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Jüdische Rundschau · 1926-10-15 · Heft 81 (15.10.1926) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 81 (15.10.1926)
Date
1926-10-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 578 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 81 ״Arbeitsgemeinschaft misrachlstlscher Verbinde*' Am Sonntag:, den 10. Oktober, fand in Berlin eine Beratung misracliistischer Landesverbände statt, an der die Landesorganisationen von Deutschland, Oesterreich, Holland, Tschechoslowakei und der Schweiz vertreten waren und an der auch Prof. Pick, Jerusalem, und Hermann Struck, Haifa, teilnalimen. Die Anregung zu dieser Besprechung war schon auf der Weltkonfercnz des Misrachi in Antwerpen gegeben worden, da dort die Zweckmäßigkeit eines engeren Zusaminenarbeitens der benachbarten mitteleuropäischen Landesverbände, die auch anschauungsmäßig einander nahestehen, zutage getreten war. Durch Beschränkung der Redezeit für Referenten und Diskussionsredner konnte trotz der mir eintägigen Dauer der Konferenz das Resultat der Tagung erreicht werden, die Arbeitsgemeinschaft zu schaffen. Der Konferenz lagen Begrüßungsschreiben des Merkas Olami in Jerusalem und mehrerer Landesverbände vor. Das einleitende Referat: ״Der Misrachi nach der Antwerpener Tagung“ wurde von Dr. Wolfsberg gehalten. Er verlangte eine eindeutige, scharf umrissene Kulturpolitik nach außen und innen. Auch in bezug auf die politische Arbeit hält Referent gemeinsames Arbeiten der Landsmannschaften für ersprießlich, wenn er auch der Ansicht ist, daß hier die Uebereinstimmung nicht soweit wie auf kulturellem Gebiet gehe. Redner faßte dann zusammen, welche Hoffnungen er auf eine Interessengemeinschaft der Verbände setze. de Beer, Amsterdam, sprach über die Aufgaben der einzelnen Landesorganisationen. Für die Institutionen des Misrachi sind Sammelmittel zu schaffen, die periodisch in allen Ländern mit gleich abgestimmter Propaganda anzuwenden sind. Redner macht einige Vorschläge, bei denen darauf geachtet ist, daß sie mit den bisher gebräuchlichen, auch denen des Jüdischen Nationalfonds, nicht konkurrieren und sich den Gebräuchen des traditionellen Judentums anpassen. Insbesondere für die Tachkemoni-Fonds tritt de Beer stark ein. Für die Propaganda soll der Merkas geeignetes illustriertes Material zur Verfügung stellen. — Die Jugendarbeit sei recht intensiv zu gestalten, aber zu entpolitisieren. Zweck müsse Erweckung der Liebe zum jüdischen Schrifttum und zu Erez-lsrael sein. Als Vorbild stellt Referent die holländische Jugendartreit hin. Die Haehschara und Chahiziuth müssen gefördert werden; doch dürfe sich die Jugendarbeit nicht nur hierauf erstrecken, und man müsse sicli vor Augen halten, daß nur die geistig und körperlich am stärksten gefestigten Elemente hinübergesandt werden dürfen. Lazarus Barth führte zum Thema ״Presse- und Kuiturpropaganda“ aus: Die Schaffung des Wochenblatfes, so unbedingt notwendig sie ist, ist zurzeit nicht möglich, da alle flüssig zu machenden Mittel zurzeit Erez-isracl zugute kommen müssen. Dagegen ist die zionistische und die übrige Presse, die Verständnis für unsere Arbeit zeigt, in viel höherem Maße als bisher von unsern Publizisten zu benutzen. Ferner ist das seit zwei Jahren vom Berliner Zentralbureau herausgegebene Nachrichtenblatt auszubauen und insbesondere durch Korrespondenzen aus Erez-israel reichhaltiger und interessanter zu gestalten. Die Landsmannschaften, die sich der Interessengemeinschaft anschließen, sind zur Mitarbeit heranzuziehen und sollen auch unter ihren Mitgliedern das Blatt verbreiten. Redner spricht dann über den Hator und verlangt eingehende theoretische Begründung grundsätzlicher Fragen des Misrachi. Als Beispiele geht er auf die spezifische Note in dem misrachistischen Schulwesen ein. Die Referate auf den pädagogischen Konferenzen in Erez-lsrael müßten veröffentlicht werden. Auch die Stellungnahme des Misrachi zur Stimmrechtsfrage ist von autoritativer Stelle öffentlich zu begründen. Unverzüglich sei der Antwerpener Beschluß betreffs des Korrespondenzblatts für die Presse durchzuführen. v Dr. Axon. Bar^h referierte üb^r ״Geraeindearbeit und Vorarbeit zum Kongreß“, Er begründet die Notwendigkeit der Oemeindearberf, Für das die Äfbeitsgemelnschaft ein Programm auszuarbeiten habe. Redner beleuchtet die Stellungnahme zu den Parteien inner- und außerhalb Deutschlands. — Hierauf äußert er sich zu den durch die Schaffung des Einheitsschekels veränderten Verhältnissen bei der Vorbereitung zu den Zionistenkongressen. fn der Diskussion über die Referate wurde hauptsächlich darüber gesprochen, in welcher Weise die zu gründende Arbeitsgemeinschaft den Aufgaben gerecht werden kann und in welcher Weise sie auf- und auszubauen ist. Eingehend spricht Prof. Pick über seinen Eindruck von der gegenwärtigen Struktur einerseits des Misrachi, andererseits der übrigen Organisationen. Er gibt eine Darstellung der Arbeit der Zentralen in Jerusalem und begründet mit Schärfe die Notwendigkeit der Konstitution der Arbeitsgemeinschaft. Ueber deren Aufgaben und Arbeitstechnik hielt Alexander Adler ein Referat, das die Arbeit nach außen und innen umriß und die Tätigkeitsgebiete abgrenzte. Die Kommissionen für Gründung der Arbeitsgemeinschaft, für Presse und für Jugendarbeit erstatteten nach zweistündiger Pause ihren Bericht. Die Aufgaben der Gemeinschaft wurden wie folgt festgestellt: Gemeinsame Organisation und Propagandaarbeit, Schaffung eines gemeinsamen Presseorgans, Intensivierung der Arbeit für die misrachistischen institutionen Erez-Israels, Vertiefung der misrachistischen Gedankenwelt, Galutharbeit nach gemeinsamen Gesichtspunkten. Das Generalsekretariat wurde beauftragt, die nötigen Schritte zur Schaffung eines Presseorgans einzuleiten. Durch Akklamation wurde die Gründung der Arbeitsgemeinschaft misrachisfischer Verbände beschlossen, ein provisorisches Budget festgelegt und seine Aufbringung übernommen. Die nächste Vollversammlung soll in zwei Monaten stattfinden. Eine Reihe von Resolutionen der verschiedenen Landsmannnschaften wurde teils dem Generalsekretariat, teils dem Merkas in Jerusalem zur Berücksichtigung übergeben. Die Verhandlungen zeigten erfreulicherweise, wie sehr gerade die gegenwärtigen Schwierigkeiten, unter der die F.icy- Israel-Arbeit leidet, den Eifer anspornt, die Hindernisse zu überwinden und neue Stützpunkte für jüdische Tätigkeit itn Lande zu schaffen. L. B. Die Entwicklung Palästinas Acußerungen des anglikanischen Bischofs. London, 10. Okt. (J. T. A.) In diesen Tagen wurde hier die Jahresversammlung der Jerusalemer und der Orient- Mission im Kirchen hause zu Westminster abgehalten. Der Vorsitzende Lord Laming ton führte aus, seit dem Kriege weist Palästina eine Entwicklung auf, wie man sie in mehreren früheren Jahrhunderten nicht erlebt habe. Auch die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Anhängern der verschiedenen Glaubensbekenntnisse haben sich dank dem weisen Wirken des Bischofs von Jerusalem Dr. Rennie Mc. Innes stark gemildert. Hierauf sprach der Bischof von Jerusalem selbst und hob hervor, daß die Bevölkerung Paiästinas mehr als je zuvor in Eintracht nebeneinander lebt. Die Unternehmungen, zu denen Sir Herbert Samuel den Grundstein legte und die von seinem Nachfolger Lord Piumer ausgebaut wurden, seien von einem Erfolg, wie er bisher in der Geschichte nicht a u f z u weisen 5 e i. Die kulturelle Entwicklung schreite vorwärts. M. ML ttlnawer Paris, 11. Oktober. (J.T.A.) Am Sonntag, den 10. Okt, ist in Paris nach kurzem Leiden der berühmte russisch-jüdische Rechts gelehrte und Verteidiger Maxim Moissejewitsch W i n a w e r gestorben. M. M. Winawer war in der vorrevolutionären Zeit die markanteste Führerpersönlichkeit unter der russischen Judenheit. Als einer der Führer der konstitutionell-demokratischen Partei in Rußland (Kadetten) wurde er in die erste russische Duma gewählt, wo er sich als ein glanzender Redner und Verfechter der Demokratie hervortat und dadurch große Poptilaritat erlangte. Nach den Pogromen in Kischinew und Hornel, die unter Mitwirkung der zarischen Polizei veranstaltet wurden, übernahm Winawer die Rechtsvertretung der jüdischen Pogromopfer. Denkwürdig wurde seine große Rede, die er nach den Pogromen in der Duma hielt, und in der er scharfen Protest gegen die Judenunterdrückung und gegen die Pogrom nolitik der Regierung einlegte. — Nach der Kommunistischen Revolution verließ winawer Rußland und lebte meistens in Paris. Seine frühere antizionistische Stellung hat er in den letzten Jahren geändert; er sprach sieh wiederhol für Mitarbeit aller Juden beim Palästina-Auf bau aus. ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■ ■ Keren Haiessofl (Jtidisclies paiastuiauian) u. > ■ ■ 9 9 9 9 9 Einmaliger Vortrag ■ Prof. Dr. Franz Oppenheimer [ Frankfurt a. M. ■ ״Kritisches und Positives :! zum Palästinawerk“ ■ Montag, den 18. Oktober, 8 Uhr, Blüfhnersaal, Lützowstrafie 76 ■ * B B Karten zu Mk. 2.— und ML 1.— bei Bote & Bock, B * Theaterkasse Tietz, Buchhandlung Ewer, Buchhandlang ■ ■ Kedem, Büro des Keren Hajessod, Meinekestr. 10 und J B an der Abendkasse. / Studierende and Mitglieder von b J Jugendorganisationen ML 0,50 (nur im Sekretariat des 2 B Keren Hajessod, Meinekestr. 10). 2 BBBBBBBBBBBflBflflBBflBBflBBBBBBBBBBBBBBBflflBK Die Stellung Emir Abdallahs Jerusalem, 8. Oktober. (J.T.A.) Mehrere fransjordanische Notabeln haben an das Koionfenministerium in London ein Memorandum gerichtet, in welchem gegen das Regime des Emir Abdullah von Transjordanien geklagt wird. Der Emir, heißt es darin, tue nichts für das Lland, sondern verwende alle öffentlichen Einkünfte für seinen persönlichen Gebrauch; er herrsche wie ein mittelalterlicher Despot. In dem Memorandum wird gefordert, daß das Kolonialamt Abdullahs Einkünfte von 24 000 Pfund auf 5000 Pfund reduziere und daß der Rest zur Förderung der Landwirtschaft verwendet werde, Emir Abdullah selbst weilt pKpwfärtig.f», R״al#sti,na,, wo er einen Ausgleich zwischen den arabischen Parteien zu vermitteln versucht. Er hatte Unterredungen mit dem Oberkommissar Lord Piumer, dem Chefsekretär Colonel Symes und war Gast arabischer Notabeln in Jerusalem, Jaffa und Ramallah. Bekanntlich hat Lord Raglan vor einiger Zeit im britischen Oberhaus gegen den Despotismus und die Verschwendungssucht des Emirs von Transjordanien Klage geführt und gesagt, Trans jordanien entwickelte sich unter Abdullahs Herrschaft zu einer Stätte der Korruption und des Chaos. Das dürfte nicht unter britischem Namen geschehen. Oroßbritannien müsse eingreifen. Die jüdischen Beamten Palästinas Jerusalem, 12. Okt. (J. T. A.) Der soeben veröffentä :hten offiziellen Liste der höheren Beamten der Palästina- Regierung ist zu entnehmen, daß unter den 398 höheren Beamten 43 Juden sind. Die Departements für Eisenbahnen, Post, Polizei und Bildungswesen haben fast gar keine jüdischen Beamten. Auch beim Landwirtschaftsgericht und beim Grenzmilitär sind fast keine höheren jüdischen Angestellten anzutreffen. Die jüdischen Arbeiter Amerikas lür Palästina New York, 1. Oktober. (J.T. A.) Im Pennsylvania- Hotel fand unter dem Vorsitz von Max Fein eine Sitzung des Arbeiter-Komitees für die Palastina-Camp a g n e, der eine Reihe Arbeiterführer aus den Zentren Amerikas beigewohnt haben, statt. Dem Bericht war zu entnehmen, daß die Kampagne der jüdischen Arbeiterschaft 111000 Dollar erbracht hat; 87 000 Dollar wurden bereits nach Palästina abgeschickt. Den Vereinigten Jüdischen Gewerkschaften wurde der Dank für die Führung der Kampagne ausgesprochen. Die Versammlung beschloß, eine permanente Arbeiterkörperschaft in Amerika zu gründen, die die Aufgabe haben soll, die jüdische Arbeiterschaft in Palästina im Aufbau des Landes zu unterstützen. Es wurde ein Komitee aus 27 Personen gewählt, das die Arbeit für Palästina leiten und die nächste Kampagne vorbereiten solle. Handelsbeziehungen zwischen Polen und Palästina Warschau, 10. Oktober. (J. T. A.) Der polnische Handelsminister teilt mit, die Regierung beabsichtige, auf der Ausstellung für Palästina und den Nahen Osten in Tel-Awiw einen eigenen polnischen Pavillon zu errichten, um so die Bedeutung der Handelsbeziehungen zwischen Polen und Palästina zu unterstreichen. Führende polnische Großindustrielle teilten der polnisch-palästinensischen Handelskanimer mit, sie beabsichtigen, die Ausstellung in Tel-Awiw zu beschicken. Die Kontrolle Aber die Palästina Einwanderung Wie die Palästinensische Telegraphen-Agentur erfährt, hat das englische Kolonienministerium zugestimmt, daß die Permits Section, deren Amt cs ist, Erlaubnisscheine für die Einwanderung auszugeben, aufgelöst wird und daß ihre Befugnisse der Polizei übertragen werden, Ursprünglich wurde die Einwanderung von der Abteilung für Immigration und Handel kontrolliert. Diese wurde in! April 1924 liquidiert, und die Kontrolle der Immigration der neugeschaftenen Permits Section des Regicrungssckretariates übertragen, deren Leiter, Mr. Albert M. Hyamson, gegenwärtig von einer Europatour aui der Rückreise nach Palästina bcgrifteu ist Eingesandt Von der ״Hitachduth Oie Polonia“ (Vereinigung der Immigranten aus Polen) erhalten wir eine lange Zuschrift, der wir folgendes entnehmen: ln dem Berichte des —g.-Korrespondenten der ״J. R.“ finden wir in Nr. 73 außerordentlich schwere und zum Teil ehrenrührige Angriffe auf die von uns nach Europa entsandte Delegation, die wir nicht unerwidert lassen können. Es ist dort von Männern die Rede, die sich als ״Delegierte“ der Hitachduth Oie Polonia aus Tel-Awiw ausgeben und sich als Emissäre aus Palästina gebärden, und die in angeblich unwürdiger Weise phantastische Klagen über die palästinensischen Verhältnisse im allgemeinen und über das unfreundliäie Verhalten von Exekutive, Magistrat, Beamten, Advokaten, Richtern usw. gegen polnisch-jüdische Einwanderer im bcsonderen Vorbringen, was bewiese, wie wenig diese ״Elemente“ für die Alijah zionistisch vorbereitet waren. Nach unseren direkten Informationen aus Warschau und Lodz können sich diese Angriffe des Korrespondenten nur auf die Herren Meir Seide und Scew Reichert, zwei hochangesehene und persönlich unantastbare Großkaufleute beziehen, die von unserer Organisation im Juli in der Tat zur Teilnahme an der A.-C.-Sitzung nach London und weiterhin nach Polen delegiert wurden, mit denen wir seither in ununterbrochener Verbindung stehen und denen wir und die ganze Bewegung, soweit sie ernsthaft um eine Ueberwindung der zionistischen und der palästinensischen Krise bemüht ist, für ihre optervolle und selbstlose (unbezahlte) Arbeit zum größten Dank verpflichtet sind. — Diese Herren geben sich also nicht aus und gebärden sich nicht als unsere Delegierten, sondern sie sind es und das Ziel ihrer Arbeit ist die Her- Stellung eines innigeren Konnexes als bisher zwischen der jüdischen Bevölkerung in Polen und in Palästina. Die von uns ihnen mit auf den Weg nach Chuz-laarez gegebenen exakt formulierten politischen und wirtschaftlichen Beschwerden, Forderungen und Anregungen sind mit den Unterschriften von nahezu zehntausend Einwohnern Tel-Awiws mit vollen Namen und Adressen versehen! Wir stehen auf dem Standpunkte, daß dies die maßgebendste und eindrucksvollste Manifestation der palästinensischen Massen gegen die herrschenden Mißstände darstellt, die jemals zustande gekommen ist. Sie sollte — auch in ihrer Rückwirkung auf den Fortgang der Arbeit für die Fonds — von der Oeffentlichkeit viel ernster genommen werden, als dies bisher geschehen ist und als sie von der A.-C.-Sitzung genommen wurde, die unter dem Drucke dieses Materials wohl Meir Disengoff zum Leiter des neugeschaffenen Departements für städtische Kolonisation ernannt hat, ohne ihm aber die zur Durchführung seiner unendlich schwierigen Aufgaben notwendigen Mittel an die Hand geben zu wollen oder zu können. Jedenfalls mit Beschimpfungen und Verdächtigungen wird man diese elementaren Acußerungen des palästinensischen Volkswillens weiter mittelständischer Kreise, der sich außerdem auch schon in vielen Massen- Versammlungen kundgegeben hat und noch kundgibt, nicht niederknüppeln. Die Herren sollen auch — nach dem Berichte des Korrespondenten — die Forderung nach einer landsmannsehafthehen Verteilung der K. H.-Eingänge erhoben haben. Dies steht vollkommen im Widerspruch zu dem, was uns die Herren direkt berichten. Und auch in den polnischen jüdischen Blättern (u. a. im ״Lodzer Tagblatt“) finden wir in den Wiedergaben der von den Herren gehaltenen Reden immer nur die loyalste Aufforderung zur Stärkung der Fonds, wie sie auch in unseren Memoranden an das A.-C. befür-׳ wortet wird. Wir bemerken noch, daß es bisher uns, den ״Führern uikF Fürsprechern der vierten Alijah“ (ist das ein net&s Schimpfwort?), von deren ״trauriger Mentalität“ der War*'1 schauer Korrespondent der ״J. R.“ sich zu sprechen erkühnt, und unsern Delegierten, ebenfalls alterprobten zionistischen Soldaten, gelungen ist, diese ganze tiefberechtigte Unzufriedenheitsbewegung innerhalb der Grenzen der Organisation zu halten, und daß es flur unserm unablässigen Bemühen zu danken ist, wenn diese Bewegung sich nur gegen Mißstände in der Organisation und nicht gegen Palästina selbst gekehrt hat. Auf diese Weise haben wir die Möglichkeit offengehalten, durch Beseitigung der Mißstände (über die eine sachliehe Auseinandersetzung in der zionistischen Presse niemandem erwünschter wäre als uns, für deren Behandlung in dieser kurzen Richtigstellung aber wohl kaum der Platz ist) wieder freie Bahn für einen gesunden Aufbau zu schaffen. Im Namen der Exekutive des Zentralvorstandes der ״Hitachduth Oie Polonia“ in Tel-Awiw. A. Lerner, Präs. Großkopf, Vizepräs. J. L. Wohlmann. * Dazu schreibt uns unser Warschauer Korrespond ent, dem wir die Zuschrift aus Tel-Awiw vorgelegt haben: (—g) Ich habe in meinem Artikel ,,Zionistische Finanzpropaganda“ das Auftreten mehrerer palästinensischer Rückwanderer in Polen lediglich im Zusammenhang mit den Aussichten der K. H.- und K. K.-Arbeit in Polen geschildert. Daß diese Schilderung einen Tadel beinhaltete, kann ich zwar bedauern, muß aber wahrheitsgemäß nochmals feststellen und kann mich iiierbei auch auf mehrere zionistische Führer in Polen berufen, daß entgegen der Meinung der Herren vom Zentralkomitee der ,.Hitachduth Oie Polonia“ in Tel-Awiw tatsächlich die Agitation mancher ihrer Mitglieder in Polen sowohl der zionisiischen Bewegung als auch den Karriot nicht nur keinen Nutzen bringt, sondern großen ideellen und materiellen Schaden zufügt. Diese Zionisten haben zwar den besten Willen, ihren Landsleuten in Palästina zu helfen, müssen sich aber mit der Tatsache abfinden, daß ״die von den Rückwanderern getürmten Barrikaden von fanatischem Haß“ sich nicht nur ״gegen die organisatorischen Fehler“, sondern in vielen Fällen auch gegen Palästina und das Palästinaidealselbst“ richten. Darauf wollte ich in meinem Briete hinweisen. Es läßt sich durch viele Einzelheiten belegen. Daß manche dieser zionistischen Emissäre in Polen tatsächlich mit großer Vollmacht betraute Delegierte von Zehntausenden sind, erhöht nur ihre Verantwortung und macht es einem zionistischen Berichterstatter zur Pflicht, ihre Tätigkeit um so genauer zu beobachten. Vielleicht hatten und haben die Herren in Tel-Awiw andere Intentionen, — Sa•.he des Berichterstatters ist es, die an Ort und St c I i e gcmachten Wahrnehmungen darzustellen. U:n so mehr, als die durch die Herren Emissäre geschaffene p a 1 ä s t i n a f c i n d - liehe Stimmung sicher nicht dazu beitragen wird, den ״Zehntausenden“ in Tel-Awiw Hilfe zu bringen. Ebensowenig scheint mir diese Agitation, wie sie jetzt z. B. besonders in Lodz betrieben wird, geeignet, ״einen innigeren Konnex als bisher zwischen der jüdischen Bevölkerung in Polen und in Palästina herzustellen". ln der Sukkoth-Woche besuchte der Bürgermeister von Jerusalem, Nascliaschibi, von dem jüdischen Sekretär der Stadtverwaltung begleitet, einige führende Persönlichkeiten der jüdischen Gemeinde anläßlich dieses Festes. Er war u. a. bei den Oberrabbinern A. I. Kook und Jacob Meir, bei Herrn Joseph Mevuchas, dem Präsidenten des Stadtrats der Jerusalemer Juden. Das zi -ehon seit die*drama Stück, des: jiddischen schritt in gewissen Der Text, wird, hat 5 von Trivia nach geist der bloß t so häufig Der I Löw und Ritualmorc spielt in c ״Sendung handelt (u in hohem beschuldig cs, die Hi! der Mcssi; Welt zieht der veranb menschlich schaffen. I den Unheil der die F< Beseelung zu treten, ״fünften sich das 1 seinem gr der feind! (Messias) bittet um lern als 1 der Rabbi Werk gef; der liitnm die den 1 gegen die vertreibt Wanderscl dem Plan! die blutge in dem jü von ihnen bereit in Rächcrwei worden, getan, vei beobachte׳ Synagoge, stimmten! tierische 1 löst sich Macht üb< gasse ein ihn zu zä nicht, daß Enkelin v! verzweifeli die das L hat es nii theische \ schmäht, 1 fürchterlic Schluß die Mi jazil.. 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