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Jüdische Rundschau · 1926-11-19 · Heft 91 (19.11.1926) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 91 (19.11.1926)
Date
1926-11-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 954 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nf.M Die Tapng der Arbeiterjugend «nd die Frage der sozialistischen Erziehung in Erez-Israel Von Moses Calvary, Tel-Awiw. Wir haben Herrn Calvary um einen Bericht über diese eigenartige Tagung einer neuen palästinensischen Arbeiterorganisation ersucht. Der Bericht, der leider verspätet eingetroffen ist, behandelt in seinem zweiten Teil, den wir in der nächsten Nummer veröffentlichen werden, die prinzipiellen Probleme, die gelegentlich der Tagung aufgeworfen wurden. Red. I. Am Sukkoth fand in Tel-Awiw die erste größere Tagung der Arbeiterjugend, des ,,Noar haowed“, statt: 41 Vertreter von etwa 2000 jugendlichen Arbeitern und Arbeiter-Pfadfindern. Um sich von dieser Tagung einen Begriff zu machen, müssen die Leser dieser Zeitung zunächst alles vergessen, was sie In Deutschland an jüdischen Jugendtagen, an Bundestagen des Blauweiß oder anderer jüdischer Jugendgruppen erlebt haben, auf denen im wesentlichen Schul- und Universitätsjugend zusammenkam. (Ich rate ihnen auch, das meiste von dem zu vergessen, was sie in hebräischen Zeitschriften an Aufsätzen über die Strömungen in diesem jungen Verband gelesen haben.) Diese jungen Menschen hier, die eigentlichen Vertreter im Alter von sechzehn bis achtzehn Jahren, die Zuhörer zwischen zehn und achtzehn, waren Menschen, die sich und zum Teil auch ihrer Familie mit der Arbeit des Tages ihr Brot verdienen oder verdienen wollen. Es war ein starker Eindruck, für manche von uns an Westeuropaisches Judentum gewöhnte Erwachsene bedrückend, für manche beglückend, wie fast völlig frei von hochfliegenden Wolkenkuckucksheimidealen und dem mit ihnen verbundenen Phrasentum diese Tagung junger Menschen verlief. Die geistige und körperliche Not des Alltags suchte ihren Ausdruck, kein Luxusartikel für verwöhnte Seelen wurde hier feilgeboten, keine allgemeinen Weltanschauungsfragen diskutiert. Es sind ganz konkrete Fragen zu erörtern: wie schaffen wir für unsere Jugend bessere Arbeitsbedingungen, Schutz gegen den Unternehmer und Handwerksmeister, wie schaffen wir ihr die notwendige Bildung, die Gesellschaft und Staat ihr bisher versagt hat, wie befriedigen wir ihre Sehnsucht nach Arbeit auf dem Lande? Mittel und Organisierung zur Verwirklichung dieser Strebungen bilden den Inhalt der Diskussion. Das Ziel wird klar zu Beginn der Tagung ausgesprochen: Konzentrierung jüdischer arbeitender Massen in Erez-Israel und Gestaltung (Chischul, eigentlich ״Hämmerung“) einer Arbeiterklasse, die die neue Gesellschaft trägt: ״der Gedanke des sozialistischen Erez-11• 1״י ist die geheime Kraft unserer Bewegung". Ueber das Ziel wird nicht lange diskutiert, es ist die selbstverständliche Voraussetzung. Der B e r i c h t des Vorstandes unterstreicht die Anfänge einer jugendlichen Kwuzah in Ejn Charod und die Forderung an die Regierung um Schutzgesetze. Die Diskussion fordert einerseits eine stärkere Verbindung der Zentrale mit den Ortsgruppen, andererseits mehr Selbständigkeit dieser Gruppen. ,Man schlägt Beamte der Zentrale Im Hauptberuf vor, statt der :bisherigen Tätigkeit der Zentrale nach der Tagesarbeit. Eine kurze, aber ein wenig erregte Diskussion knüpft sich an die Tatsache, daß die Jugend Nahalals sich der Organisation nicht angeschlossen hat. Die Zentrale sieht darin vorgefaßte Meinung und Eigenbrödelei, die anwesenden Vertreter Nahalals betonen, daß sie sich erst einmal selbst organisieren und stärken wollen, um dann ihrerseits der Organisation von dem ihrigen geben zu können, anstatt ihr nur mechanisch angeschlossen zu sein. Im Kultur bericht und der anschließenden Debatte wird als wichtigstes Instrument der Klub hervorgehoben, als die Zelle, an die sich alle Kulturarbeit anzusehließen habe: er vereint die Genossen verschiedenen Alters, verschiedenen Geschlechts, verschiedenen Berufs und verschiedener Gemeinden. Die Forderungen an kultureller Arbeit sind mannigfaltig, ich hebe einiges heraus: stärkere Verbindung mit den Gruppen im Galuth, Vertiefung und Erweiterung der bestehenden Abendkurse, Gründung eines seminaristischen Kursus für die Heranbildung von Gruppenleitern, Führern und Lehrern, Vermehrung der Bibliotheken und Anweisungen in ihrer Benutzung, keine besonderen Klubs, wohl aber besondere Kurse für die Juden des Ostens, Aufklärung der jemenitischen Jugend über die schädlichen Folgen der Frühheirat. Schwierigkeiten machte die Stellung zu der Schuljugend: soll man sie aufnehmen oder nicht? Sic für den Gedanken des sozialistischen Palästina zu gewinnen, scheint Pflicht, aber andererseits bilden sie doch innerhalb der Arbeiterjugend ein fremdes Element, mit besonderen Interessen und Voraussetzungen, und man zieht es vor, sie dem Hazofeh haowed, dem Arbeiterpfadfinder, einzuordnen. Die Landwirtschaftsdebatte betont die ungeheuren Schwierigkeiten, in der jetzigen Krise den brennenden Wunsch weiter Kreise der Arbeiterjugend nach Erlösung aus der Stadt und nach ländlicher Siedelung zu befriedigen. Man verlangt ein Lehrgut. Der Wirtschaftsbericht hebt die trostlosen Bedingungen hervor, unter denen hier Jugendliche arbeiten: Tagelöhne von drei Piastern, d. 11. monatlich etwa dreiviertel Pfund (!), Arbeitszeiten bis zu sechzehn Stunden täglich, dreijährige Handwerkslehrzeit ohne Lohn, mehr als die Hälfte aller Jugendlichen in Betrieben beschäftigt, in denen überhaupt keine Erwachsenen arbeiten, von denen sie lernen könnten, ln der Debatte kommt das Streben nach fachlicher Fortbildung, die Forderung von Handwerksschulen zum Ausdruck, und man beklagt sich über Verständnislosigkeit von seiten erwachsener Arbeiter und über mangelhafte Bedingungen selbst in Arbeitskooperativen. Zwei Sonderprobleme beschäftigten die Versammlung. Zunächst die Stellung der genannten Arbeiterpfadfinder in der Organisation. Sie stellen eine sozialistische Pfadfindergruppe dar und umfassen die jüngsten der Arbeiter sowie — im wesentlichen — Schüler. Die Arbeiterjugend steht auf dem Standpunkt, daß der sechzehnjährige Pfadfinder zur allgemeinen Arbeiterjugend überzugehen habe und ihr seine Kräfte weihen müsse, die Pfadfinder können und wollen auf ihre reiferen Gefährten nicht verzichten, lieben ihre eigene Bewegung, sind aber bereit, von ihren Jugendlichen zu verlangen, daß sie beiden Organisationen angehören. Es handelt sich nicht eigentlich um zwei feindliche Brüder — wir kennen in Deutschland einen ähnlichen Gegensatz zwischen K.J.V. und Blauweiß —, die Frage wurde noch nicht endgültig geregelt, immerhin ist hier Konfiktstoff vorhanden. Ohne starke Gegensätzlichkeiten und ziemlich kurz wurde die Frage der links-poalezionistisclien Arbeiterjugund — Noar haowed al shem Boruchow —, erledigt Deren Vereinigung hat zunächst die Gründung der allgemeinen ״Arbeiterjugend“ vor zwei Jahren als Bagatelle behandelt, jetzt, nachdem diese sieh entwickelt, wünscht sie, in sie einzutreten, ohne ihre eigene Organisation aufzugeben. Oie Arbeiterjugend faßte demgegenüber noch einmal den Beschluß, daß innerhalb ihrer Jugendorganisation, die bestimmt ist, alle jugendlichen Arbeiter Erez-Israels zu umfassen, ohne Unterschiede der Anschauungen, eine Spaltung nach politischen Parteien nicht angebracht sei. fch hoffe, daß dieser gedrängte Bericht dem Leser ein einigermaßen deutliches Bild von der Tagung vermittelt, von der Not dieser Jugend, von Ihren politischen, ökonomischen, kulturellen Tendenzen sowie von der Sachlichkeit, die die dreitägige Aussprache beherrschte. Die Tagung gab hier hn Lande auch den Gegnern wiederum Anlaß, ihre ablehnende Haltung, mündlich und schriftlich, zu demonstrieren. In Kreisen des Hapoäl hazaTr macht man schon lange kein Geheimnis daraus, daß man dieser ״politischen“ Jugenderziehung mißtraut, und selbst ein Mann wie B i a 1 i k erklärte, daß er verhindert gewesen sei, die Tagung zu besuchen, er bedauere das jedoch nicht, da ihm Farbe und Ton doch nicht zugesagt haben würde, eine Anspiclung auf die Tatsache, daß der Saal nicht in Blauweiß, sondern ausschließlich in Rot geschmückt war, und daß nicht die Hatikwab, sondern die Internationale gesungen wurde. Ueber die Hauptprobleme, die mit der Erziehung dieser Arbeiterjugend Zusammenhängen, soll noch gesprochen werden. (Zweiter Teil folgt.) Kleine Nachrichten Ministerialdirektor Dr. Hans Schacffer, aus Breslau, der, wie uns aus Jerusalem berichtet wird, fünf Tage in Palästina weilte, konferierte mit Mitgliedern der zionistischen Palästina-Exekutive und Direktoren des Jüdischen Nationalfonds. Dr. Schaeffer zeigte großes Interesse für die Probleme der Arbeit und der Arbeitslosigkeit, mit denen er sich von Amts wegen in Deutschland beschäftigt, und gab den Behörden der zionistischen Palästina-Exekutive wertvolle Ratschlage in dieser Richtung. Wie der kommunistische ״Workers Weekly“ meldet, hat die kommunistische Partei Groß-Britanniens an die arabische Exekutive In Palästina eine Zuschrift gerichtet, worin sie erklärt: die Kommunisten würden die Araber in ihrem Kampf gegen den englischen Imperialismus unterstützen und d1׳־für eintreten, daß von Marokko bis Syrien einschließlich Palästinas eine Reihe von freien Arbeiter- und Bauernrepubliken geschaffen werden. Die soeben in Washington abgehaltene Konferenz des amerikanischen Misrachi fordert in einer Resolution die zionistische Exekutive auf, von der Palästina-Regierung unverzüglich Maßnahmen zur Sicherung des Rechtes der Juden auf ihre Heiligen Stätten zu verlangen. Auf Anregung der amerikanisch-christlichen Gesellschaft für Hilfe an Jud׳’n wurden am Sonntag, den 14. November, in tausenden Kirchen der Vereinigten Staaten die Andächtigen von der Kanzel herab aufgefordert, zürn jüdischen Hilfsfonds® (Joint) beizutragen. Ein Verein zur Abwehr des Antisemitismus wurde in Heidelberg ins Leben gerufen. Zu den Gründern gehören vor allem zahlreiche Professoren der Universität sowie evangelische und katholische Geistliche. Der in der Gründungssitzving gewählte Arbeitsausschuß setzt sich zusammen aus: Reichs justizminister a. D. Professor Dr. Radbruch, Legationsrat a. D. Prof. Dr. Brinkmann, Stadtpfarrer Maas, Dr. e. h. Marianne Weber, die Witwe Max Webers. Die ״Marvadia"-Tepplchfabrik hat sich wegen weiterer Teppichweber aus Persien an die Palästina-Exekutive gewandt. Obwohl die Fabrik schon 100 Arbeiter beschäftigt, muß sie noch weitere Kräfte einstellen. Gleichzeitig wird mitgeteilt, daß das Kapital um £ 3000 ertiöht worden ist. Bei der zionistischen Palästina-Exekutive ist ein Bericht über die letzte Jahreskonferenz der bulgarischen Zionisten eingegangen. Eine der Resolutionen beschäftigte sich mit der Errichtung einer bulgarischen Kolonie in der Gegend von Kubebe. Aus dem Bericht über dieses Projekt geht hervor, daß es trotz der langwierigen' Verhandlungen, die zwischen der bulgarischen Föderation und der Exekutive hierüber schon gepflogen wurden, noch einer Ratifikation verschiedener Punkte bedarf, über die eine Uebereinsthnmung bisher nicht erzielt werden konnte. ״Official Gazette“ veröffentlicht eine Liste mit Namensänderungen von mehr als 200 Juden. Es handelt sich in allen Fällen um die Umwandlung von polnisch, russisch oder deutsch klingenden Namen in hebräische Namen, wobei nicht immer der hebräische Name eine Uebersetzung des früheren, anderssprachigen bedeutet. Unter den neuangenommenen Namen findet man solche wie: Abrahami, Aloni, Armon, Avivi, Baruchi, Carmi, Boaz, Efrati, Israeli, Nachmani, Schmueü, Yanai. In der Regel werden Anträge auf Namensänderungen günstig erledigt. Ein Jerusalemer Hauswirt hatte laut ״J e w i s h Times“ seine Mieter wegen Sabbatentweihung in der Wohnung verklagt. Laut dem nunmehr gefällten Gerichtsurteil hat der Mieter die Wohnung zu verlassen. Es ist dies die erste gerichtliche Verurteilung in Jerusalem wegen Sabbatentweihung. Kürzlich wurden dem Moschaw Owdim Nahalal von der Versicherungsgesellschaft £ 1585,— als Entschädigung für das im Monat August verbrannte Getreide ausgezahlt. ^jjiiiiiiiiuiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimuiiiiniitiifiiiiiiiiiiuiiiiiiiiifiiiitiiiiiiHiiiiiiiinMiiiiiiminiififfini^ I Kinder I kommt und leiert das 2ftjihrige Jubiläum de« Keren Kajcmeth (Jfld. Nationattoad•). Am Dienstags den 14. Dezember« Findet In den Rlumen des Logenhauses« Kleistatrefte 10« ein Kinderfest stalt mit Kuik, Thamtar, Ktllcetafcl, GMdwDlu■ and UburaKkmg«n, Al« ThotentOck leiten wir [Mich — von Kindern aulgtführt — rum ersten Mtle du bib'-Uche Spiel die ״Arche Noah“ von Albert Bser. Eintrittspreis 1 Hk. Einlaß >44-4 Uhr (um 4 Uhr werden die Satltßrta geschlossen) Bons für Schokolade und Kuchen (nur für Kinder) werden mit den Eintrittskarten zugleich für 80 Pf. auagegeben Karten aind im Büro des Keren Ka)emeth, Meinekestr. 10, erhältlich- Jüdisch-nationale Frauen-Veretnigung. 111i111H11i«1111i111u1u111tmii1m₪iK1ni11(11wu1ffl1fi11n11i11M1u111111u1umii111111i1111111111(1111ti11n11H1H11111 I € Dem Andenken von Adalbert Sachs Um Adalbert Sachs trauern wir, ein Kreis von Zionisten, der ihn über zeitliche und räumliche Trennung hinweg als den Mittelpunkt einer eigenartigen zionistisehen Gemeinschaft verehrte. Die Wirkung der Persönlichkeit von Sachs auf seine Umgebung erschöpfte sich nicht in dem, was er tat und, im Kreise der ihm zugetanen Menschen, sprach: Sachs überzeugte bereits durch die reine Tatsache seines leuchtenden und lebendigen Daseins. Dieser bis in den letzten Winkel seiner Seele echte Mensch war ein Prüfstein für die Echtheit der Menschen, mit denen er in Berührung kam. Er schuf um sich eine Atmosphäre der Unbefangenheit, Freiheit, Heiterkeit, die dem Leben einen feineren und höheren Rei2 gab. Sachs gekannt, die Freude des Zusammenseins mit ihm genossen zu haben, ist ein Gewinn unseres Lebens, für den wir immer dankbar sein werden. Moritz Bileski, Kurt Blumenfeld, Erich Cohn, Richard Licht heim, Felix Rosenblüth, Rudolf Weißenberg, Siegfried Weitzmann. Von Waad Halasdion Vom ״Komitee für hebtäische Sprache“ (Waad Halaschon ha-iwrith), Jerusalem, wird uns geschrieben: An der Sprachen-Tagung, die in Jerusalem am vergangenen Lag Beomer zusammentrat, an der sich die Mitglieder des ״Waad Halaschon“, die Vertreter der wissenschaftlichen und kulturellen Institutionen der hebräischen Universität, der Lehrerorganisation, der Schriftstellervereinigung und des Kulturausschusses der allgemeinen Arbeiterorganisation beteiligten und die am 20. Tamus im Hause von J. L. Goldberg ihren Abschluß fand, wurden neue Mitglieder in den erweiterten ״Waad Halaschon“ gewählt. Ferner wurden durch die Tagung die neuen Statuten des Waad sanktioniert und der Beschluß gefaßt, mit Gelehrten und Forschern der hebräischen Sprache im Auslande Fühlung zu nehmen und sie zu korrespondierenden Mitgliedern des Waad Halaschon zu ernennen. Ferner wurde beschlossen, auch an verschiedenen Orten Vereine der Freunde des Waad Halaschon zu gründen, die es auf sich nehmen sollen, durch jährliche Beiträge den Waad zu unterstützen. ln den ersten Sitzungen am 10. Aw und 24. Aw begann der Waad mit seiner praktischen Arbeit und beauftragte das Sekretariat mit der Vorbereitung des Druckes der Termini technici für das Bauen, für die Umsätze und das Sanitätswesen, deren Veröffentlichung schon in dem ,,Qedenkbuch“ des Waad, das wieder neu erscheinen wird, vorgesehen ,war. Außerdem wurden den Mitgliedern des Waad Halaschon* neue Verzeichnisse von Termini technici geschickt, die von dem Technikum in Haifa vorgeschlagen werden. In den nächsten Sitzungen wird der Waad beginnen, die ersten Wörter-Listen für Steinarbeiten zu besprechen. Kürzlich verstarb in New York der bekannte jüdische Schriftsteller und Publizist J. J. Sewin, der unter dem Pseudonym ״Taschrak“ eine große Popularität genoß. Er war 1872 in Rußland geboren und kam 1889 nach New York. Seine politischen und literarischen Aufsätze sind mehrfach gesammelt erschienen. Marli■ Biber in Berlin Martin Buber hält am Montag, den 22. d. M., abends von 7—81/8 Uhr, tu der Cecilienschule, Nikolsburger Platz 5, einen Vortrag im Rahmen eines Zyklus ״Weltreligionen“ der Lessin g-Hochschule über das Thema ״Judentum“. Karten zum Preise von 1,— M. beim Sekretariat der Lessing- Hochschule, Augsburger Straße 43, und an der Abendkasse. GripptHvtrband Sachse■ — Anhalt Verbandstagung am Sonntag, den 28. November, vormittags 10 Uhr, in Magdeburg, Berliner Str. 30/31. Tagesordnung: 1. Referat von Herrn Isaak Feuerring, Berlin, über die gegenwärtige Lage in Palästina und dem Zionismus. 2. Referat von Herrn Dr. Alfred Schwarz, Berlin, über die Arbeit des Nationalfonds im Jublläumsjahr. 3. Aussprache. Vermischtes Oeffentliche Versammlung am Montag, den 22. d. M., abends 8 Uhr, Stadthalle, Klosterstraße. ״Protest gegen die Vergewaltigung des Volkswillens durch die Liberalen: der Kampf um die jüdische Gemeinde“. Referenten: Rechtsanwalt Dr. Köllenscher, Rechteanwalt Dr. Klee, Direktor Georg Kareski, Prof. Dr. Heinrich Loewe, Dr. Soloweitscnik, Rechteanwalt Dr. Epstein, Duisburg, Rechteanwalt Dr. Victor, Wandsbek, ur. Hugo Schachtel , Breslau, Rechtsanwalt Dr. Ca 1 mus, Hamburg, Arnold Wiener, Beuthen. Der Verband der Vereine für jüdische Geschichte und Literatur hält am 22. November d. J., abends 6»/* Uhr, im Logenhaus Kleiststr. 10, eine konstituierende Sitzung ab, in der auch über die Einrichtung von Bezirksverbänden und Wanderrednern beraten werden soll. Die Vorsteher der früheren Vereine für jüdische Geschichte und Literatur im Reiche werden gebeten, an dieser konstituierenden Vereammlung teilzunehmen. Nachrichten über Beteiligung an dieser Beratung sind an Herrn Benas Levy, Berlin, Spandauer Straße 41, zu richten. Die ״Vereinigung für die Interessen der Alten Synagoge“ veranstaltet am Montag, den 22. d. M., einen Vortragsabend, Beginn pünktlich 8 Uhr, im Verwaltungsgebäude, Rosenstraße 2—4. Herr Rabbiner Dr. L. A. Rosenthai spricht über das Thema: ״Kehilla-Leben vor 2000 Jahren“. Die Besucher und Besucherinnen der ״Alten Synagoge“ sowie Gäste sind willkommen. Für Aufführungen zu Chanukkah verweisen wir auf die 3. Auflage in dem Verlage ״Aufbau“, Berlin W 15, Meinekestraße 10, erschienenen biblischen Puppenspiele von Albert Baer; Figurinen von Käthe Baer-Freier. Inhalt: Josef und seine Brüder, David und Ooliath, Salomon und die Königin von Saba. Außerdem erscheint in demselben Verläge anläßlich des 25. Jubiläums des Keren Kajemeth ein neues, lustiges Spiel für die Kinderbühne: ״Die Arche Noah“. Gelsenkirchen. In gutbesuchter Mitgliederversammlung sprach am 10. November Herr Edmund Levy, Duisburg, über: ״Die politische Situation des Zionismus“.

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