhauer von Bedeutung auf: Abraham Abramson, der Meister der Medaillen und Plaketten. Der erste jüdische Bildhauer von Weltruf wurde dann der Russe Mark Antokolski. Der Redner charakterisierte schließlich die Plastiker Elias Günzburg, Boris Schatz, Moses Ezekiel, Friedrich Beer, Henrik Glizensteiri, Leopold Bernstamm, Siegfried und Olga Wagner, Moissi Kogan, K. H. Isenstein und Arnold Zadikow. Georg Hermann hat ein neues Buch ״Holland, Rembrandt und Amsterdam“ vollendet Das reich illustrierte Werk erscheint dieser Tage im Merlin-Verlag, Heidelberg. Berliner Kalender Büro: Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin W 13, Meinekestr. 10. Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheckkonto Nr. 37 830 Berlin NW 7. Kassenverwaltung der B. Z. V. Dienstag, den 7. Dezember abends 8»/s Uhr im Sitzungssaal der Z. V. f. D., Meinekestr. 10, Vortragszyklus der B. Z. V. über Fragen der Gemeindearbeit. 1. Vortrag: Herr R.-A. Dr. Klee: ״Entwicklung und zukünftige Gestaltung zionistischer Gemeindearbeit“. Abends 8J/s Uhr Gruppe des All. Bezirks, im Cafe Bohne, Steglitz, Albrechtstr. 127 (am Bhf. Steglifz). Herr Nathan: ״Judenstaats-Propaganda.“ Nachm. 1/5־ Uhr Jüdisch-Nationale Frauenvereinigung, Frauenarbeitsgruppe Charlottenburg. Zusammenkunft bei Frau Mittwoch, Kantstr. 88. Abends 81/5 Uhr Hapoel-Hazair. im Jüdischen Volksheim, Dragonerstraße 22. 1. Diskussionsabend: ״Der Hapoel-Hazair in Palästina". Leitung: Chawer Ascher. Mittwoch, den 8. Dezember nachm. 5 Uhr Jüdisch-Nationale Frauenvereinigung, Frauenarbeitsgruppe Nord. Zusammenkunft bei Frau Kolienscher, Alexanderstraße 3- Donnerstag, den 0. Dezember abends 8«/• Uhr Gruppe Charlottenburg, im Cafe Kersten, Kurfürstendamm 90, Herr Dr. Theilhaber: «Palästina als Touristik.“ Anschließend: Generalversammlung der Gruppe. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes, 2. Demission des Vorstandes, 3. Neuwahl des Vorstandes, 4. Verschiedenes. Abends 8 Uhr Jüdisch-Nationale Frauenvereinigung, Frauenarbeitsgruppe Neukölln, bei Frau Dr. Zadik, Neukölln, Kaiser-Friearich-Straße 13. Vortragsreihe über ״Die jüdische Arbeit in Palästina“. Frau Dr, Zadik: ״Politische Fragen des Aufbaus". Abends 8 Uhr Jüdisch-Nationale Frauenvereinigung, Jugendgruppe, bei Fri. Dr. Radt, Lauenburger Str. 1. Thema des Abends: ״Die Lage der jüdischen Arbeiterbewegung in Palästina". Abends 81/2 Uhr Jüdisch-Nationale Frauenvereinigung (Frauenarbeitsgruppe Nordwest) bei Frau Lotte Engel, Cuxhavener Straße 13. Frau Boschwitz: ״Die Frau in der landwirtschaftlichen Arbeit in Palästina.“ Dienstag, den 14. Dezember nachm. 1/24 Uhr im Logenhaus, Kleiststr. 10. Kinderfest der Jüdisch-nationalen Frauenvereinigung anläßlich des 25jährigen Jubiläums des Keren Kajemeth. Karten zum Preise von 1 M. und Bons für die Kaffeetafel zu 50 Pf. (nur für Kinder) erhältlich im Büro des Keren Kajemeth, Meinekestr. 10. Abends 8»/» Uhr Gruppe Nord, im Gemeindehaus, Rosenstraße 2/4. Ausspracheabend mit dem Hauptvorstand der B. Z. V. Herr Dr. Apfel: ״Aktuelle Fragen des deutschen Zionismus.“ Herr Dr. Kanowitz: «Die Zionistische Arbeit in Berlin.“ Dienstag, den 21. Dezember abends 8% Uhr im Sitzungssaal der Z. V. f. D., Meinekestr. 10. Sitzung der Vertreterversammlung der B. Z. V. Tagesordnung: 1. Bericht der Statuten-Kommission. 2. Bericht der Etat-Kommission. 3. Stellungnahme zu der Tagung des Preußischen Landesverbandes. 4. Aussprache über das Thema: ״Die Krisis im Zionismus“. 5. Eventualia. Vermischte!» Die Jüdischnationale Frauenvereinigung veranstaltet anläßlich des 25jährigen Jubiläums des Keren Kajemeth in den Räumen der Loge, Kleiststr. 10, am Dienstag, den 14. Dezember, nachmittags 3y» Uhr, ein Kinderfest mit Theater, Musik, Geschenken und Ueberraschungen. Zur Aufführung gelangt zum ersten Male das biblische Spiel ״Die Arche No an“ von Albert Baer. Eintrittskarten für Erwachsene und Kinder 1 M. Bons für die Kaffeetafel (nur für Kinder) 50 Pf. beim Keren Kajemeth. Um d.en Kindern ein wirkliches Vergnü־׳״n zu bereiten und einen geordneten Verlauf des Festes zu sichern, haben wir uns entschlossen, nur einen Vorverkauf stattfinden zu lassen. Keine Tageskasse. Wir bitten, sich rec'-.tzcitig mit Karten und Bons zu versehen, da nur eine beschränkte Anzahl von Karten ausgegeben werden, damit die Kinder genügend Bewegungsfreiheit haben. Für die Theateraufführung werden die ersten Saalreihen nur für Kinder reserviert. Es wird um pünktliches Erscheinen gebeten, da die Saaltüren um 4 Uhr geschlossen werden. Kinder unter drei Jahren bitten wir nicht mitzubringen. Karten im Büro des Keren Kajemeth, Meinekestraße 10, erhältlich. Busonis letztes opus, die Komposition des Goetheschen Oedichtes ״Schlechter Trost“ gelangt in dem von der Pianistin Alice Jacob-Loewenson am Sonnabend, den 11. Dezember, im Meistersaal veranstalteten Konzert durch Hermann Schey zur Uraufführung. Das Programm enthält außerdem u. a. eine Arie aus Busonis ״Doktor Faust“ und seine selten gehörte Sonatina seconda. Der Jüdische Jugendbund, Berlin, hält am Sonntag, den 12. Dezember 1926, un Russischen Hof, Berlin, Georgenstr. 21/22, seinen Delegiertentag ab. Abends, 8 Uhr, findet in den Gesellschaftsraumen des Hotels ein Bali statt. Karten für 2/50 M. bet Waldemar Strauß, SW 68, Charlottenctraße 6, Wohlfahrtspflege. Am 17. November fand in Beut heu eine Vorstandssitzung des Gemeindeverbandes in Oberschlesien statt, die unter Leitung des Herrn Justizrat Kochmann aus Gleiwitz stand. Gegenstand der Beratung war u. a. die Schaffung eines Provinzialverbandes für jüdische Wohlfahrtspflege in Oberschlesien. Der Vertreter der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Herr Dr. Segall, begründete die Notwendigkeit, Provinzialverbände als unter- Organisationen der Zcntralwohlfahrtsstelle ins Leben zu rufen. Es wurde einstimmig beschlossen, auch für Oberschlesien eine derartige Provinzialstelle ins Leben zu rufen im Anschluß an die bereits bestehende, gut funktionierende örtliche Wohlfahrt®- zentrale in Beuthen. ״ORT“-Aktion in Breslau, im Zusammenhang mit der vor kurzem eingeleiteten Aktion zugunsten des ״ORT“ in Breslau fand dort am 9. November im großen Saale der Lessingloge unter Vorsitz des Herrn Justizrat Peis er ein vom Breslauer Aktionsausschuß veranstalteter Vortragsabend statt, an dem der Generalsekretär der Gesellschaft ״ORT“, Abt. Deutschland, Dr, Michael Traub, über ״Jüdische Aufbauarbeit in der Werkstätte und auf dem Felde“ sprach. Ueberaus anschaulich schilderte der Vortragende die soziale Entwicklung innerhalb des jüdischen Wirtschaftsorganismus vor dem Kriege und die Entstehung der ״ORT“-Bewegung als eine notwendige Folgeerscheinung dieses immer mehr um sich greifenden Umbauprozesses. Mit dem Aufkommen der kapitalistischen Wirtschaftsordnung mußte der Jude, der Jahrzefmte hindurch die Rolle des Vermittlers im Wirtschaftsleben der umgebenden Bevölkerung spielte, sich Wirtschaftlieh und sozial umstellen. Die ״ORT“-Bewegung setzte sich zur Aufgabe, diesen Umschichtungsprozeß in geordnete Bah* nen zu lenken. Nach dem Kriege war die ״ORT“-Tätigkeit nach folgenden drei Richtungen zu organisieren: 1. Den jüdischen Handwerker und Landwirt mit Maschinen, Werkzeugen und sonstigem Zubehör neu zu versehen; 2. die jüdische Bevölkerung, Jugendliche sowohl wie Erwachsene, fachlich auszubilden; 3. die jüdische Landwirtschaft durch Kredite, Inventarversorgung, Fachberatung usw. zu fördern. — in zahlreichen Lichtbildern zeigte der Vortragende die Arbeit, die der Verband ״ORT“ während der letzten sechs ahre auf diesen Gebieten geleistet hat. Den mit großem nteresse angenommenen Ausführungen des Vortragenden schlossen sich Ansprachen folgender Herren an: Justizrat Peiser, Gern. Rabb. Dr. Hoffmann, Justizrat Kalisch im Namen des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Dr. Samuel Nathmann im Namen der zionistischen Ortsgruppe Breslau, Larjueur im Namen der Fränkelschea Stiftung. Breslau. Sämtliche Herren brachten entsprechende Sympathieerklärungen ihrer Organisationen zum Ausdruck. Es wurde eine Resolution angenommen, welche die moralische und materielle Unterstützung der Arbeit des Verbandes ״ORT“ empfiehlt. Sport. Am 4. Dezember starteten beim Akademi» sehen Sportfest der Berliner Hochschulen die Bar Kochbaner Hans Eg er und Eichelgrün. Bei der stattlichen Anzahl der Teilnehmer, die an 90 zählten, gelang es Eger, als siebenter das Ziel zu erreichen und zweiter in aer Anfängerklasse zu werden. Eichelgrün belegte den 21. Platz. Nahum Sokolow überreichte bei seiner Anwesenheit in Leipzig dem Keren Kajemeth Lejisrael zum 25 jährigen Jubiläum eine Spende mit hebräischer Widmung, deren Ueber- Setzung etwa wie folgt lautet: ״Wenn man zu einem sagt: Du bist ein Priester, steige auf die Kanzel, so ist er nach den Worten unserer Weisen verpflichtet, hinaufzusteigen und den Segen za sprechen. Ebenso ging es mir: Da mich unsere zionistischen Brüder aufforderten, so bin ich hinaufgegangen und bitte, von mir zugunsten des Keren Kajemeth amäBDch seines Jubiläums ein Pfund Sterling in Gold entgegenzunehmen.“ Leipzig, Sabbat-Ausgang ״Chajje Sara“ 5687. Mülheim-Ruhr. Am Mittwoch, den 1. Dezember, sprach Herr Felix Fechenbach, Berlin, über das Thema: ״Was ich in Palästina sah.“ Die gut besuchte Versammlung folgte mit großer Aufmerksamkeit den Ausführungen des Referenten. Eine am Schluß vorgenommene Sammlung für den P. A. F. ergab einen ansehnlichen Betrag. tirieUusten der Redaktion Centralvereinler. Sie sind erstaunt, aus der letzten Nummer der ״Jüdischen Rundschau“ zu entnehmen, daß Ihr Organ verschiedene Tatsachen in völlig entstellter Weise wiedergegeben hat. Es_ist nicht zum ersten Male. Wir erinnern Sie nur an den Bericht der ״C.-V.- Zeitung“ überfden letzten zionistischen Delegiertentag und an die Fälschungen des ״C.-V.-Dienstes“ bei der Zitierung des Berichtes von Herbert Samuel. Sie wundern sich, daß diese Unwahrheiten bisher in der ״C.־V.־Zeitung“ nicht berichtigt wurden? Sie dürften nicht der einzige sein, der sich wundert. Das sind offenbar die Kampfmethoden der Herren, die bei jeder Gelegenheit sich berechtigt glauben, die Prädikate vornehm und unvornehm zu verteilen. A. N. Sie machen uns darauf aufmerksam, daß Frau Caemmerer, die sich in der ״Vossischen Zeitung“ über die Jüdische Gemeinde beschwert, weil diese das Grab des Menschenfreundes Dr. Traube vernachlässige, selbst eine Enkelin des Genannten ist, dessen gesamte Nachkommen- Schaft getauft und zum Teil mit adeligen Kreisen verschwägert ist. Sie finden es eigentümlich, daß die getauften Enkel nicht selbst für das Grab sorgen. Offenbar sind dies Grundsätze, die Sie und wir nicht verstehen. Am den Berliner Theatern Ballett Pawlowa im Theater des Westens. Ein Nachklang einer versunkenen Kultur, die auf den Gipfeln eines in Dumpfheit niedergehaltenen Volkstums glanzvollen Zaubet schuf, entfaltet sich vor uns. Man muß die dem Juden bekannten Dunkelseiten des Zarismus vergessen, um dann diese Kunst leidlos bewundern zu können. Unsagbare Harmonie der Bewegung, des Ausdrucks, ihre ewige Jugendlichkeit sichern der Pawlowa einen unvergänglichen Namen in der Geschichte des Balletts. Freilich, — was verbindet diese Epigonen mit der heutigen Welt? . . < Man freut sich dieser Kunst, aber man wird nicht mehr recht warm. Dennoch: in ihrer Art sind diese Tänzer einzig. ma. Spielplan: Städtische Oper: 7. Turandot; 8. Fidelio; 9. Die toten Augen; 10. Die Jüdin; 11. Festvorstellung ״Jugend im Mai“; 12. Jugend im Mai; 13. Aida. — Staatstheater: 7., 9., 11., 12. Hamlet; 8. Luiu; 11. Figaros Hochzeit; 13. Jugend. — Schiller-Theaters 12. Peer Gynt; 7., 8. Wilheim Teil; 911 ״. Zerbrochener Krug, Bär; 10. Wallcnsteins Lager; 13. Soldaten. — Deutsches Theater: Neidhardt von Gneisenau. — Kammerspiele: Das Karussell. — Komödie: Die Gefangene. — Theater i. d. Könlggrätzer Str.: Mrs Cheneys Ende. — Theater des Westens: Gastspiel Anna Paw- Iowa. — Tribüne: Der Gedanke. — Theater am Schiffbauerdamm: Das Grabmal des unbekannten Soldaten. — Großes Schauspielhaus: Von Mund zu Mund. — Kleines Theater: Dirnentragödic. Lessing-Theatcr: Mensch und Üebermensch. — Volksbühne: Nachtasyl; 10. Lysistrata; 11, Judith. — Th. am Noliendorfplatz: Das Ekel,