Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 87 (5.11.1926)
- Date
- 1926-11-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 624 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 87 färbe, wiederholen sich dieselben Themen. Was er in seinen Gemälden so überzeugend zum Ausdruck zu bringen versteht und was in ihnen eine so faszinierende Kraft besitzt, weiß er durch die Beherrschung aller technischen Mittel der Schwarzweißkunst auch in den zahlreichen Blättern seiner Radierungen und Lithographien wiederzugeben, liier finden wir die Straßenbilder, Caftiiausszenen und Landschaftsdar- Stellungen wieder. Auch verschiedene seiner biblischen Bilder* wie Jeremias, Moses und David, erscheinen in abgeänderten Kompositionen. Eine große Mappe enthält biblische Idealgestalten, auch weibliche Typen, wie Ruth und Lea. — Rastlose Arbeit erhält diesen einsam lebenden, durch gar zu viel Enttäuschungen gegen seine Mitmenschen verbitterten, von vielen auch als eigensinnig und schroff verschrienen Künstler frisch und lebensfroh. Man betrachte nur seine Werke der letzten Zeit. So kann mir einer schaffen, dem die Natur immer wieder neue Begeisterung entlockt, dem die Sonne entgegenlacht und dem jeder Tag neues Leben beoeutet. Spät sind die Erfolge und die lange vorenthaltene Anerkennung gekommen. Eine große Ausstellung von 80 Bildern im Jahre 1016 löste begeisterte Kritiken aus. Man erkannte die Unterlassungssünde und feierte ihn als einen der wenigen, deren Ernst, Reinheit und Kraft volle Unabhängigkeit bewahrt. Zu seinem 60. Geburtstag veranstaltete die Berliner Sezession eine Sonderausstellung ihres Ehrcnmitgliedes. Betritt man heute das Atelier des Meisters, so ist man erstaunt über die Zahl neuer Werke, die den Riesenraum füllen. Die bunten Feuerwerke der Lichtreklame in den von Autos durchbrausten Straßen haben ihn zu seinem alten Lieblingsthema begeistert. Die Autolarnpen blitzen magisch auf, die Menschenmassen fluten hin und her, ein Hochbahnztia; saust wie ein Feuerschweif durch die dunkle Nacht. Was damals vor 37 Jahren wildes Entsetzen erregte, wird heute bewundert und gepriesen! Neue Landschaftsbilder vom Rhein, leuchtende Blumenstücke und — erst in den letzten Wochen entstanden — ein Dutzend Ansichten von London, die er in wenigen Tagen hintereinander gemalt hat und die ein Beweis seines unermüdlichen Schaffensdranges sind. Die dunstige Atmosphäre der in einer Mischung von Seeluft und Großsfadtstaub gehüllten Gebäude erinnert in diesen Bildern an Turner und zeigt den Künstler auf neuen Wegen seiner Meisterschaft. All diese Bilder aber werden übertönt von einem gewaltigen Werke, das noch der letzten Vollendung harrt, das ihn ganz besonders beschäftigt und das wieder anknüpft an die Reihe der großen biblischen Darstellungen: Jakobs Segen. Wie einst Remfcrandt diesem Thema seine höchste Meister- Schaft in dem Bilde der Kasseler Galerie lieh, so steht auch Urys neueste Bibelschöpfung auf dem Gipfel dieser seiner bedeutenden Werke. Und hier wird es uns wieder klar, was wahre Meisterschaft bedeutet. Nicht Farbe, Licht und Komposition, nicht das Können gibt dem Kunstwerke unvergänglichen Wert, sondern allein die Seele, die der Künstler in sein Werk gießt. AossteHangsstrelle Große Ueberraschungen oder die Entdeckung eines neuen froßeir Talents bringt die Sezession nicht Dafür sieht man die alten guten Bekannten oder neue, junge Künstler. Ernst Neuschuls Hafenbild — ״Verladeplatz“ am Wasser — rechtfertigt die Erwartungen seines ersten großen Anlaufes. Die Inbrunst und Leidenschaft des Bildes seiner jungen Menschen sind noch gut im Gedächtnis. In der Sezession begnügt er sich mit einer Landschaft in Violett und rosa, grüngelb und irrisierendetn Blau, ruhigen Farben, die in diesem Jahre — auch Sonderausstellungen bestätigen diese Tatsache — anscheinend die Lieblingszusammenstellung vieler Maler war, und nicht der schlechtesten. Die jüdische Kunst ist erfahrungsgemäß geschlossen meist in der Novembergruppe. Josef Budko zeigt aber doch eine .sehr beachtenswerte Probe guter jüdischer Kunst in seinem neuen Gemälde: Leid. Christus am Kreuz symbolisiert das Leid der Menschheit, das anerkannte Leid der — anderen. Unter dem Kreuz aber steht ein Jude mit der ganz alltäglichen Sorge um das Leben jedes Tages. Der Sorge, die aber doch genügt, daß der Blick erfahrungsschwer wird und voll von Resignation und Schmerz um den nächsten Menschen. Chagall, der schon auf der großen Berliner nur mit einem guten alten Bild vertreten war, befriedigt auch in der Sezession nicht, ln seiner Komposition {,der Geiger“ erinnern nur Blick und Gang des listig Weisen an den großen Chagall. Jakob Steinhardt zeigt sich diesmal als Sozialkritiker. In seinem Dirnen-Cafü erscheinen die Typen mit erschreckender Lebendigkeit. Hohn, Zynismus, Stumpfsinn, Verkommenheit aller Grade sind mit starkem Temperament und fester Hand aus der harten Wirklichkeit in ein packendes Bild gedrängt. Lesser Ury ist friedlich. Er zeigt Landschaften: die Themsebrücke im Nebel. Zwei Bilder variieren das Thema. Diese Bilder sind eine interessante Parallele zu Gemälden, die in der Zeit des Impressionismus zu heftigen Diskussionen Anlaß gaben. Whistler hatte recht. Der ״extreme“ Impressionismus der 90er Jahre konnte schon damals in der Landschaft seine Rechtfertigung finden. Heute malt ein Schüler der Impressionisten in ihrer revolutionären Art seine Tatsachen. Graublau, ganz leicht schimmernd, die Sonne ein gelber Strahlenkranz durch glänzendes Weiß, im Wasser spiegelnd der einzige vielfarbige Fleck —• zart violett, gelbblau und rot —, ist dieses Bild ein wundervoller Spätbeitrag zu den besten Bildern des Impressionismus. Auch Struck zeigt wieder eine Landschaft aus der ״Bucht von Haifa“. Ein Haus und eine Palme in Farben, die uns noch von den letzten Bildern bekannt sind. Rudolf Großmann, der Zeichner, ist in einer ״Berliner Landschaft“ frisch, unsentimental und kritisch. Eugen Spiro zeigt ein gutes Straßenbild. Von den Pariser Gästen erringt sich besonders G A1 i x größere Sympathien mit einer sehr netten, frech witzigen Gerichteszene mit elegantem Strich ״hingelegt“. Die Macht des Gesetzes, die hohe Polizei, repräsentiert sich im Lande Cyranos und mit seinem Witz als wundervolle Gurkenzucht. Walter Trier gibt in seinem abgezirkten Gebiet versclimitzt Tiefes. Moise Kisling zeigt einen guten weibliehen Akt, Ernst Stern ein sehr beachtenswertes Varietdbild. Von (dem Niehtjuden) Erich Büttner sieht man diesmal nur ein Bild. Es ist ein sehr gutes Porträt von Arnold Zweig. Der Dichter sitzt bequem zurückgelehnt, neben sich Bücherregale, befreundetes Element Der nach der Stoffbezwingung zufriedene ״Künstler In seinem Heim“ saß dem gleichgestimmten Künstler der anderen Fakultat. Die skeptisch kritischen Augen und der Mund formen sichtlich eine spöttische Bemerkung. Die beachtenswerteste Sonderausstellung brachte — leider nur allzu kurze Zeit — die Galerie Kasper, Kurfürstendamm: MaxLiebermanns graphisches Werk übersichtlich geordnet nach dein Standart-Werk von Schiefler (Verlag Bruno Cassirer). Wer über Liebermanns Graphik gut orientiert sein will, findet sie hier bis zum Jahre 1922 vollzählig, mit vielen Reproduktionen und leicht auffindbar durch geschickte Inhaltsanordnung. Die Neuauflage läßt hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten. Der Graphiker Liebermann, der Zeichner mit dem Aetzstift oder der Lithograph erneuen in jedem Blatt den unbestrittenen Ruhm des Meisters der großen Linie. Nahezu Altmeisterart in der Reife dieser Linie, auch in den ganz frühen Blättern. Wundervoll ist ein Reitknecht mit Pferd, eine Kaltnadelarbeit von 1912 oder die Polospieler auf Pferden. Wie feinbeweglich ist die Linie des leicht gebogenen Halses! — An Dürers Reisechronik erinnert man sich vor den Radierungen aus dem Amsterdamer Ghetto (1908). Wohlbekannt — nicht minder Chronik —, Kulturchronik aus schweren Jahren, sind die Konzertbilder, Radierungen aus dem Jahre 1922. Und still und groß ist die Landschaft, Dünen und einsame Häuser — immer groß in der Linie. Jetzt zeigt die gleiche Galerie (ein Liebermannraum ist auch jetzt noch zu seh'n) eine junge Malerin: EI Ii Heiman n. Erstaunlich ist die Entwicklung. Corinthschülerin, beginnt sie doch nicht in der Meisterart. In einem von drei früheren Bildern sieht man sie um die Landschaft bemüht, aber ganz von vorn beginnend, nur vor der Natur. Grad das Nicht bezwungene zeigt die Anfängerin auf eigenen Wegen. Aber ein Haus, nahezu eingesunken in den Grasstreifen auf dem es steht, leuchtend weiß mit rotem Fensterrahmen und der gestaltende Versuch, wirkliche Erde zu geben, verraten den festen Willen zur Bewältigung des nur widerwillig sich gebenden. Und das ist das erfreuliche, wie bald es gelingt! Eine Reise nach Italien und später nach Frankreich vollenden sie. Ein beachtenswertes männliches Porträt beweist aber, daß sie die Selbständigkeit, die ihr in der Behandlung der Landschaft noch fehlt, in der Menschengestaltung schon hatte. Elli Heimann strebt zur Farbe, durch das Helle zur Befreiung und all das, was die Anfangsbilder im Kern enthalten, zeigen die Bilder der Reise. Die selbständige Künstlerin zeigt vor allem die Reise nach Frankreich. Die tHle Genfer Landschaft ״Straße in Villeneuve“, ein kleines Bild ״Avignon“, ein ״Seine-Spaziergang“ sind schon ganz r ife L׳;'voller Kultur. Elli Heimann brauchte mir noch die Beherrschung der Landschaft. Jetzt ist es ihr Vorzug, daß sie nicht nur Landschaftierin ist. Ihre Menschen, die sich zwanglos natürlich bewegen, fügen sich schwingend der Landschaft ein. Schlendernde Matrosen, Hafenarbeiter bei der Arbeit, ein Mann, der mit durchgedrückten Knieen geht, all das ist lebendig dargestellt. Das große leb״nd!ge Bilderbuch bewegter Landschaft. Deshalb war auch der Gipfelpunkt Paris. Ein ״Montmartre-Bild“ Blick auf das abendliche Paris zeigt die Gestalterin, die zu großen Hoffnungen berechtigt. Rudolf Levv (Sonderausstellung bei Flechtheim) lebte lange in Paris. Auch die Sezession bringt zwei Bilder von ihm. ein Porträt und eine Landschaft. Rudolf Lew ist Landschafter, und was er bei Flechtheim zeigt, ist reifes Werk. Er hat längst seine Form gefunden, und er kann mit ihr schenken, d h. die Jahreszeiten beschenken ihn. ln einem Sanary-Bild isl es der Blütenfrühling, in einem anderen der reife Sommer, rote und gelbe Felder, blaue Berge und bewegtes, hügeliges Land! MSn möchte sagen, er ist disfanziert. Seine klaren, hell-leuchtenden Farben sind so sicher. Ab*r in ein״m Buch mit Reproduktionen sieht man ein Bild ״Eisenbahnschienen“, die ohne Zug fortrasen. Die Landschaft rast vorbei. — Die Bilder dieses Jahres sind ruhiger. Ein Bild erinnert an die lächelnde Philosophie von Chinesenköpfen, obwohl kein Chinese zu sehen ist, nur ein gelbweißes Haus und merkwürdig exotisch wirkende Bäume. Die Bäume scheinen rätselhaft zu lächeln. Ruth Morold. ״Halimair Konzert Die Gesellschaft der Freunde jüdischer Musik und der rührige Juwal-Verlag veranstalteten ein Konzert unter Mitwirkung der Mitglieder der ״Habimah“, das einen glänzenden Verlauf nahm und einen Sturm der Begeisterung in dicht gefülltem Meistersaal entfesselte. Es war ein glücklicher Gedanke, den Aisschluß des ״Habimah“- Gastspieles durch ein Konzert zu feiern. Wieviel gerade die Musik bei Aufführungen dieser Kunstgeroeinschaft bedeutet, weiß jeder, der diesem beigewohnt hat. Die Intensivierung des Wortes ergab dort schon im rein sprachlich-dramatischen Gebrauch die Notwendigkeit eines Musizierens, eines Sing-Sanges, der zwischen den Grenzen des Gesprochenen und Gesungenen schwebend, den Sinn des Vor-?etragenen aus der Sphäre aller Deklamation heraushob und ihm die nbrunst fanatischen Erglühen«, restlosen Eingehens in Gott gab. So ist Synagoge und Musik (aber auch das Chassidentum und Musik) innigst verknüpft, echte jüdische Musik gedeiht, wo beides im Blut des Schöpfers leben, wirklich unmittelbar wirkt jede jüdische Musik, die religiösen Tonfall, verzückte Entrücktheit der Diktion, des Ausdrucks, hat. — Bei den Habimah-Leuten geschah jedoch noch mehr, selbst Fremdes tauchten sie — kühn und vom Kunstwillen besessen — ins Judentum und machten so das Fremde — durch den Tonfall — legitim. Dr. Sehalom Hildesheimer dankte in kurzer Anspräche der Habimah für all das Wunderbare, das ihre Kunst uns geschenkt hatte und sprach allen sicherlich aus dem Herzen, als er sie bat, bald zu uns zurückzukehren. Es folgten nun Rezitationen der Chanah Rowina, Gesänge vorgetragen von Isaak Goland und Tänze des Benjamin Zemach. Ghana Rowina! Unvergeßlich bleibt jedem, der diese wunderbare Frau gehört und gesehen hat, der erschütternde Eindruck ihres Vortrages. Schon aas Bildhafte ihrer Erscheinung, die Färbung dieser melodiösen Stimme, die in allen Lagen klingend und lebendig den schwierigen Uebergang vom gesprochenen Wort zum Gesänge findet, wirkt tief und restlos. Ihr Wesen ist Musik, Musik ist die hehre Anmut ihrer Hände, die Geste ihres Armes, Musik ist das Erleben ihres Herzens, das Aufgehen in reinster Kunst. Fragmente aus einer Erzählung von U. N. Gnessin, aus dem ״Hohen Lied", aus ״Dybuk“ und der gewaltig aufgebaute Monolog aus dem ״Ewigen Juden" von Davia Pinsky, erschütterten immer wieder die begeisterten Zuhörer. Die Tänze des Herrn Benjamin Zemach gehören zu dem Interessantesten des Programms. Schon in den Bettlertänzen in ״Dybuk“ sahen wir Proben eines neuen Kunstwillens, der den Tanz aller Materie entrückte, ihn zum Ostinato, dem Rhythmus des ganzen Stückes machte. Derselbe Kunstwille ist es, der uns den Badchentanz und den Bettlertanz durchaus crlebnishaft empfinden läßt, während der wesenlosere, blasse Exzentrische Tanz abfiel. Herr Zemach tanzt mit großer geistiger und oft erstaunlicher physischer Beherrschung, anscheinend angeregt durch das (ganz neue) Russische (Moskauer) Ballett. Wir beglückwünschen ihn zu seiner Idee und hoffen, daß in ihm die für uns ganz neue Tanzkunst einen fruchtbaren Anreger gefunden hat. Das erstaunte, erfreute Publikum kargte nicht mit reichem Beifall. Isaak Golands Gesang hat durchweg hohes Niveau, seine Stimme ist durchgebildet und trägt, sie steht ganz und gar im Dienste seiner eminenten Vortragskunst. Er sang Lieder und Gesänge von A. Kr ein, (einem anscheinend sehr kultivierten Komponisten mit eigenem Profil), M. Gnessin, M. Miiner und J. Engel. Während dio Gesänge von Engel zwar nicht bodenständig in ihrer Thematik sind, dennoch einen Meister seines Metiers verraten, leiden die anderen Lieder an der unselbständigen Syuagogaldiktion, mit der sich harmonisch — nach der Art Ravel» in seinem ״Kaddisch" — auseinanderzusetzen, den Komponisten an Mut und •— Kenntnissen fehlt. Wenn der Eindruck dennoch ein sehr starker war, liegt es an der Vortragskunst des Herrn Goland, der enthusiastisch gerufen und gefeiert wurde und sich schließlich zu Zugaben (aus ״Figaro'' von Mozart) genötigt sah. Dr. K. R, Hebräische Lehraistiit 4er Jüdischen Gemeinde zn Berlin Der Unterricht in den beiden Anfängerklassen für Erwachsene findet Dienstag und Sonnabend 1/38Uhr abends in der Hebr. Lehranstalt, Große Hamburger Str. 27, statt. Neuaufnahmen können nur noch am Sonnabend, den 6. November, erfolgen. — Wir weisen besonders auf den Morgenkursus hin, der im Mai ds. Js. begonnen hat und zweimal wöchentlich, Montag und Mittwoch, 1/88 Uhr, im Westen, im Nebengebäude der Synagoge, Pestalozzi- Straße 14/15, abgehaiten wird. — Der Unterricht in der Schülerklasse für Vorgeschrittene ira Westen findet in der Gemeindeschule, Joachimsthaler Str. 32, Montags 1/45-8/17 Uhr, statt.. — Sprechzeit: Mittwoch 8—8«/י Uhr abends und Sonnabend 9—1/210 Uhr abends in der Hebr. Lehranstalt. Telephonische Sprechzeit: Täglich 1—2 Uhr (Uhland 6985). N. Berggrün, wilm״ Prinzregenstr. 94. Dr. Sichel zorflckptretea Chemnitz. Herr D. Sichel ist von seinem Amt als Gemeindeverordneter zurückgetreten. Er hat damit einen Schritt vollzogen, durch den die Kämpfe in der Chemnitzer Gemeindestube ihren persönlichen Charakter verlieren könnten. Herr Dr. Sichel hat durch diesen Schritt zum Ausdruck gebracht, daß ihm die sachliche Behandlung der Oemelndeangelegenheiten wichtiger erscheint als Fragen des persönliehen Prestiges. _ Breslau. In Breslau fand am 24. Oktober eine Tagung des Zionistischen Gruppenverbandes statt, auf welcher Fragen der Winterarbeit besprochen wurden. Namens der Z. V. f. D. nahm der zweite Vorsitzende, Herr Dr. Martin Rosenblüth, an den Beratungen teil. Im Rahmen der Tagung hielt Herr Felix Rosenblüth, Mitglied der Zionistischen Exekutive, der gerade in Breslau anwesend war, ein Referat über: ״De Lage im Zionismus und die zionistischen Gegenwartsprobleme.“ Vermischtes Der Wohlfahrtsverein (Raudef Zedokoh) Berlin veranstaltet in seinem Vereinslokal Rosenthaler Str. 11/12 jeden Sonnabend künstlerische Abende, anschließend Tanz. Sonnabend, den 6. d. M., wird der Einakter von Sehalom Alechum ״Der Doktor“ vorgeführt, es folgen Gesangsvorträge von Herrn Sakascheinski und FrL Lehmann. Jeden Sonnabend neues Programm. Die Vereinigung für die Interessen der Alten Synagoge veranstaltet am Montag, den 8. November d. J., einen Vortragsabend, Beginn pünktlich 8 Uhr im Verwaltungsgebäude, Rosenstr. 2/4. Herr Rechtsanwalt Sammy Gronemann spricht über das Thema: ״Jüdische Kuriosa“. De Besucher und Besucherinnen der Alfen Synagoge sowie Gäste sind willkommen. Konzert Torkanowsky-Wlttenberg. Mittwoch, den 10. November 1926, findet im Meister-Saal, Köthener Straße 38, das vom Verbände der konzertierenden Künstler Deutschlands veranstaltete Konzert von Herta Torkanowsky (Klavier) und Alfred Wittenberg (Violine) statt. Beginn 71/3 Uhr abends. Eintrittskarten an der Abendkasse. ״Zionistische Neuorientierung“. Die nächsten Vorträf, des Zyklus über die ״Zionistische Neuorientic rung“ finden am Dienstag, den 9. d. Mts., und Dien tag, den 16. d. Mts., im Sitzungssaal, Meinekestr. 10, abend. 81/2 Uhr, statt, und zwar wird Herr Dr. W e 11 s c h am 9. über das Thema: ״De Arbeit in Palästina und die Lehre der Tat- Sachen“, und am 16. d. Mts. über: ״Grundlinien einer mögliehen zionistischen Politik“ referieren. Die Debatte wird erst am Schluß des Zyklus stattfinden. Berliner Zionistische Vereinigung. Infolge des außerordentlichen Interesses, das der erste Vortrag des Herrn Dr. M o t z k i n gefunden hat, findet ein zweiter Vortrag des Herrn Dr. Motzkin am Donnerstag, den 11. November, abends 81/3 Uhr, im großen Saal des Gemeindehauses, Rosenstr. 2/4, statt Das Thema lautet: ״Was können wir Juden vom Völkerbund erwarten.“ Eine jüdische Volkshochschule. In der Vorlesung, die Dr. Fritz Schiff in der Freien Jüdischen Volkshochschule über: ״Die Bibel in der bildenden Kunst hält, wurde bisher in interessanter Weise dargelegt wie sich die biblische Geschichte in der Darstellungsweise aer alt-christlichen und byzantinischen Kunst zeigt. Dabei wurde ein LichtWIdermaterial dargeboten, das über den Kreis der eigentlichen Kunsthistoriker bisher kaum bekannt ist. Es folgt jetzt die Darstellung der Bibel in der romanischen Kunst, die ebenfalls viel bisher wenig gezeigtes Material bieten wird. De Vorlesungen finden Donnerstag, abends V29 bis V210 Uhr in dem Vortragssaal der Synagoge Fasanenstraße statt. De Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums hielt am Sonntag, den 31. Oktober, eine feierliche Gedenkfeier für den verstorbenen Dozenten Dr. Martin Schreiner und die verstorbenen Kuratoriumsmitglieder Geheimrat Meyer, Geheimrat Mosse und Weiß ab. De Gedächtnisrede hielt Rabbiner Dr. Baeck, Hebräischer Kindergarten Rüdesheimer Platz (Fahrtvb. Untergrundbahn, Straßenb. 69, Autobus 25) sucht noch einige Kinder. Anmeldungen erbeten an Frau Dr. Freundlich, Friedenau, Mainauer Str. 7. Tel Rheingau 8557. Jubiläumsfeier des K.K.L. in Prag. Die Landeskoni• mission des K. K. L. für die Tschechoslowakei veranstaltet am Sonnabend, den 6. d. M., abends 8 Uhr, im Festsaal des desK. K. L. mit dem Programm ״Volk und Land“; Referenten: Herr Kurt Blumenfeld, Berlin, und Dr. Ang. Goldstein, Prag. Am Sonntag, den 7. d. M., 9 Uhr vormittags, findet hu Herdersaal, Prag II, Ruzova 5, eine Jubiläums- Generalversammlung statt. Der Zen trat wohl fahrtsstelle der deutschen Juden wurde ab Zeichen der Anerkennung für die in hervorragendem Maße bei dem Aufbau der Ausstellung Gesolei in Düsseldorf gelebtete Hilfe die Goldene Medaille der großen Ausstellung Düsseldorf 19% verliehen.